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2. Juli: Reform der Einkommensteuer | Krankmelden wird schwieriger | Verfassungsrechtliche Zweifel

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Reform der Einkommensteuer

Union und SPD haben sich auf ein Reformpaket mit insgesamt 34 Maßnahmen geeinigt. Dazu gehört auch eine Reform der Einkommensteuer, die im Januar in Kraft treten soll. Geplant sind unter anderem höhere Freibeträge. Eine Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro soll dadurch mehr als 600 Euro Steuern im Jahr sparen. Finanziert werden die Entlastungen unter anderem durch eine höhere Reichensteuer.

Krankmelden wird schwieriger

Die Koalition schafft die telefonische Krankschreibung ab. Künftig soll bereits ab dem 1. Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung erforderlich sein. Ziel sei es, die hohen Fehlzeiten in den Unternehmen zu senken. Betriebe können jedoch durch Arbeitsverträge oder Betriebsvereinbarungen von dieser Regelung abweichen.

Verfassungsrechtliche Zweifel

Das geplante neue Heizungsgesetz soll verfassungswidrig sein. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Solaranlagen- und Wärmepumpenanbieter Enpal in Auftrag gegeben hat. Kritisiert wird die geplante Abschaffung der 65-Prozent-Regel. Doch auch die Erlaubnis, künftig wieder fossile Heizungen einbauen zu dürfen, verstoße gegen die Anforderungen der Klimapolitik.

Neue Chipfabrik eröffnet

Der Halbleiterkonzern Infineon hat heute seine neue Produktionsstätte in Dresden eröffnet. Diese soll Europa unabhängiger bei Mikrochips machen. Dort werden sogenannte Leistungshalbleiter gefertigt, die unter anderem in Elektromobilität und Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zur Stromsteuerung eingesetzt werden. Laut dem Unternehmen sollen rund 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Proteste gegen Migration

Eine Welle fremdenfeindlicher Proteste und Ausschreitungen hat Südafrika erfasst. Hunderte Menschen wurden bereits festgenommen. Hinter der Eskalation stehen wirtschaftliche Probleme, hohe Kriminalität und eine zunehmend angespannte politische Lage.
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Können wir unsere Mitarbeiter zurückhaben? Warum Unternehmen ihre KI-Pläne überdenken

Die Revolution der Künstlichen Intelligenz führt möglicherweise doch nicht so schnell zum Verlust menschlicher Arbeitsplätze, wie manche befürchtet hatten. Steigende Rechenkosten, betriebliche Probleme und uneinheitliche Ergebnisse veranlassen einige Unternehmen dazu, ihren Kurs zu ändern und Mitarbeiter zurückzuholen.
Im frühen KI-Boom hatten viele Unternehmen aufgrund großer Versprechen zu Kosteneinsparungen Personal abgebaut – eine Entscheidung, die sich später oft als Fehler herausstellte.
Viele Branchenfachleute sind mittlerweile der Meinung, dass in Bereichen, in denen fundiertes Urteilsvermögen, Kreativität, Kundenkontakt und Qualitätskontrolle gefragt sind, Menschen weiterhin das Sagen haben müssen.

KI liefert nicht die versprochenen Ergebnisse

Neun von zehn Unternehmen würden ihre KI-bedingten Kündigungen überdenken. Das ergab eine Umfrage des Unternehmens CareerMind unter 600 Personalverantwortlichen, die in den vergangenen zwölf Monaten Entlassungen vorgenommen hatten.
Drei von vier befragten Personalverantwortlichen gaben an, dass ihr Unternehmen Mitarbeiter entlassen hat, weil technologische Fortschritte bestimmte Aufgaben und Zuständigkeiten übernommen haben. Nur 8,4 Prozent sagten, dass KI die erwarteten Ergebnisse tatsächlich erreicht hat.
„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir einen deutlichen Anstieg von Unternehmen verzeichnet, die sich an uns wenden, nachdem sie die Einführung von KI-Tools ausgesetzt oder zurückgefahren haben“, erklärte James Calloway, Betriebsleiter (Chief Operating Officer) bei Stealth Agents, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.

Bei Aufgaben, bei denen zwischen den Zeilen gelesen werden muss, um die tatsächlichen Bedürfnisse eines Kunden zu erkennen, sind Menschen besser als KI.

Foto: Blue Planet Studio/iStock

Calloways Unternehmen bietet virtuelle Assistenten für Führungskräfte an. In diesem Bereich ist der Kostenunterschied zwischen menschlichen Mitarbeitern und KI-Agenten besonders groß.
„Ein E-Commerce-Kunde hatte Mittel für die Einführung eines KI-Kundenservices eingeplant. Dieser stellte fest, dass die Kosten für Lizenzen, Integration und die laufende Entwicklung von Prompts zwei- bis dreimal so hoch waren wie ursprünglich veranschlagt“, sagte Calloway. „Stattdessen stellte er zwei unserer remote arbeitenden Assistenten ein und senkte seine Kosten pro bearbeitetem Ticket um fast 40 Prozent.“
Weiter sagte Calloway: „Menschliche Mitarbeiter sind nach wie vor kosteneffizienter bei der Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, die Einfühlungsvermögen und Urteilsvermögen erfordert und bei Aufgaben, bei denen zwischen den Zeilen gelesen werden muss, um die tatsächlichen Bedürfnisse eines Kunden zu erkennen, bei Arbeiten mit firmeneigenen Kontextinformationen, die nicht sicher in KI-Systeme von Drittanbietern eingespeist werden können, sowie bei allen Arbeitsabläufen, bei denen ein Fehler reale reputationsbezogene oder rechtliche Konsequenzen hat.“
Auch große Technologieunternehmen kamen zu dieser Erkenntnis. Im April sagte Bryan Catanzaro, Vizepräsident für angewandte Deep-Learning-Forschung bei Nvidia, gegenüber „Axios“:
„Für mein Team liegen die Rechenkosten weit über den Personalkosten.“
Nickle LaMoreaux, Senior Vice President und Personalvorstand (Chief Human Resources Officer) bei IBM, vertrat auf einem Gipfeltreffen des Wall Street Journal Leadership Institute im März die Auffassung, dass die Erweiterung von Aufgaben durch KI für das Unternehmenswachstum wichtiger sei als der vollständige Ersatz menschlicher Arbeitskräfte.
LaMoreauxs Aussage erfolgte nur wenige Wochen, nachdem IBM Pläne angekündigt hatte, die Zahl der Neueinstellungen auf Einstiegsebene zu verdreifachen. Auf die Frage, warum viele Unternehmen keinen ähnlichen Ansatz verfolgen, antwortete er: „Das liegt daran, dass sie in einer Produktivitätsmentalität verhaftet sind, anstatt eine Wachstumsmentalität zu verfolgen.“
Eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) prognostiziert, dass 50 bis 55 Prozent aller Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren durch KI „umgestaltet“ werden.

Besucher am 20. April 2026 am IBM-Messestand auf der Hannover Messe 2026 in Hannover, Deutschland. Auf der diesjährigen Messe liegt ein verstärkter Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz in der Industrie.

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Unvorhergesehene Kosten

Jon Hill, CEO von The Energists, sagte, es sei ein weit verbreitetes Missverständnis, generative KI lediglich als „Software mit einer Abonnementgebühr“ zu betrachten. Er habe selbst erlebt, dass Enttäuschung über KI-Lösungen dazu führen könne, dass Unternehmen zuvor gestrichene Stellen wieder besetzen.
„Viele unserer Kunden haben generative-KI-Initiativen aggressiv vorangetrieben, weil sie glaubten, dadurch ihre Personalkosten senken zu können“, sagte Hill gegenüber der Epoch Times. „Doch wir beobachten zunehmend, dass diese Kunden wieder auf menschliche Mitarbeiter zurückgreifen, nachdem sie die tatsächlichen Kosten von KI-Systemen erkannt haben.“
Hill nannte beispielhaft ein Unternehmen, mit dem er zusammengearbeitet hatte und das einen Teil seiner Compliance-Berichterstattung und seines technischen Supports automatisieren wollte. Das Unternehmen stellte fest, dass die prognostizierten Einsparungen zwar zunächst vielversprechend erschienen, jedoch geringer ausfielen, sobald Kosten für Cybersicherheit, menschliche Überwachung und die Nutzung von Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) berücksichtigt wurden.
Der Kunde entschied sich, den Einsatz von KI auszusetzen, weil „menschliche Mitarbeiter verlässlichere Ergebnisse zu geringeren langfristigen Kosten lieferten“, so Hill.
Hill erklärte weiter, es gebe zahlreiche Kosten, die Unternehmen leicht übersehen könnten. Allein die Kosten für Cloud-Rechenleistung könnten je nach Nutzung „einen sechs- bis siebenstelligen Jahresaufwand“ verursachen.

Am 3. März 2025: Besucher während des Mobile World Congress in Barcelona, Spanien, in einem KI-Rechenzentrum bei SK Networks. Eine Umfrage vom Februar bei Personalmanagern ergab, dass neun von zehn Firmen Kündigungen im Zusammenhang mit KI noch einmal überdenken.

Foto: Manaure Quintero/AFP via Getty Images

Der von seinem Team eingesetzte KI-Content-Assistent habe sich letztlich als kostspielig und ineffizient erwiesen, sagte Matt Baharav, CEO von MKB Media Solutions, gegenüber der Epoch Times.
„Im letzten Quartal haben wir beschlossen, keinen automatisierten KI-Content-Assistenten mehr für unsere Akquisemaßnahmen zu nutzen. Wir haben erkannt, dass die Software wirkungslos war“, so Baharav. „Das Unternehmen, das wir beauftragt und dem wir monatlich mehrere tausend Dollar gezahlt hatten, stellte uns Lizenzkosten in Rechnung und zwang mein Team zudem dazu, unzählige Stunden damit zu verbringen, die von ihrem Tool erstellten allgemeinen Textabschnitte umzuschreiben.“

Die Deepseek-App am 31. März 2026 in Kiew, Ukraine. Nach dem rasanten Vormarsch der KI-Einführung in der Industrie holen immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter wieder zurück an den Arbeitsplatz.

Foto: Oleksii Pydsosonnii/The Epoch Times

Baharav sagte, er habe gelernt, dass „ein guter Autor kostengünstiger ist als ein teurer automatisierter Inhaltsassistent“. Das gelte besonders bei komplexer Kommunikation. „Wir haben die Software komplett abgeschafft und die Mittel wieder in die Einstellung kompetenter, kluger Autoren investiert“, sagte er.
80 bis 85 Prozent der Unternehmen haben ihre Prognosen für die KI-Infrastruktur um mehr als 25 Prozent verfehlt. Das besagt eine Analyse der Tech-Ausgaben-Tracker Mavvrik im Bericht „State of AI Cost Management 2025“ . Gleichzeitig meldeten 84 Prozent aufgrund falsch kalkulierter KI-Kosten einen „erheblichen Rückgang der Bruttomarge“.

Luxuskomponente

Marcus Mossberger vertritt die Auffassung, dass KI ihre eigene Nische in der Arbeitswelt finden könne – solange es sich nicht um Situationen handelt, die besser durch menschliches Urteilsvermögen bewältigt werden. Mossberger ist Leiter der Marktstrategie (Chief Market Strategy Officer) bei der Workforce-Intelligence-Plattform LYTIQS.
„Das Personalwesen ist ein gutes Beispiel dafür, dass KI genutzt werden kann, um transaktionsbezogene Fragen wie ‚Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei meiner Krankenversicherung?‘ zu beantworten, nicht jedoch für persönlichere Anliegen wie ‚Was soll ich tun, wenn mir ein Kollege Unbehagen bereitet?‘“, so Mossberger.
Einige Unternehmen würden sich vermutlich zu stark auf KI verlassen und dabei eine harte Lektion lernen. Seiner Ansicht nach könnten die Konsequenzen gravierender sein als lediglich die Notwendigkeit, neue Mitarbeiter einzustellen.
„Ich glaube tatsächlich, dass die größte versteckte Kostenstelle im Zusammenhang mit der Einführung generativer KI die Zerstörung des Vertrauens zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist. Und seien wir ehrlich: Das war ohnehin nicht gerade ein Bereich, in dem wir besonders stark waren“, sagte Mossberger.

Die Büros im neuen Hauptsitz von Amazon Deutschland am 16. April 2026 in München. Im Januar entließ Amazon weltweit 16.000 Mitarbeiter. Diese Entlassungen sind Teil einer mehrjährigen Entlassungswelle, die unter anderem durch den KI-Einsatz ausgelöst wurde.

Foto: AFP via Getty Images

Fleißige Beschäftigte müssten mit ansehen, wie Arbeitgeber Milliarden in KI-Infrastruktur investieren, während gleichzeitig Kollegen entlassen werden und von ihnen erwartet wird, bei der Einarbeitung ihres eigenen KI-Ersatzes mitzuwirken. „Wenn Sie glauben, dass genau diese Menschen sich freiwillig über das normale Maß hinaus engagieren und innovative Risiken eingehen, um Ihr Unternehmen voranzubringen, irren Sie sich gewaltig“, so Mossberger weiter.
Er prognostiziert, dass Unternehmen gezwungen sein werden, das Vertrauen in ihre Marke wiederherzustellen und gleichzeitig neue Mitarbeitende einzuarbeiten. Mossberger geht davon aus, dass sich viele der Menschen, die in der Anfangsphase des KI-Booms entlassen wurden, weigern könnten, zurückzukehren.
Die Rückkehr eines Arbeitnehmers zu demselben Unternehmen, das ihn ursprünglich entlassen hat, wird als „Bumerang-Mitarbeiter“ bezeichnet.
Für den CEO von MKB Media, Matt Baharav, hat sich die Entscheidung, den Menschen in den Vordergrund zu stellen, ausgezahlt. „Bis heute haben wir dadurch tatsächlich Geld gespart“, sagte er.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Can We Have Our Humans Back? Why Some Companies Are Rethinking AI“. (deutsche Bearbeitung: ks)
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Infineon eröffnet neue Smart Power Fabrik in Dresden

Der Halbleiterkonzern Infineon hat am Donnerstag, denn 2. Juli, feierlich seine neue Produktionsstätte in Dresden eröffnet. Sie soll zentrale Bausteine für wichtige Zukunftstechnologien liefern und gleichzeitig Europa unabhängiger bei Mikrochips machen.
Die Eröffnung der Smart Power Fabrik sei ein „Meilenstein“ für das Unternehmen, für Dresden und Deutschland – aber auch für „ein technologisch souveränes Europa“, sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte die große Bedeutung der Fabrik „für die industrielle Zukunft unseres ganzen Landes, ja der ganzen Europäischen Union“. Er war per Video zugeschaltet.
Die Smart Power Fabrik ist nach Unternehmensangaben „eine der modernsten Halbleiterproduktionsstätten weltweit“. Produziert werden dort sogenannte Leistungshalbleiter, die in Bereichen wie der Energiewende, der Elektromobilität oder in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) bei der Stromsteuerung zum Einsatz kommen.
Infineon investierte nach eigenen Angaben rund fünf Milliarden Euro in die Smart Power Fabrik, unterstützt wird das Projekt mit öffentlichen Fördergeldern in Höhe von 920 Millionen Euro. Bei Infineon entstehen durch die Chipfabrik laut Unternehmen rund 1000 neue Arbeitsplätze. (afp/red)
 
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Drei Monate früher als geplant: Infineon eröffnet neue Chipfabrik in Dresden

Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein: Weltweit steigt die Nachfrage nach Mikrochips – auch wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI). Gleichzeitig will Europa bei wichtigen Technologien seine Abhängigkeit von Asien und den USA verringern. Passend dazu eröffnet der deutsche Halbeiterkonzern Infineon am Donnerstag ein neues Werk, die Smart Power Fab, am Standort Dresden, drei Monate früher als ursprünglich geplant.

Was ist die Smart Power Fab?

Laut Infineon ist die Fabrik „eine der modernsten Halbleiterproduktionsstätten weltweit“. Nach dem Spatenstich im Mai 2023 wurden für den Komplex 50.000 Kubikmeter Beton und rund 25.000 Tonnen Stahl verbaut. Herzstück des aus sechs Ebenen bestehenden Gebäudes ist der Reinraum mit seinen Anlagen zur Chipfertigung. Er wird von einer 5000 Tonnen schweren Stahlkonstruktion überspannt.

Was wird dort künftig hergestellt?

Am Standort Dresden produziert der Infineon-Konzern aus Neubiberg bei München bereits seit Jahrzehnten Halbleitertechnik, unter anderem zur Stromsteuerung. Wichtig ist dies in zahlreichen Bereichen, von modernen Autos bis hin zu Rechenzentren – und letztlich potenziell überall dort, wo Stromflüsse geschaltet, geregelt oder gegebenenfalls umgewandelt werden müssen.
Mit der Erweiterung des Standorts, von dem laut Infineon schon heute jeder dritte Chip Europas stammt, will der Konzern nach eigenen Angaben den Bedarf für zentrale Technologien in vier wichtigen Anwendungsfeldern decken: der Energiewende, der Elektromobilität, dem Internet der Dinge und in KI-Rechenzentren. Bei letzteren sollen die Chips beispielsweise dafür sorgen, dass der vielfach sehr hohe und oft kritisierte Stromverbrauch der gigantischen Prozessorfarmen verbessert werden kann.

Wie teuer ist das Projekt – und wer finanziert es?

Infineon investiert nach Unternehmensangaben rund fünf Milliarden Euro in die Smart Power Fab. Außerdem wird das Projekt im Rahmen des European Chips Act mit Fördergeldern in Höhe von 920 Millionen Euro unterstützt. Im Februar 2025 hatte die EU-Kommission hierfür grünes Licht gegeben; auch die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen sind an dieser Förderung beteiligt.
Der European Chips Act zielt darauf ab, die europäische Chipproduktion anzukurbeln und so die Abhängigkeit von anderen Ländern zu verringern. Auch Infineon selbst verweist darauf, dass mit der Smart Power Fab Wertschöpfungsketten europäischer Schlüsselindustrien „robuster“ gemacht werden könnten – von der Energiewirtschaft über den Maschinenbau bis hin zur Automobilindustrie. Darüber hinaus werde durch Halbleiter für Rechenzentren „Europas digitale Souveränität“ gestärkt.
Zuletzt hatte der Konzern angesichts des globalen KI-Booms bereits Rückenwind bei der Chipnachfrage verspürt und im Februar seine Investitionen für das laufende Geschäftsjahr deutlich aufgestockt – sie sollen demnach großteils für einen „schnelleren Hochlauf“ der Smart Power Fab verwendet werden. Das Unternehmen richtet seine Fertigungskapazitäten also auf eine weiter steigende Nachfrage aus.

Wie viele Arbeitsplätze entstehen durch die Smart Power Fab?

Laut Infineon entstehen durch die neue Fertigung beim Unternehmen selbst rund tausend neue Arbeitsplätze. Zum Vergleich: Insgesamt beschäftigte der Konzern laut letztem Halbjahresfinanzbericht von Ende März 56.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die tausend neuen Arbeitsplätze sollen darüber hinaus „ein Vielfaches an Jobs in der Region“ nach sich ziehen, wie Infineon-Dresden-Geschäftsführer Thomas Richter erklärt – „bei Dienstleistern, Zulieferern und Partnern.“ Das Unternehmen sieht in der Smart Power Fab zudem ein wichtiges Signal an junge Menschen in der Region, dass „zukunftsfeste Arbeitsplätze“ ebenso wie „interessante Ausbildungswege“ entstanden seien. Das Spektrum reiche dabei von handwerklich-technischen Berufen bis zu hochspezialisierten Tätigkeiten auf wissenschaftlichem Niveau.

Hat die Fabrik negative Umweltauswirkungen?

Nicht zuletzt wegen des großen Ressourcenverbrauchs stoßen neue Fabriken immer wieder auf Bedenken von Umweltschützern und führen mitunter auch zu erbitterten Protesten, wie in der Vergangenheit etwa beim US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg.
Im Falle der Smart Power Fab hebt Infineon nicht nur hervor, dass die Chips ein wichtiger Baustein für eine nachhaltigere Zukunft seien, sondern versuchte bereits im Vorfeld, mögliche Kritikpunkte zu entschärfen. So verweist das Unternehmen unter anderem darauf, dass der Bau der Smart Power Fab von Umweltschutz- und Ausgleichsmaßnahmen flankiert worden sei – beispielsweise durch ein Ersatzhabitat für Eidechsen.
Außerdem soll der Strom aus erneuerbaren Quellen stammen und für den Betrieb der Fabrik Industriewasser anstelle von Trinkwasser genutzt werden. Dank interner Recyclingprozesse in der Smart Power Fab soll sich das für die Produktion benötigte Wasser zudem mehrfach nutzen lassen. (afp/red)
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Mindestens drei Euro pro Päckchen: Der neue EU-Zoll gegen Billigbestellungen

Die Europäische Union erhebt ab 1. Juli einen neuen Zoll auf Päckchen aus Ländern außerhalb der EU. Pro Bestellung werden dann mindestens drei Euro fällig. Die EU will damit eine Paketflut eindämmen, die in den vergangenen Jahren mit der Beliebtheit von Onlinehändlern wie Shein und Temu gewachsen ist.

Wie hoch ist der Zoll?

Er liegt bei drei Euro pro Produktkategorie. Für ein Päckchen mit einem T-Shirt und einer Haarspange würden also sechs Euro fällig. Enthält ein Päckchen ein, zwei, drei oder zehn T-Shirts, bleibt die Abgabe hingegen bei drei Euro.
Die Regelung gilt für Sendungen mit einem Gesamtwert bis 150 Euro, die bislang von Zöllen ausgenommen waren. Darüber hinaus gelten die regulären Zölle. Mit einer Reihe von Ländern wie der Schweiz hat die EU Freihandelsabkommen abgeschlossen, die alle Zölle abschaffen, hier greift auch die neue Regelung nicht.
Ab dem ersten November soll eine Bearbeitungsgebühr dazukommen, deren Höhe noch nicht feststeht. Sie könnte bei zwei Euro pro Päckchen liegen und soll die Mehrkosten in den Zollbehörden durch die kleinen Pakete decken.

Wie begründet die EU die Abgabe?

Die Zahl der Päckchen aus Ländern außerhalb der EU ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, auf rund 4,6 Milliarden im Jahr 2024. Das sind mehr als 145 pro Sekunde. Mehr als 90 Prozent dieser Päckchen stammten nach Angaben der EU-Kommission aus China.
Europäische Firmen kritisieren die Flut zollfrei eingeführter Waren als unfair. Die EU-Kommission befürchtet zudem, dass zahlreiche verbotene Produkte durchrutschen, weil die Zollbehörden nicht jedes kleine Päckchen kontrollieren können. Dabei geht es etwa um verschluckbare Kleinteile und Chemikalien in Kinderspielzeug.

Wer zahlt?

Auf dem Papier muss die Firma zahlen, die ihre Waren in die EU schickt. Die Unternehmen dürfen den Zoll aber auf ihre Kunden abwälzen. „Das ist ganz ihre wirtschaftliche Entscheidung“, sagte ein Kommissionsbeamter in Brüssel. Einzige Voraussetzung ist, die Kundin deutlich über die Mehrkosten zu informieren.

Können die Firmen den Zoll umgehen?

Das ginge zum Beispiel, indem sie ihre Ware zuerst in ein Land wie die Schweiz schicken und über diesen Umweg in die EU, solche Tricks sind aber bereits verboten. Die Kommission kündigte an, möglichen Umgehungen der neuen Zölle streng zu kontrollieren.
Mehrere Onlinehändler haben als Reaktion auf die Regelung bereits angekündigt, neue Lagerhallen und Verteilzentren in Europa zu bauen.
Sie könnten ihre Ware dann zuerst gesammelt dorthin liefern und müssten den regulären Zoll anstelle der Abgabe auf kleine Pakete zahlen. Den Zollbehörden dürfte dies recht sein, weil große Lieferungen einfacher zu kontrollieren sind.

Wie lange gilt der Zoll?

Die neue Regelung gilt für zwei Jahre. Dann tritt eine größere Reform der europäischen Zollregeln in Kraft. Sie schafft den bisherigen Zollfreibetrag bei 150 Euro vollständig ab, sodass die Übergangsregelung hinfällig wird. (afp/red)
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Gericht in Österreich erklärt zahlreiche Ryanair-Gebühren für rechtswidrig

Der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat einer Verbraucherorganisation zufolge zahlreiche von der irischen Billig-Airline Ryanair erhobene Gebühren für rechtswidrig erklärt.
„Der OGH stellt klar, dass Zusatzgebühren transparent darzustellen sind und Konsument:innen nicht unsachlich benachteiligen dürfen“, erklärte am Montag, 29. Juni, der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die Organisation war im Auftrag des Sozialministeriums mit einer Verbandsklage gegen 15 Gebührenklauseln der Fluglinie vorgegangen.
Es handele sich um „55 Euro Check-In-Gebühr, 25 Euro Kleinkindgebühr, Gebühren für obligatorische Familiensitze, 15 Euro für die Ausstellung einer Bordkarte“ und zehn weitere Zusatzgebühren, erklärte der VKI weiter.
Teils könnten diese Gebühren selbst dann verrechnet werden, „wenn der Grund für ihr Anfallen Ryanair selbst zuzurechnen ist“.

Kunden können Geld zurückfordern

„Betroffene Konsument:innen, die auf Basis dieser oder sinngleicher Klauseln Gebühren bezahlt haben, können diese zurückfordern“, erklärte Petra Leupold von VKI. „Wer einen Flug bucht, muss wissen, was er wirklich kostet“, zitierte die Organisation Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP reagierte Ryanair zunächst nicht. (afp/red)
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EIB gewährt Airbus Rekordkredit über drei Milliarden Euro

Die Europäische Investitionsbank (EIB) gewährt Airbus einen Rekordkredit über drei Milliarden Euro. Das sagte EIB-Präsidentin Nadia Calvino dem „Handelsblatt“, Bloomberg und der spanischen Zeitung „El Pais“. Der Kredit soll Europas Luft- und Raumfahrtindustrie stärken. Es sei die größte Unternehmensfinanzierung in der Geschichte der EIB.
Mit dem Geld soll Airbus Forschung, Entwicklung und Innovationen in Frankreich, Deutschland und Spanien finanzieren. Die Projekte sollen bis 2030 laufen und sowohl die zivile Luftfahrt als auch Sicherheits- und Verteidigungstechnologien betreffen.
Nach Angaben der EIB geht es um Schlüsseltechnologien, integrierte Systeme, neue Fertigungslösungen, spritsparende Antriebe und vernetzte Systeme für Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung.
Eine erste Tranche von einer Milliarde Euro wurde am Montag in Brüssel unterzeichnet. Calvino sagte, die EIB-Gruppe setze ihre gesamte Schlagkraft ein, um Europas technologische Autonomie, industrielle Stärke und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu festigen. Das Leuchtturm-Projekt sei innerhalb von rund sechs Monaten genehmigt worden. Damit beweise der Finanzierungsarm der EU, dass Europa schnell und in großem Umfang handeln könne, um seine Champions zu unterstützen und sich im neuen geopolitischen Umfeld zu behaupten. (dts/red)
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Bericht: VW will Partnerschaft für autonomes Fahren mit Bosch beenden

Der Volkswagen-Konzern will nach Informationen der „Bild“-Zeitung seine Partnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch beenden. Die Zeitung berichtete am Sonntag unter Berufung auf „voneinander unabhängige Quellen“, dieser Schritt sei Teil des Konzernumbaus, der das Überleben des deutschen Autobauers sichern soll.
Die Allianz mit Bosch habe nach interner Einschätzung nicht den erwarteten Entwicklungsstand erreicht, berichtete die Zeitung weiter. „Interne Fachbereiche“ hielten die Technik aktuell nicht für wettbewerbsfähig. Insbesondere beim autonomen Fahren ohne Hände am Lenkrad auch in der Stadt (Level 2++) sehe Volkswagen eine erhebliche Lücke zur Konkurrenz.

Trotz Investitionen von 1,5 Milliarden Euro

Bosch und die VW-Software-Tochter CARIAD sollten ursprünglich gemeinsam den Baukasten für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren entwickeln. Die Allianz galt als Antwort auf die Konkurrenz durch den US-Autobauer Tesla und aus China. Die Reißleine würde jetzt gezogen, obwohl bereits 1,5 Milliarden Euro investiert worden seien, berichtete „Bild“ weiter.
Demnach will Volkswagen die Hardware und Software künftiger Systeme zukaufen und weiterenwickeln statt sie mit Bosch selbst aufzubauen.
Nach Informationen des „Manager Magazin“ soll der Konzernumbau bei Volkswagen mit einem noch stärkeren Stellenabbau als bisher geplant und Werkschließungen in Deutschland einhergehen. Unter Verweis auf Insider berichtete das Magazin von weltweit bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen.
Der Konzern bestätigte die Zahlen am vergangenen Freitag nicht, sprach aber von „tiefgreifenden“ Veränderungen, die bevorstünden. (afp/red)
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Social-Media-Verbot: Australien verdoppelt Geldstrafe für Verstöße der Konzerne

Gut sechs Monate nach der Einführung des weltweit ersten Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche will Australien Verstöße der Konzerne mit höheren Geldstrafen ahnden.
Wie die Regierung mitteilte, wird die Höchststrafe für systematische Verstöße auf 99 Millionen australische Dollar (59,9 Millionen Euro) verdoppelt. Die Internet-Aufsichtsbehörde soll zudem umfassendere Befugnisse erhalten.
Sie gehe möglichen Verstößen durch Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok und Youtube „aktiv“ nach, erklärte die Regierung.

Minderjährige umgehen die Sperren

Australien war mit seinem im Dezember in Kraft getretenen Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige weltweiter Vorreiter. Seitdem erließen mehrere weitere Länder ähnliche Vorschriften, auch in Deutschland wird über das Thema diskutiert.
Eine am Donnerstag im Fachmagazin „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass das Verbot bisher kaum Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten australischer Teenager hatte.
Minderjährige umgehen demnach die per Gesetz erlassenen Beschränkungen, indem sie beispielsweise Fake-Accounts erstellen oder Konten nutzen, die auf ältere Personen registriert sind.
„Es ist klar, dass die großen Tech-Konzerne nicht genug tun, um das Gesetz einzuhalten“, konstatierte nun Premierminister Anthony Albanese.
Es seien „immer noch zu viele Kinder“ in den Onlinenetzwerken aktiv. Mit der Neuregelung verdeutliche die Regierung, „wie ernst wir jede Nichteinhaltung durch die Social-Media-Unternehmen nehmen“.

Regierung will „nicht klein beigeben“

Kommunikationsministerin Anika Wells ergänzte, die Plattform-Betreiber hätten bisher „Tricks direkt aus dem Taktikhandbuch der Tech-Giganten“ angewendet und „nur das absolute Minimum“ getan.
Die Tech-Konzerne gehörten aber „zu den reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt, und wir meinen es ernst damit, sie zur Verantwortung zu ziehen“. Die Regierung werde „nicht klein beigeben“.
Die australische Aufsichtsbehörde kann die Unternehmen künftig zu Nachweisen darüber verpflichten, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zu verhindern, dass Unter-16-Jährige ein Konto eröffnen.
Zur Überprüfung der Angaben kann sie zudem Informationen und Unterlagen anfordern – von den Betreibern selbst, aber auch von Dritten wie den Anbietern für die Altersüberprüfung oder den App-Store-Betreibern. (afp/red)
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Porsche holt Cayenne-Produktion von Bratislava nach Leipzig

Porsche will die Produktion des wichtigen SUV-Modells Cayenne offenbar mit allen drei Antriebsvarianten von Bratislava nach Leipzig verlagern. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise. Der Sportwagenhersteller wolle so die Auslastung des Werks in Sachsen langfristig absichern.
Voraussetzung sei allerdings, dass die Arbeitnehmerseite sich auf eine spürbare Absenkung der Löhne einlasse, weil die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter lägen.
Dass Porsche-Chef Leiters die gesamte Produktion des Cayenne trotzdem aus der Slowakei abziehen wolle, gründe auf den Überkapazitäten in Deutschland. Porsche habe das Problem, dass weder das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, in dem die Sportwagen vom Band laufen, noch die SUV-Fabrik in Leipzig ansatzweise ausgelastet sei.

Verhandlungen über Löhne laufen

Das Unternehmen selbst wollte sich auf Anfrage der FAZ nicht zu dem Plan äußern. Ein Sprecher bestätigte aber laufende Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Auch der Gesamtbetriebsrat bestätigte die Gespräche.
„Allerdings sind noch einige Themen offen, über die es zu diskutieren gilt“, ließ der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Ibrahim Aslan mitteilen. „Im Sinne der Belegschaft und des Unternehmens ist es unser Anliegen, zügig voranzukommen. Wann und wie das der Fall sein wird, hängt von den nächsten Wochen ab.“
Klar sei aber, dass vor allem das Werk in Leipzig eine Durststrecke überstehen müsse. Bis die neuen Modelle kämen, dauere es noch, und die Verlagerung der Cayenne-Produktion sei ebenfalls keine kurzfristige Lösung.

Weitere Stellenstreichungen geplant

Nachdem Porsche in den vergangenen Monaten bereits die Verträge von mehreren 100 Zeitarbeitern nicht verlängert habe, wolle das Unternehmen bis August 200 Arbeitsplätze mit freiwilligen Aufhebungsverträgen und Abfindungsangeboten abbauen. Zudem sollten bis zu 400 Mitarbeiter mit einer sogenannten „Drehscheibe“ zeitweise nach Wolfsburg abgeordnet werden.
Die Maßnahmen seien alle Teil einer umfassenden Neuausrichtung, die Leiters in allen Einzelheiten auf einem Kapitalmarkttag im Oktober vorstellen wolle.
Der Porsche-Chef wolle die Zahl der verschiedenen Modellvarianten reduzieren, die Entwicklung des Herstellers umbauen und Synergien mit der Muttergesellschaft VW nutzen. Vor allem aber plane er einen weiteren Stellenabbau.
Am Stammsitz in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach stehen nach Informationen der FAZ aus Unternehmenskreisen Stellen in niedriger vierstelliger Höhe zur Disposition. (dts/red)
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DEHOGA kündigt Widerstand gegen die Abschaffung von Minijobs an

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kündigt Widerstand gegen die geplante Abschaffung der Minijobs an. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe). Hintergrund sind die Empfehlungen der Rentenkommission zu möglichen Reformen der Altersvorsorge, die unter anderem die Abschaffung der Minijobs vorsehen.
Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke sagte den Funke-Zeitungen: „Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Minijobs kämpfen.“

Hotellerie und Gastronomie auf Minijobs angewiesen

In der Branche arbeite die Hälfte aller Beschäftigten auf Minijob-Basis, das seien 1,1 Millionen Menschen. Sie sicherten insbesondere Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonale Spitzen. „Es ist nicht möglich, dieses Angebot ohne unsere Minijobber aufrechtzuerhalten“, so Schimke.
Sie stellte zudem klar, Minijobs seien bereits heute grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Arbeitgeber zahlten schon heute einen pauschalen Rentenbeitrag von 15 Prozent, zusätzlich zum Krankenversicherungsbeitrag von 13 Prozent.
„Es gibt also keine Versorgungslücke, wie behauptet“, sagte sie. Es sei Aufgabe der Politik, „weitsichtige, praxistaugliche und tragfähige Entscheidungen zu treffen, die Beschäftigung nicht gefährden, sondern fördern“.
Die Kommission hatte am Dienstag ihre Empfehlungen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Beide kündigten nach dem einstimmigen Beschluss der Kommission an, die 33 Empfehlungen auch umzusetzen. (dts/red)
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Haushaltsausschuss gibt grünes Licht für Bundes-Einstieg beim Panzerbauer KNDS

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat grünes Licht für den Einstieg des Bundes beim Rüstungskonzern KNDS gegeben. Dies verlautete am Freitag aus Parlamentskreisen.
Der Bund will eine Beteiligung von 40 Prozent an dem Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers übernehmen. Die Kosten für den Einstieg werden nach einem „Spiegel“-Bericht auf bis zu 7,2 Milliarden Euro geschätzt.
Deutschland und Frankreich hatten Anfang der Woche die Einigung auf eine Beteiligung des Bundes verkündet. Aktuell halten der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann jeweils 50 Prozent an KNDS.
Der französische Anteil soll im Zuge eines Börsengangs auf 40 Prozent sinken, der Bund übernimmt einen Anteil in derselben Höhe von der Wegmann-Familie. Die restlichen 20 Prozent sollen an die Börse gebracht werden.
Der „Spiegel“ berichtete, der Kaufpreis für die 40 Prozent an KNDS sei noch nicht festgelegt. Bund und Eigentümerfamilien hätten sich auf eine „Kaufpreisformel“ verständigt, zitierte das Magazin aus vertraulichen Unterlagen für den Haushaltsausschuss.
Die Formel basiere auf dem Ausgabepreis für die Aktien „zuzüglich eines marktüblichen Paketaufschlags“ und berücksichtige außerdem die weitere Kursentwicklung.
KNDS ist aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter hervorgegangen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch seinen Börsengang angekündigt.
Ein genauer Termin dafür ist derzeit noch offen, in einer geheimen Vorlage des Bundesverteidigungsministeriums ist aber von Anfang Juli die Rede.
KNDS stellt neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch Artilleriesysteme, Schützenpanzer und Munition her. In Deutschland unterhält das Unternehmen elf seiner weltweit 34 Standorte.
Werke gibt es unter anderem in Hamburg, den nordrhein-westfälischen Städten Remscheid und Mühlheim an der Ruhr und im thüringischen Ebeleben. In Frankreich gibt es zehn KNDS-Standorte. (afp/red)
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Bericht: Lufthansa erwägt Grounding von bis zu 40 Maschinen

Die Lufthansa bereitet sich wegen der sich zuspitzenden Treibstofflage offenbar auf das Grounding von bis zu 40 Flugzeugen vor. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf interne Äußerungen von Konzernchef Carsten Spohr.
Bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Freitag sagte Spohr demnach, binnen 72 Stunden sei aus dem teuren Kerosin ein Verfügbarkeitsproblem geworden.
An immer mehr Flughäfen drohe der Treibstoff knapp zu werden. Erste Airports in Asien verweigerten bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen.
Der Vorstand habe am Freitagmorgen zwei Krisenpakete in Auftrag gegeben, hieß es. Paket eins kürzt das Sitzplatzangebot um 2,5 Prozent – rund 20 Maschinen. Vorsorglich werde ein zweites Paket über fünf Prozent vorbereitet, welches etwa 40 Flugzeugen entsprechen würde.
Treffen würde es zuerst die ältesten Spritschlucker wie den Airbus A340 und die Boeing 747-400. Entschieden sei das Grounding noch nicht, hieß es. Mögliche Streichungen würden frühestens im dritten Quartal greifen, womöglich erst im Winter.
Obwohl die Fluglinie rund 80 Prozent des Treibstoffs zu Festpreisen abgesichert hat, beziffert Spohr die kriegsbedingte Mehrbelastung laut „Spiegel“ auf etwa 1,5 Milliarden Euro.
Das für dieses Jahr geplante Wachstum von vier Prozent sei wahrscheinlich nicht mehr zu halten, hieß es weiter. (dts/red)
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Bericht: VW plant bis zu 100.000 Stellenstreichungen

Der Autokonzern Volkswagen will einem Medienbericht zufolge bis zu 100.000 Stellen streichen. In Deutschland sollen vier Werke geschlossen werden, wie das „Manager Magazin“ am Freitag unter Verweis auf Insider berichtete. Zudem plant VW-Chef Oliver Blume demnach, die Kernmarke Volkswagen in ein neues Unternehmen auszugliedern.

Vier deutsche Werke betroffen

Dem Bericht zufolge ist der Jobabbau weltweit geplant. In Deutschland wären Werke in Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm betroffen. Der Konzern verspricht sich davon Milliarden-Einsparungen.
VW hatte 2025 einen Einbruch des Nettogewinns um fast die Hälfte verzeichnet und hatte deshalb in diesem Frühjahr bereits Stellenstreichungen bis 2030 im Umfang von 50.000 angekündigt.
Ende 2024 hatte der Konzern mit den Gewerkschaften einen Stellenabbau in Deutschland um 35.000 bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW.
Die Arbeitnehmervertreter des Autoherstellers kündigten angesichts des Medienberichts unmittelbar Widerstand an.
„Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen“, erklärten die IG-Metall-Chefin Christiane Benner, die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo, und der Tarifverhandlungsführer der IG Metall bei VW, Thorsten Gröger, gemeinsam. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern.“ (afp/red)
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Ifo: Unternehmen bauen vermehrt Stellen ab

Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt haben sich wieder eingetrübt. „Die Unternehmen planen, wieder vermehrt Stellen abzubauen“, meldete das Münchner Ifo-Institut. Das von ihm erhobene Beschäftigungsbarometer sank im Juni um 1,6 auf 92,3 Punkte. Das ist einer der schlechtesten Werte seit der Corona-Pandemie.
„Der Arbeitsmarkt bleibt schwach“, sagte Experte Klaus Wohlrabe. „Von einer nachhaltigen Belebung der Beschäftigung ist Deutschland derzeit noch weit entfernt.“ Im Mai war das Barometer noch ein gutes Stück gestiegen, nun ging es wieder abwärts.
Besonders schlecht sind die Aussichten in der Industrie und im Handel. Der Anteil der Unternehmen, die Jobs abbauen wollen, überwiegt den Anteil der Unternehmen, die Jobs aufbauen wollen, dort um jeweils rund 18 Prozentpunkte. Immerhin hat sich das Barometer in der Industrie minimal verbessert. Im Handel nimmt der Personalabbau der Umfrage zufolge allerdings wieder stärker zu. Das Teilbarometer sank hier um 3,2 Punkte.
Auch bei den Dienstleistern gab das Barometer deutlich nach. Dort überwiegen die Unternehmen mit Abbauplänen diejenigen mit Aufbauplänen jetzt um 4,9 Prozentpunkte – vor einem Monat gab es noch etwas mehr Aufbau- als Abbaupläne. Besonders schwierig bleibt die Lage laut Ifo bei den Leiharbeitsfirmen sowie im Tourismus.
Im Baugewerbe sind den Münchner Wirtschaftsforschern zufolge kaum Veränderungen geplant. Die Unternehmen wollten ihren Personalbestand weitgehend konstant halten. (dpa/red)
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ver.di kündigt Warnstreiks bei Kaufland an

Im Tarifkonflikt im Handel hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für Donnerstag, 25. Juni, Tausende Beschäftigte vor allem von Kaufland zu Warnstreiks aufgerufen.
Die Gewerkschaft rechne mit rund 6500 Streikenden bundesweit, sagte die ver.di-Bundesfachgruppenleiterin für den Einzel- und Versandhandel, Corinna Groß, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Schwerpunkt sind laut ver.di „unter anderem Filialen des Handelskonzerns Kaufland, der zur Schwarz-Gruppe gehört“.
„Bei diesem Konzern wird das Missverhältnis zwischen hohen Gewinnen und niedrigen Löhnen besonders deutlich: Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb Kaufland seine Beschäftigten nicht mit fairen Entgeltsteigerungen am Erfolg beteiligt“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer.
Kaufland-Vertreter säßen in vielen Landesbezirken mit an den Verhandlungstischen, daher habe das Unternehmen „ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und ist für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich“.
ver.di fordert für die Beschäftigten im Handel sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die nächsten Verhandlungstermine sind am Freitag für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg. (afp/red)
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EU will Vorschriften bei Darstellung von Energielabel lockern

Die EU plant die Vorschriften für die Darstellung von Energielabeln bei elektronischen Geräten und Reifen zu lockern. So könnten bei bestimmten Produkten künftig elektronische Regaletiketten für Angaben über die Energieeffizienz ausreichen. Das schlägt die EU-Kommission vor.
Bisher war dies nicht zulässig. Allgemein will die EU digitale Darstellungen besser nutzen und Veränderungen an den Labeln künftig vereinfachen.

Im Handel zwischen Unternehmen reicht ein QR-Code

Etwa bei Heiz-, Kühl und Küchengeräten, die direkt von einem Installateur oder Küchenhändler und nicht im Geschäft gekauft werden, soll das Energielabel als Bestandteil des Vertragsangebots angezeigt werden.
Bei Produkten, die ausschließlich zwischen Unternehmen gehandelt und nicht in Geschäften verkauft werden, soll künftig ein QR-Code ein gedrucktes Etikett ersetzen können.
Für Reifen schlägt die Kommission vor, dass beim Verkauf eines Neuwagens die vorgeschriebene Anzeige des Energielabels für Reifen wegfällt.
Zudem schweben der Kommission Ergänzungen zu den derzeitigen Regelungen vor. Demnach sollten einige neuere Labels, darunter jene für Smartphones, auch Informationen zur Haltbarkeit und Reparierbarkeit liefern.

A bis G, grün bis rot

Nach Angaben der Kommission würden sich durch die Änderungen Einsparungen von rund 100 Millionen Euro jährlich für Unternehmen ergeben. Der Vorschlag ändere jedoch nichts am Hauptzweck des Labels, nämlich den Verbrauchern „klare, vergleichbare Informationen zu geben, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können“, erklärte die Kommission.
Das EU-Energielabel zeigt die Energieeffizienz anhand der Buchstaben A bis G sowie die farbliche Abstufung von Grün bis Rot an.
Die Europaabgeordnete Andrea Wechsler (CDU), Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, begrüßte den Kommissionsvorschlag. Entscheidend seien „weniger Doppelmeldungen, mehr digitale Optionen und klare Regeln für Mittelstand, Hersteller, Handel und Marktüberwachung“, erklärte sie. (afp/red)
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wirtschaft

EU genehmigt Millionen-Beihilfe für deutsche Halbleiterproduktion

Die Europäische Kommission hat eine deutsche Beihilfe in Höhe von 76 Millionen Euro genehmigt, um das Münchner Start-up Quantum Diamonds beim Bau einer neuen Produktionsstätte für Halbleiter-Testsysteme zu unterstützen.
Das teilte die Brüsseler Behörde mit. Die Maßnahme soll im Einklang mit dem europäischen Chip-Gesetz die Position und Autonomie der EU in der Halbleiterwertschöpfungskette stärken.

Es geht um neue Quantensensoren

Deutschland hatte das Projekt „IPF-ATEST“ zur Genehmigung eingereicht, welches die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher Mess- und Inspektionssysteme für die Halbleiterindustrie umfasst.
Diese Systeme basieren auf neuartigen Quantensensoren, die hochauflösende und dreidimensionale Inspektionen moderner Chips ermöglichen. Es wird die erste Produktionsstätte dieser Art in der EU sein. Die Beihilfe wird als direkter Zuschuss gewährt.
Die Beihilfe sei „erforderlich und geeignet“, um die Resilienz der europäischen Halbleiter-Lieferkette zu gewährleisten, hieß es. Zudem habe die Maßnahme „weitreichende positive Auswirkungen“ auf das europäische Halbleiter-Ökosystem und stärke die Versorgungssicherheit in Europa.
Das Unternehmen würde die Investition ohne öffentliche Unterstützung nicht in Europa tätigen, schrieb die EU-Kommission weiter. Die Höhe der Beihilfe richte sich zudem nach einer nachgewiesenen Finanzierungslücke.

Mehr Halbleiter für die EU

Das Unternehmen hatte im Dezember einen Investitionsplan in Höhe von 152 Millionen Euro bekanntgegeben, um die Produktionsstätte aufzubauen.
Das Unternehmen habe sich unter anderem verpflichtet, bei Engpässen Aufträge vorrangig zu erfüllen, in der Frühphase einen Teil der Anlage Start-ups und akademischen Laboren zur Verfügung zu stellen und potenzielle projektbezogene Gewinne, die über die derzeitigen Erwartungen hinausgehen, mit Deutschland zu teilen.
Die Verpflichtungen sollen sich positiv auf die Halbleiter-Wertschöpfungskette der EU auswirken, indem die Versorgung gesichert werde und Arbeitskräfte qualifiziert werden.
Die EU-Kommission prüft standardmäßig, ob geplante Beihilfen durch Mitgliedstaaten an Unternehmen den europäischen Wettbewerb verzerren könnten. In diesem Fall machte sie keine Bedenken geltend. (dts/dpa/red)
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Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr auf höchstem Stand seit 2013

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Studie des Verbands der Vereine Creditreform gab es 12.900 Pleiten und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch bei den Privatpersonen stiegen die Insolvenzzahlen demnach weiter, um 2,3 Prozent auf 38.800 Fälle.
„Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde“, erläuterte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrick-Ludwig Hantzsch.
Der erhoffte Konjunkturaufschwung sei durch die monatelange Blockade der Straße von Hormus bisher ausgeblieben.

Betroffene haben „überdurchschnittlich hohe Ausfälle“

Der Pleite-Höhepunkt ist nach Einschätzung von Creditreform noch nicht erreicht. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027“, erklärte Hantzsch.
Insolvenzgläubiger, darunter Lieferanten, Kreditgeber und Sozialversicherungsträger, mussten den Angaben zufolge „überdurchschnittlich hohe Ausfälle“ hinnehmen.
Die Schadenssumme infolge von Unternehmensinsolvenzen belief sich laut Creditreform im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren zudem betroffen. (afp/red)
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Kleinunternehmer kürzen Gehalt, statt Kredit aufzunehmen

Wenn das Geld knapp wird, schnallen Kleinunternehmer in Deutschland und anderen europäischen Ländern lieber den eigenen Gürtel enger, anstatt sich frisches Kapital von außen zu besorgen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Finanzdienstleisters Qonto. Für diese befragte das Institut im Frühjahr 2026 knapp 1.700 Firmeninhaber in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Der persönliche Preis für die Unabhängigkeit

Fast die Hälfte (46 Prozent) der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten das eigene Gehalt gekürzt oder gar komplett ausgesetzt, um den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten.
Deutschland liegt bei diesem Wert exakt im Durchschnitt. Besonders hart trifft es Gründer in der Anfangsphase. Bei Unternehmen, die erst sechs bis zwölf Monate am Markt sind, klettert dieser Anteil auf 71 Prozent.
45 Prozent der befragten europäischen Unternehmen haben noch nie auf eine externe Finanzierung zurückgegriffen. In Deutschland und Spanien ist dieser „Abstinenzwert“ mit jeweils 50 Prozent am höchsten.

Schulden gelten als Makel

Die Finanzierungslücke sei nicht nur auf mangelnde Angebote zurückzuführen, sondern habe tiefgreifende kulturelle und psychologische Ursachen. In der Studie heißt es: „Schulden sind oft mit Scham besetzt und gelten als Makel.“
Der Untersuchung zufolge sehen 36 Prozent der Kleinunternehmer die Aufnahme von Fremdkapital als klares Zeichen für eine schlechte finanzielle Unternehmensführung an. In Deutschland beträgt dieser Wert 27 Prozent, in Frankreich ist er mit 41 Prozent am höchsten.
Bei der Vermeidung des Kredits spielt die Angst vor Kontrollverlust eine wesentliche Rolle. Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) fürchtet, durch externe Geldgeber in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt zu werden.
Dahinter verbirgt sich ein starkes Unabhängigkeitsstreben. 77 Prozent der Befragten sagen, wie stolz sie darauf seien, ihr Unternehmen gänzlich ohne Hilfe von außen zu führen.
In Deutschland geben 62 Prozent der Unternehmen ohne Finanzierung schlichtweg an, keinen Bedarf für Kredite zu sehen – der höchste Wert im Vergleich der vier EU-Länder. (dpa/red)