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Trassenstreit im Fernverkehr: Italo lehnt Start-Verschiebung in Deutschland ab

Frankfurt/Berlin: Der italienische Fernverkehrs-Anbieter Italo drängt auf einen zeitnahen Markteintritt in Deutschland und lehnt Verzögerungen ab. Vorstandschef Gianbattista La Rocca wies Vorschläge zurück, den für 2028 geplanten Start des privaten ICE-Konkurrenten wegen ungeklärter Trassenfragen um drei Jahre zu verschieben.
Gegenüber dem Handelsblatt betonte er, dass das Unternehmen bereits seit über 15 Monaten an den Plänen arbeite, eine deutsche Gesellschaft gegründet und mehr als 25 Millionen Euro investiert habe.

Ultimatum bis Ende Juni wegen Siemens-Zügen

Der Kern des Streits liegt in der geforderten Planungssicherheit. Italo verlangt von der Bundesnetzagentur eine verbindliche Trassenzusage für zehn bis fünfzehn Jahre.
Bislang vergibt die Deutsche Bahn bzw. die Infrastrukturtochter DB InfraGO Schienenwege weitgehend im jährlichen Turnus. Für private Investoren stellt dies ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar.
Die Entscheidung drängt: Italo fordert eine Klärung bis Ende Juni. Grund dafür sind Vorverträge mit dem Hersteller Siemens für den Bau der Hochgeschwindigkeitszüge.
Da sich das Produktionsfenster im Werk demnächst schließt, wurde die Fertigung bereits um zehn Monate aufgeschoben. Jede weitere Verzögerung gefährde das gesamte Vorhaben bezüglich Zeitplan, Kosten und Strategie.

Deutsche Bahn verweist auf EU-Reformen

Seitens der Deutschen Bahn wird das Vorhaben des neuen Konkurrenten zurückhaltend kommentiert. Aus dem Staatskonzern verlautete, dass die europäische Trassenvergabe im Jahr 2031 ohnehin grundlegend reformiert werde.
Es sei daher fraglich, kurz vor diesem Termin ein neues Vergabemodell einzuführen. Italo will den Druck auf die deutschen Regulierungsbehörden nun erhöhen, um einen rechtzeitigen Start zu sichern. (dts/red)

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