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Deutschland gegen Paraguay unterlegen?


In Kürze:

  • Für Deutschland geht es am Montagabend um 22:30 Uhr deutscher Zeit in Boston gegen Paraguay. Das ZDF überträgt live.
  • Erstmals findet im Rahmen einer Fußball-WM ein Sechzehntelfinale statt. Dadurch umfasst die K.-o.-Phase maximal 5 statt 4 Spiele.
  • Die DFB-Elf kommt mit 6 Punkten als Gruppenerster aus der Vorrunde, schwächelte jedoch zuletzt gegen Ecuador. (1:2).
  • Paraguay schloss die Gruppe D mit 4 Punkten aus je einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage als Gruppendritter ab.
  • Laut Rudi Völler „müssen [wir] uns keine Sorgen machen“. Andere Fußballexperten warnen vor den „Weiß-Roten“ aus Südamerika.

 
82.500 Zuschauer fasst das für Fußball umgebaute Stadion der NFL-„Boston Gunners“ in Foxborough, einem Vorort von Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. Damit ist es genauso groß wie das Westfalenstadion in Dortmund. Hier treffen am Montag um 22:30 Uhr deutscher Zeit – das ist 16:30 Uhr Ortszeit – Paraguay und Deutschland aufeinander.
Spielbaum der WM 2026 (Stand 28.6.): Das nächste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft findet am Montag, 29.6., statt.

Spielbaum der WM 2026 nach Ende der Gruppenphase: Gewinnt Deutschland gegen Paraguay, kommt der nächste Gegner aus einem Nachbarland.

Foto: ts/Epoch Times mit Material von iStock

Um es gleich vorwegzusagen: „La Albirroja“ – die Nationalelf von Paraguay – ist keine Top-Mannschaft und gilt als chancenlos für den Titel der Fußball-WM. Für ihre Verhältnisse sind die „Weiß-Roten“ genannten Nationalspieler des kleinen südamerikanischen Landes mit dem Einzug ins Sechzehntelfinale schon weit gekommen.
Wenn dennoch namhafte deutsche Fußballreporter und Fußballexperten vor diesem Team warnen, dann sagt das mehr über den Zustand der deutschen Mannschaft aus als über die Südamerikaner.

Harte Erinnerung, zarte Gegenwart

Dass die DFB-Elf Probleme hat, zeigt sich in Aussagen, die man so gar nicht über eine deutsche Nationalmannschaft kennt. So berichtete etwa die BILD, „Ein Großteil der Mannschaft habe große Probleme, gegen physisch starke Spieler in den Zweikämpfen zu bestehen“.
Doch auch international treibt die Spielweise von Kimmich und Co. ungewohnte Blüten: Die Deutsche Nationalelf wird in anderen Sprachen auch „Panzer“ – auf Deutsch – genannt, in Anlehnung an die stumpfe Wirksamkeit eines Panzers, der stur geradeaus über ein Schlachtfeld fährt, ohne sich unterwegs aufhalten zu lassen. Damit sind wir namenstechnisch nicht weit entfernt von der schottischen „Tartan Army“, der haitianischen „Grenadiere“ und den „Blauen Samurai“ aus Japan. Anders als in diesen Ländern kennt hierzulande jedoch kaum einer den Spitznamen, geschweige denn verwendet ihn.
Auf den Fußball übertragen heißt dies: Die deutschen Spieler haben generell den Ruf, mit überlegener Kraft, technischer Effizienz und hoher Disziplin auch überlegene Gegner bezwingen zu können.
Unvergessen in der Fußballgeschichte bleibt die Szene, in der Bastian „Schweini“ Schweinsteiger im WM-Finale 2014 eine blutende Platzwunde unter dem rechten Auge erlitt, am Spielfeldrand notdürftig genäht wurde, auf das Feld zurückkehrte und Deutschland zum Weltmeistertitel führte. „Schweinis“ unermüdlicher Kampfgeist mit dem blutenden Gesicht im Finale gilt bis heute als symbolisch für die Stärke deutscher Nationalmannschaften schlechthin.
Und jetzt? Der Bundestrainer Julian Nagelsmann jammerte nach dem verlorenen Gruppenspiel gegen Ecuador: „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren. Wir müssen den Ball früher spielen, um Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen.“ Ungeachtet der Vieldeutigkeit von „Körperlichkeit“ meint Nagelsmann damit wohl: Die Jungs sind nicht fit genug und physisch anderen Mannschaften unterlegen. Die Zahlen unterstützen dies. Laut dem Fußballportal „90min“ hatten gegen Ecuador sieben Feldspieler eine negative Zweikampfbilanz.

„Kinder-Fußball“ statt unbändiger Siegeswille gegen Ecuador

Woran mangelt es – etwa im Vergleich zur Mannschaft von 2014? Toni Kroos, einer der Helden von damals, bemängelt: „Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen, dass wir in der Lage sind, gut und eklig zu verteidigen. Das machen wir noch nicht.“ Und weiter: „Wir brauchen [Stürmer Jamal] Musiala und [Mittelfeldspieler Florian] Wirtz in Topform – Das haben wir nicht.“ Wenn sich nicht beides ändere, gehe es nicht mehr lange gut, ist Kroos überzeugt, der Kraft und Kampfgeist vermisst.
Der langjährige Bundesliga-Reporter Carlos Ubina stellte in einem Beitrag „Schwächen in allen Mannschaftsteilen“ fest. „Torwart, Abwehr, Mittelfeld, Angriff – überall haperte es.“ Und er ist mit dieser Einschätzung nicht allein:
Nationalspieler Deniz Undav, Profispieler beim VfB-Stuttgart, gab nach dem verlorenen Spiel gegen Ecuador zu, dass die deutsche Mannschaft auch ein mentales Problem habe: „Ich hatte das Gefühl, dass sie [die Ecuadorianer] es mehr wollten als wir, die waren griffiger. Bei denen ging es noch um alles. Und ja, daraus müssen wir lernen“, wird Undav von der Stuttgarter Zeitung zitiert.
Deniz Undav (#26) traf gegen die Elfenbeinküste doppelt. Nach der Niederlage gegen Ecuador sprach der Stürmer des VfB Stuttgart von einem mentalen Problem in der Mannschaft.

Deniz Undav (#26) traf gegen die Elfenbeinküste doppelt. Nach der Niederlage gegen Ecuador sprach der Stürmer des VfB Stuttgart von einem mentalen Problem in der Mannschaft.

Foto: Cole Burston/AFP via Getty Images

Markus Babbel, ehemaliger deutscher Nationalspieler, geht sogar so weit, der aktuellen DFB-Elf vorzuhalten: „Das ist so ein bisschen Kinder-Fußball.“ Seine Begründung: „Wir können als Mannschaft nicht verteidigen. Das liegt aber nicht an den Abwehrspielern, sondern am Kollektiv. Uns fehlt leider die Spielkontrolle und ein besseres Defensivverhalten. Wenn du jedes Mal ein, zwei Gegentore bekommst, dann hast du keine Chance, weit zu kommen.“

Paraguay für Deutschland schon immer ein starker Gegner

Nur etwa 7 Millionen Menschen wohnen in Paraguay. Kein Wunder, dass der Dschungel- und Steppenstaat eher selten an Fußballweltmeisterschaften teilnimmt. Das letzte Mal war im Jahr 2010, als die damalige Mannschaft in Südafrika den Einzug ins Viertelfinale schaffte. Nun spielt Paraguay wieder auf der großen Fußballweltbühne mit.
Als es noch kein Sechzehntelfinale gab, und das Achtelfinale direkt auf die Gruppenspiele folgte, traten Deutschland und Paraguay schon einmal bei einer WM gegeneinander an: 2002 in Südkorea. Erst zwei Minuten vor Spielende gelang damals Oliver Neuville der Siegtreffer zum 1:0. In einem Freundschaftsspiel im Jahr 2013 in Kaiserslautern lag die deutsche Mannschaft sogar früh mit 0:2 zurück. Mit Müh und Not schaffte sie es am Ende 3:3.

DFB-Elf „klar favorisiert“

Dennoch gibt sich die ARD-Sportschau überzeugt, dass das deutsche Team dieses Mal „klar favorisiert“ sei, „zumal die Südamerikaner mit personellen Problemen zu kämpfen haben“. Aber haben wir das nicht auch?
Richtig ist, dass sich der als Profi in England unter Vertrag stehende Verteidiger Omar Alderete gegen Australien eine Verletzung zugezogen hat. Ob er am Montag antreten kann, ist noch unklar. Der 1,90 Meter große Alderete ist einer der wenigen seiner Mannschaft, der die Deutschen kennt. Von Oktober 2020 bis August 2022 stand er bei Hertha BSC unter Vertrag und trat für 17 Spiele in der Bundesliga an.
Auch der Einsatz von Ramón Sosa, der in England für Nottingham Forest unter Vertrag steht, ist noch unklar. Er hatte sich bereits in den ersten Minuten beim Auftaktspiel gegen die USA eine Knöchelverletzung zugezogen. Seine aktuelle körperliche Verfassung liege derzeit bei sechzig Prozent, berichtete die größte paraguayische Tageszeitung „ABC Color“.

Paraguay geschwächt aber optimistisch

Und dann noch ein „erzwungener“ Ausfall: Das Glanzlicht der „Albirroja“ ist der Mittelfeldspieler Diego Gómez. Er hat jeweils gegen die USA und gegen Australien eine Gelbe Karte kassiert. Da das Spiel gegen Australien das letzte Gruppenspiel war, bedeutet dies für Gómez laut Regeln der Internationalen Fußballorganisation FIFA, dass er für das nächste Spiel – und das ist gegen Deutschland – gesperrt ist.
Zwei andere paraguayische Spieler mit Gelber Karte wurden für das Spiel gegen Deutschland wieder freigegeben. Grund: Beide erhielten in den ersten beiden Gruppenspielen eine Gelbe Karte und waren deshalb für das letzte Gruppenspiel gegen Australien gesperrt. Nach einem gesperrten Spiel werden die Gelben Karten gelöscht.
Paraguays Spieler posieren für ein Mannschaftsfoto for dem Gruppenspiel gegen die USA.

Paraguays Spieler posieren für ein Mannschaftsfoto vor dem Gruppenspiel gegen die USA.

Foto: Patrick T. Fallon/AFP via Getty Images

Insgesamt war die Vorrunde für die Mannschaft von der Südhalbkugel nicht sonderlich erfolgreich. Paraguay schaffte es als siebtbester Drittplatzierter nur knapp, sich zu qualifizieren.
In seinen Gruppenspielen patzte es mit 1:4 gegen die mittelmäßige US-Mannschaft. Gegen das stärkere Team aus Australien, das sich Platz zwei der Gruppe D erspielte, gelang ein glanzloses 0:0-Unentschieden. Lediglich gegen die ebenbürtige Türkei setzte sich Paraguay mit einem 1:0-Sieg durch.

Die USA sicherten sich als eine der ersten Nationen den Einzug ins Sechzehntelfinale. Australien belegt dank des besseren Torverhältnisses Rang 2 der Gruppe D. Auch Paraguay ist weiter und trifft im 3. Spiel der K.-o.-Phase auf Deutschland.

Foto: ts/Epoch Times

„ABC Color“ gibt sich dennoch optimistisch vor dem Spiel gegen Deutschland: „Auch wenn der europäische Gigant mit seinen Toren Angst und Schrecken verbreitet, ist er nach der Niederlage gegen Ecuador angeschlagen und hat damit gezeigt, dass er nicht unbesiegbar ist.“

Rudi Völler: „Müssen uns keine Sorgen machen“

Angesprochen auf die körperliche Verfassung der deutschen Nationalelf sagte der ehemalige Nationalspieler und DFB-Sportdirektor Rudi Völler am 27. Juni in den USA vor der Presse: „Ich glaube nicht, dass wir uns darüber Sorgen machen müssen.“
Am Montag werde das Spiel gegen Paraguay „ganz anders sein“ als gegen Ecuador. „Da geht es um alles. Wir wissen auch, dass es gegen eine Mannschaft geht, die tief steht und sehr körperlich agiert. Aber wir haben auch Spieler im Kader, die das absolut gewohnt sind, wie zum Beispiel Flo[rian Wirtz] oder Kai [Havertz], die werden richtig gut dagegenhalten“, ist sich Völler sicher.
Rudi Völler wurde mit der deutschen Nationalelf 1990 Weltmeister bei der WM in Italien. Gehen wir also davon aus, dass sein Optimismus für Montag fundiert ist.
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deutschland wirtschaft

Panzerkonzern KNDS plant zwei neue Werke in Deutschland

Der deutsch-französische Panzerkonzern KNDS plant den Aufbau von zwei zusätzlichen Produktionsstätten in Deutschland. Das kündigte der Deutschlandchef des Unternehmens, Florian Hohenwarter, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an.
„In Deutschland werden wir nach jetziger Planung noch zwei zusätzliche Produktionsstätten aufbauen“, sagte Hohenwarter. Man spreche mit Unternehmen und schaue sich mögliche Standorte an. Berichte, wonach KNDS das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde übernehmen werde, bestätigte er nicht.

Arbeitskräfte gesucht

Hohenwarter kündigte einen deutlichen Produktionshochlauf an. „Wir werden mittelfristig viermal so viele Boxer und Artillerie, dreimal so viele Leoparden und doppelt so viele Pumas herstellen“, sagte er.
Durch diesen Hochlauf werde sich die Belegschaft von KNDS Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln, es würden also 4.000 bis 5.000 Mitarbeiter dazukommen.
Doch selbst bei guten Bewerberzahlen – vor vier Jahren hatte man nach Hohenwarters Angaben 6.000 Bewerbungen im Jahr, vergangenes Jahr waren es 60.000 – werde das organische Wachstum nicht reichen, um den Hochlauf zu bewältigen, so der KNDS-Manager.

Radfahrzeug-Werk und Schweiß-Werk

Ein Standort werde sich der ganzen Produktionskette vom Rohbau bis zum fertigen Fahrzeug widmen, in dem Fall mit dem Schwerpunkt Radfahrzeuge, also Boxer, sagte Hohenwarter der FAZ weiter.
Der zweite Standort werde schwerpunktmäßig ein Schweißstandort sein, ähnlich wie das kürzlich vom Bahnhersteller Alstom übernommene Werk in Görlitz. Diese Werksübernahme sei für ihn beispielgebend für den Aufbau neuer Produktionsstätten. Man müsse „Industriezweige transformieren, also bestehende Ökosysteme nutzbar machen“, erklärte er.

Sind Panzer bei Drohnen überflüssig?

Die Produktion von Panzern ist eine Kernkompetenz von KNDS. Auf die Frage, ob es diese Produkte überhaupt noch brauche, wo doch im Ukrainekrieg vor allem Drohnen gefragt seien, antwortete Hohenwarter, es brauche sie und er wehre sich gegen die Behauptung, hierbei handele es sich um alte Technik.
Im Ukrainekrieg zeige sich, dass Kampfpanzer, Artillerie und geschützte Radfahrzeuge „eine unverändert hohe Relevanz auf dem Gefechtsfeld“ hätten. Die Fähigkeiten des Menschen in militärischen Fahrzeugen würden auf lange Sicht weiter unerlässlich sein. (dts/red)
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ausland

Moskau meldet ukrainische Drohnenangriffe und droht mit „Vergeltungsschlag“

Trotz der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau haben Russland und die Ukraine ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. Russland meldete am Donnerstag, 7. Mai massive ukrainische Drohnenangriffe.

Die Ukraine hatte Moskau zuvor beschuldigt, eine einseitig von Kiew ausgerufene Feuerpause zu ignorieren. Der Kreml bestätigte derweil, dass Russland anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten am Wochenende ab Freitag eine zweitägige Waffenruhe einhalten werde.

347 Drohnen abgefangen: Waffenruhe-Angebote scheitern

Die Ukraine und Russland meldeten neue Angriffe der Gegenseite. In der westrussischen Grenzstadt Brjansk wurden nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Angriff 13 Menschen verletzt. In der Stadt Dnipro im Osten der Ukraine wurde nach Angaben der örtlichen Behörden ein Mensch verletzt.
Die russische Armee fing laut Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau von Mittwochabend bis zum frühen Donnerstagmorgen insgesamt 347 Drohnen ab. Diese Zahl ist vergleichsweise hoch.
Sowohl Moskau als auch Kiew hatten für diese Woche einseitige Waffenruhen angekündigt. Kiew bezeichnete die von Russland für Freitag und Samstag ausgerufene Feuerpause angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Ukraine als „blanken Zynismus“.
Das Gegenangebot Kiews, ab Mittwoch die Waffen ruhen zu lassen, blieb von Moskau unbeantwortet. „Es gab keine russische Reaktion darauf“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag.

Selenskyj droht mit Vergeltung – Russland bestätigt einseitige Feuerpause

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gedroht, sein Land werde „entsprechend reagieren“, falls Moskau die von Kiew ausgerufene Waffenruhe missachte.
Er warf Russland massive Verstöße gegen die Feuerpause vor. Bereits am Dienstag hatte die russische Armee die Ukraine mit Angriffen überzogen. Mindestens 28 Menschen wurden dabei nach ukrainischen Angaben getötet.
Kreml-Sprecher Peskow bestätigte am Donnerstag die einseitige Waffenruhe anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. „Ja, wir sprechen vom 8. und 9. Mai“, sagte er auf die Frage, ob die Feuerpause um Mitternacht Moskauer Zeit (23.00 Uhr MESZ) in Kraft trete.

Siegesparade ohne Panzer: Russland fürchtet ukrainische Angriffe

Russland hält am Samstag die traditionelle Parade zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg ab.
Aus Angst vor ukrainischen Angriffen sollen bei den Feierlichkeiten anders als in den vergangenen Jahren aber keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät in Moskau auffahren.
Die russischen Sicherheitsdienste bereiteten sich auf die Parade vor, insbesondere mit Blick auf die „terroristische Bedrohung“ durch die Ukraine, sagte Peskow.

Ukraine greift russisches Hinterland an – Moskau droht mit Vergeltung

Die ukrainische Armee hatte in den vergangenen Tagen russische Städte weit hinter der Front mit Drohnen attackiert.
Der Kreml-Sprecher kündigte zudem weitere Internetblockaden in Moskau an. Diese seien nötig, um die Sicherheit der Einwohner zu gewährleisten.
Das russische Außenministerium hatte am Mittwoch mit einem „Vergeltungsschlag“ gedroht, falls die Ukraine die Gedenkfeiern zum Weltkriegsende stören sollte.
Moskau rief ausländische Botschaften in Kiew auf, ihr Personal vorsorglich in Sicherheit zu bringen.

EU bleibt in Kiew – „Keine Änderung unserer Präsenz“

Die Europäische Union kündigte am Donnerstag, 7. Mai an, sie werde ihre Botschaft in Kiew nicht räumen. „Wir werden weder unsere Haltung noch unsere Präsenz ändern“, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel.
„Die öffentlichen Drohungen Russlands, Kiew anzugreifen, sind Teil seiner rücksichtslosen Eskalationstaktik“, fügte er hinzu.
Das Auswärtige Amt ließ eine Anfrage zu den russischen Drohungen zunächst unbeantwortet. (afp/red)
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wirtschaft

Wachstum bei Rheinmetall verlangsamt sich

Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges und der politischen Unstimmigkeiten mit den USA kann der Rüstungskonzern Rheinmetall weiter deutlich zulegen. Die zuvor steile Wachstumskurve wird allerdings flacher, wie Unternehmenszahlen zum Jahresauftakt-Quartal zeigen.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres wuchsen der Umsatz um acht Prozent auf 1,9 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro.
Der Zuwachs lag zwar auf einem hohen Niveau, er war aber deutlich schwächer als im ersten Quartal 2025. Damals konnte die Firma im Umsatz und Ergebnis noch um jeweils etwa die Hälfte zulegen.
Der Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger.

Der Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger (Archivbild).

Foto: Shireen Broszies/dpa

Konzernchef Armin Papperger zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. „Wir konnten uns gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahresquartal weiter steigern“, sagte er.
„Insbesondere für das zweite Quartal 2026 erwarten wir ein stärkeres Wachstum beim Umsatz und beim Auftragseingang, wo wir mit großvolumigen Beauftragungen im Marine- sowie im Fahrzeugbereich rechnen.“
Rheinmetall stellt inzwischen auch Schiffe her, unlängst wurde die Marinesparte der Bremer Werften-Gruppe Lürssen hinzugekauft. Deren Geschäftszahlen werden seit März in die Rheinmetall-Zahlen reingerechnet, in dem Monat steuerte die neue Marinesparte einen Umsatz von 77 Millionen Euro bei.

Management bestätigt Jahresziel

Am positiven Ausblick für das Gesamtjahr hält das Rheinmetall-Management fest. Der Jahresumsatz soll um etwa die Hälfte steigen und die Geschäfte sollen profitabler werden. Der Verwaltungssitz der Waffenschmiede ist in Düsseldorf und sein größtes Werk im niedersächsischen Unterlüß, wo mehr als 4.000 Menschen für die Firma tätig sind.
Das Rheinmetall-Drohnenboot ist 8,5 Meter lang. (Archivbild)

Das Rheinmetall-Drohnenboot ist 8,5 Meter lang. (Archivbild)

Foto: Marcus Brandt/dpa

Rheinmetall stellt Panzer, Munition, Militärlastwagen, Flugabwehrsysteme, eine digitalisierte Infanterie-Schutzausstattung, Drohnen und Schiffe her – damit versteht sich die Firma als sogenannter Komplettanbieter, der alle Militärstreitkräfte beliefern kann.
In Neuss soll dieses Jahr die Produktion von Satelliten beginnen, deren Aufklärungsbilder an die Bundeswehr und andere Nato-Streitkräfte verkauft werden. Das Unternehmen hat rund 34.000 Beschäftigte.
Die Angestellten des zivilen Bereichs – also die Herstellung von Autoteilen – sind hierbei rausgerechnet, da der Bereich zum Verkauf steht. Auch im veröffentlichten Umsatz ist die Kfz-Sparte nicht mehr enthalten. (dpa/red)