Strand in Griechenland. (Archivbild) - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa
In Griechenland sind Beschäftigte aus dem Tourismus-, Gaststätten- und Baugewerbe in den Streik getreten. Sie fordern unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.
Etwa 1500 Demonstranten versammelten sich am Mittwoch, 24. Juni, vor dem Arbeitsministerium in Athen und protestierten gegen die „Hungerlöhne“ in den wirtschaftlichen Schlüsselbranchen des Landes.
Tourismus auf Rekordkurs
Griechenlands Tourismussektor hatte 2025 mit fast 38 Millionen Übernachtungen das dritte Rekordjahr in Folge verzeichnet.
Der Arbeitnehmervertreter der Hotel-Kette Marriott in Griechenland, Giorgos Chatzousas, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zahl der Mitarbeiter im Tourismus schrumpfe Jahr für Jahr, während die Zahl der Besucher steige.
„Die Arbeit wird immer mehr und die Gehälter kommen nicht nach. Eine Reinigungskraft, die hunderte Zimmer putzt, die für 250 Euro die Nacht vermietet werden, verdient nicht mehr als 1000 Euro im Monat.“ Mit diesen Gehältern sei angesichts stetig steigender Kosten kein würdevolles Leben möglich, sagte Chatzousas. Der Mindestlohn beträgt in Griechenland derzeit 910 Euro im Monat.
Auch Bauarbeiter legen Arbeit nieder
Neben Mitarbeitern in der Tourismusbranche sind auch Beschäftigte in der Baubranche in den Ausstand getreten, insbesondere auf der großen Ellinikon-Baustelle in einem Athener Vorort, wo auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens ein Luxus-Komplex mit Wohnungen, Hotels und einem Geschäftszentrum entsteht.
Die Gewerkschaft der Arbeiter fordert bessere Sicherheitsstandards auf der Baustelle und wehrt sich gegen steigenden Druck zur Fertigstellung des umstrittene Bauvorhabens. (afp/red)
Drei Tonnen mit Salmonellen verseuchtes Hühnerfleisch aus Brasilien wurde kurzlich in Griechenland abgefangen. - Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP/Getty Images
In Kürze:
Salmonellenfund in Hühnerfleisch-Lieferung aus Brasilien in Griechenland
Wiederholte Beanstandungen brasilianischer Tierprodukte in der EU
EU verschärft Importvorgaben wegen Antibiotika-Regeln
Die Ankunft einer Lieferung gefrorenen Hühnerfleischs aus Brasilien hat in Griechenland einen Gesundheitsalarm ausgelöst. Kontrolleure wiesen in 80 Prozent der analysierten Proben Salmonellen nach. Der Vorfall, der auf einer Pressekonferenz des Panhellenischen Verbandes der öffentlichen Geotechniker bekannt gegeben wurde, ereignete sich bereits Anfang Mai, kurz nach dem vorläufigen Inkrafttreten des umstrittenen Handelsabkommens Mercosur am 1. Mai.
Aufgrund der Dauer des Seetransports – von Brasilien nach Griechenland dauert er zwischen 20 und 45 Tagen – lässt sich daher nicht exakt sagen, ob die Lieferung bereits unter die Bedingungen des Abkommens fiel. Laut Verband analysierten Veterinärlabore in Agia Paraskevi am Stadtrand von Athen die Proben und stellten fest, dass fast drei Tonnen kontaminiert waren.
Die Lieferung wurde umgehend zurückgesandt, wie die Agrarplattform „tridge“ auf ihrer Internetseite meldete. Der Verband kritisiert zudem, dass die griechischen Veterinärdienste unter massiver Personalnot litten. So seien nur etwa 40 Prozent der vorgesehenen Stellen besetzt.
Die brasilianische Vereinigung für tierische Proteine, die Brazilian Association of Animal Protein, hat zu dem Vorfall bislang keine Stellung genommen.
Wiederholte Beanstandungen und neue EU-Importverbote für Brasilien
In den vergangenen Monaten und Vorjahren wurden wiederholt einzelne Sendungen von Lebensmitteln aus Brasilien, insbesondere Geflügelprodukte, wegen Salmonellenbefall und anderen gesundheitsbedrohenden Problemen beanstandet und an den EU-Grenzen zurückgewiesen. Das zeigt ein Blick auf das „Rapid Alert System for Food and Feed“ (RASFF) – das europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel. Es dient dazu, gesundheitsgefährdende Produkte schnell zwischen allen EU-Staaten zu melden, um sie vom Markt zu nehmen oder an der Grenze zu stoppen.
Weil Brasilien die Anforderungen zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung bislang nicht einhält, dürfen ab dem 3. September 2026 bestimmte tierische Produkte aus dem südamerikanischen Land nicht mehr in die EU exportiert werden. Unter anderem gehören neben Geflügel und Eiern auch Rindfleisch dazu. An diesem Tag treten neue EU-Vorschriften in Kraft.
Die EU untersagt den Einsatz von Antibiotika in der Tier- und Geflügelhaltung, wenn diese ausschließlich dem schnelleren Wachstum oder einer höheren Produktion dienen. Zudem dürfen Tiere nicht mit Wirkstoffen behandelt werden, die der Humanmedizin vorbehalten sind. Um gleiche Bedingungen für europäische Landwirte und Importeure zu gewährleisten, verlangt die EU von Handelspartnern detaillierte Angaben zum Einsatz antimikrobieller Mittel in der Tierhaltung.
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen betonte: „Unsere Landwirte gehören weltweit zu denen mit den strengsten Gesundheits- und Antimikrobialstandards. Es ist daher nur konsequent, dass importierte Waren denselben Anforderungen entsprechen.“ Nach Angaben der Kommission konnte Brasilien bislang nicht überzeugend nachweisen, dass seine Produktionssysteme die EU-Vorgaben einhalten.