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Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Eine Tote und fünf Verletzte

Bei einer Rave-Veranstaltung ist in der Schweiz eine 22-jährige Frau durch einen oder mehrere Schüsse getötet worden. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren seien teils schwer verletzt worden, berichtete die Kantonspolizei Aargau.
Alle Opfer hätten ihren Wohnsitz in der Schweiz, so die Behörden weiter. Ein oder mehrere Täter hatten am frühen Sonntagmorgen zahlreiche Schüsse abgegeben. Das Motiv für das Geschehen ist noch unklar. Nach dem oder den Tätern wurde intensiv gefahndet.
Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden. Aarau im Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden.
Nach dem Vorfall war auch die Polizei auf deutscher Seite an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze.

Polizisten sichern am 30. August 2026 in Aarau in der Nordschweiz den Bereich hinter einem Plakat ab, auf dem für eine Rave-Party geworben wird.

Foto: Harold Cunningham/AFP via Getty Images

Tausende wurden zum Event auf Rennbahn erwartet

Tatort war das Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins. Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus.
„Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Massnahmen einzuleiten“, schrieb der Verein in einer Mitteilung.
Die Veranstalter hatten rund 3.500 Personen erwartet, wie es auf der Website hieß. Wie viele Personen zum Zeitpunkt der Schüsse auf dem Gelände waren, blieb vorerst unklar. „Das Eventgelände rund um die grösste Rennbahn der Schweiz bietet eine Location, die spezieller nicht sein könnte“, hatte der Veranstalter den „grössten Rave in der Nordwestschweiz“ im Vorfeld beworben.

DJ tief betroffen

Nach den nächtlichen Schüssen im schweizerischen Aarau hat sich der DJ der betroffenen Veranstaltung geäußert. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“
Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an.
Augenzeugen sagten der „Blick“, sie hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. Anschließend seien viele Besucher der Technoparty in eine nahegelegene Turnhalle geflüchtet. Ein Zeuge sprach von „Schusssalven“.
Auf einem Video, das eine Einwohnerin von Aarau in Onlinenetzwerken veröffentlichte, sind menschenleeren Straßen zu sehen, während im Hintergrund offenbar mehrere Schüsse zu hören sind.

Schüsse statt Feuerwerk

Eine andere Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden.
„Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung. Das Ganze habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
„Die

Die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Die Feuerwehr sperrte das Gebiet großräumig ab. Neben der Kantonspolizei und der Feuerwehr sind mehrere Rettungsdienste vor Ort. Ebenfalls wurde das Kantonale Katastrophen Einsatzelement des Kantons Aargau aufgeboten. (afp/dpa/red)
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Spektakulärer Ausbruch: Häftling floh über das Dach

Mit einem hollywoodreifen Ausbruch ist ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener am frühen Morgen gegen 3:20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.
Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann habe einen der Gitterstäbe vor dem Fenster seiner Zelle im dritten Stock des Gebäudes auf bisher unklare Art entfernt – möglicherweise durchgesägt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen.

Außen über die Fassade auf das Dach – und weg

Zuvor müsse er außen über die Fassade vom dritten in den vierten Stock geklettert sein und auch noch die Sicherung der Dachkante überwunden haben, sagte der Sprecher.
„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort in der Anstalt und habe die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.

Häftling wurde zu sechs Jahren verurteilt

Der Mann saß laut Ministerium wegen des Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (dpa/red)
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Spektakulärer Ausbruch in NRW: Häftling floh über das Dach

Mit einem hollywoodreifen Ausbruch ist ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener am frühen Morgen gegen 3:20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.
Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann habe einen der Gitterstäbe vor dem Fenster seiner Zelle im dritten Stock des Gebäudes auf bisher unklare Art entfernt – möglicherweise durchgesägt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen.

Außen über die Fassade auf das Dach – und weg

Zuvor müsse er außen über die Fassade vom dritten in den vierten Stock geklettert sein und auch noch die Sicherung der Dachkante überwunden haben, sagte der Sprecher.
„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort in der Anstalt und habe die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.

Häftling wurde zu sechs Jahren verurteilt

Der Mann saß laut Ministerium wegen des Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (dpa/red)
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Schüsse in der Schweiz – was wir wissen und was nicht

Bei einer Veranstaltung im schweizerischen Aarau sind in der Nacht Schüsse gefallen. Es gibt mehrere Opfer, die laut Polizei Besucher auf einem Rave-Festival auf einer Pferderennbahn gewesen waren.

Was wir wissen

  • Zeitpunkt: Bei einer Veranstaltung in Aarau in der Schweiz sind in der Nacht Schüsse gefallen.
  • Opfer: Nach vorläufigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau gibt es ein Todesopfer und fünf Verletzte. Einige wurden schwer verletzt. Die Opfer sind laut Polizei Besucher eines Rave-Festivals.
  • Tatort: Tatort war die Pferderennbahn in Schachen, auf der zum Zeitpunkt des Geschehens laut Polizei ein Rave stattfand.
  • Einsatz: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Auch auf deutscher Seite ist die Polizei nach Angaben des Polizeipräsidiums Freiburg auch an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt.
  • Zeugen: Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Zeugen wurden von der Polizei aufgefordert Fotos und Videos des Vorfalls zur Verfügung zu stellen.

Was wir nicht wissen

  • Zusammenhang mit dem Festival: Bisher gibt es von den Behörden keine Angaben dazu, wo genau die Schlüsse fielen und welchen Zusammenhang es genau zu der Rave-Veranstaltung gab. Die Organisatoren haben sich noch nicht geäußert.
  • Täter: Wer geschossen hat, ist bislang nicht bekannt. Die Fahndung nach der Täterschaft läuft. Es ist bislang nicht bekannt, ob es einen oder mehrere Täter gab.
  • Opfer: Ob es weitere Opfer gibt, ist noch unklar.
  • Hintergrund: Warum die Schüsse fielen, die genauen Umstände und der Ablauf der Tat sind bisher noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

(dpa/red)
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Radikale, die diese Welt verneinen

Pazifismus und Gewaltlosigkeit sind zwei Erscheinungsformen desselben religiösen Prinzips der Weltverneinung (oder Weltüberwindung). Beide sind Sache der Spiritualität, nicht der Politik.
Wer das versteht, wird die Vertreter dieses religiösen Prinzips im politischen Raum nicht einfach als „Träumer“ verspotten. Diese Einsicht sollte aber auch denen zu denken geben, die tatsächlich zu Spott Anlass geben, indem sie behaupten, ihre Religion sei die beste Politik – denn sie ist gar nicht Politik und verliert, als solche missverstanden, den heilsamen Einfluss einer spirituellen Weisheit.

Gewaltlosigkeit ist extrem und radikal

Gewaltlosigkeit ist nur dann die richtige moralische Haltung, wenn es niemals eine Rechtfertigung für Gewaltanwendung gibt. Und der Pazifismus ist nur dann die richtige politische Position, wenn es niemals eine Rechtfertigung für Kriegshandlungen gibt. Die Sachlogik des Pazifismus wie der Gewaltlosigkeit ist dieselbe; sie ist sowohl extrem als auch radikal, das heißt prinzipiell nicht kompromissfähig mit dem üblichen Diskurs.
Bei uns wird im Zwischenmenschlichen auch da, wo keine gesetzlichen Vorgaben bestehen, Gewaltanwendung im Allgemeinen nicht völlig verurteilt. Wird man körperlich bedrängt, so ist es moralisch in Ordnung, Gewalt anzuwenden, um sich zu schützen; eskalieren Wortwechsel in traumatisierender oder ehrabschneidender Weise, so sind verbale und gestische Drohungen, in krassen Fällen auch sanfte körperliche Gewalt wie Festhalten oder Schubsen akzeptiert, um ernsthafte Gewalt zu verhindern.
All das fällt in unserer Kultur unter Stichworte wie „auf den Tisch hauen“ oder „jemandem beistehen“; anlässlich von Videos aus dem Nahverkehr spricht die Presse auch schon mal von der „Rettung“ eines Fahrgastes durch einen „Helden“.
Der Pazifismus ist dem allgemeinen politischen Diskurs ebenso fremd wie das Prinzip der Gewaltlosigkeit den normalen moralischen Diskussionen. Schon der Aufbau unserer Staaten dreht sich nur darum, wer Zwangsgewalt auch gegen den Körper warum und wie ausüben darf. Die Gewaltenteilung ist die Zuteilung des Rechts, Gewalt über die Beherrschten auszuüben. Gewaltlose und Pazifisten können schon Staaten nicht mögen.
Trotz des zwischenstaatlichen Gewaltverbots der UN-Charta sind aktuell weltweit viele Dutzend kriegerische Konflikte im Gange. Und die politische Diskussion dreht sich etwa in Sachen Ukraine, Iran und Palästina darum, unter welchen Bedingungen die Kriegshandlungen beendet werden könnten – nicht darum, ob sie prinzipiell erlaubt sind. Alle meinen, dass es rechtmäßige Kriegshandlungen geben kann.

Sind Pazifisten dumm?

Ernsthafte Vertreter von Gewaltlosigkeit und Pazifismus sind folglich dieser sozialen Welt fremd und werden in diesem Sinne von ihren Einwohnern zu Recht als „weltfremd“ bezeichnet. Sie gehen an die Wurzel, die Grundvoraussetzung des üblichen Diskurses in Moral und Politik, dass nämlich Gewalt manchmal gerechtfertigt ist, und bestreiten das.
Sie können in privaten Konflikten außer durch ihr mildes Beispiel keinen Einfluss nehmen – denn jemand, der pauschal jede Gewalt ablehnt, kann auch ein harsches Wort von Eltern an ihre Kinder nicht akzeptieren, dürfte den Sonntagskrimi gar nicht erst einschalten und wird nicht im Fußballstadion darüber jubeln, dass die „eigene“ Mannschaft eine andere „besiegt“.
In einen politischen Diskurs, der nur die Modalitäten von Gewaltanwendung verhandelt, ja der im Kriegsfall zur Propaganda-Show wird, in der die einen Bombenwerfer „menschenverachtende Kriegsverbrecher“ und die anderen „Verteidiger der Freiheit“ sein sollen, kann der Pazifist gar nicht erst eintreten.
Redet er doch mit, wird er einen fairen Interessenausgleich als Voraussetzung für Frieden ansprechen und Tatsachen zum Konflikt anführen. Schon an dieser Stelle hat der Pazifist Glück, wenn er nur als „Diktatorenversteher“ oder „Knecht“ irgendeiner Imperialmacht bezeichnet wird; sein Friedensappell wird als Parteinahme interpretiert. Der Pazifist kann tatsächlich nichts anderes zur Kriegsdiskussion beitragen als die Bemerkung, dass es diese Diskussion gar nicht geben dürfte.
Gewaltlose geben, so scheint es, jeden realen Einfluss auf Verlauf und Ausgang aktueller Diskussionen auf. Warum tun sie das? Ist so etwas für den Frieden zu erreichen? Sind die Prediger der Gewaltlosigkeit einfach dumme Leute?
Nein. Pazifisten wissen etwas, was die Allgemeinheit nicht weiß. Deshalb haben sie eine vernünftige Begründung dafür, dass Gewalt niemals gerechtfertigt sein kann – während alle anderen bloß rationale Gründe für ihre Gewaltausübung finden.

Verbundenheit über alles

Pazifisten glauben, dass die Welt etwas ist, das überwunden werden muss – und dazu muss unser Handeln dem richtigen Prinzip folgen. Gewaltlosigkeit ist ein moralisches Prinzip. Damit beansprucht es, ein Maßstab der Maßstäbe zu sein – ein Kriterium, das sich an alle menschengemachten Situationen und Verhältnisse anlegen lässt, um ihre Rechtmäßigkeit zu beurteilen.
Der Pazifist ist also jemand, der für sich eine letztgültige Einsicht gewonnen hat, der sich nun alles in der Welt beugen soll. Und dazu muss er über das Ganze der Welt und seinen Sinn oder Unsinn zu einem Urteil gelangt sein. Dazu muss er philosophieren oder religiös glauben, oder aber – auch eine Möglichkeit – eine Philosophie für sich als Religion, als letzte Rückversicherung, gelten lassen.
Was ist die letztgültige Einsicht des Pazifisten? Wir können sie erschließen, indem wir uns fragen, welche Absicht hinter der Forderung nach Gewaltlosigkeit steht. Gewalt entsteht, wenn jemand sein Interesse nicht durch Überzeugen und Kooperation durchsetzen kann, und dies nicht akzeptieren will.
Normale Leute und Realpolitiker verhalten sich manchmal so: Sie finden rationale Gründe für die Anwendung von Gewalt im Zwischenmenschlichen und unter Staaten. Sie achten Kooperation und Überzeugung durch Gründe im Zweifel geringer als die Durchsetzung ihres Interesses. Sie bleiben mit dem anderen nur so lange in Verbundenheit, wie es ihnen nützt.
Das Grundprinzip ist hier egoistisch: Es geht ihnen zwar um Sachen, aber um Sachen für sich. Das Einzige, was sich in dieser Mentalität im Konfliktfall nicht zu rechtfertigen hat, was also absolut gesetzt wird, ist die Befriedigung der eigenen Interessen.
Was wäre das nun für ein Mensch, der, nachdem seine Argumente und Kooperationsangebote nicht gefruchtet haben, auf sein Interesse verzichtet? Und der jedem Staatslenker raten würde, im Zweifel einen Angriff auf sein Land nicht abzuwehren? Denn das bedeutet es, Gewaltanwendung konsequent abzulehnen und damit den Gewalttätigen im Begegnungsfall (der kein Konfliktfall sein würde) das Feld zu überlassen.
Es müsste jemand sein, der etwas für wichtiger erachtet als jedes seiner eigenen Interessen und als jedes denkbare Interesse eines Staates. Der Gewaltlose entscheidet sich, die Verbundenheit mit dem anderen nie aufzugeben, auch wenn dieser ihn zu etwas nötigt, ihn verletzt oder anders beeinträchtigt. Verbundenheit muss der absolut gesetzte Wert des Pazifisten sein, ja noch mehr, eine als motivierend, als erhebend, als beglückend empfundene Verbundenheit: Liebe.

In Liebe die Welt überwinden

Ein Pazifist ist jemand, der sich in der Liebe sieht und in ihr bleiben wird, es komme, was da wolle. Jemand, der sich existenziell sicher ist, dass, wie Jesus, Nietzsche und der Buddha es fast in denselben Worten sagen, „Hass nie durch Hass, sondern durch Liebe zu Ende kommt“ und dass er selbst entweder durch Gott geliebt ist oder – die buddhistische Variante – durch die Kultivierung von Liebe zu allen Wesen sein Leid überwinden kann.
Es geht Pazifisten um die Gestaltung einer liebenden Seele, eines liebevollen Geisteslebens und – soweit sie können – einer liebevollen Gemeinschaft. Sie sind nicht Parteipolitiker. Solche Menschen können wir immer an einer oder zwei Händen abzählen.
Sie sind Radikale, die diese Welt, wie sie ist, verneinen und sie zur Vernunft der Liebe ermahnen, um derentwillen sie ihre rationalen Gründe für ihre Gewalt vergessen sollen. Es gibt solche Menschen fast nicht. Und doch scheinen sie es zu sein, um deren Beispiel dafür, was möglich ist, sich die Geschichte dreht.
Und ersparen wir den „Weltlingen“ unter uns diese Wahrheit nicht: Unter Pazifisten gibt es keinen Krieg. Folglich lautet die sittlich richtige Frage nicht, wann die Pazifisten endlich Gewalt zu akzeptieren lernen, sondern wie lange ich noch brauche, Pazifist zu werden.
Vom Autor: Der Bestseller „Im Moralgefängnis: Spaltung verstehen und überwinden“ von Michael Andrick ist erhältlich im Epoch Times Shop.
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Schüsse nahe Rave-Party in der Schweiz – Polizei: „Mehrere Opfer“

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit.
Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.
Örtliche Medien berichteten, der laufende Polizeieinsatz könne bedeuten, dass noch nach Verdächtigen gefahndet werde. Die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtete, dass die Schüsse vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“ gefallen seien.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen. (afp/red)
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Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Polizei: Ein Toter und fünf Verletzte

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Später meldete die Polizei einen Toten und fünf Verletzte.
Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit. Auf einem Video, das die Schweizer Zeitung „Blick“ veröffentlicht hat und das von der Nähe des Tatorts stammen soll, sind rund zehn Schüsse zu hören.
Demnach fielen diese vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“. Unklar ist, wer die Schüsse abgegeben hat. Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen.
Die Polizei bittet darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. (afp/dpa/red)
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Warum manche Nutzer den Kommentarbereich mehr lieben als den Artikel

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein relativ neues Genre von Internetinhalten herausgebildet. Man könnte es treffender als „Meta-Inhalte“ bezeichnen – also Inhalte über Inhalte. Ich beziehe mich auf die Kommentarbereiche unter YouTube-Videos, Nachrichtenartikeln und Social-Media-Beiträgen – eine chaotische Umgebung, die abwechselnd humorvoll, herzzerreißend und erschreckend ist.
„Ein Kommentar ist weit mehr als eine stille Erweiterung eines Beitrags – er offenbart das Wesen einer Community und deren Werte“, schrieb Laurent Francois, Kreativstratege und Social-Media-Experte für Luxus- und Lifestyle-Marken. „Er ist zu einem Medium innerhalb des Mediums geworden.“
Kommentarbereiche mit ihren schrägen Witzen, leidenschaftlichen Debatten und überraschenden Perspektiven sind zu einem so lebendigen Bestandteil des Online-Diskurses geworden, dass sie manchmal sogar den Hauptinhalt (den Nachrichtenbeitrag, den Social-Media-Beitrag oder das Video, aus dem sie hervorgegangen sind) in den Schatten stellen.

Was eine Studie herausfand

Eine aktuelle Studie der University of Texas at Austin belegte, was viele bereits vermutet hatten: Eine große Zahl von Internetnutzern interessiert sich mehr für den Kommentarbereich als für den Artikel oder das Video selbst.
Wie Corinne Purtill für das Magazin „Quartz“ berichtete: „Mehr als die Hälfte der Menschen, die Kommentare zu Nachrichtenbeiträgen hinterlassen, verbringen laut der Studie genauso viel oder mehr Zeit mit den Kommentaren als mit dem eigentlichen Beitrag. … Fast 20 Prozent geben zu, mehr Zeit im Kommentarbereich zu verbringen als mit dem Beitrag selbst.“
Zwar meiden die meisten Nutzer die Kommentarbereiche von Nachrichtenseiten (teilweise wegen ihrer potenziellen Boshaftigkeit), doch gibt es immer noch eine beträchtliche Minderheit, die den Artikel kaum liest, bevor sie sich in den Kommentarbereich stürzt, um ihre Meinung zu äußern. Nutzer, die mindestens einmal pro Woche Kommentare hinterlassen, waren der Studie zufolge eher Männer und Personen mit einem High-School-Abschluss.

Vom wertvollen Diskurs bis hin zur Schlangengrube

Der Kommentarbereich kann sogar für diejenigen attraktiv sein, die nicht vorhaben, ihre eigenen Ansichten zu teilen. Jeder dritte Nutzer überfliegt zumindest die Kommentare, auch wenn er nicht vorhat, selbst einen Kommentar zu hinterlassen. Ein Teil der Anziehungskraft hängt mit der Unvorhersehbarkeit dieser Bereiche zusammen. „Im besten Fall sind Kommentarbereiche blühende Beispiele für einen zivilisierten Diskurs“, schrieb Purtill. „Im schlimmsten Fall sind sie von Trollen befallene Gruben der Grausamkeit, Bigotterie und Ignoranz, in denen persönliche Angriffe und Beleidigungen als Dialog gelten.“
Als Autor bin ich sicherlich schon auf Fälle gestoßen, in denen Leser das, was ich geschrieben habe, völlig falsch interpretiert und mir die böswilligsten Absichten unterstellt haben. Gleichzeitig gab es zahlreiche Kommentatoren, die verstanden haben, was ich geschrieben habe, und mir dafür auf die freundlichste Art und Weise ihre Wertschätzung ausgedrückt haben. In Kommentarbereichen findet man beide Extreme.

Anonyme Offenheit

Die meisten von uns haben wahrscheinlich schon einmal einen Dialog in einem Kommentarbereich mit entsetztem Interesse, mit Gelächter oder vielleicht sogar mit einem echten Gefühl menschlicher Solidarität verfolgt. Manche Menschen zeigen sich in Kommentarbereichen überraschend verletzlich und berichten von tiefen persönlichen Kämpfen oder Verlusten.
Der Kommentarbereich wird teils auch dafür genutzt, ganz persönliche Einblicke zu geben. Foto: dusanpetkovic/iStock

Der Kommentarbereich wird teils auch dafür genutzt, ganz persönliche Einblicke zu geben.

Foto: dusanpetkovic/iStock

Wahrscheinlich gibt ihnen die relative Anonymität das Gefühl, sich online auf eine Weise öffnen zu können, wie sie es persönlich niemals könnten. Solche Kommentare sind kurz und gewähren flüchtige Einblicke in die verborgenen Sorgen, die wir mit uns tragen – normalerweise verborgen unter dem Mantel des Alltags und gesellschaftlicher Erwartungen. Online durchbrechen Offenheit und sogar Verletzlichkeit manchmal die Fassade.
Warum sind diese Online-Dialogräume so verlockend? Auf Reddit, dem „Kommentarbereich“ par excellence, schrieb ein Nutzer: „Warum willst du die Kommentare lesen? Wahrscheinlich, um menschliche Verbindung zu suchen, d. h., um die Leere der Einsamkeit zu füllen.“
Manche gehen aus Einsamkeit in die Welt der Kommentare. Foto: Aleksandr Golubev/iStock
Ein anderer Reddit-Nutzer meinte, der Grund, warum sich die Leute direkt den Kommentarbereichen zuwenden, sei, dass sie dadurch einen Dopamin-Kick bekommen. „Man wird durch das Neue belohnt (Dopamin-Schub!). Kommentare sind immer neu und anders, und manchmal sind sie sogar richtig, richtig gut (was EXTRA lohnend ist, da probabilistische Belohnungen beim Training noch besser wirken als sichere, kleine Belohnungen). Man wurde also darauf trainiert: ‚Wenn ich zu den Kommentaren nach unten scrolle, bekomme ich einen Dopamin-Schub.‘ Also scrollt man weiter.“
Eine andere weit verbreitete Meinung wird von einem dritten Kommentator in dem Reddit-Thread zum Ausdruck gebracht: „Mir ist klar geworden, dass ich in gewisser Weise sehen will, was andere denken, um meine eigenen Meinungen zu bestätigen, was völlig daneben ist.“

Der „Unterhaltungsteil“ unter dem Artikel

Manchmal sind die Kommentarbereiche einfach unterhaltsamer als der Inhalt selbst. Ein Beispiel dafür ist das Genre der absichtlich witzigen Amazon-Rezensionen. Dabei handelt es sich um offensichtlich übertriebene und absurde Scheinkritiken zu seltsamen Produkten auf Amazon, wie etwa einem UFO-Detektor, einer Pferdemaske und dem Buch „How to Avoid Huge Ships“ (dt. etwa: „Wie man großen Schiffen ausweicht“). Um diese Produkte hat sich eine kleine Kult-Anhängerschaft gebildet – nicht wegen der Produkte selbst, sondern wegen der zum Schreien komischen Kommentare dazu, bei denen jeder Nutzer versucht, die anderen an Kreativität und Humor zu übertreffen.
Für manche ist der Kommentarbereich eine ganz eigene Subkultur, in der sie Spaß mit Gleichgesinnten haben können. Foto: fizkes/iStock

Für manche ist der Kommentarbereich eine ganz eigene Subkultur, in der sie Spaß mit Gleichgesinnten haben können.

Foto: fizkes/iStock

Humor kann auch mit gesellschaftskritischen Anmerkungen, Satire oder politischem Widerstand verbunden sein. Ich habe einmal beobachtet, wie eine Gruppe von Tolkien-Fans die von Tolkien inspirierte Streaming-Serie von Amazon „The Rings of Power“, regelrecht verriss, indem sie abwegige Kommentare zu einer Reihe von YouTube-Trailern der Serie veröffentlichte.
Die Kommentatoren etablierten eine feste Formel, bei der sie eine absurde Sequenz, die in der eigentlichen Serie gar nicht vorkommt, als ihren „Lieblingsteil“ bezeichneten. Es war eine ausgeklügelte und spielerische Art, das zu verspotten, was Fans in der neuen Adaption als Untreue gegenüber Tolkiens Werk empfanden. Und es wurde unglaublich beliebt, sodass einige Kommentarbereiche unter „Rings of Power“-Videos fast ausschließlich aus diesen urkomischen, spöttischen Kommentaren bestanden.
„Der Rattenfänger von Hameln“ – eine alte deutsche Sage aus dem 13. Jahrhundert, wurde auch von den Gebrüdern Grimm aufgegriffen. Das Verschwinden von 130 Kindern der Stadt hatte in den ältesten Überlieferungen eher mit einem flötespielenden Verführer und später mit dem Teufel als mit einer Rattenplage zu tun. Märchen gehörten in der Vor-Internet-Ära zur Grundausstattung der Kindheit – eine Art Offline-Dopamin-Kick mit Lerneffekt. Heutzutage ist Unterhaltung oft mehr oberflächlicher Natur und schnelllebig. Foto: NGvozdeva/iStock

„Der Rattenfänger von Hameln“ – eine alte deutsche Sage aus dem 13. Jahrhundert, wurde auch von den Gebrüdern Grimm aufgegriffen. Das Verschwinden von 130 Kindern der Stadt hatte in den ältesten Überlieferungen eher mit einem flötespielenden Verführer und später mit dem Teufel als mit einer Rattenplage zu tun. Märchen gehörten in der Vor-Internet-Ära zur Grundausstattung der Kindheit – eine Art Offline-Dopamin-Kick mit Lerneffekt. Heutzutage ist Unterhaltung oft mehr oberflächlicher Natur und schnelllebig.

Foto: NGvozdeva/iStock

Digitale „Brotkrumen“ sammeln

Während ich mich von Video zu Video klickte und die Gegenreaktion der Fans auf die Serie verfolgte, beschäftigte ich mich mit dem, was Laurent Francois als „Kommentar-Surfen“ bezeichnet: „die Praxis, einem Kommentar-Faden von einem Video zum nächsten, von einem Account zum nächsten zu folgen, so als würde man Brotkrumen durch einen digitalen Wald verfolgen.“ Er erklärt: „Es ist nicht der Beitrag, der uns in seinen Bann zieht, sondern der Kommentar, der Neugier weckt und uns dazu anregt, ‚den Kontext‘ zu ergründen.“
Die Meta-Inhalte rund um die „Rings of Power“-Videos boten Tolkien-Fans einen Raum, sich miteinander zu vernetzen, sich gegen die kommerzielle Ausbeutung geliebter Literatur zu wehren und für Lacher zu sorgen. Kommentarbereiche wie jene unter den „Rings of Power“-Videos sind zu Mikrogemeinschaften geworden, mit eigenen Sprachen und Bräuchen. Mit Francois’ Worten: „Ein Kommentar ist ein Medium innerhalb eines Mediums. … Der Kommentar ist nicht mehr nur eine Reaktion – er ist ein Teil der kulturellen Weitergabe.“ Diese Weitergabe umfasst das Reflektieren und sogar das Verändern der Botschaft oder Geschichte, die im Primärinhalt enthalten ist. Kommentare „bereichern den Kontext, verdrehen Bedeutungen und erzählen Geschichten innerhalb der Geschichte.“

„Kommentarkultur“ als Produkt

Clevere Marken und Influencer haben begonnen, diese neue Form des Diskurses zu ihrem Vorteil zu nutzen und eine für ihre Produkte spezifische „Kommentarkultur“ zu entwickeln. Aus Marketingsicht können Kommentare ein wirkungsvolles Instrument sein, um das Publikum einzubinden, Meinungen zu mobilisieren und Markenimages aufzubauen. (Das sollte sich „Rings of Power“ zu Herzen nehmen.)
Die Höhen und Tiefen der Kommentarbereiche spiegeln eine Form der kulturellen Teilhabe wider, die nur im Internetzeitalter existieren kann. In kurzen, oft grammatikalisch fehlerhaften Einwürfen sehen wir die Menschlichkeit oft lebendiger zum Ausdruck kommen, als wir es im realen Leben tun würden – sowohl das Gute als auch das Schlechte.
Online-Kommentarbereiche haben zweifellos die Qualität des öffentlichen Diskurses verschlechtert und zu voreiligen Urteilen, irrationalen persönlichen Angriffen und alarmistischen Klagen geführt. Aber sie bieten auch Raum für bürgerschaftliches Engagement, gesellschaftliche Kommentare sowie menschliche Solidarität und Mitgefühl in einem schrägen, unvorhersehbaren Format.
Es ist ein wilder Ort – der Dschungel der Internetkommentare. Aber es überrascht wohl kaum, dass manche Menschen sich mehr zu diesem widerspenstigen Gewirr hingezogen fühlen, in dem sowohl die Blumen als auch die Dornen der Menschheit zur Schau gestellt werden, als zu dem Artikel oder Video, um das es sich dabei eigentlich dreht.

Ob durch Influencer oder andere Unternehmen: Zunehmend wird auch die Kommentarwelt profitorientiert erschlossen.

Foto: ronstik/iStock

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Some Users Care More About the Comments Section Than the Article“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Wenn trotz ungeahnter Übereinstimmung alles aus dem Lot läuft

Das negative Mediensentiment gegen das Merz-Kabinett wird weniger.
Kaum hatte Schwarz-Rot im vergangenen Jahr gestartet, da dominierte schon der Vorwurf des „Betrugs“. Die sonst üblichen 100 Tage Einarbeitungszeit schienen nicht zu gelten. Zwölf Monate überboten sich die meisten Journalisten im Spiel „Wer findet die meisten Haare in der Suppe“. Das gipfelte im Mai dieses Jahres, als Kanzler Merz von deutschen Leitmedien selbst im Vergleich mit dem Medienimage von Russlands Präsident Wladimir Putin schlechter dargestellt wurde.
Doch jetzt nach der Sommerpause sind die Trenddaten in Sachen Wirtschaftsaufschwung nicht länger zu verdrängen – mit dem Resultat, dass dies am Ende natürlich auch auf das Konto der Amtsinhaber einzahlen wird.
Die spannende Frage: Erreicht dieser Umschwung in der Auswahl, welche Fakten und wie dem Wahlvolk präsentiert werden, den Souverän, der im September erst in Sachsen-Anhalt, dann in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern seine Entscheidung trifft?

Verblüffende Ergebnisse

Die aktuelle „Common Sense Index“-Umfrage verblüfft: Wer die Ergebnisse der Schlüsselfrage („Glauben Sie, dass Ihr Bundesland gesellschaftlich und politisch derzeit eher auf einem guten
Weg oder eher nicht auf einem guten Weg ist?“) nach Parteizugehörigkeit auswertet, sieht Zustimmung für den eingeleiteten Wandel von CDU über SPD, Grüne bis zur FDP. Im Verhältnis von 60:40.
Da die Anhänger der AfD dies jedoch extrem anders sehen (18:82) und dies von denen, die sich bislang noch nicht einer bestimmten Partei zuordnen lassen wollen, geteilt wird (26:74), liegt der Gesamtwert zum Sommer allerdings bei 39:61.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Für alle Wahlkämpfer ist entscheidend: Seit dem Zweiten Weltkrieg hellen sich die Einschätzungen auf, sobald der Wahlkampf in die entscheidenden letzten zwei bis drei Wochen kommt.
Dann wird bei Umfragen mehr nachgedacht, weil es nicht mehr um Denkzettel, sondern um das reale eigene Leben in den kommenden Jahren geht. Dabei bieten die Ergebnisse der Medienanalyse wie auch der frischen Umfrage zu „Common Sense“ und Meinungsfreiheit weitere Überraschungen.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Hohe Übereinstimmung

Zum einen zeigen die Daten, dass nicht nur die Menschen in Berlin, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern, sondern alle Deutschen in wichtigen Fragen in hohem Maße übereinstimmen. Bei einer Zustimmung von über 90 Prozent legen alle beispielsweise höchsten Wert auf:
  1. Die Wahrnehmung der eigenen Ansichten wie auch die des politischen Gegners
  2. Die Sehnsucht, das eigene Leben sicher planen zu können
  3. Sicherheit sowie Gestaltungsfreiheit für das eigene Leben
  4. Heimatverbundenheit – so ist der Stolz auf die Heimat ungebrochen
Ob es um den Ausbau des Energieangebotes – unter anderem auch unter Einbeziehung moderner KKW (dem bundesweit inzwischen 59 Prozent der Deutschen zustimmen) – geht, um die Reduktion der Zahl gesetzlicher Krankenkassen von derzeit 93 auf 10 (bundesweit 64 Prozent Zustimmung), um die Reduktion der Gewalt gegen Frauen (bundesweit 60 Prozent Zustimmung), um die Intensivierung der Reformen im Gesundheitssektor (bundesweit 67 Prozent Zustimmung) oder um die Inflationsbekämpfung, Alterssicherung und soziale Sicherheit: Über 20 konkrete Politikfelder wurden vor der Wahl abgefragt und zeigen, dass die Deutschen mehr eint als trennt.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Selbst die Umfragen zum Gesamtkomplex „Was ist typisch deutsch?“ liefern umfangreiche Impulsdaten, die eine gut vorbereitete Diskussion ermöglichen: Denn nahezu keine der vermeintlichen Bedrohungen (Migration, Globalisierung, Digitalisierung und demographischer Wandel) liefert besorgniserregende Werte.
Als Max Weber Politik als „das Bohren dicker Bretter“ umschrieb, warnte er nicht nur diejenigen, die für die unterschiedlichen Parteien als Repräsentanten nach errungenem Mandat über Kompromisse das Leben möglichst vieler zu verbessern versuchen. Er sprach auch diejenigen an, die über dieses Arbeiten informieren.

Dominanz des Negativen

Wenn insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Medien seit Jahrzehnten mit einem Anteil von um die 40 Prozent Beitrag für Beitrag das Negative dominiert, wenn insbesondere die Volksvertreter, die als Repräsentanten der Menschen mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent vor allem als Versager und raffgierige Egoisten vermittelt werden, wenn die Leistungsträger in Medizin, Bildung und vor allem Wirtschaft kaum zu Wort kommen, dann entsteht ein Grundklima, das weder von gutem Willen noch von Hoffnung oder gar Respekt geprägt ist.
Nach über 40 Jahren in diesem Metier würde ich nicht so weit gehen, dass dies bewusst geschieht. Viele der ausgestrahlten Beiträge verdienen Aufmerksamkeit. Aber bei Wirkungsfragen gilt für Medien die Erfahrung aus der Medizin. Die Dosis entscheidet darüber, ob das beabsichtigte Ziel erreicht oder verfehlt wird. Und der Sound, den ARD, Deutschlandradio und ZDF ohne Not seit mehr als 20 Jahren verbreiten, ähnelt sehr den Sprüchen bei der AfD oder der Linke.

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Es geht aber nicht allein um den ÖRR, der seit 40 Jahren wissenschaftlich unterlegt seine Funktionsaufträge zu Vielfalt, Integration, Konvergenz und Vorbild eher verfehlt als erfüllt.

Vorwürfe gegen Springer

Es geht auch um Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer SE, Dr. Mathias Döpfner, laut wurden. Allein die Diskussion darüber, ob ein Verleger einen Politiker zu einem bestimmten Verhalten auffordert und bei Nichtberücksichtigung mit entsprechend negativer Berichterstattung bedroht, ist gefährlich.
Die Grafik zeigt jedoch, dass die Vorwürfe gegen Springer nicht zu 100 Prozent aus der Luft gegriffen sind. Mittlerweile rudert „BILD“ teilweise wieder zurück.

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Entsprechend gilt es – wie wie beim ÖRR – auch bei den privaten Medien das Gespräch zu starten, ob in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich überall noch die Standards des Journalismus eingehalten wurden.
Das gilt insbesondere im Zusammenhang mit der Darstellung von Meinungsumfragen – die in den meisten Fällen eher Medienreflexe sind als Ergebnis eigenständiger Urteilsbildung. Dass der europäische Verband der Meinungsforscher auf vermehrte Fehldarstellungen hingewiesen hat, könnte ebenfalls zum Nachdenken beitragen.
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Expertenanalyse: Buckelwal-DNA-Daten doch identisch

Im Juli hatte es großes Rätselraten um vermeintliche Erkenntnisse zu Buckelwal Timmy aus der Analyse zweier Gewebeproben gegeben. Nun bestätigt die Auswertung eines Experten, dass es sich bei dem tot vor der dänischen Insel Anholt angespülten Tier tatsächlich um den in einer Art Becken Richtung Nordsee transportierten Timmy handelte.
Die beiden analysierten Datensätze wiesen rund 99,91 Prozent Übereinstimmung auf, was bedeute, dass sie „praktisch identisch“ seien, teilte der Molekulargenetiker Bertram Brenig von der Universität Göttingen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Andere Fachleute bestätigten, dass es sich bei einem solchen Grad an Übereinstimmung um ein und dasselbe Tier handele.
Brenig äußerte sich nicht zur Herkunft der untersuchten Proben und auch nicht dazu, ob sie sachgemäß behandelt wurden. Seine Analyse beziehe sich rein auf die zur Verfügung gestellten DNA-Daten.

Verwirrende Aussagen

Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies, die der privaten Initiative zum Transport des Wals angehört hatte, hatte bei einer Pressekonferenz im Juli erklärt, sie habe Gewebeproben des Wals – vom Schiff und von der Insel Anholt – von einem chinesischen Labor auswerten lassen.
Die Abweichungen seien so groß, dass die DNA nicht einmal von derselben Tierart stammen könne, sagte sie, erklärte aber zugleich, von DNA-Analysen keine Ahnung zu haben.
Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls zur Initiative gehört hatte, hatte darauf bezogen direkt betont, sie habe keinerlei Zweifel daran, dass der tot vor Anholt angespülte Wal derjenige war, der zuvor von der Ostsee-Insel Poel aus Richtung Nordsee gebracht wurde. „Er hat Merkmale, die ich auf Anholt erkannt habe.“ Zudem sei sie dabeigewesen, als Taucher den Tracker vom Wal abnahmen.
Hinzu kommt, dass die Daten des von der Initiative angebrachten und ausgewerteten Senders klar zeigten, dass der Wal nach dem Aussetzen wieder Richtung Ostsee schwamm. Kurz vor Anholt erlosch das Signal – ein Tracker sendet nur an der Wasseroberfläche, sinkt das Tier tot auf den Grund, gibt es keine Übertragung mehr.
Der Buckelwal war am 3. März in Wismar gesichtet worden. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt und strandete später mehrfach erneut.
Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis die Initiative am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde es am 2. Mai im Skagerrak ausgesetzt. Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde das Buckelwal-Weibchen tot vor Anholt angespült. (dpa/red)
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Sozialreformen: 81 Prozent der Deutschen sorgen sich um ihre Absicherung

Die laufenden Debatten über Reformen des Sozialsystems führen zu einer massiven Verunsicherung in der Bevölkerung. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sorgen sich 81 Prozent der erwachsenen Deutschen um ihre soziale Absicherung. 42 Prozent der Menschen schränken demnach deswegen ihren privaten Konsum ein, was die Binnennachfrage schwäche.
Die Studie beruht auf einer repräsentativen Online-Befragung von rund 4.000 Menschen in Deutschland im Alter von 18 bis 75 Jahren im Zeitraum vom 17. Juni bis 13. Juli. Aus der Umfrage geht laut IMK auch hervor, dass 76 Prozent der Befragten die geplanten oder teilweise schon beschlossenen Maßnahmen ablehnen. 55 Prozent äußerten sich sogar stark ablehnend.
Konkret beziehen sich diese Aussagen den Angaben zufolge auf folgende möglichen oder beschlossenen Reformmaßnahmen: Erhöhung des Renteneintrittsalters, Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung, Leistungskürzungen bei der Pflegeversicherung und Streichung der Entgeltfortzahlung am ersten Krankheitstag. Besonders ausgeprägt ist demnach die Ablehnung von Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung mit Anteilen von 83 beziehungsweise 85 Prozent aller Befragten.
„Dies deutet darauf hin, dass die Bevölkerung dem bestehenden Niveau der sozialen Absicherung einen hohen Stellenwert beimisst“, erklärten die Studienautoren Jan Behringer, Sebastian Dullien und Lukas Endres. „Insgesamt zeigen die Umfrageergebnisse, dass die aktuelle Debatte über Reformen des Sozialstaats an sich zu einem Wachstumsrisiko für die deutsche Wirtschaft und zugleich zu einem politischen Risiko für die Bundesregierung geworden ist“, warnten sie weiter.

Reformdebatte bremst den Konsum

Zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien gibt es bei den Ergebnissen der Befragung Unterschiede, einheitlich ist aber die mehrheitliche Ablehnung der Reformmaßnahmen. Bei Union und FDP fällt diese mit 51 beziehungsweise 62 Prozent knapper aus. Besonders stark ist die Ablehnung mit Werten deutlich über 80 Prozent bei Linkspartei, BSW und AfD. Bei Grünen und SPD sind es jeweils rund 75 Prozent.
Sorgen wegen der eigenen sozialen Absicherung sind laut Umfrage bei unter 30-Jährigen mit einem Anteil von 92 Prozent besonders groß. Bei höherem Alter sind ebenfalls erhebliche Sorgen vorhanden, aber in etwas geringerem Ausmaß. Von den Befragten, die angaben, sie machten sich „große Sorgen“ um ihre finanzielle Absicherung sagten rund 71 Prozent, sie würden ihren Konsum bereits zurückfahren. (afp/red)
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Notfallteam kommt nach tödlichem Angriff auf Schulcampus

Nach dem tödlichen Angriff an einer Schule nahe Berlin kommt heute ein Notfallteam des Schulamts auf den Campus. Schulpsychologische Fachkräfte werden Schülern und Lehrern der Schule in Gosen-Neu Zittau unterstützend zur Seite stehen, wie das Bildungsministerium in Brandenburg mitteilte.
Auch die Notfallseelsorge wird wieder vor Ort sein. Bereits am Donnerstag waren acht bis neun Vertreter an der Schule in Ostbrandenburg und sprachen mit Betroffenen. „Wir versuchen, ein Schutzraum zu sein“, sagte Stefan Baier von der Notfallseelsorge Brandenburg im „RBB-Spezial“.
Bei der Gewalttat waren am Donnerstag eine Frau und ein Mann getötet worden. Ein 19 Jahre alter Deutscher gilt als Tatverdächtiger und wurde vorläufig festgenommen. Bei dem männlichen Opfer soll es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um den Hausmeister der Schule handeln, bei der Frau um die Ex-Freundin des Tatverdächtigen. Der RBB schrieb, sie sei eine Schülerin und 18 Jahre alt gewesen.
Neben der Privatschule auf dem Docemus-Campus befindet sich auf demselben Gelände auch eine öffentliche Grundschule. Das Schulamt habe dem privaten Träger sofort Unterstützung angeboten, hieß es aus dem Ministerium. Der Unterricht in der Grundschule werde am Freitag nicht regulär stattfinden, die Kinder würden psychologisch betreut.

Notfallseelsorger betreuen Schüler und Lehrer

Nach der Tat kümmerten sich Notfallseelsorger um Schüler sowie Lehrer und Angehörige. Einige Minderjährige wurden noch am späten Nachmittag in der Turnhalle betreut, bis ihre Eltern sie abholten.
Viele Fragen zur Tat sind weiterhin ungeklärt – die Ermittlungsbehörden hielten sich nicht nur mit Informationen zu den Opfern zurück, sondern machten auch keine Angaben zum Motiv oder zur Tatwaffe. In einem Schreiben rief die Polizei dazu auf, sich bei Hinweisen zur Tat bei ihr zu melden.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach den Angehörigen und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus. „Bei einem furchtbaren Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land.“ (dpa/red)
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Waldbrände haben nur in Ausnahmefällen natürliche Ursachen

Nur ein sehr geringer Anteil der Waldbrände in Deutschland hat Versicherungsexperten zufolge natürliche Ursachen. Soweit ermittelt werden könne, sei sehr häufig menschlicher Leichtsinn oder böser Wille die Ursache, sagt Alexander Lührig, Leiter der Allianz Agrarversicherung, unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
In nur rund drei Prozent aller Fälle hat demnach ein Feuer im Wald natürliche Ursachen. Der größte deutsche Versicherer sieht wegen der Trockenheit ein deutlich erhöhtes Risiko großer Waldbrände. „Der Klimawandel zündet keine Wälder an, er legt das Brennmaterial bereit“, sagt Lührig. „Und dann brennt es schneller und heißer.“

Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer – und Brandstiftung

Die amtlichen Zahlen für das Jahr 2025: Drei Prozent der Waldbrände hatten eine natürliche Ursache, meist Blitzschlag. In fast der Hälfte der Fälle (46 Prozent) konnten die Ursachen nicht geklärt werden.
In 27 Prozent aller Fälle war Fahrlässigkeit die Ursache, in 19 Prozent Vorsatz. Zieht man nur die aufgeklärten Fälle in Betracht, haben 95 Prozent der Waldbrände menschliche Ursachen, wie Lührig erläutert. „Wo sie geklärt wird, ist es fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung.“

Feuer dieses Sommers Folge einer mehrjährigen Entwicklung

Die Feuer dieses Sommers sind nach Einschätzung des Allianz-Managers Folge einer Verkettung von Krisen über mehrere Jahre hinweg. „Trockenheit schafft ideale Bedingungen für den Borkenkäfer“, sagt Lührig – die Insekten hatten in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts hohe Schäden angerichtet und in mehreren Bundesländern große Fichtenbestände zum Absterben gebracht.
„Die geschädigten Bäume hinterlassen Totholz, während Hitzestress Gräser, Nadeln und andere Feinmaterialien absterben lässt“, sagt Lührig. Damit sammelt sich leicht entzündlicher Brennstoff auf dem Waldboden. „Wenn dann die nächste Dürre- und Hitzeperiode kommt, trifft sie auf einen bereits vorgeschädigten Wald mit deutlich mehr brennbarem Material.“
Die Umweltorganisation WWF plädiert dafür, die Wälder „weniger brennbar“ zu machen. Die Wälder seien über Jahrhunderte entwässert und trockengelegt worden, sagte WWF-Waldfachmann Johannes Zahnen.
Das müsse rückgängig gemacht werden. „Wasser im Wald zu halten kühlt, stärkt die Bäume, senkt die Brandgefahr und bildet obendrein neues Grundwasser.“ (dpa/red)
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Mpox weitet sich in Berlin auf weitere Personengruppen aus

Die Krankheit Mpox wird in Berlin zunehmend auch bei Sex zwischen Männern und Frauen übertragen. Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wurden zuletzt einige Fälle im Umfeld von sexpositiven Veranstaltungen für heterosexuelle und queere Menschen gemeldet, wie es im aktuellen Wochenbericht des Lageso heißt.
Im August seien dem Lageso bislang zwei Frauen mit Mpox gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum infizierte sich den Angaben der Behörde auch ein Mann, der angab, sich möglicherweise beim Sex mit einer Frau angesteckt zu haben. Alle drei hätten sich vermutlich bei anonymen sexuellen Kontakten in Clubs oder zu Hause angesteckt.

Deutlich mehr Fälle als in manchen Vorjahren

Insgesamt wurden dem Lageso in diesem Jahr bislang vier Mpox-Infektionen bei Frauen gemeldet. Eigentlich infizieren sich vor allem Männer, die Sex mit Männern haben und häufig den Sexualpartner wechseln.
Die Gesamtzahl der in Berlin gemeldeten Mpox-Fälle liegt in diesem Jahr bei bislang 156. Das sind mehr als im Vorjahreszeitraum (144) und deutlich mehr als im gesamten Jahr 2024 (38) oder 2023 (13).
In ganz Deutschland wurden laut RKI in diesem Jahr bisher 375 Mpox-Fälle gemeldet (Stand 27.8.). 98 Prozent davon waren Männer, wie der Epidemiologe Klaus Jansen vom RKI der dpa mitteilte. Die Männer, bei denen der Infektionsweg bekannt sei, hätten sich fast ausschließlich beim Sex mit Männern angesteckt. „Deutschlandweit sehen wir aktuell keine Entwicklung wie die durch das Lageso für Berlin beschriebene Situation.“ Es bleibe abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickle.

„Es macht uns große Sorge“

Die Infektionsepidemiologin Claudia Ruscher vom Lageso sagte: „Es macht uns große Sorge, dass Mpox in einen anderen Bereich von Personen vordringt, der bisher nicht betroffen schien und deshalb wenig geimpft und wenig informiert ist.“
Vier Frauen erschienen zunächst wenig, es stecke aber eine neue Dynamik darin. Die Infektionen seien innerhalb kurzer Zeit aufgetreten. In den vergangenen Jahren habe sich entweder gar keine oder nur eine Frau pro Jahr infiziert.
Nur während des großen Ausbruchs im Jahr 2022 gab es insgesamt vier Fälle bei Frauen. Hier sei aber die Gesamtfallzahl im Ausbruch rund zehnmal höher als aktuell gewesen.
Welche Risiken gibt es? Menschen, die nicht geimpft seien und sich erstmals mit Mpox infizierten, hätten eher einen schwereren Krankheitsverlauf. „Sie haben häufiger eine fieberhafte Erkrankung und oft Hautläsionen am ganzen Körper“, erklärte Ruscher. „Es sind nicht nur Bläschen, sondern juckende, zum Teil auch eitrige Pusteln. Die sind wirklich sehr schmerzhaft.“

Mpox wird bei engem Körperkontakt übertragen

Mpox ist eine Viruserkrankung und wird durch engen Körperkontakt übertragen, vor allem beim Sex. Ansteckungsgefahr besteht vor allem dann, wenn man in Kontakt mit den typischen Hautveränderungen (Bläschen oder Schorf) von Mpox-Infizierten kommt, die am ganzen Körper auftreten können. Kondome bieten daher keinen ausreichenden Schutz. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich, also durch Speichel. Es gibt eine Impfung.
Im Jahr 2022 verbreitete sich die Krankheit besonders stark in Deutschland. Betroffen waren vor allem Männer, die Sex mit Männern und häufig wechselnde Sexualpartner haben. Für diese Gruppe gab es daraufhin eine gezielte Impfkampagne, die Impfbereitschaft war hoch.

Rasierpickel? Mückenstich? Herpes?

Andere Personengruppen hingegen wüssten oft noch nicht einmal, dass es Mpox gebe, sagte Ruscher. Wenn sie sich infizierten und die Pusteln aufträten, brächten sie das erst mal nicht mit Mpox in Verbindung. „Sondern sie denken, sie haben vielleicht Rasierpickel, Mückenstiche oder Herpes und gehen vielleicht nicht sofort zum Arzt.“ Ein Patient sei zu vier verschiedenen Ärzten gegangen, bis er die richtige Diagnose erhalten habe.
Wie schätzt die Wissenschaftlerin die weitere Entwicklung ein? „Man muss mit weiteren Infektionen bei Frauen rechnen, aber es ist schwer, eine genaue Größenordnung zu nennen.“
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Mpox-Impfung unter anderem Männern, Transpersonen sowie nicht-binären Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern sowie Menschen, die Kontakt zu Infizierten haben. Die Impfung sei sehr effektiv und gut verträglich, so Jansen vom RKI. Wer sich trotz Impfung infiziere, habe meist einen deutlich leichteren Krankheitsverlauf. (dpa/red)
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Sicherheitslücke bei Telefonanrufen übers Handy aufgedeckt

Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR) hat eine Sicherheitslücke bei Anrufen übers Smartphone aufgedeckt. Laut BR konnten bei Telefonanrufen im Hintergrund teilweise Informationen über das betreffende Smartphone an die Anruferseite übermittelt werden, die potenzielle Cyberangriffe erleichtern könnten.
Insgesamt führte der BR nach eigenen Angaben mehr als 70 Testanrufe durch. In den Netzen von Telekom und Telefónica (O2) gelangten demnach in mehreren Fällen eindeutige Gerätekennungen (IMEI-Nummern) zum Anrufer.
Bei Telekom und Vodafone seien in manchen Fällen Smartphone-Modelle und Betriebssystemversionen offengelegt worden. Bösartige Hacker können damit erkennen, ob beispielsweise sämtliche Updates installiert sind oder Sicherheitslücken bestehen.

Verfassungsschutz nimmt Sicherheitsrisiken ernst

Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Sicherheitsrisiken im gegebenen Zusammenhang sehr ernst zu nehmen. „Hierbei steht insbesondere der potenzielle Missbrauch durch fremde Mächte im Fokus. Insofern ist der Sachverhalt als sicherheitsrelevant zu werten.“
Der Abfluss jeglicher Informationen, die es ermöglichten, ein Gerät oder einen Nutzer zu identifizieren, sei grundsätzlich kritisch zu sehen. Fortgeschrittene kriminelle Cybergruppierungen und staatliche Cyberakteure seien in der Lage, sämtliche Informationen zu ihrem Vorteil auszunutzen.
„Somit ergeben sich auch aus der Offenlegung von IMEI-URNs sowie Geräte- und Softwareinformationen entsprechende weitere Angriffsvektoren und damit Gefährdungen. Es ist beispielsweise möglich, bei Kenntnis des konkreten Modells oder spezifischen Betriebssystems zielgerichtet Spyware einzusetzen.“

Telefónica: Ursache lag nicht bei Telekommunikationsanbietern

Auch den CDU-Bundestagsabgeordneten und Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter riefen die BR-Reporter nach eigenen Angaben für die Recherche an. Dabei habe sich die Kennung seines Smartphones auslesen lassen. Die Recherche des BR zeige eine schwerwiegende Sicherheitslücke der Netzanbieter, wenn durch einen einfachen Anruf die IMEI sichtbar werde, teilte Kiesewetter auf dpa-Anfrage mit. „Ich halte das für eine eklatante Sicherheitslücke und es ist aufzuklären, wer für diese die Verantwortung trägt und warum diese Lücke nicht viel früher geschlossen wurde.“
Offen blieb die Frage, ob die Sicherheitslücke nicht auch durch die verwendete Smartphone-Hardware verursacht wird. Telefónica Deutschland teilte auf dpa-Anfrage mit, der Schutz der Daten von Verbrauchern habe höchste Priorität. „Nach unseren Erkenntnissen lag die Ursache des beschriebenen Sachverhalts nicht in den Systemen oder den Infrastrukturen der Telekommunikationsanbieter begründet“, erklärte ein Sprecher. Unabhängig davon seien zusätzliche technische Maßnahmen umgesetzt worden.
Ein Sprecher von Vodafone erklärte, die Übermittlung der technischen Daten, die bei Telefonaten für den Verbindungsaufbau genutzt würden, erfolge immer gemäß den Branchenrichtlinien durch den Verband GSMA. Um die Sicherheit fortlaufend weiter zu erhöhen, habe man die übermittelten Daten zusätzlich eingegrenzt.
Vom GSMA hieß es, die vom Bayerischen Rundfunk vorgestellten Untersuchungsergebnisse deuteten darauf hin, dass in bestimmten Fällen einige VoLTE-Dienstkonfigurationen unbeabsichtigt Gerätekennungen offenlegen könnten, jedoch keine individuellen Nutzeridentitäten.
VoLTE steht für Voice over LTE und bezeichnet das Telefonieren über das mobile 4G-Datennetz (LTE). „Zwar sind bestimmte Geräteinformationen für die Bereitstellung des VoLTE-Dienstes für Kunden unerlässlich, doch empfehlen wir, bestimmte Daten zu entfernen, da diese potenziell dazu genutzt werden könnten, Verbindungen zu bestimmten Gerätetypen herzustellen, die von einzelnen Nutzern verwendet werden.“mittelt werden, die potenzielle Cyberangriffe erleichtern könnten.

Verfassungsschutz nimmt Sicherheitsrisiken ernst

Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Sicherheitsrisiken im gegebenen Zusammenhang sehr ernst zu nehmen. „Hierbei steht insbesondere der potenzielle Missbrauch durch fremde Mächte im Fokus. Insofern ist der Sachverhalt als sicherheitsrelevant zu werten.“
Der Abfluss jeglicher Informationen, die es ermöglichten, ein Gerät oder einen Nutzer zu identifizieren, sei grundsätzlich kritisch zu sehen. Fortgeschrittene kriminelle Cybergruppierungen und staatliche Cyberakteure seien in der Lage, sämtliche Informationen zu ihrem Vorteil auszunutzen.
„Somit ergeben sich auch aus der Offenlegung von IMEI-URNs sowie Geräte- und Softwareinformationen entsprechende weitere Angriffsvektoren und damit Gefährdungen. Es ist beispielsweise möglich, bei Kenntnis des konkreten Modells oder spezifischen Betriebssystems zielgerichtet Spyware einzusetzen.“ (dpa/red)
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TK-Umfrage: Fast die Hälfte der Jugendlichen für Altersgrenze in sozialen Medien

Fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland befürwortet ein Social-Media-Verbot bis zu einer gewissen Altersgrenze. In einer Umfrage unter Zwölf- bis 17-Jährigen, welche die Techniker Krankenkasse (TK) am Donnerstag veröffentlichte, sprachen sich 47 Prozent dafür aus und nannten im Schnitt eine Altersgrenze von 14 Jahren. Acht Prozent der Befragten unterstützen demnach ein grundsätzliches Verbot für Kinder und Jugendliche.
Damit sind insgesamt 55 Prozent zumindest in Teilen für ein solches Verbot. 39 Prozent lehnen dies allerdings ab. Die überwiegende Mehrheit, 80 Prozent der Jugendlichen, ist zudem der Meinung, dass soziale Medien ihnen insgesamt eher gut oder sehr gut tun.
Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas plädierte für eine Lösung, die sowohl positive als auch negative Aspekte sozialer Medien nicht außen vor lasse. Soziale Netzwerke seien Orte des Austauschs mit Freunden und Informationsquelle. Gleichzeitig existierten dort Fakenews, Cybermobbing und mental belastende Inhalte.

Hauptstressfaktoren: Werbung und Fakenews

Am meisten genervt und gestresst fühlen sich die Jugendlichen in sozialen Medien von Werbung (57 Prozent) und Fakenews (52 Prozent). Weitere 36 Prozent gaben an, zu viel Zeit online zu verbringen. 35 Prozent klagten über Mobbing und Beleidigungen, 31 Prozent über unangemessene Bilder, etwa von Gewalt.
Besonders bei einer hohen Nutzungsdauer zeigte sich in den Umfrageergebnissen ein möglicher Zusammenhang mit dem Wohlbefinden. 49 Prozent derer, die täglich mindestens vier Stunden soziale Medien konsumierten, berichteten oft oder ständig von schlechter Laune. Jugendliche mit nur ein bis zwei Stunden Nutzungszeit wiesen entsprechende Verstimmungen nur zu 20 Prozent auf.
Auch Unsicherheiten, Probleme mit dem Selbstbild, Gereiztheit, Unruhe und Erschöpfung tauchten bei Jugendlichen mit höherer Nutzungsdauer häufiger auf. Ebenso fiel der Anteil an Jugendlichen mit Schlafproblemen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verspannungen oder gereizten Augen unter den Befragten mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Stunden höher aus.
Um eine sichere Mediennutzung zu gewährleisten, fänden 48 Prozent der Jugendlichen Lernvideos zu den Gefahren sozialer Medien hilfreich. 46 Prozent würden Ansprechpartner oder Medienscouts an Schulen begrüßen. Mehr Elterngespräche wünschten sich 43 Prozent der Befragten, 42 Prozent sahen Social-Media-Workshops als mögliches Hilfsangebot. Nur zwölf Prozent der befragten Jugendlichen waren der Meinung, dass keine Unterstützung nötig ist.(afp/red)
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Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD baut Vorsprung in Umfrage weiter aus

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD ihren Vorsprung auf die CDU in einer Umfrage auf 20 Prozentpunkte vergrößert.
In der am Mittwoch, den 26. August, in Köln veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für die ARD kommt die AfD auf 42 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als bei einer vorangegangenen Befragung von Ende Juli. Die CDU verliert dagegen zwei Punkte und wird aktuell bei 22 Prozent gesehen.

Linke auf Platz drei

Hinter der AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt die Linke bei elf Prozent. Sie verliert im Vergleich zur Befragung vom Juli zwei Punkte.
Die SPD kommt auf acht Prozent und gewinnt einen Punkt hinzu. Die Grünen erreichen sechs Prozent und legen ebenfalls einen Punkt zu. Das BSW mit vier Prozent und die FDP mit drei Prozent würden weiterhin den Einzug in den Landtag verpassen.

AfD strebt Alleinregierung an

Die AfD strebt nach der Wahl am Sonntag kommender Woche eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will erstmals einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen.
Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien insgesamt ins Landesparlament einziehen werden. Auch wenn die AfD bei der Wahl nicht die absolute Stimmenmehrheit erreicht, wäre für sie eine Mehrheit der Sitze denkbar, sofern mehrere der kleineren Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern.
Koalitionen mit der AfD schließen die anderen Parteien aus.

Patt bei Frage nach nächster Regierung

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, herrscht laut Umfrage ein annäherndes Patt. 42 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Regierung unter Führung der AfD aus, 41 Prozent für eine unter Führung der CDU.
Eine von der CDU geführte Landesregierung, die aus Mehrheitsgründen von der Linken gestützt würde, fänden 32 Prozent sehr gut oder gut. 59 Prozent fänden eine solche Konstellation hingegen weniger gut oder schlecht.

Schulze bei Direktwahl knapp vor Siegmund

Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten käme Ministerpräsident Schulze bei einer hypothetischen Direktwahl auf 41 Prozent. Für AfD-Herausforderer Siegmund würden sich 39 Prozent entscheiden.
Mit der politischen Arbeit von Schulze sind 30 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Über Siegmunds Arbeit äußern sich 37 Prozent zufrieden.

1511 Wahlberechtigte befragt

Infratest dimap befragte im Auftrag der ARD 1511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt. Die Befragung fand am Montag und Dienstag der laufenden Woche statt. (afp/red)
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Cyberangriff auf Berliner Landesnetz: Sensible Daten womöglich abgeflossen

Bei der Cyberattacke auf das Berliner Landesnetz sind womöglich doch sensible Daten abgeflossen. Konkret geht es um den Geschäftsbereich der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, wie die Senatskanzlei mitteilte.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch personenbezogene oder sonstige nicht-öffentliche Daten betroffen sind“, hieß es.
Inhalt und Umfang der betroffenen Daten werden derzeit noch geprüft.
Noch in der vergangenen Woche hatte der Senat erklärt, nach ersten Erkenntnissen seien keine sensiblen Daten abgeflossen. Bislang war nur die Rede von Geodaten, die ohnehin im Netz frei verfügbar seien.

Hackerangriff wurde am 14. August entdeckt

Der Zeitpunkt des Datenabflusses lag den Angaben nach vor dem 14. August, also bevor die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz vom Landesnetz abgetrennt wurden. Der Hackerangriff war am 14. August entdeckt worden.
„Sobald wir belastbare Erkenntnisse zum Umfang und Inhalt der Daten haben, werden wir die zuständigen parlamentarischen Gremien und Stellen informieren“, erklärte Florian Hauer, Staatssekretär für Digitalisierung.
„Derzeit gehen wir davon aus, dass der Angriff eingedämmt werden konnte. Die forensischen Untersuchungen und das Scanning des Landesnetzes Berlin dauern jedoch bis auf Weiteres an. Auch der IKT-Notfallstab bleibt bis
auf Weiteres aktiv.“ (dpa/red)
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Epstein-Affäre: Ehemaliges Model verklagt französischen Staat

Wegen zögerlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre hat das ehemalige Model Ebba Karlsson den französischen Staat verklagt. Karlsson wirft der französischen Justiz „grobe Fahrlässigkeit“ vor, weil diese den französischen Modelagenten Daniel Siad nicht verhört habe, dem sie Vergewaltigung vorwirft.
Die Klage wurde am 21. August eingereicht, wie AFP am Mittwoch erfuhr. Der mutmaßliche Helfer des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein war im Juli in der Nähe von Paris tot aufgefunden worden.

50.000 Euro Schadensersatz gefordert

Karlssons Anwälte sprechen von schuldhaftem Unterlassen, da Siad weder festgenommen noch angehört worden war. Sie fordern 50.000 Euro Schadensersatz für ihre Mandantin.
Die Schwedin hatte Anfang des Jahres Anzeige gegen Siad erstattet. Nach eigener Aussage hatte sie ihn auf einem Foto in den Epstein-Akten wiedererkannt. Karlsson warf ihm vor, sie in den 90er Jahren in Frankreich vergewaltigt zu haben. Siad wies die Vorwürfe zurück.

Der Wohnsitz des Model-Agenten Daniel Siad in Colombes bei Paris, wo er am 20. Juli 2026 tot aufgefunden wurde. Gegen Siad wurde wegen mehrerer Vorwürfe, darunter Vergewaltigung, ermittelt. (Archivbild)

Foto: Xavier Galiana / AFP via Getty Images

Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte nach Siads Tod, eine von ihr angeordnete Telefonüberwachung habe keinen Anlass geboten, den Modelagenten sofort festzunehmen.

Weitere Klage gegen den französischen Staat

Eine Vereinigung potenzieller Epstein-Opfer reichte ebenfalls Klage gegen den französischen Staat ein. Sie teile die „Wut aller Opfer“, betonte die Gruppe „Innocence en danger“.
Sie warf der französischen Justiz „Langsamkeit“ im Fall Epstein vor und verwies auf zahlreiche Verbindungen, die dieser nach Frankreich hatte. Epstein war regelmäßig nach Paris gereist und hatte enge Beziehungen zu mehreren Modelagenten.
Nach der Veröffentlichung von Millionen Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein hatte die Pariser Staatsanwaltschaft Anfang 2026 angekündigt, Ermittlungsrichter einzusetzen, um mögliche Straftaten mit Bezug zu Franzosen zu prüfen.

Fünf Frauen erstatteten Anzeige gegen Siad

Gegen Siad hatten insgesamt fünf Frauen Anzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels erstattet.
Sein Name taucht mehr als tausend Mal in den Epstein-Akten auf. Zahlreiche Dokumente stellen ihn als einen bezahlten Mädchenjäger im Auftrag Epsteins dar. In zahlreichen schriftlichen Mitteilungen pries er junge Mädchen und Frauen an, schickte Fotos von ihnen und schlug Epstein Treffen vor. Er erwähnte dabei mehrfach Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren.
2018 wies Epstein seinen Buchhalter an, Siad ein Darlehen in Höhe von 25.000 Dollar zu gewähren.

Epstein starb 2019 in Haft

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als 1000 Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben.
Er war 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen.
Wenig später wurde Epstein tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid. (afp/red)
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Fall Fabian: Vernehmungsvideo macht Widersprüche deutlich

Im Prozess um den getöteten Jungen Fabian musste die Verteidigung am 23. Prozesstag einen Rückschlag hinnehmen. Trotz ihres Widerspruchs begutachtete das Gericht das Video der ersten Vernehmung der Angeklagten kurz nach dem Auffinden der Leiche im Oktober vergangenen Jahres. Dabei wurde die Widersprüchlichkeit ihrer Aussagen demonstriert. Die Videoshow rief auch im Publikum teilweise emotionale Reaktionen hervor.
Bei der im Gericht gezeigten stundenlangen Vernehmung hatte die Angeklagte zunächst behauptet, den ermordeten Fabian am 14. Oktober 2025 zufällig bei einem Spaziergang mit einer Freundin entdeckt zu haben. „Das Problem ist: Ich kann nicht lügen“, sagte sie an einer Stelle.
Als die Polizei sie kurz danach mit der Aussage ihrer Freundin konfrontierte, dass der Fund nicht zufällig gewesen sei, änderte sie überraschend schnell ihre Stellungnahme.
„Ich wollte eine Person rauslassen“, räumte sie ein. Demnach hatte sie schon in der Nacht zum 13. Oktober bei einer Suche mit einem Freund etwas entdeckt, aber nicht genau gewusst, was es ist. Der Freund habe ihr gesagt, es handle sich um eine verbrannte Puppe und habe sie gebeten, erst am folgenden Tag die Polizei zu verständigen.
Sie habe Angst „und ein komisches Bauchgefühl“ gehabt, aber trotzdem geschwiegen, sagte die Angeklagte in dem Video. Bei dieser Beschreibung ging ein Raunen durch das Publikum.

Veto gegen Vernehmungsvideo und Zeugenbefragung abgelehnt

Die Verteidigung hatte zu Beginn der Verhandlung eine vom Richter empfohlene weitere Befragung der Angeklagten abgelehnt. „Ich bin mir sicher, dass sie keine fünf Minuten durchhalten würde“, sagte Anwalt Thomas Löcker zur Begründung. Die Angeklagte sei nach ihren Einlassungen am vorherigen Verhandlungstag emotional sehr labil.
Ihr sei womöglich zum ersten Mal in diesem Prozess klar geworden, was für sie auf dem Spiel stehe – eine Haftstrafe von 30 Jahren oder sogar mehr.
Im Anschluss bemängelten die Verteidiger Verfahrensfehler und versuchten, die Befragung der vernehmenden Polizistin als Zeugin und die Vorführung des Vernehmungsvideos zu verhindern. Die Aussagen der Zeugin müssten daher aus dem Protokoll gestrichen und die Aufzeichnungen der Vernehmung dürften nicht genutzt, so ihre Forderung.
Die Anwälte begründeten dies damit, dass die Angeklagte damals noch als Zeugin vernommen worden sei, obwohl gegen sie schon ein Tatverdacht bestanden habe. Sie sei bei der Vernehmung nicht über ihre Rechte informiert worden. Das Gericht wies den Einspruch nach längerer Beratungspause zurück.
Laut Anklage soll die Frau Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben.
Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt.

Mehrfach revidierte Aussage

Die Angeklagte hat ihre Aussage im Prozessverlauf nochmals revidiert. In der zuletzt verlesenen Erklärung hatte sie die Leiche am Abend des 13. Oktober gefunden, als sie mit zwei unterschiedlichen Freunden jeweils am Fundort war.
Die Freunde hätten ihr aber eindringlich abgeraten, die Polizei zu rufen, sagte die 30-Jährige. Sie meldete den Fund dann erst am 14. Oktober. Eine Beteiligung an der Tat streitet sie nach wie vor ab.
Die Verteidigung hat den Antrag gestellt, einen neuen rechtsmedizinischen Sachverständigen zu bestellen. Dieser solle nachweisen, wie lange die Leiche gebrannt habe. Nach Angaben der Verteidiger ist die Frage der Brenndauer entscheidend dafür, ob der angenommene Tatablauf so möglich ist wie von der Staatsanwaltschaft angenommen. (dpa/red)