Optimaler Schlaf. Frauen benötigen laut Studie minimal mehr Schlaf als Männer. - Foto: Yuliia Kaveshnikova/iStock
In Kürze:
Zu wenig oder zu viel Schlaf kann die Alterung der Organe beschleunigen.
Eine Studie zeigt: Abweichungen vom optimalen Schlaffenster erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten.
Entscheidend für gesundes Altern sind Schlafdauer und -qualität.
Wer regelmäßig weniger als 6,5 Stunden oder mehr als 8 Stunden schläft, lässt seine Organe möglicherweise schneller altern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Schlafdauer außerhalb des optimalen Bereichs von 6,4 bis 7,8 Stunden die Organalterung beschleunigt.
Zudem steigt für diese Menschen das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Depressionen. Das richtige Schlafgleichgewicht ist demnach ein entscheidender Schlüssel dafür, im Alter gesünder und biologisch jünger zu bleiben.
Das enge Schlafzeitfenster ist am besten für die Gesundheit
Die Studie stützte sich auf selbst gemeldete Daten von 500.000 Teilnehmern zwischen 37 und 84 Jahren der UK Biobank. Mithilfe von 23 Computermodellen, sogenannten Alterungsuhren, wurde abgeschätzt, wie schnell verschiedene Organe im Verhältnis zum tatsächlichen Alter einer Person altern.
Diese Alterungsuhren basieren auf strukturellen Daten aus der medizinischen Bildgebung, organspezifischen Proteinen sowie im Blut nachgewiesenen Molekülen.
Sie ermöglichen personalisierte Einblicke in den Alterungsprozess einzelner Organe, darunter Gehirn, Herz und Lunge.
Die kürzlich in „Nature“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass eine Schlafdauer von 6,4 bis 7,8 Stunden für Frauen am gesündesten ist, während für Männer ein Bereich von 6,4 bis 7,7 Stunden optimal ist.
„Alle sind begeistert von diesen Alterungsuhren und ihrer Fähigkeit, Krankheits- und Sterberisiken vorherzusagen“, sagte Studienleiter Junhao Wen, Assistenzprofessor für Radiologie am Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University, in einer Pressemitteilung.
„Für mich ist jedoch die spannendere Frage: Können wir Alterungsuhren mit einem Lebensstilfaktor verknüpfen, der rechtzeitig verändert werden kann, um den Alterungsprozess zu verlangsamen?“
Obwohl diese Beobachtungsstudie nicht beweist, dass die Schlafdauer direkt zu schnellerem Altern führt, zeigt sie einen Zusammenhang zwischen Schlafgewohnheiten und der allgemeinen Gesundheit.
Schlafgewohnheiten und chronische Erkrankungen
Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf stehen mit schnellerem Altern fast aller Organe in Verbindung. Das stützt die Annahme, dass Schlaf eine zentrale Rolle für das spielt, was Studienleiter Wen als „ein koordiniertes Gehirn-Körper-Netzwerk, einschließlich Stoffwechselgleichgewicht und eines gesunden Immunsystems“, beschreibt.
Die Studie verknüpft eine abnormale Schlafdauer zudem mit zahlreichen Erkrankungen, darunter Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen.
Auch Zusammenhänge mit Atemwegserkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Asthma sowie mit Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen und Gastritis wurden festgestellt.
Daten von neun der Alterungsuhren zeigen darüber hinaus statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Schlafdauer und der Alterung verschiedener Organe, darunter Gehirn, Herz, Immunsystem und Haut. Besonders ausgeprägt waren diese Zusammenhänge bei Menschen mit kürzerer Schlafdauer.
Erhöhtes Risiko für Depressionen im Alter
Wen und sein Team stellten fest, dass zu wenig Schlaf auch mit psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen in Verbindung steht. Zugleich fanden die Forscher Hinweise darauf, dass auch zu viel Schlaf das Depressionsrisiko beeinflussen könnte – möglicherweise durch Veränderungen im Alterungsprozess des Gehirns und des Fettgewebes.
Dr. Alex Dimitriu, Facharzt für Psychiatrie und Schlafmedizin, der nicht an der Studie beteiligt war, erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, die Ergebnisse deckten sich mit seinen Beobachtungen aus der Praxis. Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf seien mit schlechteren gesundheitlichen Folgen verbunden.
„Das untermauert, dass 7 bis 8 Stunden für die meisten Erwachsenen der ideale Schlafumfang sind“, sagte er. „Es ist ein veränderbarer Risikofaktor, den wir kontrollieren können.“
Dimitriu sagte, es sei auch gut, zu wissen, dass 7 Stunden für die meisten Erwachsenen ausreichend sein könnten.
„Wir sollten also aufhören, uns Vorwürfe zu machen, wenn wir keine 8 [Stunden] schaffen“, sagte er. „Man darf das nur nicht zu einem Teufelskreis werden lassen und anfangen, nur noch 6 Stunden zu schlafen!“
Die Schlafqualität ist genauso wichtig wie die Schlafdauer
Sowohl die Schlafqualität als auch die Schlafdauer sind für die allgemeine Gesundheit unerlässlich, sagte Chelsie Rohrscheib, leitende Schlafexpertin und Neurowissenschaftlerin bei Wesper, einer Plattform für klinische Schlaftests und Schlafmanagement, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber Epoch Times.
„Schlechter Schlaf in einem der beiden Bereiche kann das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen erhöhen und gleichzeitig die Lebensqualität beeinträchtigen“, sagte sie.
Eine im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift „Health Data Science“ veröffentlichte Studie hat 172 verschiedene Krankheiten mit schlechten Schlafgewohnheiten in Verbindung gebracht.
Rohrscheib sagte, es gebe Warnzeichen dafür, dass sich die Schlafgewohnheiten negativ auf die Gesundheit auswirken könnten. Dazu gehören:
Chronische Tagesmüdigkeit
Konzentrationsschwierigkeiten
Gedächtnisprobleme
Reizbarkeit
Gedrückte Stimmung
Verminderte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder in der Schule
Dimitriu empfiehlt, das von ihm sogenannte Schlaffenster durch gedämpftes Licht, möglichst wenig Reize und eine ruhige Abendroutine bewusst zu schützen.
„Wenn man 8 Stunden anstrebt, erhält man in der Regel etwa 7 Stunden guten Schlaf“, sagte er. Das ist laut dieser Studie genau das, was man für optimale Ergebnisse im Alter anstreben sollte.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ein Zug der Bahnlinie „Italo – NTV (New Transportation Travelers)“ am Bahnhof Tiburtina im Zentrum von Rom am 8. Februar 2018. - Foto: Andreas Solaro/AFP via Getty Images
Der italienische Fernzugbetreiber Italo erwartet nach einem Einstieg in Deutschland deutlich sinkende Preise im Zugverkehr.
Der Vorstandsvorsitzende Gianbattista La Rocca sagte der „Bild-Zeitung“, er rechne mit einem Rückgang des Preisniveaus im Fernverkehr in Deutschland um 40 Prozent. Italo habe generell das Ziel, mit seinen Preisen „um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn“ zu sein.
La Rocca betonte erneut, Italo wolle 2028 mit zunächst 30 Fernzügen auf zwei Strecken in den deutschen Markt einsteigen. Dazu erwarte er bis Ende Juni auch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur.
„Wir haben volles Vertrauen in den Prozess. Wettbewerb wird den Fernverkehr in Deutschland flächendeckend verbessern“, sagte er. Er erwarte insgesamt bis zu 40 Prozent mehr Bahnfahrer pro Jahr.
La Rocca betonte, alle Italo-Züge in Deutschland würden unter anderem mit Ledersesseln ausgestattet sein sowie über Internetzugänge 5G und Star Link verfügen.
Die Preisunterschiede zwischen den drei Reiseklassen im Zug, „Smart Class“, „Prima Business“ und „Club Executive“, würden bei bis zu 60 Prozent liegen. Sollte der Einstieg in den deutschen Markt klappen, will La Rocca mindestens 2.500 Mitarbeiter einstellen.
„Wir werden alles suchen: vom Lokführer über Schaffner, Servicepersonal im Restaurant sowie in den Ticket-Büros und den Bahnhofslounges. Aber natürlich benötigen wir auch Monteure, Reinigungskräfte, IT-Experten, Marketingfachleute.“ (dts/red)
Die Menge entscheidet: Ab 8,5 Standardgetränken pro Woche steigt das statistische Risiko für alkoholbedingte Folgeschäden laut Studien auf 1 zu 100. - Foto: Olezzo / iStock
Der medizinische Blick auf den Alkoholkonsum wandelt sich. Eine neue US-Modellierungsstudie sowie aktuelle Empfehlungen deutscher Experten zeigen:
Das Gesundheitsrisiko steigt stetig mit der konsumierten Menge. Feste Grenzwerte für einen völlig unbedenklichen Konsum lassen sich wissenschaftlich kaum noch begründen.
Das statistische Risiko im Detail
Das Fachmagazin „Journal of Studies on Alcohol and Drugs“ veröffentlichte eine Untersuchung, die das Sterberisiko durch Alkohol mathematisch aufschlüsselt.
Die statistischen Auswertungen zeigen ein klares Bild: Wer pro Woche mehr als sieben moderate alkoholische Getränke konsumiert, trägt ein statistisches Sterberisiko von 1 zu 1.000 durch alkoholbedingte Spätfolgen oder Unfälle.
Bei mehr als 8,5 Getränken pro Woche steigt dieses Risiko bereits auf 1 zu 100.
Als Orientierung für ein solches Standardgetränk gilt ein kleines Bier (0,33 l) oder ein kleines Glas Wein (125 ml), was etwa 13,6 Gramm reinem Alkohol entspricht.
Selbst vermeintlich mäßiger Konsum kann das Risiko für tödliche Erkrankungen wie Leberzirrhose sowie verschiedene Krebsarten im Mund- und Rachenraum erheblich steigern.
„Selbst in vermeintlich moderaten Mengen birgt Alkoholkonsum messbare Gefahren für die Gesundheit“, so die Schlussfolgerung des Forschungsteams um Katherine Keyes, Professorin für Epidemiologie an der Columbia University. Sie verweist dabei auf ein erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko.
Diskussion um die offiziellen Leitlinien
Die von den US-Bundesgesundheitsbehörden in Auftrag gegebene Studie deckt zudem einen gesundheitspolitischen Konflikt auf.
Wissenschaftler empfehlen zwar eine strikte Begrenzung auf maximal ein Getränk pro Tag. Die offiziellen US-Ernährungsrichtlinien verzichten jedoch auf konkrete Zahlen und mahnen lediglich vage, „weniger Alkohol zu konsumieren“.
Ein älterer Bericht der National Academies of Sciences aus dem Jahr 2024 ging noch davon aus, dass ein mäßiger Konsum die Gesamtsterblichkeit senken könne. Aufgrund der neuen Datenlage gilt diese These jedoch als überholt.
Die aktuelle Empfehlungslage in Deutschland
Was in den USA noch debattiert wird, ist in Deutschland bereits etabliert.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat sich in ihren aktuellen Grundsatzentscheidungen von jeglichen verharmlosenden Schwellenwerten verabschiedet.
Während es früher noch Richtwerte für einen vermeintlich „risikoarmen Konsum“ gab – maximal 20 Gramm Reinalkohol pro Tag für Männer und 10 Gramm für Frauen –, lautet die offizielle Botschaft des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS heute:
„Alkohol schadet der Gesundheit. Je weniger Alkohol man konsumiert, desto besser.“ Die Angabe von „sicheren“ Gramm-Mengen wurde bewusst abgeschafft, um Fehlinformationen in der Bevölkerung zu vermeiden.
Warum Richtwerte neu bewertet werden
Wie wichtig ein Umdenken ist, untermauern die Daten des Jahrbuch Sucht der DHS.
Der Alkoholkonsum ist in Deutschland trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.
Die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen sind dabei erheblich. Jährlich werden in deutschen Krankenhäusern weit über 600.000 stationäre Behandlungsfälle registriert, die direkt auf den Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Dazu gehören neben schweren Unfällen unter Alkoholeinfluss vor allem psychische Erkrankungen sowie akute Organerkrankungen.
Da das Risiko für Krebserkrankungen und Organschäden linear mit jedem Gramm Alkohol ansteigt, sollte man sich nicht mehr hinter vermeintlich gesundheitsfördernden Richtwerten verstecken.
Wer seine Gesundheit effektiv schützen will, sollte den Konsum reduzieren oder am besten ganz einstellen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
In der gusseisernen Pfanne sautierter Grünkohl mit Knoblauch. - Foto: YelenaYemchuk / iStock
In Kürze:
Grünkohl zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Vitaminen, bioverfügbarem Kalzium und sekundärenPflanzenstoffen aus.
Erst die richtige Küchenpraxis – wie das Kombinieren mit Fett,Kneten oder kurzes Anbraten – bricht die zähe Struktur auf und optimiert Geschmack und Nährstoffaufnahme.
Trotz seiner gesundheitlichen Vorteile sollten Personen, die Blutverdünner einnehmen oder an Schilddrüsenproblemen leiden, beim Verzehr gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Seit Jahrzehnten gilt Grünkohl als Nährstoffbombe. Die einen lieben ihn, die anderen meiden ihn wegen seiner Bitterkeit und zähen Struktur. Das Problem ist jedoch selten das Gemüse selbst, sondern die Zubereitung. Ein paar Kniffe verwandeln den winterlichen Klassiker in einen kulinarischen Genuss.
Das Nährstoffprofil: Mehr als nur Ballaststoffe
Gemessen an seiner Nährstoffdichte belegt Grünkohl Spitzenplätze in internationalen Analysen.
Vitamine im Überfluss: Eine Portion deckt den Tagesbedarf an Vitamin C und liefert reichlich Vitamin K sowie Beta-Carotin (die Vorstufe zu Vitamin A).
Der Kalziumkönig: Im Gegensatz zu Spinat enthält Grünkohl kaum Oxalate, welche die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium hemmen. Eine Studie in „Food Research International“ bestätigt, dass das im Grünkohl enthaltene Kalzium vom Körper im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten in hohen Mengen aufgenommen werden kann.
Zellschutz: Pflanzenstoffe wie Glucosinolate, Lutein und Flavonoide tragen Untersuchungen zufolge dazu bei, die Gefäßgesundheit, die Augen (reduziertes Risiko für fortgeschrittene altersbedingte Makuladegeneration) und die körpereigene Entgiftung in der Leber zu unterstützen. Eine Studie im Magazin „Nutrients“ zeigt zudem, dass der regelmäßige Verzehr den Blutdruck senken kann.
Küchenpraxis: So werden die Nährstoffe bioverfügbar
Roher Grünkohl ist schwere Kost. Mit diesen drei goldenen Regeln der Redaktion maximieren Sie Geschmack und Gesundheit:
Fett und Säure kombinieren: Da Carotine fettlöslich sind, steigert ein Dressing auf Ölbasis die Aufnahme drastisch. Zitronensaft hilft zudem, das pflanzliche Eisen besser zu verwerten.
Schneiden und Ruhen lassen: Durch das Zerkleinern der Blätter wird das das Enzym Myrosinase aktiviert. Dadurch werden Glucosinolate in die bioaktiven Isothiocyanate (Senföle) umgewandelt, die im Körper ihre Wirkung entfalten können.
Die Massage: Wer Grünkohl roh als Salat (am besten die zartere Sorte Lacinato) essen möchte, sollte die Blätter, nachdem sie vom Stiel entfernt wurden, mit Olivenöl und Salz kräftig kneten. Das bricht die harten Zellwände auf.
Tipp für den Herd: Das Anbraten in der Pfanne (Sautieren) ist die verlässlichste Methode, um schnell eine Beilage zuzubereiten. Lockiger Grünkohl eignet sich hierfür besonders gut, da er seine Struktur behält.
Rezept: Sautierter Knoblauch-Grünkohl
Zubereitungszeit: 15 Minuten für 4 Personen
Zutaten: 225 g gehackte Grünkohlblätter (ohne Strunk), 2 EL Olivenöl, 3 gehackte Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, 2 EL Zitronensaft.
Zubereitung: Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch 30 Sekunden andünsten. Grünkohl hinzufügen und unter Rühren 5 bis 7 Minuten garen, bis er zusammenfällt. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Risiken und Wissenswertes
Medikamente beachten: Aufgrund des hohen Vitamin-K-Gehalts sollten Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, den Verzehr von Grünkohl laut Empfehlungen von Gesundheitsbehörden mit ihrem Arzt abstimmen. In solchen Fällen sollen Schwankungen in der Vitamin-K-Zufuhr vermieden werden.
Schilddrüse: Bei Jodmangel sollte Grünkohl vorzugsweise gekocht verzehrt werden, da Hitze die enthaltenen Goitrogene reduziert, welche die Jodaufnahme hemmen.
Frost bringt Süße: Grünkohl schmeckt nach dem ersten Frost milder, da die Pflanze dann Stärke in Zucker umwandelt.
Weltraumgemüse: Sogar die NASA testet den Anbau von Grünkohl auf der ISS für zukünftige Marsmissionen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Symptome im Blick: Die traditionelle Diagnostik stützt sich primär auf klinische Merkmale wie anhaltende Traurigkeit und Schlafstörungen. - Foto: TatyanaGl/iStock
In Kürze:
Da Standardtherapien bei Depressionen oft unzureichend wirken, setzt die Medizin zunehmend auf die Suche nach den individuellen biologischen Ursachen der Erkrankung.
Die universitäre Forschung fokussiert sich dabei auf genetische Merkmale (Pharmakogenetik) und Entzündungsmarker im Blut (Immunpsychiatrie).
Die funktionelle Medizin nutzt dagegen maßgeschneiderte Nährstofftherapien, um biochemische Ungleichgewichte wie Methylierungsstörungen oder Spurenelement-Verschiebungen auszugleichen.
Depressionen werden in der Praxis meist anhand standardisierter Symptome behandelt.
In der medizinischen Forschung kristallisiert sich jedoch immer mehr heraus, dass hinter gleichen Symptomen sehr unterschiedliche biologische Ursachen liegen können.
Während die universitäre Schulmedizin dabei primär nach genetischen und immunologischen Biomarkern sucht, setzt die funktionelle Nährstofftherapie auf die Korrektur biochemischer Ungleichgewichte.
Das Problem der Einheitstherapie
Die Diagnose einer Depression erfolgt traditionell über klinische Symptome wie anhaltend gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen.
Dieser symptomorientierte Ansatz stößt in der Praxis jedoch immer wieder an Grenzen. Während einige Patienten gut auf Standard-Antidepressiva ansprechen, bleibt bei anderen die gewünschte Wirkung laut Untersuchungen aus.
In der modernen Medizin kristallisiert sich daher immer klarer die Erkenntnis heraus, dass Depressionen ein komplexes Krankheitsbild mit verschiedenen biologischen Subtypen darstellen, die individuell adressiert werden müssen.
Biochemische Ansätze: Die fünf Muster nach Walsh
Ein Erklärungsmodell, das insbesondere in der funktionellen Medizin und der umweltmedizinischen Praxis Anwendung findet, stammt von dem US-Forscher William J. Walsh.
Er geht davon aus, dass dauerhafte biochemische Ungleichgewichte im Körper maßgeblich zu psychischen Erkrankungen beitragen.
Regulationsstörungen der Methylierung: Abweichungen in diesem fundamentalen Zellprozess – sowohl Unter- als auch Übermethylierung –, welche die Synthese und Aktivität von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin beeinflussen.
Verschiebungen im Spurenelementhaushalt: Insbesondere ein verändertes Verhältnis von Kupfer zu Zink, welches die Aktivität der Botenstoffe im Gehirn modifizieren kann.
Stoffwechselstörungen und Umweltbelastungen: Hierzu zählen Konzepte wie die Pyrolurie, ein physiologischer Zustand, der mit erhöhtem Vitalstoffverlust einhergehen soll, sowie der Einfluss von oxidativem Stress durch Umweltfaktoren.
Der therapeutische Ansatz von Walsh basiert auf der gezielten, individuell abgestimmten Gabe von Mikronährstoffen, um das biochemische Gleichgewicht zu stabilisieren.
Die Berichte über hohe Erfolgsquoten stützen sich bislang vor allem auf die klinischen Beobachtungsdaten seiner Stiftung. Groß angelegte, unabhängige Doppelblindstudien nach universitärem Standard stehen noch aus.
Wo die universitäre Forschung ansetzt
Der Trend zur Personalisierung ist gleichermaßen das zentrale Zukunftsthema in der universitären Psychiatrie. Hier konzentrieren sich die Konzepte der evidenzbasierten Präzisionsmedizin aktuell auf zwei große Kernbereiche:
Pharmakogenetik: Deutsche Institute untersuchen, wie die individuelle genetische Ausstattung eines Patienten den Abbau von Psychopharmaka in der Leber beeinflusst.
Das Ziel besteht darin, mittels Labortests (z. B. der CYP-Enzyme) im Voraus zu bestimmen, welches Medikament eine optimale Wirksamkeit bei minimalen Nebenwirkungen verspricht.
Immunpsychiatrie: Der Fokus in diesem Ansatz liegt auf der Erforschung von Entzündungsmarkern im Blut, da chronische Entzündungsprozesse im Körper im Verdacht stehen, die Gehirnchemie negativ zu beeinflussen und depressive Symptome mitzuverursachen.
Fazit: Die Frage nach dem „Warum“
Die moderne Psychiatrie bewegt sich weg von der reinen Symptombekämpfung hin zu den zugrundeliegenden biologischen Faktoren.
Ob der primäre therapeutische Schlüssel in der Genetik, im Immunsystem oder im gezielten Nährstoffhaushalt liegt, ist Gegenstand anhaltender wissenschaftlicher Forschung und Praxis.
Für Betroffene eröffnet dieser Wandel die Perspektive auf treffsicherere, maßgeschneiderte Therapieverfahren.
Da hoch dosierte Nährstoffgaben jedoch biologisch hochwirksam sind, empfehlen Experten auch in der komplementärmedizinischen Praxis, entsprechende Therapien nur unter laborgestützter ärztlicher oder therapeutischer Aufsicht durchzuführen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Junge Sellerieknollen schmecken besonders fein und zart und sind ideal für Salate oder Rohkoststicks. - Foto: Liudmila Chernetska/iStock
In Kürze:
Sellerie kann vielfältig in Küche und Ernährung verwendet werden.
Er ist eine alte Heil- und Kulturpflanze.
Sellerie ist reich an Vitalstoffen, die die Gesundheit unterstützen können.
In der Volksmedizin kommt Sellerie bei Rheuma, Harnwegsproblemen und nervöser Unruhe zum Einsatz.
Sellerie ist weit mehr als nur ein klassisches Suppengemüse. Er schmeckt roh im Salat, püriert oder gebacken als Beilage sowie verarbeitet zu Saft und Smoothies. Ferner enthält das würzige Gemüse zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten können.
Die Wildform des Selleries (Apium graveolens) stammt aus feuchten Regionen des mediterranen Mittelmeerraums und wurde bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland als Heilpflanze verwendet. Erst durch Züchtung ab dem 17. Jahrhundert wurden die Bitterstoffe im Sellerie so weit reduziert, dass er zunehmend als Gemüse an Bedeutung gewann.
Sellerie zählt zur Familie der Doldenblütler und zeichnet sich durch seine leicht salzige, würzige Note aus. Von der Pflanze gibt es drei verschiedene Kulturformen: den Knollensellerie, den Stangensellerie – auch Stauden- oder Bleichsellerie genannt – und den Schnittsellerie. Obwohl sich die Inhaltsstoffe der Sorten größtenteils gleichen, variieren die enthaltenen Mengen sowie ihre Einsatzbereiche.
Wertvolle Inhaltsstoffe und ihre gesundheitliche Wirkung
Vitamine und Mineralien
Sellerie liefert eine Vielzahl an Vitaminen wie Vitamin K, Folsäure, B-Vitamine und Carotinoide. Vitamin K hilft, Calcium in den Knochen einzubauen. Der Vitamin-B-Komplex sorgt für einen aktiven Energiestoffwechsel in unseren Körperzellen und stärkt gleichzeitig Nerven und Gehirn.
Darüber hinaus ist Sellerie reich an Mineralstoffen, vor allem an Kalium und Natrium sowie Calcium, Magnesium und Phosphor. Natrium und Kalium wirken im Körper als Gegenspieler. Während Natrium vorwiegend außerhalb der Zellen vorkommt, ist Kalium der wichtigste Elektrolyt innerhalb der Zelle. Gemeinsam regulieren sie den Flüssigkeitshaushalt und sind für die Weiterleitung von Nervenimpulsen unerlässlich. Kalium hilft außerdem dabei, überschüssiges Wasser auszuscheiden und den Blutdruck zu senken. Das enthaltene Calcium stärkt zusammen mit Magnesium und Phosphor Knochen und Zähne.
Überdies ist Sellerie ballaststoffreich, was die Verdauung und die Darmgesundheit fördert. Als kalorienarmes Gemüse ist der Verzehr von Sellerie zudem ideal, um überschüssige Kilos zu verlieren.
Ätherische Öle
Sellerie enthält einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, die dem Gemüse seinen typischen Geschmack und sein Aroma verleihen. Einen wichtigen Anteil daran haben die sogenannten Phthalide, die auf die Muskulatur der Blutgefäße entspannend wirken können und so zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Hinzu kommen Terpene, die die Pflanze während des Wachstums anreichert, um sich gegen Bakterien und Pilze zu wehren. Studien zeigen, dass diese ätherischen Öle antibakterielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Studien zeigen, dass Sellerieextrakte antibakterielle Eigenschaften besitzen und insbesondere gegen Erreger von Harnwegsinfekten wirksam sein können. Zudem wurden antimykotische Eigenschaften entdeckt, die das Wachstum von Hefepilzen wie Candida albicans hemmen können. Diese Effekte wurden vor allem in Laboruntersuchungen nachgewiesen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Sellerie enthält Bitterstoffe und ätherische Öle, die die Bildung von Verdauungssäften und Enzymen anregen und Blähungen sowie Verdauungsbeschwerden entgegenwirken. Bioaktive Substanzen wie die Flavonoide Apigenin und Luteolin wirken antioxidativ und entzündungshemmend und können der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen vorbeugen. Besonders große Mengen an Apigenin befinden sich in den Stängeln des Stangenselleries.
In der Volksheilkunde wurde Sellerie vor allem als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel eingesetzt, aber auch zur Behandlung von Beschwerden wie Rheuma, Gicht und Harnwegsproblemen. Darüber hinaus ist die Verwendung als beruhigendes Mittel bei nervöser Unruhe sowie als allgemeines Mittel zur Blutreinigung überliefert.
Verwendung in der Küche
Mit seinem kräftigen Aroma ist Knollensellerie eine unverzichtbare Zutat in Suppen, Eintöpfen und in Suppenwürzen. Fein geraspelt schmeckt die Knolle als Rohkostsalat, besonders in Kombination mit Obst wie Äpfeln oder Ananas und Walnüssen. Als Püree, häufig gemeinsam mit Kartoffeln, ist das Wurzelgemüse eine schmackhafte Beilage zu Fleisch- oder Gemüsegerichten. Auch im Ofen gebacken oder als veganes „Steak“ in der Pfanne oder auf dem Grill zubereitet, macht die Sellerieknolle eine gute Figur. Knollensellerie ist vor allem ein Herbst- und Wintergemüse.
Stangensellerie ist im Geschmack deutlich milder als Knollensellerie und überzeugt durch seine knackige Frische. Er schmeckt roh, fein gewürfelt im Salat oder in Sticks geschnitten als Snack. Außerdem verleiht er Gemüseeintöpfen und Suppen ein würziges Aroma. Besonders beliebt ist Stangensellerie auch in Form von Saft oder als Bestandteil von Smoothies. Frischer Stangensellerie ist ab Juli regional erhältlich.
Schnittsellerie ist der ursprünglichen Wildform des Selleries am ähnlichsten und wird wie Petersilie verwendet. Seine Blätter enthalten besonders viele ätherische Öle und sind daher sehr aromatisch. Das intensive Aroma bleibt auch nach dem Trocknen erhalten. Er wird vor allem als Suppengrün und zum Würzen von Salaten und Soßen verwendet und kann ab Juni im Garten geerntet werden.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Standardtests messen nur das Gesamtgewicht des LDL-Cholesterins – genauer widergespiegelt wird die Herzgesundheit jedoch über die tatsächliche Anzahl an Cholesterinpartikeln im Blut. - Foto: jarun011/iStock
In Kürze:
Viele herkömmliche Cholesterintests messen nur das Gesamtgewicht des LDL-Cholesterins und suggerieren Patienten damit oft eine falsche Sicherheit.
Der ApoB-Test hingegen zählt die tatsächliche Anzahl der schädlichen Transportpartikel im Blut und entlarvt das wahre Risiko für Herzinfarkte präziser – insbesondere bei jüngeren Erwachsenen.
Aktuell wird das Verfahren von den Krankenkassen als Vorsorgeuntersuchung nicht routinemäßig bezahlt und muss als Eigenleistung angefordert werden.
Ein einfacher Bluttest, der von den Krankenkassen meist nicht routinemäßig übernommen wird, kann ein verstecktes Risiko für Herzerkrankungen aufdecken, das über die Standard-Lipidprofile hinausgeht: die Messung von Apolipoprotein B (ApoB).
Partikelanzahl schlägt Gesamtmasse
Standardtests messen in der Regel das Gesamtgewicht des im Blut zirkulierenden LDL-Cholesterins, das umgangssprachlich oft als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet wird. Das gibt jedoch nur einen groben Überblick, denn das Risiko für Atherosklerose hängt laut Studien nicht nur von der Menge des Cholesterins, sondern auch von der Anzahl seiner Transportpartikel ab.
Selbst bei einem normalen Gesamt-LDL-Wert können kleinere LDL-Partikel in gefährlich hoher Anzahl vorliegen, sich in den Arterienwänden ablagern und Atherosklerose verursachen.
Da an jedes Transportpartikel exakt ein ApoB-Protein gebunden ist, liefert der ApoB-Test eine präzise Zählung dieser potenziell schädlichen Partikel.
„Zwei Menschen können denselben LDL-Cholesterinspiegel haben, aber derjenige mit mehr ApoB-haltigen Partikeln trägt ein höheres kardiovaskuläres Risiko“, so Yiyi Zhang, Assistenzprofessorin am Columbia University Medical Center, die sich in ihrer Forschung unter anderem mit der Epidemiologie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschäftigt.
Weichen LDL- und ApoB-Werte voneinander ab, sprechen Mediziner von einer „Diskordanz“ – ein falsches Gefühl der Sicherheit bei vermeintlich guten Cholesterinwerten ist die Folge.
Apolipoprotein B ist das orangefarbene Protein auf der rechten Seite des Transportpartikels für Cholesterin.
Foto: The Epoch Times/Shutterstock
Kosteneffizienter Leitfaden für die Therapie
Die Bestimmung von ApoB ist nicht nur präziser, sondern laut einer im Fachmagazin „JAMA Network“ veröffentlichten Simulationsstudie auch kosteneffizienter als die herkömmliche Praxis.
Die Forscher stellten fest, dass die Einbeziehung von ApoB in die Therapieentscheidungen insgesamt den größten Nutzen brachte. Dies führte dazu, dass die medikamentöse Behandlung bei Bedarf gezielt verstärkt wurde, was wiederum mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle verhinderte und zu mehr gesunden Lebensjahren führte als die reine Orientierung an LDL-Werten.
Frühwarnsystem für jüngere Erwachsene
Besonders relevant ist der Marker für 18- bis 39-Jährige. Herkömmliche Risikorechner unterschätzen das Risiko junger Menschen oft, da das Alter in den mathematischen Modellen stark gewichtet wird.
Eine Langzeitstudie mit über 10.000 Erwachsenen zeigte: Bei jüngeren Erwachsenen war ein Anstieg des ApoB-Wertes mit einem um 53 Prozent höheren Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, während der Zusammenhang bei Personen, die älter als 40 Jahre waren, mit 13 Prozent deutlich schwächer ausfiel.
Trotz der aktuellen Datenlage ist die ApoB-Messung bisher kein Teil des routinemäßigen Check-ups, bei dem etablierte Leitlinien, nach wie vor primär auf LDL-Grenzwerte zur Einschätzung des Atherosklerose-Risikos setzen.
„LDL- und Nicht-HDL-Cholesterin liefern nach wie vor nützliche Informationen, so Kohli-Lynch, Korrespondenzautorin der in „JAMA Network“ veröffentlichten Simulationsstudie. Doch ApoB stehe in einem direkteren Zusammenhang mit dem Herzinfarktrisiko, da es die Anzahl der schädlichen, cholesterinhaltigen Partikel im Blut widerspiegelt.
Für manche Menschen – insbesondere für diejenigen mit Diabetes, Fettlebererkrankung oder Adipositas – hilft diese zusätzliche Klarheit den Ärzten bei der Entscheidung, wann mit der Behandlung begonnen werden sollte, bevor sich der Zustand zu etwas entwickelt, das nur schwer rückgängig zu machen ist.
Als Vorsorgeuntersuchung muss eine AboB-Messung in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung selbst bezahlt werden (Kostenpunkt: circa 20 bis 40 Euro).
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Grünkohl ist voller Calcium, das sehr bioverfügbar ist. - Foto: OlgaLepeshkina/iStock
In Kürze:
Unser Körper kann das Calcium aus Grünkohl besser aufnehmenals das von Milch.
Grünkohl enthält zudem weniger Oxalate als anderes Blattgemüse, was die Absorption zusätzlich verbessert.
Diese Kohlsorte ist zwar hoch bioverfügbar, kann aber nicht den gesamten Calciumbedarf decken.
Es lohnt sich, über den Tag verteilt verschiedene Lebensmittel, die Calcium enthalten, zu kombinieren.
Grünkohl, Braunkohl, Krauskohl, Federkohl, Ostfriesische Palme und so weiter. Diese Kohlsorte hat viele Namen – und genauso viele gesundheitliche Vorteile. Sie ist reich an Vitaminen und Mikronährstoffen.
Und das Beste an diesem Gemüse? Sein Calcium ist bioverfügbarer als das aus Milch oder anderem Blattgemüse. Das bedeutet, dass der menschliche Körper einen größeren Anteil davon aufnehmen und verwerten kann.
Was bedeutet Bioverfügbarkeit?
Wenn wir über Calcium in Lebensmitteln sprechen, konzentrieren wir uns meist darauf, wie viel ein Lebensmittel davon enthält. Doch die auf dem Etikett angegebene Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte, denn auch die Bioverfügbarkeit spielt eine Rolle.
So ergab eine Übersichtsarbeit, die im Jahr 2020 in der Fachzeitschrift „Cogent Food & Agriculture“ erschien, dass der Körper Calcium aus Grünkohl möglicherweise effizienter aufnimmt als aus vielen anderen pflanzlichen Lebensmitteln. In einigen Fällen ist die Aufnahme vergleichbar mit oder höher als die von Milch – einer wichtigen Calciumquelle für Personen, die sie trinken (können).
Die Absorptionsrate betrug laut den Forschern etwa 60 Prozent für Grünkohl und circa 32 Prozent für Milch. Das bedeutet, dass pro verzehrtem Milligramm fast doppelt so viel Calcium aus Grünkohl in unseren Körper gelangen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Grünkohl „besser“ ist, um den Tagesbedarf zu decken, denn Milch hat einfach eine viel höhere Dichte. Um die gleiche Menge Calcium aufzunehmen, die in einem Glas Milch (250 ml) steckt, muss man immer noch eine ordentliche Portion Grünkohl essen.
Doch nicht nur die Bioverfügbarkeit beeinflusst die Aufnahme von Calcium. Auch der Vitamin-D-Status spielt eine wichtige Rolle, denn das Sonnenvitamin fördert die Resorption im Darm. Selbst hoch bioverfügbare Calciumquellen können weniger wirksam sein, wenn der allgemeine Vitamin-D-Spiegel niedrig ist.
Ferner könnten zwei Lebensmittel einen ähnlichen Calciumgehalt haben, „ihre jeweiligen Resorptionsraten können jedoch dramatisch variieren“, schrieb Dr. Lauren Grawert in einer E-Mail an Epoch Times.
Der Kontrast wird noch deutlicher, wenn man Grünkohl mit anderem Blattgemüse wie Spinat vergleicht. Obwohl Spinat auf dem Papier calciumreich ist, schränkt sein hoher Oxalatgehalt die Calciumaufnahme erheblich ein.
Oxalate sind natürlich vorkommende Verbindungen, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind. Sie binden sich im Verdauungstrakt an Calcium, wodurch Verbindungen entstehen, die der Körper ausscheidet, anstatt sie aufzunehmen.
Grünkohl sticht unter den Blattgemüsen durch seinen hohen Calciumgehalt hervor. Da er relativ wenig Oxalate enthält, steht ein größerer Anteil seines Calciums für die Aufnahme zur Verfügung.
Eine Studie der Purdue University schätzte die Absorptionsrate von Calcium aus Grünkohl sogar höher ein als die in der oben erwähnten Untersuchung ermittelten Werte. Demnach lag die Zahl bei etwa 76 Prozent. Die Rate bei Spinat war mit weniger als 1 Prozent hingegen extrem niedrig.
Eine im Jahr 2021 im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlichte Übersichtsarbeit bestätigte diese Ergebnisse und berichtete von einer fraktionierten Calciumaufnahme bei Spinat von nur etwa 5 Prozent. Die Werte für Grünkohl blieben aufgrund des geringeren Oxalatgehalts deutlich höher.
Das Calcium im Grünkohl ist zwar hoch bioverfügbar, doch die Absorptionseffizienz ist nur ein Teil der Gleichung. Die Gesamtcalciumzufuhr spielt nach wie vor eine Rolle, und hier stößt Grünkohl an seine praktischen Grenzen.
100 Gramm gegarter Grünkohl enthalten etwa 180 Milligramm Calcium. Die empfohlene Tageszufuhr für die meisten Erwachsenen liegt bei etwa 1.000 Milligramm. Um diesen Bedarf allein durch Grünkohl zu decken, müsste man täglich mehr als 0,5 Kilogramm davon essen – und das konsequent.
Aus diesem Grund wird Blattgemüse selten als einzige Calciumquelle herangezogen. „Grünkohl kann zwar nicht den gesamten Calciumbedarf decken, aber er kann sicherlich einen Beitrag dazu leisten“, sagte Dr. Grawert dazu.
Laut einer im Jahr 2019 in „Nutrients“ erschienenen Übersichtsarbeit zu Calciumquellen in der Ernährung liefert Grünkohl zwar Calcium. Im Vergleich zu mit Calcium angereicherten Lebensmitteln enthält er allerdings nur relativ geringe Mengen.
Hartkäse, Milch und Joghurt sind nach wie vor die calciumreichsten gängigen Lebensmittel. Auch Nüsse und Samen können bedeutende Mengen an Calcium liefern. Gemüse wie Grünkohl enthält moderate Mengen an Calcium, doch die Gesamtzufuhr variiert stark je nach Ernährungsgewohnheiten.
In vielen westlichen Ländern liefern Milchprodukte den Großteil des Calciums in der Ernährung. In einigen asiatischen Bevölkerungsgruppen stammt Calcium stärker aus pflanzlichen Lebensmitteln, auch wenn die Gesamtzufuhr oft geringer ist.
Wie Sie Grünkohl als Calciumquelle in die Ernährung einbauen
In der Praxis ist es am besten, Grünkohl mit anderen calciumreichen Lebensmitteln zu kombinieren. Dazu gehören unter anderem:
Milchprodukte,
mit Calcium angereicherte pflanzliche Milchalternativen und Cerealien,
Hülsenfrüchte,
Nüsse,
Samen.
Grünkohl im Salat zum Mittagessen, Milch oder eine mit Calcium angereicherte pflanzliche Alternative im Kaffee oder in Smoothies sowie Hülsenfrüchte zum Abendessen können gemeinsam dazu beitragen, den Calciumbedarf zu decken.
„Wenn Sie sich pflanzlich oder vegan ernähren, kann der Verzehr von Grünkohl dabei helfen, die benötigten Mengen an Calcium, Vitamin K und Ballaststoffen zu decken – allesamt wichtige Nährstoffe für gesunde Knochen“, meinte Dr. Grawert.
Anstatt sich auf ein einzelnes Lebensmittel zu verlassen, bestehe die effektivste Strategie darin, über den Tag verteilt mehrere moderate Calciumquellen zu kombinieren, fügte Osteopathin Dr. Shernell Surratt-Gary hinzu.
„Erhöhen Sie Ihre Calciumzufuhr, indem Sie Chiasamen, Sesam, Leinsamen und Mandeln in Ihre Ernährung integrieren“, schrieb sie in einer E-Mail an Epoch Times. „Hülsenfrüchte und Bohnen wie schwarze Bohnen, Linsen und Kichererbsen sind allesamt hervorragende Calciumquellen.“
Das Fazit lautet also: Grünkohl trägt zur Calciumzufuhr bei. Er ist allerdings Teil des Ganzen und nicht der treibende Faktor.
Farben und Symbole helfen Demenzerkrankten bei der Orientierung - auch im Tagesablauf. (Symbolbild) - Foto: picture alliance / dpa
Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland könnte bis zum Jahr 2060 auf bis zu 2,1 Millionen steigen.
Das ergaben Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln, wie die Universität Trier am Montag mitteilte. Aktuell sind rund 1,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik von der Krankheit betroffen.
Die Prognose basiert auf einem neuartigen Simulationsverfahren der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe Mikrosim.
Ralf Münnich von der Wirtschafts- und Sozialstatistik der Universität Trier, der die Gruppe leitet, sagte, die Modelle erlaubten Vorhersagen zu allen erdenklichen demografischen Fragen bis hinab auf die Haushaltsebene. Die Forscher erweiterten ihre Modelle um epidemiologische Kennzahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Höherer Anteil auf dem Land
Die Studie zeigt ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land. Während in München für 2060 ein Anteil von 1,7 Prozent Demenzerkrankungen errechnet wird, sind es im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster 6,2 Prozent.
Auch die Belastung für die Erwerbstätigen steigt: Kamen 2020 nur 2,6 Personen mit Demenz auf 100 Erwerbstätige, könnte diese Zahl in der schlechtesten Prognose für 2060 auf 4,7 steigen, in einzelnen Kreisen sogar auf fast 21.
Den Forschern zufolge handelt es sich um konservative Schätzungen, die die untere Grenze der erwartbaren Fallzahlen darstellen. Durch Präventionsmaßnahmen wie die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes ließe sich die Zahl aber bei 1,3 bis 1,5 Millionen Fällen stabilisieren. (dts/red)
Energieknotenpunkte: Durch Nadeln oder Druck an spezifischen Akupunkturpunkten entlang der Meridiane wird der Fluss von Qi und Blut gezielt reguliert. - Foto: peakSTOCK/iStock
Kuo-Pin Wus kleiner Sohn wurde auf dem Rücksitz plötzlich kreidebleich, ihm war schwindelig und übel. Keine Apotheke weit und breit.
Der erfahrene TCM-Arzt drückte einfach einen Punkt am Fuß seines Sohnes – und 3 Minuten später war alles wieder gut.
„Er sagte, ihm sei schlecht“, erzählt Wu, der seit 20 Jahren als Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) arbeitet und die taiwanesische Xinyitang-TCM-Klinik leitet, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Ich beugte mich zu ihm hinunter und drückte auf einen Punkt an seinem Fuß. Der Bereich war sehr verspannt, wie ein Knoten. Nach ein paar Minuten sanfter Massage verschwanden die Übelkeit, der Schwindel und die Blässe wieder.“
„Das Ganze dauerte weniger als drei Minuten.“ Der Punkt, den er drückte, ist einer von vielen Akupunkturpunkten, die in der TCM genutzt werden, um den Magen schnell zu beruhigen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
Doch was genau passiert, wenn man Akupunkturpunkte drückt, und gibt es wissenschaftliche Belege dafür?
Wie Akupressur funktioniert
Aus Sicht der TCM wird der Körper von einem unsichtbaren Netzwerk durchzogen, das als Meridiansystem bezeichnet wird. Das Meridiannetzwerk verbindet die inneren Organe mit der Körperoberfläche und dient als Hauptverkehrsweg für zwei wichtige Substanzen:
Qi, die Lebensenergie und „Antriebskraft“ des Körpers, und Blut, die nährende Substanz, die alle Gewebe und Funktionen versorgt.
Entlang der Meridiane befinden sich spezifische Akupunkturpunkte – winzige funktionelle „Knotenpunkte“, die mit Nadeln (Akupunktur) oder durch Druck (Akupressur) stimuliert werden können, um den Qi- und Blutfluss zu beeinflussen.
Wenn Qi und Blut aus dem Gleichgewicht geraten – sich zu sehr auf einen Bereich konzentrieren oder an anderer Stelle blockiert sind –, treten laut TCM Symptome auf.
Müdigkeit, Schlafstörungen, ein Engegefühl in der Brust oder chronische Schmerzen können allesamt auf ein inneres Ungleichgewicht hindeuten.
Die TCM-Praktikerin Yingta Lee erklärte das Konzept anhand eines einfachen Bildes.
„Es ist wie bei einem Boot mit 100 Passagieren: Wenn 90 von ihnen zum Bug eilen, kippt das Boot nach vorne“, sagte sie. „Wenn sich die Passagiere wieder verteilen, wird das Boot stabil.
Das Grundprinzip der Akupressur funktioniert auf ähnliche Weise, indem sie Qi und Blut neu verteilt, damit der Körper sein Gleichgewicht wiedererlangen kann.“
Akupunkturpunkte befinden sich oft in Bereichen, die reich an Nerven, Blutgefäßen und Faszien sind. Das Drücken dieser Punkte kann laut TCM:
das autonome Nervensystem regulieren – den Wechsel von „Kampf oder Flucht“ hin zu „Ruhe und Verdauung“ bewirken
die Mikrozirkulation verbessern
Schmerzbahnen im Gehirn und Rückenmark beeinflussen
„Aus Sicht der Schulmedizin hilft Akupressur dabei, das autonome Nervensystem zu regulieren“, sagte Grace Zhang, TCM-Praktikerin und zugelassene Akupunkteurin am Northern Medical Center in Middletown, New York, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Wenn bestimmte Akupunkturpunkte gedrückt werden, bemerken Menschen oft, dass sich ihr Körper allmählich entspannt und ihre Stimmung sich hebt. Dies geschieht, weil die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems (des Ruhe-und-Verdauungs-Systems) die Durchblutung verbessert und die natürliche Entspannungsreaktion des Körpers auslöst.“
Gibt es Meridiane wirklich?
Meridiane sind nicht so sichtbar wie Arterien und Venen, was zu Skepsis geführt hat. Neue bildgebende Verfahren zeigen jedoch faszinierende Muster.
In einer Studie aus dem Jahr 2021 injizierten Forscher der Harvard Medical School und der China Academy of Chinese Medical Sciences fluoreszierende Farbstoffe in Akupunkturpunkte auf dem Perikardmeridian.
Der Farbstoff wanderte langsam entlang einer Linie, die bei den meisten Teilnehmern dem klassischen Meridianverlauf entsprach – ein Effekt, der nicht zu beobachten war, wenn der Farbstoff in nahegelegene Bereiche ohne Akupunkturpunkte injiziert wurde.
Das unsichtbare Meridiannetzwerk der TCM verbindet Organe und Körperoberfläche, um Qi (Lebensenergie) und Blut zu transportieren. Nadeln oder Druck auf die Akupunkturpunkte entlang dieser Bahnen stimulieren und regulieren diesen Fluss gezielt.
Foto: PeterHermesFurian/iStock
„Diese Linien lassen sich nicht auf Blutgefäße oder Lymphgefäße zurückführen“, schrieben die Forscher.
Stattdessen scheinen sie linearen Bahnen zu folgen, die den Meridianen ähneln.
Akupressur im Alltag
Das Erlernen einiger gut ausgewählter Akupunkturpunkte kann die Hände zu einem einfachen Selbsthilfewerkzeug für häufige, nicht akute Symptome machen.
1. Magen und Darm beruhigen
Übelkeit spricht sehr gut auf Akupressur an. Sowohl die TCM als auch die moderne Forschung zeigen, dass bestimmte Punkte den Magen schnell beruhigen und die Signalübertragung zwischen Darm und Gehirn regulieren können.
Bereiche, die sich ungewöhnlich empfindlich oder verspannt anfühlen, können auf ein Ungleichgewicht hindeuten. In der Regel ist sanfter, gleichmäßiger Druck am wirksamsten.
Großvater-Enkel (Gongsun)
„Großvater-Enkel“ war der Punkt, den Wu auf den Fuß seines Sohnes drückte, als dieser sich unwohl fühlte. Als Wu diesen Punkt drückte, bemerkte er, dass er sich ungewöhnlich angespannt anfühlte, was auf ein inneres Ungleichgewicht hindeutete.
Das sanfte Massieren des Akupunkturpunkts kann helfen, Blockaden zu lösen und den reibungslosen Fluss von Qi und Blut wiederherzustellen, wodurch die Symptome schnell gelindert werden.
Lage: Am inneren Rand des Fußes. Hinter dem Großzehengelenk liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung direkt unterhalb und vor dem Mittelfußknochen.
Hauptwirkungen
Lindert Übelkeit, Reisekrankheit und Autokrankheit
Lindert Blähungen und Bauchbeschwerden
Unterstützt die Verdauungsfunktion
Innerer Durchgang (Neiguan)
Der „Innerer Pass“ ist einer der am besten untersuchten Punkte gegen Übelkeit. Eine randomisierte Studie unter Patientinnen nach gynäkologischen Operationen ergab, dass Akupressur am Inneren Pass postoperative Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduzierte und das Wohlbefinden verbesserte.
Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen haben ebenfalls gezeigt, dass die Stimulation dieses Punktes durch Chemotherapie verursachte sowie postoperative Übelkeit und Erbrechen lindern kann.
Viele handelsübliche Armbänder zur Linderung von Reisekrankheit zielen auf diesen Punkt ab.
Lage: Am inneren Unterarm, drei Fingerbreit oberhalb der Handgelenksfalte, zwischen zwei hervortretenden Sehnen.
Hauptwirkungen
Lindert Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit
Lindert Engegefühl in der Brust und Herzklopfen
Beruhigt Angstzustände und stressbedingte Magenbeschwerden
2. Linderung von Kopfschmerzen
Klinische Studien haben gezeigt, dass Akupunkturprotokolle, einschließlich „Hundert Verbindungen“, die Häufigkeit und Schwere von Migräne und Spannungskopfschmerzen im Vergleich zu Scheinakupunktur oder konventioneller Behandlung verringern können.
Hundert Verbindungen (Baihui)
„Hundert Verbindungen“ oder „Hundert Zusammenkünfte“ ist ein entscheidender Punkt am Scheitel, da er der Schnittpunkt der Yang-Meridiane des Körpers ist.
Er wird häufig in Akupunkturprotokollen bei Kopfschmerzen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
Er ist auch sehr hilfreich, um wachsam und klar im Kopf zu bleiben.
Lage: Auf dem Scheitel, am Schnittpunkt der Körpermittellinie und einer Linie, die zwischen den Ohrspitzen gezogen wird; oft als leichte Vertiefung spürbar.
Hauptwirkungen
Hilft bei der Linderung von Kopfschmerzen und Schwindel
Stellt die Wachsamkeit wieder her und klärt den Geist
3. Wachsamkeit wiederherstellen
In der TCM bilden „Hundert Verbindungen“ und „Schulterbrunnen“ ein energetisches Paar – eines „oben“, eines „unten“.
„Wenn der Punkt ‚Hundert Verbindungen‘ stimuliert wird, steigt das Qi auf; wenn der Punkt ‚Schulterbrunnen‘ gedrückt wird, sinkt das Qi ab“, sagte Lee gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Beide zu stimulieren ist wie das Öffnen beider Enden eines Stromkreises – dies ermöglicht es der Energie, sich zu bewegen, und dem Bewusstsein, sich zu klären.“
Schulterbrunnen (Jianjing)
Der „Schulterbrunnen“ befindet sich am höchsten Punkt der Schulter, in einer kleinen Vertiefung, die wie ein Brunnen aussieht.
In Kung-Fu-Filmen führt ein „Messerhand“-Schlag auf die Schulter oft dazu, dass eine Figur in Ohnmacht fällt.
Lachend sagte Lee: „Die Idee dahinter ist, dass der ,Schulterbrunnen-Punkt‘ einen Schock erleidet, wodurch das Qi plötzlich absinkt und die Durchblutung des Gehirns kurzzeitig abnimmt, was zu Bewusstlosigkeit führt.“
Lage: In der Mitte der Schulter, auf einer Linie zwischen dem hervorstehenden Halswirbel und der Schulterspitze.
Hauptwirkungen
Lindert Verspannungen im Nacken und in den Schultern
Hilft, die Wachsamkeit wiederherzustellen und Schläfrigkeit oder Müdigkeit zu bekämpfen
Unterstützt die Auflösung von „stagnierendem“ Qi im Oberkörper
Vorsicht: Da eine kräftige Stimulation an diesem Punkt Gebärmutterkontraktionen auslösen kann, raten traditionelle Texte schwangeren Frauen, Druck oder Klopfen an diesem Punkt zu vermeiden.
4. Hilft bei Schlaflosigkeit
Das „Geisttor“ – eine kleine Vertiefung am inneren Handgelenk – ist ein Schlüsselpunkt bei Schlaflosigkeit.
Eine Studie mit Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen ergab, dass Akupressur am Geisttor-Punkt die Schlafqualität verbesserte und Schlaflosigkeit reduzierte, wobei die positiven Effekte noch mehrere Wochen nach Behandlungsende anhielten.
Eine systematische Übersichtsarbeit zu randomisierten Studien kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Stimulation des Geisttors bei der Behandlung von Schlaflosigkeit wirksam und sicher zu sein scheint.
Geistestor (Shenmen)
Das „Geistestor“ dient als „Tor“, durch das das Qi des Herzmeridians ein- und austritt. Da es den Geist beruhigen und den Verstand stabilisieren kann, wurde es „Tor des Geistes“ genannt.
Lage: An der Handgelenksfalte auf der Seite des kleinen Fingers, in der kleinen Vertiefung direkt hinter der Sehne, auf Höhe der Verbindung zwischen kleinem und Ringfinger.
Hauptwirkungen
Fördert einen erholsamen Schlaf
Lindert Angst und Panik
5. Augenbelastung lindern
Wu merkte an, dass Akupressur im Bereich der Augen sehr wirksam sein kann, um Augenbeschwerden zu lindern.
Augenbelastung geht selten auf einen einzigen Punkt zurück. Längerer Bildschirmgebrauch kann die Muskeln, Nerven und die Durchblutung rund um die gesamte Augenhöhle belasten.
Aus diesem Grund nutzt die TCM mehrere sich ergänzende Bereiche, um die Durchblutung und Entspannung zu fördern. Führt man mit den Fingerkuppen 30 bis 60 Sekunden lang leichte, kreisende Bewegungen an jedem Punkt aus.
„Viele Menschen drücken zu fest“, sagte er. „Das Gewebe um die Augen ist äußerst empfindlich. Übermäßiger Druck kann die Anspannung verstärken, anstatt sie zu lindern. Sanfte, kreisende Bewegungen wirken am besten.“
Wu schlägt einen noch einfacheren Ansatz vor.
„Man muss sich die einzelnen Punkte nicht merken“, sagte er. „Ein langsames Massieren der Augenhöhle in kleinen Kreisen – sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn – reicht oft aus, um Ermüdungserscheinungen zu lindern und das Wohlbefinden wiederherzustellen.“
Tränenbehälter (Chengqi)
Lage: Direkt unterhalb der Pupille, in einer kleinen Vertiefung entlang des Augenhöhlenknochens, wenn die Augen geradeaus blicken.
Hauptwirkungen: Fördert die Durchblutung im Bereich der Augen
Strahlende Augen (Jingming)
Lage: Etwas oberhalb des inneren Augenwinkels, in einer kleinen Vertiefung des Augenhöhlenknochens.
Hauptwirkungen
Lindert Augenermüdung und -schmerzen
Hilft bei verschwommenem Sehen und beginnender Kurzsichtigkeit
Bambusansammlung (Cuanzhu)
Lage: In der Vertiefung am inneren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
Lindert Augenüberanstrengung und Stirnkopfschmerzen
Löst Verspannungen im Stirnbereich
Seidenbambus-Vertiefung (Sizhukong)
Lage: In der Vertiefung am äußeren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
Lindert trockene Augen, Ermüdung und verschwommenes Sehen
Lindert Schläfenkopfschmerzen und Schwindel
6. Ermüdung lindern
In der TCM gilt das Ur-Qi als die tiefste Lebensenergiereserve des Körpers – die Kraftquelle für alle physiologischen Funktionen. Zwei Schlüsselpunkte am Unterbauch werden als „Ladeanschlüsse“ für dieses System angesehen.
Ursprungstor (Guanyuan)
Lage: Etwa vier Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
Stärkt das Ur-Qi und die allgemeine Vitalität
Wärmt und unterstützt die Verdauungsfunktion
Qi-Meer (Qihai)
Lage: Etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
Unterstützt die Energie, insbesondere bei chronischer Müdigkeit
Reguliert den Qi-Fluss im Unterleib
Zhang empfiehlt, den Unterleib in langsamen, im Uhrzeigersinn verlaufenden Kreisen zu massieren, wobei der natürlichen Richtung der Darmbewegung gefolgt wird.
7. Müde Beine beruhigen
Nach dem Sport, beim Wandern oder nach langen Spaziergängen greifen viele Menschen instinktiv zu Eispackungen. Der TCM-Praktiker Ye Qi-min sagte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, dass Kälte laut Ansicht der TCM bei Qi- und Blutstauungen die Symptome verschlimmern kann, indem sie die Durchblutung einschränkt und die Stauung im Gewebe festhält.
Stattdessen wendet er Akupressur in Kombination mit sanfter Wärme an, um die Durchblutung anzuregen und Schmerzen zu lindern.
Quellende Quelle (Yongquan)
Lage: An der Fußsohle. Wenn die Zehen leicht gekrümmt sind, liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung an der Verbindungsstelle zwischen dem vorderen Drittel und den hinteren zwei Dritteln der Fußsohle.
Hauptwirkungen
Reduziert Müdigkeit und Schweregefühl in den Beinen
Lindert Schwellungen und Schmerzen in den unteren Gliedmaßen
Beruhigt den Geist und fördert den Schlaf
Stützender Berg (Chengshan)
Lage: Auf der Rückseite des Unterschenkels, in der V-förmigen Vertiefung direkt unterhalb der Wölbung des Wadenmuskels, wenn das Bein gestreckt oder die Ferse angehoben ist.
Hauptwirkungen
Lindert Verspannungen und Krämpfe in der Wade
Fördert die Blut- und Qi-Zirkulation in den Beinen
Mitte der Kniekehle (Weizhong)
Lage: Am Mittelpunkt der Kniekehle, an der tiefsten Stelle der Falte hinter dem Knie.
Hauptwirkungen
Hilft bei der Auflösung von Blutstauungen in den Beinen
Lindert Verspannungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur
Ye kombiniert diese Punkte oft mit warmer Luft aus einem Föhn – damit lässt sich ein größerer Bereich abdecken, falls man die genauen Stellen nicht exakt finden kann.
„Ein Föhn kann die wärmende Wirkung der Moxibustion, eine sanfte Wärmetherapie mit getrocknetem Beifuß, nachahmen“, sagte er. „Den Föhn ruhig in der Hand und über den Punkt halten – nicht hin und her schwenken – und die Hitze immer zuerst mit der eigenen Hand prüfen.
Für ältere Erwachsene mit schlechter Durchblutung ist es sicherer, durch die Kleidung zu erwärmen, um Verbrennungen zu vermeiden.“
So wendet man Akupressur an
Akupressur wirkt am besten, wenn man sie als Kommunikation mit dem Körper betrachtet und nicht als kräftigen Druck. Das Ziel ist nicht, den Schmerz zu überwinden, sondern sanft die Durchblutung, Entspannung und das Gleichgewicht des Nervensystems zu fördern.
Bevor man beginnt, sollte man sich in eine bequeme Position setzen oder legen. Dann ein paar Mal langsam ein- und ausatmen und den Körper entspannen lassen. Ein ruhiger Zustand hilft dabei, dass die Wirkung der Akupressur schneller einsetzt.
Die Wahl der richtigen Technik hängt von der Art der Symptome und dem zu behandelnden Bereich ab. Bei Verspannungen, Stress oder empfindlichen Regionen – wie Gesicht, Augen oder Bauch – sind sanftere Methoden in der Regel wirksamer.
Bei tieferen Muskelverspannungen oder lang anhaltender Steifheit können festere Techniken angebracht sein, solange sie angenehm bleiben.
Im Folgenden findet man einige grundlegende Techniken und wann sie anzuwenden sind:
Reiben: Einen Finger oder die Handfläche auf den Punkt legen und kleine, langsame Kreise machen. Reiben eignet sich ideal zur Entspannung, zum Stressabbau, bei Überanstrengung der Augen und bei Bauchbeschwerden.
Kneten: Mit der Fingerspitze oder dem Fingerknöchel einen tieferen, gleichmäßigen Druck ausüben. Kneten eignet sich gut bei Muskelverspannungen, Verspannungen in Schultern und Nacken oder chronischer Steifheit.
Zwicken: Die Stelle sanft mit Daumen und Zeige- oder Mittelfinger zwicken. Zwicken sorgt für eine moderate Stimulation und wird oft bei schleppender Durchblutung oder Müdigkeit angewendet.
Schneiden: Die Kante eines Fingernagels für eine kurze, präzise Stimulation verwenden. Die Schneidetechnik wird sparsam eingesetzt, meist zur schnellen Belebung oder bei starker Stagnation, und sollte nicht an empfindlichen Stellen angewendet werden.
Jede Technik sollte etwa 3 bis 5 Sekunden lang angewendet und drei- bis fünfmal wiederholt werden. Dann langsamen, gleichmäßigen Druck ausüben und nach einem Gefühl suchen, das angenehm schmerzt – aber nicht scharf oder stark schmerzhaft ist.
Ein leichtes Gefühl von Schmerz, Wärme, Schwere oder Kribbeln ist normal und oft ein gutes Zeichen. In der TCM deutet Empfindlichkeit an einem Akupunkturpunkt oft darauf hin, dass der Bereich aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die Atmung sollte natürlich und die umliegenden Muskeln entspannt sein, während man den Druck ausübt.
Wenn sich der Zustand nach einigen Minuten Akupressur nicht bessert, verwendet man möglicherweise den falschen Punkt, oder das Problem erfordert eine professionelle medizinische Untersuchung.
Wenn die Wirkung bei wiederholten Sitzungen nachlässt, kann dies auf eine Überstimulation hindeuten – dann sollte man den Bereich ruhen lassen oder zu anderen Punkten wechseln.
Wann Akupressur vermieden werden sollte
In bestimmten Situationen sollte Akupressur mit Vorsicht angewendet oder ganz vermieden werden:
Lokale Hautinfektionen, Entzündungen oder offene Wunden
Extreme Schwäche oder längeres Fasten
Blutungsneigung oder Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
Schwere systemische Entzündungs- oder Autoimmunerkrankungen – nur unter fachlicher Anleitung anwenden
Schwangerschaft – in dieser Lebensphase sollen starke Stimulationen an den Punkten „Schultergrube“, „Ursprungstor“ und „Qi-Meer“ vermieden werden.
Tägliche Selbstfürsorge
„Akupressur ist ein wirkungsvolles Mittel zur täglichen Selbstfürsorge“, sagte Lee.
Die TCM legt Wert darauf, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen, bevor sie entstehen.
„Man muss nicht warten, bis man ernsthaft krank ist – schon wenige Minuten täglich, um Qi und Blut zu regulieren, können helfen, zu verhindern, dass aus vielen kleinen Problemen etwas Größeres wird“, sagte Lee.
Mit ein wenig Übung können die Fingerspitzen zu einer Brücke zwischen alter medizinischer Weisheit und dem modernen Alltag werden.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Eine neue Verordnung konkretisiert verschiedene Definitionen rund um Milch und Milchprodukte. - Foto: Sina Schuldt/dpa
Was ist wirklich „frisch“? Was bedeutet „laktosefrei“ genau? Und wie sieht es mit dem Zusatz von Vitaminen in Milchprodukten konkret aus? Mit dem Inkrafttreten der Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) am 14. Juni 2026 fasst Deutschland mehrere bisher getrennte Regelwerke für Milch und Milcherzeugnisse in einer Verordnung zusammen.
Regeln an EU-Recht angepasst
Die Verordnung enthält neue Definitionen und präzisiert Bezeichnungen für verschiedene Milchprodukte.
So ist erstmals der Begriff „laktosefrei“ einheitlich geregelt. Hersteller dürfen diesen Begriff nur verwenden, wenn das Erzeugnis höchstens 0,1 Gramm Laktose je 100 Gramm oder 100 Milliliter enthält. Das gilt auch bei Trockenmilch und anderen Milcherzeugnissen in Pulverform. Auf der Verpackung muss der Laktosegehalt je 100 Gramm Pulver angegeben sein.
Auch die Bezeichnung „frisch“ erhält eine exaktere rechtliche Definition. Frischmilch muss bestimmte Anforderungen an die Wärmebehandlung erfüllen. Die Haltbarkeit ist auf drei Wochen begrenzt. Ultrahocherhitzte Milch (H-Milch) sowie Kondensmilch fallen nicht unter diese Bezeichnung und dürfen daher nicht als Frischmilch angeboten werden.
Bei den Angaben zur Wärmebehandlung vereinheitlicht die Verordnung die verschiedenen Bezeichnungen. Hersteller verwenden künftig die Begriffe „pasteurisiert“, „ultrahocherhitzt“ oder „sterilisiert“ beziehungsweise die Bezeichnung des tatsächlich angewandten Verfahrens. Bislang waren diese Begriffe auf verschiedene Verordnungen oder Regelungen verteilt.
Einzelne Nährstoffe bislang über empfohlenen Werten
Strengere Regeln gibt es zudem bei der Zusetzung von Vitaminen und Mineralstoffen. So deuteten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass die für eine optimale Gesundheit und ein ausgewogenes Wohlbefinden erforderlichen Zufuhrmengen einzelner Nährstoffe teilweise über den bislang empfohlenen Werten liegen könnten.
Für die Lebensmittelherstellung sieht der EU-Rechtsrahmen vor, dass nur Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden dürfen, die natürlicherweise in der Ernährung vorkommen oder regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden und als essenzielle Nährstoffe gelten. In der Ende November 2025 aktualisierten Fassung der Verordnung 1925/2006 heißt es dazu:
„Eine mögliche Kontroverse darüber, um welche essenziellen Nährstoffe es sich dabei handelt, sollte vermieden werden. Daher ist es zweckmäßig, eine Positivliste dieser Vitamine und Mineralstoffe zu erstellen.“
Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt diese Entwicklung. „Es ist nicht unbedingt gesundheitsförderlich, wenn der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich überschritten wird. Das kann sogar kritisch werden. Insofern ist diese Regelung zu begrüßen“, zitiert sie der „Mitteldeutsche Rundfunk“.
Das Ebolavirus im Fokus der Weltgesundheitsorganisation. - Foto: Motortion/iStock
In Kürze:
Alle paar Jahre sorgt ein Ebola-Ausbruch für Schlagzeilen, doch das Virus blieb trotz hoher Sterblichkeit weitgehend auf Afrika beschränkt.
Anders als bei COVID-19 oder Grippe überträgt es sich nicht über die Luft, sondern nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, weshalb Ausbrüche meist lokal begrenzt bleiben.
Der aktuelle Ausbruch wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es keine Impfstoffe gibt. Das Risiko außerhalb Afrikas ist jedoch sehr gering.
Alle paar Jahre macht ein tödlicher Ebola-Ausbruch internationale Schlagzeilen. Allerdings blieb das Virus trotz seiner Gefährlichkeit weitgehend auf Afrika beschränkt und hat sich nie groß auf andere Teile der Welt ausgebreitet.
Geringe Übertragbarkeit
Alle bekannten Ebolaviren, die beim Menschen Krankheiten auslösen können, kommen in Afrika vor, sagte Dr. John Schieffelin, Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektionskrankheiten an der Tulane University School of Medicine, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
„Nach dem heutigen Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass sie in Zukunft außerhalb Afrikas auftreten werden“, es sei denn, es käme zu größeren und häufigeren Ausbrüchen, sagte Schieffelin.
Das Ebolavirus stammt wahrscheinlich von Viren in Fledermäusen. Wissenschaftler haben genetisches Material von Ebolaviren in Fledermäusen nachgewiesen, die spezifisch für Afrika sind.
Im Gegensatz zu Erkrankungen wie COVID-19 und Influenza wird Ebola nicht über Aerosole übertragen, sondern durch direkten menschlichen Kontakt und Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes, Speichel, Blut und kontaminierte Kleidung.
Daher beschränkten sich die Ausbrüche meist auf enge Kontaktpersonen und medizinisches Fachpersonal und weiteten sich nicht auf die allgemeine Bevölkerung aus. Die Ausbrüche ereignen sich oft in ländlichen Gebieten.
Einheimische infizieren sich vor allem durch den Verzehr von Buschfleisch, bei der Pflege kranker Menschen oder durch bestimmte Bestattungsrituale.
„Ich war in der Region. Es ist ein sehr, sehr armer Teil der Welt“, sagte Dr. John Sinnott, medizinischer Direktor für globale Gesundheit am Tampa General Hospital, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Dr. Georges C. Benjamin, CEO der American Public Health Association, sagte: „Morgens gehen Frauen oft hinaus und finden tote Tiere auf dem Boden, die sie als Fleisch verwerten. Das nennt man Buschfleisch.“
Er erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, dass die Wahrscheinlichkeit eines großen Ebola-Ausbruchs in den Vereinigten Staaten sehr gering sei: „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Fall haben werden, ist mäßig.“
Schon ein einziger Fall ist schwerwiegend
Im Gegensatz zu SARS-CoV-2, das moderate oder leichte Verläufe verursachen oder Menschen sogar asymptomatisch infizieren kann, ist Ebola viel virulenter.
„Schon die Feststellung eines einzigen Ebola-Falls reicht aus, um einen Ausbruch zu erklären“, sagte Dr. Jennifer Serwanga, Immunologin und stellvertretende Forschungsdirektorin am Uganda Virus Research Institute, gegenüber Epoch Times.
Ebola hat eine hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent, sodass nur wenige Menschen überleben, die ihre Immunität gegen das Virus weitergeben.
Da Fälle zudem oft in ländlichen Gebieten auftreten, können neue Ausbrüche an Orten auftreten, an denen das Virus zuvor noch nie aufgetreten ist und sich somit keine Herdenimmunität gebildet hat.
„Ebola unterscheidet sich von Masern oder Grippe“, sagte Sinnott. „Es lebt nicht dauerhaft in menschlichen Populationen. Stattdessen springt es – wiederholt – von Tieren auf Menschen über, verbreitet sich durch Kontakt bei der Pflege und Trauerarbeit und verschwindet dann wieder.“
Sobald Ebolaviren Menschen infizieren, vermehren sie sich laut Untersuchungen rasch mit großer Anzahl in den Immunzellen, was eine verstärkte Immunreaktion auslöst und einen Zytokinsturm verursacht.
„Ebola unterscheidet sich stark von allen anderen Viruserkrankungen“, sagte Serwanga. „Es zerstört alle Organe und führt dazu, dass fast alle Organe zu bluten beginnen.“
Das Virus verursacht Risse in den Blutgefäßen, was zu inneren und äußeren Blutungen führt.
Es ist vor allem deshalb so schwer übertragbar, weil Menschen selten damit in Kontakt kommen. Aber sobald man ihm ausgesetzt ist, kann es leicht zu einer Infektion kommen.
„Ebola produziert sehr viel Körperflüssigkeit. […] Es ist so viel, dass sich Menschen bei direktem Kontakt ziemlich leicht anstecken“, sagte Benjamin.
Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden in der Vergangenheit beispielsweise nicht bei der Versorgung der Patienten angesteckt, sondern beim Ausziehen der Schutzkleidung, sagte er.
Es gibt verschiedene Viren, die Ebola auslösen können.
Seit dem großen Ebola-Ausbruch von 2014 bis 2016 wurden Impfstoffe und antivirale Medikamente entwickelt. Für das Bundibugyo-Virus, das den aktuellen Ausbruch verursacht hat, gibt es jedoch keine verfügbaren Behandlungen oder Impfstoffe.
Das mysteriöse Bundibugyo
Der aktuelle Ausbruch wird durch eine seltene Art des Ebolavirus namens Bundibugyo verursacht, benannt nach dem Ort des ersten Ausbruchs im Jahr 2007.
Das Bundibugyo-Virus unterscheidet sich genetisch zu etwa 30 Prozent von anderen Ebolaviren, und vieles ist noch unbekannt. Obwohl häufigere Ebolaviren bei Ratten nachgewiesen wurden, wurde Bundibugyo bei Tieren laut Forschungen noch nicht gefunden.
„Die Ungewissheit ist die größte Sorge“, sagte Schieffelin. „Was das klinische Erscheinungsbild angeht, haben wir nicht viele Informationen. Dies ist erst der dritte Ausbruch des Bundibugyo-Virus, bei dem bisher weniger als 200 Fälle identifiziert wurden.“
Der neue Ausbruch wurde mit fast zweimonatiger Verspätung gemeldet, ähnlich wie bei früheren Bundibugyo-Ausbrüchen in den Jahren 2007 und 2012, bei denen die Erkennung jeweils mehr als einen Monat dauerte.
Wenn Ebola in Gebieten ausbricht, in denen es zuvor noch nicht aufgetreten ist, kann es zu Verzögerungen von Wochen bis Monaten kommen. In Gebieten, in denen es endemisch ist, wird es in der Regel schneller erkannt.
Dieser neue Ausbruchsort war in der Vergangenheit bereits ein Epizentrum für andere Ebola-Ausbrüche. Dennoch testeten die lokalen Behörden die ersten Fälle nicht auf das Bundibugyo-Virus – und verpassten so die frühe Erkennung.
Die frühen Symptome von Ebola können einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen ähneln, was ebenfalls zur Verzögerung bei der Erkennung beiträgt, sagte Sinnott.
„Ebola trägt eine Maske“, sagte Sinnott. „Die ersten Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und Erbrechen ähneln sehr stark denen von Malaria, Typhus, einer Lebensmittelvergiftung oder Schwangerschaftskomplikationen. Deshalb wird die Krankheit oft zu spät erkannt – und das Virus hat sich bereits weiter ausgebreitet.“
Das Unvorhersehbare
Serwanga, deren Heimatland Uganda an den Kongo grenzt, wo der aktuelle Ausbruch seinen Ursprung hat, sagte, dass die ugandischen Behörden wachsam seien.
„Der Kongo ist ein Nachbarland Ugandas, daher sind wir besorgt. Normalerweise gibt es einen Personenverkehr zwischen den Ländern, aber an der Grenze wurden einige Vorschriften erlassen, um den Personenverkehr von und nach Uganda zu minimieren“, sagte sie.
„Wir hatten zwei bestätigte Fälle, die alle aus dem Kongo stammten, und es wurden einige Maßnahmen ergriffen. Bisher haben wir keine neuen Fälle festgestellt.“
Die Herausforderung bei der Eindämmung von Ausbrüchen bestehe darin, sicherzustellen, dass ausreichende Ressourcen zur Verfügung stünden, sagte Schieffelin.
Die Weltgesundheitsorganisation ist jedoch durch den Hantavirusausbruch und den Rückzug der US-Agentur für internationale Entwicklung stark ausgelastet. Dadurch wurden laut Schieffelin die Erkennung, Nachverfolgung und Eindämmung des neuen Ebola-Ausbruchs beeinträchtigt.
Nach den Sorgen um das Hantavirus vor einigen Wochen zieht nun das Ebolavirus die Aufmerksamkeit auf sich. Es taucht immer wieder ein neuer Ausbruch auf.
Benjamin wies auf die Tatsache hin, dass sich die Welt verändere und vieles unvorhersehbar sei. „Die Menschen leben in einer dynamischen Welt“, sagte er.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Prävention nach Maß: Manche Menschen besitzen die richtige Genvariante, um ihr Diabetesrisiko mithilfe von hoch dosiertem Vitamin D zu mindern. - Foto: Rasi Bhadramani/iStock
Prädiabetes, die noch beschwerdefreie Vorstufe des Diabetes, betrifft in Deutschland etwa jeden fünften Erwachsenen.
Eine im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichte Studie zeigt nun, dass ein kostengünstiges Nahrungsergänzungsmittel diesen Weg aufhalten kann. Ob die Therapie anschlägt, entscheidet allerdings die genetische Veranlagung.
Der genetische Schlüssel zum Erfolg
Die Untersuchung basiert auf der Studie „Vitamin D and Type 2 Diabetes“, bei der mehr als 2.000 Erwachsene mit Prädiabetes über dreieinhalb Jahre täglich entweder 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D oder ein Scheinmedikament einnahmen. Zum Vergleich: Die normale Empfehlung für gesunde Erwachsene liegt bei fehlender körpereigener Bildung durch Sonnenlicht bei lediglich 800 Einheiten.
Während die Auswertung aller Teilnehmer zunächst keinen klaren Unterschied zeigte, brachte die Analyse der DNA den Durchbruch. Patienten mit spezifischen genetischen Varianten des Vitamin-D-Rezeptors, nämlich den Genvarianten „AC“ und „CC“ im sogenannten ApaI-Gen, sprachen stark auf das Vitamin an. Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken, sank um 19 Prozent. Rund 70 Prozent der Menschen tragen dieses Merkmal in sich. Die restlichen 30 Prozent mit der Variante „AA“ zeigten dagegen keinerlei Nutzen von der Einnahme in Bezug auf ihr Diabetesrisiko.
„Diabetes hat so viele schwerwiegende Komplikationen, die sich über Jahre hinweg langsam entwickeln“, sagte die Studienleiterin Bess Dawson-Hughes in einer Stellungnahme. „Wenn wir die Zeit, die eine Person mit Diabetes lebt, hinauszögern können, können wir einige dieser schädlichen Nebenwirkungen verringern oder deren Schweregrad mindern.“
Richtwerte und Risiken
Vor einer Einnahme sollte der Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmt werden, rät die Ernährungsberaterin Diana Cusa, die nicht an der Studie beteiligt war. Liegt ein Mangel vor, kann ein gezielter Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln, kombiniert mit einer Anpassung der Ernährung und mehr Aufenthalt im Freien, sinnvoll sein.
Höhere Dosen als 800 Einheiten sind normalerweise therapeutischen Zwecken vorbehalten. Eine unkontrollierte Überdosierung durch hoch dosierte Präparate kann laut Untersuchungen eine Hyperkalzämie auslösen und zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Dehydrierung, Verstopfung oder in schweren Fällen zu Nierensteinen oder Herzrhythmusstörungen führen. Langfristig hoch dosiertes Vitamin D wurde zudem bei älteren Menschen mit einem erhöhten Risiko für Stürze und Knochenbrüche in Verbindung gebracht.
Über das Sonnenlicht kann man sich zwar nicht überdosieren, dennoch ist für positive Effekte auf die Gesundheit eine moderate Sonnenexposition empfohlen und aufgrund des Hautkrebsrisikos Vorsicht vor zu langen Sonnenbädern und vor Sonnenbränden geboten.
Auf natürlichem Weg lässt sich der Vitamin-D-Haushalt zudem über die Ernährung unterstützen. Fetter Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Makrele sowie Rinderleber, Pilze und Eigelb sind gute Quellen. Da diese Lebensmittel reich an Proteinen und gesunden Fetten sind, tragen sie bei moderatem Verzehr ganz nebenbei zu einem stabilen Blutzuckerspiegel bei.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Unsichtbare Gefahr: Jedes Vape-Aroma hat eine eigene chemische Struktur, die den Körper auf unterschiedliche Weise schädigen kann. - Foto: 6okean/ iStock
Bunte Verpackungen und süße Aromen wie Mango, Vanille oder Erdbeere: E-Zigaretten stehen heute in fast jedem Kiosk und wirken optisch wie Begehrlichkeiten. Das Problem: Die süßen Aromen steigern nicht nur die Attraktivität und das Suchtpotenzial der Vapes. Die inhalierten Aromastoffe selbst bergen unberechenbare Gesundheitsrisiken für den Körper.
Die Gesundheitsrisiken von Aromen
Aromen sind Chemikalien, und jede hat eine eigene chemische Struktur, die zu unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen führen kann.
Irfan Rahman, Professor für Umweltmedizin an der Universität von Rochester, erklärte, dass es unter den Hunderten von untersuchten E-Zigaretten-Aromen zwei Hauptwege gibt, wie Aromastoffe giftig werden können:
Zu den giftigen Aldehyden, die in E-Zigaretten-Dämpfen nachgewiesen wurden, gehören Formaldehyd, Acrolein und Acetaldehyd.
Diese Verbindungen können das Lungenepithel entzünden und schädigen, was zu Husten, Keuchen, Brustschmerzen und im Laufe der Zeit zu irreversiblen Lungenschäden führt.
Fruchtaromen setzen besonders häufig Aldehyde frei, so Rahman.
Einige Aromastoffe sind für die Lunge giftig, auch ohne sich in Aldehyde zu zersetzen. Dazu gehören Aromastoffe wie Diacetyl, Acetoin und 2,3-Pentandion, die oft hinzugefügt werden, um buttrige Aromen wie Popcorn und Karamell zu erzeugen.
Andere Aromastoffe, von denen nachgewiesen wurde, dass sie Entzündungen, DNA-Schäden und Stress für die Lungenzellen verursachen, sind laut Studien unter anderem Zimt, Vanille, Erdbeere und Menthol.
Obwohl diese Chemikalien beim Verzehr als sicher gelten und oft ultraverarbeiteten Lebensmitteln wie im Laden gekaufter Margarine und Popcorn zugesetzt werden, können sie nicht sicher eingeatmet werden, sagte Rahman.
Im Gegensatz zur Leber, die Giftstoffe in weniger schädliche Bestandteile zerlegt, können die Lungen Giftstoffe nur entfernen, indem sie diese mit Schleim auffangen und dann zur Ausscheidung in den Verdauungstrakt leiten. Wenn mehr Giftstoffe in die Lungen gelangen, als diese beseitigen können, kann dies zu bleibenden Schäden führen.
Eine Studie an Arbeitern in Popcornfabriken, die Diacetyl ausgesetzt waren, ergab eine erhöhte Häufigkeit einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung, die später als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet wurde.
Selbst geschmacksneutrale E-Zigaretten bergen Risiken, darunter die Exposition gegenüber Schwermetallen, die manchmal in E-Liquids gelangen.
Die Hauptbestandteile von E-Zigaretten sind Propylenglykol und Glycerin. Obwohl die FDA diese Inhaltsstoffe als „allgemein als sicher anerkannt“ für den Verzehr einstuft, kann Erhitzen dazu führen, dass sie sich zersetzen und giftige Aldehyde freisetzen.
Nikotin und Sucht
Aromen machen E-Zigaretten attraktiver, insbesondere für Jugendliche.
Eine Studie unter der Leitung von Forschern der University of Southern California zeigte, dass Jugendliche, die andere Aromen als Menthol oder Tabak verwendeten, mit höherer Wahrscheinlichkeit weiterdampften und mehr Züge nahmen.
Die größte Sorge im Zusammenhang mit E-Zigaretten ist jedoch die darin enthaltene stark suchterzeugende Chemikalie Nikotin, die bis zu 2 Prozent der Inhaltsstoffe ausmacht.
„Die frühe Adoleszenz ist eine besonders anfällige Phase für die negativen Auswirkungen von Nikotin“, sagte Frances Leslie, Neuropharmakologin und emeritierte Professorin an der Universität von Kalifornien, Irvine, gegenüber Epoch Times in einer E-Mail.
In dieser Phase ist das Gehirn besonders formbar und die Exposition gegenüber Stressoren oder suchterzeugenden Substanzen kann leicht Fuß fassen.
Jugendliche können bereits bei geringerer Exposition als Erwachsene nikotinabhängig werden, was eine in dieser Phase beginnende Sucht laut einer in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“ veröffentlichten Studie schwerer rückgängig macht.
Mehr Züge durch Aromen: Süße Sorten steigern das Suchtrisiko, besonders bei Teenagern.
Foto: pixinoo/iStock
Störungen der Belohnungsbahnen im Gehirn können nicht nur den Substanzkonsum, sondern auch die Motivation, die Selbstkontrolle und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
Kinder, die Nikotin ausgesetzt sind, weisen nachweislich eine höhere Impulsivität, Unaufmerksamkeit und Depressionen auf, sagte Leslie.
Umfassende Risiken des Vapings
Obwohl Vaping allgemein als weniger schädlich als Rauchen gilt, birgt es dennoch erhebliche Gesundheitsrisiken.
„Vaping hat unmittelbare Auswirkungen wie Hyperreaktivität und das Auslösen von Asthma“, sagte Adam Leventhal, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der University of Southern California, gegenüber Epoch Times.
Studien zu den genauen Langzeitauswirkungen sind noch begrenzt.
„Chemikalien in E-Zigaretten haben biologische Wirkungen in vielen verschiedenen Organsystemen“, sagte Leventhal. „Wir wissen einfach nicht, welche Art von Schäden das verursachen kann.“
Vaping kann auch die Risiken für die Zahn- und Mundgesundheit erhöhen, so Rahman. Menschen, die dampfen, weisen laut Untersuchungen Raten an Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko für Karies auf.
Es gibt zudem immer mehr Hinweise auf Herzrisiken, darunter Bluthochdruck, sowie auf reproduktive Probleme wie erektile Dysfunktion.
Obwohl manche Gesundheitsinfluencer Nikotin als Wellnessprodukt für das Gehirn beworben haben, sind die Erkenntnisse gemischt. Eine kleine Studie mit 18 Erwachsenen zeigte eine kurzfristige Verbesserung des Gedächtnisses.
Andere Studien bringen Nikotinkonsum bei Jugendlichen jedoch mit einem schlechteren Gedächtnis in Verbindung.
Manche Menschen nutzen das Dampfen als vorübergehende Hilfe, um mit dem Rauchen aufzuhören.
„Es ist derzeit sicherlich weniger gefährlich [als Rauchen]“, sagte Leventhal.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen beim Vapen im Allgemeinen weniger Giftstoffen ausgesetzt sind als beim Rauchen.
Sicherheitsvorkehrungen der FDA und anhaltende Bedenken
Die FDA hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um den Konsum unter Minderjährigen zu verhindern und Menschen dazu zu ermutigen, das Rauchen aufzugeben.
Das Vape-Gerät muss über Bluetooth mit dem Smartphone des Nutzers verbunden sein, um verwendet werden zu können.
Die Nutzer müssen außerdem bestätigen, dass sie mindestens 21 Jahre alt sind. Das Gerät führt stichprobenartige biometrische Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass der registrierte Nutzer auch derjenige ist, der es benutzt.
Dennoch bleiben einige Experten besorgt.
Leslie sagte, dass die Zulassung von E-Zigaretten mit Fruchtaromen deren Attraktivität für Jugendliche erhöhen könnte.
„Obwohl diese dazu gedacht sind, erwachsenen Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen, könnten sie auch von Teenagern missbräuchlich verwendet werden“, sagte Leslie.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dr. Wafik El-Deiry untersuchte mit Kollegen Dutzende Publikationen zu Krebserkrankungen nach einer COVID-19-Impfung oder Coronavirusinfektion. - Foto: Inside Creative House/iStock
Im Rahmen einer Anhörung in Washington am 3. Juni erklärten Ärzte, dass COVID-19-Impfstoffe bei einigen Menschen Krebs verursachen könnten.
In diesem Zusammenhang schilderte Dr. Angus Dalgleish, emeritierter Professor für Onkologie an der University of London, seine eigenen medizinischen Beobachtungen. Er berichtete von Patienten, die völlig unerwartet an Krebs erkrankten, wobei ein auffälliger zeitlicher Zusammenhang bestand. Diese Erkrankungen traten nämlich auf, nachdem den Betroffenen COVID-19-Impfstoffe verabreicht worden waren, die auf der mRNA-Technologie basieren.
Dr. Wafik El-Deiry, Direktor des Legorreta Cancer Center der Brown University, erklärte während der Anhörung, dass das Spike-Protein die körpereigene Krebsabwehr beeinflussen könnte.
Das Spike-Protein ist sowohl im Coronavirus selbst als auch in der COVID-19-Impfung enthalten. Laut den Ausführungen von El-Deiry zeigt sich dabei ein spezifischer Effekt, bei dem das Protein die Fähigkeit des Körpers stören könnte, bestimmte Gene zu aktivieren. Das Problem dabei ist, dass genau diese betroffenen Gene im Normalzustand eine entscheidende Funktion erfüllen, da sie regulär an der Unterdrückung von Krebs beteiligt sind.
El-Deiry und ein Kollege hatten bereits in einer im Januar veröffentlichten Studie Dutzende Publikationen aufgeführt, die verschiedene Krebsarten beschreiben, welche kurz nach einer COVID-19-Impfung oder Coronavirusinfektion auftraten.
„Betrachtet man die Gesamtheit der aktuellen Erkenntnisse sowie das, was Sie heute von namhaften Zeugen gehört haben, so befinden sich meiner Ansicht nach Millionen Amerikaner und Millionen weitere Menschen weltweit möglicherweise in einer akuten Gefahr, vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu erkranken“, sagte Dr. Aseem Malhotra, ein britischer Kardiologe, während der Anhörung am 3. Juni.
Senator Ron Johnson (Republikaner aus Wisconsin), Vorsitzender des ständigen Untersuchungsausschusses des Senats (Permanent Subcommittee on Investigations), leitete die Anhörung.
Als bekannter Kritiker der COVID-19-Impfstoffe sagte Johnson, dass er der Überzeugung sei, dass die Öffentlichkeit schon bei potenziellen Gefahren gewarnt werden müsse, ohne auf endgültige Beweise zu warten.
Gegenposition aus den nationalen Instituten
Senator Richard Blumenthal, das ranghöchste demokratische Mitglied des Unterausschusses, vertrat eine andere Position.
Er verwies darauf, dass das National Cancer Institute eine klare Position einnimmt und Dr. Steven Pergam vom Fred Hutchinson Cancer Research Center mit folgender Aussage zitiert hat:
„Es gibt keine Belege dafür, dass COVID-19-Impfstoffe Krebs verursachen, zu einem Wiederauftreten der Krankheit führen oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen.“
Dr. Julie Gralow, leitende medizinische Expertin (Chief Medical Officer) der American Society of Clinical Oncology, war von Senator Blumenthal als Sachverständige zur Anhörung geladen worden. Sie bestätigte diese Einschätzung und erklärte:
„Es gibt derzeit keine klinischen Belege dafür, dass mRNA-COVID-19-Impfstoffe Krebs verursachen oder das Krebswachstum beschleunigen.“
Dr. Julie Gralow betonte zwar die Wichtigkeit, dieser Möglichkeit gründlich nachzugehen, wies jedoch auf einen entscheidenden Faktor hin, indem sie zwischen einem bloßen zeitlichen Zusammenhang und einer echten Ursache unterschied. Berichte über Krebserkrankungen, die kurz nach einer COVID-19-Impfung festgestellt wurden, bedeuten ihrer Ansicht nach nicht zwangsläufig, dass die Impfung auch der Auslöser dafür sei. Zudem bliebe letztlich unklar, wann genau sich die Krebserkrankungen im Körper tatsächlich entwickelt hatten, sodass der genaue Ursprung ungewiss ist.
Die Pharmaunternehmen Pfizer und Moderna, welche die mRNA-COVID-19-Impfstoffe herstellen, reagierten bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Der Blutzucker ist mehr als ein Laborwert. Er zeigt, wie gut der Körper mit unserem modernen Alltag zurechtkommt. - Foto: Pakawadee Wongjinda/iStock
In Kürze:
Der Blutzucker ist mehr als ein weiterer Wert, den „man halt beobachten muss“ – aber auch nicht allsagend.
Er beeinflusst unter anderem Gefäße, Nerven, Augen, Nieren, Leber, Gehirn, Haut, Muskelmasse und den Energiehaushalt.
Müdigkeit nach dem Essen, Konzentrationstiefs, unruhiger Schlaf und das Gefühl, ständig etwas essen zu müssen, können erste Hinweise liefern.
Nüchternblutzuckerwerte zwischen 100 und 125 mg/dl gelten bereits als auffällig. Wer wissen möchte, wo er steht, sollte auch andere Werte beachten.
Der erste Hebel liegt nicht im Verzicht, sondern in Kombination und Reihenfolge. Das wussten schon unsere Ahnen.
Ich erschrecke in der Praxis immer wieder, wie gelassen viele Menschen mit ihrem Blutzucker umgehen. Selbst manche Diabetiker nehmen erhöhte Werte eher hin wie schlechtes Wetter: nicht schön, aber offenbar auch nicht weiter zu ändern.
Beim Cholesterin ist das jedoch ganz anders. Da werden Zahlen diskutiert, Grenzwerte verglichen und Beipackzettel der Medikamente gelesen. Der Blutzucker hingegen läuft bei vielen unter „Muss man halt beobachten“.
Aus meiner Sicht ist das ein gefährlicher Irrtum. Ein dauerhaft gestörter Zuckerstoffwechsel ist kein harmloses Laborproblem. Er wirkt auf Gefäße, Nerven, Augen, Nieren, Leber, Gehirn, Haut, Muskelmasse und den Energiehaushalt.
Er entscheidet mit darüber, ob jemand nach dem Essen wach bleibt oder in ein Loch fällt oder ob der Heißhunger den Abend regiert. Oder ob Bauchfett wächst, oder die Leber verfettet, oder ob der Körper „entzündlicher“ wird.
Stark verarbeitete und süße Lebensmittel, aber auch Obst lassen die Blutzuckerwerte steigen. Deshalb sind Reihenfolge, Menge und Essenszeiten wichtig.
Foto: Julia_Sudnitskaya/iStock
Und es geht nicht (nur) um Diabetes. Sehr lange bevor diese Diagnose auf dem Papier steht, kann der Blutzucker den Alltag bereits prägen: Müdigkeit nach dem Essen, Konzentrationstiefs, unruhiger Schlaf und dieses merkwürdige Gefühl, ständig etwas essen zu müssen, obwohl der Körper eigentlich genügend Energie gespeichert hätte.
Was ist das Problem? Und wie geht man dieses an?
Wenn das Essen müde macht
Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an – das ist normal. Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst oder Süßigkeiten werden im Verdauungstrakt zu Glukose abgebaut und gelangen ins Blut. Der Körper reagiert mit Insulin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen geschleust wird.
Problematisch wird es, wenn dieser Ablauf ständig überfordert wird. Ein „süßes Frühstück“, zwischendurch ein Keks, mittags Pasta, nachmittags Kaffee und Kuchen: Erst fühlt man sich wach, dann kommt das Loch. Nicht selten wird dann wieder genau das gegessen, was die nächste Schwankung auslöst.
So entsteht ein Kreislauf aus Zuckeranstieg, Insulinausschüttung, Energietief und erneutem Appetit. Viele halten das für Willensschwäche, aber in Wahrheit ist es meist Biochemie. Der Körper wirkt dann wie ein Ofen, in den ständig Papier geworfen wird. Es brennt kurz hell, aber es hält nicht lange.
Warum Bauchfett mehr ist als ein optisches Problem
Besonders wichtig ist der Zusammenhang zwischen Blutzucker, Insulin und Bauchfett. Das Fett am Bauch ist kein stilles Depot, das nur auf bessere Zeiten wartet. Vor allem das innere Bauchfett ist stoffwechselaktiv. Es beeinflusst Entzündungsprozesse, Hormone, Leberstoffwechsel und die Insulinempfindlichkeit.
Wenn die Zellen schlechter auf Insulin reagieren, spricht man von Insulinresistenz. Der Körper muss dann mehr Insulin ausschütten, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das kann über Jahre unbemerkt bleiben.
Der Nüchternblutzucker ist vielleicht noch unauffällig, aber nach dem Essen entstehen bereits hohe Spitzen. Gleichzeitig lagert der Körper leichter Fett ein, besonders in der Leber und am Bauch. Und irgendwann wird aus Energieüberschuss ein Speicherproblem.
Der Blutzucker entscheidet, ob das Bauchfett wächst oder nicht.
Foto: Ljupco/iStock
Die Verzuckerung des Körpers
Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang lautet Glykierung. Gemeint ist eine Reaktion von Zucker mit Eiweißen, Fetten und anderen Körperstrukturen. Dabei entstehen sogenannte Advanced Glycation Endproducts, abgekürzt AGEs. Das Problem: Diese Glykierung kann das Gewebe verändern.
Man kann sich das grob wie eine Art „innere Verzuckerung“ vorstellen. Wenn das über Jahre läuft, verlieren Gefäße an Elastizität. Nerven, Augen, Nieren und Bindegewebe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch die Haut altert unter diesem Einfluss schneller. Falten sieht man früher als Gefäßschäden, aber biochemisch gehören beide zur gleichen Geschichte.
Das heißt nicht, dass jeder Teller Kartoffeln ein Problem ist. Es geht nicht um Angst vor normalen Lebensmitteln. Entscheidend ist die Dauerbelastung – nämlich ständig hohe Blutzuckerspitzen, zu wenig Bewegung, zu wenig Muskelmasse, schlechter Schlaf, Dauerstress sowie ein Darm und eine Leber, die gar keine Ruhe mehr bekommen.
Der erste Hebel liegt nicht im Verzicht
Viele Menschen glauben, sie müssten beim Blutzucker alles streichen: keinen Zucker, kein Brot, keine Nudeln – keine Freude mehr. Viele empfinden das als Verlust von Lebensqualität. Und so etwas hält selten lange.
Sinnvoller ist es, mit einfachen Ordnungsprinzipien zu beginnen, so wie Sebastian Kneipp es vor über 100 Jahren bereits formulierte. Der wichtigste Satz lautet: Kohlenhydrate nicht nackt essen.
Wer Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln oder Obst allein isst, bekommt meist eine stärkere Blutzuckerantwort als bei einer Mahlzeit mit Eiweiß, Fett und Ballaststoffen. Ein Apfel mit ein paar Mandeln wirkt anders als ein Apfel allein. Ein Brot mit Ei, Avocado oder Hüttenkäse wirkt anders als ein Marmeladenbrot.
Auch die Reihenfolge spielt eine Rolle. Wer zuerst Gemüse oder Salat isst, dann Eiweiß und Fett und erst danach Reis, Brot, Nudeln oder Kartoffeln, kann die Blutzuckerantwort günstiger beeinflussen. Das klingt einfach – ist es auch, wird aber unterschätzt. Essen Sie ihren Salat also vor dem Hauptgericht. Sie essen doch Salat – oder?
Fett allein ist selten der Übeltäter – entscheidend ist, womit es auf den Teller kommt.
Foto: MarianVejcik/iStock
Der Essig im Salat ist kein alter Aberglaube
Apropos Salat. Auch der Essig verdient in diesem Zusammenhang eine kleine Ehrenrettung. Ein Salat mit Essig-Öl-Dressing vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit kann die Blutzuckerantwort abmildern.
Das bedeutet nicht, dass man nun morgens Apfelessig als Mutprobe trinken muss. Wer einen empfindlichen Magen, Reflux oder Probleme mit dem Zahnschmelz hat, sollte solche Experimente ohnehin lassen.
Aber als einfacher Küchentrick ist Essig interessant. Der gute alte Salat vor dem Essen war also vielleicht nicht nur Sitte, sondern auch Stoffwechselklugheit. Und der Trick mit dem Apfelessig in etwas Wasser vor den großen Mahlzeiten funktioniert ebenfalls.
Bewegung nach dem Essen: der einfachste Zuckerfilter
Einer der wirksamsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Hebel ist die Bewegung nach dem Essen. Ich habe das selbst lange unterschätzt, bis ich mit einem Trainer von Olympia-Athleten sprach, der seine durchtrainierten Athleten exakt diesen „Trick“ durchführen ließ. Mittlerweile ist völlig klar: Zehn Minuten Gehen nach einer Mahlzeit helfen, den Zuckeranstieg günstiger zu beeinflussen.
Der Grund ist einfach: Muskeln ziehen Glukose aus dem Blut, sobald sie arbeiten. Wer sich nach dem Essen bewegt, hilft dem Körper, den Zucker dorthin zu bringen, wo er benötigt wird: in die Muskulatur.
Besonders nach dem Abendessen ist das interessant. Statt direkt auf das Sofa zu sinken, kann ein kurzer Gang um den Block mehr bewirken als die nächste komplizierte Diätregel. Also gehen Sie diese 10 Minuten.
Ob am Strand, im Wald oder in der Stadt: Nach dem Essen 10 Minuten spazierenzugehen, wirkt Wunder beim Blutzuckerhaushalt des Körpers.
Foto: dmbaker/iStock
Im zweiten Schritt lohnt sich dann der Blick auf ein Krafttraining. Muskeln sind ein wichtiges Speicher- und Verbrauchsorgan für Glukose. Wer Muskelmasse verliert, verliert auch Zuckeraufnahmekapazität. Gerade ab 50 wird das relevant.
Bei Schmerzpatienten kommt allerdings zuerst die Schmerzfreiheit beziehungsweise eine bessere Beweglichkeit. Ein schmerzender Rücken, ein gereiztes Knie oder eine blockierte Hüfte werden nicht besser, nur weil man sie mit Trainingsplänen überfährt. Erst die Bewegung wieder möglich machen, dann Kraft aufbauen: Das ist in der Praxis meist der vernünftigere Weg.
Schlaf, Stress und die Leber
Blutzucker ist nicht nur eine Frage des Essens. Schlechter Schlaf kann die Insulinempfindlichkeit verschlechtern. Dauerstress bringt den Körper über Cortisol in eine Alarmstellung. Die Leber gibt dann mehr Zucker ins Blut ab, obwohl von außen gar kein Zucker kommt.
Das erklärt, warum manche Menschen ratlos vor ihren Werten sitzen: „Ich esse doch gar nicht so viel, warum ist mein Blutzucker trotzdem schlecht?“ Der Körper ist kein Kalorienzähler mit Puls. Er reagiert auf Schlafmangel, Bewegungsmangel, Stress, späte Mahlzeiten, Alkohol, Medikamente, Bauchfett und die Zusammensetzung der Ernährung.
Besonders späte, kohlenhydratreiche Mahlzeiten sind für viele ungünstig. Der Körper soll nachts reparieren, regulieren und entgiften. Wenn er stattdessen noch Pizza, Wein und Dessert verarbeiten muss, braucht man sich über unruhigen Schlaf und einen zähen Morgen nicht zu wundern.
Wer wissen möchte, wo er steht, sollte nicht nur auf den Nüchternblutzucker schauen. Dieser Wert ist wichtig, aber er erzählt nicht die ganze Geschichte. Interessant sind auch HbA1c, also der Langzeitblutzucker, der Bauchumfang, die Triglyceride, die Leberwerte und in manchen Fällen auch das Nüchterninsulin.
Aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin lässt sich der sogenannte HOMA-Index berechnen. Er kann Hinweise auf eine beginnende Insulinresistenz geben, oft früher als der reine Blutzucker. Das ist zwar kein allwissendes Orakel, aber wer nach dem Essen regelmäßig müde ist, Bauchfett aufbaut, Heißhunger entwickelt und trotzdem „normale“ Standardwerte hat, sollte genauer hinschauen.
Nüchternblutzuckerwerte zwischen 100 und 125 mg/dl gelten bereits als auffällig im Sinne eines Prädiabetes. Das ist zwar noch kein Diabetes, aber auch kein grüner Bereich, den man achselzuckend abheften sollte.
Der Blutzucker ist mehr als ein Laborwert. Er zeigt, wie gut der Körper mit unserem modernen Alltag zurechtkommt: mit zu viel Sitzen, zu viel Stress, zu spätem Essen, zu wenig Muskelarbeit und mit Lebensmitteln, die oft schneller ins Blut gehen, als der Stoffwechsel sie verarbeiten kann.
Genau hier beginnt die Naturheilkunde. Nicht als „Ich nehme eine Heilpflanze und lebe weiter wie bisher“, sondern als Ordnungstherapie: den Essrhythmus verbessern, die Leber entlasten, den Darm stärken, Muskeln trainieren und erhalten, Schlaf ernst nehmen, nach dem Essen gehen sowie Bitterstoffe und Ballaststoffe wieder auf den Teller bringen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Eingriff per Videoschlauch: Sanfte Luft oder Gas sorgt für freie Sicht, damit der Arzt Polypen sofort mit feinen Instrumenten abtragen kann. - Foto: Mohammed Haneefa Nizamudeen/iStock
Gegen Darmkrebs – die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland – ist die Koloskopie (Darmspiegelung) die gängigste Vorsorgemethode. Obwohl problematische Polypen direkt während des Eingriffs entfernt werden können, diskutieren Fachleute über das Risiko von Überdiagnosen und schweren Nebenwirkungen.
Der Dickdarm ist der Hauptteil des gesamten Darms und bei Erwachsenen etwa 1,5 Meter lang. Der Mastdarm speichert den Stuhl, bis dieser durch den Anus ausgeschieden wird.
Gemeinsam bilden sie den Großteil des Darms; dabei nehmen sie Nährstoffe auf und wandeln flüssige Abfallstoffe in festen Stuhl um.
Bei einer Koloskopie (Darmspiegelung) führt ein Gastroenterologe einen dünnen, flexiblen Schlauch mit einer beleuchteten Kamera (Koloskop) durch den Anus in den Darm ein, um die Schleimhaut des End- und Dickdarms zu untersuchen.
Der Schlauch führt Luft beziehungsweise Gas (Kohlendioxid) zu, um den Dickdarm sanft aufzudehnen, sodass der Arzt besser sehen kann. Werden Polypen oder andere Auffälligkeiten festgestellt, können diese oft sofort mit Instrumenten wie Zangen, Schlingen oder Elektrokauterisationsgeräten, die durch das Koloskop geführt werden, entfernt werden.
Der Eingriff dauert etwa 20 bis 45 Minuten.
Die meisten Koloskopien werden unter Sedierung oder Narkose durchgeführt, sodass Patienten den gesamten Eingriff möglicherweise verschlafen. Wer sich für eine leichtere Sedierung – oder gar keine – entscheidet, verspürt möglicherweise leichte Beschwerden.
Der Hauptzweck der Koloskopie ist die Vorbeugung oder Erkennung von Darmkrebs.
Über die Krebsvorsorge hinaus kann die Koloskopie sowohl zur Erkennung als auch zur Behandlung einer Reihe von Problemen im Dickdarm und Enddarm eingesetzt werden, darunter Polypen, Geschwüre und Divertikel (kleine Ausstülpungen, die sich in der Dickdarmwand bilden können).
Sie kann auch dabei helfen, die zugrunde liegenden Ursachen von Symptomen wie chronischem Durchfall, rektalen Blutungen und Veränderungen der Stuhlgewohnheiten zu ermitteln.
Während des Eingriffs können Ärzte entzündetes Gewebe, Blutungsquellen und andere Anomalien im Dickdarm identifizieren.
Wer sollte sich einer Koloskopie unterziehen und wann?
Gemäß den aktuellen Leitlinien wird die Koloskopie für die meisten Erwachsenen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen und bei normalen Befunden alle zehn Jahre wiederholt. Je nach auffälligen Befunden können häufigere Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden.
Personen mit erhöhtem Risiko wird empfohlen, früher mit der Vorsorge zu beginnen, das heißt im Alter von 40 Jahren oder zehn Jahre vor dem Alter, in dem bei einem Verwandten ersten Grades Darmkrebs diagnostiziert wurde – je nachdem, was zuerst eintritt.
Bei älteren Erwachsenen birgt die Koloskopie ein höheres Komplikationsrisiko. Ab einem Alter von 75 Jahren sollte die Entscheidung über die Fortsetzung der Vorsorgeuntersuchungen in Absprache mit einem Arzt getroffen werden, wobei der potenzielle Nutzen, die Risiken und die Wünsche des Patienten zu berücksichtigen sind.
Darüber hinaus deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass die Abstände zwischen den Nachuntersuchungen nach einer unauffälligen Koloskopie bei manchen Menschen verlängert werden können.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass Menschen ohne Darmkrebs in der Familienanamnese und mit einer zunächst unauffälligen Koloskopie möglicherweise bis zu 15 Jahre warten können, bevor sie sich erneut untersuchen lassen.
Einige Experten schlagen vor, Nutzen und Risiken abzuwägen. Für eine Person mit Darmkrebs in der Familienanamnese kann es vorteilhaft sein, die Situation genau zu beobachten, während dies bei jemandem mit geringem Risiko anders aussehen kann.
Diese Unterschiede unterstreichen die anhaltende Unsicherheit und die Notwendigkeit einer individuellen klinischen Beurteilung, da sich die Evidenz ständig weiterentwickelt.
Darüber hinaus kann eine Koloskopie entweder vermieden werden oder sie erfordert eine sorgfältige Abwägung bei Personen, die:
eine unzureichende Darmvorbereitung aufweisen,
eine Darmperforation, eine schwere Entzündung oder eine Infektion haben,
einen instabilen Gesundheitszustand oder schwerwiegende Erkrankungen (fortgeschrittene Herz-, Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen) aufweisen,
eine Lebenserwartung von weniger als zehn Jahren haben oder bei denen die Risiken die potenziellen Vorteile überwiegen,
Blutgerinnungsstörungen haben.
Wie wirksam ist die Koloskopie?
„Die Koloskopie hat eine Sensitivität von 88 bis 98 Prozent bei der Erkennung fortgeschrittener, präkanzeröser Polypen“, erklärte Dr. Steven Lee-Kong, Leiter der Abteilung für kolorektale Chirurgie am Hackensack University Medical Center, gegenüber Epoch Times.
Die Fehlerquote kann durch Faktoren wie eine unzureichende Darmvorbereitung, die Art der untersuchten Polypen und die Geschicklichkeit des Endoskopikers beeinflusst werden, merkte Dr. Rucha Shah, eine Gastroenterologin, an.
Kleine oder flache Polypen sind schwerer zu erkennen, und in einigen Fällen lässt sich der gesamte Dickdarm möglicherweise nicht vollständig darstellen.
Die Koloskopie ermöglicht es Ärzten jedoch, präkanzeröse Polypen während desselben Eingriffs zu entfernen, was andere Vorsorgeuntersuchungen nicht leisten können.
Es ist eindeutig belegt, dass die Entfernung dieser Polypen das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, deutlich senkt. Eine Studie berichtet von einer 53-prozentigen Verringerung der Sterblichkeit im Zusammenhang mit der Polypenentfernung.
Jüngste Studien haben jedoch neue Erkenntnisse erbracht.
So wird die Koloskopie in den Vereinigten Staaten viel häufiger zur Vorsorge eingesetzt als in Kanada, wo nur etwa 15 Prozent der Eingriffe zu Vorsorgezwecken durchgeführt werden und die meisten einen diagnostischen Charakter haben. Doch die Überlebensraten bei Darmkrebs sind in beiden Ländern ähnlich.
Eine große Studie der Nordic-European Initiative on Colorectal Cancer aus dem Jahr 2022 ergab eine moderate Senkung der Darmkrebssterblichkeit durch koloskopische Vorsorgeuntersuchungen, keinen signifikanten Unterschied bei den Gesamtsterberaten und eine geringe Rate schwerwiegender Komplikationen.
Was sind die Risiken und Komplikationen einer Koloskopie?
Die Koloskopie ist im Allgemeinen sicher, birgt jedoch wie alle medizinischen Eingriffe laut Studien einige potenzielle Risiken und Komplikationen. Die meisten sind geringfügig und klingen schnell ab.
Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe oder Magenbeschwerden: Diese Symptome werden hauptsächlich durch die während der Untersuchung eingeführte Luft beziehungsweise das heute übliche Kohlendioxid und durch vorübergehende Veränderungen der Darmflora aufgrund der Darmvorbereitung verursacht. In der Regel klingen sie innerhalb von ein bis zwei Tagen ab, bei manchen Menschen können die Symptome jedoch einige Wochen anhalten.
Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Dehydrierung: Diese Symptome können als Folge des für die Darmvorbereitung verwendeten osmotischen Abführmittels auftreten.
Leichte Rötung oder Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle der Infusion: Dies kann an der Stelle am Arm auftreten, an der der Infusionsschlauch gelegt wurde.
Nebenwirkungen von Medikamenten: Sedierung oder Anästhesie können vorübergehende Veränderungen des Blutdrucks, Hautausschlag oder Atembeschwerden verursachen.
Elektrolytstörungen oder Nierenprobleme: In einigen Fällen kann die Darmvorbereitung zu einem niedrigen Kalium-, Natrium- oder Magnesiumspiegel führen oder die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Seltenere und schwerwiegendere Nebenwirkungen
Bestimmte Komplikationen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Koloskopieverfahren selbst.
Blutungen: Nach einer Biopsie oder Polypenentfernung kann es zu Blutungen kommen, meist während oder kurz nach dem Eingriff, gelegentlich jedoch auch erst bis zu einer Woche später.
In der Regel handelt es sich um geringfügige Blutungen. Stärkere Blutungen sind selten und treten in weniger als 1 Prozent der Fälle auf. Das Risiko dafür steigt mit der Größe des entfernten Polypen.
Perforation: Eine Perforation, also ein Riss in der Darmwand, ist während der Koloskopie sehr selten (in weniger als einem von 1.000 Eingriffen) und kann dazu führen, dass Darminhalt in die Bauchhöhle austritt und möglicherweise eine Infektion verursacht.
Sie kann durch mechanische Verletzungen durch das Endoskop oder die Instrumente, eine übermäßige Dehnung des Darms oder thermische Schäden während der Polypenentfernung entstehen.
Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen während oder kurz nach dem Eingriff. Kleine Perforationen können auch erst später auftreten. Unbehandelte Fälle können zu Fieber und einer Bauchinfektion führen.
Postpolypektomie-Syndrom: Dies tritt auf, wenn die Wärme der Elektrokoagulation (die Entfernung von Gewebe mit elektrischem Strom) die Darmwand während der Polypenentfernung verletzt.
Es ist selten und tritt bei etwa drei bis vier von 10.000 Koloskopien auf. Zu den Symptomen können Fieber, lokalisierte Bauchschmerzen und eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen gehören.
Milzverletzung: Diese seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation kann auftreten, wenn die Milz während des Eingriffs durch Zugkraft direkt verletzt oder gerissen wird.
Sie verursacht typischerweise Schmerzen im linken Oberbauch, die in die linke Schulter ausstrahlen können und zu niedrigem Blutdruck und Schock führen.
Infektionen: In seltenen Fällen kann sich nach einer Koloskopie eine Infektion entwickeln, die eine Behandlung mit Antibiotika erfordert.
Kardiopulmonale Ereignisse stehen im Zusammenhang mit der während der Koloskopie verwendeten Anästhesie oder Sedierung.
Sie können von vorübergehenden Problemen wie niedrigem Blutdruck, niedrigem Sauerstoffgehalt und Ohnmacht bis hin zu schwerwiegenderen Komplikationen reichen, darunter Atemnot, Herzrhythmusstörungen und akute koronare Ereignisse.
Bauchschmerzen auftreten, die sich nach dem Ablassen von Gas nicht bessern,
sich neue oder sich verschlimmernde Bauchschmerzen entwickeln,
Übelkeit auftritt oder Flüssigkeiten nicht beibehalten werden können,
Blut im Stuhl bemerkt wird,
Fieber (38 °C oder höher) auftritt,
kein Stuhl oder Gas abgelassen werden kann.
Was kann man nach einer Koloskopie erwarten?
Die Erholung verläuft in der Regel schnell, und die meisten Menschen sind innerhalb von etwa einem Tag wieder fit. Nach dem Eingriff verbringt man 30 bis 50 Minuten zur Erholung in der Klinik, bis die Wirkung des Beruhigungsmittels nachlässt.
Zu Hause sollte man sich für den Rest des Tages ausruhen und auf das Autofahren, die Bedienung von Maschinen sowie den Alkoholkonsum verzichten.
In der Regel kann man wieder die normale Ernährung aufnehmen, doch in den ersten 24 Stunden verträgt man möglicherweise besser leichte, ballaststoffarme Kost, da es aufgrund der während des Eingriffs verwendeten Luft- beziehungsweise Gaszufuhr zu leichten Blähungen oder Krämpfen kommen kann.
Wenn Polypen entfernt wurden, wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt möglicherweise eine spezifischere Diät empfohlen und der Verzicht auf bestimmte Medikamente wie Blutverdünner geraten.
Was sind die Alternativen zur Koloskopie?
Die Koloskopie ist nicht die einzige Option und vielleicht auch nicht die bevorzugte Methode vieler Patienten. Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 bevorzugen rund 75 Prozent der für eine Vorsorgeuntersuchung infrage kommenden Erwachsenen eine Alternative zur Koloskopie – wie Stuhl- oder Bluttests.
Es stehen mehrere Alternativen zur Koloskopie zur Verfügung, die aufgrund ihrer geringeren Invasivität, der Präferenz der Patienten oder medizinischer Kontraindikationen oft bevorzugt werden, so Lee-Kong. Nichtinvasive Stuhltests sind eine wichtige Alternative und umfassen Folgendes:
Fäkaler immunochemischer Test (FIT): Dieser jährlich durchzuführende Test für zu Hause weist menschliches Blut in Stuhlproben nach und erfordert keine Ernährungseinschränkungen.
Wird Blut nachgewiesen, kann ein Wiederholungstest oder eine Folgekoloskopie erforderlich sein. Die Genauigkeit bei der Erkennung von Darmkrebs liegt laut Berichten bei 97 Prozent.
Multitargeted-Stuhl-DNA-Test plus FIT: Dieser Test kombiniert den FIT mit einer Stuhl-DNA-Analyse anhand einer einzigen Probe, um alle drei Jahre sowohl auf Blut als auch auf abnormale DNA zu prüfen. Dafür muss jedoch die der gesamte Stuhlgang entnommen werden. Er kann bis zu 93 Prozent der krebsartigen Läsionen erkennen.
Hochsensitiver Guajak-basierter Test auf okkultes Blut im Stuhl (gFOBT): Dieser nichtinvasive Screening-Test nutzt eine chemische Reaktion, um verstecktes Blut im Stuhl nachzuweisen, das auf Darmkrebs oder Polypen hinweisen kann.
Im Vergleich zu älteren gFOBTs erkennt er Krebserkrankungen effektiver, oft ist jedoch eine Diät erforderlich und es muss drei Tage vor dem Test auf Vitamin-C-Präparate verzichtet werden, um falsch-positive Ergebnisse zu reduzieren.
„Ein Ergebnis bei einem dieser Tests ist zwar praktisch, ein positives Ergebnis erfordert jedoch eine Folgekoloskopie“, sagte Lee-Kong. Eine Folgekoloskopie wird in der Regel innerhalb von neun Monaten empfohlen.
Andere visuelle und bildgebende Untersuchungen, die ebenfalls eine Darmvorbereitung erfordern, umfassen Folgendes:
Lee-Kong merkte an, dass diese Alternativen besonders für Personen mit durchschnittlichem Risiko geeignet sein können, die eine Koloskopie ablehnen, sowie für gebrechliche ältere Menschen oder andere, bei denen die Risiken die Vorteile überwiegen.
Flexible Sigmoidoskopie: Verwendet ein Endoskop, um nur das untere Drittel des Dickdarms zu untersuchen. Sie kann durchgeführt werden, während der Patient wach ist, und kann etwa 70 Prozent der Polypen oder Tumore erkennen, obwohl sie den oberen Dickdarm nicht untersucht.
Virtuelle Koloskopie (CT-Koloskopie): Bei diesem nicht-invasiven bildgebenden Verfahren wird ein CT-Scan durchgeführt, nachdem Luft beziehungsweise Gas in den Enddarm eingeleitet wurde. Es können die meisten größeren Tumore erkannt werden, kleinere Polypen werden jedoch möglicherweise übersehen, sodass eine anschließende Koloskopie zur Entfernung erforderlich ist.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Eine gute Stressbewältigung kann schon zwei von fünf Biomarkern positiv beeinflussen. - Foto: jacoblund/iStock
In Kürze:
Starke Hände sind ein Prädikator für eine gute Immunabwehr sowie ein gesundes Herz und Gehirn.
Auch der Ruhepuls und Cortisolspiegel sind wichtige Messwerte bei Gesundheit und Langlebigkeit.
Zudem lassen uns ein gutes Verhältnis von Taille zu Körpergröße und ausreichend Nährstoffe langsamer altern und verlängern unser Leben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, alle Indikatoren zu messen und zu verbessern.
Wussten Sie, dass bestimmte Biomarker bereits Jahre vor dem Auftreten von Symptomen auf eine Erkrankung hinweisen können? Doch schon kleine, messbare Veränderungen dieser Werte können sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität entscheidend verbessern.
Hier sind fünf Werte, die es sich zu beobachten lohnt – und was Sie tun können, um sie in die richtige Richtung zu lenken.
Die Griffkraft ist die Kraft, die Muskeln in Hand und Unterarm ausüben, wenn wir etwas festhalten.
Studien zufolge ist diese Kraft ein wichtiger Biomarker, der eine Vielzahl von Faktoren widerspiegelt. Dazu gehören der allgemeine Gesundheitszustand, kognitive Beeinträchtigungen und die Gesamtmortalität.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 steigt mit jedem Rückgang der Griffkraft um 5 Kilogramm
das allgemeine Sterberisiko um 16 Prozent,
das Risiko für einen kardiovaskulären Tod um 17 Prozent,
das Risiko für einen nicht-kardiovaskulären Tod um 17 Prozent.
Demnach erweist sich die Griffkraft als stärkerer Prädiktor für die kardiovaskuläre Mortalität als der Blutdruck.
Der Zusammenhang ist umgekehrt proportional und konsistent: Mit nachlassender Griffkraft steigt das Risiko. Eine stärkere Griffkraft ist hingegen mit einer besseren Immunfunktion, Herz-Kreislauf-Gesundheit und kognitiver Leistungsfähigkeit sowie niedrigerer Gesamtsterblichkeit verbunden.
Praktische Tipps für mehr Griffkraft
Die Griffkraft lässt sich verbessern, und zwar ganz praktisch mit passivem Hängen, im Sportjargon auch Dead Hang genannt. Dabei hängt man, solange es geht, mit gestreckten Armen und entspannten Schultern mit dem ganzen Körpergewicht an einer Stange. Das ist schwieriger, als es klingt.
Deswegen langsam anfangen, ein paar Sekunden reichen schon. Die Dauer mit der Zeit auf zwei Minuten steigern. Wie lange man hängen kann, hängt von Alter, Geschlecht und Fitnessniveau ab.
Andere Übungen, um verschiedene Griffarten und die damit verbundenen Muskeln zu trainieren, sind:
schwere Gegenstände beim Gehen tragen, wie zum Beispiel alle Einkaufstüten auf einmal,
einen Ball drücken,
Handmuskeltrainer verwenden,
Klettern,
Armdrücken.
2. Ruhepuls
Der Ruhepuls ist ein weiterer Messwert, der einen signifikanten Prädiktor für Gesundheit und Langlebigkeit darstellt. Er umfasst die Anzahl der Herzschläge pro Minute im Ruhezustand.
Mehrere großangelegte Langzeitstudien haben gezeigt, dass ein höherer Ruhepuls ein unabhängiger Risikofaktor für die Sterblichkeit ist, da er aus verschiedenen Gründen erhöht sein kann. Diese Gründe umfassen unter anderem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und viele andere chronische Erkrankungen.
„Er kann auch ein Indikator nicht nur für körperlichen, sondern auch für psychischen Stress sein“, sagte Studienautor Dr. Magnus T. Jensen gegenüber Epoch Times. Jensen ist ein dänischer Kardiologe und Professor und beschäftigt sich in seiner Forschung unter anderem mit dem Ruhepuls.
In einer Studie aus dem Jahr 2013 stellten Jensen und seine Kollegen fest, dass Männer mit einem Puls von über 90 Schlägen pro Minute im Vergleich zu Männern mit sehr niedrigem Puls – unter 50 Schlägen pro Minute – ein etwa dreimal so hohes Sterberisiko hatten. Letztlich fanden sie heraus, dass das Sterberisiko mit jedem Anstieg des Ruhepulses um 10 Schläge pro Minute um etwa 16 Prozent zunahm.
Als die Autoren die Ergebnisse um Fitness, körperliche Aktivität und andere Risikofaktoren bereinigten, blieb der Zusammenhang bestehen: Selbst unter Menschen mit dem gleichen Fitnesslevel hatten Personen mit einem höheren Ruhepuls ein höheres Risiko für einen vorzeitigen Tod.
Bei Erwachsenen liege der Ruhepuls normalerweise zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute, könne aber sehr individuell sein, so Jensen.
„Sie sind Ihr eigener Maßstab“, sagte er. „Wenn Sie also wissen, dass Ihr Ruhepuls bei 60 liegt und Ihr Puls erhöht ist, dann wissen Sie: OK, hier stimmt etwas nicht, oder?“
Leicht zugänglicher Indikator
Der Ruhepuls sei zudem ein nützlicher Indikator für Gesundheit und Langlebigkeit, da er von jedem leicht gemessen werden könne, so der Kardiologe weiter.
„Man kann ihn am Handgelenk, am Hals oder mit einem tragbaren Gerät messen – er ist also sehr leicht zugänglich“, meinte er.
Wie kann man den Ruhepuls am wirksamsten senken? „Durch Bewegung“ ist Jensens Antwort. Auch andere Lebensstilfaktoren würden eine Rolle spielen, wie Rauchen, Alkoholkonsum und Stress – sowohl körperlicher als auch psychischer Art, fügte er hinzu.
Jahrzehntelang war der Body-Mass-Index (BMI) in der Medizin der Standardmaßstab für die Körperzusammensetzung. Der BMI hat jedoch ein grundlegendes Manko: Er kann nicht zwischen Muskeln und Fett unterscheiden und sagt nichts darüber aus, wo sich das Fett befindet.
Diese Unterscheidung ist enorm wichtig, denn viszerales Fett – das Bauchfett, das sich um unsere inneren Organe ansammelt – ist weitaus gefährlicher als das Fett, das der Körper an anderen Stellen speichert. Es steht in engem Zusammenhang mit Entzündungen, Insulinresistenz, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Funktionsverlust und vorzeitigem Tod.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Taille zu Körpergröße und körperlicher Leistungsfähigkeit. Demnach funktionierten die körperlichen Systeme bei Personen mit höheren Werten tendenziell schlechter.
Es zeigte sich auch, dass das Verhältnis von Taille zu Körpergröße bei Männern, Frauen, allen ethnischen Gruppen und Kindern über 5 Jahren ein besserer Prädiktor für die Sterblichkeit ist als der BMI. Das ist das Forschungsergebnis der Ernährungswissenschaftlerin Margaret Ashwell, die dazu beitrug, das Verhältnis von Taille zu Körpergröße zu einem weltweit anerkannten Indikator für Gesundheit und Langlebigkeit zu machen.
Das Maßband herausholen
Um diesen Biomarker zu messen, braucht es nur ein Maßband. Dazu den Taillenumfang unterhalb der Rippen und oberhalb der Hüftknochen in Zentimetern messen und die Zahl durch die Körpergröße in Zentimetern teilen.
Idealerweise sollte der Bauchumfang weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen. Optimal sei ein Wert zwischen 0,4 und 0,5, so Ashwell zu Epoch Times.
Wer außerhalb dieses Bereichs liege oder seinen Bauchumfang um ein paar Zentimeter reduzieren möchte, sollte genauso vorgehen wie beim Abbau jeder anderen Art von Fett, so die Ernährungswissenschaftlerin weiter.
Cortisol ist ein Steroidhormon, das der Körper als Reaktion auf körperlichen und emotionalen Stress ausschüttet. In kurzen Schüben ist es gesund und notwendig, da es die Konzentration schärft und Energie liefert, wenn wir sie am dringendsten brauchen. Wenn der Cortisolspiegel jedoch chronisch hoch oder schlecht reguliert ist, kann dies langfristig den Körper „abnutzen“ – ein Prozess, der als allostatische Belastung bezeichnet wird.
Die nachgelagerten Auswirkungen können schwerwiegend sein: Ein ständig erhöhter Cortisolspiegel kann
die Telomere (die Schutzkappen an den Enden unserer DNA) verkürzen und die Zellalterung beschleunigen,
Neben den Cortisolspitzen sind auch die Cortisolschwankungen im Laufe des Tages wichtig. Bei einem gesunden Verlauf erreicht der Cortisolspiegel morgens seinen Höchstwert, sinkt dann allmählich ab, und erreicht gegen Mitternacht seinen Tiefpunkt. Ungesunde Cortisolwerte sind auch solche, die den ganzen Tag über niedrig bleiben oder nachts ansteigen.
Die üblichen Verdächtigen
Regulierungsstörungen treten oft schon Jahre vor einer klinischen Diagnose auf. Der Cortisolspiegel lässt sich allerdings durch Änderungen des Lebensstils beeinflussen. Wichtig dafür sind
Normalerweise kann ein Arzt den Cortisolspiegel über Blut, Urin oder Speichel messen lassen. Doch es gibt auch Cortisoltests für zu Hause, wobei in der Regel Speichel über den Tag verteilt entnommen wird, um den Spiegel zu verfolgen. Diese Tests können dabei helfen, einen Überblick über den Cortisolspiegel zu bekommen und zu zeigen, wann man sich an einen Arzt wenden sollte.
Ein Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen – darunter Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren – kann uns anfälliger für Krankheiten machen und vorzeitig altern lassen.
Dabei sollte man zwischen Mangel und Unterversorgung unterscheiden, meinte Matt Kaeberlein, Langlebigkeitsforscher und Professor für Pathologie, zu Epoch Times.
Ein echter Mangel führe zu klinisch erkennbaren Funktionsstörungen. Eine Unterversorgung hingegen – also suboptimale, aber nicht kritisch niedrige Werte – könne die Gesundheit über Jahre oder Jahrzehnte hinweg unbemerkt beeinträchtigen, ohne eine offensichtliche Diagnose auszulösen.
Ihm zufolge gebe es einige Nährstoffe, auf die wir achten sollten, sowohl wegen ihrer Auswirkungen auf die Langlebigkeit als auch weil viele von uns nicht genug davon zu sich nehmen. Dazu gehören Vitamin D,Omega-3 und Magnesium.
Omega-3-Fettsäuren können die Langlebigkeit fördern, indem sie den biologischen Alterungsprozess verlangsamen, chronische Entzündungen senken und die kardiovaskuläre sowie kognitive Gesundheit verbessern.
Magnesium ist unerlässlich für die DNA-Replikation und -Reparatur. Zudem senkt es Entzündungen, unterstützt die Mitochondrienfunktion, stärkt das Herz-Kreislauf-System und fördert die Stoffwechselgesundheit, was es für ein langes, gesundes Leben entscheidend macht.
Ernährung vor Ergänzung
„Das Ziel sollte eine wohlüberlegte Nahrungsergänzung sein, die auf der Ernährung, den Risikofaktoren und – sofern möglich – geeigneten Biomarker-Tests basiert“, sagte Kaeberlein dazu.
Er empfiehlt eine abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung. Diese reiche bei den meisten Menschen aus, um den Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. „Generell sollte die Ernährung an erster Stelle stehen“, so der Langlebigkeitsforscher.
Manche Personen bedürfen einer Nahrungsergänzung. Es sei allerdings am besten, diese erst nach einer Untersuchung durchzuführen, fügte er hinzu.
Die meisten dieser Messgrößen erfordern weder ein Labor noch teure Tests und können zu Hause erfasst werden. Sie alle reagieren auf dieselben grundlegenden Maßnahmen: regelmäßige Bewegung, guten Schlaf, eine nährstoffreiche Ernährung, Stressbewältigung und die konsequente Beobachtung, wie sich der Körper im Laufe der Zeit verändert.
Das Risiko war laut einer Langzeitstudie bei den Teilnehmern mit dem höchsten Konsum an Lebensmittelkonservierungsstoffen am stärksten ausgeprägt. - Foto: Siarhei Khaletski/iStock
Gängige Konservierungsstoffe in Lebensmitteln könnten das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Das zeigt eine aktuelle französische Studie, die im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde.
Das Krankheitsrisiko stieg dabei mit der Menge der aufgenommenen Zusatzstoffe. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum waren laut den Forschern auch der größten Gefahr für die untersuchten Herzerkrankungen ausgesetzt.
Die Studie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie untersuchte die Ernährungsgewohnheiten von 112.395 Freiwilligen in Frankreich und analysierte die konsumierten Lebensmittelzutaten.
Über einen Zeitraum von sieben bis acht Jahren wurde der Gesundheitszustand erfasst, wobei 99,5 Prozent der Teilnehmer bereits in den ersten zwei Jahren mindestens ein Konservierungsmittel zu sich nahmen.
Von den 17 untersuchten Konservierungsstoffen brachten die Forscher die folgenden acht mit Bluthochdruck in Verbindung:
Kaliumsorbat
Natriumnitrit
Ascorbinsäure
Zitronensäure
Rosmarinsäure
Kaliummetabisulfit
Natriumascorbat
Natriumerythorbat
Generell galt: Je mehr Konservierungsstoffe die Teilnehmer konsumierten, desto höher war ihr Risiko.
Wer die größten Mengen an sogenannten nicht antioxidativen Konservierungsstoffen zu sich nahm, hatte ein um 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie) als die Gruppe mit dem geringsten Konsum. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag das Risiko für die Vielverzehrer um 16 Prozent höher.
Forschung fordert Konsequenzen
Auch bei den antioxidativen Konservierungsstoffen zeigte sich eine Gefahr: Teilnehmer mit dem höchsten Konsum wiesen ein um 22 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck auf.
Die Forscher erklärten dazu den Unterschied der Zusatzstoffe: Während nicht antioxidative Konservierungsmittel das Wachstum von Schimmel und Bakterien stoppen, verhindern antioxidative Varianten das Ranzig- oder Braunwerden von Lebensmitteln.
Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, betonten die Autoren, dass damit noch kein direkter kausaler Ursache-Wirkung-Zusammenhang bewiesen ist.
Obwohl die Studie deutliche Verknüpfungen zwischen den in Industrieprodukten üblichen Haltbarmachern und Bluthochdruck zeigt, seien nun weitere experimentelle Forschungen nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen und die genauen biologischen Ursachen dahinter zu klären.
„Sollten sich diese neuen Daten bestätigen, erfordern sie eine Neubewertung der gesetzlichen Vorschriften für diese Zusatzstoffe, um den Verbraucherschutz zu verbessern“, schlussfolgerten die Wissenschaftler.
Mitautorin Anaïs Hasenböhler vom Forschungsteam für Ernährungsepidemiologie unterstrich die Bedeutung der Arbeit in einer Stellungnahme:
„Soweit wir wissen, ist dies die erste Studie dieser Art, die die Zusammenhänge zwischen einer so großen Vielfalt an Konservierungsstoffen und der Herz-Kreislauf-Gesundheit untersucht.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Die ketogene Diät folgt meist einem 4:1-Verhältnis von Fett zu Proteinen und Kohlenhydraten. Im Mittelpunkt stehen natürliche Fettquellen wie Fisch, Avocados, Olivenöl, Nüsse und Butter. - Foto: colnihko/iStock
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sterben im Schnitt zehn bis 25 Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Die Hauptursachen sind meist nicht die Leiden selbst, sondern Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Stoffwechselstörungen. Ein neuer, metabolisch-psychiatrischer Forschungsansatz rückt nun eine Ernährungsform in den Fokus, die dieses Zusammenspiel mildern könnte: die ketogene Diät.
Traditionell wurden psychische Erkrankungen als reine Störungen des Gehirns verstanden. Jedoch deuten immer mehr Studien darauf hin, dass ein entgleister Zellstoffwechsel eine Schlüsselrolle spielt. Dazu zählen Insulinresistenz, chronische Entzündungen und eine gestörte Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien.
Das Dilemma: Antipsychotika sind für viele Patienten überlebensnotwendig, treiben aber laut Studien das Risiko für Gewichtszunahme und Diabetes in die Höhe.
Hier setzt die ketogene Ernährung an. Bei dieser extrem kohlenhydratarmen Kost stellt sich der Stoffwechsel von Glukose auf Fettverbrennung um. Was bei medikamentenresistenter Epilepsie seit Jahrzehnten klinisch bewährt ist, soll dem Gehirn eine alternative, stabile Energiequelle bieten.
Eine ketogene Diät könne helfen, sowohl die zugrunde liegenden Stoffwechselprobleme als auch die metabolischen Nebenwirkungen der Medikamente anzugehen, erklärt Dr. Julien Trokis, ein an der Forschung beteiligter Diabetologe.
Deutliche Effekte bei strikter Disziplin
In einer viermonatigen Pilotstudie der Stanford University unter der Leitung von Dr. Shebani Sethi wurden Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung auf eine strikte ketogene Diät gesetzt (maximal 20 Gramm Netto-Kohlenhydrate pro Tag).
Die Ergebnisse waren deutlich: Die psychiatrischen Symptome verbesserten sich im Schnitt um knapp ein Drittel. Bei den bipolaren Patienten zeigten fast 70 Prozent signifikante Fortschritte. Die Rate derer, bei denen eine signifikante Milderung der Schizophrenie-Symptome eintrat, stieg von 38 Prozent zu Beginn der Studie schließlich auf 81 Prozent. Entscheidend war dabei die Disziplin: 91 Prozent der Teilnehmer, die konsequent in Ketose blieben, zeigten deutliche Verbesserungen ihrer mentalen Gesundheit – bei den weniger konsequenten Teilnehmern war es nur die Hälfte. Zudem verbesserten sich Gewicht, Blutdruck und Blutwerte signifikant.
Eine weitere retrospektive Analyse von 31 Erwachsenen mit behandlungsresistenten Psychosen und schweren Depressionen zeigte ähnliche Erfolge: Unter ketogener Kost in der stationären Behandlung sanken die Depressionswerte, teilweise bis zur Remission. Bei schizoaffektiven Störungen nahmen Halluzinationen und Wahnvorstellungen spürbar ab.
Wie gelingt der Start in die ketogene Diät?
Eine der grundlegenden Fragen lautet: Wie lässt sich die ketogene Diät praktisch und nachhaltig in den Alltag integrieren? Die klassische Variante folgt einem strikten 4:1-Verhältnis. Das bedeutet: Das Gewicht der Fettzufuhr ist viermal so hoch wie das von Proteinen und Kohlenhydraten zusammen.
In der Praxis bedeutet die Einhaltung dieses Verhältnisses, dass man natürliche Fettquellen wie Avocados, Olivenöl, Kokosöl, Butter, Ghee, Schmalz, Mandeln, Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen bevorzugt.
Protein sollte in moderaten Mengen verzehrt werden, um die Muskelmasse zu erhalten. Ein Überschuss sollte vermieden werden, da dieser in Glukose umgewandelt werden könnte.
Zu den üblichen Proteinquellen für die Keto-Diät gehören fettreiche Fleischstücke, Geflügel, Fisch – insbesondere Lachs, Makrele und Sardinen –, Eier sowie vollfette Milchprodukte wie Käse und griechischer Joghurt, sagte Caroline Susie, eine staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, gegenüber Epoch Times.
Die Kohlenhydrataufnahme wird in der Regel niedrig gehalten – bei etwa 20 bis 50 Gramm Netto-Kohlenhydraten pro Tag – und sollte hauptsächlich aus kohlenhydratarmen Gemüsesorten wie Blattgemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spargel und Paprika bestehen.
Geringe Mengen an zuckerarmen Früchten wie Beeren dürfen ebenfalls verzehrt werden. Ungesüßte Getränke wie Tee, Kaffee und Wasser sind in der Regel erlaubt, so Susie.
Die Sicherheit bleibt ein wichtiger Aspekt, insbesondere bei der therapeutischen Anwendung der Diät. Zu den frühen Nebenwirkungen, die oft als „Keto-Grippe“ bezeichnet werden, können Müdigkeit, Kopfschmerzen und Reizbarkeit während der Anpassungsphase gehören.
Diese Symptome sind in der Regel mild und vorübergehend. Sie lassen sich durch eine schrittweise Reduzierung der Kohlenhydratzufuhr, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt und den Verzehr von ballaststoffreichem, kohlenhydratarmem Gemüse lindern, so Sethi.
Es gibt auch ernährungsphysiologische Aspekte zu beachten. Die Einschränkung von Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten kann die Aufnahme bestimmter Nährstoffe verringern. Das Risiko von Mangelerscheinungen kann sich dadurch im Laufe der Zeit erhöhen, insbesondere ohne sorgfältige Planung.
Eine eingeschränkte Ballaststoffzufuhr kann zudem zu Verstopfung und Verdauungsbeschwerden beitragen, so Susie.
Eine kontinuierliche ärztliche Überwachung, individuelle Anpassungen und strukturierte Unterstützung können dazu beitragen, sowohl die Sicherheit als auch die langfristige Durchführbarkeit zu verbessern.
Trokis rät allen, die eine ketogene Diät in Betracht ziehen, zunächst ihren Arzt auf mögliche Kontraindikationen zu befragen und unter Anleitung eines Ernährungsberaters zu beginnen.
„Die ideale Dauer einer Keto-Diät kann variieren, da manche Patienten von einer längerfristigen Anwendung profitieren können, während andere zu einem flexibleren Ansatz übergehen“, sagte Trokis.
Wann Keto nicht geeignet ist
Obwohl eine ketogene Ernährung für viele Menschen und Erkrankungen von Vorteil sein kann, ist sie nicht für jeden geeignet.
Menschen mit seltenen Stoffwechselerkrankungen, die den Körper daran hindern, Fett effizient in Energie umzuwandeln, sollten sie vermeiden, da dies ihren Zustand verschlimmern könnte.
Dazu gehören Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie, also einem erblich bedingten, hohen Cholesterinspiegel. Sie haben bereits erhöhte LDL-Cholesterinwerte und ihr Blutfettprofil kann sehr unterschiedlich auf eine ketogene Diät reagieren.
Ebenso vorsichtig sollten Menschen mit folgenden Erkrankungen sein: akute Pankreatitis, schweres Leberversagen und fortgeschrittene Nierenerkrankung. Bei ihnen kann eine hohe Fettaufnahme Risiken bergen, erklärte Trokis.
Die Keto-Diät kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, darunter einige Antipsychotika und Diabetesmedikamente, haben und erfordert möglicherweise eine Dosisanpassung sowie andere individuelle Anpassungen.
Schwangere und stillende Frauen, Kinder sowie Menschen mit Typ-1-Diabetes sind ebenfalls keine geeigneten Kandidaten. Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen sollten die Diät mit Vorsicht angehen, so Trokis.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.