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Stickstoffmonoxid: Warum Bluthochdruck auch im Mund beginnt


In Kürze:

  • Stickstoffmonoxid spielt im Körper eine größere Rolle, als viele annehmen: Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten.
  • Die Mundflora arbeitet in diesem Zusammenhang offenbar an einem System mit, das Blutdruck und Durchblutung beeinflusst.
  • Unser Gesundheitssystem ist in einzelne Bereiche unterteilt, doch unser Organismus arbeitet als großes Ganzes.
  • 7 Tipps – von Ernährung über Zahnpasta bis Schnarchen – helfen den Gefäßen.

 
Nach fast 30 Jahren in der Naturheilkunde passiert mir das immer noch: Ich stoße auf einen Zusammenhang und denke erst einmal, das könne doch nicht ernsthaft so einfach sein? Beim Thema Stickstoffmonoxid (abgekürzt NO), passierte mir aber genau das.
Bevor Sie jetzt denken: „Stickstoffmonoxid? Brauche ich nicht …“, halten Sie kurz inne. Es geht nämlich um Blutdruck, Durchblutung, Gefäßelastizität und die Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und Muskulatur. Also um Themen, die spätestens ab der Lebensmitte nicht mehr ganz nebensächlich sind.
Einige Kraftsportler, Ausdauerathleten und Trainer kennen NO bereits seit Jahren. Es geht bei diesem Thema um bessere Durchblutung, mehr Sauerstoff in der Muskulatur und bessere Leistungsfähigkeit. Arginin, Citrullin und Rote-Bete-Konzentrate werden in diesem Bereich schon lange verwendet. Rote Bete färbt bei manchen Menschen sogar den Urin rötlich, weshalb im Sport allerlei Anekdoten kursieren.
Die 10 gesunden Vorteile von Rote Bete

Rote Bete wird von Profisportlern für die Förderung der Durchblutung geschätzt.

Foto: dianazh/iStock

Ob bei großen Wettkämpfen wie den Olympischen Spielen tatsächlich reihenweise rot-violette Urinproben auftauchten, sei dahingestellt. Dass Rote Bete im Leistungssport wegen der Nitrate aber genutzt wird, ist jedoch kein Geheimnis.
Der Punkt ist aber folgender: Was im Sportbereich zur Leistungssteigerung verwendet wird, spielt für die allgemeine Gesundheit sehr wahrscheinlich eine viel größere Rolle, als bisher gedacht.

Wenn die Gefäße enger werden

Stickstoffmonoxid ist ein kleines, kurzlebiges Molekül mit großer Wirkung. Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten. Verbessert die Mikrozirkulation und damit die Durchblutung der kleinen Gefäße. Und beeinflusst auch den Blutdruck, Sauerstoffversorgung, Mitochondrien und sogar immunologische Prozesse.
Wenn die NO-Bildung nachlässt, wird der Körper im übertragenen Sinn enger: Die Gefäße verlieren an Elastizität, die Durchblutung wird schlechter, der Blutdruck steigt leichter. Letzteres ist Physik. Damit  eine bestimmte Menge Flüssigkeit durch einen kleineren Querschnitt fließen kann, muss die Fließgeschwindigkeit steigen, dafür ist höherer Druck nötig.

Der Unterschied zwischen gesunden und ungesunden Blutdruck schematisch dargestellt.

Foto: blueringmedia/iStock

Lange dachte man bei NO vor allem an die Aminosäure Arginin. Aus ihr kann der Körper über bestimmte Enzyme Stickstoffmonoxid bilden. Deshalb steckt Arginin in vielen Sportpräparaten.
Später kam Citrullin hinzu, weil es im Körper zu Arginin umgebaut wird und etwas zuverlässiger wirkt. Das ist alles schon ziemlich interessant, aber noch nicht der spannendste Teil. Denn es gibt einen zweiten Weg: den Nitrat-Nitrit-NO Weg – und dieser beginnt im Mund.

Die Mundflora als Gefäßhelfer

Nitrat aus der Nahrung, vor allem aus Gemüse, wird im Speichel konzentriert. Bestimmte Bakterien im Mundraum, besonders auf der Zunge, wandeln dieses Nitrat in Nitrit um. Aus Nitrit kann der Körper wiederum Stickstoffmonoxid bilden. Anders gesagt: Die Mundflora ist an der Gefäßregulation beteiligt.
Die Bakterien im Mund sind nicht nur „Keime“, die man möglichst entschlossen beseitigt, damit der Atem nach Minze riecht. Ein Teil dieser Bakterien arbeitet offenbar an einem System mit, das Blutdruck, Gefäßweite und Durchblutung beeinflusst.
Die Bedeutung der Darmflora hat sich inzwischen herumgesprochen. Was wir Naturheilkundler in den 1990er-Jahren noch erklären mussten, ist heute fast Allgemeinwissen. Bei der Mundflora stehen wir an einem ähnlichen Punkt. Nur, dass es dieses Mal nicht um Verdauung geht, sondern um die Gefäße.
Besonders nitratreiche Lebensmittel sind Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Radieschen, Staudensellerie, Kohlrabi, Petersilie und grüne Blattgemüse. In Kurzform sieht der Zusammenhang wie folgt aus: Nitrat aus Gemüse, Mundflora, Nitrit, Stickstoffmonoxid, Gefäßerweiterung, bessere Durchblutung. So einfach kann Biochemie manchmal sein. Und so schnell kann man sie stören.

Nitratreiche Lebensmittel wie Rucola, Spinat, Mangold, Petersilie und grünes Blattgemüse helfen den Blutgefäßen.

Foto: Svetl/iStock

Mundspülung: Hygiene oder Dauerangriff?

Wenn bestimmte Mundbakterien für diesen Weg wichtig sind, stellt sich sofort die Frage, was mit Menschen passiert, die ihre Mundflora täglich mit aggressiven Mundspülungen bearbeiten? Viele Mundspülungen werden als moderne Hygiene verkauft: frischer Atem, weniger Keime. Das klingt logisch und überzeugend. Aber was geschieht, wenn dabei genau jene Bakterien reduziert werden, die Nitrat in Nitrit umwandeln?
Vor allem stark antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin können die Mundflora massiv verändern. Nach bestimmten zahnärztlichen Eingriffen kann dies zeitlich begrenzt sinnvoll sein. Als tägliche Dauerlösung halte ich es für extrem fragwürdig. Wer seine Mundflora „chemisch niedermäht“, greift möglicherweise auch in seine körpereigene NO-Regulation ein.
Und es lohnt sich auch ein Blick auf die Zahnpasta. Viele Produkte sind geradezu kleine Chemiebaukästen: Schaumbildner, aggressive Tenside, künstliche Aromen, Süßstoffe, Titandioxid, Mikroplastik, Fluoride und weitere Zusätze.
Nicht jede Zahnpasta ist ein Problem, aber die Vorstellung, man könne zweimal täglich einen industriellen Cocktail in den Mundraum bringen und das habe mit dem restlichen Körper nichts zu tun, halte ich für ziemlich naiv.

Die falsche Mundspülung oder Zahnpasta kann die guten Bakterien im Mund töten und könnte Bluthochdruck begünstigen.

Foto: Inna Dodor/iStock

Die Sache mit den Zahnherden

Noch wichtiger wird der Mundraum beim Thema Parodontitis, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne und chronische Entzündungen. Aus naturheilkundlicher Sicht können solche Herde systemisch wirken. Nicht bei jedem und nicht immer. Ich weiß auch, dass viele Zahnärzte dieses Thema sehr kontrovers betrachten.
Klar ist jedoch, dass chronische Entzündungen oxidativen Stress fördern. Oxidativer Stress kann Stickstoffmonoxid abfangen und dessen Bioverfügbarkeit verschlechtern. Wer Blutdruck, Mikrozirkulation und Mitochondrien verbessern möchte, sollte deshalb auch den Mundraum beachten.
Damit wären wir beim hohen Blutdruck. Meist wird in diesem Zusammen über Salz, Stress, Cholesterin, Übergewicht oder Medikamente gesprochen. Das ist nicht falsch, aber unvollständig.
Wenn Gefäße sich nicht mehr ausreichend entspannen, steigt der Druck leichter. Wenn die Gefäßinnenwand (das Endothel), schlechter arbeitet, wird die Regulation träger. Kommen Bewegungsmangel, Insulinresistenz, schlechter Schlaf, Entzündungen und oxidativer Stress hinzu, wird aus einem Messwert schließlich ein Regulationsproblem.

Schnarchen ist kein Eheproblem

Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist die Nasenatmung. Auch in den Nasennebenhöhlen wird anscheinend Stickstoffmonoxid gebildet. Dauerhafte Mundatmung ist deshalb ungünstig. Wer ständig durch den Mund atmet, chronisch verstopfte Nasenwege hat oder nachts schnarcht, sollte aufhorchen.
Schnarchen gilt vielen als akustisches Eheproblem. Der eine sägt, der andere zieht genervt ins Gästezimmer. Leider kann dahinter zusätzlich eine Schlafapnoe stecken, also nächtliche Atemaussetzer.
Dabei fällt der Sauerstoff ab, der Körper schlägt Alarm, Stresshormone steigen, Herz und Gefäße geraten unter Druck. Schlafapnoe wird mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Insulinresistenz, Diabetes Typ 2, Fettleber, Tagesmüdigkeit und erhöhtem Unfallrisiko in Verbindung gebracht.
Schnarchen raubt nicht nur den Schlaf – sondern auch die Gesundheit

Schätzungen zufolge schnarchen mehr als 60 Prozent der über 50-jährigen Männer.

Foto: monkeybusinessimages/iStock

Was Sie tun können

Was folgt daraus praktisch?
  1. Essen Sie regelmäßig nitratreiches Gemüse wie Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Staudensellerie, Radieschen, Petersilie.
  2. Seien Sie zurückhaltend mit antiseptischen Mundspülungen.
  3. Prüfen Sie Ihre Zahnpasta. Nicht alles, was schäumt und nach Minze riecht, dient automatisch dem Milieu im Mund.
  4. Denken Sie bei Bluthochdruck auch an den Mundraum: Zahnfleisch, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne, Kieferentzündungen.
  5. Nehmen Sie Nasenatmung und Schnarchen ernst. Wer nachts schlecht atmet, stresst Herz, Gehirn, Gefäße und Stoffwechsel.
  6. Bewegen Sie sich. Bewegung erzeugt Scherkräfte an der Gefäßwand. Diese Reize fördern die NO Bildung im Endothel. Dreimal täglich zehn Minuten Gehen wären für viele bereits ein guter Anfang.
  7. Senken Sie oxidativen Stress und verbessern Sie Ihren Blutzucker. Polyphenole aus Beeren, Granatapfel, grünem Tee, Kräutern, Olivenöl und Gemüse können helfen, NO indirekt zu schützen. Insulinresistenz und chronisch erhöhte Blutzuckerwerte dagegen schädigen das Endothel.

Lebensmittel, die oxidativen Stress senken können, sind Beeren, Granatapfel, grüner Tee, Kräuter, Olivenöl und Gemüse.

Foto: YelenaYemchuk/iStock

Der Körper denkt nicht in Fachabteilungen

Für mich zeigt dieses Thema wieder einmal, warum der Körper nicht in Fachabteilungen denkt. Zahnmedizin hier, Kardiologie dort, Schlafmedizin in der nächsten Tür – so organisieren wir das Gesundheitssystem. Der Organismus arbeitet aber anders. Er verbindet Mundflora, Nasennebenhöhlen, Gefäße, Bakterien, Sauerstoff, Entzündung, Bewegung und Stoffwechsel zu einem großen Ganzen.
Stickstoffmonoxid ist dabei nicht der einzige Schlüssel, aber ein bemerkenswerter. Gute Durchblutung beginnt nicht erst beim Medikament und auch nicht im Supplementregal. Sie beginnt im Mund, auf dem Teller, in der Nase, in der Bewegung und in der Frage, ob wir den Körper noch als zusammenhängendes System begreifen. Genau dort beginnt aus meiner Sicht wirkliche Naturheilkunde.
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Wann Schnarchen ein Warnzeichen ist

Es beginnt leise, wie ein kaum hörbares Flattern in der Dunkelheit. Mit der Zeit wird daraus ein gleichmäßiges Rumpeln.
Schnarchen wurde lange Zeit als harmloses Ärgernis abgetan. Doch das könnte ein Irrtum sein.
In vielen Fällen ist es ein Frühwarnzeichen für obstruktive Schlafapnoe, eine Erkrankung, bei der sich die Atemwege im Schlaf verengen, weil sich der Rachen entspannt.
„Aufgrund der Beschaffenheit des Rachens besteht bei jedem Menschen ein gewisses Risiko für eine Anfälligkeit der Atemwege in der Nacht“, sagte Dr. Allison Wilson, Zahnärztin und Expertin für schlafbezogene Atemprobleme, gegenüber The Epoch Times. „Schnarchen ist also tatsächlich Teil eines Spektrums der Schlafapnoe – oft ist es das erste Anzeichen dafür, dass sich die Atemwege stärker als normal verengen.“
Im Kern ist Schnarchen das Geräusch von Luft, die sich mühsam durch die Atemwege bewegt. Dieser Widerstand kann laut Studien ein Hinweis darauf sein, dass die Atemwege überlastet sind und dass Herz und Gehirn stärker arbeiten müssen, als sie sollten.
Die häufigsten Arten des Schnarchens stehen oft im Zusammenhang mit Schlafapnoe, insbesondere jene, an denen der weiche Gaumen und der Zungenansatz beteiligt sind.

Die drei Arten des Schnarchens

Wenn man mit einer Taschenlampe in den Rachen leuchten könnte, während jemand schnarcht, würde man keinen weit geöffneten Tunnel sehen.
Es würde eher wie ein geknickter Gartenschlauch aussehen: verengt, uneben und mit Weichgewebe ausgekleidet, das vibriert, wenn Luft hindurchströmt.
Ein Grund dafür liegt in der menschlichen Anatomie. Dieselben flexiblen Atemwege, die es uns ermöglichen zu sprechen und zu schlucken, führen auch dazu, dass sich der Rachen im Schlaf leichter verengt.
Schlafspezialisten unterteilen Schnarchen oft in drei anatomische Hauptmuster:

Nasales

Nasales Schnarchen beginnt oft mit einer Nasenscheidewandverkrümmung oder einer chronischen Verstopfung, die die Luft durch einen verengten Nasengang drückt und dabei pfeifende, grunzende oder hohe Töne erzeugt.
Kurzzeitiges nasales Schnarchen wird in der Regel durch Allergien verursacht und gilt als harmlos, aber langfristiges nasales Schnarchen kann die Schlafqualität beeinträchtigen und muss möglicherweise behandelt werden.
Nasales Schnarchen steht in der Regel nicht im Zusammenhang mit Schlafapnoe, die beiden anderen Arten hingegen schon.

Zungenbedingt

Zungenbedingtes Schnarchen tritt auf, wenn die Zunge während des Schlafs nach hinten in Richtung Rachen fällt und die Atemwege teilweise oder vollständig blockiert.
Diese Art wird typischerweise mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht, da sie enger mit obstruktiver Schlafapnoe verbunden ist und oft bei Atmung mit geöffnetem Mund auftritt.

Gaumenschwingung

Die häufigste Art des Schnarchens ist jedoch die Gaumenschwingung, die bei vielen Menschen ab der Lebensmitte auftritt.
Sie entsteht, wenn das Weichgewebe im hinteren Mundraum an Festigkeit verliert und während des Schlafs zu vibrieren beginnt. Sie kann sowohl bei Mund- als auch bei Nasenatmung auftreten.
Die Struktur des Gaumens hilft zu erklären, wie das Gaumenzittern entsteht. Im vorderen Bereich besteht der harte Gaumen aus Knochen und ist „vollständig und absolut gestützt“, so Wilson. Der weiche Gaumen im hinteren Bereich ist dies jedoch nicht und wird nur von Muskeln gestützt.
„Muskeln sind nicht besonders gut darin, Weichgewebe zu stützen“, sagte sie. „Mit der Zeit baut sich das Kollagen ab, das dem weichen Gaumen Struktur verleiht, und diese Gewebe werden schlaff.“ Wenn während des Schlafs Luft darüber strömt, vibrieren sie und erzeugen das Schnarchgeräusch.
Verschlimmert sich das Gaumenschnarchen, können sich die Atemwege weiter verengen oder während des Schlafs zusammenfallen.
Tritt dieser Zusammenfall wiederholt auf, spricht man von obstruktiver Schlafapnoe, einem Zustand, bei dem die Atmung während der Nacht wiederholt verlangsamt wird oder aussetzt und der Körper kurzzeitig in einen leichteren Schlaf wechselt, um die Atemwege wieder zu öffnen.

Wann wird Schnarchen zur Apnoe?

Grundsätzlich scheint Gaumenschnarchen kein medizinisches Problem zu sein.
„Es ist eine Belästigung für die Person, die mit im Bett liegt“, sagte Wilson.
Wenn sich das Schnarchen jedoch verschlimmert, kann der eingeschränkte Luftstrom die Schlafqualität beeinträchtigen und weitreichende Folgen für die langfristige Gesundheit haben.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um festzustellen, wann Schnarchen in Schlafapnoe übergeht. Das gängigste Instrument ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der zählt, wie oft die Atmung pro Stunde Schlaf verlangsamt wird oder aussetzt.
Ein AHI unter fünf gilt als normal, fünf bis 15 als leicht, 15 bis 30 als mittelschwer und über 30 als schwer.
Der AHI erfasst jedoch nicht, wie lange oder wie stark der Sauerstoffgehalt während der Nacht absinkt. Zunehmend verwenden Fachärzte Berechnungen der „hypoxischen Belastung“, um die Gesamtbelastung des Körpers durch Sauerstoffmangel zu bewerten und das Gesundheitsrisiko besser einzuschätzen.
Der AHI und die hypoxische Belastung können mithilfe eines Heimschlaftests gemessen werden. Dabei handelt es sich um ein kleines, tragbares Gerät, das von einem Arzt verschrieben und über Nacht verwendet wird, um Atemmuster, Sauerstoffwerte, Herzfrequenz und Luftstrom zu erfassen. Ein Schlafspezialist wertet die Ergebnisse anschließend aus.
Es gibt weitere Anzeichen, die sich zu Hause beobachten lassen. Warnsignale für Schlafapnoe sind unter anderem lautes, regelmäßiges Schnarchen, Atempausen oder Würgegeräusche sowie unruhiges Aufwachen trotz ausreichendem Schlaf.
Weitere Hinweise sind starke Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder schwer einstellbarer Bluthochdruck.

Gaumenschnarchen gilt oft nicht als medizinisches Problem, ist aber meist eine Belastung für den Partner, so Wilson.

Foto: Wavebreakmedia / iStock

„Wenn ein Partner hört, dass jemand aufhört zu atmen oder nach Luft schnappt – und nicht nur schnarcht –, ist das das größte Warnzeichen“, sagte Wilson.
Erschöpfung am Tag ist ein weiterer wichtiger Hinweis.
„Schnarchen macht nicht müde“, sagte sie, „Müdigkeit entsteht dadurch, dass man wegen der Apnoen keinen Tiefschlaf bekommt.“
Wenn diese Muster auftreten, ist es möglicherweise an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen.
Ein Hausarzt, ein Schlafspezialist oder ein in schlafbezogenen Atemstörungen geschulter Zahnarzt kann dabei helfen, festzustellen, ob ein Schlaf-Heimtest oder eine Übernachtungsuntersuchung angebracht ist.
Eine Übernachtungsuntersuchung im Labor ermöglicht eine genauere Untersuchung, bei der Gehirnströme, Atemaufwand, Sauerstoffwerte, Herzrhythmus und Körperbewegungen während des Schlafs überwacht werden.

Wer ist gefährdet?

Schnarchen betrifft nicht jeden gleichermaßen. Es tritt häufiger bei übergewichtigen Menschen, bei Männern mittleren Alters und älter sowie bei Frauen nach der Menopause auf.
Einige Menschen scheinen „geborene Schnarcher“ zu sein, selbst wenn sie schlank, jung und ansonsten gesund sind. Die Größe und Form von Kiefer, Zunge, Mandeln und Gaumensegel beeinflussen, wie viel Platz im hinteren Rachenraum für den Luftdurchlass verbleibt.
Ein kleinerer Kiefer, eine größere Zunge oder vergrößerte Mandeln können diesen Raum einengen, wodurch die Atemwege im Schlaf leichter vibrieren oder kollabieren können.
Kinderschlafspezialisten weisen darauf hin, dass Kinder eigentlich nicht schnarchen sollten. Wenn sie es doch tun, sind anatomische Faktoren – insbesondere vergrößerte Mandeln, Polypen oder ein schmaler Gaumen – oft Teil der Erklärung.
In solchen Fällen kann eine Behandlung der vergrößerten Mandeln und Polypen oder eine Kiefererweiterung während der Entwicklung helfen, die Atemwege zu öffnen und das Schnarchen zu reduzieren.
Dies sollte immer unter Anleitung eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes sowie eines Kieferorthopäden oder Kinderzahnarztes erfolgen.
Das Älterwerden trägt seinerseits allmählich zum Schnarchen bei. Der gleiche Kollagenverlust, der die Haut weicher macht und Falten vertieft, wirkt sich auch auf das Gewebe im Mund- und Rachenraum aus.
„Alles, was im Mund rosa ist und nicht durch Knochen gestützt wird – die Uvula, die Gaumenbögen, die Mandeln – kann mit zunehmendem Alter flexibler und schlaffer werden“, sagte Wilson.
Das erklärt, warum jemand, der in seinen 20ern noch geräuschlos schlief, in seinen 40ern zu einem gewohnheitsmäßigen Schnarcher werden kann – selbst wenn sich sein Gewicht und seine Gewohnheiten kaum verändert haben.

Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils und Behandlungen

Das Schnarchen wird durch verschiedene alltägliche Faktoren beeinflusst. Wenn man diese Faktoren gezielt adressiert, kann man Schnarchen und Schlafapnoe verbessern.
Gewicht: Übergewicht im Bereich des Halses und des Oberkörpers kann das Gewebe um die Atemwege herum verdicken, wodurch weniger Platz für die Luft bleibt.
Alkohol: Abends getrunkene alkoholische Getränke entspannen die Muskeln, die den weichen Gaumen und die Zunge in Position halten, sodass das Gewebe beim Einschlafen stärker erschlafft.
Schlafposition: Wenn man flach auf dem Rücken liegt, können die Zunge und der weiche Gaumen nach hinten in den Rachen fallen.
Wilson bezeichnet dies als eine „reine Schwerkraft“-Situation, die zu Schnarchen und Atemwegsverengungen führt. Viele Menschen schnarchen am lautesten auf dem Rücken und leiser auf der Seite.
Oft überschneiden sich diese Faktoren. Alkohol, eine späte Mahlzeit und das Schlafen auf dem Rücken können ein leichtes Schnarchen in ein lauteres, hartnäckigeres verwandeln – und sie gehören auch zu den Dingen, die sich am einfachsten ändern lassen, um herauszufinden, was hilft.
Praktische Maßnahmen sind unter anderem, den Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen zu reduzieren, ein gesundes Gewicht anzustreben, auf der Seite zu schlafen oder den Oberkörper leicht anzuheben.
Diese Anpassungen können besonders hilfreich sein, wenn Reflux oder eine verstopfte Nase das Schnarchen verstärken.
Manche Menschen haben Erfolg mit der myofunktionellen Therapie, bei der Übungen die Gesichtsmuskulatur trainieren, während des Schlafs in Position zu bleiben.
Einfache Hilfsmittel wie Nasenstreifen können helfen, die Nasengänge zu öffnen und das Atmen zu erleichtern, insbesondere, wenn eine verstopfte Nase Teil des Problems ist.
Andere versuchen auch das „Mouth Taping“, bei dem vor dem Schlafengehen ein kleines Stück medizinisches Klebeband über den Lippen angebracht wird, um die Nasenatmung zu fördern.
Kinnriemen dienen einem ähnlichen Zweck und helfen dabei, den Mund während des Schlafs geschlossen zu halten. Man sollte jedoch immer einen Arzt zu konsultieren, bevor man Hilfsmittel ausprobiert, die den Luftstrom während der Nacht einschränken.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Mundvorrichtungen, CPAP-Geräte (Continuous Positive Airway Pressure) und in ausgewählten Fällen chirurgische Eingriffe.
In ihrer Praxis bietet Wilson Laserbehandlungen an, um den weichen Gaumen zu straffen und so Vibrationen zu verhindern.
„Wir lösen lediglich Kollagenbindungen auf und fordern den Körper auf, diese auf sehr schonende Weise neu zu bilden“, sagte sie.
„Wenn jemand sagt: ‚Ich bin immer noch erschöpft‘, dann ist das kein Schnarchproblem mehr. Dann müssen wir fragen, ob möglicherweise eine Apnoe dahintersteckt.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Snoring May Be an Early Sign of Sleep Apnea“. (deutsche Bearbeitung: vm)