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Warum Knochen- und Muskelschwund nicht nur eine Folge des Alterns sind


In Kürze:

  • Osteoporose und Sarkopenie – also Knochen- und Muskelschwund – nehmen bereits in jüngeren Jahren ihren Anfang.
  • Knochen und Muskeln wachsen durch Belastung. Fehlt diese, verkümmern sie.
  • Auch die Biochemie von Knochen und Muskeln bestimmt, ob sie schwinden oder wachsen.
  • Doch gesunde Knochen und Muskeln brauchen nicht nur Sport und eine gute Ernährung, sondern auch Energie in den Zellen.

 
Der Abbau von Knochen, Muskeln und Kraft gehört zu den folgenschwersten Aspekten des Alterns. Denn Gebrechlichkeit ist einer der stärksten Prädiktoren für Pflegebedürftigkeit und Tod nach dem 65. Lebensjahr. 
Doch glücklicherweise kann man diesem Abbau sehr gut entgegenwirken und ihn sogar umkehren. Personen, die ihre muskuloskelettale Kraft erhalten, sind laut Studien weitaus besser in der Lage, auch vieles andere länger zu bewahren: Unabhängigkeit, Gleichgewicht, Stoffwechsel und sogar die kognitive Widerstandsfähigkeit, die sich aus körperlicher Leistungsfähigkeit ergibt.
Um diesen Verfall umzukehren, bedarf es einer umfassenderen Perspektive. In meiner Praxis prüfe ich jeden Patienten anhand des ACES-Modells für Gesundheit und Medizin. Dieses Modell beschreibt vier Dimensionen, die beeinflussen, wie der Körper im Laufe der Zeit seine Struktur bewahrt oder verliert – Anatomie, Chemie, Energie und Seele.
Knochen- und Muskelschwund ist selten auf ein Versagen in nur einer dieser Dimensionen zurückzuführen. Die Behandlung von nur einer oder zwei Dimensionen – hier ein Rezept, dort ein Nahrungsergänzungsmittel – kann oftmals nicht verhindern, dass viele ältere Patienten immer wieder stürzen und Belastungen des Alltags nicht mehr gewachsen sind.

Anatomie: Der Körper wird durch das geformt, was man von ihm verlangt

Knochen und Muskeln sind lebendes Gewebe und reagieren direkt auf Belastung: Widerstand, Stöße und Gewicht, die das Gewebe wirklich herausfordern.
Nimmt man das weg, erhalten die Osteoblasten – die Zellen, die Knochen aufbauen – einfach keinen Befehl mehr, zu arbeiten.
Für die Muskeln gilt dieselbe Regel, mit einer gravierenden Ergänzung: Der Körper baut aktiv Gewebe ab, das er als entbehrlich einstuft. Ab etwa dem 40. Lebensjahr werden die Muskeln zunehmend unempfänglich für die Signale, die sie einst aufgebaut haben, wie etwa Bewegung oder Protein aus der Nahrung. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache als anabole Resistenz beschrieben. 
Das bedeutet vereinfacht, dass dasselbe Protein und Training, die mit 30 noch zum Muskelaufbau führten, mit 60 nicht mehr ausreichen. Wer den Reiz nicht verstärkt, verliert jedes Jahr ein wenig mehr an Muskelmasse.
Das moderne Leben beschleunigt all diese physiologischen Veränderungen. Der durchschnittliche Erwachsene sitzt heute ungefähr zehn Stunden pro Tag. Die Hüftbeuger verkürzen sich, die Gesäßmuskeln werden inaktiv, der obere Rücken rundet sich nach vorne und die hintere Muskelkette, also die gesamte Muskulatur der Körperrückseite – das strukturelle Rückgrat der menschlichen Bewegung sozusagen –, verkümmert.

Tipps, was Sie tun können

Geben Sie Ihrem Skelett und Ihren Muskeln einen Anreiz, zu bleiben. Für die meisten Erwachsenen heißt das: Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche. Das bedeutet,  große Muskelgruppen mit einem sinnvollen Gewicht, gepaart mit einer leichten Stoßbelastung, zu trainieren. Selbst etwas so Einfaches wie auf den Zehenspitzen oder Fersen stehen, kann den Knochen dazu anregt, sich zu erneuern. 
Sie müssen die Belastung im Laufe der Zeit steigern, denn Muskeln und Knochen passen sich an den Reiz an, nicht an Wiederholungen. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Krafttraining haben, beginnen Sie unter Anleitung eines Trainers oder Physiotherapeuten, der Ihnen sichere Übungen empfehlen kann.

Chemie: Was Ihr Blut Ihnen verrät

Die Biochemie von Knochen und Muskeln wird selten eingehend untersucht – da sie normalerweise über die Standard-Laboruntersuchungen hinausgeht.

Vitamin D

Der optimale Serumspiegel von Vitamin D liegt zwischen 30 und 50 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Unterhalb dieses Wertes stockt die Kalziumaufnahme. Um die Funktion des Bewegungsapparats aufrechtzuerhalten, empfehle ich allerdings 50 bis 80 ng/ml.
Schnell zuckende Fasern brauchen Vitamin D. Mit ihm sind sie schnell und stark genug, um uns aufzufangen, wenn wir stolpern. Deshalb äußert sich ein Vitamin-D-Mangel nicht nur in Knochenschwund, sondern auch in echter Muskelschwäche und -unsicherheit, was zu einem deutlich höheren Sturzrisiko führt.

Vitamin K2 

Vitamin K2 leitet Kalzium in die Knochen und weg von den Blutgefäßen. Ein Patient, der Kalzium und Vitamin D ohne K2 einnimmt, baut möglicherweise schwache Knochen auf und lässt gleichzeitig seine Arterien verkalken.

Magnesium

Der Körper benötigt Magnesium, um Vitamin D zu aktivieren und Muskeln anzuspannen. Gleichzeitig hilft Magnesium, den Spiegel des Hormons Parathormon zu regulieren, der den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel steuert. 
Ein subtiler Mangel äußert sich in Krämpfen, unruhigem Schlaf und unerklärlicher Müdigkeit.

Protein

Protein brauchen wir, um die Muskelmasse zu erhalten. Erwachsene über 40 benötigen etwa 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Dabei ist nicht nur die Gesamtzufuhr wichtig, sondern auch, dass wir das Protein über den Tag verteilt und nicht in einer großen Mahlzeit aufnehmen.

Hormone

Hormone sind für den Erhalt von Knochen und Muskeln unerlässlich, nehmen aber im mittleren Alter ab. Dazu gehören unter anderem IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1), Wachstumshormon, DHEA (Baustein für die Produktion wichtiger männlicher und weiblicher Sexualhormone, darunter Testosteron und Östrogen) sowie Schilddrüsenhormone.
Den Hormonhaushalt zu bestimmen und – sofern klinisch angebracht – wiederherzustellen, kann zu Ergebnissen führen, die kein Trainingsprogramm allein erreichen kann.

Tipps, was Sie tun können

Bitten Sie Ihren Arzt um eine Untersuchung, die über das Wesentliche hinausgeht: Vitamin D, Magnesium (idealerweise Magnesium in den roten Blutkörperchen) und, je nach Ihrer Krankengeschichte, die relevanten Hormone. 
Beziehen Sie den Großteil Ihres Proteins aus proteinreichen Vollwertnahrungsmitteln. Eine gute Quelle sind unter anderem
  • Eier,
  • Geflügel, 
  • Rinderfleisch, 
  • frischer oder konservierter Thunfisch oder Lachs,
  • griechischer Joghurt. 
Essen Sie bei jeder Mahlzeit proteinreiche Lebensmittel und versuchen Sie nicht, die benötigte tägliche Proteinmenge nur bei einer Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Betrachten Sie Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D und K2 sowie Magnesium als gezielte Korrektur gemessener Mangelzustände und nicht als wahlloses Einnehmen von Tabletten. Gehen Sie eine Hormontherapie als eine sorgfältige Entscheidung an, die Sie gemeinsam mit einem sachkundigen Arzt treffen.

Energie: Die Kraft zum Wiederaufbau

Selbst ein makelloses Training und eine perfekte Ernährung können scheitern, wenn dem Körper die zelluläre Energie fehlt, um darauf zu reagieren. Der Aufbau von Knochen und Muskeln ist stoffwechseltechnisch aufwendig und hängt von gesunden Mitochondrien ab – den Kraftwerken unserer Zellen.
Personen mit chronischer Müdigkeit, anhaltenden postviralen Syndromen oder erheblicher toxischer Belastung verlieren laut Untersuchungen schneller an Muskel- und Knochenmasse. Das kommt dadurch, dass die zelluläre Energie für deren Wiederaufbau beeinträchtigt ist.
Der Wiederaufbau findet im Schlaf statt, denn der Körper schüttet Wachstumshormone vor allem im Tiefschlaf aus. Genau während dieser Zeit baut der Körper Muskelproteine auf, baut altes Knochengewebe ab und ersetzt es durch neues.
Sechs Stunden Schlaf können nicht das leisten, was acht Stunden ermöglichen, ganz gleich, wie diszipliniert Ihr Training auch sein mag.

Tipps, was Sie tun können

Stellen Sie sicher, dass sie ausreichend schlafen: 
  • Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein, 
  • sorgen Sie für ein dunkles und kühles Schlafzimmer,
  • verzichten Sie spätabends auf Bildschirme und auf Alkohol, da beides den Tiefschlaf beeinträchtigt. 
Wenn Ihre Müdigkeit in keinem Verhältnis zu Ihrem Leben zu stehen scheint, nehmen Sie sie ernst, anstatt sie einfach zu ignorieren. Fragen Sie Ihren Arzt zusätzlich nach Schilddrüsen-, Eisen- und B12-Werten sowie – sofern Ihre Vorgeschichte dies nahelegt – nach umweltbedingten und stoffwechselbedingten Faktoren.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Bone and Muscle Loss Is More Than Just Aging“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Müde trotz Schlaf? Warum Kaffee das Problem nur noch schlimmer macht und was Sie besser machen können

Acht Stunden Schlaf, ein gesundes Frühstück – und trotzdem fühlt sich der Kopf schon mittags an wie Watte? Bevor Sie den Griff zur dritten Tasse Kaffee mit dem Alter oder dem stressigen Job entschuldigen, lohnt es sich, einen Blick auf die unsichtbare Chemie unseres Körpers zu werfen.

Mineralstoffe sind die heimlichen Motoren unseres Körpers. Sie kurbeln jene Enzyme an, die Nahrung überhaupt erst in Energie umwandeln. Sie regulieren die Kommunikation zwischen den Zellen, wirken an der Steuerung der Genexpression – also der Aktivierung unserer Erbanlagen – mit und halten Stresshormone in Schach. Doch was passiert eigentlich, wenn unseren Zellen dieser Treibstoff ausgeht?

Wenn den zellulären Kraftwerken der Saft ausgeht

Um das zu verstehen, müssen wir tief in unsere Biologie eintauchen – genauer gesagt in die Mitochondrien. Diese winzigen Kraftwerke der Zellen wandeln Nährstoffe in ATP (Adenosintriphosphat) um, die universelle Energiewährung unseres Körpers.

Fehlen Mineralstoffe, gerät dieser Prozess ins Stocken. Das Tückische daran: Ein solcher Mangel äußert sich selten in einem einzigen, dramatischen Symptom. Er zeigt sich schleichend in verschiedenen Bereichen, was zu mehreren diffusen Beschwerden führt:

  • Anhaltende Müdigkeit, die auch durch langes Ausschlafen nicht verschwindet
  • Der berüchtigte „Brain Fog“ (Benommenheit und Konzentrationsschwäche)
  • Schlechter Schlaf trotz tiefer Erschöpfung
  • Ein träges Immunsystem, das jeden Infekt mitnimmt
  • Muskelkrämpfe, Stimmungsschwankungen und eine niedrige Stresstoleranz

In der klassischen Schulmedizin werden diese Symptome meist einzeln betrachtet. Mediziner aus der funktionellen Medizin – ein Ansatz, der die Ursachen chronischer Beschwerden ganzheitlich ergründet – erkennen darin jedoch häufig ein klassisches Muster für eine unzureichende Nährstoffversorgung.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachmagazin „Nutrients“ bestätigt, dass Mitochondrien weit mehr sind als stumpfe Energieproduzenten: Sie steuern die gesamte zelluläre Kommunikation. Dafür sind sie zwingend auf das Zusammenspiel von Vitaminen und Mineralstoffen angewiesen.

Wer sich primär von hochverarbeiteten Lebensmitteln ernährt und frische Vollwertkost links liegen lässt, manövriert sich schnell in einen Teufelskreis: Genau dann, wenn der Körper unter Stress nach Nährstoffen schreit, bekommt er nur „leere“ Kalorien geliefert.

Die üblichen Verdächtigen: Wo es am häufigsten hakt

Zwar ist jeder Körper anders, doch in den Praxen zeigt sich eine klare Tendenz. „Wenn ich die drei oder vier wichtigsten Baustellen nennen müsste, wären das Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer“, sagt Dr. Aaron Erez, Spezialist für funktionelle Medizin.

Besonders beim Magnesium zeigt sich in der Bevölkerung eine chronische Unterversorgung. Auch wenn ein akut lebensbedrohlicher Mangel selten ist, erreichen viele Menschen nicht die optimalen Werte. Das Problem: Unser moderner, chronischer Stress frisst Magnesium regelrecht auf. Akuter Stress bringt die Nieren über Adrenalin dazu, Magnesium vermehrt auszuscheiden, während dauerhaft erhöhtes Cortisol dafür sorgt, dass die internen Speicher chronisch erschöpft werden.

Auch die anderen Mitspieler sind essenziell: Zink hält die Immunabwehr aufrecht, während Kupfer für den Eisenstoffwechsel und die zelluläre Energiegewinnung unentbehrlich ist. Fehlt es hier an Balance, läuft der gesamte Organismus im Notbetrieb.

Der Weg aus der Müdigkeitsfalle

Wer den Verdacht hat, dass die eigenen Batterien leer sind, sollte allerdings nicht blind zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

„Ich kann den Menschen nur ans Herz legen, ihren Nährstoffstatus genau analysieren zu lassen, um echte Daten zu haben“, rät Dr. Erez. Ein umfassendes, spezielles Blutbild beim Arzt ist der sicherste Weg, um die Milligrammdefizite gezielt auszugleichen und den inneren Motor wieder zum Laufen zu bringen.

So kann die Lücke geschlossen werden

Bei der ausreichenden Versorgung mit Mineralstoffen geht es nicht nur darum, was man isst. Der Körper muss sie auch aufnehmen und verwerten können. Da Mineralstoffe in Synergie zusammenwirken, bietet eine vielfältige Auswahl an vollwertigen Nahrungsmitteln das beste Spektrum.

Auch bei mineralstoffreicher Ernährung nützt es wenig, wenn der Darm die Nährstoffe nicht aufnehmen kann. Magensäure, Entzündungen im Darm und Medikamente wie PPI spielen dabei eine große Rolle.

Foto: IMG visuals characters/iStock

Ernährung

Bryan Quoc Le, der in Lebensmittelwissenschaft und -technologie promoviert hat und als Lebensmittelwissenschaftler und Berater tätig ist, empfiehlt, mehr Obst und Gemüse zu essen – „den Regenbogen zu essen“ – und vorrangig auf regionale, saisonale Produkte zu setzen. Regionale Produkte, die gerade Saison haben, werden oft erst dann geerntet, wenn sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben, merkte Le an. „Das ist der ideale Zeitpunkt, an dem Obst und Gemüse ihren Mineralstoffgehalt maximieren“, sagte er.
Le wies außerdem darauf hin, dass auch die Art der Zubereitung Einfluss darauf hat, wie gut die Nährstoffe für den Körper verfügbar sind.
Der Verzehr fermentierter Lebensmittel ist eine zu selten genutzte Möglichkeit, Mineralstoffe besser verfügbar zu machen. Der Fermentationsprozess hilft dabei, die pflanzlichen Strukturen aufzubrechen, die es dem Körper sonst erschweren, auf die Mineralstoffe zuzugreifen.
„Der menschliche Körper ist eigentlich recht schlecht darin, rohe pflanzliche Strukturen aufzubrechen und die darin gebundenen Mineralstoffe aufzunehmen“, sagte Le und fügte hinzu: „Aber Fermentationsprozesse sind in der Lage, diese aufzuspalten. Wenn wir diese Lebensmittel dann konsumieren, nimmt unser Körper die freigesetzten Stoffe viel leichter auf. So schließt sich der Kreislauf.“
Eine weitere, oft übersehene Mineralstoffquelle sind die Schalen und Häute von Obst und Gemüse, in denen sich die Mikronährstoffe tendenziell anreichern. „Die Schale einer Kartoffel ist beispielsweise sehr reich an Kalium“, sagte Le. Er empfiehlt, Schalen nach Möglichkeit mitzuessen – idealerweise von Bio-Produkten, da sich synthetische Pestizide ebenfalls vor allem in den äußeren Schichten anlagern.

Aufnahme

Es spielt keine Rolle, wie viele Mineralstoffe in der Nahrung enthalten sind, wenn der Darm sie nicht resorbieren kann. Dabei spielt die Magensäure eine entscheidende Rolle. Sie aktiviert die Verdauungsenzyme, die die Nahrung aufspalten und Mineralstoffe zur Aufnahme erst freisetzen.
Bei einem langfristig zu niedrigen Säuregehalt wird dieser Prozess ineffektiv. Dies gilt insbesondere für Menschen, die Protonenpumpenhemmer (PPI) einnehmen, eine weit verbreitete Klasse säurereduzierender Medikamente.
„PPI senken den Säuregehalt tatsächlich so stark, dass man jene Mineralstoffe nicht mehr richtig aufspaltet und aufnimmt, die man eigentlich bräuchte“, sagte Erez.
Er wies außerdem darauf hin, dass die Magensäureproduktion mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise abnimmt, was teilweise erklärt, warum Mineralstoffmängel bei älteren Erwachsenen häufiger auftreten.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Mineralstoffaufnahme massiv beeinträchtigen kann, sind Entzündungen im Verdauungstrakt, wie Untersuchungen zeigen. „Es ist erstaunlich, wie stark dies die Aufnahme von Mineralstoffen beeinflusst“, sagte Le.
Wenn das Darmgewebe entzündet ist, räumt der Körper der Geweberegeneration Vorrang vor der Nährstoffaufnahme ein. „Wenn Ihre Darmzellen und Ihr Darmgewebe geschwächt oder gestresst sind, haben sie kein Interesse daran, weitere Stoffe einzuschleusen“, erklärte er.
Le rät dazu, entzündungsfördernde Lebensmittel wie hochverarbeitete Produkte sowie Alkohol strikt zu reduzieren. „Alkohol verträgt sich überhaupt nicht mit der Mineralstoffaufnahme“, sagte er. „Wenn man Alkohol trinkt, werden viele Mineralstoffe beschleunigt ausgeschieden.
Es ist für Leber und Magen eine enorme Belastung, diese toxische Belastung und die Nährstoffverarbeitung gleichzeitig zu bewältigen.“ Auch Lebensstilfaktoren wie Stressbewältigung und Schlafhygiene tragen dazu bei, Entzündungen im Körper in Schach zu halten.
Ein weiterer wichtiger Faktor: Manchmal kann der Körper einen bestimmten Nährstoff nur eingeschränkt aufnehmen, wenn gleichzeitig große Mengen eines anderen Elements vorhanden sind, da diese um dieselben Transportwege im Darm konkurrieren.
Das ist selten ein Problem, wenn man seine Mineralstoffe über eine ausgewogene Vollwertkost zu sich nimmt, kann aber bei unbedacht hochdosierten Einzelpräparaten zu einem Ungleichgewicht führen.

Nahrungsergänzung

Einfach hochdosierte Mineralstoffe oder andere Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, ohne das eigene Blutbild zu kennen, kann schnell neue Probleme schaffen. Manchmal ist das für den Regelkreis des Körpers genauso ungünstig wie der ursprüngliche Mangel selbst.
Eine Kategorie, die in diesem Bereich zunehmend Beachtung findet, sind Fulvosäuren und Huminstoffe – Verbindungen, die aus zersetzter organischer Substanz im Boden stammen.
Da sie über die moderne Nahrung nur schwer in nennenswerten Mengen aufgenommen werden können, werden sie in der Regel in Form von Tropfen, Pulver oder Kapseln angeboten.
Forschungsergebnisse, die 2025 in der Fachzeitschrift „Antioxidants“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass Huminstoffe die Nährstoffaufnahme bei Pflanzen signifikant verbessern können. Doch die Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen sind nach wie vor begrenzt.
Vorerst ist es am besten, auf eine solide Ernährungsgrundlage zu achten, die Darmgesundheit zu unterstützen und die Lebensstilfaktoren zu optimieren. Nahrungsergänzungsmittel sollten idealerweise nur bei nachgewiesenem Bedarf oder auf gezielte Anweisung eines Arztes eingenommen werden.
Der Schlüssel zur Zellgesundheit liegt nach wie vor in dem, was wir auf unseren Teller legen. Wenn Mineralstoffe der Motor unseres Körpers sind, dann sind nährstoffreiche Lebensmittel der Kraftstoff erster Wahl.
Wie Le es treffend formulierte: „Ein Einkauf auf dem Bauernmarkt ist ein hervorragender erster Schritt.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Mineral Deficiencies Can Lead to Fatigue and Brain Fog“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Dauernd müde? Warum Ihren Zellen der Saft ausgeht und was Sie dagegen tun können

Kennen Sie das? Sie fühlen sich ständig erschöpft, obwohl Sie eigentlich genug schlafen. Und egal, wie viel Kaffee Sie trinken: Der erhoffte Energieschub bleibt aus. Das liegt oft daran, dass die Kraftwerke in unseren Zellen – die Mitochondrien – im Laufe der Jahre an Effizienz verlieren.
Ab etwa der Mitte des Lebens bauen diese winzigen Strukturen ab. Sie produzieren weniger Energie, regenerieren sich langsamer und befeuern stattdessen schleichende Entzündungsprozesse im Körper. Das Ergebnis ist, dass dieselben Aktivitäten, die uns früher leicht fielen, uns plötzlich müde machen können. Man kann sich das wie einen stotternden Automotor vorstellen, bei dem nicht der Wagen streikt, weil wir zu schnell fahren, sondern weil die Ventile verschlissen sind.
Doch die Altersforschung hat einen Hoffnungsträger ausgemacht: Eine natürliche Verbindung namens Urolithin A könnte den zellulären Rückgang verlangsamen und die Funktion der Zellkraftwerke revitalisieren.
„Urolithin A wirkt direkt auf diesen Prozess ein, und zwar durch Mitophagie, also den Abbau erkrankter und funktionsgestörter Mitochondrien“, erklärte Cynthia Thurlow, amerikanische Gesundheitsexpertin und Buchautorin, gegenüber der Epoch Times in einer E-Mail.

Die Müllabfuhr der Zelle aktivieren

Der menschliche Körper kann prinzipiell Urolithin A selbst bilden, aber nicht jeder profitiert davon. Selbst der tägliche Verzehr von Granatäpfeln, Walnüssen, Himbeeren oder Brombeeren führt oft nicht zu einer effizienten Produktion. Obwohl diese Lebensmittel die Bildung von Urolithin A anregen können, hängt die tatsächliche Ausbeute maßgeblich vom individuellen Darm-Mikrobiom, der Darmflora, ab.
Nur etwa 40 Prozent der Menschen besitzen laut Studien die passenden Darmbakterien, um Urolithin A in nennenswerten Mengen selbst herzustellen.
Genau hier kommen Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel. Während die Aufnahme über die Nahrung stark schwankt, zeigt die Forschung, dass eine direkte Supplementierung mit Urolithin A zu einer bis zu sechsmal höheren Plasmakonzentration führte, als ein Glas Granatapfelsaft zu trinken.

Das große Ganze: Kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil

Urolithin A ist allerdings kein Wundermittel, das einen ungesunden Lebensstil wettmacht. Es funktioniert am besten als Teil einer umfassenden Strategie.
„Ich rate meinen Patienten immer, zuerst an den Grundlagen zu arbeiten“, betont Thurlow und meint: „Veränderungen im Lebensstil sind das Fundament, Nahrungsergänzungsmittel der nächste Schritt.“
Einen weitaus größeren Einfluss auf die Gesundheit der Mitochondrien als jedes einzelne Nahrungsergänzungsmittel haben:
  • Krafttraining & Bewegung: Regen die Zellen zur Neubildung an.
  • Ernährung: Eine ausreichende Proteinzufuhr liefert die Bausteine.
  • Schlaf & Entspannung: Reduzieren zellulären Stress.
Interessanterweise wirkt Urolithin A auf ganz ähnlichen biologischen Wegen wie Sport: Es sorgt für eine nachhaltige, langfristige Erneuerung der Zellkraftwerke statt für ein kurzes, künstliches Aufputschen.

Was die Wissenschaft sagt

Die klinische Datenlage wächst und liefert Belege für die positiven Eigenschaften von Urolithin A in klinischen Studien am Menschen:

  • Die JAMA-Studie (Senioren): Eine im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlichte Studie mit 66 Senioren (65 bis 90 Jahre) zeigte, dass nach einer viermonatigen Einnahme von 1.000 Milligramm Urolithin A täglich die Muskelausdauer der Teilnehmer stark anstieg. Sie schafften im Schnitt eine Steigerung um 95 Muskelkontraktionen vor der Ermüdung, während die Placebogruppe nur eine Steigerung um 12 Kontraktionen erreichte. Gleichzeitig beobachteten die Forscher auch niedrigere Entzündungsmarker im Blut bei den Senioren, die Urolithin A einnahmen.
  • Die Studie für die Generation 40+: Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte 50 Erwachsene in der Lebensmitte. Auch hier verbesserten sich die mitochondrialen Biomarker sowie Werte, die mit der Alterung des Immunsystems zusammenhängen.

Da Mitochondrien fast jedes biologische System mit Energie versorgen, profitiert nicht nur die Muskulatur, sondern auch Immunzellen. Funktionieren sie besser, sinkt das Risiko für chronische, altersbedingte Entzündungen.

Geduld ist gefragt: Was Sie erwarten können

Wer Urolithin A einnimmt, sollte keinen sofortigen „Kick“ wie nach einem Espresso erwarten. „Es ist kein Akut-Mittel“, stellt Thurlow klar. Die zelluläre Reinigung braucht Zeit. Die meisten Menschen bemerken erste Veränderungen nach sechs bis acht, oft auch erst nach zwölf Wochen – also in etwa dem Zeitraum, den auch ein neues Sportprogramm braucht, um sichtbare Erfolge zu zeigen.

Die Effekte sind subtil, aber nachhaltig:

  • Eine schnellere Regeneration nach dem Sport
  • Weniger ausgeprägter Muskelkater
  • Ein konstanteres Energieniveau über den Tag verteilt

Am Ende reagiert jeder Körper anders. Wie gut das Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich anschlägt, hängt von der Genetik, der Aufnahmefähigkeit des Darms und dem individuellen Stress, dem die eigenen Mitochondrien ausgesetzt sind, ab. Doch die zelluläre Altersforschung zeigt: Mehr Energie im Alltag entsteht nicht dadurch, dass wir uns mehr abverlangen – sondern indem wir unseren Zellen helfen, wieder richtig zu arbeiten.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Urolithin A: A Compound That May Help Rejuvenate Aging Mitochondria“. (deutsche Bearbeitung kr)

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37 Proteine gegen das Altern: Haben Sie den Langlebigkeits-Schlüssel im Blut?

Mit dem Alter verlieren wichtige Proteine unserer Zellen meist ihre Kraft, doch bei Hundertjährigen bleiben 37 entscheidende Proteine jugendlich fit. Eine neue Schweizer Studie zeigt: Dies könnte ein wesentlicher Faktor für ein langes, gesundes Leben sein.

Die Biologie des Alterns – warum sie variiert

Das Altern wirkt sich auf jeden Menschen unterschiedlich aus. Während viele ältere Erwachsene mit chronischen Krankheiten und Gebrechlichkeit zu kämpfen haben, bleiben einige bis weit über 100 Jahre hinaus bemerkenswert gesund.
Wissenschaftler vermuten seit Langem, dass dies vor allem den Genen zu verdanken ist. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Antwort spezifischer und umsetzbarer ist als bisher angenommen.
Die in „Aging Cell“ veröffentlichte Studie analysierte das Blut von Hundertjährigen und verglich deren Immun- und kardiometabolische Proteinprofile mit denen gesunder Erwachsener im Alter von 30 bis 60 Jahren sowie mit denen hospitalisierter älterer Erwachsener im Alter von 80 bis 90 Jahren.
Mithilfe der Proteomik, einer Technik, die Hunderte Proteine gleichzeitig misst, untersuchte das Team, wie sich die Proteinkonzentrationen im Laufe des Lebens verändern, um Signalwege zu identifizieren, die die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit im hohen Alter erklären könnten.
Bei den Hundertjährigen wurden 583 Proteine in anderen Konzentrationen exprimiert als bei den beiden anderen Gruppen.
Unter diesen Proteinen stachen 37 hervor, deren Konzentrationen eher denen jüngerer Erwachsener als denen typischer älterer Erwachsener entsprachen.
Dies ist ein Muster, das mit den Ergebnissen anderer groß angelegter Studien an Hundertjährigen und etablierten Alterungsbiomarkern übereinstimmt.
„Diese Studie untermauert ein zentrales Prinzip der Langlebigkeitsforschung: Außergewöhnliches Altern bedeutet nicht, dem biologischen Verfall zu entkommen, sondern selektiv wichtige Regulationsmechanismen zu bewahren“, sagte Sou Ahdjoudj Orlando, Langlebigkeitsforscher und Gründer von AION Life, der nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber The Epoch Times.

Die biologischen Systeme, die sich dem Altern widersetzen

Die 37 Proteine gruppierten sich um fünf zentrale biologische Prozesse:

1. Zellbeseitigung

Sechs der Proteine gruppierten sich um die Apoptose, den Prozess, der beschädigte Zellen beseitigt. Eine effiziente Entfernung dysfunktionaler „Zombie“-Zellen könnte dabei helfen, chronische Entzündungen zu verhindern und das Krebsrisiko zu senken.

2. Oxidativer Stress

Fünf Proteine, die mit oxidativem Stress in Verbindung stehen, wurden bei Hundertjährigen in geringeren Mengen exprimiert – ein zunächst kontraintuitiv erscheinender Befund.
Niedrigere Konzentrationen an antioxidativen Proteinen deuten wahrscheinlich darauf hin, dass die Zellen von vornherein weniger Stress ausgesetzt sind, und nicht darauf, dass ihre Abwehrmechanismen versagen, sagte Orlando und bezeichnete dies als „ein Zeichen von Resilienz statt von Resistenz“.
Dr. Gabriel Alizaidy, Experte für Langlebigkeit und Präzisionsmedizin, stellte fest, dass vier der 37 Proteine – SOD1, PRDX3, HMOX1 und GLRX – auf den Schutz der Mitochondrien hindeuten.
Mitochondrien erzeugen Energie, produzieren aber auch reaktive Sauerstoffspezies, die sich ansammeln und die Zellen im Laufe der Zeit schädigen.
Wenn sie effizient arbeiten, liefern sie konstante Energie und produzieren dabei weniger schädliche Moleküle. Das trägt dazu bei, Zellschäden zu begrenzen, insbesondere in energieintensiven Geweben wie den Gehirnzellen.
„Diese vier Proteine beseitigen diese durch verschiedene Mechanismen. Die Tatsache, dass alle vier bei Hundertjährigen gemeinsam auf einem jugendlichen Niveau gehalten wurden, zeigt, dass die Widerstandsfähigkeit der Mitochondrien kein Nebenaspekt des außergewöhnlichen Alterns ist, sondern ein zentrales und durchgängiges Thema“, sagte Alizaidy.

3. Gewebeintegrität und Glukosekontrolle

Proteine, die Zellen stützen und dabei helfen, sie an ihrem Platz zu halten, bildeten eine weitere Gruppe, die potenziell zur strukturellen Gewebeintegrität und möglicherweise zur Krebsabwehr beiträgt.
Innerhalb dieser Gruppe war DPP4, ein Enzym, das GLP-1 abbaut – ein Hormon, das die Insulinfreisetzung stimuliert –, bei Hundertjährigen gut erhalten geblieben.
Obwohl dies auf den ersten Blick kontraintuitiv wirkt – schließlich senkt Insulin den Blutzuckerspiegel –, vermuten die Autoren, dass Hundertjährige möglicherweise ihr Glukosegleichgewicht ohne übermäßige Insulinsignale aufrechterhalten können. Dies deutet auf einen fein abgestimmten statt überaktiven Stoffwechsel hin.

4. Energieregulierung

Eine weitere Gruppe umfasste die Stoffwechselregulation, einschließlich Proteinen, die bei der Steuerung des Energiehaushalts und der Glukosekontrolle helfen.
Eines davon, die Adenylatkinase 1 (AK1), reguliert AMPK, einen zellulären Energiesensor, der bei niedrigem Energiehaushalt aktiviert wird und den Zellen hilft, Ressourcen zu sparen.
„Wenn man schon einmal von Metformin, Berberin oder den metabolischen Vorteilen von Bewegung und Kalorienrestriktion gehört hat, dann kennt man Beispiele, die teilweise über die AMPK-Aktivierung wirken“, sagte Alizaidy.

5. Gesundheit von Gehirn und Immunsystem

Andere Cluster standen im Zusammenhang mit neurotropischer Signalübertragung – Signalwegen, die das Überleben von Nervenzellen und die Gehirnfunktion unterstützen – sowie mit der Immunregulation.
Dies untermauert die Vorstellung, dass außergewöhnliche Langlebigkeit davon abhängen könnte, das Gleichgewicht über mehrere biologische Systeme hinweg gleichzeitig aufrechtzuerhalten.
Alizaidy merkte an, dass es sich um eine kleine Beobachtungsstudie handelte, was bedeutet, dass sie keinen kausalen Zusammenhang nachweisen kann. Die Proteinprofile beschränkten sich zudem auf Entzündungen und den kardiometabolischen Bereich.
„Wir wissen nicht, ob diese Proteine eine außergewöhnliche Langlebigkeit bewirken oder lediglich ein biologisches System widerspiegeln, das aus anderen Gründen bereits gut funktionierte“, sagte er.
Doch die Richtung der Ergebnisse stimmt mit anderen unabhängigen Datensätzen zu Hundertjährigen überein.

Der Lebensstil spielt nach wie vor eine Rolle

Auch wenn die genetische Veranlagung die Weichen stellen mag, ist die Art und Weise, wie Menschen über Jahrzehnte hinweg leben, nach wie vor ein entscheidender Faktor.
„Die Hundertjährigen in dieser Studie waren das Ergebnis eines jahrzehntelang überdurchschnittlich gut funktionierenden Systems“, sagte Alizaidy, „und das hängt größtenteils davon ab, wie sie gelebt haben.“
Orlando identifizierte drei biologische Prinzipien, die sich direkt auf die bei den Hundertjährigen festgestellten erhaltenen biologischen Muster übertragen lassen:
Stoffwechselstabilität: Krafttraining, tägliche Bewegung, eine ausreichende Proteinzufuhr und die Vermeidung chronischer Überernährung tragen dazu bei, eine stabile Blutzuckerkontrolle und ein hormonelles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Reduzierte Entzündungslast: Erholsamer Schlaf, eine gesunde Körperzusammensetzung und eine ballaststoffreiche, nährstoffdichte Ernährung tragen dazu bei, die systemische Entzündungslast im Laufe der Zeit zu verringern.
Mitochondriale Gesundheit: Regelmäßige körperliche Aktivität, Stressbewältigung sowie der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum unterstützen eine Verringerung des oxidativen Stresses und die zelluläre Widerstandsfähigkeit.
„Einige von der FDA zugelassene Therapien wirken bereits auf Signalwege, die mit der Widerstandsfähigkeit in Verbindung stehen“, fügte Alizaidy hinzu.
Er verwies auf das Peptid SS-31, ein Prüfpräparat, das die Mitochondrienfunktion unterstützt, sowie auf niedrig dosierte GLP-1-Agonisten.
Diese sind von der FDA für Diabetes und Gewichtsmanagement zugelassen und können dazu beitragen, das Stoffwechselgleichgewicht aufrechtzuerhalten, wobei Verbesserungen bei den Blutfettwerten, dem Blutzucker und Entzündungen zu beobachten sind – auch ohne Gewichtsverlust.
Orlando merkte an, dass die Ergebnisse einer größeren, langfristigen Validierung bedürfen, aber zu den wachsenden Hinweisen beitragen, dass Langlebigkeit davon abhängt, wichtige biologische Systeme über die Zeit hinweg zu erhalten.
„Langlebigkeit hängt letztlich vielleicht weniger davon ab, das Altern zu beseitigen, als vielmehr davon, die biologischen Systeme zu identifizieren und zu erhalten, die langsamer altern.“

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „What Makes Some People Live to 100? Scientists Find Clues in Their Blood“. (deutsche Bearbeitung: vm)