Sardinen stehen am Anfang der Nahrungskette und reichern kaum Schwermetalle wie Quecksilber an. - Foto: bhofack2/iStock
Sowohl preiswert als auch gesund – das sind die typischen Eigenschaften von Sardinen. Tatsächlich zählen diese kleinen Fische zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln überhaupt.
„Sardinen sind eine vollständige Proteinquelle, vergleichbar mit Lebensmitteln wie Eiern, Milchprodukten und Fleisch. Sie enthalten alle 20 Aminosäuren und sind reich an Omega-3-Fettsäuren.“ Das schrieb Helen Tieu, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin und zertifizierte Diabetologin, in einer E-Mail an Epoch Times.
Vitamin D: Eine Dose Sardinen liefert in der Regel etwa 150 bis 200 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D. Zum Vergleich: Ein Eigelb enthält 20 IE. Die empfohlene tägliche Menge liegt bei 800 IE.
Calcium: 100 Gramm Sardinen (die Menge in einer Standarddose) liefern 382 Milligramm Calcium. Das ist mehr als die Menge in eineinhalb Tassen Milch. Calcium ist für starke Knochen unerlässlich.
Vitamin B12: Eine Dose Sardinen deckt laut Tieu bereits etwa das Drei- bis Vierfache des Bedarfs eines Erwachsenen.
Gut für Herz, Knochen und Gehirn
Neben diesen Nährstoffen sind Sardinen zudem eine kostengünstige und natürliche Quelle für Eisen, Kalium, Magnesium, Zink und Taurin. Diese wirken zusammen, um die Herz-Kreislauf-Funktion zu unterstützen.
Darüber hinaus haben Sardinen einen hohen Phosphorgehalt, der in Kombination mit Vitamin D dem Körper hilft, Calcium effektiver aufzunehmen. Dadurch würden die kleinen Fische helfen, Osteoporose vorzubeugen und zu behandeln, so Tieu.
Außerdem steht ein erhöhter Fischverzehr mit einem langsameren kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen in Verbindung, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2017. Dies betrifft insbesondere jene Hirnregionen, die für das Gedächtnis zuständig sind. Diese positiven Effekte wurden unabhängig von einem genetischen Risiko für Alzheimer beobachtet. Die deutlichsten Effekte zeigten sich bei vier oder mehr Portionen Fisch pro Woche.
Depressionen: Eine höhere Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, wie sie durch den Verzehr von Sardinen erreicht werden kann, unterstützt das Gehirn und reguliert Entzündungen. Das kann dazu beitragen, das Risiko für depressive Episoden zu senken.
Immunabwehr: Neben Omega-3-Fettsäuren liefern Sardinen auch Selen und Zink. Diese Spurenelemente regulieren ebenfalls Entzündungen und unterstützen das Immunsystem.
Entzündungen und ihre Folgen: Der regelmäßige Verzehr von Sardinen kann dazu beitragen, chronische, leichtgradige Entzündungen zu reduzieren. Diese stehen mit vielen Gesundheitsproblemen in Verbindung, darunter Autoimmunerkrankungen, Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen.
Gesunde Haut: Omega-3-Fettsäuren fördern zudem die Kollagenbildung, die Elastizität und die Feuchtigkeitsversorgung.
So holen Sie das Beste aus Sardinen heraus
Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren in Sardinen sind fettlöslich, das heißt, sie lösen sich in Fett auf. Daher kann die Kombination von Sardinen mit einem gesunden Fett dem Körper dabei helfen, die nützlichen Fettsäuren effektiver aufzunehmen.
Magnesiumreiche Lebensmittel können die Aufnahme von Vitamin D zusätzlich fördern. Vitamin-C-reiche Lebensmittel können hingegen dazu beitragen, die Calciumwirkung von Sardinen zu maximieren.
Vitamin B12, Folsäure und Eisen wirken zusammen, um den Energiestoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen zu unterstützen. Der Verzehr von Sardinen zusammen mit Blattgemüse oder anderem Gemüse kann deren Wirksamkeit verbessern.
Empfohlene Lebensmittel in Kombination mit Sardinen:
Fett: Olivenöl, Avocado
Magnesium: Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte
Vitamin C: Tomaten, Zitronen, Paprika
Ferner kann das Garen bei hohen Temperaturen Omega-3-Fettsäuren zerstören. Sanftere Zubereitungsmethoden wie Backen bei moderaten Temperaturen, Dämpfen oder kurzes Anbraten können dazu beitragen, mehr von den wertvollen Fetten zu erhalten.
„Ich sage den Leuten immer wieder: Lasst euch Sardinen nicht entgehen“, erklärte Kenny Minor, Koch und Kochbuchautor, gegenüber Epoch Times.
Er gibt einige Empfehlungen, um den Sardinen mehr Pep zu verleihen:
Die Sardinen mit Avocado, Zitronenschale, Chili und Kräutern pürieren und die Paste aufs Brot schmieren.
Jede Sardine von Kopf bis Schwanz auf einen Spieß stecken, mit thailändischer süßer Chilisauce bestreichen und so lange grillen, bis sie leicht knusprig ist.
Sardinen unter warme Getreideprodukte wie Quinoa oder Nudeln mischen, um eine einfache, schmackhafte Mahlzeit zuzubereiten.
Frische Sardinen kann man mit etwas Olivenöl beträufeln, mit Mineralsalz bestreuen und je nach Größe 25 bis 30 Minuten bei 150 bis 180 Grad Celsius backen. Dies empfiehlt Ana Bueno, zertifizierte Ernährungsberaterin und ehemalige Chefköchin, gegenüber Epoch Times.
Vorsichtsmaßnahmen
Es ist empfehlenswert, in Olivenöl oder Wasser eingelegte Sardinen zu kaufen. Das kann helfen, ein gesundes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren aufrechtzuerhalten. Denn Sardinen in Soja- oder Sonnenblumenöl haben einen hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäuren. Zu große Mengen an Omega-6-Fettsäuren können laut Untersuchungen Entzündungen im Körper begünstigen.
Wer an einer Fischallergie leidet, sollte Sardinen meiden.
Wer große Mengen an Sardinen verzehrt, sollte zudem Vorsicht walten lassen. Laut der Diabetologin Tieu sind die kleinen Fische reich an Purinen. Diese könnten den Harnsäurespiegel erhöhen und möglicherweise Gichtanfälle auslösen oder zur Bildung von Harnsäure-Nierensteinen beitragen.
Zudem haben Konserven oft einen hohen Salzgehalt. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte auf Dosen mit niedrigem Salzgehalt zurückgreifen oder die Sardinen vor dem Verzehr abspülen.
Vitamin D im Sommer absetzen? Warum diese pauschale Empfehlung wissenschaftlich nicht haltbar ist. - Foto: shurkin_son/ iStock
Letzten Monat saß Frau L., 68 Jahre alt, ruhig und sachlich vor mir in meiner Praxis. Ich kenne sie als eine Patientin, die ihre Gesundheit mit großer Sorgfalt betrachtet.
„Herr Doktor“, sagte sie, „jetzt ist endlich Sommer. Ich nehme seit Monaten Vitamin D wegen meines Mangels. Aber kann ich damit nicht irgendwann zu viel bekommen?“ Ihre Frage war nüchtern, aber mit dem klaren Wunsch nach Orientierung.
Genau diese Art von Unsicherheit begegnet mir immer wieder: Menschen, die zwischen Sonnenlicht, Nahrungsergänzung und widersprüchlichen Empfehlungen nicht mehr wissen, was für ihre Gesundheit richtig ist.
Sommersonne als trügerische Sicherheit
Vitamin D ist essentiell für ein funktionierendes Immunsystem, die Kalziumaufnahme sowie die Knochen- und Zahngesundheit. Damit die körpereigene Bildung des Vitamins in ausreichenden Mengen stattfindet, ist die UV-B-Strahlung im natürlichen Sonnenlicht wesentlich.
Allerdings ist Deutschland kein Land, in dem die Sonne zuverlässig für stabile Vitamin-D-Spiegel sorgt. Tatsächlich erreichen selbst im Hochsommer viele Menschen nicht die notwendige UV-B-Intensität, weil sie im Alltag nicht ausreichend direkte Sonne bekommen.
Studien zeigen, dass selbst in sehr sonnigen Regionen viele Menschen zu wenig Vitamin D haben.
Noch deutlicher wurde dies in der deutschen DEGS1-Analyse aus dem Jahr 2014, die belegte, dass über die Hälfte der Bevölkerung auch im Sommer keine optimalen Vitamin-D-Spiegel hat.
Das bedeutet: Die Sommermonate mit mehr Sonnenstrahlung sind hilfreich, aber sie sind kein verlässlicher Garant. Faktoren wie Alter, Hauttyp, Medikamenteneinnahme und Lebensstil beeinflussen die Produktion massiv – ein Punkt, den viele Patienten nicht kennen oder unterschätzen.
Die Gefahr der Überdosierung
Vitamin D unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von vielen anderen Vitaminen: Der Körper kann es nicht beliebig ausscheiden, wenn zu viel vorhanden ist.
Genau darin liegt der Grund, warum eine Überdosierung möglich ist – auch wenn sie selten vorkommt.
Was der Körper an wasserlöslichen Vitamin C oder B nicht braucht, spült er einfach wieder weg. Vitamin D ist jedoch fettlöslich: Der Körper kann es nicht einfach ausscheiden, sondern speichert es ab.
Diese Speicherfähigkeit ist grundsätzlich ein Vorteil, denn sie ermöglicht eine langfristige stabile Versorgung über Wochen. Doch sie bedeutet auch, dass der Körper Vitamin D im Fettgewebe und in der Leber anreichert.
Wenn über längere Zeit deutlich zu hohe Mengen eingenommen werden, kann der Spiegel so stark steigen, dass der Kalziumhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Genau dieser Mechanismus – die sogenannte Hyperkalzämie – ist der Grund, warum Vitamin D anders bewertet werden muss als wasserlösliche Vitamine.
Die Frage nach einer möglichen Überdosierung ist also berechtigt. In meiner Praxis sehe ich Überdosierungen allerdings extrem selten. Viel häufiger sehe ich Menschen, die trotz Sommerlicht und Nahrungsergänzung weiterhin im Mangel bleiben.
Die Übersichtsarbeit von Vieth über die Ergänzung von Vitamin D zeigte, dass selbst höhere Dosierungen als empfohlen, über längere Zeiträume keine toxischen Werte erzeugten, solange sie ärztlich begleitet wurden.
Gleichzeitig warnen wissenschaftliche Analysen vor unkontrollierter Selbstmedikation ohne Laborwerte.
Die Gefahr liegt also nicht im Vitamin D selbst, sondern im fehlenden Monitoring. Wer blind supplementiert, kann theoretisch zu hohe Werte erreichen. Wer seinen Spiegel kennt, bewegt sich dagegen in einem sicheren Bereich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Studien, die zeigten, wie stark die individuelle Reaktion auf Vitamin-D-Gaben variiert. Zwei Menschen mit identischer Dosierung können abhängig von verschiedenen Faktoren, wie Genetik oder Body-Mass-Index, völlig unterschiedliche Vitamin-D-Spiegel entwickeln.
Genau deshalb ist die pauschale Empfehlung „Im Sommer braucht man kein zusätzliches Vitamin D“ wissenschaftlich nicht haltbar.
Warum ich jeden Spiegel messe – und warum das der entscheidende Schritt ist
Als Frau L. vor mir saß, wusste ich aus früheren Messungen, dass ihr Spiegel selbst im Sommer schnell absinkt. Ihr Körper produziert weniger Vitamin D, ein Phänomen, das bei älteren Menschen gut dokumentiert ist. Ich erklärte ihr, dass die Sonne ihr hilft, aber in ihrem Fall nicht ausreichend. Und dass eine tatsächliche Überdosierung nur dann möglich wäre, wenn sie unkontrolliert eine Nahrungsergänzung mit zu hoher Dosis einnehmen würde.
In der ganzheitlichen Medizin ist Vitamin D kein isolierter Stoff, sondern Teil eines komplexen Systems aus Stoffwechsel, Immunfunktion und hormoneller Regulation. Deshalb ist die Laboranalyse für mich der zentrale Schritt. Sie schafft Klarheit, verhindert Fehldosierungen und ermöglicht eine individuelle, sichere Versorgung.
Die wissenschaftliche Literatur unterstützt dieses Vorgehen. Studien zeigen, dass Menschen mit kontrollierter Supplementation stabilere und sicherere Werte erreichen als jene, die ohne Laborwerte dosieren. Das bestätigt, was ich seit Jahren in der Praxis beobachte: Kontrolle schützt – nicht selbstständiger Verzicht an heißen Tagen.
Fazit
Vitamin D ist ein zentraler Gesundheitsfaktor, der weit über die Sommermonate hinaus Bedeutung hat.
Die Sonne hilft bei der Vitamin-D-Versorgung , aber sie ersetzt keine Laboranalyse. Eine Überdosierung ist theoretisch möglich, aber selten – und fast ausschließlich dann, wenn Menschen ohne Kontrolle supplementieren.
Mein Tipp aus der ganzheitlichen Praxis lautet daher: Immer zuerst den Spiegel bestimmen lassen und erst danach angepasst supplementieren. So wird Vitamin D zu einem präzisen Werkzeug, nicht zu einem Risiko. Wer seinen Wert kennt, kann sicher, wirksam und individuell versorgt werden – im Sommer wie im Winter.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Bewegungsmangel ist eine Sachen, die wir leicht angehen können. - Foto: Svetlana Mishchenko/iStock
In Kürze:
Osteoporose und Sarkopenie – also Knochen- und Muskelschwund – nehmen bereits in jüngeren Jahren ihren Anfang.
Knochen und Muskeln wachsen durch Belastung. Fehlt diese, verkümmern sie.
Auch die Biochemie von Knochen und Muskeln bestimmt, ob sie schwinden oder wachsen.
Doch gesunde Knochen und Muskeln brauchen nicht nur Sport und eine gute Ernährung, sondern auch Energie in den Zellen.
Der Abbau von Knochen, Muskeln und Kraft gehört zu den folgenschwersten Aspekten des Alterns. Denn Gebrechlichkeit ist einer der stärksten Prädiktoren für Pflegebedürftigkeit und Tod nach dem 65. Lebensjahr.
Doch glücklicherweise kann man diesem Abbau sehr gut entgegenwirken und ihn sogar umkehren. Personen, die ihre muskuloskelettale Kraft erhalten, sind laut Studien weitaus besser in der Lage, auch vieles andere länger zu bewahren: Unabhängigkeit, Gleichgewicht, Stoffwechsel und sogar die kognitive Widerstandsfähigkeit, die sich aus körperlicher Leistungsfähigkeit ergibt.
Um diesen Verfall umzukehren, bedarf es einer umfassenderen Perspektive. In meiner Praxis prüfe ich jeden Patienten anhand des ACES-Modells für Gesundheit und Medizin. Dieses Modell beschreibt vier Dimensionen, die beeinflussen, wie der Körper im Laufe der Zeit seine Struktur bewahrt oder verliert – Anatomie, Chemie, Energie und Seele.
Knochen- und Muskelschwund ist selten auf ein Versagen in nur einer dieser Dimensionen zurückzuführen. Die Behandlung von nur einer oder zwei Dimensionen – hier ein Rezept, dort ein Nahrungsergänzungsmittel – kann oftmals nicht verhindern, dass viele ältere Patienten immer wieder stürzen und Belastungen des Alltags nicht mehr gewachsen sind.
Anatomie: Der Körper wird durch das geformt, was man von ihm verlangt
Knochen und Muskeln sind lebendes Gewebe und reagieren direkt auf Belastung: Widerstand, Stöße und Gewicht, die das Gewebe wirklich herausfordern.
Nimmt man das weg, erhalten die Osteoblasten – die Zellen, die Knochen aufbauen – einfach keinen Befehl mehr, zu arbeiten.
Für die Muskeln gilt dieselbe Regel, mit einer gravierenden Ergänzung: Der Körper baut aktiv Gewebe ab, das er als entbehrlich einstuft. Ab etwa dem 40. Lebensjahr werden die Muskeln zunehmend unempfänglich für die Signale, die sie einst aufgebaut haben, wie etwa Bewegung oder Protein aus der Nahrung. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache als anabole Resistenz beschrieben.
Das bedeutet vereinfacht, dass dasselbe Protein und Training, die mit 30 noch zum Muskelaufbau führten, mit 60 nicht mehr ausreichen. Wer den Reiz nicht verstärkt, verliert jedes Jahr ein wenig mehr an Muskelmasse.
Das moderne Leben beschleunigt all diese physiologischen Veränderungen. Der durchschnittliche Erwachsene sitzt heute ungefähr zehn Stunden pro Tag. Die Hüftbeuger verkürzen sich, die Gesäßmuskeln werden inaktiv, der obere Rücken rundet sich nach vorne und die hintere Muskelkette, also die gesamte Muskulatur der Körperrückseite – das strukturelle Rückgrat der menschlichen Bewegung sozusagen –, verkümmert.
Geben Sie Ihrem Skelett und Ihren Muskeln einen Anreiz, zu bleiben. Für die meisten Erwachsenen heißt das: Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche. Das bedeutet,große Muskelgruppen mit einem sinnvollen Gewicht, gepaart mit einer leichten Stoßbelastung, zu trainieren. Selbst etwas so Einfaches wie auf den Zehenspitzen oder Fersen stehen, kann den Knochen dazu anregt, sich zu erneuern.
Sie müssen die Belastung im Laufe der Zeit steigern, denn Muskeln und Knochen passen sich an den Reiz an, nicht an Wiederholungen. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Krafttraining haben, beginnen Sie unter Anleitung eines Trainers oder Physiotherapeuten, der Ihnen sichere Übungen empfehlen kann.
Die Biochemie von Knochen und Muskeln wird selten eingehend untersucht – da sie normalerweise über die Standard-Laboruntersuchungen hinausgeht.
Vitamin D
Der optimale Serumspiegel von Vitamin D liegt zwischen 30 und 50 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Unterhalb dieses Wertes stockt die Kalziumaufnahme. Um die Funktion des Bewegungsapparats aufrechtzuerhalten, empfehle ich allerdings 50 bis 80 ng/ml.
Schnell zuckende Fasern brauchen Vitamin D. Mit ihm sind sie schnell und stark genug, um uns aufzufangen, wenn wir stolpern. Deshalb äußert sich ein Vitamin-D-Mangel nicht nur in Knochenschwund, sondern auch in echter Muskelschwäche und -unsicherheit, was zu einem deutlich höheren Sturzrisiko führt.
Vitamin K2
Vitamin K2 leitet Kalzium in die Knochen und weg von den Blutgefäßen. Ein Patient, der Kalzium und Vitamin D ohne K2 einnimmt, baut möglicherweise schwache Knochen auf und lässt gleichzeitig seine Arterien verkalken.
Magnesium
Der Körper benötigt Magnesium, um Vitamin D zu aktivieren und Muskeln anzuspannen. Gleichzeitig hilft Magnesium, den Spiegel des Hormons Parathormon zu regulieren, der den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel steuert.
Ein subtiler Mangel äußert sich in Krämpfen, unruhigem Schlaf und unerklärlicher Müdigkeit.
Protein
Protein brauchen wir, um die Muskelmasse zu erhalten. Erwachsene über 40 benötigen etwa 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Dabei ist nicht nur die Gesamtzufuhr wichtig, sondern auch, dass wir das Protein über den Tag verteilt und nicht in einer großen Mahlzeit aufnehmen.
Hormone
Hormone sind für den Erhalt von Knochen und Muskeln unerlässlich, nehmen aber im mittleren Alter ab. Dazu gehören unter anderem IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1), Wachstumshormon, DHEA (Baustein für die Produktion wichtiger männlicher und weiblicher Sexualhormone, darunter Testosteron und Östrogen) sowie Schilddrüsenhormone.
Den Hormonhaushalt zu bestimmen und – sofern klinisch angebracht – wiederherzustellen, kann zu Ergebnissen führen, die kein Trainingsprogramm allein erreichen kann.
Bitten Sie Ihren Arzt um eine Untersuchung, die über das Wesentliche hinausgeht: Vitamin D, Magnesium (idealerweise Magnesium in den roten Blutkörperchen) und, je nach Ihrer Krankengeschichte, die relevanten Hormone.
Beziehen Sie den Großteil Ihres Proteins aus proteinreichen Vollwertnahrungsmitteln. Eine gute Quelle sind unter anderem
Essen Sie bei jeder Mahlzeit proteinreiche Lebensmittel und versuchen Sie nicht, die benötigte tägliche Proteinmenge nur bei einer Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Betrachten Sie Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D und K2 sowie Magnesium als gezielte Korrektur gemessener Mangelzustände und nicht als wahlloses Einnehmen von Tabletten. Gehen Sie eine Hormontherapie als eine sorgfältige Entscheidung an, die Sie gemeinsam mit einem sachkundigen Arzt treffen.
Selbst ein makelloses Training und eine perfekte Ernährung können scheitern, wenn dem Körper die zelluläre Energie fehlt, um darauf zu reagieren. Der Aufbau von Knochen und Muskeln ist stoffwechseltechnisch aufwendig und hängt von gesunden Mitochondrien ab – den Kraftwerken unserer Zellen.
Personen mit chronischer Müdigkeit, anhaltenden postviralen Syndromen oder erheblicher toxischer Belastung verlieren laut Untersuchungen schneller an Muskel- und Knochenmasse. Das kommt dadurch, dass die zelluläre Energie für deren Wiederaufbau beeinträchtigt ist.
Der Wiederaufbau findet im Schlaf statt, denn der Körper schüttet Wachstumshormone vor allem im Tiefschlaf aus. Genau während dieser Zeit baut der Körper Muskelproteine auf, baut altes Knochengewebe ab und ersetzt es durch neues.
Sechs Stunden Schlaf können nicht das leisten, was acht Stunden ermöglichen, ganz gleich, wie diszipliniert Ihr Training auch sein mag.
Stellen Sie sicher, dass sie ausreichend schlafen:
Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein,
sorgen Sie für ein dunkles und kühles Schlafzimmer,
verzichten Sie spätabends auf Bildschirme und auf Alkohol, da beides den Tiefschlaf beeinträchtigt.
Wenn Ihre Müdigkeit in keinem Verhältnis zu Ihrem Leben zu stehen scheint, nehmen Sie sie ernst, anstatt sie einfach zu ignorieren. Fragen Sie Ihren Arzt zusätzlich nach Schilddrüsen-, Eisen- und B12-Werten sowie – sofern Ihre Vorgeschichte dies nahelegt – nach umweltbedingten und stoffwechselbedingten Faktoren.
Die Sonne ist kein Feind, vor dem man sich von April bis Oktober chemisch versiegeln muss. Vielmehr sollte gezielt genutzt werden. - Foto: Sorapop/iStock
In Kürze:
Zwischen April und September steht die Sonne in unseren Breiten hoch genug, damit der Körper Vitamin D bilden kann.
Ausgiebiges Sonnenbaden und regelmäßiger Sonnenbrand erhöhen das Risiko für Hautalterung und Hautkrebs.
Vor allem Menschen mit sensibler Haut – Kinder und helle Hauttypen – benötigen mehr Sonnenschutz.
Der älteste Sonnenschutz der Welt hat den Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird.
Wer jedoch in der Sonne schnell errötet, sollte vielleicht nicht nur über Cremes nachdenken.
Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat einen neuen Sonnenschutzfilter zugelassen. Bemotrizinol heißt der Stoff. Er schützt gegen UVA und UVB, gilt als fotostabil und wird in Europa und Asien schon länger verwendet. In den USA ist das tatsächlich eine kleine Sensation, weil dort seit vielen Jahren kaum neue UV-Filter für frei verkäufliche Sonnenschutzmittel dazukamen. Man kann das begrüßen. Besser ein guter Filter als ein schlechter.
Nur löst dieser Fortschritt nicht unser eigentliches Problem. Viele Menschen haben nicht zu wenig Sonnencreme, sondern zu wenig „Sonnenverstand“. Manche sagen auch: Die meisten haben in Physik einfach nicht aufgepasst.
Ich beobachte jedenfalls inzwischen Menschen, die sich bereits eincremen, bevor sie überhaupt vor die Tür gehen, gerade so, als sei die Sonne eine meldepflichtige Gefahrstoffwolke. Kinder werden mit Lichtschutzfaktor 50 behandelt, bevor die Haut einen einzigen vernünftigen Lichtreiz bekommen hat.
Viele Menschen cremen sich aus Angst vor Sonnenbrand bereits früh am Morgen ein.
Foto: Tverdohlib/iStock
Erwachsene verbringen elf Monate im Kunstlicht, sitzen vor flimmernden Bildschirmen, schlafen schlecht, haben niedrige Vitamin-D-Werte und bekommen zu alledem im Sommer plötzlich Angst vor der Sonne? Das muss man erst einmal hinbekommen.
Dabei war Sonne früher nicht der Feind. In Sanatorien wurden Patienten bewusst an Luft und Licht gebracht. Krankenhäuser hatten zum Teil Sonnendächer, „Liegehallen“ und Balkone. Man fuhr Kranke nach draußen, weil man beobachtete, dass Licht, Luft, Ruhe und Ernährung den Menschen verändern können. Die Sonne war in erster Linie ein Heilreiz.
Heute hat sich das völlig verkehrt. Heilreiz, Licht, Natur, Dosis, Anpassung – solche Begriffe passen nicht mehr gut in eine Welt, in der „Gesundheit“ über Warnhinweise und Grenzwerte verwaltet wird. Dabei ist die Sache biologisch eigentlich ziemlich einfach – und dennoch anspruchsvoll. Denn die Sonne ist weder harmlos noch böse. Sie ist einfach nur Reiz. Und jeder Reiz benötigt das richtige Maß.
Sonnenbrand ist kein Gesundheitsprogramm
Damit kein Missverständnis entsteht: Sonnenbrand ist kein „Training“ und keine Abhärtung. Wer seine Haut regelmäßig verbrennt, erhöht sein Risiko für Hautalterung und Hautkrebs. Die Haut vergisst nicht.
Besonders Kinderhaut sollte man schützen, denn schwere Sonnenbrände in jungen Jahren zählen quasi doppelt. Diese Tatsachen verkehren zahlreiche Experten derart, sodass wir heute bei vielen Menschen geradezu eine Sonnenpanik haben.
Die Sonne kann auch viel mehr als bräunen oder verbrennen. Über UVB-Strahlung bildet die Haut Vitamin D. Licht beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus, die Stimmung, die Gefäßregulation und wahrscheinlich noch weitere Vorgänge, die wir längst nicht vollständig verstanden haben. Wir sind auf die Sonne und das Licht angewiesen.
Beim Vitamin D zählt nicht einfach Sonne, sondern die UVB-Strahlung. Und die erreicht die Haut nur dann in ausreichender Menge, wenn die Sonne hoch genug steht. In unseren Breiten ist das grob gesagt zwischen April und September der Fall. Im Winter wird praktisch kein Vitamin D über die Haut gebildet, auch wenn der Spaziergang in der tief stehenden Sonne natürlich trotzdem wertvoll ist, und zwar für den Kopf, den Rhythmus, die Stimmung und das Nervensystem.
Eine einfache Faustregel ist der Schattentest. Ist Ihr Schatten kürzer als Sie selbst, steht die Sonne hoch genug, damit Vitamin-D-Bildung möglich wird. Wer es noch anschaulicher möchte, nimmt einen Bleistift, stellt sich senkrecht hin und sieht den Schatten an. Ist der Schatten kürzer als der Stift, passt der Sonnenstand. Ist er länger, bekommen Sie Licht, aber kaum den UVB-Anteil, den die Haut für Vitamin D benötigt.
Damit ist nicht gemeint, sich mittags braten zu lassen. Für viele hellhäutige Menschen reichen im Sommer wenige Minuten bis vielleicht 15 oder 20 Minuten auf Armen und Beinen. Dunklere Hauttypen benötigen etwas länger. Entscheidend ist, vor der Rötung aus der Sonne zu gehen.
In unseren Breiten können wir nur zwischen April und September Vitamin D über die Haut bilden.
Foto: anyaberkut/iStock
Kleidung schlägt Creme
Nach der kurzen Aufladung von Vitamin D geht man am besten aus der prallen Sonne. Der älteste Sonnenschutz der Welt hat dabei den kleinen Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird. Wer das nicht kann, zieht sich etwas an.
Ein Hemd muss nicht fotostabil sein. Ein Hut benötigt keine INCI-Liste. Schatten kommt ohne Konservierungsstoffe aus. Vielleicht ist das der Grund, warum diese Dinge in der Werbung für Sonnenschutz eher selten die Hauptrolle spielen.
Ich habe nichts gegen Sonnencreme. Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann sie sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein. Erst kommt die Dosis, dann Kleidung und Schatten. Und wenn das nicht reicht, Creme.
Jetzt stellt sich die Frage: Welche Sonnencreme? Einige chemische UV-Filter stehen seit Jahren in der Kritik, darunter Octocrylen, Homosalat, Benzophenone 3 und Ethylhexyl Methoxycinnamate. Wer solche Stoffe meiden will, liest die INCI-Liste.
Bei ÖKO-TEST schnitten zuletzt zum Beispiel Sun D’Or Sonnenmilch LSF 50 von Edeka und Sundance Sonnenmilch LSF 50 von dm sehr gut ab. Bei Kinderprodukten wurden unter anderem Lacura Sun Kids, Lavozon Kids und Sundance Kids gut bewertet. Das gilt natürlich immer für die getestete Rezeptur. Hersteller ändern Formeln schneller, als manche Menschen ihre Meinung. Deshalb bleibt ein Blick auf den aktuellen Test sinnvoll.
Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann Sonnencreme sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein.
Foto: O_Lypa/iStock
Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid sind für viele eine Alternative. Sprays und Öle sehe ich deutlich kritischer. Feine Partikel (Spray) gehören nicht in die Lunge, auch wenn sie vorher in einer hübschen Verpackung waren.
Und noch etwas: Lichtschutzfaktor 50 ist kein Tagespass für die Sonne. Viele tragen zu wenig auf, cremen zu selten nach und wundern sich später über rote Schultern. Das ist so, als würde man sich den Sicherheitsgurt anlegen und anschließend mit geschlossenen Augen fahren.
Freie Radikale – wie der Bösewicht im Märchen
Der wichtigste Sonnenschutz beginnt jedoch nicht erst auf der Haut, sondern im Stoffwechsel. UV-Licht erzeugt freie Radikale. Und damit sind wir bei einem jener Begriffe, die in Gesundheitsartikeln meist auftreten wie der Bösewicht im Märchen.
Freie Radikale können zwar Schaden anrichten, gewiss, sie sind aber auch Signale, anhand derer der Körper lernt, seine Schutzsysteme hochzufahren. Der Reiz ist also nicht das Problem. Das Problem beginnt, wenn der Reiz größer ist als die Reserve. Dann wird aus einer möglichen Anpassung eine Verletzung, aus einem UV-Reiz wird Zellstress und aus Sonne wird Sonnenbrand.
Genau hier sehe ich in der Praxis viele Menschen, die auffallend schnell verbrennen. Natürlich gibt es verschiedene Hauttypen. Ein hellhäutiger Mensch mit rötlichem Haar wird nie reagieren wie jemand mit dunklerer Haut. Aber wenn jemand nach kürzester Zeit regelrecht „explodiert“, denke ich nicht nur an den Hauttyp. Ich denke vor allem an erschöpfte antioxidative Kapazitäten.
Je nach Hauttyp sind Menschen gegenüber Sonneneinstrahlung mehr oder weniger empfindlich, was natur-geografische Gründe hat.
Foto: IRYNA NASKOVA/iStock
Die Sache mit dem „inneren Lichtschutz“
Für diese Kapazitäten benötigt der Körper Eiweiß, gute Fette, Vitamin C, Zink, Selen, sekundäre Pflanzenstoffe, Carotinoide und eine Ernährung, die nicht hauptsächlich aus Weißmehl, Zucker, Sonnenblumenöl und Industrieprodukten besteht. Das ist zwar weniger aufregend als ein neuer UV-Filter, hat aber den Vorteil, dass der Körper damit arbeiten kann.
Astaxanthin ist hier aus meiner Sicht eines der interessantesten Mittel. Dieses Carotinoid stammt aus Algen und wirkt stark antioxidativ. Ich setze es gern einige Wochen vor intensiver Sonnenzeit ein, meist 4 bis 8 Milligramm täglich zu einer fetthaltigen Mahlzeit, bei sehr empfindlicher Haut eher am oberen Ende dieser Spanne. Es ist keine Sonnencreme zum Schlucken. Wer das glaubt, hat wieder nur die Tube gegen die Kapsel ausgetauscht.
Auch Selen spielt eine Rolle, weil selenabhängige Enzyme an der Kontrolle oxidativer Prozesse beteiligt sind. In der Praxis setze ich dazu Selenomethionin ein, kein Natriumselenit. Natriumselenit ist kein Bonbon. Bei falscher Anwendung kann Selen problematisch werden, und pauschale Hochdosen gehören nicht in die Selbstmedikation. Für die allgemeine Anwendung denke ich eher an moderate Dosierungen im Bereich von 50 bis 100 Mikrogramm Selen täglich, je nach Ernährung, Laborwerten und Gesamtsituation.
Die Sache ist eigentlich relativ einfach. Die Sonne ist kein Feind, vor dem man sich von April bis Oktober chemisch versiegeln muss. Sie ist aber auch kein harmloses Spielzeug, bei dem man stundenlang beweisen will, wie naturverbunden man ist. Beides ist Unsinn, nur in unterschiedlicher Verpackung.
Vernünftiger Umgang mit Sonne heißt: kurz genug, um keinen Sonnenbrand zu bekommen, lang genug, um dem Körper einen echten Lichtreiz zu geben. Wenn der Schatten kürzer ist als der Körper, kann Vitamin D gebildet werden. Danach kommen Hemd, Hut und Schatten. Und wenn das nicht reicht, verwendet man eine gute Sonnencreme ohne problematische Filter und Zusätze.
Wer extrem schnell verbrennt, sollte die Sonne nicht herausfordern. Er sollte sich aber auch fragen, warum seine Haut so wenig Reserve hat. Sie ist lebendiges Gewebe, abhängig von Ernährung, Mikronährstoffen, antioxidativer Kapazität und dem Zustand des gesamten Stoffwechsels.
Wer die Sonne gezielt nutzt, kann seiner Gesundheit Gutes tun.
Foto: David Petrus Ibars/iStock
Vielleicht wäre das die eigentliche kleine Revolution im Sonnenschutz, nämlich weniger Angst vor der Sonne, weniger blindes Vertrauen in die Tube, mehr Verständnis für Dosis, Hauttyp, Jahreszeit und vor allem für den eigenen Stoffwechsel zu haben.
Naturheilkunde kann so betrachtet wieder einmal glänzen: mit einem Blick auf den eigenen Schatten, Respekt vor der Dosis und dem alten Gedanken, dass der Körper nicht nur geschützt, sondern auch befähigt werden sollte. Die Cremehersteller und Apotheken dürfen trotzdem weiter verkaufen. Nur sollten sie in dieser Frage nicht als die alleinigen Hohepriester des Lichts gelten.
Grünkohl ist voller Calcium, das sehr bioverfügbar ist. - Foto: OlgaLepeshkina/iStock
In Kürze:
Unser Körper kann das Calcium aus Grünkohl besser aufnehmenals das von Milch.
Grünkohl enthält zudem weniger Oxalate als anderes Blattgemüse, was die Absorption zusätzlich verbessert.
Diese Kohlsorte ist zwar hoch bioverfügbar, kann aber nicht den gesamten Calciumbedarf decken.
Es lohnt sich, über den Tag verteilt verschiedene Lebensmittel, die Calcium enthalten, zu kombinieren.
Grünkohl, Braunkohl, Krauskohl, Federkohl, Ostfriesische Palme und so weiter. Diese Kohlsorte hat viele Namen – und genauso viele gesundheitliche Vorteile. Sie ist reich an Vitaminen und Mikronährstoffen.
Und das Beste an diesem Gemüse? Sein Calcium ist bioverfügbarer als das aus Milch oder anderem Blattgemüse. Das bedeutet, dass der menschliche Körper einen größeren Anteil davon aufnehmen und verwerten kann.
Was bedeutet Bioverfügbarkeit?
Wenn wir über Calcium in Lebensmitteln sprechen, konzentrieren wir uns meist darauf, wie viel ein Lebensmittel davon enthält. Doch die auf dem Etikett angegebene Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte, denn auch die Bioverfügbarkeit spielt eine Rolle.
So ergab eine Übersichtsarbeit, die im Jahr 2020 in der Fachzeitschrift „Cogent Food & Agriculture“ erschien, dass der Körper Calcium aus Grünkohl möglicherweise effizienter aufnimmt als aus vielen anderen pflanzlichen Lebensmitteln. In einigen Fällen ist die Aufnahme vergleichbar mit oder höher als die von Milch – einer wichtigen Calciumquelle für Personen, die sie trinken (können).
Die Absorptionsrate betrug laut den Forschern etwa 60 Prozent für Grünkohl und circa 32 Prozent für Milch. Das bedeutet, dass pro verzehrtem Milligramm fast doppelt so viel Calcium aus Grünkohl in unseren Körper gelangen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Grünkohl „besser“ ist, um den Tagesbedarf zu decken, denn Milch hat einfach eine viel höhere Dichte. Um die gleiche Menge Calcium aufzunehmen, die in einem Glas Milch (250 ml) steckt, muss man immer noch eine ordentliche Portion Grünkohl essen.
Doch nicht nur die Bioverfügbarkeit beeinflusst die Aufnahme von Calcium. Auch der Vitamin-D-Status spielt eine wichtige Rolle, denn das Sonnenvitamin fördert die Resorption im Darm. Selbst hoch bioverfügbare Calciumquellen können weniger wirksam sein, wenn der allgemeine Vitamin-D-Spiegel niedrig ist.
Ferner könnten zwei Lebensmittel einen ähnlichen Calciumgehalt haben, „ihre jeweiligen Resorptionsraten können jedoch dramatisch variieren“, schrieb Dr. Lauren Grawert in einer E-Mail an Epoch Times.
Der Kontrast wird noch deutlicher, wenn man Grünkohl mit anderem Blattgemüse wie Spinat vergleicht. Obwohl Spinat auf dem Papier calciumreich ist, schränkt sein hoher Oxalatgehalt die Calciumaufnahme erheblich ein.
Oxalate sind natürlich vorkommende Verbindungen, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind. Sie binden sich im Verdauungstrakt an Calcium, wodurch Verbindungen entstehen, die der Körper ausscheidet, anstatt sie aufzunehmen.
Grünkohl sticht unter den Blattgemüsen durch seinen hohen Calciumgehalt hervor. Da er relativ wenig Oxalate enthält, steht ein größerer Anteil seines Calciums für die Aufnahme zur Verfügung.
Eine Studie der Purdue University schätzte die Absorptionsrate von Calcium aus Grünkohl sogar höher ein als die in der oben erwähnten Untersuchung ermittelten Werte. Demnach lag die Zahl bei etwa 76 Prozent. Die Rate bei Spinat war mit weniger als 1 Prozent hingegen extrem niedrig.
Eine im Jahr 2021 im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlichte Übersichtsarbeit bestätigte diese Ergebnisse und berichtete von einer fraktionierten Calciumaufnahme bei Spinat von nur etwa 5 Prozent. Die Werte für Grünkohl blieben aufgrund des geringeren Oxalatgehalts deutlich höher.
Das Calcium im Grünkohl ist zwar hoch bioverfügbar, doch die Absorptionseffizienz ist nur ein Teil der Gleichung. Die Gesamtcalciumzufuhr spielt nach wie vor eine Rolle, und hier stößt Grünkohl an seine praktischen Grenzen.
100 Gramm gegarter Grünkohl enthalten etwa 180 Milligramm Calcium. Die empfohlene Tageszufuhr für die meisten Erwachsenen liegt bei etwa 1.000 Milligramm. Um diesen Bedarf allein durch Grünkohl zu decken, müsste man täglich mehr als 0,5 Kilogramm davon essen – und das konsequent.
Aus diesem Grund wird Blattgemüse selten als einzige Calciumquelle herangezogen. „Grünkohl kann zwar nicht den gesamten Calciumbedarf decken, aber er kann sicherlich einen Beitrag dazu leisten“, sagte Dr. Grawert dazu.
Laut einer im Jahr 2019 in „Nutrients“ erschienenen Übersichtsarbeit zu Calciumquellen in der Ernährung liefert Grünkohl zwar Calcium. Im Vergleich zu mit Calcium angereicherten Lebensmitteln enthält er allerdings nur relativ geringe Mengen.
Hartkäse, Milch und Joghurt sind nach wie vor die calciumreichsten gängigen Lebensmittel. Auch Nüsse und Samen können bedeutende Mengen an Calcium liefern. Gemüse wie Grünkohl enthält moderate Mengen an Calcium, doch die Gesamtzufuhr variiert stark je nach Ernährungsgewohnheiten.
In vielen westlichen Ländern liefern Milchprodukte den Großteil des Calciums in der Ernährung. In einigen asiatischen Bevölkerungsgruppen stammt Calcium stärker aus pflanzlichen Lebensmitteln, auch wenn die Gesamtzufuhr oft geringer ist.
Wie Sie Grünkohl als Calciumquelle in die Ernährung einbauen
In der Praxis ist es am besten, Grünkohl mit anderen calciumreichen Lebensmitteln zu kombinieren. Dazu gehören unter anderem:
Milchprodukte,
mit Calcium angereicherte pflanzliche Milchalternativen und Cerealien,
Hülsenfrüchte,
Nüsse,
Samen.
Grünkohl im Salat zum Mittagessen, Milch oder eine mit Calcium angereicherte pflanzliche Alternative im Kaffee oder in Smoothies sowie Hülsenfrüchte zum Abendessen können gemeinsam dazu beitragen, den Calciumbedarf zu decken.
„Wenn Sie sich pflanzlich oder vegan ernähren, kann der Verzehr von Grünkohl dabei helfen, die benötigten Mengen an Calcium, Vitamin K und Ballaststoffen zu decken – allesamt wichtige Nährstoffe für gesunde Knochen“, meinte Dr. Grawert.
Anstatt sich auf ein einzelnes Lebensmittel zu verlassen, bestehe die effektivste Strategie darin, über den Tag verteilt mehrere moderate Calciumquellen zu kombinieren, fügte Osteopathin Dr. Shernell Surratt-Gary hinzu.
„Erhöhen Sie Ihre Calciumzufuhr, indem Sie Chiasamen, Sesam, Leinsamen und Mandeln in Ihre Ernährung integrieren“, schrieb sie in einer E-Mail an Epoch Times. „Hülsenfrüchte und Bohnen wie schwarze Bohnen, Linsen und Kichererbsen sind allesamt hervorragende Calciumquellen.“
Das Fazit lautet also: Grünkohl trägt zur Calciumzufuhr bei. Er ist allerdings Teil des Ganzen und nicht der treibende Faktor.
Prävention nach Maß: Manche Menschen besitzen die richtige Genvariante, um ihr Diabetesrisiko mithilfe von hoch dosiertem Vitamin D zu mindern. - Foto: Rasi Bhadramani/iStock
Prädiabetes, die noch beschwerdefreie Vorstufe des Diabetes, betrifft in Deutschland etwa jeden fünften Erwachsenen.
Eine im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichte Studie zeigt nun, dass ein kostengünstiges Nahrungsergänzungsmittel diesen Weg aufhalten kann. Ob die Therapie anschlägt, entscheidet allerdings die genetische Veranlagung.
Der genetische Schlüssel zum Erfolg
Die Untersuchung basiert auf der Studie „Vitamin D and Type 2 Diabetes“, bei der mehr als 2.000 Erwachsene mit Prädiabetes über dreieinhalb Jahre täglich entweder 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D oder ein Scheinmedikament einnahmen. Zum Vergleich: Die normale Empfehlung für gesunde Erwachsene liegt bei fehlender körpereigener Bildung durch Sonnenlicht bei lediglich 800 Einheiten.
Während die Auswertung aller Teilnehmer zunächst keinen klaren Unterschied zeigte, brachte die Analyse der DNA den Durchbruch. Patienten mit spezifischen genetischen Varianten des Vitamin-D-Rezeptors, nämlich den Genvarianten „AC“ und „CC“ im sogenannten ApaI-Gen, sprachen stark auf das Vitamin an. Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken, sank um 19 Prozent. Rund 70 Prozent der Menschen tragen dieses Merkmal in sich. Die restlichen 30 Prozent mit der Variante „AA“ zeigten dagegen keinerlei Nutzen von der Einnahme in Bezug auf ihr Diabetesrisiko.
„Diabetes hat so viele schwerwiegende Komplikationen, die sich über Jahre hinweg langsam entwickeln“, sagte die Studienleiterin Bess Dawson-Hughes in einer Stellungnahme. „Wenn wir die Zeit, die eine Person mit Diabetes lebt, hinauszögern können, können wir einige dieser schädlichen Nebenwirkungen verringern oder deren Schweregrad mindern.“
Richtwerte und Risiken
Vor einer Einnahme sollte der Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmt werden, rät die Ernährungsberaterin Diana Cusa, die nicht an der Studie beteiligt war. Liegt ein Mangel vor, kann ein gezielter Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln, kombiniert mit einer Anpassung der Ernährung und mehr Aufenthalt im Freien, sinnvoll sein.
Höhere Dosen als 800 Einheiten sind normalerweise therapeutischen Zwecken vorbehalten. Eine unkontrollierte Überdosierung durch hoch dosierte Präparate kann laut Untersuchungen eine Hyperkalzämie auslösen und zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Dehydrierung, Verstopfung oder in schweren Fällen zu Nierensteinen oder Herzrhythmusstörungen führen. Langfristig hoch dosiertes Vitamin D wurde zudem bei älteren Menschen mit einem erhöhten Risiko für Stürze und Knochenbrüche in Verbindung gebracht.
Über das Sonnenlicht kann man sich zwar nicht überdosieren, dennoch ist für positive Effekte auf die Gesundheit eine moderate Sonnenexposition empfohlen und aufgrund des Hautkrebsrisikos Vorsicht vor zu langen Sonnenbädern und vor Sonnenbränden geboten.
Auf natürlichem Weg lässt sich der Vitamin-D-Haushalt zudem über die Ernährung unterstützen. Fetter Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Makrele sowie Rinderleber, Pilze und Eigelb sind gute Quellen. Da diese Lebensmittel reich an Proteinen und gesunden Fetten sind, tragen sie bei moderatem Verzehr ganz nebenbei zu einem stabilen Blutzuckerspiegel bei.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Eine gute Stressbewältigung kann schon zwei von fünf Biomarkern positiv beeinflussen. - Foto: jacoblund/iStock
In Kürze:
Starke Hände sind ein Prädikator für eine gute Immunabwehr sowie ein gesundes Herz und Gehirn.
Auch der Ruhepuls und Cortisolspiegel sind wichtige Messwerte bei Gesundheit und Langlebigkeit.
Zudem lassen uns ein gutes Verhältnis von Taille zu Körpergröße und ausreichend Nährstoffe langsamer altern und verlängern unser Leben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, alle Indikatoren zu messen und zu verbessern.
Wussten Sie, dass bestimmte Biomarker bereits Jahre vor dem Auftreten von Symptomen auf eine Erkrankung hinweisen können? Doch schon kleine, messbare Veränderungen dieser Werte können sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität entscheidend verbessern.
Hier sind fünf Werte, die es sich zu beobachten lohnt – und was Sie tun können, um sie in die richtige Richtung zu lenken.
Die Griffkraft ist die Kraft, die Muskeln in Hand und Unterarm ausüben, wenn wir etwas festhalten.
Studien zufolge ist diese Kraft ein wichtiger Biomarker, der eine Vielzahl von Faktoren widerspiegelt. Dazu gehören der allgemeine Gesundheitszustand, kognitive Beeinträchtigungen und die Gesamtmortalität.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 steigt mit jedem Rückgang der Griffkraft um 5 Kilogramm
das allgemeine Sterberisiko um 16 Prozent,
das Risiko für einen kardiovaskulären Tod um 17 Prozent,
das Risiko für einen nicht-kardiovaskulären Tod um 17 Prozent.
Demnach erweist sich die Griffkraft als stärkerer Prädiktor für die kardiovaskuläre Mortalität als der Blutdruck.
Der Zusammenhang ist umgekehrt proportional und konsistent: Mit nachlassender Griffkraft steigt das Risiko. Eine stärkere Griffkraft ist hingegen mit einer besseren Immunfunktion, Herz-Kreislauf-Gesundheit und kognitiver Leistungsfähigkeit sowie niedrigerer Gesamtsterblichkeit verbunden.
Praktische Tipps für mehr Griffkraft
Die Griffkraft lässt sich verbessern, und zwar ganz praktisch mit passivem Hängen, im Sportjargon auch Dead Hang genannt. Dabei hängt man, solange es geht, mit gestreckten Armen und entspannten Schultern mit dem ganzen Körpergewicht an einer Stange. Das ist schwieriger, als es klingt.
Deswegen langsam anfangen, ein paar Sekunden reichen schon. Die Dauer mit der Zeit auf zwei Minuten steigern. Wie lange man hängen kann, hängt von Alter, Geschlecht und Fitnessniveau ab.
Andere Übungen, um verschiedene Griffarten und die damit verbundenen Muskeln zu trainieren, sind:
schwere Gegenstände beim Gehen tragen, wie zum Beispiel alle Einkaufstüten auf einmal,
einen Ball drücken,
Handmuskeltrainer verwenden,
Klettern,
Armdrücken.
2. Ruhepuls
Der Ruhepuls ist ein weiterer Messwert, der einen signifikanten Prädiktor für Gesundheit und Langlebigkeit darstellt. Er umfasst die Anzahl der Herzschläge pro Minute im Ruhezustand.
Mehrere großangelegte Langzeitstudien haben gezeigt, dass ein höherer Ruhepuls ein unabhängiger Risikofaktor für die Sterblichkeit ist, da er aus verschiedenen Gründen erhöht sein kann. Diese Gründe umfassen unter anderem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und viele andere chronische Erkrankungen.
„Er kann auch ein Indikator nicht nur für körperlichen, sondern auch für psychischen Stress sein“, sagte Studienautor Dr. Magnus T. Jensen gegenüber Epoch Times. Jensen ist ein dänischer Kardiologe und Professor und beschäftigt sich in seiner Forschung unter anderem mit dem Ruhepuls.
In einer Studie aus dem Jahr 2013 stellten Jensen und seine Kollegen fest, dass Männer mit einem Puls von über 90 Schlägen pro Minute im Vergleich zu Männern mit sehr niedrigem Puls – unter 50 Schlägen pro Minute – ein etwa dreimal so hohes Sterberisiko hatten. Letztlich fanden sie heraus, dass das Sterberisiko mit jedem Anstieg des Ruhepulses um 10 Schläge pro Minute um etwa 16 Prozent zunahm.
Als die Autoren die Ergebnisse um Fitness, körperliche Aktivität und andere Risikofaktoren bereinigten, blieb der Zusammenhang bestehen: Selbst unter Menschen mit dem gleichen Fitnesslevel hatten Personen mit einem höheren Ruhepuls ein höheres Risiko für einen vorzeitigen Tod.
Bei Erwachsenen liege der Ruhepuls normalerweise zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute, könne aber sehr individuell sein, so Jensen.
„Sie sind Ihr eigener Maßstab“, sagte er. „Wenn Sie also wissen, dass Ihr Ruhepuls bei 60 liegt und Ihr Puls erhöht ist, dann wissen Sie: OK, hier stimmt etwas nicht, oder?“
Leicht zugänglicher Indikator
Der Ruhepuls sei zudem ein nützlicher Indikator für Gesundheit und Langlebigkeit, da er von jedem leicht gemessen werden könne, so der Kardiologe weiter.
„Man kann ihn am Handgelenk, am Hals oder mit einem tragbaren Gerät messen – er ist also sehr leicht zugänglich“, meinte er.
Wie kann man den Ruhepuls am wirksamsten senken? „Durch Bewegung“ ist Jensens Antwort. Auch andere Lebensstilfaktoren würden eine Rolle spielen, wie Rauchen, Alkoholkonsum und Stress – sowohl körperlicher als auch psychischer Art, fügte er hinzu.
Jahrzehntelang war der Body-Mass-Index (BMI) in der Medizin der Standardmaßstab für die Körperzusammensetzung. Der BMI hat jedoch ein grundlegendes Manko: Er kann nicht zwischen Muskeln und Fett unterscheiden und sagt nichts darüber aus, wo sich das Fett befindet.
Diese Unterscheidung ist enorm wichtig, denn viszerales Fett – das Bauchfett, das sich um unsere inneren Organe ansammelt – ist weitaus gefährlicher als das Fett, das der Körper an anderen Stellen speichert. Es steht in engem Zusammenhang mit Entzündungen, Insulinresistenz, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Funktionsverlust und vorzeitigem Tod.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Taille zu Körpergröße und körperlicher Leistungsfähigkeit. Demnach funktionierten die körperlichen Systeme bei Personen mit höheren Werten tendenziell schlechter.
Es zeigte sich auch, dass das Verhältnis von Taille zu Körpergröße bei Männern, Frauen, allen ethnischen Gruppen und Kindern über 5 Jahren ein besserer Prädiktor für die Sterblichkeit ist als der BMI. Das ist das Forschungsergebnis der Ernährungswissenschaftlerin Margaret Ashwell, die dazu beitrug, das Verhältnis von Taille zu Körpergröße zu einem weltweit anerkannten Indikator für Gesundheit und Langlebigkeit zu machen.
Das Maßband herausholen
Um diesen Biomarker zu messen, braucht es nur ein Maßband. Dazu den Taillenumfang unterhalb der Rippen und oberhalb der Hüftknochen in Zentimetern messen und die Zahl durch die Körpergröße in Zentimetern teilen.
Idealerweise sollte der Bauchumfang weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen. Optimal sei ein Wert zwischen 0,4 und 0,5, so Ashwell zu Epoch Times.
Wer außerhalb dieses Bereichs liege oder seinen Bauchumfang um ein paar Zentimeter reduzieren möchte, sollte genauso vorgehen wie beim Abbau jeder anderen Art von Fett, so die Ernährungswissenschaftlerin weiter.
Cortisol ist ein Steroidhormon, das der Körper als Reaktion auf körperlichen und emotionalen Stress ausschüttet. In kurzen Schüben ist es gesund und notwendig, da es die Konzentration schärft und Energie liefert, wenn wir sie am dringendsten brauchen. Wenn der Cortisolspiegel jedoch chronisch hoch oder schlecht reguliert ist, kann dies langfristig den Körper „abnutzen“ – ein Prozess, der als allostatische Belastung bezeichnet wird.
Die nachgelagerten Auswirkungen können schwerwiegend sein: Ein ständig erhöhter Cortisolspiegel kann
die Telomere (die Schutzkappen an den Enden unserer DNA) verkürzen und die Zellalterung beschleunigen,
Neben den Cortisolspitzen sind auch die Cortisolschwankungen im Laufe des Tages wichtig. Bei einem gesunden Verlauf erreicht der Cortisolspiegel morgens seinen Höchstwert, sinkt dann allmählich ab, und erreicht gegen Mitternacht seinen Tiefpunkt. Ungesunde Cortisolwerte sind auch solche, die den ganzen Tag über niedrig bleiben oder nachts ansteigen.
Die üblichen Verdächtigen
Regulierungsstörungen treten oft schon Jahre vor einer klinischen Diagnose auf. Der Cortisolspiegel lässt sich allerdings durch Änderungen des Lebensstils beeinflussen. Wichtig dafür sind
Normalerweise kann ein Arzt den Cortisolspiegel über Blut, Urin oder Speichel messen lassen. Doch es gibt auch Cortisoltests für zu Hause, wobei in der Regel Speichel über den Tag verteilt entnommen wird, um den Spiegel zu verfolgen. Diese Tests können dabei helfen, einen Überblick über den Cortisolspiegel zu bekommen und zu zeigen, wann man sich an einen Arzt wenden sollte.
Ein Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen – darunter Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren – kann uns anfälliger für Krankheiten machen und vorzeitig altern lassen.
Dabei sollte man zwischen Mangel und Unterversorgung unterscheiden, meinte Matt Kaeberlein, Langlebigkeitsforscher und Professor für Pathologie, zu Epoch Times.
Ein echter Mangel führe zu klinisch erkennbaren Funktionsstörungen. Eine Unterversorgung hingegen – also suboptimale, aber nicht kritisch niedrige Werte – könne die Gesundheit über Jahre oder Jahrzehnte hinweg unbemerkt beeinträchtigen, ohne eine offensichtliche Diagnose auszulösen.
Ihm zufolge gebe es einige Nährstoffe, auf die wir achten sollten, sowohl wegen ihrer Auswirkungen auf die Langlebigkeit als auch weil viele von uns nicht genug davon zu sich nehmen. Dazu gehören Vitamin D,Omega-3 und Magnesium.
Omega-3-Fettsäuren können die Langlebigkeit fördern, indem sie den biologischen Alterungsprozess verlangsamen, chronische Entzündungen senken und die kardiovaskuläre sowie kognitive Gesundheit verbessern.
Magnesium ist unerlässlich für die DNA-Replikation und -Reparatur. Zudem senkt es Entzündungen, unterstützt die Mitochondrienfunktion, stärkt das Herz-Kreislauf-System und fördert die Stoffwechselgesundheit, was es für ein langes, gesundes Leben entscheidend macht.
Ernährung vor Ergänzung
„Das Ziel sollte eine wohlüberlegte Nahrungsergänzung sein, die auf der Ernährung, den Risikofaktoren und – sofern möglich – geeigneten Biomarker-Tests basiert“, sagte Kaeberlein dazu.
Er empfiehlt eine abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung. Diese reiche bei den meisten Menschen aus, um den Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. „Generell sollte die Ernährung an erster Stelle stehen“, so der Langlebigkeitsforscher.
Manche Personen bedürfen einer Nahrungsergänzung. Es sei allerdings am besten, diese erst nach einer Untersuchung durchzuführen, fügte er hinzu.
Die meisten dieser Messgrößen erfordern weder ein Labor noch teure Tests und können zu Hause erfasst werden. Sie alle reagieren auf dieselben grundlegenden Maßnahmen: regelmäßige Bewegung, guten Schlaf, eine nährstoffreiche Ernährung, Stressbewältigung und die konsequente Beobachtung, wie sich der Körper im Laufe der Zeit verändert.
Eier sind ein vielseitiges Lebensmittel, das viele gesundheitliche Vorteile besitzt. - Foto: Sanny11/iStock
In Kürze:
Wer regelmäßig Eier isst, unterstützt viele Körperfunktionen wie etwa die Knochengesundheit.
Eier sind eine Protein- und Nährstoffbombe, die unter anderem Kalzium, Eisen, Magnesium und viele Vitamine enthalten.
Empfehlenswert sind Eier aus Freilandhaltung, die nicht zu wenig und nicht zu lange gekocht werden.
Bestimmte Personen sollten mit dem Eierverzehr vorsichtig sein oder ihn ganz pausieren.
Eier sind voller Nährstoffe. Ein mittelgroßes Ei liefert 60 Kalorien, etwa 10 Prozent des täglichen Proteinbedarfs und ein ganzes Spektrum an Mikronährstoffen.
Die Liste ist lang:
Kalzium,
Kalium,
Phosphor,
Selen,
Zink,
Kupfer,
Magnesium,
Eisen,
die Vitamine A, E, D und B.
Bei regelmäßigem Verzehr unterstützen Eier viele Körperfunktionen. Nachfolgend sind fünf davon aufgeführt.
1. Eier versorgen den Körper effizient mit Energie
Wie oben erwähnt, liefern Eier viele Nährstoffe, die unser Körper benötigt, um gesund zu bleiben.
„Sie gehören zu den nährstoffreichsten und effizientesten Vollwertnahrungsmitteln, die wir haben. Sie sind reich an hochwertigem Protein, essentiellen Fetten, Cholin und fettlöslichen Vitaminen, die alles von der Gehirnfunktion bis zum Hormonhaushalt unterstützen“, sagte Laurie White, Naturheilpraktikerin und Spezialistin für funktionelle Medizin und funktionelle Ernährungstherapie, gegenüber Epoch Times.
2. Eier unterstützen Muskelregeneration und -wachstum
Eier sind eine hervorragende Quelle für hochwertiges Protein. Dieses ermöglicht es dem Körper, Gewebe wie Knochen, Muskeln, Haare und Haut aufzubauen und zu reparieren. Sie enthalten alle neun essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann. Das macht sie zu einer vollständigen Proteinquelle.
„Wenn Sie Eier essen, nehmen Sie nicht nur Protein zu sich – Sie lösen auch hormonelle Kaskaden aus, die dabei helfen, Muskeln und Knochen zu erhalten und aufzubauen sowie den Appetit zu regulieren“, meinte Dr. Christine Najjar zu Epoch Times. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin und Inhaberin einer auf Ernährung spezialisierten Praxis.
Zudem weise das Protein in Eiern eine hohe Bioverfügbarkeit auf, sodass der Körper es leicht aufnehmen und verwerten könne.
Studien zufolge hat Eiprotein eine Absorptionsrate von 97 Prozent – höher als bei Milchprodukten mit 95 Prozent und Fleisch mit 94 Prozent. Pflanzliche Proteine werden nur zu 45 bis 80 Prozent resorbiert, was Eier zu einer der besten natürlichen Proteinquellen macht. Das Kochen erhöht die Bioverfügbarkeit von Eiprotein zusätzlich, indem es dieses teilweise aufspaltet. Dadurch kann der Körper es leichter aufnehmen und verdauen.
Daher unterstützt der regelmäßige Verzehr von ganzen Eiern – Eiweiß und Eigelb – die Muskulaturgesundheit. Protein hilft uns beim Aufbau und Erhalt von Muskeln, steigert die Kraft und kann Sarkopenie vorbeugen, dem allmählichen Rückgang von Muskelmasse, Kraft und Funktion, der mit dem Altern einhergeht.
Zusätzlich zu den oben genannten Nährstoffen enthalten Eier auch Lutein und Zeaxanthin. Das sind starke Antioxidantien, die sich in der Netzhaut anreichern und unsere Augen schützen. Sie helfen dabei, blaues Licht zu filtern, die Sehkraft zu verbessern und reaktive Sauerstoffspezies abzufangen.
Zudem steht der Verzehr von Eiern mit einem verringerten Risiko für altersbedingte Makuladegeneration, eine unheilbare Netzhauterkrankung, und Grauen Star in Verbindung.
Der größte Teil der Nährstoffe eines Eies befindet sich im Eigelb – einer reichhaltigen, bioverfügbaren Quelle für Lutein und Zeaxanthin, mit natürlichen Fetten, die deren Aufnahme verbessern.
Laut Studien erhöht der tägliche Verzehr eines Eies den Lutein- und Zeaxanthin-Spiegel deutlich. Ferner steigert regelmäßiger Eierkonsum die Dichte des Makulapigments im Auge. Dies steht mit einer verbesserten Sehkraft und einem verringerten Risiko für Sehverlust in Zusammenhang.
4. Eier helfen, Appetit und Blutzucker zu regulieren
Eier sorgen für ein Sättigungsgefühl, sodass wir insgesamt weniger essen. Das habe mit der Kombination aus Eiweiß und gesunden Fetten zu tun, die in Eiern zu finden sind, meinte White.
„Den Tag mit Eiern zu beginnen, kann helfen, den Blutzucker zu stabilisieren, Heißhunger zu senken und eine gleichmäßigere Energieversorgung zu fördern. Das macht es einfacher, ein gesundes Gewicht zu halten, ohne auf Willenskraft angewiesen zu sein“, so die Naturheilpraktikerin.
Das Nährstoffprofil von Eiern unterstütze außerdem wichtige Stoffwechselprozesse, darunter die Leberfunktion und den Fettstoffwechsel. Diese seien entscheidend, um ein gesundes Gewicht aufrechtzuerhalten, sagte sie.
5. Eier unterstützen die Gehirnfunktion und das Gedächtnis
Eier sind eine der reichhaltigsten Nahrungsquellen für Cholin, das fast ausschließlich im Eigelb vorkommt.
Cholin ist notwendig, um Acetylcholin zu bilden – einen wichtigen Neurotransmitter für Gedächtnis und Konzentration. Ferner ist es unerlässlich für den Aufbau von Zellmembranen, für die Gehirnentwicklung bei Babys sowie für die Leberfunktion und den Fettstoffwechsel.
„Interessanterweise zeigen Untersuchungen, dass die Mehrheit der Menschen ihren täglichen Cholinbedarf nicht deckt. Der regelmäßige Verzehr von Eiern ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, diese Lücke zu schließen. Studien brachten zudem eine höhere Cholinaufnahme mit einer verbesserten kognitiven Funktion und einem besseren Gedächtnis in Verbindung“, erklärte White.
Frühere Ernährungsrichtlinien empfahlen, die Cholesterinaufnahme über die Nahrung zu begrenzen – wobei Eier als Hauptverursacher galten. Das Argument war einfach: Cholesterin aus der Nahrung erhöht den Cholesterinspiegel im Blut, was wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert.
Aktuelle Studien haben diese Behauptungen jedoch nicht bestätigt. Ihnen zufolge sind Eier ein sicheres, nachhaltiges Lebensmittel, das Energie und lebenswichtige Nährstoffe liefert.
Was die Frage angeht, wie viele Eier wir bedenkenlos essen können, sind sich Dr. Najjar und White einig. Ihnen zufolge müssen die meisten gesunden Menschen ihren Eierverzehr nicht einschränken.
„Eier sind seit jeher Teil der traditionellen menschlichen Ernährung. Historisch gesehen aßen die Menschen sie je nach Verfügbarkeit und Appetit, nicht nach festgelegten Grenzen“, so Dr. Najjar. „Im Allgemeinen rate ich den Menschen, sich beim Verzehr von ihrem Appetit leiten zu lassen“, fügte sie hinzu.
Wer regelmäßig Eier isst, sollte auf ihre Qualität achten. Naturheilpraktikerin White empfiehlt Eier aus Freilandhaltung – idealerweise von einem lokalen Bauern.
Dr. Najjar rät dazu, sich zum einen von seinem Budget leiten zu lassen. Doch wer seine Mikronährstoffversorgung optimieren möchte, sollte ihr zufolge auch Eier von lokalen Hühnern beziehen.
White merkte an, dass es auch Situationen gebe, in denen man vorübergehend den Eierkonsum einschränken oder vollständig pausieren sollte, wie zum Beispiel bei
einer echten Eiallergie,
einer aktiven Darmentzündung oder erhöhter Durchlässigkeit,
Autoimmunerkrankungen,
einer Histaminempfindlichkeit.
Sobald das zugrunde liegende Ungleichgewicht behoben sei, könnten Eier in den meisten Fällen wieder in den Speiseplan aufgenommen werden, fügte sie hinzu.
Was die Zubereitung von Eiern angeht, sollte man laut Dr. Najjar Extreme vermeiden. „Ein leicht gekochtes Ei mit weichem oder flüssigem Eigelb ist oft ein guter Mittelweg. Es bewahrt Nährstoffe und ist dennoch sicher zu verzehren“, so die Ernährungswissenschaftlerin.
Sonnenexposition am Morgen fördert die Serotoninausschüttung und beschleunigt dadurch die Melatoninproduktion in der Nacht. - Foto: evgenyatamanenko/iStock
In den letzten Jahrzehnten ist das Bewusstsein für die Gefahren durch Sonnenstrahlung stark gewachsen. Die Risiken, vor allem Hautkrebs, vorzeitige Hautalterung und Grauer Star, sind heute vielen Menschen bekannt.
Doch ein angemessenes Maß an Sonnenlicht bringt wichtige Vorteile für unsere Gesundheit und immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen zu wenig Sonne und einem erhöhten Risiko für andere Krebsarten wie beispielsweise Darmkrebs oder Brustkrebs.
Sonnenexposition erhöht das Hautkrebsrisiko – aber was ist mit anderen Krebsarten?
Viele Menschen verbinden Sonnenexposition sofort mit Hautkrebs. Das ist verständlich, da Hautkrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung ist. Davon entfällt ein Großteil der Diagnosen auf den sogenannten weißen oder hellen Hautkrebs, bei dem die durchschnittliche Sterberate laut Daten des Robert-Koch-Instituts über 10 Jahre unter einem Prozent liegt. Allerdings steht intensive Sonnenexposition mit einem erhöhten Risiko für den gefährlicheren schwarzen Hautkrebs in Verbindung, an dem in Deutschland jährlich etwa 3000 Menschen sterben.
Mittlerweile zeigt die Krebsforschung jedoch ein differenzierteres Bild: Zu wenig Sonnenlicht steht wiederum mit einem erhöhten Risiko für andere Krebsarten in Verbindung.
Bevor wir tiefer in dieses spannende Paradoxon eintauchen, lohnt es sich, erst einmal zu verstehen, wie Sonnenlicht eigentlich in unserem Körper wirkt, vor allem über Vitamin D.
Die Energie der Sonne erreicht die Erde in vielen Formen: als sichtbares Licht, Wärme (Infrarot), ultraviolette Strahlung (UV), aber auch als Radiowellen, Röntgen- und Gammastrahlen.
Von der ultravioletten Strahlung erreichen uns zwei Arten, nämlich UVA und UVB. Die dritte Art, UVC, wird bereits in der Atmosphäre herausgefiltert.
Besonders wichtig ist das UVB-Licht: Es trifft auf die Haut und wandelt dort eine Vorstufe von Cholesterin in Vitamin D3 um. Danach wird es in zwei Schritten aktiviert: Erst baut die Leber es in die Speicherform (Calcidiol) um, und die Nieren machen daraus schließlich das aktive Vitamin D (Calcitriol).
Dieser Zusammenhang zwischen Sonneneinstrahlung und Vitamin-D-Produktion scheint der Kern der krebshemmenden Wirkung des Sonnenlichts zu sein.
Im Jahr 2022 ergab eine in der Fachzeitschrift „Nutrients“ veröffentlichte Studie, dass moderate Sonnenexposition mit einem geringeren Erkrankungs- und Sterberisiko für bis zu 23 Krebsarten, darunter Darmkrebs, Brustkrebs oder Prostatakrebs, in Zusammenhang steht.
Laut einer weiteren Studie in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ haben Menschen in hohen Breitengraden mit wenig Sonne ein höheres Risiko, an bestimmten Krebsarten zu sterben, als Menschen in sonnenreichen Regionen. Dazu gehörten laut den Studienautoren unter anderem das Hodgkin-Lymphom sowie Darm-, Brust-, Eierstock-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Laut einer umfassenden Studie in „Nutrients“ haben Metaanalysen mehrerer Beobachtungsstudien gezeigt, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen höheren 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegeln im Blut und einer geringeren Krebsinzidenz besteht.
US-Forscher haben eine Metaanalyse aus zwei randomisierten klinischen Studien und einer großen Kohortenstudie durchgeführt.
Bei insgesamt 5.038 Frauen zeigte sich folgendes Ergebnis: Frauen mit dem höchsten Vitamin-D-Spiegel (≥ 60 ng/ml) hatten ein um 82 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko als Frauen mit dem niedrigsten Spiegel (unter 20 ng/ml).
Nach Bereinigung der Daten um Alter, Body-Mass-Index, Raucherstatus und die Einnahme von Calciumpräparaten wies die gleiche Gruppe immer noch ein um 80 Prozent geringeres Risiko auf, an Brustkrebs zu erkranken, als diejenigen mit der niedrigsten 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration.
Eine weitere Metaanalyse ergab, dass Brustkrebspatientinnen mit der höchsten 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration eine um etwa die Hälfte geringere Sterblichkeitsrate aufwiesen als jene mit der niedrigsten Konzentration.
In einer klinischen Studie nahmen mehr als 2.300 Frauen im Alter von 55 Jahren und älter mit Wohnsitz in Nebraska täglich 2.000 IE Vitamin D3 – das Zwei- bis Vierfache der empfohlenen Tagesdosis – und 1.500 Milligramm Calcium zu sich.
Die Ergebnisse zeigen, dass in den folgenden zwei bis vier Jahren Personen, die eine 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration im Blut von 55 ng/ml erreichten, ein um 35 Prozent geringeres Risiko hatten, an Krebs zu erkranken, als diejenigen mit einer Konzentration von 30 ng/ml.
Eine Metaanalyse von fünf Studien ergab, dass Personen mit einer 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration von 12 ng/ml oder weniger ein um 50 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs hatten als diejenigen mit einer Konzentration von 33 ng/ml oder mehr.
Wie beugt Sonneneinstrahlung Krebs vor?
„Wir glauben, dass Vitamin D eine Vielzahl von Rollen spielt, um das Risiko vieler tödlicher Krebsarten zu senken“, sagte Michael F. Holick, Professor für Pharmakologie, Physiologie und Biophysik an der Chobanian & Avedisian School of Medicine der Boston University, gegenüber Epoch Times.
Studien wie die in „Nutrients“ veröffentlichte deuten darauf hin, dass die aktive Form von Vitamin D3 eine Vielzahl von krebshemmenden Wirkungen hat, darunter die Hemmung des Krebszellwachstums, die Induktion der Krebszellreifung und Apoptose, die Verringerung der Angiogenese sowie die Verringerung der Krebszellmetastasierung.
„Die aktive Form von Vitamin D kann verhindern, dass sich Zellen zu Krebszellen entwickeln. Und falls dies doch geschieht, kann sie auch deren Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme beeinträchtigen und letztendlich zu ihrem Absterben führen, indem sie die Angiogenese unterbindet“, sagte Holick.
Aktives Vitamin D3 ist ein Hormon, das laut einer 2022 in „Nutrients“ veröffentlichten Übersichtsstudie das Immunsystem regulieren kann, indem es auf verschiedene Immunzellen einwirkt.
Niedrige Vitamin-D-Spiegel werden oft mit einer leichten Entzündung in Verbindung gebracht, was sich in erhöhten C-reaktiven Proteinwerten widerspiegelt, die einen signifikanten Risikofaktor für Krebs darstellen.
Zellversuche haben gezeigt, dass aktives Vitamin D3 die Produktion proinflammatorischer Zytokine hemmen kann, was dazu beitragen könnte, chronische Entzündungen zu reduzieren.
Geringe Mengen an UV-Strahlung sind vorteilhaft bei der Krebsbekämpfung
Neben dem durch UV-Strahlung gebildeten Vitamin D kann auch die Strahlung selbst vorteilhaft sein.
Laut einer Übersichtsarbeit in „Progress in Biophysics and Molecular Biology“ überwiegt die schützende Wirkung von weniger intensiver solarer UV-Strahlung auf den menschlichen Körper die potenziell mutagene Wirkung der Strahlung.
Tierversuche haben zudem gezeigt, dass eine Vitamin-D-Supplementierung und die Exposition gegenüber UV-Strahlung zu einer Verringerung der Größe von Dickdarmtumoren bei Mäusen führen können.
Sonneneinstrahlung reguliert den Tagesrhythmus und erzeugt weitere aktive Substanzen
Regelmäßige Sonneneinstrahlung kann den Tagesrhythmus regulieren und die Ausschüttung verschiedener Hormone im menschlichen Körper beeinflussen.
Einige Untersuchungen legen nahe, dass Melatonin das Tumorwachstum hemmen kann und dass die Lichtexposition am Tag die hemmende Wirkung von nächtlichem Melatonin auf das Wachstum von Prostata-, Leber- und Brustkrebs verstärkt.
Der Vorläufer von Melatonin, Serotonin, wird durch die Exposition gegenüber Tageslicht beeinflusst. Es wird normalerweise tagsüber produziert und erst im Dunkeln in Melatonin umgewandelt.
Die Sonnenexposition am Morgen fördert die Ausschüttung von Serotonin, was wiederum die Produktion von Melatonin in der Nacht beschleunigt, so der Artikel in „Environmental Health Perspectives“.
Das erhöhte Krebsrisiko bei Nachtarbeitern könnte auf ihren gestörten Tagesrhythmus zurückzuführen sein, der die Produktion von Melatonin beeinflusst.
Sonnenlicht führt nicht nur zur Bildung von Vitamin D3 in der Haut, sondern erzeugt auch andere Fotoprodukte aus Prävitamin D3, die zusätzliche einzigartige biologische Wirkungen haben.
„Es erzeugt eine ganze Reihe anderer Stoffe“, sagte Holick.
Eine systematische Übersicht in „Dermatoendocrinology“ wies darauf hin, dass unzureichende Sonnenexposition viele weitere Risiken mit sich bringt, darunter eine erhöhte Gesamtmortalität, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das metabolische Syndrom, Typ-2-Diabetes, Adipositas und Alzheimer.
Sie steht auch im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Multipler Sklerose, Typ-1-Diabetes, Psoriasis, rheumatoider Arthritis, nicht alkoholischer Fettlebererkrankung, Makuladegeneration, Statinunverträglichkeit und Kurzsichtigkeit zu erkranken.
Wie man sich sicher und effizient der Sonne aussetzt
Die medizinische Fachwelt stellt daher eine moderate Sonnenexposition in den Mittelpunkt.
Laut der Studie in „Progress in Biophysics and Molecular Biology“ werden unter normalen Umständen etwa 90 Prozent des für den Körper essenziellen Vitamin D durch Sonnenexposition gewonnen.
Allerdings verbringen die Menschen heute viel weniger Zeit in der Sonne, insbesondere seit der COVID-19-Pandemie.
Laut den National Institutes of Health sollte der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel im Plasma einer Person nicht unter 20 ng/ml liegen. Schätzungen zufolge steigt der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel im Blut pro 100 IE eingenommenem Vitamin D nur um 1 ng/ml (2,5 nmol/l).
Für die meisten Erwachsenen kann eine regelmäßige und kurze Sonnenexposition ausreichend Vitamin D liefern, was effektiver ist als die tägliche Einnahme von 1.000 IE Vitamin D3.
Holick sagte, der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel sollte 75 nmol/l (30 ng/ml) erreichen. Der ideale Bereich liege zwischen 40 und 60 ng/ml.
Im Allgemeinen wird empfohlen, Arme, Beine und andere Körperteile mehrmals pro Woche für 10 bis 15 Minuten der Sonne auszusetzen.
Dies ist jedoch keine absolute Regel, da Faktoren wie Jahreszeit, Breitengrad, Wetter, Tageszeit, Hautpigmentierung, Kleidung, Alter, die Verwendung von Sonnenschutzmitteln und die Frage, ob das Licht durch Glas fällt, die Produktion von Vitamin D3 in der Haut beeinflussen können.
Im Winter beispielsweise trifft das Sonnenlicht in einem schrägeren Winkel auf die Atmosphäre und mehr UVB-Photonen werden von der Ozonschicht absorbiert.
In Gebieten nördlich des 37. Breitengrades auf der Nordhalbkugel kann der Rückgang der Anzahl der UVB-Photonen, die die Erdoberfläche erreichen, von November bis Februar zwischen 80 und 100 Prozent betragen.
Im Winter trifft das Sonnenlicht in einem schrägeren Winkel auf die Atmosphäre, sodass mehr UVB-Photonen von der Ozonschicht absorbiert werden.
Foto: choochart choochaikupt/iStock
Am Morgen oder am Abend ist der Winkel des Sonnenlichts so schräg, dass selbst im Sommer die Geschwindigkeit, mit der Vitamin D3 in der Haut von Menschen in diesen Regionen gebildet wird, sehr gering ist.
Menschen mit hellerer Haut benötigen möglicherweise nur kurze Zeit in der Sonne, um ausreichend Vitamin D zu erhalten, während Menschen mit dunklerer Haut möglicherweise mehr Zeit benötigen, um denselben Effekt zu erzielen.
Für die meisten hellhäutigen Menschen kann laut dem zuvor erwähnten Artikel in „Environmental Health Perspectives“ ein halbstündiges Sonnenbad in Badekleidung in der Sommersonne innerhalb der folgenden 24 Stunden die Freisetzung von 50.000 IE (1,25 mg) Vitamin D in den Blutkreislauf auslösen, während die gleiche Sonnenexposition bei Menschen mit gebräunter Haut 20.000 bis 30.000 IE Vitamin D liefert und bei Menschen mit dunkler Haut 8.000 bis 10.000 IE Vitamin D.
Laut einer Studie der Universität Genf können durch eine 10- bis 15-minütige Sonnenexposition im Frühling und im Sommer von 22 Prozent der Haut 1.000 IE Vitamin D gebildet werden.
Im Herbst und im Winter ist es jedoch schwieriger, allein durch Sonneneinstrahlung ausreichend Vitamin D zu erhalten, da Menschen in der Regel nur 8 bis 10 Prozent ihrer Haut der Sonne aussetzen, was eine Sonnenexposition von 6,5 Stunden erfordern kann, um die gleiche Menge an Vitamin D zu erhalten.
Eine Studie mit 2.360 Erwachsenen in den USA aus dem Jahr 2022 zeigt, dass eine tägliche Sonnenexposition von etwa 35 Minuten zwischen 9 und 17 Uhr, ohne bewusst zur Mittagszeit ein Sonnenbad zu nehmen, zu idealen Vitamin-D-Serumspiegeln (unter 50 nmol/l) führen kann.
Holick rät außerdem dazu, das Gesicht, das am anfälligsten für Sonnenbrand ist, beim Sonnenbaden zu schützen. Arme, Beine, Bauch und Rücken für eine angemessene und kurze Dauer ohne Sonnenschutzmittel der Sonne auszusetzen, kann laut dem Forscher eine signifikante Menge Vitamin D erzeugen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.