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Kabinettsklausur: Merz bleibt bei „Rente mit 63“ hart – Klingbeil plant Steuerreform

Bei der Kabinettsklausur im brandenburgischen Schloss Neuhardenberg hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch, den 26. August, die geplante Abschaffung der „Rente mit 63“ bekräftigt. Zugleich kündigte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) an, die Einkommensteuerreform in der kommenden Kabinettssitzung vorzulegen.
Merz betonte, dass sich der Koalitionsausschuss bereits auf die vollständige Umsetzung der Rentenreform geeinigt habe. „Wir werden in der Bundesregierung hier bei diesem Kurs bleiben, den wir uns gemeinsam vorgenommen haben“, sagte der Kanzler.
Die Forderung der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten, die „Rente mit 63“ beizubehalten, habe ihn „etwas erstaunt“, sagte Merz. Aus seiner Sicht sei sie „nicht mit ausreichenden Sachargumenten unterlegt“ gewesen.
CDU, SPD und CSU seien sich im Koalitionsausschuss Anfang Juli einig gewesen, „dass wir alle Anreize zur Frühverrentung beenden müssen“. Daran müsse festgehalten werden, betonte Merz: „Das ist ein Kernstück der Reform.“

Abschaffung der vorzeitigen Verrentung

Die Abschaffung der vorzeitigen Verrentung nach 45 Beitragsjahren – bekannt als „Rente mit 63“ – ist Teil des Maßnahmenkatalogs, den eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission für eine grundlegende Reform des Rentensystems ausgearbeitet hat.
Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen im Parlament sagte Merz, es werde „keine Eins-zu-eins-Umsetzung geben, das hat es noch nie gegeben“. Die Vorschläge müssten aber „in ihrer Gesamtheit“ in ein Gesetzgebungsverfahren gehen.
Der Kanzler kündigte zudem eine Härtefall-Regelung an. „Aber der Trend zur Frühverrentung bei einer älter werdenden Gesellschaft, der muss gestoppt werden – und darüber sind wir uns in der Koalition einig.“

Ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten gegen Abschaffung

Die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten hatten sich gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Frühverrentung für langjährig Versicherte ausgesprochen. Sie begründeten dies damit, dass Menschen in Ostdeutschland besonders davon betroffen seien, weil hier viele Menschen neben der gesetzlichen Rente keine andere Form der Altersvorsorge hätten.
Merz sagte dazu nun: „Ich will ausdrücklich betonen, das ist kein Ost-West-Thema.“
Es gebe auch im Westen „eine Zahl von Versicherten, die außer der gesetzlichen Rentenversicherung keine Altersversorgung haben – der Anteil dort ist etwas kleiner als im Osten, aber er ist auch im Westen vorhanden.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (4.r) leitet am 25. August 2026 in Neuhardenberg im Nordosten Deutschlands eine zweitägige Klausurtagung des Bundeskabinetts.

Foto: Liesa Johannssen|POOL/AFP via Getty Images

Klingbeil: Kabinett beschließt Einkommensteuerreform kommende Woche

Das Bundeskabinett soll nach den Worten von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) schon bald die Reform der Einkommensteuer beschließen.
„In der kommenden Kabinettssitzung werde ich die Reform der Einkommensteuerreform vorlegen, die wir gemeinsam im Koalitionsausschuss vereinbart haben“, sagte Klingbeil am Mittwoch nach der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg.
„Ja, wir haben knappe Kassen. Und ja, wir mussten priorisieren.“ Deshalb habe die Reform „einen klaren Schwerpunkt“.
„Wir wollen, dass Familien entlastet werden“, betonte der Minister. „Deswegen sieht der Gesetzentwurf vor, dass Familien mit zwei Kindern um etwa 600 Euro im Jahr entlastet werden.“
Klingbeil fügte hinzu: „Das sollte niemand kleinreden. Das ist wichtig für Familien, gerade in diesen Zeiten.“

Pläne für die Einkommensteuer

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte sich bei ihrem letzten Koalitionsausschuss Anfang Juli auf eine Einkommensteuerreform geeinigt. Für die Umsetzung des Vorhabens aus dem Koalitionsvertrag ist Finanzminister Klingbeil zuständig.
Seinen Plänen nach sollen vor allem kleine und mittlere Einkommen entlastet werden – und zwar in der Endstufe 2028 um insgesamt zehn Milliarden Euro. Im Gegenzug sollen die Reichensteuer erhöht und einige Steuervergünstigungen gestrichen werden.

Kritik aus der Union

In der Union stießen die Pläne auf scharfe Kritik. So wurde unter anderem bemängelt, dass die Reform die sogenannte kalte Progression nicht ausgleichen würde, also schleichende Steuererhöhungen durch die Inflation.
Die nächste Kabinettssitzung findet am 2. September statt. (afp/red)
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Schufa droht Sammelklage wegen historischer Datenspeicherung

Der Wirtschaftsauskunftei Schufa droht im Streit um die sogenannte Schattendatenbank ein folgenschwerer Rechtsstreit.
Die europäische Datenschutzorganisation NOYB („None of Your Business“) in Wien hat das Unternehmen formell abgemahnt und die Vorbereitung einer gerichtlichen Sammelklage bekanntgegeben. Die Schufa wies die Kritik zurück und kündigte an, sich rechtlich gegen die Vorwürfe zur Wehr zu setzen – bis hin zum Bundesgerichtshof.

Vorwurf: Jahrelange Speicherung statt Löschung

Hintergrund des Konflikts sind Recherchen von NDR und „Süddeutscher Zeitung“, die Mitte Juli berichtet hatten, dass die Schufa „historische Daten“ aufbewahrt. Dabei handele es sich um Informationen über alte Kredite, Pfändungen oder gar Privatinsolvenzen – Forderungen und Schulden, die Betroffene häufig schon vor Jahren beglichen hätten.
Laut Datenschutzregeln und den von der Branche selbst gesteckten Löschfristen müssten solche Daten nach bestimmter Zeit gelöscht werden. Die Schufa speichert diese jedoch nach eigenen Angaben bis zu zehn Jahre lang weiter.
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Datenschützer ein weiterer Punkt: Bei förmlichen Auskunftsersuchen nach Artikel 15 der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) soll die Schufa diese archivierten Daten den Bürgern verschwiegen haben.
Das Unternehmen argumentiert, Verbraucher interessierten sich im Wesentlichen für ihren aktuellen Score und die aktuell einfließenden Werte, weshalb man über historische Bestände nicht informiere.

NOYB fordert sofortigen Stopp und plant Verbandsklage

„Wir mahnen die Schufa jetzt formell ab und fordern sie auf, die historischen Daten umgehend zu löschen“, erklärte NOYB-Sprecher Marco Blocher. Weigere sich das Unternehmen, werde man eine Unterlassungsklage im kollektiven Verbraucherinteresse einreichen.
NOYB bereitet zudem eine Verbandsklage – eine spezielle Form der Sammelklage – auf immateriellen Schadenersatz vor. Begründet wird dies mit der millionenfachen Verletzung des Auskunftsrechts nach Artikel 15 DSGVO. NOYB hat Betroffene bereits dazu aufgerufen, sich auf einer Interessentenliste zu registrieren.
Sollten die Datenschützer vor Gericht Recht bekommen, könnte dies massive finanzielle Konsequenzen für die Auskunftei haben.
Da die Schufa Datensätze zu praktisch allen rund 68 bis 69 Millionen Erwachsenen in Deutschland führt, könnte selbst ein geringer Entschädigungsbetrag pro Kopf Gesamtforderungen in astronomischer Höhe nach sich ziehen.

Schufa weist Vorwürfe zurück

Die Schufa Holding AG sieht ihr Handeln hingegen als rechtmäßig und sachlich geboten an. Die Verarbeitung historischer Daten entspreche gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, sagte ein Schufa-Sprecher.
„NOYB fordert trotzdem in der Unterlassungsklage, historische Daten zu löschen. Das wäre zudem für Verbraucher und Wirtschaft schädlich.“
Denn historische Daten und Datentests seien erforderlich, um wissenschaftlich belastbare Scores zu entwickeln, ihre Qualität zu überprüfen sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Verwendung von Daten sicherzustellen.
„Die Forderung von NOYB stärkt nicht den Verbraucherschutz, sondern würde zentrale Voraussetzungen für faire und treffsichere Bonitätsbewertungen beseitigen. Wir werden die Speicherung historischer Daten vor Gericht verteidigen – auch wenn wir erneut bis vor den Bundesgerichtshof gehen.“
Die Datenschützer aus Wien erhalten Unterstützung von der deutschen NGO AlgorithmWatch. Die Bürgerrechts- und Transparenzorganisation hatte eine Petition gestartet und Betroffenen ein Formular zur Verfügung gestellt, mit dem bereits mehr als 22.000 Menschen gezielt Auskunft über ihre archivierten Daten verlangt haben.
Geschäftsführer Matthias Spielkamp wies die Darstellung der Schufa, die Bürger hätten an diesen Daten ohnehin kein Interesse, scharf zurück: Dass nun zehntausende Menschen Einsicht verlangten und die Schufa mit dreimonatigen Verzögerungen reagiere, zeige, dass sich das Unternehmen „zunehmend in Widersprüche verwickelt“.
Zusammen mit fast 145.000 Unterstützern der Petition verlangt AlgorithmWatch eine vollständige Auskunftserteilung, die endgültige Löschung der „Schattendatenbank“ sowie ein hartes Durchgreifen des Hessischen Datenschutzbeauftragten bis hin zum höchstmöglichen Bußgeld. (dpa/red)
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Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot

Nach der Einführung des Onlinedienste-Verbots für Kinder und Jugendliche in Australien haben junge Menschen in dem Land Angebote wie Instagram und Tiktok zuletzt offenbar wieder verstärkt genutzt.
Bei einigen Anwendungen nähern sich die Nutzungsraten dem Niveau vor dem Verbot im Dezember, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten von Qustodio, einer Kontroll-App für Eltern, zeigten.

Jeder vierte 13- bis 15-Jährige ist weiter bei TikTok

Gut jeder Vierte der 13- bis 15-Jährigen nutzt den Angaben zufolge weiter die Videoplattform TikTok. Das ist nur gut ein Prozentpunkt weniger als vor Inkrafttreten des Verbots.
Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen lag die Nutzungsrate nur 0,06 Prozentpunkte unter dem Niveau vor dem Verbot. Auch Instagram und Snapchat nutzten Kinder und Jugendliche zuletzt wieder vermehrt.
Nach dem Inkrafttreten des Verbots im Dezember waren die Nutzungszahlen zunächst zurückgegangen. Australien war mit seinem Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige weltweiter Vorreiter gewesen.
Seitdem erließen mehrere weitere Länder ähnliche Vorschriften, auch in Deutschland wird über eine solche Regelung diskutiert.

Verbot hat kaum Auswirkungen auf Nutzungsverhalten

Die Nutzungszahlen stiegen womöglich, „weil die Beschränkungen nicht funktionieren“, führte Yasmin London von Qustodio aus. Die Kinder und Jugendlichen könnten die Alterssperre umgehen, indem sie VPN-Dienste nutzten oder ihr Alter falsch angäben.
Laut Qustodio wurden die Daten durch die anonymisierte Analyse der monatlichen Nutzung von Apps durch Kinder und Jugendliche in Australien erhoben. Sie zeigen den Prozentsatz derjenigen, die eine App in einem Monat mindestens einmal länger als fünf Minuten nutzten. Mit der App können Eltern die Nutzung von Angeboten durch ihre Kinder steuern.
Bereits im Juni war eine im Fachmagazin „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Verbot kaum Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten australischer Teenager hatte.
Minderjährige umgehen demnach die per Gesetz erlassenen Beschränkungen, indem sie beispielsweise Fake-Accounts erstellen oder Konten nutzen, die auf ältere Personen registriert sind.

Konzernen drohen Strafen bis 59 Millionen Euro

Bei Verstößen gegen die Regelungen drohen Konzernen in Australien Geldstrafen von bis zu 99 Millionen australische Dollar (59,9 Millionen Euro). Die Aufsichtsbehörde kann die Unternehmen zu Nachweisen darüber verpflichten, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zu verhindern, dass Unter-16-Jährige ein Nutzerkonto eröffnen.
Zur Überprüfung der Angaben kann sie zudem Informationen und Unterlagen anfordern – von den Betreibern selbst, auch von Dritten wie den Anbietern für die Altersüberprüfung oder den App-Store-Betreibern. (afp/red)
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„Königin der Countrymusik“: Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben

Über sich selbst sang Dolly Parton einst selbstironisch, sie sei „nur eine Hinterwäldler-Barbie mit zu viel Make-up und zu viel Haar“.
Doch Parton war weit mehr: In mehr als sechs Jahrzehnten im Musikgeschäft prägte sie entscheidend die Countrymusik, spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit, war als Geschäftsfrau aktiv und engagierte sich für wohltätige Zwecke. Nun ist die „Königin der Countrymusik“ nach Angaben ihrer Familie im Alter von 80 Jahren gestorben.
US-Präsident Donald Trump würdigte sie als große Musikerin und Vorbild für Millionen von Menschen. Sie sei „eine der größten Countrysängerinnen aller Zeiten“ gewesen, schriebt Trump auf Truth Social. Zu ihren Ehren lasse er die US-Flagge ab Dienstagabend (Ortszeit Washington) überall in den Vereinigten Staaten für eine Woche auf halbmast setzen.
Partons Tod sei ein „Verlust für Millionen von Menschen“, schrieb Trump weiter. Er schloss seine Onlinebotschaft mit den Worten: „Ruhe in Frieden, Dolly! Die Welt liebt dich.“

Über 100 Millionen verkaufte Platten

Während ihrer über 60-jährigen Karriere mit knapp 50 Studioalben und mehr als 100 Millionen verkauften Platten stand Parton häufiger an der Spitze der Charts als jede andere Countrymusikerin.
Sie schrieb rund 3000 Songs, darunter zeitlose Country-Klassiker wie „Jolene“ und die Ballade „I Will Always Love You“, die in der Version von Whitney Houston zu einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten wurde.
Der Erfolg war ihr jedoch keineswegs in die Wiege gelegt: Dolly Rebecca Parton wurde am 19. Januar 1946 im ländlichen Sevierville im US-Bundesstaat Tennessee geboren und wuchs als viertes von zwölf Kindern in Armut auf. Bereits im Alter von zehn Jahren schrieb sie erste Songs und gab mit 13 Jahren ihr erstes Konzert.
„Wir waren arm wie Dreck“, erzählte sie immer wieder. Eine Hommage an ihre Kindheit kam mit dem Song „Coat of Many Colors“, in dem sie sich an einen von ihrer Mutter aus vielen Stoffresten genähten Mantel erinnerte. Der Hit wurde dann auch 2015 als Dolly-Biografie verfilmt.

Eine Empfehlung von Johnny Cash

Am Tag nach ihrem Highschool-Abschluss machte sich Parton auf den Weg nach Nashville, der Hauptstadt der Country-Musik. Dort machte sie rasch Karriere und gehörte dank ihrer Teilnahme an einer Fernsehshow mit 21 Jahren bereits zu den bekanntesten Persönlichkeiten der US-Musikszene.
Ein Herr mit Gitarre empfahl ihr, einfach ihrem Herzen zu folgen und Musik zu machen. Es war Johnny Cash. Also sang sie, am liebsten von ihrem Zuhause. Von der „Guten alten Zeit, als es uns schlecht ging“.
Die Welt trauert um die Country-Ikone Dolly Parton. (Archivbild)

Die Welt trauert um die Country-Ikone Dolly Parton. (Archivbild)

Foto: Will Oliver/epa/dpa

Zu Partons Bühnenpersönlichkeit gehörten ihre platinblonden aufgebauschten Haare, starkes Make-up und ihre Sanduhrfigur. „Ich liebe Make-up, ich liebe Kleidung, und ich habe die nötige Persönlichkeit, um das durchzuziehen“, sagte sie in einem Interview. Offen bekannte Parton sich zu ihren Schönheitsoperationen und sagte selbstironisch, es koste „ein Vermögen, so billig auszusehen“.

10 Grammys, Country Music Hall of Fame und die Rock ’n Roll Hall of Fame

Einst wurde Parton im Fernsehen noch abschätzig als „eine der hübschesten, singfreudigsten kleinen Blondinen der Countrymusik“ vorgestellt. Sie selbst spielte mit dem Bild des dummen Blondchens, doch im Lauf ihrer über 60 Jahre umfassenden Karriere trotzte sie der von Männern dominierten Branche, indem sie ihren eigenen Regeln folgte. So behielt sie etwa alle Rechte für die von ihr geschriebenen Songs selbst.
Parton landete mit 26 Songs an der Spitze der Country-Hitparade und wurde mit zehn Grammys und zehn Preisen der Country-Akademie ausgezeichnet, zwei ihrer Songs erhielten Oscar-Nominierungen. Bereits 1999 wurde Parton in die Country Music Hall of Fame aufgenommen, 2022 dann auch in die Rock ’n Roll Hall of Fame. Das renommierte Kulturzentrum Kennedy Center in Washington ehrte sie 2006 für ihr Lebenswerk.

Mit eigenem Freizeitpark, Radiosender und Restaurants

Auch als Unternehmerin war Parton erfolgreich: Ihr eigener Freizeitpark namens Dollywood lockt jährlich Millionen von Besuchern nach Pigeon Forge in Tennessee. Zudem gründete sie einen Radiosender, Produktionsfirmen und Restaurants und schrieb gemeinsam mit dem Autor James Patterson den Bestseller „Run, Rose, Run“.
Parton, seit Jahrzehnten von Menschen unterschiedlichster Herkunft verehrt, machte auch als langjährige Philanthropin Schlagzeilen. Die Entwicklung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna unterstützte sie mit einer Spende über eine Million Dollar (rund 830.000 Euro), ein von ihr betriebenes Leseförderprogramm verteilte weltweit rund 100 Millionen Bücher an bedürftige Kinder. Auch als lautstarke Unterstützerin der LGBTQ-Gemeinschaft war Parton bekannt.
«Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?», hatte Parton einmal gesagt.

„Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?“, hatte Parton einmal gesagt.

Foto: John Russell/AP/dpa

Parton hatte keine Kinder – in einem Interview sagte sie einmal, stattdessen müssten ihre Songs im Alter für sie sorgen. Ihr Ehemann Carl Dean hielt sich stets im Hintergrund abseits des Rampenlichts, bevor er 2025 nach mehr als 58 Jahren Ehe starb.
Der Verlust traf die Musikerin tief, so tief, dass sie monatelang keine Texte mehr schreiben konnte, wie sie öffentlich gestand. „Vielleicht später“, verriet sie in einem NBC-Interview. Dennoch veröffentlichte sie nur wenige Tage nach seinem Tod den Song „If you hadn’t been there“, um an ihren Mann zu erinnern. Darin fragt sie sich, wer und wo sie ohne ihn wäre. „I thank God and you, Oh, for your loving care.“
Zuletzt hatte Parton Zeit gesundheitliche Probleme. Im Herbst stürzte ihre Schwester die Fans in Sorge, als sie sie aufforderte, für die Country-Legende zu beten. „Ich bin noch nicht tot“, verkündete Dolly Parton daraufhin in einem Online-Video.
Dolly Partons Neffe Bryan Seaver würdigte seine Tante in einem Video auf Instagram als große Musikerin und Vorbild für Generationen von Menschen. Sie habe nicht nur für zahlreiche Musikerinnen und Musiker, sondern für „Träumerinnen und Träumer aus allen Lebensbereichen Türen geöffnet“, sagte er. (afp/dpa/red)
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Norwegen will Nutzung von Smart Glasses stärker regulieren

Die norwegische Regierung plant zufolge, die Nutzung sogenannter Smart Glasses und ähnlicher Geräte zu regulieren. Sie erwägt, die Gesichtserkennungs-Funktion für die Spezialbrillen zu verbieten.
Digitalministerin Karianne Tung teilte mit, sie wolle eine Expertengruppe einberufen, die die Regierung darin beraten solle, wie Verbraucher besser vor den neuen Technologien geschützt werden könnten. Sie rief zudem den öffentlichen und den privaten Sektor auf, eigene Richtlinien zu erwägen.

Schnittstellen zu KI – und Datenschutzbedenken

Smart Glasses werden von verschiedenen Herstellern in Kooperation mit Technologiekonzernen wie Meta oder Google angeboten. Sie sind unter anderem mit Kameras ausgestattet und können sich mit dem Internet verbinden.
Nutzern werden zudem Informationen über die Brillengläser angezeigt, die Geräte sollen etwa als Schnittstelle zu Anwendungen Künstlicher Intelligenz dienen. Ihr Einsatz stößt jedoch auf erhebliche Datenschutzbedenken.
Die Organisation HateAid möchte Datenbrillen verbieten lassen, mit denen man heimlich Videoaufnahmen erstellen kann. (Symbolbild)

Die Organisation HateAid möchte Datenbrillen verbieten lassen, mit denen man heimlich Videoaufnahmen erstellen kann. (Symbolbild)

Foto: Christoph Dernbach/dpa

Digitalministerin Tung erklärte weiter, es sei offensichtlich, dass das Privatleben der Menschen „unter Druck der neuen Technologien“ käme. „Ich möchte daher Smart Glasses und ähnliche Geräte strenger als bisher regulieren.“
Das könne bedeuten, dass Funktionen wie die Gesichtserkennung fremder Menschen verboten würden. Es müsse vermieden werden, dass durch die Kombination von KI und Kameras oder Mikrophonen in Alltagsgegenständen Menschen in der Öffentlichkeit überwacht würden.
Der für Digitalpolitik zuständige Leiter des Norwegischen Verbraucherrats, Finn Lützow-Holm Myrstad, begrüßte die Ankündigung der Ministerin. Er rief Händler auf, den Verkauf der Brillen einzustellen, bis rechtliche Klarheit herrsche. „Das Potenzial für Missbrauch ist gewaltig“, sagte Myrstad.

Deutschland: Geräte mit Kameras so nicht erlaubt

In Deutschland hatte die Organisation HateAid Strafanzeige gegen die Facebook-Mutter Meta sowie mehrere Brillenhändler und -hersteller wegen des Verkaufs von Smart Glasses in Deutschland gestellt.
„HateAid hält den Vertrieb der Meta-Smart-Glasses in Deutschland für strafbar“, teilte die Organisation vor knapp zwei Wochen mit. Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz verbiete es, „Geräte auf den Markt zu bringen, die als Alltagsgegenstand getarnt und dazu bestimmt sind, andere unbemerkt zu filmen oder abzuhören“.
Die Bundesnetzagentur hatte vor zwei Jahren gewarnt, dass smarte Geräte mit eingebauten Kameras in Deutschland nicht erlaubt seien, „wenn sie unbemerkt Audio- oder Videoaufnahmen erstellen können und diese an andere Geräte übertragen“.
Das gelte auch für smarte Brillen, „wenn diese keine optischen Warnzeichen oder akustischen Signale abgeben, die auf das Fotografieren oder das Filmen hinweisen“.
Laut dem Digitalbranchenverband Bitkom verfügen aktuelle Modelle „in aller Regel“ über eine LED, die im Aufnahmemodus aufleuchtet und dies für Umstehende erkennbar macht.(afp/red)
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Tornado in Südfrankreich: Ort steht unter Schock

Ein Tornado hat im Südwesten Frankreichs ein Dorf weitgehend verwüstet. Bei dem Unwetter wurden in Pomas 39 Menschen verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.
Etwa 300 der knapp 480 Häuser wurden bei dem Wirbelsturm am Vortag beschädigt: Der Sturm deckte Dächer ab und ließ Gemäuer einstürzen. 39 Menschen wurden verletzt, 17 kamen ins Krankenhaus, zwei erlitten schwere Blessuren.
„Es war wie ein Luftangriff der Natur“, sagte der Bürgermeister Hervé Giné. Um 17:00 Uhr hätten die Kinder im Dorf noch das anstehende Dorffest vorbereitet, eine Stunde später sei das Dorf verwüstet gewesen, „wie im Krieg“, sagte der Bürgermeister. Auf einigen Grundstücken sei kein Stein auf dem anderen geblieben. Es sei ein Wunder, dass es keine Toten gegeben habe.

Diese Videoaufnahme aus Villefloure zeigt einen Tornado, der am 24. August 2026 das Dorf Pomas im Südwesten Frankreichs heimsuchte.

Foto: Cyrille Kaldor /UGC/AFP/AFP v ia Getty Images

An der Dorfschule blieben die Zeiger der Wanduhr auf kurz nach fünf Uhr stehen, dem Zeitpunkt der Ankunft des Tornados am Montagnachmittag. In den Gassen des Ortes lagen am Tag danach zahlreiche Trümmer verstreut. Es waren Dachziegel, entwurzelte Bäume, zerstörte Autos zu sehen. Die Häuser, die ihr Dach verloren hatten, waren bereits mit Plastikplanen abgedeckt.
Feuerwehrleute waren im Einsatz, um einsturzgefährdete Häuser zu sichern. Die Polizei sperrte die Zugangsstraßen zu dem Dorf, in dem etwa 1.000 Menschen leben.  Der Ort steht unter Schock. „Man könnte meinen, wir wurden bombardiert“, sagt Anwohner Bruno im Sender BFMTV.„Alles muss neu gemacht werden, alles ist kaputt.“

„Es war Chaos“

Marie-Hélène Bouissac von der Präfektur Aude spricht von „einem außergewöhnlichen und für alle Anwohner sehr traumatisierenden Ereignis“. Am späten Montagnachmittag hatte der Tornado die Gemeinde getroffen. „Das ist so schnell gekommen, wir konnten nichts tun“, erzählt Anwohnerin Amandine dem Sender BFMTV.
Sie habe Gegenstände herumfliegen sehen und sich in Sicherheit gebracht. Der heftigste Teil des Unwetters habe nur wenige Minuten gedauert. „Ich bin wieder raus gegangen. Es war Chaos“, sagt die Frau unter Tränen.

Beschädigte Hausdächer in Pomas nach dem Tornado vom 24. August 2026. In dem Ort im Département Aude wurden mehrere Dächer abgedeckt.

Foto: Idriss Bigou-Gilles / AFP via Getty Images

„Es gibt keine Ziegel mehr, keine Dächer. Die Häuser, die ein Obergeschoss hatten, haben es verloren“, schildert Anwohner Fabien dem Sender „France Info“. „Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen beschreiben soll, so schwer ist es, das zu glauben.“
Ein weiterer Bewohner, dessen Haus schwer beschädigt wurde, sagt der Zeitung „Le Parisien“, es gehe auch nicht nur um die materiellen Schäden. Ein anderer Mann brüllt dem Blatt zufolge unter Tränen: „20 Jahre lang habe ich mir den Rücken krumm gemacht und ich habe kein Dach mehr. Ich habe kein Dach mehr.“

Ein zerstörtes Auto in Pomas nach dem Tornado vom 24. August 2026. Nach Angaben der Präfektur wurden 39 Menschen verletzt und rund 300 Häuser beschädigt.

Foto: Idriss Bigou-Gilles / AFP via Getty Images

7.200 Haushalte ohne Strom

„Es bricht mir das Herz, das zu sehen. Ich habe meine ganze Kindheit hier verbracht“, sagt Djibril Yazid, ein junger Mann aus dem Ort. Eine schwangere Frau war verletzt worden, als ihr Haus über ihr zusammenbrach, wie ihr Ehemann berichtete. Sie habe überlebt, weil sie durch ein Sofa geschützt gewesen sei. Ein junges Paar, das kurz vor der Hochzeit stand, suchte in den Trümmern seines Hauses nach den Eheringen.
Zahlreiche Bewohner des Dorfes, etwa 100 Kilometer südöstlich von Toulouse, hatten Schutz in Notunterkünften oder in benachbarten Gemeinden gesucht. In der südwestfranzösischen Region Languedoc-Roussillon waren am Montagvormittag 7.200 Haushalte ohne Strom.

Ein Tornado von seltener Intensität verwüstete am 25. August 2026 ein Dorf in Südfrankreich, verursachte weitreichende Zerstörungen und versetzte die Bewohner in Schock. Der Bürgermeister beschrieb die Folgen als „wie im Krieg“.

Foto: Idriss Bigou-Gilles/AFP via Getty images

Einsatzkräfte untersuchen Häuser

Wie stark die Schäden in Pomas insgesamt sind, ist bisher nicht klar. Einsatzkräfte sind vor Ort und nehmen die Häuser in Augenschein. Auch die Gebäude, die auf den ersten Blick nicht betroffen scheinen, untersuchen sie.
Bis man Gewissheit habe, habe man die Bewohner gebeten, ihre Häuser zu verlassen, sagt Bouissac. 1.400 Häuser in der Gegend sind nach dem Unwetter noch immer vom Strom abgeschnitten.
Wegen eines Hagelsturms war am Montag die dritte Etappe des Radrennens Vuelta a España abgebrochen worden, die durch das südostfranzösische Département Aude führte. Unwetter in ganz Südfrankreich führten zu Zugverspätungen, Straßensperrungen und Flugausfällen an mehreren Flughäfen. (dpa/afp/red)
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Gericht in China verurteilt regierungskritischen Künstler Gao Zhen zu drei Jahren Haft

Ein Gericht in China hat den regierungskritischen Künstler Gao Zhen wegen „Beleidigung von Helden und Märtyrern“ zu drei Jahren Haft verurteilt.
Die Richter in Sanhe in der nordchinesischen Provinz Hebei hätten damit die Höchststrafe gegen den 70-Jährigen verhängt, erklärte die Organisation „Chinese Human Rights Defenders“ (CHRD) am Dienstag, den 25. August. Gao hatte sich unter anderem kritisch mit Staatsgründer Mao Zedong auseinandergesetzt.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Die „Verhängung der Höchststrafe für dieses Delikt“ durch das Gericht in Sanhe verdeutliche „die Entschlossenheit der Behörden, andere von unabhängiger Kunstausübung abzuschrecken“, erklärte die China-Expertin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Sarah Brooks.
„Kein Künstler sollte strafrechtlich belangt werden, weil er Werke schafft, die offizielle Narrative hinterfragen oder zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen“, fügte sie hinzu.

Kritische Werke über Mao

Gao Zhen und sein Bruder Gao Qiang waren Anfang der 2000er Jahre mit Kunstwerken bekannt geworden, die sich kritisch mit Mao, der Kulturrevolution und den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens auseinandersetzten.
Die Skulptur „Maos Schuld“ etwa zeigte den Staatsgründer in kniender Haltung auf dem Boden.
Gao war 2022 in die USA gezogen und 2024 bei einem Besuch in China festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Haft. (afp/red)
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Mutmaßliche Sabotage legt Bahnverkehr bei Backnang lahm

Der Betonschacht unter der Brücke ist nur schwer zu erreichen. Eine steile Böschung führt hinab in ein abgelegenes Gelände am Stadtrand von Backnang. Die Kabel verlaufen unter der Brücke hindurch über wenige Meter entlang der Bahnstrecke.
Dort sollen Unbekannte mehrere Kabel durchtrennt und damit den Zugverkehr sowie die Internet- und Telefonversorgung in Teilen der Stadt beeinträchtigt haben.
Die Polizei geht von einer mutwilligen Tat aus. Deshalb ermittelt die Fachinspektion Staatsschutz wegen des Verdachts der Sabotage. An dem Schacht seien vermutlich Werkzeugspuren gesichert worden, sagte ein Polizeisprecher in Aalen.
Zudem sei nach DNA-Spuren gesucht worden. Wer hinter der Tat steckt und welches Motiv die Unbekannten gehabt haben könnten, war zunächst offen.

Bahn: Es gab dort keine Bauarbeiten

Einen Unfall bei Bauarbeiten hält die Polizei als Ursache für den Schaden an der Strecke nordöstlich von Stuttgart für eher unwahrscheinlich. „Der erste Anschein hat nicht nach einem Bagger ausgesehen, dem das aus Versehen passiert ist“, sagte der Polizeisprecher.
„Sondern es schaut aus, als habe das jemand mutwillig durchschnitten.“ Nach Angaben einer Bahn-Sprecherin gab es auf dem betroffenen Streckenabschnitt auch keine Bauarbeiten.
Diese wurde nach ihren Angaben am Sonntag durch eine Fehlermeldung auf den Schaden aufmerksam. Die beschädigten Kabel verursachten eine sogenannte Rotausleuchtung. Dieses Signal zeigt an, dass ein Gleisabschnitt oder eine Weiche von einem Zug besetzt oder blockiert ist – auch wenn tatsächlich kein Zug dort steht.

Beschädigte Kabel verursachten eine Rotausleuchtung: Das Signal zeigt einen belegten oder blockierten Gleisabschnitt an, obwohl dort kein Zug steht. (Symbolbild)

Foto: Ralph Orlowski/Getty Images

Reparatur in der Nacht

Der Schaden hatte nach Polizeiangaben zu Datenausfällen und Einschränkungen im Zugverkehr geführt. Auch die Internet- und Telefonversorgung in der rund 38.000 Einwohner zählenden Stadt Backnang war beeinträchtigt. Wie viele Züge betroffen waren und wie lange die Störungen insgesamt dauerten, war zunächst nicht bekannt.
Für die Reparatur der Kabel wurde die Strecke in der Nacht von Sonntag auf Montag vorübergehend gesperrt. Zwischen etwa Mitternacht und 3.30 Uhr konnten die Arbeiten an dem Betonschacht erledigt werden, teilte die Bahn mit. Nach ihren Angaben ist die Strecke inzwischen wieder frei, die Züge fahren an der betroffenen Stelle weitgehend pünktlich vorbei.

Polizei bittet um Hinweise

Die Ermittler suchen nun Menschen, die rund um die Bahnstrecke verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Dabei geht es insbesondere um Personen oder Fahrzeuge auf den Feld- und Wanderwegen in der Nähe des Betonschachts. Auch Hinweise auf mögliche Arbeiter, die durch mitgeführtes Werkzeug aufgefallen sein könnten, könnten für die Polizei wichtig sein. (dpa/red)
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Warnung vor AfD-Regierung: Bildschirm bei MDR-Sendung in Sachsen-Anhalt schwarz

Als Warnung vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) eine Nachrichtensendung vorübergehend mit einem schwarzen Bildschirm unterbrochen.
„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren“, war am Montagabend während der Sendung
„MDR Sachsen-Anhalt heute“ auf schwarzem Hintergrund zu lesen und von einer Stimme im Off zu hören.

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AfD liegt in Umfragen vorn

Hintergrund der Aktion ist die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag kommender Woche. Die AfD liegt in den Umfragen derzeit weit vor der regierenden CDU.
Im Fall einer Regierungsübernahme will die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD unter anderem als erste Amtshandlung die Rundfunkstaatsverträge kündigen, die Grundlage für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind.

MDR-Angebote könnten 2029 wegfallen

Dafür gelten Kündigungsfristen von zwei Jahren. Würde die Kündigung Ende 2028 wirksam, müsste zum 1. Januar 2029 die MDR-Fernsehsendung „Sachsen-Anhalt heute“ eingestellt werden. Auch das Radioprogramm des MDR in Sachsen-Anhalt und die Onlineberichterstattung durch den Sender müssten dann gestoppt werden.
Der MDR machte am Montag demnach auch an anderer Stelle mit kurzen Sendepausen und geschwärzten Bildern auf seiner Webseite darauf aufmerksam. MDR-Intendant Ralf Ludwig begründete dies damit, dass vielen Menschen in Sachsen-Anhalt die Konsequenzen einer Kündigung des Staatsvertrages nicht bewusst seien.

MDR sieht Auftrag gefährdet

Eine Kündigung würde „konkret bedeuten, dass es die Angebote des MDR für Sachsen-Anhalt, aus Sachsen-Anhalt heraus, dann ab 2029 nicht mehr geben würde, weil wir dann schlichtweg keinen Auftrag mehr haben“, sagte Ludwig in der Sendung am Montagabend.
Der MDR ist eine Drei-Länder-Anstalt von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ohne Sachsen-Anhalt würde aus dem MDR eine Zwei-Länder-Anstalt – laut Ludwig dann aber nur mit „einem deutlich eingeschränkten Angebot, weil die Finanzierung aus Sachsen-Anhalt fehlt“.  (afp/red)
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Merz: Legen in Kürze Erkenntnisse zu Sprengstoff-Drohne vor

Kanzler Friedrich Merz hat angekündigt, dass sich die Bundesregierung demnächst zu Erkenntnissen über die Urheber des Vorfalls mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle am 4. August äußern will.
Bei der Klausur des schwarz-roten Kabinetts auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg werde es nicht um die Zuordnung des Angriffs gehen, sagte der CDU-Chef zum Auftakt des zweitägigen Treffens östlich von Berlin zwar. Er ergänzte aber, daran arbeite man mit den Sicherheitsbehörden intensiv und fügte hinzu: „Wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern.“

Kanzler: „Deutschland bleibt ein sicheres Land“

Unter anderem der Drohnenangriff in Leipzig zeige, dass Deutschland „ganz handfest bedroht“ sei, sagte Merz. „Wir haben Probleme, die zum Teil von außen kommen und die wir nicht ignorieren dürfen“, wozu nicht zuletzt das Thema Sicherheit gehöre.
„Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt.“ Der Kanzler sagte: „Angreifer nehmen zunehmend skrupellos auch schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf.“
Der Vorfall von Leipzig zeigt nach Ansicht von Merz, dass es richtig gewesen sei, dass die Bundesregierung vieles auf den Weg gebracht habe, um das Land und seine Bevölkerung gegen hybride Angriffe besser zu schützen.
„Deutschland bleibt ein sicheres Land“, betonte der Kanzler. Die Bundesregierung stärke deshalb den Schutz, zuletzt durch die Einrichtung des Drohnenzentrums in Magdeburg.
Die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. (Archivbild)

Die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. (Archivbild)

Foto: Jan Woitas/dpa

Merz: Urheber hybrider Angriffe werden bezahlen

Deutschland schrecke außerdem ab, indem die Bundesregierung Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auferlege, sagte Merz. „Sie werden dafür bezahlen“, kündigte er an. Dies sei wichtiges Ziel des im August vom Kabinett beschlossenen Gesetzespaketes zu den Nachrichtendiensten.
Zudem halte die Bundesregierung Kurs und setze die Unterstützung der Ukraine in deren Abwehr des Angriffskriegs Russland „mit langem Atem fort“, um Friedensgespräche zu erzwingen.
Die Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle war am Abend des 4. Augusts im Sicherheitsbereich zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden.
Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte später: „Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines größeren Gebildes, mit dem wir es zu tun haben.“ Es besteht zwar die Vermutung, dass Russland dahintersteckt, geklärt ist die Urheberschaft aber nicht. (dpa/red)
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Tornado in Südfrankreich: Pomas steht unter Schock

Nachdem ein Tornado eine südfranzösische Gemeinde verwüstet hat, steht der Ort unter Schock. „Man könnte meinen, wir wurden bombardiert“, sagt Anwohner Bruno im Sender BFMTV.
„Alles muss neu gemacht werden, alles ist kaputt.“ 300 Häuser der Ortschaft Pomas in den Ausläufern der Pyrenäen wurden von dem Unwetter beschädigt. 39 Menschen wurden verletzt, 17 kamen ins Krankenhaus, 2 erlitten schwere Blessuren.

„Es war Chaos“

Marie-Hélène Bouissac von der Präfektur Aude spricht von „einem außergewöhnlichen und für alle Anwohner sehr traumatisierenden Ereignis“. Am späten Montagnachmittag hatte der Tornado die Gemeinde getroffen. „Das ist so schnell gekommen, wir konnten nichts tun“, erzählt Anwohnerin Amandine dem Sender BFMTV.
Sie habe Gegenstände herumfliegen sehen und sich in Sicherheit gebracht. Der heftigste Teil des Unwetters habe nur wenige Minuten gedauert. „Ich bin wieder raus gegangen. Es war Chaos“, sagt die Frau unter Tränen.

Beschädigte Hausdächer in Pomas nach dem Tornado vom 24. August 2026. In dem Ort im Département Aude wurden mehrere Dächer abgedeckt.

Foto: Idriss Bigou-Gilles / AFP via Getty Images

„Es gibt keine Ziegel mehr, keine Dächer. Die Häuser, die ein Obergeschoss hatten, haben es verloren“, schildert Anwohner Fabien dem Sender France Info. „Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen beschreiben soll, so schwer ist es, das zu glauben.“
Ein weiterer Bewohner, dessen Haus schwer beschädigt wurde, sagt der Zeitung „Le Parisien“, es gehe auch nicht nur um die materiellen Schäden. Ein anderer Mann brüllt dem Blatt zufolge unter Tränen: „20 Jahre lang habe ich mir den Rücken krumm gemacht und ich habe kein Dach mehr. Ich habe kein Dach mehr.“

Ein zerstörtes Auto in Pomas nach dem Tornado vom 24. August 2026. Nach Angaben der Präfektur wurden 39 Menschen verletzt und rund 300 Häuser beschädigt.

Foto: Idriss Bigou-Gilles / AFP via Getty Images

Einsatzkräfte untersuchen Häuser

Wie stark die Schäden in Pomas insgesamt sind, ist bisher nicht klar. Einsatzkräfte sind noch immer vor Ort und nehmen die Häuser in Augenschein. Auch die Gebäude, die auf den ersten Blick nicht betroffen scheinen, untersuchen sie.
Bis man Gewissheit habe, habe man die Bewohner gebeten, ihre Häuser zu verlassen, sagt Bouissac. 1.400 Häuser in der Gegend sind nach dem Unwetter noch immer vom Strom abgeschnitten. Auch im Flugverkehr, auf der Straße und bei Zügen kam es wegen des Unwetters am Vortag zu Einschränkungen. (dpa/red)
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Merz will Lehren aus dem Hitzesommer ziehen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich vor Beginn der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg zur Notwendigkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung bekannt.
„Wir müssen den Klimawandel weiter eindämmen und zugleich unser Land besser an die Folgen des Klimawandels anpassen“, sagte Merz in seinem Auftaktstatement am Dienstag. Darüber solle am Mittwoch im Kabinett beraten werden.

Lehren aus dem Hitzesommer

Es gehe darum, „vor allem die langfristigen Lehren aus Extremsituationen wie diesem Hitzesommer zu ziehen“, sagte der Kanzler. „Denn Trockenheit, Hitze, Waldbrände und Ernteausfälle führen uns vor Augen, dass konkreter Handlungsbedarf besteht.“ Er verwies auf damit verbundene „große Schäden“.
„Gesundheit, Krankenhäuser, Altenheime, die Landwirtschaft, es gibt kaum einen Lebensbereich, der nicht betroffen ist“, sagte Merz mit Blick auf Hitze und Dürre sowie deren Folgen.
Er verwies dabei auf seinen Besuch im Waldbrandgebiet bei der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Wochenende, wo er sich ein Bild von der Lage gemacht habe.
Im Kabinett solle es an diesem Mittwoch zunächst darum gehen, dass die einzelnen Ressorts über ihre Einschätzungen dazu berichten und die Regierung daraus gemeinsam Schlussfolgerungen ziehe. Dies solle dann in weiteren Kabinettssitzungen in konkrete Entscheidungen umgesetzt werden, kündigte der Kanzler an.

Kritik an Klimapolitik der Regierung

Merz war wiederholt vorgeworfen worden, sich nicht hinreichend mit dem Klimawandel und dessen Folgen zu befassen. Zudem werfen Umweltverbände, Grüne und Linkspartei der Regierung vor, vielmehr Klimaschutz-Regeln in unterschiedlichen Bereichen aufzuweichen und abzuschwächen.
Bei seinem Besuch in Hürtgenwald war der Kanzler mit einem Pfeifkonzert empfangen worden. Forderungen, Klima- und Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern, lehnen CDU und CSU bislang ab. (afp/red)
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Girocard mit Rekordzahlen – kontaktlos boomt

Die Girocard zum bargeldlosen Bezahlen an Deutschlands Ladenkassen hat im ersten Halbjahr Rekordzahlen erzielt. Rund 4,21 Milliarden Mal nutzten Verbraucher die Karte wie Euro Kartensysteme mitteilte. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent übertroffen. Im Gesamtjahr 2025 waren 8,3 Milliarden Girocard-Transaktionen gezählt worden.
Vor allem das kontaktlose Bezahlen boomt, viele Nutzer haben die Girocard zusätzlich in ihre digitalen Geldbörsen im Smartphone integriert. Im Juni wurden 92 Prozent aller Bezahlvorgänge mit der Girocard im Vorbeigehen erledigt.
Die Daten zur Abwicklung der Bezahlung werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn Kunden Karte beziehungsweise Smartphone oder Smartwatch nah an das Gerät halten. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

Auch Kleinstbeträge werden zunehmend mit Karte bezahlt

Inzwischen gibt es fast 1,4 Millionen Bezahlterminals im Einzelhandel in Deutschland und die Girocard kommt zunehmend auch bei kleineren Beträgen zum Einsatz: in der Bäckerei, am Kiosk, am Automaten.
Seit Jahren sinkt daher der Durchschnittsbetrag, der mit der Girocard beglichen wird. Im ersten Halbjahr 2026 ging es weiter nach unten auf 36,12 Euro.
Die gesamten Umsätze mit der Girocard summierten sich nach Angaben der Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme in den ersten sechs Monaten auf 151,9 Milliarden Euro nach 150,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

Girocard bekommt neue Funktionen

In Deutschland sind etwa 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte, die oft noch „EC-Karte“ genannt wird, ist beim Bezahlen ohne Schein und Münze hierzulande das am meisten genutzte Zahlungsmittel.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten sollen die Girocard noch attraktiver machen, wie Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung Girocard bei Euro Kartensysteme, im Juni der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt sagte.
Voraussichtlich ab Frühjahr 2027 werden demnach sogenannte In-App-Zahlungen möglich sein, also die Nutzung der Girocard zum Bezahlen direkt in den Apps von Händlern. Zudem ist für nächstes Jahr geplant, dass die Girocard anstelle einer Kreditkarte genutzt werden kann, um einen Mietwagen zu buchen oder ein Hotelzimmer zu reservieren. (dpa/red)
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AOK-Chefin fordert schnellen Kurswechsel bei der Pflegefinanzierung

Die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann hat sich für einen Finanzausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung ausgesprochen. Die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen sei in der privaten Pflegeversicherung deutlich geringer als in der gesetzlichen Pflegeversicherung, sagte Reimann der Funke-Mediengruppe.
„Das drohende Loch umfasst also über ein Zehntel des gesamten Ausgabenvolumens der sozialen Pflegeversicherung von 70 Milliarden Euro pro Jahr und erscheint somit noch dramatischer als das Finanzproblem der GKV“, sagte Reimann. Das für dieses Jahr vom Bund bereitgestellte Darlehen von 3,2 Milliarden Euro werde voraussichtlich nicht ausreichen. „Wir gehen davon aus, dass das Darlehen nicht bis zum Ende des Jahres reicht.“

Milliarden-Defizit erwartet

Für 2027 zeichne sich in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Defizit von rund acht Milliarden Euro ab, sagte Reimann. Wenn die Finanzierung nicht schnell stabilisiert werde, werde es zu weiteren Beitragssatzanhebungen kommen – „es sei denn, man trifft andere Maßnahmen oder stellt zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt bereit“.
Reimann sprach sich dafür aus, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Pflegeversicherung aus Steuermitteln zu finanzieren. Dazu zählt sie auch die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.

Kritik an möglichen Kürzungen

Die AOK-Chefin begrüßte die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), die geplanten Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige nicht mitzutragen.
„Es ist ein gutes Signal, dass sich der neue Minister bei diesem Thema gleich so klar positioniert hat“, sagte Reimann.
5,7 Millionen Menschen seien pflegebedürftig, 86 Prozent würden zu Hause gepflegt, „zu großen Teilen von Angehörigen“. Gerade dort die Rentenversicherungsbeiträge zu reduzieren, sei „der komplett falsche Weg“.

Große Pflegereform geplant

Die Bundesregierung plant eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hatte die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften.
Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Linnemann trotz starken Gegenwinds das Vorhaben zu Ende bringen. (afp/dts/dpa/red)
 
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Studie: Junge Menschen zweifeln zunehmend an ihren Aufstiegschancen

Jugendliche und junge Erwachsene sehen die eigenen Aufstiegschancen immer pessimistischer.
Wie der Jugendfinanzmonitor 2026 der Wirtschaftsauskunftei Schufa Holding ergab, über den die „Frankfurter Rundschau“ von Ippen Media berichtet, glauben nur noch 40 Prozent der 16- bis 25-Jährigen in Deutschland, künftig einen gleich hohen oder gar höheren Lebensstandard erreichen zu können als die Generation vor ihnen. 2018 waren es noch 72 Prozent in dieser Altersgruppe.
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Schufa im Juni und Juli 1.010 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren.

Auch berufliche Perspektiven skeptisch gesehen

Die junge Generation ist den Ergebnissen zufolge auch mit Blick auf ihre beruflichen Perspektiven pessimistisch: Nur 52 Prozent glauben, auch in Zukunft wie frühere Generationen die Chance auf eine gute und sichere Beschäftigung zu haben. 2018 lag dieser Wert noch bei 71 Prozent.

Eigene finanzielle Lage überwiegend positiv

Die aktuelle eigene finanzielle Situation bewertet die junge Generation laut Schufa-Monitor hingegen überwiegend positiv. 68 Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden oder sehr zufrieden, 82 Prozent kommen nach eigener Einschätzung gut oder sehr gut mit ihrem Geld aus.
39 Prozent der 16- bis 17-Jährigen haben weniger als 100 Euro im Monat zur Verfügung. Erwerbstätige junge Menschen verfügen laut der Befragung im Durchschnitt über 1.332 Euro.

Wunsch nach mehr Finanzbildung

Das Thema Geld wird im Schulunterricht derweil präsenter, wie die Befragung zeigt. Fast die Hälfte der 16- bis 17-Jährigen (46 Prozent) hat bereits mit Finanzthemen im Unterricht zu tun gehabt – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Bei den 18- bis 21-Jährigen kennen 29 Prozent Finanzthemen aus dem Schulunterricht, bei den 22- bis 25-Jährigen sind es 28 Prozent.
92 Prozent der jungen Generation zwischen 16 und 25 Jahren wünschen sich, dass Themen rund um Finanzen und wirtschaftliche Zusammenhänge ausführlich in der Schule vermittelt werden.
„Finanzkompetenz ist ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe. Dass immer mehr jungen Menschen Finanzthemen bereits im Unterricht begegnen, ist eine wichtige und ermutigende Entwicklung“, sagte Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der Schufa, der „Frankfurter Rundschau“.

Deutschland hinkt international hinterher

An den Lehrplänen habe sich in den vergangenen Jahren aber kaum etwas geändert, sagte Carmela Aprea, Wirtschaftspädagogin und Mitglied des Schufa-Verbraucherbeirats: „Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die Bedeutung der finanziellen Bildung größer geworden, auch im Bewusstsein von Lehrkräften, die vorhandene Freiräume der Lehrpläne nutzen.“
Deutschland hinkt beim Thema im internationalen Vergleich hinterher. 2023 hatten Finanzministerium und Bildungsministerium den Startschuss für eine entsprechende Bildungsinitiative gegeben – als letztes der G20-Länder.
Umgesetzt sind die Planungen für eine nationale Finanzbildungsstrategie allerdings bislang nicht. (dts/red)
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Australien: KI-Songs werden aus Musikcharts verbannt

Von Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Musik hat künftig keinen Platz mehr in den australischen Charts. Die neuen Richtlinien sollen „den menschlichen Ursprung des künstlerischen Schaffens“ schützen, wie die Australian Recording Industry Association (Aria) am Dienstag mitteilte. Nach Angaben des Branchenverbands treten die Änderungen am Freitag in Kraft.

KI-Einsatz bleibt erlaubt

Demnach müssen die in den Charts gelisteten Lieder „im Wesentlichen von Menschen geschaffen“ worden sein. Der Einsatz von KI ist zwar nicht verboten. Vollständig von KI erschaffene Musik wird künftig aber nicht mehr in die Aria-Charts aufgenommen.
Im Juli hatte eine Cover-Version von Madonnas „Like a Prayer“ die Spitze der australischen Charts erobert. Später kam heraus, dass der Gesang und das Schlagzeug von KI generiert wurden.

Neues Kennzeichnungssystem

Mehrere Branchenverbände hatten im Juli ein System zur Kennzeichnung von Musik vorgestellt, die ganz oder teilweise mit Künstlicher Intelligenz erschaffen wurde. Das freiwillige Kennzeichnungssystem ist für eine weltweite Einführung konzipiert und soll auch bei Streamingdiensten zum Einsatz kommen.

Streamingdienste reagieren

Der Streamingdienst Deezer hat bereits eine Kennzeichnung für KI-generierte Musik eingeführt. Nach Angaben von Deezer wird Künstliche Intelligenz bereits in fast jedem zweiten auf der Plattform neu veröffentlichten Song eingesetzt.
Spotify kündigte kürzlich an, ab Mitte September KI-generierte Profile als „AI Persona“ zu kennzeichnen. (afp/red)
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Der blinde Fleck der Technologie: Trauen wir noch unseren eigenen Augen?

Vor ein paar Tagen fuhr ich etwa 3 Kilometer von der Ranch weg, um mich mit einem Amazon-Zusteller zu treffen. Er hatte ein Paket für mich. Mein Name stand auf dem Karton. Es lag direkt dort in seinem Lieferwagen, aber er durfte es mir nicht aushändigen. Er erklärte mir, dass er es erst scannen dürfe, wenn er genau an der Stelle angekommen sei, an der der Pin auf seinem Bildschirm angezeigt würde.
Ich schlug ihm vor, einen Blick auf meinen Führerschein zu werfen. Mein Name stimmte mit dem auf dem Paket überein. Ich stand auf meinem eigenen Grundstück. Ich war gern bereit, meine Identität nachzuweisen.
Er entschuldigte sich, sagte aber, dass er das leider nicht machen könne.
Also fuhren wir hintereinander zur Ranch zurück. Ich fuhr voraus und er folgte dem blauen Punkt.
Als wir den Ort schließlich erreichten, befand sich der Markierungspunkt nicht einmal bei meinem Haus. Er war beim Restaurant erschienen. Das Paket war an meine Privatadresse adressiert, aber auf der Karte war offenbar eine andere Adresse angegeben. Am Ende telefonierten wir mit dem Kundenservice und versuchten, dem Mitarbeiter zu erklären, wo ich tatsächlich wohne.
Vor fünf Jahren hätte mir derselbe Fahrer das Paket einfach an der Einfahrt übergeben und seinen Arbeitstag fortsetzen können.

Gefangen im Techsystem?

Ich erzähle diese Geschichte nicht, weil ich glaube, der Fahrer hätte etwas falsch gemacht. Er tat genau das, was das System von ihm verlangte. Was mich jedoch verblüffte, war, dass ein Punkt auf einem Bildschirm vertrauenswürdiger geworden war als eine Frau, die vor ihm stand – auf ihrem eigenen Grundstück – und einen Ausweis in der Hand hielt, auf dem derselbe Name stand wie auf dem Paket.
Die Technologie, die uns eigentlich helfen sollte, einander zu finden, hatte uns nun voneinander getrennt.
Ein Freund von mir in New York erzählte mir kürzlich von einem Kollegen, der mit dem Auto voll in ein Haus gefahren war. Zu seiner Verteidigung sagte er, das Navi habe die Kurve in der Straße nicht angezeigt und es habe keine Schilder gegeben, die ihn davor gewarnt hätten.
Ich musste immer wieder daran denken.
Seit wann erwarten wir nicht mehr, dass Autofahrer tatsächlich fahren? Dass sie durch die Windschutzscheibe schauen, statt davon auszugehen, dass die Karte bereits alles für sie gesehen hat?
Auf unserer Ranch gibt es eine ähnliche Situation. Unser Grundstück hat mehrere Eingänge, aber nur einer ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir haben aus allen Richtungen mehr als 15 Schilder aufgestellt: mit Pfeilen, mit Firmennamen, mit der Aufschrift „Hofladen in Sicht“, „Restaurant kommt gleich“ oder „Sie sind fast da“.
Dennoch fährt fast jede Woche jemand selbstbewusst auf ein verschlossenes Tor einer benachbarten Ranch zu, weil das Handy ihm anzeigt, dass er angekommen ist. Er kann sehen, dass das Tor geschlossen ist. Er kann Schilder sehen, die in eine andere Richtung weisen. Und doch sitzt er da und wartet darauf, dass das Handy seine Meinung ändert.
Wir haben aber auch noch ein ganz anderes Problem. Eine der Karten-Apps leitet die Leute nicht nur zum falschen Tor, sondern sogar zu einem völlig anderen Haus, das fast 6 Kilometer entfernt ist.
Der Hausbesitzer ist verständlicherweise frustriert. Er hat mich wütend angerufen und die Polizei verständigt. Ich habe mich ihm gegenüber unzählige Male entschuldigt. Ich habe dem Unternehmen eine E-Mail geschrieben, mich an den Kundenservice gewandt und Stunden in Onlinechats damit verbracht, zu erklären, dass die Karte falsch ist. Aber ich habe keinen Einfluss auf die Karte. Ich kann den Pin nicht einfach verschieben. Ich bin genauso auf die Technologie angewiesen wie alle anderen auch.

Verschiedene Realitäten

So etwas ist mir auch schon in einem anderen Zusammenhang passiert.
Als ich das Angebot meiner kalifornischen Restaurants von veganer Küche auf tierische Produkte aus regenerativer und lokaler Erzeugung – Fleisch, Eier und Milchprodukte – umstellte, wurden diese auf Google und Yelp aufgrund koordinierter Onlinekampagnen wiederholt als „endgültig geschlossen“ gekennzeichnet.
Die Restaurants waren jedoch nicht geschlossen. Sie waren voller Gäste. Jedes Mal, wenn das geschah, verbrachte ich Tage damit, die Einträge zu korrigieren. Irgendwann wurden sie zwar wiederhergestellt, aber der Schaden war bereits angerichtet. Wenn das Smartphone anzeigt, dass ein Restaurant dauerhaft geschlossen ist, fahren die meisten Menschen nicht extra hin, um zu überprüfen, ob das stimmt. Sie glauben einfach, was auf dem Bildschirm steht.
Die digitale Version der Realität war mächtiger geworden als die Realität selbst.
Ich sage das nicht, weil ich Technologie für schlecht halte. Ich nutze Satellitennavigation (GPS) fast jeden Tag. Auf einer großen Ranch, auf der Gäste, Auftragnehmer, Lieferfahrer und Besucher kommen und gehen, ist sie unglaublich nützlich.
Aber langsam frage ich mich, was passiert, wenn ein Werkzeug mehr als nur ein Werkzeug wird.

Als man noch nach Straßenkarten fuhr …

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als es noch kein GPS gab. Wer damals in Los Angeles mit dem Auto unterwegs war, hatte höchstwahrscheinlich irgendwo im Auto einen Straßenführer dabei. Ich jedenfalls hatte einen. Man lernte die Stadt kennen – eine falsche Abzweigung, ein Orientierungspunkt und eine Karte nach der anderen aus diesem Atlas. Irgendwann brauchte man ihn nicht mehr so oft, weil sich die Karte aus dem Buch in den Kopf eingeprägt hatte.
Mein Mann ist zwölf Jahre jünger als ich und hat erst nach mir das Autofahren gelernt. Eines Tages erwähnte ich, dass auf den meisten Straßen die geraden Hausnummern auf der einen Seite und die ungeraden auf der anderen Straßenseite liegen. Wenn man die gesuchte Adresse kennt, weiß man also bereits, auf welche Straßenseite man achten muss. Er sah mich an und gab zu, dass er noch nie darüber nachgedacht hatte. Da wurde mir klar, warum. Wenn man schon immer mit GPS gefahren ist, warum sollte man es dann selbst können? Das Handy weiß es ja, also gab es nie einen Grund, es selbst zu lernen.

Die analoge Navigation funktionierte noch mit Landkarte und Kompass.

Foto: betterinall/iStock

Über Fähigkeiten und Eigenverantwortung

Das ist der stille Preis einer Technologie, die wirklich gut funktioniert. Nicht, dass sie uns im Stich lässt, sondern dass sie so erfolgreich ist, dass wir aufhören, die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie still und leise ersetzt.
Es gibt bereits Augmented-Reality-Brillen, die versprechen, digitale Informationen direkt vor unsere Augen zu projizieren. Die Navigation wird dann nicht mehr nur auf dem Armaturenbrett oder in unseren Händen stattfinden, sondern in die reale Welt eingeblendet werden.
Ich weiß nicht genau, wohin das alles führen wird. Vielleicht werden einige dieser Technologien unser Leben verbessern, vielleicht auch nicht. Aber eines ist klar: Wir müssen präsent bleiben und die Kontrolle behalten.
Wir müssen das Auto immer noch selbst fahren. Wir müssen immer noch die Schilder lesen. Und wir müssen immer noch merken, wenn etwas keinen Sinn ergibt. Wir müssen immer noch einem anderen Menschen in die Augen schauen und entscheiden, ob das, was wir vor uns sehen, vertrauenswürdiger ist als das, was uns ein Bildschirm sagt.
Auf einer Ranch kann etwas schiefgehen, wenn man nicht aufpasst. Ein Zaun bricht zusammen. Ein Kalb wird krank. Das Wasser fließt nicht mehr. Verantwortungsbewusstes Handeln beginnt damit, das wahrzunehmen, was direkt vor einem liegt. Und ich glaube nicht, dass das nur auf einer Ranch gilt.
Technologie sollte uns helfen, uns in der Welt zurechtzufinden, und uns nicht die Verantwortung abnehmen, die Welt selbst zu erleben.
Die Kurve in der Straße ist immer noch da. Das geöffnete Restaurant gibt es immer noch. Das richtige Tor befindet sich immer noch dort.
Und auf meiner Ranch gibt es mehr als 15 Schilder, die den Menschen genau den Weg weisen, den sie gehen müssen.
Wir müssen nur daran denken, aufzublicken.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „When Did We Stop Trusting Our Own Eyes?“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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20 häufige Betrugsmaschen: So erkennen Sie die Tricks der Cyberkriminellen


In Kürze:

  • Die digitale Welt bietet viel Raum für zahlreiche Betrugsmethoden.
  • Kriminelle haben es hauptsächlich auf Geld und Daten abgesehen.
  • In den USA nahm sich ein 15-jähriges Sexting-Opfer das Leben.
  • Den Tätern drohen in den USA lange Haftstrafen.

 
Das Aufkommen Künstlicher Intelligenz hat Cyberkriminellen Auftrieb gegeben, die sich immer dreistere und ausgefeiltere Methoden ausdenken, um Menschen um ihr Geld zu betrügen. Nachfolgend eine Übersicht über 20 der häufigsten Betrugsmaschen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte.

Captcha-Betrug

Beginnen wir mit einer der neuesten Betrugsmaschen. Bei CAPTCHA handelt es sich um ein sogenanntes Challenge-Response-Verfahren, das bestätigen soll, dass ein Mensch die Tastatur bedient.
Es erscheint oft auf Unternehmenswebseiten mit der Frage: „Sind Sie ein Roboter?“ Anschließend werden verschiedene Bilder angezeigt und die Nutzer aufgefordert, die Kästchen anzukreuzen, in denen Fahrräder, Busse oder Ampeln zu sehen sind.
Betrüger haben nun jedoch gefälschte Websites mit falschen CAPTCHA-Tests eingerichtet, bei denen der Nutzer aufgefordert wird, eine Reihe von Befehlen einzugeben – zum Beispiel „Windows + R“, dann „Strg + V“ und anschließend „Enter“. Doch statt einer Sicherheitsüberprüfung handelt es sich tatsächlich um die Schritte zum Ausführen versteckter Malware auf dem eigenen Computer.
CAPTCHA-Betrugsfälle wurden erstmals im vergangenen Jahr in Australien gemeldet, doch die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission gab im Juni eine Warnung heraus, dass sie inzwischen auch in den Vereinigten Staaten auftauchen.

Liebesbetrug

Die größte Opfergruppe derjenigen, die auf Liebesbetrug (Romance Scams) hereinfallen, sind geschiedene oder verwitwete Menschen über 50. Oft nutzen die Betrüger ein gefälschtes Profilbild einer attraktiven Frau oder eines gut aussehenden Mannes. Dann nehmen sie über Online-Dating-Apps Kontakt zu ihren Opfern auf und erwecken den Eindruck, eine persönliche oder romantische Beziehung mit ihnen aufbauen zu wollen.
Anschließend inszenieren die Betrüger eine Krise und bitten ihre Opfer um Geld, etwa um ein Flugticket für einen Besuch zu buchen.
2023 wurde der nigerianische Liebesbetrüger Akohomen Ighedoise in Tampa, Florida, wegen Verschwörung zum Post- und Überweisungsbetrug zu 17 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. „Viele der Opfer waren verwitwete, alleinstehende oder geschiedene ältere Frauen, die im Rahmen sogenannter Liebesbetrügereien Beziehungen zu falschen Freiern auf Dating-Seiten aufgebaut hatten“, teilte die US-Staatsanwaltschaft für den mittleren Distrikt von Florida mit.
„Die Frauen wurden anschließend dazu gebracht, Geld zu überweisen. Dabei handelte es sich häufig um ihre gesamten Ersparnisse für den Ruhestand sowie um Geld, das sie aus dem Eigenkapital ihrer Häuser entnommen hatten, auf Bankkonten in den Vereinigten Staaten – angeblich im Rahmen einer Investitionsmöglichkeit.“
Ighedoise war Mitglied des in Nigeria ansässigen „Black-Axe“-Netzwerks, das Ermittler im April zerschlugen. Dennoch betreiben zahlreiche Banden und Einzelpersonen weiterhin Liebesbetrug.

Anlagebetrug mit Kryptowährungen

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Fälle von Anlagebetrug mit Kryptowährungen („Pig Butchering“) deutlich zugenommen. Die Betrugsmasche ist deshalb auch verstärkt ins Visier europäischer Ermittler geraten.
Der Begriff stammt vom chinesischen Ausdruck „shā zhū pán“ (etwa: „Schweinemast-Betrug“). Die meisten dieser Betrugsmaschen werden von kriminellen chinesischen Syndikaten betrieben, die von riesigen Betrugszentren in Südostasien aus operieren.
Der Betrüger, der in der Regel ein gefälschtes Bild einer jungen Frau verwendet, kontaktiert das Opfer oder „Schwein“ über eine Online-Dating-App oder eine zufällige E-Mail und gewinnt langsam dessen Vertrauen. Dieser Vorgang wird als „Mästen“ bezeichnet. Schließlich überzeugt der Betrüger sein Opfer, Geld in ein Kryptowährungsprojekt zu investieren, das sich dann jedoch als Betrug entpuppt. An diesem Punkt ist die „Schlachtung“ vollendet und der Betrüger verschwindet.

Ransomware-Angriffe

Ransomware-Angriffe richten sich eher gegen Unternehmen oder sehr wohlhabende Privatpersonen als gegen den Durchschnittsbürger. Bei Ransomware handelt es sich um eine Art von Schadsoftware – oder Malware –, die Nutzer daran hindert, auf ihre Computerdateien, Systeme oder Netzwerke zuzugreifen. Die Urheber verlangen zur Freigabe der Daten die Zahlung eines Lösegelds. Dieses wird fast immer in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen gezahlt, die schwerer nachzuverfolgen sind als herkömmliche Banküberweisungen.
Paul Abbott, ehemaliger Geschäftsführer des britischen Speditionsunternehmens KNP Logistics Group, erläuterte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times im vergangenen Jahr, dass KNP im September 2023 als direkte Folge eines Ransomware-Angriffs schließen musste. Dabei gingen 730 Arbeitsplätze verloren.

Spoofing-Betrug

Beim Spoofing manipulieren Cyberkriminelle die angezeigte Telefonnummer, sodass ein Anruf scheinbar von einer vertrauenswürdigen Stelle kommt. Sie erwecken so den Eindruck, dass ein Mitarbeiter einer Bank, des Finanzamts oder der Polizei anruft. Nachdem sie die Opfer von ihrer Echtheit „überzeugt“ haben, fragen sie nach deren Kontodaten, Bankkartendaten oder sogar PINs und geben dabei ironischerweise vor, diese Angaben zu überprüfen, um die Opfer vor Cyberkriminellen zu schützen. Anschließend nutzen sie diese Daten, um die Konten zu plündern.
Im Mai 2023 wurde der britische Cyberkriminelle Tejay Fletcher zu 13 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Fletcher war Mitbegründer und Administrator von iSpoof, einer Website, die zu einer „Betrugsplattform“ für Betrüger wurde, die weltweit 200.000 Menschen – viele davon ältere Menschen – durch das Vortäuschen falscher Telefonnummern um 100 Millionen Pfund  (116,7 Millionen Euro) betrogen.

Der britische Cyberkriminelle Tejay Fletcher, der wegen des iSpoof-Betrugs im Zusammenhang mit Bankgeschäften zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde, auf diesem Archivfoto.

Foto: Crown Prosecution Service

Sextortion

Bei finanzieller Sextortion bringen Täter ihre Opfer dazu, ihnen intime Bilder zu schicken oder eine sexuelle Handlung mit dem Handy aufzunehmen, und fordern anschließend Geld oder Geschenkkarten dafür, die Bilder geheim zu halten. Dafür nutzen sie häufig Messenger-Dienste wie Kik, Telegram oder Signal. Die Opfer sind manchmal Kinder oder Jugendliche, und die Folgen können verheerend sein.
Am 6. November 2025 erschoss sich der 15-jährige Bryce Tate in seinem Haus in West Virginia. Nur drei Stunden zuvor hatte er die erste von mehreren Snapchat-Nachrichten von einem Erpresser erhalten, der ihn dazu verleitet hatte, ein Nacktfoto zu senden. Der Täter hatte sich als 17-jähriges Mädchen ausgegeben.

(V. l. n. r.) Bryce Tate posiert auf diesem Archivfoto mit seinen Eltern Adam und Amanda. Der 15-Jährige nahm sich im November 2025 nach einem stundenlangen Austausch mit einem Online-Täter das Leben.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Adam Tate.

Im Juni 2023 warnte das FBI zudem davor, dass Kriminelle Deepfakes einsetzen – also gefälschte Medien, die aus ansonsten harmlosen Inhalten erstellt wurden.

Katastrophenhilfe-Betrug

Im März 2024 warnte das FBI vor einer steigenden Zahl von Spendenbetrugsfällen. Dabei versuchen Kriminelle, die Hilfsbereitschaft der Menschen nach Naturkatastrophen und internationalen Krisen, wie etwa dem Konflikt im Gazastreifen, auszunutzen.
„Leider schaffen Konflikte und Krisen ideale Bedingungen für Kriminelle, um Menschen auszunutzen, die entweder unter dem Stress ihrer eigenen Verluste stehen oder anderen helfen wollen – oder beides“, sagte Cheyvoryea Gibson, damals leitende Sonderermittlerin der FBI-Außenstelle in Detroit. Das FBI erklärte, dass die gefälschten Spendenaufrufe per E-Mail, SMS oder auf der Straße erfolgen könnten.

Phishing-Betrug

„Der Betrug beginnt mit einer SMS“, warnte Google im November 2025 in einer Klage gegen chinesische Betrüger. „Möglicherweise werden Sie auf ein Problem bei der Zustellung eines Pakets hingewiesen und dazu aufgefordert, auf einen Link zu klicken, um Ihre Adresse zu korrigieren und eine geringe Zustellgebühr zu bezahlen. Oder sie warnt Sie vor einer unbezahlten Mautgebühr oder einem Strafzettel und leitet Sie auf eine Website zur Mauterhebung weiter, die seriös wirkt, um die ausstehenden Beträge zu begleichen.“
Betrüger fordern die Empfänger oft auf, eine kleine Transaktion – schon ab einem Dollar – durchzuführen, um ihr Konto zu verifizieren. Dadurch können die Betrüger selbst Zugriff auf die Konten erhalten.

Ein Raum, der wie eine Bankfiliale eingerichtet ist, ist am 12. März 2026 in einem verlassenen Betrugszentrum in O’Smach, Kambodscha, zu sehen. Die meisten „Pig-Butchering“-Betrugsfälle gehen von riesigen Betrugszentren in Südostasien aus, die von chinesischen kriminellen Syndikaten betrieben werden.

Foto: Lillian Suwanrumpha / AFP via Getty Images

„Hallo Mama“-Betrug

Bei der sogenannten „Hallo-Mama“-Masche („Hi Mom Scam“) erhält der Empfänger eine SMS auf dem Handy. Absender ist vermeintlich der Sohn, die Tochter oder auch der Enkel oder ein enger Freund. Der Absender gibt an, das Handy eines Fremden zu benutzen, weil der Akku des eigenen Geräts leer ist. Er behauptet, in einer Notlage zu stecken, und bittet dringend um Geld.
Wenn die Opfer mitfühlend antworten, geben die Betrüger ihre Bankkontodaten an. Doch das Ganze ist nur ein Trick, der darauf abzielt, die Opfer dazu zu bringen, Geld an einen Betrüger zu überweisen oder ihm sogar Zugriff auf Konten zu gewähren.

Betrug mit geklonter Stimme

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in der Lage, Stimmen zu klonen und Sprachnachrichten an ahnungslose Verwandte, Freunde oder sogar Kollegen zu senden. Dies wird als „Vishing“ oder „Voice Phishing“ bezeichnet. Cyberbetrüger haben diese Fähigkeit genutzt, um eine Variante des „Hi-Mom“-SMS-Betrugs zu entwickeln.
Nun können sie eine Sprachnachricht versenden, die angeblich von einem gestrandeten oder verzweifelten Verwandten stammt. Auch hier werden die Opfer aufgefordert, Geld auf Bankkonten zu überweisen.
Jurgita Lapienyte, Chefredakteurin der in Litauen ansässigen Cybersicherheitspublikation „Cybernews“, sagte der Epoch Times im vergangenen Jahr, dass die KI-Technologie zum Klonen von Stimmen derzeit nur in der Lage sei, sich an ein Skript zu halten. Spontan in Echtzeit könne sie auf Fragen oder Antworten nicht reagieren, sodass es sich bei Vishing ausschließlich um vorab aufgezeichnete Sprachnachrichten handle.

Diese am 9. Juni 2023 erstellte Illustrationsaufnahme zeigt in Los Angeles ein Smartphone vor einem Bildschirm zur Stimmklonung. Bei „Vishing“-Betrugsfällen nutzen Betrüger überzeugende KI-Tools zur Stimmklonung, um sich als Familienmitglieder auszugeben und Menschen zu bestehlen.

Foto: Chris Delmas / AFP via Getty Images

Betrug durch persönliche Kontaktaufnahme

Das kommt heutzutage zwar eher selten vor, aber gelegentlich tauchen Betrüger an der Haustür auf und versuchen, Geld oder persönliche Daten zu ergaunern. Möglicherweise geben sie einfach vor, eine Umfrage durchzuführen, um etwa an das Geburtsdatum zu gelangen. Die Daten nutzen sie dann für Identitätsbetrug.
Sie geben sich möglicherweise als Vertreter einer Wohltätigkeitsorganisation aus, bieten an, das Dach zu reparieren oder wollen eine Versicherung oder ein anderes Produkt verkaufen. Dabei fragen sie auch nach Bank- oder Kreditkartendaten und fordern eine Anzahlung.

Hypothekendarlehen-Betrug

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist stressig, und manchmal können Menschen nicht mehr klar denken, wenn sie verzweifelt eine Zahlung leisten wollen, um sich ihr neues Zuhause zu sichern.
Manche Betrüger geben sich per E-Mail oder SMS als Immobilienmakler oder Hypothekenberater des Opfers aus, um Anzahlungen oder Abschlusskosten zu stehlen. Sie behaupten, es gebe in letzter Minute Änderungen an den Überweisungsanweisungen. Doch in Wirklichkeit leiten sie die Geldbeträge auf ihre eigenen Konten um. Betrug beim Hypothekenabschluss ist nur eine von vielen Betrugsmaschen, die sich gegen Hausbesitzer richten.

Gefälschte Überzahlungen

Im Zeitalter der sozialen Medien kommt es nicht selten vor, dass sich ein Fremder auf Instagram, TikTok oder Facebook lobend zu Bildern oder Videos äußert.
Wir alle lassen uns gerne schmeicheln. Wenn uns also jemand sagt, dass er eines der Bilder verwenden möchte, und anbietet, einen Scheck zu schicken, lassen sich viele darauf ein.
Dann behauptet der Betrüger, versehentlich zu viel überwiesen zu haben, und bittet darum, die Differenz zu überweisen, bevor der Scheck eingelöst wird. Bei einer anderen Betrugsmasche wird den Opfern suggeriert, sie hätten einen Preis gewonnen, müssten aber Geld überweisen, um Steuern oder Gebühren zu begleichen.

Vorschussbetrug

Eine der ältesten Betrugsmaschen überhaupt ist der Vorschussbetrug. Diese Masche haben Kriminelle aus Nigeria entwickelt. Daher wird er manchmal auch als „419-Betrug“ bezeichnet – benannt nach einem Paragrafen des Strafgesetzbuchs dieses Landes – oder als „nigerianischer-Prinz-Betrug“.
Bei dieser Methode erhalten die Opfer eine E-Mail von jemandem, der vorgibt, ein Regierungsminister, dessen Witwe, ein Anwalt, der einen verstorbenen, aber wohlhabenden Mandanten aus dem Ausland vertritt, oder ein Unternehmer zu sein. Er kündigt an, Geld auf das Bankkonto des Opfers zu überweisen. Es gibt zahlreiche Varianten dieses Betrugs. In der Regel versprechen die Betrüger einen großen Geldsegen, verlangen zunächst jedoch eine geringe „Transaktionsgebühr“, die es ihnen ermöglicht, Zugriff auf die Konten der Opfer zu erhalten.

Betrug mit vorgeblichen verpassten Lieferungen

In einer Welt, in der wir alle online einkaufen und ständig Pakete erhalten, ist es keine große Überraschung, eine SMS von UPS oder der Post zu erhalten, in der behauptet wird, man habe eine Lieferung verpasst.
Die SMS bietet den Opfern die Möglichkeit, durch Anklicken eines Links einen neuen Liefertermin zu vereinbaren. Dabei können Betrüger jedoch an persönliche Daten gelangen oder sogar eine Vorauszahlung verlangen, um eine „zeitnahe Lieferung zu gewährleisten“.

Mautzahlungs-Betrug

Eine weitere Smishing-Betrugsmasche, vor der die Federal Communications Commission warnt, sind SMS, die vorgeblich von seriösen Mautunternehmen stammen. Darin wird behauptet, dass die Empfänger Mautgebühren nicht bezahlt haben oder einen ausstehenden Betrag auf ihrem Konto schulden. Manchmal wird in der SMS damit gedroht, den Führerschein der Empfänger zu entziehen, wenn die Beträge nicht beglichen werden.
In der Nachricht bitten Betrüger oft darum, die Gebühr auf unübliche Weise zu begleichen, beispielsweise per Geschenkkarte oder Überweisung. Die Absendernummer ist in der Regel eine internationale Nummer, oder es werden andere Telefonnummern als Empfänger angegeben.

Betrug mit gefälschten Stellenangeboten

„Möchten Sie mindestens 9.000 Dollar pro Monat verdienen, indem Sie nur 30 bis 60 Minuten pro Woche arbeiten?“, könnte in einer betrügerischen SMS stehen.
Natürlich möchten die Empfänger das. Aber wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch. Die meisten dieser SMS, E-Mails oder unaufgeforderten Direktnachrichten in sozialen Medien entpuppen sich als Betrug.
Die Anzeigen, in denen manchmal behauptet wird, es handele sich um eine Tätigkeit als Testkäufer, sind in der Regel nur ein Vorwand, um die Bankdaten der Opfer zu erhalten und damit das fiktive Gehalt auszuzahlen.

Auf diesem Archivfoto zeigt ein Mobiltelefon in Sydney eine auf den 11. Juli 2026 datierte Betrugsnachricht mit einem Jobangebot.

Foto: Luyi Liu/The Epoch Times

Betrug mit Rechnungsbelegen

„Vielen Dank für Ihre Zahlung“, heißt es in einer SMS oder E-Mail, in der Betrüger vorgeben, der Empfänger habe gerade eine zu hohe Gebühr für die Verlängerung der Amazon-Prime-Mitgliedschaft oder der Antivirensoftware bezahlt.
Die Nachricht enthält einen Link, der die Opfer dazu verleiten soll, darauf zu klicken, um die Zahlung zu stornieren oder eine Rückerstattung zu beantragen. Tatsächlich führt der Link jedoch zum Download von Malware oder zur Abfrage der Bankdaten der Betroffenen.

„Ihr Konto wurde gehackt“

Man möchte gerne glauben, dass die Betrugsabteilung des Unternehmens per SMS davor warnen würde, wenn das Bankkonto oder das iPhone gehackt worden wäre.
Doch diese SMS ist in Wirklichkeit ein Betrugsversuch – das Konto oder iPhone wurde nicht gehackt. Daher sollte man nicht auf den angegebenen Link klicken und auch nicht die zugesandte Telefonnummer anrufen. Die Betrüger sind lediglich darauf aus, an persönliche Daten zu gelangen.

Vorgetäuschte Abonnementverlängerung

Manchmal finden Betrüger heraus, welche Dienste jemand abonniert hat, und wissen sogar, wann die Verlängerung fällig ist. Also schicken sie eine SMS und bieten dem Opfer einen reduzierten Preis für ein Abonnement an, wenn es dafür auf einen Link klickt. Aber auch das ist natürlich nur ein weiterer Trick, um Menschen auf eine gefälschte Website zu locken, damit sie dort ihre persönlichen Daten preisgeben oder Malware herunterladen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „20 Common Scams and How to Spot Them“ (deutsche Bearbeitung: os)
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Fall Fabian: Im Mordprozess hat die Angeklagte das Wort

Vor dem Landgericht Rostock wird heute mit Spannung die erste Aussage der Angeklagten im Fall des getöteten achtjährigen Fabian erwartet. Das Gericht rechnet mit über 100 Zuschauern und zahlreichen Medienvertretern.
Ob sich die Angeklagte selbst äußert, eine Erklärung verlesen lässt oder auf Fragen des Gerichtes antwortet, ist noch völlig offen. Einer ihrer Verteidiger hatte aber zuletzt die Chancen, dass seine Mandantin auf Nachfragen eingehen wird, als „minimal klein“ eingestuft.
Die Staatsanwaltschaft hält sie für die Mörderin von Fabian und wirft ihr vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Seit Beginn des Prozesses am 28. April schwieg die Frau.
Dennoch war ihre Stimme an fast jedem Prozesstag zu hören, denn die Kammer spielte zahllose Sprachnachrichten, abgehörte Telefongespräche und Videoaufnahmen aus der JVA ab, wo sie seit 7. November vorigen Jahres in Untersuchungshaft sitzt.
Oft schickte sie im Minutentakt Sprachnachrichten an Fabians Vater, mit dem sie bis August 2025 eine vierjährige Beziehung führte. In den Chats ging es um Liebe, Trennung, Vorwürfe der Lüge und Eifersucht. Die Frau war auch auf die materielle Hilfe von Fabians Vater angewiesen, denn sie hat fünf Pferde. Wegen einer Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptomen bezieht sie seit Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Fabians Mutter als Nebenklägerin

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ziel- und zweckgerichtet gehandelt zu haben, um durch die Tötung des Jungen einen Streitpunkt mit Fabians Vater zu beseitigen und diesen nach der Trennung wieder für sich wiedergewinnen zu können. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.
An dem Prozess nimmt von Beginn an auch Fabians Mutter mit ihrer Anwältin Christine Habetha als Nebenklägerin teil. Sie war am 30. April die erste Zeugin des Verfahrens und schilderte damals, wie sie den Tag des Verschwindens ihres Sohnes und die Tage darauf erlebte.

Prozessende am 10. September geplant

Fabian war am 10. Oktober, einem Freitag, nicht zur Schule gegangen, weil es ihm nicht gut ging. Die Mutter ging zur Arbeit, kam aber danach direkt nach Hause, wo sie gegen 15.30 Uhr ankam und eine leere Wohnung vorfand.
Abends ging sie zur Polizei und gab eine Vermisstenanzeige auf, nachdem sie und Freunde zuvor überall nach „Fabi“ gesucht hätten. Der Junge wurde erst vier Tage später nach intensiver Suche tot aufgefunden.
Die erste Aussage der Angeklagten fällt auf den 22. Verhandlungstag – geplant sind bislang 27 Prozesstage bis zum 10. September. Ob der Zeitplan für das Urteil eingehalten werden kann, ist noch nicht klar. (dpa/red)
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Ab September: Alkoholverbot am Bahnhof und Garantie-Label


In Kürze:

  • Ab September müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn und Händler mit strengeren Verordnungen rechnen.
  • Erleichterungen gibt es für Arbeitnehmer und Rentner bei der Steuererklärung.
  • Ebenso gibt es im kommenden Monat einen weiteren Bundesweiten Warntag.

 
Mit dem September kommen erneut einige Neuregelungen auf Verbraucher in Deutschland zu. So dürfen die Menschen an einigen Bahnhöfen ab September bald keinen Alkohol mehr konsumieren, und für Werbung mit Umweltaussagen gelten strengere Regeln.
Zudem können sich mehr Menschen in Steuerfragen von Lohnsteuerhilfevereinen helfen lassen, was für viele ein Vorteil sein kann. Im Folgenden eine Übersicht der Änderungen ab September.

Alkoholverbot an Bahnhöfen

Von dem Alkoholverbot sind ab 1. September 2026 zunächst nur die Bahnhöfe Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig betroffen. Bis zum 15. Oktober 2026 will die Deutsche Bahn jedoch schrittweise alle 5.400 Bahnhöfe „alkoholfrei“ machen. DB-Chefin Evelyn Palla teilte hierzu mit:
„Wir greifen durch: Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt.“
Somit soll sich durch das Alkoholverbot die Sicherheit für Mitarbeiter und Fahrgäste wieder erhöhen. Palla verwies dabei auf den „brutalen und sinnlosen Angriff vom vergangenen Freitag“ (17. Juli 2026). Sie bezog sich auf eine Gewalttat auf der Strecke Offenburg–Karlsruhe, bei der ein alkoholisierter Fahrgast einen Bahnmitarbeiter aus einem fahrenden Regionalzug gestoßen haben soll.
Die Frage ist nun, wie ein mögliches Alkoholverbot an Bahnhöfen durchgesetzt werden kann. (Symbolbild)

Das Alkoholverbot an Bahnhöfen kommt.

Foto: Sven Hoppe/dpa

„Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste“, so Palla. Bereits heute seien laut Palla 30 Bahnhöfe in Deutschland alkoholfrei, darunter Köln, München und Hamburg. „Die Erfahrung dort ist eindeutig“, sagte die DB-Chefin. „Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.“
Konkret gilt das Verbot auf den Bahnsteigen sowie in den Bahnhofshallen. Die Gastronomie kann allerdings durchatmen, sie bleibt von dem Verbot ausgenommen. Zudem ist es weiterhin erlaubt, Alkohol verschlossen in Taschen oder aus Einkäufen mitzuführen.
Die Einhaltung soll von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht werden. Bei Verstößen drohen Platzverweise und Hausverbot.

Hilfe bei der Steuererklärung

Eine gute Nachricht für Arbeitnehmer und Rentner: Zum 1. September dürfen Lohnsteuerhilfevereine mehr Menschen bei steuerlichen Fragen unterstützen. Damit könnte sich das Bewältigen der Steuererklärung vereinfachen.
Bisher durften Lohnsteuerhilfevereine in Deutschland ihre Mitglieder bei der Einkommensteuer beraten, sofern diese Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, Renten oder Unterhaltszahlungen vorweisen.
Wenn jedoch sogenannte Überschusseinkünfte hinzukommen, gelten Obergrenzen. Die Überschusseinkünfte entstehen oftmals durch Vermietung und Verpachtung oder durch Kapitalvermögen.
Aktuell liegen diese Grenzen bei 18.000 Euro für Alleinstehende und bei 36.000 Euro für Ehepaare. Wer sie überschreitet, darf aktuell keine Beratung von einem Lohnsteuerhilfeverein erhalten. Stattdessen kann er sich von einem Steuerberater beraten lassen. Ab September entfallen diese Grenzen.
Für Selbstständige und Gewerbetreibende bringt die Neuregelung keinen Vorteil. Sie müssen für steuerrechtliche Unterstützung auch künftig einen Steuerberater aufsuchen.

Strengere Regeln für Aussagen wie „umweltfreundlich“ in der Werbung

Für Werbung mit Aussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“, „klimaneutral“, „CO₂-neutral“ und „biologisch abbaubar“ gelten ab dem 27. September strengere Vorgaben. Es handelt sich laut der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) um eine Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Damit verschärfen sich die Anforderungen an sogenannte „Green Claims” (zu Deutsch: grüne Versprechen) und Nachhaltigkeitssiegel.
Die Green Claims beeinflussen aus Sicht der IHK die Kaufentscheidung der Verbraucher maßgeblich. Werbeversprechen mussten auch bisher schon korrekt und belegbar sein. Mit der Anpassung werden europäische Vorgaben nahezu 1:1 erfüllt.
Generell sind allgemeine Umweltaussagen in Werbeslogans künftig verboten, wenn es keine belastbaren Belege für die Werbebehauptungen gibt. Verbraucher sollen Angaben zur Nachhaltigkeit von Produkten so leichter vergleichen können. Für bestehende Ware im Umlauf besteht keine generelle Abverkaufsfrist.

Warntag am 10. September

Am 10. September gegen 11:00 Uhr wird es laut. Dann testet Deutschland erneut das Zusammenspiel von öffentlichen Warnsystemen. Der Bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen.
Er gilt als Härtetest für die Kommunikationsstrukturen im Fall von Katastrophen und Großschadensereignissen und soll die Bevölkerung für Warnungen sensibilisieren. „Wenn Abläufe und Warnwege bekannt sind, fällt es im Ernstfall leichter, richtig und schnell zu reagieren.“, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK.
Die Behörden lösen eine Probewarnung aus und schicken diese unter anderem an Mobiltelefone und digitale Anzeigentafeln. Zu den Warnkanälen zählen Radio, Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Anzeigetafeln, Smartphone-Apps, Cell Broadcast, Lautsprecherwagen und Sirenen. Entwarnung ist für 11:45 Uhr geplant.
Die Probewarnung soll mögliche Schwachstellen in den Warnabläufen aufdecken. Ziel ist es, technische und organisatorische Verbesserungen gezielt umzusetzen, damit Warnungen im Ernstfall schnell, zuverlässig und flächendeckend die Bevölkerung erreichen.

Neue Hinweise zu Gewährleistung und Garantie

Und zuletzt noch eine neue Informationspflicht für Händler. Sie müssen Verbraucher ab dem 27. September über deren gesetzlichen Gewährleistungsrechte aufklären. Dazu ist ein klarer, gut sichtbarer und einheitlicher Hinweis auf oder bei ihren Waren nötig. Die Händler sollen dazu neue, EU-weit harmonisierte Gewährleistungs- und Garantielabel benutzen.
Gesetzliche Grundlage ist laut dem Bundesverband Kooperierender Mittelstand die sogenannte EmpCo-Richtlinie 2024/825 der Europäischen Union. Diese Neuregelung soll die Verbraucherrechte-Richtlinie aus dem Jahr 2011 modernisieren.
Betroffen ist sowohl der stationäre Handel als auch Onlinehändler. Die neuen Label gelten für sämtliche Warenarten. Gewährt der Hersteller eine gewerbliche Haltbarkeitsgarantie, muss er zudem das sogenannte Garan-Label anbringen. Dieses gibt die Dauer der gewährten Haltbarkeitsgarantie an.
Mit Material von AFP