Noch immer gibt es viele offene Fragen zum Wal Timmy/Hope. Eigentlich waren sich die meisten Experten und die Öffentlichkeit sicher, dass der an der dänischen Küste vor Anholt gefundene tote Wal Timmy war. Der an dem Tier angebrachte Tracker soll geborgen worden sein, der Vergleich von Aufnahmen der Fluke war demnach eindeutig und auch Dr. Anne Herrschaft, eine Tierärztin der Rettungsini…
Die Ungereimtheiten rund um den an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal bekannt als „Timmy“ oder „Hope“ reißen nicht ab.
Die DNA-Untersuchung zweier Gewebeproben vom Wal würden darauf hindeuten, dass sie nicht vom selben Tier stammen, erklärte Dr. Kirsten Tönnies, eine der Tierärztinnen der privaten Rettungsinitiative.
Sie gab daher eine Pressekonferenz. Allerdings nicht im Nam…
Ein toter Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. - Foto: Marcus Golejewski/dpa
In Kürze:
Ergebnis der DNA-Untersuchung von Buckelwal aus chinesischemLabor
Falscher Umgang mit Proben könnte zu DNA-Abweichungen geführt haben
Untersuchungsergebnisse sollen demnächst veröffentlicht werden
Im Fall des an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwals, bekannt als „Timmy“ oder „Hope“, gibt es neue Ungereimtheiten.
Eine Untersuchung zweier Gewebeproben, die von dem Tier stammen sollen, habe starke Abweichungen ergeben, sodass sie laut der Tierärztin Kirsten Tönnies nicht von demselben Tier stammen könnten.
Dies sagte Tönnies, die Teil der privaten Rettungsinitiative rund um die Unternehmer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert gewesen war, bei einer Pressekonferenz in Hamburg am Mittwoch, 22. Juli.
Die Untersuchung habe in einem chinesischen Labor stattgefunden. Dessen Namen dürfe sie nicht nennen, „weil die auch wieder Angst vor diesen politischen Konsequenzen haben“.
Tierärztin Kirsten Tönnies spricht während einer Pressekonferenz in Hamburg zum Buckelwal Timmy.
Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls der Initiative angehört hatte, sagte der „Deutschen Presse-Agentur“, sie habe keinen Zweifel daran, dass der tot vor der dänischen Insel Anholt angespülte Wal derjenige gewesen sei, der zuvor von der Ostsee-Insel Poel aus Richtung Nordsee gebracht wurde.
„Auch wenn es traurig ist, es ist leider unser Wal.“ Sie habe das Tier zweieinhalb Wochen jeden Tag gesehen. „Er hat Merkmale, die ich auf Anholt erkannt habe.“
Zudem sei sie auf Anholt dabeigewesen, als Taucher den Tracker von der Rückenflosse des Wals abnahmen. Die Daten des von der Initiative angebrachten und ausgewerteten Senders sollen auch klar zeigen, dass der Wal nach dem Aussetzen wieder Richtung Ostsee schwamm. Kurz vor Anholt soll das Signal dann erloschen sein. Ein Tracker sendet nur an der Wasseroberfläche Signale. Sinkt beispielsweise das Tier tot auf den Grund, gibt es keine Übertragung mehr.
Tönnies gab an, dass das Labor zwei Proben untersucht habe. Eine sei dem Wal auf der Barge entnommen worden, die andere Probe stamme vom Kadaver des Tiers vor Anholt und sei von jemandem mit nach Deutschland gebracht worden.
Ihren Angaben zufolge war eine der Proben in Formalin eingelegt – eine wässrige Lösung von Formaldehyd. Solche Fixiermittel führen bei Raumtemperatur zu einem Abbau von DNA, wie eine Studie im Fachjournal „Pathology, Research and Practice“ zeigte.
Geschädigte DNA kann DNA-Abgleiche stark verfälschen. Je länger das Material in Formalin liegt, desto stärker ist meist die Schädigung. Dies könnte eine Erklärung für die starke Abweichung sein.
„Timmy“ bewegt sich in der Bucht nahe Wismar.
Foto: Screenshot/Reutersvideo
Hinzu kommt, dass die Proben Tönnies zufolge erst spät gekühlt wurden. Für einen DNA-Abgleich ist aber entscheidend, wie die Probe gelagert wurde: Gewebe sollte schnellstmöglich gekühlt, eingefroren oder konserviert werden. Wärme, Feuchtigkeit und Kontamination beschleunigen den Verlust an verwertbarer DNA.
Die Tierärztin mit einer Praxis im südhessischen Main-Taunus-Kreis begründete die Wahl eines chinesischen Labors damit, dass sie kein deutsches Labor gefunden habe, das die DNA-Untersuchung durchführen wolle. Die angefragten Labore hätten „bei diesen politischen Hintergründen“ eine Untersuchung abgelehnt.
Tönnies, die die Pressekonferenz alleine durchführte, betonte, dass sie nicht für die private Rettungsinitiative um Walter-Mommert und Gunz spreche, sondern für eine separate Initiative. Auch mit Tierärztin Herrschaft habe sie keinen Austausch mehr.
Sie kündigte an, dass die Daten der DNA-Untersuchung demnächst veröffentlicht werden.
Der Buckelwal war am 3. März im Hafen von Wismar gesehen worden. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt. Während der Rettungsaktion mit dem Anlegen einer Rinne, um das Tier zu befreien, schwamm der Wal aus eigener Kraft fort und strandete mehrfach erneut.
Ab dem 31. März lag das Tier vor der Insel Poel, bis eine neue Rettungsinitiative rund um die beiden Unternehmer am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde es am 2. Mai im Skagerrak ausgesetzt. Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde der Buckelwal tot vor Anholt angespült.
Die Gondel hing auf Höhe des 44. Stocks. - Foto: ---/Feuerwehr Frankfurt am Main/dpa
Es war ein besonderer und auch ein besonders gefährlicher Einsatz: Höhenretter der Frankfurter Berufsfeuerwehr haben zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel aus 240 Metern Höhe gerettet – mit einer neuartigen Technik und bei starkem Wind, der die Retter selbst in Gefahr brachte.
„Der starke Wind hat die Rettungsarbeiten erheblich erschwert“, sagt Fabian Ommert, der den Einsatz leitete. Nach Einschätzung von Axel Manz, Ausbilder im Bereich Höhenrettung, handelte es sich bei dem Einsatz „um die höchste Rettung im urbanen Raum, die bislang in Deutschland durchgeführt wurde“.
Der Notfall trat am Donnerstag am Commerzbank-Tower in der Frankfurter Innenstadt ein. Das Gebäude gehört den zu höchsten und markantesten Gebäuden Frankfurts. Es hat 50 Etagen und misst mit seiner charakteristischen Antenne 300 Meter.
An der Akku-Seilwinde elf Stockwerke nach oben
In rund 240 Metern Höhe war der Fahrkorb einer Firma für Fassadenreinigung stecken geblieben. An Bord: zwei Fassadenreiniger. Laut Feuerwehr konnte der Korb aufgrund einer technischen Störung nicht mehr bewegt werden.
Um die Gebäudereiniger zu befreien, waren nach Angaben eines Sprechers 24 Feuerwehrleute im Einsatz, davon fünf speziell ausgebildete Höhenretter.
Über eine Seilwinde wurden die Männer einzeln elf Stockwerke nach oben gezogen und in Sicherheit gebracht. „Erstmals kam bei diesem Einsatz zudem eine erst kürzlich beschaffte Akku-Seilwinde zum Einsatz“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Michael Rauch. „Sie trug wesentlich dazu bei, die Rettungsmaßnahmen zu beschleunigen.“
Korb wurde vom Wind von der Fassade weggedrückt
Denn es gab eine Komplikation: „Während der Rettungsarbeiten löste sich der in Führungsschienen laufende Fahrkorb durch starke Windböen aus seiner stabilen Position und wurde bis zu acht Meter von der Gebäudefassade weggedrückt“, so Rauch. „Anschließend schlug der Korb mehrfach gegen die Glasfassade zurück.“
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Höhenretter im Fahrkorb. Die Kollegen waren in einer „hochkritischen Lage“, so die Feuerwehr. Dank der Akku-Seilwinde wurden sie nach oben gezogen und konnten die „akute Gefährdungslage unverletzt verlassen“, schilderte der Sprecher die dramatische Situation.
Gut vorbereitet dank Übungen vor Ort
Der Fahrkorb schwang nach der Rettung weiter im Wind. Einem Techniker der Betreiberfirma gelang es schließlich, den Korb sicher auf dem Dach abzustellen. Was dem Team half: Ortskenntnis.
Weil die Höhenretter regelmäßig am Commerzbank-Hochhaus üben, kannten die Einsatzkräfte die örtlichen Gegebenheiten und konnten auch auf diese Sondersituation gut reagieren.
Nach Angaben der Commerzbank werden die Fenster dreimal im Jahr gereinigt. Die Feuerwehr habe die Fassade nach der Bergung mit einer Drohne abgeflogen und keine Schäden festgestellt, so ein Sprecher der Bank. Die Feuerwehr bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Property-Management der Bank. (dpa/red)
Experten haben den Satellitensender ausgewertet, den der Buckelwal in seinen letzten Tagen getragen hat. (Archivbild) - Foto: Philip Dulian/dpa
Tagelang kämpften Helfer im April in der flachen Kirchsee-Bucht auf der Ostseeinsel Poel bei Wismar um das Leben des gestrandeten Buckelwals „Timmy“. Trotz des großen Einsatzes starb das Tier einige Tage nach seinem Transport in die Nordsee.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus will sich dennoch mit einem Fest bei den Ehrenamtlichen bedanken, die an der Rettungsaktion beteiligt waren.
Grillfest auf der Insel Poel
Am Samstag, 20. Juni, soll auf der Insel Poel gegrillt werden und Backhaus will Ehrenurkunden überreichen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Eingeladen sind demnach Helfer von Organisationen wie DLRG und Freiwilliger Feuerwehr – den Angaben zufolge werden etwa 50 Gäste erwartet.
Laut NDR schreibt der Minister in seiner Einladung, es sei gemeinsam gelungen, „den in Kirchdorf gestrandeten Wal auf den Weg in seine Heimatgewässer zu geleiten“.
Auch die „Ostsee-Zeitung“ berichtete vorab über das Dankesfest, das laut Ministerium eine nicht öffentliche Veranstaltung ist und deshalb nicht in die wöchentlich verbreitete Aktivitätenliste der Landesregierung aufgenommen wurde.
Rettungsversuch blieb ohne Erfolg
Eine private Initiative um den Media-Markt-Gründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert hatte den mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Meeressäuger vor Poel in einen mit Wasser gefluteten Lastkahn bugsiert und in die Nordsee gebracht.
Die Aktion galt als teilweise umstritten, da einige Wissenschaftler von dem Rettungsversuch abgeraten hatten und die Überlebenschancen des Tieres als sehr gering einschätzten.
Bei einer Pressekonferenz zur Auswertung der Tracking-Daten des Wals am 12. Juni betonte Backhaus, der Rettungsversuch sei „rechtlich und fachlich vertretbar“ gewesen. Zugleich räumte der Umweltminister selbstkritisch ein, dass Deutschland auf die Strandung eines großen Wals nicht vorbereitet sei. „Es fehlen Standards, es fehlen eingespielte Abläufe“, sagte er. Auch die Zuständigkeiten auf Bundes- und Länderebene seien nicht ausreichend definiert. (dpa/red)
Mit einem Aufruf in der Epoch Times startete der Unternehmer und Media-Markt-Gründer Walter Gunz eine Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal Timmy/Hope vor der Ostseeinsel Poel (Mecklenburg-Vorpommern).
Nun steht fest, dass der Buckelwal nur wenige Tage nach seiner Freilassung tot an die Küste der dänischen Insel Anholt gespült wurde. Die Todesursache ist unklar.
Wir sprachen mit Gunz über seine Sicht auf die umstrittene Freilassungsaktion am 2. Mai, von der die Rettungsinitiative ausgeschlossen wurde, und über seine Gefühle angesichts des Todes des Tieres.
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Am 14. Mai gab es erste Informationen dazu, dass vor der dänischen Insel Anholt im Kattegat rund 75 Meter vor der Küste ein toter Buckelwal mit dem Bauch nach oben treibt.
Der Bauch sieht von Verwesungsgasen geschwollen aus, was die Rückenlage aber auch die Informationen aus dänischen Medien unterstreichen würde, dass der Wal dort schon mehrere Tage tot im Wasser treiben soll.