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Flüge ins Ausland im ersten Halbjahr deutlich teurer – Ausnahme: Afrika

Die Preise für Flugtickets und Pauschalreisen ins Ausland sind zuletzt stark gestiegen. Tickets für internationale Flüge verteuerten sich im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte.
Betrachtet man die Preise für Auslandsflüge in der Economy-Class, gab es die größten Steigerungen bei Flügen nach Mittelamerika (+12,5 Prozent). Für Flüge ins europäische Ausland zahlten Flugreisende im 1. Halbjahr 2026 rund 11,5 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2025, nach Asien und Australien 4,9 Prozent mehr.

Afrika-Tickets günstiger

Langstreckenflüge nach Nordamerika verteuerten sich um 3,7 Prozent, nach Südamerika um 0,3 Prozent. Günstiger geworden sind hingegen Flugtickets nach Afrika (-12,0 Prozent).
Ebenfalls deutlich stiegen die Ticketpreise für Flüge innerhalb Deutschlands: 9,5 Prozent mehr kosteten Inlandsflüge im 1. Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Pauschalreisen um 3,0 Prozent teurer

Auch für Pauschalreisen mussten Urlauber tiefer in die Tasche greifen: Pauschalreisen ins Ausland waren im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 3,0 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum. Preissteigerungen gab es für Pauschalreisen nach Ägypten (+5,2 Prozent), auf die Kanaren (+4,6 Prozent) und Balearen (+3,6 Prozent).
Die Preise für Pauschalreisen in die Türkei (+1,3 Prozent) stiegen moderat gegenüber dem 1. Halbjahr 2025. Bei Pauschalreisen nach Griechenland veränderten sich die Preise für Verbraucher kaum (+0,2 Prozent).
Bei Pauschalreisen innerhalb Deutschlands fiel der Preisanstieg zuletzt ähnlich wie bei den Auslandsreisen aus: Heimische Pauschalreisen verteuerten sich im 1. Halbjahr 2026 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (dts/red)
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Als Start in den Tag: 5 sanfte Übungen mit einem Kissen

Wer SEIN Kissen gefunden hat, lässt es sich im Reich der Träume gut gehen. Doch Kissen haben noch eine weitere großartige Verwendungsmöglichkeit – und zwar als Trainingsgerät. Und das dank folgender Eigenschaften:
  • man kann sie nicht kaputt machen;
  • sie richten keinen Schaden an, wenn sie herunterfallen;
  • sie lassen sich leicht halten und handhaben;
  • so gut wie jeder von uns hat zu Hause mehrere davon zur Auswahl. 
Übungen mit Kissen können ein erstaunliches Training bieten. Die Übungen, die ich für Sie ausgewählt habe, sind sinnvoll, effektiv und können Ihnen echte Fortschritte bringen. Das Beste daran? Wer nach dem Training müde ist, kann sich das Kissen einfach unter den Kopf legen und ein Nickerchen machen.

Fünf einfache Übungen mit Kissen, die die Gesundheit auf Vordermann bringen

Ich finde die folgenden Übungen sehr praktisch. Auch sorgen sie für ein sicheres und effektives Training. Sie funktionieren gut bei meinen Patienten und ich mache sie ebenfalls regelmäßig. 
Ich empfehle, für diese Übungen normale Kissen und keine langen Körperkissen zu verwenden – obwohl ich unweigerlich schmunzeln muss, wenn ich mir vorstelle, wie jemand während des Trainings mit einem solchen Kissen ringt. Die meisten Kissen sind geeignet, solange sie nicht zu groß und unhandlich sind, so auch Zierkissen oder Dekokissen. Das beste Kissen ist das, das für Sie am besten funktioniert.

1. Knie mit dem Kissen berühren und Beine nach oben strecken

Das ist eine großartige Übung für den Start in den Tag. Sie ist nicht übermäßig anstrengend und bietet zudem ein hervorragendes Aufwärmtraining für die folgenden Übungen.
Video: Ceridwen Hunter/The Epoch Times
Schritt 1: Sich auf eine stützende Unterlage legen und die Arme gerade in Richtung Kopfteil oder Wand hinter sich ausstrecken. Das Kissen zwischen den Händen halten. Die Oberschenkel befinden sich senkrecht zum Boden, die Knie sind gebeugt.
Schritt 2: Den Kopf auf die Unterlage drücken und die Arme in Richtung der Beine führen. Gleichzeitig die Beine strecken und in einem etwa 75-Grad-Winkel zum Boden halten.
Schritt 3: Mit dem Kissen die Knie berühren und wieder in die Ausgangsposition zurückkehren. Das Berühren der Knie mit dem Kissen zählt als eine Wiederholung.
Schritt 4: Drei Sätze mit jeweils 15 Wiederholungen absolvieren.

2. Kissen zwischen Händen und Füßen hin- und herreichen

Nun haben wir uns aufgewärmt und können zu einer Übung übergehen, die den Körper vom Kopf bis zu den Knien noch stärker fordert.
Video: Ceridwen Hunter/The Epoch Times
Schritt 1: Sich flach auf den Rücken legen und ein Kissen zwischen beiden Händen halten. Die Arme so weit wie möglich gerade in Richtung Kopfteil oder Wand hinter sich ausstrecken; die Beine liegen gestreckt auf der Unterlage.
Schritt 2: Arme und Beine gleichzeitig zueinanderführen und das Kissen von den Händen zu den Füßen reichen. Das Kissen zwischen den Füßen halten und Arme und Beine sofort wieder in die Ausgangsposition absenken.
Schritt 3: Arme und Beine erneut anheben. Das Kissen diesmal zurück zu den Händen reichen und Arme und Beine wieder absenken. Eine Übergabe des Kissens zwischen Händen und Füßen zählt als eine Wiederholung.
Schritt 4: Drei Sätze mit je zwölf Wiederholungen durchführen.
Abwandlungen: Wem es schwerfällt, Arme und Beine über den gesamten Bewegungsbogen zu führen, kann sie einfach so weit bewegen, wie es ihm möglich ist. Mit der Zeit wird er den Bewegungsbogen möglicherweise vergrößern können.

3. Gesäßbrücke mit Kissen

Eine Gesäßbrücke, auch glute bridge genannt, ist eine großartige Übung, die den Rumpf hervorragend stärkt. Ein Kissen verleiht der Übung Pep und beansprucht zusätzlich die Beinadduktoren, die oft zu kurz kommen.
Video: Ceridwen Hunter/The Epoch Times
Schritt 1: Auf einer ebenen Fläche liegen. Die Arme liegen neben dem Körper, die Knie sind auf etwa 90 Grad gebeugt und die Füße flach auf dem Boden. Ein Kissen zwischen die Knie legen.
Schritt 2: Das Kissen fest mit den Knien zusammendrücken und langsam die Hüften anheben, bis der Körper eine gerade Linie zwischen Knien und Schultern bildet. Diese Position 15 Sekunden lang halten und in die Ausgangsposition zurückkehren. Das Anheben und anschließende Absenken zählt als eine Wiederholung.
Schritt 3: Drei Sätze mit jeweils fünf Wiederholungen durchführen.
Abwandlung: Wer seinen Oberkörper nicht ganz nach oben bewegen kann, kann ihn einfach so weit anheben, wie es ihm möglich ist.

4. Auf dem Rücken liegen und ein Kissen um die Beine führen

Nachdem wir uns nun gründlich mit dynamischen Auf- und Abwärtsbewegungen aufgewärmt haben, probieren wir eine Halteübung aus. Diese fördert die Rumpfstabilität und erfordert umfangreiche Armbewegungen.
Video: Ceridwen Hunter/The Epoch Times
Schritt 1: Sich auf eine Unterlage hinlegen. Die Oberschenkel befinden sich senkrecht zum Boden und die Knie sind in einem 90-Grad-Winkel gebeugt.
Schritt 2: Die Schultern vom Boden heben, die Position halten und das Kissen um die Oberschenkel herum von einer Hand zur anderen reichen. Wenn das Kissen die Beine einmal umrundet, zählt das als eine Wiederholung.
Schritt 3: Drei Sätze zu je 15 Wiederholungen ausführen.
Abwandlung: Wer seine Beine nicht ganz auf 90 Grad Hüft- und Kniebeugung anheben kann, hebt sie einfach so weit an, wie es geht.

5. Bauchtwist (Russian Twist) mit Kissen

Ein Kissen verleiht dieser klassischen Bauchmuskelübung einen zusätzlichen Elan, macht sie aber auch etwas umständlich – und genau das ist eigentlich beabsichtigt. Keine Sorge, je öfter man diese Übung macht, desto besser wird man.
Video: Ceridwen Hunter/The Epoch Times
Schritt 1: Sich auf den Boden setzen und die Knie auf etwa 45 Grad anwinkeln. Der Oberkörper ist aufrecht, die Füße sind auf dem Boden und das Kissen wird mit beiden Händen auf dem Schoß gehalten.
Schritt 2: Das Kissen nach rechts bewegen und gleichzeitig den Oberkörper in die gleiche Richtung drehen. Mit dem Kissen den Boden neben sich berühren.
Schritt 3: Danach den Oberkörper sofort nach links drehen und mit dem Kissen den Boden links neben sich berühren. Sich einmal drehen und den Boden berühren, zählt als eine Wiederholung.
Schritt 4: Drei Sätze mit jeweils 20 Wiederholungen absolvieren.
Abwandlungen: Wer sich nicht sehr weit drehen kann, dreht sich einfach so weit, wie es ihm möglich ist. Man kann auch die Sätze und Wiederholungen gern so anpassen, wie sie für einen optimal funktionieren. Wer die Übung etwas anspruchsvoller gestalten möchte, kann seine Füße während der Bewegung vom Boden heben.

Motiviert in den Tag starten

Werden diese Kissenübungen regelmäßig durchgeführt, können sie mehr Kraft, Flexibilität und Ausdauer wecken und dazu beitragen, Ihre Lebensqualität zu verbessern. Ich empfehle, sie mindestens dreimal pro Woche zu machen, idealerweise fünfmal. 
Ich finde, fünf Tage pro Woche sind ein leicht zu erreichendes Ziel, da man im Grunde jeden Tag mit einem Kissen in Reichweite aufwacht. Und wenn man es sofort für die Übungen nutzt, braucht man später keine Kraft mehr aufzuwenden, um sich zu motivieren. Viel Erfolg, und ich hoffe, diese Übungen helfen Ihnen weiter.
Über das Fitnessmodel: Aerowenn Hunter ist Gesundheitsredakteurin und Fitnessmodel für die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times. Sie ist seit 30 Jahren zertifizierte Yogatherapeutin.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Your Bedroom Gym: 5 Gentle Exercises You Can Do With a Pillow“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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7 Tipps bei Hitze: Fit und gesund durch den Sommer


In Kürze:

  • Hitze erzeugt immer wieder Schlagzeilen und belastet unseren Körper. Panik ist jedoch nicht hilfreich.
  • Verschiedene Personengruppen bedürfen tatsächlich des Schutzes. Für viele andere genügt ein gesunder Menschenverstand.
  • Der Körper ist kein Gerät, das man nur kühlen muss. Er ist ein Regulationssystem.
  • Dieses System kann man überfordern durch zu viel Sonne, unangepasste Ernährung, falsche Medikamenteneinstellung, Alkohol oder Bewegungsmangel.
  • Man kann es aber auch unterstützen, und zwar durch Flüssigkeit, Mineralstoffe, Schatten, Schlaf, leichte Kost und Wasseranwendungen.

 
Kaum steigen in Deutschland die Temperaturen, beginnt ein merkwürdiges Schauspiel. Der Wetterbericht klingt zumindest in weiten Teilen plötzlich wie eine Katastrophenschutzübung, Nachrichtensendungen arbeiten mit dramatischer Kulisse und aus einem heißen Sommertag wird in kürzester Zeit ein gesellschaftlicher Belastungstest.
Man darf sich schon wundern: Dieselben Menschen, die bei 35 Grad in Deutschland den Ausnahmezustand ausrufen, fliegen zwei Wochen später nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei, setzen sich mit Sonnenhut und Sangria an den Pool und nennen es Erholung. Dieselbe Hitze, die am Mittelmeer Urlaub heißt, wird hierzulande zur Vorstufe des Jüngsten Gerichts erklärt.
Natürlich: Hitze ist kein Spaß. 35 oder 40 Grad sind für den Organismus eine Herausforderung. Wer draußen arbeitet, alt, krank oder pflegebedürftig ist, braucht Schutz, Aufmerksamkeit und praktische Hilfe. Aber genau hier beginnt das Problem. Zwischen berechtigter Vorsicht und öffentlicher Hitzedramaturgie liegt inzwischen ein erheblicher Unterschied.

Beim Umgang mit Sonnenschein gilt schlicht „gesunder Menschenverstand“, auch im Urlaub.

Foto: Viktor_Gladkov/iStock

Wer wirklich gefährdet ist

Hitze kann gefährlich werden, vor allem für ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach. Die Nieren arbeiten nicht mehr so belastbar wie früher. Viele Ältere trinken ohnehin zu wenig. Dazu kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Atemwegserkrankungen oder eine eingeschränkte Mobilität.
Das Ergebnis sieht man dann nicht in Schlagzeilen, sondern in Praxen, in Pflegeheimen und in Notaufnahmen: Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Kreislaufentgleisungen, Verstopfung, Harnwegsprobleme, Nierenbelastung und Stürze. Bei längeren Hitzewellen kann es auch zu einer Übersterblichkeit kommen.
Das betrifft nicht den gesunden 30-Jährigen, der sich über den heißen Asphalt beschwert, sondern den 82-Jährigen im schlecht gelüfteten Dachgeschoss, der kaum Durst verspürt und „nicht dauernd zur Toilette laufen“ möchte. Gerade deshalb benötigen wir weniger Panik und mehr konkrete Gesundheitskompetenz.

Medikamente und Hitze: Ein unterschätztes Thema

Ein besonders wichtiger Punkt sind Medikamente. Vor allem wer dauerhaft Arzneimittel einnimmt, sollte an heißen Tagen nicht einfach weitermachen wie immer. Besonders beachtet werden sollten Entwässerungsmittel, in der Fachsprache Diuretika genannt. Sie können bei Hitze den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust verstärken. Wer ohnehin zu wenig trinkt, kann dadurch schneller in eine Kreislauf- oder Nierenbelastung geraten.
Auch Blutdruckmedikamente können bei hohen Temperaturen anders wirken. Wärme erweitert die Gefäße, um den Wärmetransport zu maximieren. Der Blutdruck kann dadurch zusätzlich absinken. Dann kommt es leichter zu Schwindel, Schwäche, Benommenheit oder auch zu Stürzen.
Wichtig sind zudem Medikamente mit anticholinerger Wirkung. Dazu zählen manche Mittel gegen Blasenbeschwerden, bestimmte Psychopharmaka, ältere Allergiemittel, Schlafmittel und einige Präparate gegen Übelkeit. Diese können das Schwitzen vermindern oder auch die Temperaturregulation stören.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Und auch Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, Opioide und manche Parkinsonmedikamente oder Psychopharmaka können bei Hitze problematisch werden, weil sie Wachheit, Kreislauf und Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
Diabetiker sollten zusätzlich bedenken, dass Insulin und manche Teststreifen hitzeempfindlich sind. Auch der Blutzucker kann bei Hitze unberechenbarer reagieren, besonders wenn weniger gegessen, mehr geschwitzt oder unregelmäßig getrunken wird.
Die einfache Regel lautet: Wer Medikamente nimmt und bei Hitze ungewöhnlich müde, verwirrt, wackelig, kurzatmig, benommen oder auffällig schwach wird, sollte das nicht als „normalen Sommertag“ abtun – also Vorsicht.

Trinken, aber richtig

Der wichtigste Hitzeschutz ist ziemlich banal: trinken, bevor der Durst kommt. Gerade ältere Menschen können sich auf ihr Durstgefühl nicht immer verlassen. Sinnvoll ist es, morgens eine Trinkmenge sichtbar bereitzustellen. Geeignet sind Wasser, Mineralwasser, verdünnte Säfte oder ungesüßte Kräutertees.
Wer stark schwitzt, benötigt nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe. Eine Brühe, mineralstoffreiches Wasser, leicht gesalzene Speisen oder eine Prise Salz in der Mahlzeit sind sinnvoll.
Aber auch hier gilt: nicht blind nach Schema. Wer an schwerer Herz- oder Nierenerkrankung leidet, sollte die Trinkmenge individuell abklären. Zu wenig ist schlecht, aber zu viel kann in bestimmten Fällen ebenfalls problematisch werden.
Alkohol ist bei Hitze dagegen keine gute Idee. Das Glas Bier „gegen den Durst“ gehört zu den alten Klassikern, ist aber nicht sinnvoll. Alkohol fördert letztlich den Flüssigkeitsverlust, belastet Kreislauf und Schlaf und macht den Körper bei Hitze nicht gerade widerstandsfähiger.
Bei Hitze sollte ausreichend Wasser getrunken werden

Besonders Ältere sollten im Sommer darauf achten, dass sie genug Wasser trinken, auch wenn sie nicht durstig sind.

Foto: Photodjo/iStock

Leicht essen, klug lüften, Bewegung dosieren

Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Große, schwere Mahlzeiten zwingen den Körper zur Verdauungsarbeit, während er eigentlich mit Temperaturregulation beschäftigt ist. Besser sind leichte, wasserreiche Lebensmittel: Gurken, Melonen, Beeren, Salate, gedünstetes Gemüse, Suppen, leichte Eiweißquellen.
Auch die Wohnung sollte man nicht gegen den gesunden Menschenverstand behandeln, sondern morgens und spät abends lüften und tagsüber Fenster, Vorhänge und Rollläden schließen. Das klingt banal, wird aber erstaunlich oft falsch gemacht. Wer mittags die heiße Luft hereinlässt, darf sich abends nicht wundern, wenn das Schlafzimmer zur Backstube wird.
Bewegung bleibt wichtig. Der Körper braucht Muskelarbeit, Durchblutung und Kreislaufreize. Aber die Mittagshitze ist nicht der Zeitpunkt für Heldentaten. Spaziergänge früh morgens oder abends, leichte Gymnastik, kurze Wege im Schatten – das reicht oftmals. Gerade ältere Menschen bauen bei längerer Inaktivität schnell ab. Kreislauf, Muskulatur, Stoffwechsel und Stimmung hängen enger zusammen, als viele glauben.

Kneipp im Schnellverfahren: Das kalte Armbad

Und dann gibt es die alten Naturheilverfahren. Ein Klassiker ist das kalte Armbad nach Kneipp. Dafür lässt man kaltes Wasser ins Waschbecken laufen und taucht beide Unterarme ein, von den Händen bis etwa zu den Ellenbogen – so lange, bis es deutlich kalt wird, aber nicht schmerzhaft. Danach die Arme nicht abtrocknen, sondern das Wasser nur abstreifen. Die Hände dürfen abgetrocknet werden.
Wer es noch einfacher möchte, nimmt einen Eiswürfel und reibt damit im Wechsel beide Unterarme ab: von der Hand Richtung Ellenbogen und wieder zurück. Ein Eiswürfel reicht. Danach das Wasser ebenfalls nur abstreifen.
Warum nicht trockenrubbeln? Weil der Kältereiz weiterwirken soll. Der kurze Reiz zieht die Gefäße zunächst zusammen. Danach folgt eine reaktive Durchblutung. Der Körper antwortet. Er reguliert. Genau darum geht es bei Kneipp: nicht unterdrücken, sondern Reaktionsfähigkeit trainieren.
Besonders hilfreich ist das bei schwerem Kopf, müden Augen, innerer Unruhe, geistiger Überhitzung, leichter Kreislaufträgheit oder nach langer Bildschirmarbeit. In der Naturheilkunde spricht man hier auch von Ableitung. Wenn „alles oben sitzt“ – Druck, Gedanken, Hitzegefühl et cetera –, kann der Reiz an den Unterarmen helfen, dies abzuleiten.

Ein Eiswürfel über den Unterarm gerieben hilft, Wärme abzuleiten.

Foto: Tatiana/iStock

Der Reiz muss zum Menschen passen

Heute ist das Eisbaden nach Wim Hof modern. Für manche ist das durchaus reizvoll. Für viele ist es schlicht zu viel. Ein untrainierter Organismus benötigt keinen Kälteschock, sondern einen passenden Reiz. Alles andere ist so, als würde man einem Menschen ohne Lauferfahrung empfehlen, morgen einen Marathon zu laufen.
Kneipp war da klüger. Er wusste, dass man den Patienten nicht mit Härte gewinnt, sondern mit einem Reiz, den der Körper beantworten kann. Man beginnt mild, beobachtet die Reaktion und steigert nur dann, wenn der Organismus gut reagiert.
Das ist überhaupt der entscheidende Punkt beim Thema Hitze: Der Körper ist kein defektes Gerät, das man nur kühlen muss. Er ist ein Regulationssystem. Und dieses System kann man überfordern durch zu viel Sonne, zu wenig Flüssigkeit, falsche Medikamenteneinstellung, Alkohol, schlechte Nächte oder Bewegungsmangel. Man kann es aber auch unterstützen durch Flüssigkeit, Mineralstoffe, Schatten, Schlaf, leichte Kost und Wasseranwendungen.

Fazit

Was wir nicht benötigen, ist betreutes Denken im Halbstundentakt, verbunden mit „Hitzepanik“. Ich erlebe derzeit Menschen, die bereits 26 Grad als Hitze empfinden. Klar: Hitze kann gefährlich sein – aber 26 Grad? Der Körper kann mit Hitze umgehen. Man sollte ihn dabei unterstützen und ihm nicht schon morgens einreden, dass der Tag kaum zu überleben ist.
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Müde trotz Schlaf? Warum Kaffee das Problem nur noch schlimmer macht und was Sie besser machen können

Acht Stunden Schlaf, ein gesundes Frühstück – und trotzdem fühlt sich der Kopf schon mittags an wie Watte? Bevor Sie den Griff zur dritten Tasse Kaffee mit dem Alter oder dem stressigen Job entschuldigen, lohnt es sich, einen Blick auf die unsichtbare Chemie unseres Körpers zu werfen.

Mineralstoffe sind die heimlichen Motoren unseres Körpers. Sie kurbeln jene Enzyme an, die Nahrung überhaupt erst in Energie umwandeln. Sie regulieren die Kommunikation zwischen den Zellen, wirken an der Steuerung der Genexpression – also der Aktivierung unserer Erbanlagen – mit und halten Stresshormone in Schach. Doch was passiert eigentlich, wenn unseren Zellen dieser Treibstoff ausgeht?

Wenn den zellulären Kraftwerken der Saft ausgeht

Um das zu verstehen, müssen wir tief in unsere Biologie eintauchen – genauer gesagt in die Mitochondrien. Diese winzigen Kraftwerke der Zellen wandeln Nährstoffe in ATP (Adenosintriphosphat) um, die universelle Energiewährung unseres Körpers.

Fehlen Mineralstoffe, gerät dieser Prozess ins Stocken. Das Tückische daran: Ein solcher Mangel äußert sich selten in einem einzigen, dramatischen Symptom. Er zeigt sich schleichend in verschiedenen Bereichen, was zu mehreren diffusen Beschwerden führt:

  • Anhaltende Müdigkeit, die auch durch langes Ausschlafen nicht verschwindet
  • Der berüchtigte „Brain Fog“ (Benommenheit und Konzentrationsschwäche)
  • Schlechter Schlaf trotz tiefer Erschöpfung
  • Ein träges Immunsystem, das jeden Infekt mitnimmt
  • Muskelkrämpfe, Stimmungsschwankungen und eine niedrige Stresstoleranz

In der klassischen Schulmedizin werden diese Symptome meist einzeln betrachtet. Mediziner aus der funktionellen Medizin – ein Ansatz, der die Ursachen chronischer Beschwerden ganzheitlich ergründet – erkennen darin jedoch häufig ein klassisches Muster für eine unzureichende Nährstoffversorgung.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachmagazin „Nutrients“ bestätigt, dass Mitochondrien weit mehr sind als stumpfe Energieproduzenten: Sie steuern die gesamte zelluläre Kommunikation. Dafür sind sie zwingend auf das Zusammenspiel von Vitaminen und Mineralstoffen angewiesen.

Wer sich primär von hochverarbeiteten Lebensmitteln ernährt und frische Vollwertkost links liegen lässt, manövriert sich schnell in einen Teufelskreis: Genau dann, wenn der Körper unter Stress nach Nährstoffen schreit, bekommt er nur „leere“ Kalorien geliefert.

Die üblichen Verdächtigen: Wo es am häufigsten hakt

Zwar ist jeder Körper anders, doch in den Praxen zeigt sich eine klare Tendenz. „Wenn ich die drei oder vier wichtigsten Baustellen nennen müsste, wären das Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer“, sagt Dr. Aaron Erez, Spezialist für funktionelle Medizin.

Besonders beim Magnesium zeigt sich in der Bevölkerung eine chronische Unterversorgung. Auch wenn ein akut lebensbedrohlicher Mangel selten ist, erreichen viele Menschen nicht die optimalen Werte. Das Problem: Unser moderner, chronischer Stress frisst Magnesium regelrecht auf. Akuter Stress bringt die Nieren über Adrenalin dazu, Magnesium vermehrt auszuscheiden, während dauerhaft erhöhtes Cortisol dafür sorgt, dass die internen Speicher chronisch erschöpft werden.

Auch die anderen Mitspieler sind essenziell: Zink hält die Immunabwehr aufrecht, während Kupfer für den Eisenstoffwechsel und die zelluläre Energiegewinnung unentbehrlich ist. Fehlt es hier an Balance, läuft der gesamte Organismus im Notbetrieb.

Der Weg aus der Müdigkeitsfalle

Wer den Verdacht hat, dass die eigenen Batterien leer sind, sollte allerdings nicht blind zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

„Ich kann den Menschen nur ans Herz legen, ihren Nährstoffstatus genau analysieren zu lassen, um echte Daten zu haben“, rät Dr. Erez. Ein umfassendes, spezielles Blutbild beim Arzt ist der sicherste Weg, um die Milligrammdefizite gezielt auszugleichen und den inneren Motor wieder zum Laufen zu bringen.

So kann die Lücke geschlossen werden

Bei der ausreichenden Versorgung mit Mineralstoffen geht es nicht nur darum, was man isst. Der Körper muss sie auch aufnehmen und verwerten können. Da Mineralstoffe in Synergie zusammenwirken, bietet eine vielfältige Auswahl an vollwertigen Nahrungsmitteln das beste Spektrum.

Auch bei mineralstoffreicher Ernährung nützt es wenig, wenn der Darm die Nährstoffe nicht aufnehmen kann. Magensäure, Entzündungen im Darm und Medikamente wie PPI spielen dabei eine große Rolle.

Foto: IMG visuals characters/iStock

Ernährung

Bryan Quoc Le, der in Lebensmittelwissenschaft und -technologie promoviert hat und als Lebensmittelwissenschaftler und Berater tätig ist, empfiehlt, mehr Obst und Gemüse zu essen – „den Regenbogen zu essen“ – und vorrangig auf regionale, saisonale Produkte zu setzen. Regionale Produkte, die gerade Saison haben, werden oft erst dann geerntet, wenn sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben, merkte Le an. „Das ist der ideale Zeitpunkt, an dem Obst und Gemüse ihren Mineralstoffgehalt maximieren“, sagte er.
Le wies außerdem darauf hin, dass auch die Art der Zubereitung Einfluss darauf hat, wie gut die Nährstoffe für den Körper verfügbar sind.
Der Verzehr fermentierter Lebensmittel ist eine zu selten genutzte Möglichkeit, Mineralstoffe besser verfügbar zu machen. Der Fermentationsprozess hilft dabei, die pflanzlichen Strukturen aufzubrechen, die es dem Körper sonst erschweren, auf die Mineralstoffe zuzugreifen.
„Der menschliche Körper ist eigentlich recht schlecht darin, rohe pflanzliche Strukturen aufzubrechen und die darin gebundenen Mineralstoffe aufzunehmen“, sagte Le und fügte hinzu: „Aber Fermentationsprozesse sind in der Lage, diese aufzuspalten. Wenn wir diese Lebensmittel dann konsumieren, nimmt unser Körper die freigesetzten Stoffe viel leichter auf. So schließt sich der Kreislauf.“
Eine weitere, oft übersehene Mineralstoffquelle sind die Schalen und Häute von Obst und Gemüse, in denen sich die Mikronährstoffe tendenziell anreichern. „Die Schale einer Kartoffel ist beispielsweise sehr reich an Kalium“, sagte Le. Er empfiehlt, Schalen nach Möglichkeit mitzuessen – idealerweise von Bio-Produkten, da sich synthetische Pestizide ebenfalls vor allem in den äußeren Schichten anlagern.

Aufnahme

Es spielt keine Rolle, wie viele Mineralstoffe in der Nahrung enthalten sind, wenn der Darm sie nicht resorbieren kann. Dabei spielt die Magensäure eine entscheidende Rolle. Sie aktiviert die Verdauungsenzyme, die die Nahrung aufspalten und Mineralstoffe zur Aufnahme erst freisetzen.
Bei einem langfristig zu niedrigen Säuregehalt wird dieser Prozess ineffektiv. Dies gilt insbesondere für Menschen, die Protonenpumpenhemmer (PPI) einnehmen, eine weit verbreitete Klasse säurereduzierender Medikamente.
„PPI senken den Säuregehalt tatsächlich so stark, dass man jene Mineralstoffe nicht mehr richtig aufspaltet und aufnimmt, die man eigentlich bräuchte“, sagte Erez.
Er wies außerdem darauf hin, dass die Magensäureproduktion mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise abnimmt, was teilweise erklärt, warum Mineralstoffmängel bei älteren Erwachsenen häufiger auftreten.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Mineralstoffaufnahme massiv beeinträchtigen kann, sind Entzündungen im Verdauungstrakt, wie Untersuchungen zeigen. „Es ist erstaunlich, wie stark dies die Aufnahme von Mineralstoffen beeinflusst“, sagte Le.
Wenn das Darmgewebe entzündet ist, räumt der Körper der Geweberegeneration Vorrang vor der Nährstoffaufnahme ein. „Wenn Ihre Darmzellen und Ihr Darmgewebe geschwächt oder gestresst sind, haben sie kein Interesse daran, weitere Stoffe einzuschleusen“, erklärte er.
Le rät dazu, entzündungsfördernde Lebensmittel wie hochverarbeitete Produkte sowie Alkohol strikt zu reduzieren. „Alkohol verträgt sich überhaupt nicht mit der Mineralstoffaufnahme“, sagte er. „Wenn man Alkohol trinkt, werden viele Mineralstoffe beschleunigt ausgeschieden.
Es ist für Leber und Magen eine enorme Belastung, diese toxische Belastung und die Nährstoffverarbeitung gleichzeitig zu bewältigen.“ Auch Lebensstilfaktoren wie Stressbewältigung und Schlafhygiene tragen dazu bei, Entzündungen im Körper in Schach zu halten.
Ein weiterer wichtiger Faktor: Manchmal kann der Körper einen bestimmten Nährstoff nur eingeschränkt aufnehmen, wenn gleichzeitig große Mengen eines anderen Elements vorhanden sind, da diese um dieselben Transportwege im Darm konkurrieren.
Das ist selten ein Problem, wenn man seine Mineralstoffe über eine ausgewogene Vollwertkost zu sich nimmt, kann aber bei unbedacht hochdosierten Einzelpräparaten zu einem Ungleichgewicht führen.

Nahrungsergänzung

Einfach hochdosierte Mineralstoffe oder andere Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, ohne das eigene Blutbild zu kennen, kann schnell neue Probleme schaffen. Manchmal ist das für den Regelkreis des Körpers genauso ungünstig wie der ursprüngliche Mangel selbst.
Eine Kategorie, die in diesem Bereich zunehmend Beachtung findet, sind Fulvosäuren und Huminstoffe – Verbindungen, die aus zersetzter organischer Substanz im Boden stammen.
Da sie über die moderne Nahrung nur schwer in nennenswerten Mengen aufgenommen werden können, werden sie in der Regel in Form von Tropfen, Pulver oder Kapseln angeboten.
Forschungsergebnisse, die 2025 in der Fachzeitschrift „Antioxidants“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass Huminstoffe die Nährstoffaufnahme bei Pflanzen signifikant verbessern können. Doch die Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen sind nach wie vor begrenzt.
Vorerst ist es am besten, auf eine solide Ernährungsgrundlage zu achten, die Darmgesundheit zu unterstützen und die Lebensstilfaktoren zu optimieren. Nahrungsergänzungsmittel sollten idealerweise nur bei nachgewiesenem Bedarf oder auf gezielte Anweisung eines Arztes eingenommen werden.
Der Schlüssel zur Zellgesundheit liegt nach wie vor in dem, was wir auf unseren Teller legen. Wenn Mineralstoffe der Motor unseres Körpers sind, dann sind nährstoffreiche Lebensmittel der Kraftstoff erster Wahl.
Wie Le es treffend formulierte: „Ein Einkauf auf dem Bauernmarkt ist ein hervorragender erster Schritt.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Mineral Deficiencies Can Lead to Fatigue and Brain Fog“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Dauernd müde? Warum Ihren Zellen der Saft ausgeht und was Sie dagegen tun können

Kennen Sie das? Sie fühlen sich ständig erschöpft, obwohl Sie eigentlich genug schlafen. Und egal, wie viel Kaffee Sie trinken: Der erhoffte Energieschub bleibt aus. Das liegt oft daran, dass die Kraftwerke in unseren Zellen – die Mitochondrien – im Laufe der Jahre an Effizienz verlieren.
Ab etwa der Mitte des Lebens bauen diese winzigen Strukturen ab. Sie produzieren weniger Energie, regenerieren sich langsamer und befeuern stattdessen schleichende Entzündungsprozesse im Körper. Das Ergebnis ist, dass dieselben Aktivitäten, die uns früher leicht fielen, uns plötzlich müde machen können. Man kann sich das wie einen stotternden Automotor vorstellen, bei dem nicht der Wagen streikt, weil wir zu schnell fahren, sondern weil die Ventile verschlissen sind.
Doch die Altersforschung hat einen Hoffnungsträger ausgemacht: Eine natürliche Verbindung namens Urolithin A könnte den zellulären Rückgang verlangsamen und die Funktion der Zellkraftwerke revitalisieren.
„Urolithin A wirkt direkt auf diesen Prozess ein, und zwar durch Mitophagie, also den Abbau erkrankter und funktionsgestörter Mitochondrien“, erklärte Cynthia Thurlow, amerikanische Gesundheitsexpertin und Buchautorin, gegenüber der Epoch Times in einer E-Mail.

Die Müllabfuhr der Zelle aktivieren

Der menschliche Körper kann prinzipiell Urolithin A selbst bilden, aber nicht jeder profitiert davon. Selbst der tägliche Verzehr von Granatäpfeln, Walnüssen, Himbeeren oder Brombeeren führt oft nicht zu einer effizienten Produktion. Obwohl diese Lebensmittel die Bildung von Urolithin A anregen können, hängt die tatsächliche Ausbeute maßgeblich vom individuellen Darm-Mikrobiom, der Darmflora, ab.
Nur etwa 40 Prozent der Menschen besitzen laut Studien die passenden Darmbakterien, um Urolithin A in nennenswerten Mengen selbst herzustellen.
Genau hier kommen Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel. Während die Aufnahme über die Nahrung stark schwankt, zeigt die Forschung, dass eine direkte Supplementierung mit Urolithin A zu einer bis zu sechsmal höheren Plasmakonzentration führte, als ein Glas Granatapfelsaft zu trinken.

Das große Ganze: Kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil

Urolithin A ist allerdings kein Wundermittel, das einen ungesunden Lebensstil wettmacht. Es funktioniert am besten als Teil einer umfassenden Strategie.
„Ich rate meinen Patienten immer, zuerst an den Grundlagen zu arbeiten“, betont Thurlow und meint: „Veränderungen im Lebensstil sind das Fundament, Nahrungsergänzungsmittel der nächste Schritt.“
Einen weitaus größeren Einfluss auf die Gesundheit der Mitochondrien als jedes einzelne Nahrungsergänzungsmittel haben:
  • Krafttraining & Bewegung: Regen die Zellen zur Neubildung an.
  • Ernährung: Eine ausreichende Proteinzufuhr liefert die Bausteine.
  • Schlaf & Entspannung: Reduzieren zellulären Stress.
Interessanterweise wirkt Urolithin A auf ganz ähnlichen biologischen Wegen wie Sport: Es sorgt für eine nachhaltige, langfristige Erneuerung der Zellkraftwerke statt für ein kurzes, künstliches Aufputschen.

Was die Wissenschaft sagt

Die klinische Datenlage wächst und liefert Belege für die positiven Eigenschaften von Urolithin A in klinischen Studien am Menschen:

  • Die JAMA-Studie (Senioren): Eine im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlichte Studie mit 66 Senioren (65 bis 90 Jahre) zeigte, dass nach einer viermonatigen Einnahme von 1.000 Milligramm Urolithin A täglich die Muskelausdauer der Teilnehmer stark anstieg. Sie schafften im Schnitt eine Steigerung um 95 Muskelkontraktionen vor der Ermüdung, während die Placebogruppe nur eine Steigerung um 12 Kontraktionen erreichte. Gleichzeitig beobachteten die Forscher auch niedrigere Entzündungsmarker im Blut bei den Senioren, die Urolithin A einnahmen.
  • Die Studie für die Generation 40+: Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte 50 Erwachsene in der Lebensmitte. Auch hier verbesserten sich die mitochondrialen Biomarker sowie Werte, die mit der Alterung des Immunsystems zusammenhängen.

Da Mitochondrien fast jedes biologische System mit Energie versorgen, profitiert nicht nur die Muskulatur, sondern auch Immunzellen. Funktionieren sie besser, sinkt das Risiko für chronische, altersbedingte Entzündungen.

Geduld ist gefragt: Was Sie erwarten können

Wer Urolithin A einnimmt, sollte keinen sofortigen „Kick“ wie nach einem Espresso erwarten. „Es ist kein Akut-Mittel“, stellt Thurlow klar. Die zelluläre Reinigung braucht Zeit. Die meisten Menschen bemerken erste Veränderungen nach sechs bis acht, oft auch erst nach zwölf Wochen – also in etwa dem Zeitraum, den auch ein neues Sportprogramm braucht, um sichtbare Erfolge zu zeigen.

Die Effekte sind subtil, aber nachhaltig:

  • Eine schnellere Regeneration nach dem Sport
  • Weniger ausgeprägter Muskelkater
  • Ein konstanteres Energieniveau über den Tag verteilt

Am Ende reagiert jeder Körper anders. Wie gut das Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich anschlägt, hängt von der Genetik, der Aufnahmefähigkeit des Darms und dem individuellen Stress, dem die eigenen Mitochondrien ausgesetzt sind, ab. Doch die zelluläre Altersforschung zeigt: Mehr Energie im Alltag entsteht nicht dadurch, dass wir uns mehr abverlangen – sondern indem wir unseren Zellen helfen, wieder richtig zu arbeiten.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Urolithin A: A Compound That May Help Rejuvenate Aging Mitochondria“. (deutsche Bearbeitung kr)

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Das Ozempic-Geheimnis unseres Körpers: Wie Sie das Abnehm-Hormon selbst aktivieren

Olivia war Ende 30 und übergewichtig. Ein GLP-1-Präparat half ihr zwar beim Abnehmen, doch die Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung wollte sie nicht länger in Kauf nehmen. Sie entschied sich, in Absprache mit ihrem Arzt, das Medikament abzusetzen.

Dass sie danach nicht, wie so viele andere, in die Jo-Jo-Falle tappte, verdankt sie einer Ernährungsumstellung: mehr Ballaststoffe, mehr Eiweiß, feste Mahlzeiten-Routinen. Olivias Fall ist kein Aufruf zum blinden Absetzen von Medikamenten. Aber ihre Geschichte zeigt etwas, das wir in der Ernährungsmedizin schon lange wissen: Das Hormon, das von Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy imitiert wird, kann unser Körper selbst herstellen.

Die entscheidende Frage lautet: Lässt sich diese körpereigene Produktion durch die richtige Ernährung so gezielt ankurbeln, dass der Appetit spürbar sinkt? Und taugt das Ganze als echte Alternative oder zumindest als Ergänzung zu Medikamenten?

Das Hormon, das der Darm bereits produziert

GLP-1 ist kein künstlicher Wirkstoff, sondern ein körpereigenes Hormon. Es wird von den sogenannten L-Zellen vorwiegend im hinteren Dünndarm und im Dickdarm ausgeschüttet, sobald wir Nahrung aufnehmen. Die Wirkung: Es verlangsamt die Verdauung, reguliert den Blutzuckerspiegel und signalisiert dem Gehirn: „Satt!“

„In Lebensmitteln selbst steckt kein GLP-1“, sagt Lisa Young, Ernährungsberaterin und Professorin an der New York University. „Aber bestimmte Nährstoffe, wie Ballaststoffe, Proteine und gesunde Fette, geben dem Körper das Signal, dieses Hormon eigenständig zu produzieren.“

Vor allem fermentierbare Ballaststoffe und Eiweiß regen die L-Zellen nachweislich am stärksten an.

Die besten GLP-1-Booster für den Speiseplan

Es geht dabei nicht um das eine exotische Superfood. Das Ziel ist eine Ernährung, die die nützlichen Darmbakterien füttert und so die Hormonausschüttung dauerhaft anregt.

Studien zeigen, dass präbiotische Ballaststoffe und eine pflanzenreiche Ernährung schon innerhalb weniger Wochen die Menge kurzkettiger Fettsäuren (SCFA) im Darm erhöht. Diese Fettsäuren versorgen die Zellen der Darmwand und kurbeln die GLP-1-Produktion an.

Genaue Mengen lassen sich nur schwer festlegen, denn es gibt keine Tabelle, die beispielsweise angibt, wie viel Knoblauch wie viel Butyrat (ein Beispiel für eine kurzkettige Fettsäure, welche die GLP-1-Produktion anregt) erzeugt. Entscheidend ist jedoch die kumulative Wirkung einer pflanzenreichen Ernährung, die gut dokumentiert ist:

  • Präbiotika-Klassiker: Zichorienwurzel, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Spargel. Sie liefern Ballaststoffe, die von den Mikroben in Butyrat umgewandelt werden.
  • Kreuzblütler: Brokkoli, Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, Blumenkohl und Grünkohl unterstützen die Darmflora. Leicht gegart sind sie besonders bekömmlich.
  • Hülsenfrüchte: Linsen und Bohnen stecken voller fermentierbarer Ballaststoffe (wie Galacto-Oligosaccharide) und fördern nachweislich das Sättigungsgefühl.
  • Resistente Stärke: Ein echter Geheimtipp. Sie entsteht, wenn Kartoffeln oder Reis nach dem Kochen abkühlen. Sie wird im Dünndarm nicht verdaut, wandert direkt in den Dickdarm und dient dort den guten Bakterien als Treibstoff.
  • Proteine und Fette: Hochwertiges Eiweiß aus Rind, Schwein, Fisch, Geflügel, Eiern, griechischem Joghurt, Hüttenkäse oder Tofu fördert die GLP-1-Stimulation. Gesunde Fette (Avocados, fetter Fisch, Olivenöl) unterstützen den Sättigungseffekt zusätzlich.
Ein biologischer Unterschied im Detail: Auch wenn eine gezielte Ernährung die körpereigene GLP-1-Ausschüttung nachweislich ankurbelt, gibt es einen wesentlichen Unterschied zu Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy. Deren Wirkstoffe (sogenannte GLP-1-Rezeptor-Agonisten) wurden künstlich so verändert, dass sie tagelang im Körper zirkulieren. Das natürliche, durch Nahrung stimulierte GLP-1 hingegen erfüllt seine Aufgabe direkt beim Essen und wird vom Körper innerhalb weniger Minuten wieder abgebaut.
Eine gesunde Ernährung zielt daher nicht auf einen dauerhaften, künstlich hohen Hormonspiegel ab, sondern auf das Wiedererlernen natürlicher, biologischer, individueller Sättigungssignale. Und genau das macht sie für den langfristigen Erfolg so unverzichtbar.

Mahlzeiten zusammenstellen, die die richtigen Signale senden

Das Ziel ist nicht eine einzelne ballaststoffreiche Mahlzeit, sondern ein gleichmäßiger Rhythmus über den Tag, bei dem möglichst viele Mahlzeiten Sättigungshormone wie GLP-1 anregen.
„Die Kombination aus Eiweiß, gesunden Fetten und Ballaststoffen ist entscheidend – das ist die Grundlage für echtes Sättigungsgefühl“, sagt Young.
Eine gute Orientierung sind etwa 20 bis 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit, wobei der genaue Bedarf je nach Alter, Aktivität und Stoffwechselgesundheit variiert.
In der Praxis könnte ein typischer Tag so aussehen:
  • Frühstück: Omelett aus drei Eiern mit frischen Kräutern, dazu gekochter Kohl und Kürbiskerne
  • Mittagessen: Linsen-Gemüse-Suppe mit Knoblauch und Zwiebeln
  • Abendessen: Lachs mit geröstetem Brokkoli und abgekühlten Kartoffeln oder Reis (für resistente Stärke)
Diese Ernährungsweise unterstützt gleich mehrere Sättigungsmechanismen auf einmal. Sie verlangsamt die Verdauung, stabilisiert den Blutzucker, erhält die Muskelmasse und versorgt die Darmbakterien, die langfristig die GLP-1-Produktion verbessern.
Gleichzeitig hilft es, hochverarbeitete Kohlenhydrate und raffinierten Zucker zu reduzieren. Diese Lebensmittel werden sehr schnell verdaut, lösen Blutzuckerspitzen und anschließende Abstürze aus, sorgen kaum für anhaltende Sättigung und verleiten durch ihre weiche Konsistenz sowie hohe Schmackhaftigkeit außerdem dazu, leicht zu viel zu essen.
„Meine Priorität ist es, ausgewogene Mahlzeiten und Snacks über den ganzen Tag zu verteilen – niemals Mahlzeiten auszulassen und ballaststoffreiche Kohlenhydrate immer mit Eiweiß zu kombinieren“, sagt die Ernährungsberaterin Samina Qureshi gegenüber der Epoch Times.

Warum Gewohnheiten trotzdem entscheidend bleiben

Ernährungsstrategien können die natürlichen Hungersignale des Körpers gut unterstützen, ersetzen aber keine GLP-1-Medikamente. Bei starker Adipositas oder schweren Stoffwechselproblemen wirken Lebensstiländerungen meist am besten in Kombination mit medizinischer Behandlung – nicht als reiner Ersatz.
Umgekehrt reichen Medikamente allein selten für dauerhafte Erfolge aus.
„Diese Medikamente können sehr wirksam sein, aber der größte Fehler, den ich immer wieder sehe, ist, dass die Menschen ihre Essgewohnheiten nicht ändern – egal ob sie das Medikament nehmen oder nicht“, sagt Qureshi.
„Sobald die Spritzen abgesetzt werden, fallen viele in alte Muster zurück und nehmen einen Großteil des Gewichts wieder zu.“
Deshalb sind langfristige Gewohnheiten so wichtig, unabhängig davon, ob jemand Medikamente dieser Art nimmt oder nicht.
Olivias Erfolg kam nicht durch Perfektion, sondern durch Beständigkeit: regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, genug Ballaststoffe und Routinen, die das alles über einen längeren Zeitraum tragen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Protein and Fiber Help Trigger Your Body’s GLP-1“. (Deutsche Bearbeitung vm, kr)
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Wenn das Gehirn wieder Rhythmus findet: Wie Tanzen das Leben mit Parkinson verändert

Parkinson schleicht sich in das Leben der Betroffenen. Es beginnt mit einem leisen Zittern, führt zu steifen Muskeln und lässt oft mitten in der Bewegung die Füße wie am Boden festfrieren. Doch auf der Tanzfläche passiert manchmal ein kleines Wunder: Wenn die Musik einsetzt, finden verloren geglaubte Bewegungen plötzlich ihren Fluss wieder.

Neurologen empfehlen das Tanzen heute als „Neurorehabilitation“. Der Grund ist simpel, aber genial: Tanz fordert uns ganzheitlich.

„Er verbindet gleichzeitig körperliche Bewegung, kognitive Herausforderungen, Musikwahrnehmung, Rhythmus, emotionale Beteiligung und soziale Interaktion auf eine Weise, wie es allgemeine Übungen wie das Gehen auf dem Laufband einfach nicht können“, sagte die Neurologin Dr. Fiona Gupta aus New York.

Der Takt, der die Blockade bricht

Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der Musik. Das menschliche Gehirn liebt Rhythmus. Bei Parkinson-Patienten sind die Basalganglien – jene tief im Gehirn liegenden Nervenknoten, die für die automatische Bewegungssteuerung zuständig sind – beschädigt. Die Musik wirkt hier wie ein externer Taktgeber. Eine Studie zeigt, dass Melodien weitaus besser helfen als das monotone Klicken eines Metronoms, weil sie zusätzlich Emotionen wecken.

  • Tango trainiert gezielt das Gleichgewicht und die Schrittlänge.
  • Gemischte Tanzprogramme reduzieren das gefürchtete „Freezing“, das plötzliche Einfrieren mitten im Gehen.
Das Beste daran: Das Gehirn lernt um. Durch das Einstudieren neuer Choreografien werden neue Nervenbahnen geknüpft. Das Gehirn umgeht die beschädigten Areale mittel Neuroplastizität – ein Effekt, den keine Tablette der Welt nachahmen kann.

Geschichten von der Tanzfläche

David Leventhal ist einer der Gründer von „Dance for PD“ bei der Mark Morris Dance Group in Brooklyn. Sein Programm, das Tanz als Hilfsmittel für Menschen mit Parkinson einsetzt, begann nicht in einem Labor, sondern mit einem Gespräch.
„Es rührt eigentlich daher, dass Parkinson uns gewissermaßen ausgewählt hat“, erzählte er der englischsprachigen Epoch Times.
Das Programm startete im Jahr 2001, als Olie Westheimer, Gründer der Brooklyn Parkinson Group, mit einer Idee an die Mark Morris Dance Group herantrat: einen echten Tanzkurs für Menschen mit Parkinson zu schaffen.
Westheimer war überzeugt, dass das Verständnis von Tänzern für Gleichgewicht, Rhythmus, Koordination, Bewegungsabläufe und ausdrucksstarke Bewegung Menschen mit motorischen Herausforderungen auf eine Weise helfen könnte, wie es Medizinern nicht möglich ist.
„Ich habe nach dem ersten Kurs miterlebt, wie die Kombination aus Tanz und Musik die körperliche und emotionale Erfahrung unserer Parkinson-Tänzer im Laufe von nur einer Stunde verändern konnte“, bemerkte Leventhal. „Es war beeindruckend.“

Mehr als nur Bewegung

Fragt man Menschen mit Parkinson, warum sie immer wieder zum Kurs kommen, geht das Gespräch schnell über Mobilität und Gleichgewicht hinaus.
Ein Teilnehmer, ein ehemaliger Marine und New Yorker Prozessanwalt, von dem man auf den ersten Blick kaum angenommen hätte, dass er sich in den Tanz verlieben würde, kam nach seiner Parkinson-Diagnose in den Kurs und entdeckte den Stepptanz.
Er führte schließlich ein Solo auf, an dem er monatelang gearbeitet hatte. „Der Stolz und die Freude in seinem Gesicht waren unvergesslich“, sagte Leventhal.
Eine andere Teilnehmerin fand das Selbstvertrauen und die Ausdauer, um auf einer Familienhochzeit zu tanzen – etwas, das sie sich sehnlichst gewünscht hatte.
„Das mag für viele vielleicht nichts Besonderes sein, aber für Menschen, die mit Parkinson leben, kann es von enormer Bedeutung sein, diese Art von Selbstvertrauen, Freude und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen“, fügte er hinzu.
Parkinson beeinträchtigt oft weit mehr als nur die Bewegung: Selbstvertrauen, Identität, Sprache und soziale Bindungen werden häufig gestört. Die sogenannte „Gesichtsmaske“ – die Tendenz der Krankheit, den sichtbaren emotionalen Ausdruck zu verringern – kann enge Beziehungen belasten.
In diesem Zusammenhang bietet der Tanz etwas, was die Medizin nicht leisten kann: einen Raum für Kreativität, Selbstentfaltung und echte zwischenmenschliche Verbundenheit.
„Wir wollten etwas schaffen, das den Menschen als Ganzes anspricht, anstatt uns nur auf die Symptome zu konzentrieren“, dies sagte Elaine Harvey, Leiterin von Moving Minds und Hauptmoderatorin von „Finding Flow“, dem Parkinson-Tanzprogramm der Organisation, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Die Vorteile erstrecken sich auch auf Pflegekräfte und Familienangehörige. Gemeinsame kreative Erlebnisse können Beziehungen über reine Pflegerollen hinaus erweitern und Momente der Freude und Partnerschaft ermöglichen, die die Krankheit sonst verdrängen würde, fügte Harvey hinzu.
Viele Teilnehmer kommen mit ihren Partnern, was durch die gemeinsamen Aktivitäten und die erlebte Verbundenheit zusätzliche positive Effekte hat.
In Großbritannien beschreibt Keith Wilson, der mit Parkinson lebt und sich für andere Betroffene einsetzt, seinen wöchentlichen Tanzkurs als ein echtes Highlight: „Vor meiner Diagnose habe ich gern Gesellschaftstanz getanzt, aber meine Körperhaltung ist nicht mehr so stabil“, sagte er. „Trotzdem ist der Parkinson-Tanzkurs für mich einer der schönsten Momente der Woche“.

So sieht ein Kurs aus

Zwar können Tanzkurse je nach Lehrer und Umgebung leicht variieren, doch folgen sie in der Regel einem ähnlichen Ablauf und sind so konzipiert, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus zugänglich sind.
Ein typischer „Dance for PD“-Kurs beginnt im Sitzen, damit sich alle aufwärmen und bewegen können, ohne sich Gedanken um das Gleichgewicht machen zu müssen.
Von dort aus können die Teilnehmer je nach ihren Fähigkeiten und ihrem Wohlbefinden zu Übungen im Stehen, Bewegungen mit Stuhlunterstützung, Barre-Übungen oder Schrittfolgen und Gruppentänzen übergehen. Dabei stehen stets Optionen im Sitzen zur Verfügung.
Einzigartige Einheiten kombinieren ausdrucksstarke Bewegung, Rhythmus und Improvisation – alles begleitet von sorgfältig ausgewählter Musik. Die Atmosphäre ist genauso wichtig wie die Bewegung. In den Einheiten herrscht ein Gefühl der Verbundenheit und gegenseitigen Unterstützung.
„Wo auch immer die Einheiten stattfinden, das Ziel ist niemals Perfektion; es geht darum, den Menschen zu helfen, sich mit mehr Selbstvertrauen, Fantasie, Musikalität und Freude zu bewegen und dabei starke soziale Bindungen aufzubauen“, sagte Leventhal.
Kreative Gesundheitsansätze werden manchmal unterschätzt, weil sie nicht immer nahtlos in klassische medizinische Modelle passen, so Harvey. Doch die wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen deutet darauf hin, dass sie genau dort hingehören.
„Tanz bietet gleichzeitig körperliche, kognitive, emotionale und soziale Stimulation auf eine Weise, die motivierend und zutiefst menschlich wirkt“, sagte sie. „Die Wirkung kann unglaublich groß sein.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Dance Does Something Parkinson’s Medication Cannot“. (deutsche Bearbeitung: vm)  
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CDC-Studie zu COVID-19-Impfung nach interner Ablehnung im JAMA veröffentlicht

Eine Studie mit Beteiligung von Wissenschaftlern der US-Gesundheitsbehörde CDC, die zuvor aus der hauseigenen Publikationsreihe der CDC ausgeschlossen wurde, ist nun im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht worden.
Die Forscher schätzen in der am 23. Juni erschienenen Studie, dass die COVID-19-Impfung zu 55 Prozent vor COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalten und zu 50 Prozent vor der Notwendigkeit von Notaufnahmen schützt.
„Erwachsene können ihr Risiko für schwere COVID-19-Verläufe senken, indem sie sich im Zeitraum 2025–2026 gegen COVID-19 impfen lassen“, schreiben die CDC-Epidemiologin Ruth Link-Gelles und ihre Mitautoren.

Stellungnahme des Ministeriums

Ein Sprecher des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, der übergeordneten Behörde der CDC, erklärte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times in einer E-Mail:
„Die CDC schützt die öffentliche Gesundheit, indem sie genaue, transparente und vertrauenswürdige Informationen bereitstellt. Dies erfordert die Anwendung höchster Standards wissenschaftlicher Genauigkeit, insbesondere wenn Ergebnisse klinische Entscheidungen wie Impfungen beeinflussen können. Wir führen in allen Veröffentlichungen der CDC einen wissenschaftlichen Diskurs darüber, wie sich die Wirksamkeit von Impfstoffen am besten messen lässt.“

Ablehnung durch CDC-Direktor Bhattacharya

Dr. Jay Bhattacharya, der amtierende Direktor der CDC, lehnte es Anfang des Jahres ab, den Artikel im „Morbidity and Mortality Weekly Report“ – einer von der CDC herausgegebenen Quasi-Fachzeitschrift – zu veröffentlichen.
„Die Studie verwendet ein ‚Test-Negative-Design‘, das keine unverzerrte Schätzung der Wirksamkeit liefert (und es ist unmöglich zu sagen, in welche Richtung die Verzerrung gehen wird)“, sagte Bhattacharya damals.
Im Gegensatz zum sogenannten Goldstandard der randomisierten kontrollierten klinischen Studien wird beim Test-Negative-Design nicht nach dem Zufallsprinzip in Impf- und Kontrollgruppen eingeteilt. Stattdessen nutzt man Beobachtungsdaten von erkrankten Personen mit ähnlichen Symptomen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Notaufnahmen getestet wurden. Danach vergleicht man, ob sie geimpft oder ungeimpft sind und ob sie tatsächlich positiv oder negativ auf die entsprechende Krankheit (im Fall der Studie COVID-19) getestet wurden oder ob die Symptome von einer anderen Infektion stammen.

Aufbau der Beobachtungsstudie

Die Beobachtungsstudie untersuchte Personen, die in medizinische Einrichtungen des „Virtual SARS-CoV-2, Influenza, and Other Respiratory Viruses Network“ aufgenommen wurden – einer Kooperation zwischen der CDC, dem Datenunternehmen Westat und verschiedenen Gesundheitssystemen wie Kaiser Permanente.
Die Studie bezog Personen ein, die vom 3. September 2025 bis zum 31. Dezember 2025 Notaufnahmen, Notfallambulanzen oder Krankenhäuser des Netzwerks aufsuchten, und teilte sie in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe bestand aus Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, die andere aus negativ getesteten.

„Test-Negative-Design“ und geschätzte Impfwirksamkeit

In der Studie zeigte sich, dass 4,5 Prozent der 85.725 Personen, die Ende 2025 Notaufnahmen oder Notfallambulanzen aufsuchten, positiv auf COVID-19 getestet wurden. Von diesen hatten 206 Personen (5 Prozent) Ende 2025 eine COVID-19-Impfung erhalten. Im Vergleich dazu hatten 12 Prozent der negativ getesteten Personen kürzlich eine COVID-19-Impfung erhalten.
Das bedeutet für die Berechnung, dass die COVID-19-Impfung einen Schutz von 50 Prozent vor Besuchen in Notaufnahmen und Notfallambulanzen im Zusammenhang mit COVID-19 bot.
Die Forscher wandten dieselbe Methode zur Schätzung der Wirksamkeit gegen COVID-19-bedingte Krankenhausaufenthalte an.
Da ein höherer Prozentsatz der negativ getesteten Personen eine Impfung erhalten hatte, bezifferten sie die Wirksamkeit gegen Krankenhausaufenthalte auf 55 Prozent.

Einschränkungen und Interessenkonflikte

Die Studie führt vier Einschränkungen an, darunter eine mögliche Fehlklassifizierung des Impfstatus der Patienten.
Mehrere Autoren gaben an, Fördermittel von COVID-19-Impfstoffherstellern wie Pfizer und Moderna erhalten zu haben. Die Studie wurde von der CDC und den Kaiser Foundation Hospitals finanziert.

Bewertung durch Expertin Natalie Dean

In einem begleitenden Leitartikel erklärte Natalie Dean, außerordentliche Professorin am Institut für Biostatistik und Bioinformatik der Rollins School of Public Health der Emory University, dass das „Test-Negative“-Design zwar Einschränkungen aufweise, aber dennoch genaue Schätzungen der Wirksamkeit liefern könne.
Grund dafür sei laut Dean, dass Patienten mit negativem COVID-19-Testergebnis „die zugrunde liegende Ausgangspopulation, aus der die COVID-19-Fälle hervorgingen, annähernd repräsentieren“. Dies ermögliche es den Forschern, die Impfstoffwirksamkeit zu schätzen, ohne einen vollständigen Nenner zu ermitteln.
Sie wies darauf hin, dass dieses Studiendesign seit Jahrzehnten zur Abschätzung der Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen verwendet wird.
Dean gehörte zu den Befürwortern von „Test-Negative“-Studien, die sich während einer von Bhattacharya organisierten CDC-Veranstaltung zur Diskussion dieser Methode zu Wort meldeten.

Kritik von Martin Kulldorff

Martin Kulldorff, ein Berater des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, erklärte während der Veranstaltung, dass die Verwendung einer Kontrollgruppe für eine „Test-Negativ“-Studie zu COVID-19-Impfstoffen bei Personen, die mit einer Nicht-COVID-19-Infektion ins Krankenhaus kamen, nicht funktionieren würde.
„Es könnte sein, dass sie aus einer gebrechlicheren Bevölkerungsgruppe stammen“, sagte er. „Sie reagieren empfindlicher auf Infektionen, und das wissen sie auch; aus diesem Grund wird ihnen die Impfung besonders dringend empfohlen.“
Das hat nichts damit zu tun, ob der Impfstoff vor COVID schützt oder nicht. Es führt lediglich zu einer Verzerrung. Und diese Verzerrung kann in beide Richtungen gehen“, so die Einschätzung von Kulldorff.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „COVID-19 Vaccine Study, Blocked From CDC Journal, Now Published“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Frisch, tiefgekühlt oder aus der Dose: Nährstoffe in Obst und Gemüse


In Kürze:

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen.
  • Nicht nur frische und saisonale Lebensmittel sind nährstoffreich, auch in Tiefkühlprodukten, Konserven und Trockenware stecken gesundheitsfördernde Vitalstoffe, manchmal mehr als in frisch gekauften Früchten.
  • Welche Lebensmittel eignen sich für welche Lagerung und Verarbeitung am besten als Alternative zu frischen, saisonalen Produkten?

 
Gemüse und Obst liefern wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse wird mit einem verminderten Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Demenz und verschiedene Krebserkrankungen sowie einer frühzeitigen Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Wer regelmäßig auf eine ausreichende Zufuhr achtet, kann damit seine Gesundheit langfristig fördern.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher im Rahmen ihrer 10 Regeln für vollwertiges Essen und Trinken, fünf Portionen Gemüse und Obst täglich zu essen. Dies entspricht rund 400 Gramm (drei Portionen) Gemüse und 250 Gramm (zwei Portionen) Obst pro Tag.
Laut Robert Koch-Institut (RKI) konsumierte im Jahr 2019 jedoch lediglich ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland überhaupt täglich Gemüse und Obst, geschweige denn in den empfohlenen Mengen.
Es stellt sich daher die Frage, wie sich diese fünf Portionen am besten in den Alltag integrieren lassen. Sollte ausschließlich frisches Obst und Gemüse verzehrt werden oder sind auch Tiefkühlprodukte, Konserven und Trockenprodukte eine sinnvolle Alternative? Und wie unterscheiden sich diese Varianten hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts?

Obst und Gemüse – frisch, reif und saisonal am besten

Grundsätzlich gilt: Frisch, reif und saisonal geerntetes Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau weist den höchsten Gehalt an Vitaminen, sekundären Pflanzen- und Aromastoffen auf. Ideal sind Lebensmittel aus dem eigenen Garten, der Einkauf auf einem Wochenmarkt, direkt beim Erzeuger oder im Hofladen eines Bio-Landwirtes. Oft werden die Lebensmittel am Vorabend oder am Morgen des Verkaufstags geerntet. Werden sie anschließend im Kühlschrank gelagert, bleiben die Nährstoffverluste auch nach einigen Tagen gering.
Anders sieht es häufig bei Obst und Gemüse aus dem Supermarkt aus. Durch lange Transportwege, Zwischenlagerung im Handel und zu Hause im Kühlschrank können zwischen Ernte und Verbrauch ein bis zwei Wochen vergehen. In dieser Zeit nimmt vor allem der Gehalt an licht- und sauerstoffempfindlichen Vitaminen, wie Vitamin C, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe ab, wobei die Menge des Verlusts stark vom jeweiligen Lebensmittel selbst sowie von der Lagertemperatur und -umgebung abhängig ist.
Gut lagerfähige Lebensmittel wie Äpfel, Birnen, Wurzel- oder Kohlgemüse verlieren bei sachgerechter Lagerung deutlich weniger Nährstoffe als empfindliche Sorten wie Spinat, Blattsalate oder Beeren. So beträgt der Vitamin-C-Verlust bei Spinat nach einer Woche Lagerung im Kühlschrank bis zu 50 Prozent und bei Karotten nur etwa 10 Prozent.
Hinzu kommt, dass insbesondere exotische Früchte häufig unreif geerntet werden. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf den Geschmack, sondern auch auf den Gehalt an wertvollen Nähr- und Vitalstoffen aus.

Tiefkühlprodukte – oft eine gute Alternative

Tiefgekühltes Obst und Gemüse stellt in vielen Fällen eine gute Alternative zu Frischware aus dem Supermarkt dar – in manchen Fällen kann es sogar eine bessere Wahl sein. Der Nährstoffgehalt entspricht meist dem von frischem Gemüse oder Obst, das eine Woche im Kühlschrank gelagert wurde. Da tiefgekühlte Lebensmittel in der Regel direkt nach der Ernte verarbeitet und schockgefrostet werden, bleiben viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten.
Vor dem Einfrieren wird Gemüse jedoch oft blanchiert, um Enzyme zu deaktivieren und die Haltbarkeit zu verbessern. Dabei gehen hitze- und wasserempfindliche Vitamine wie Vitamin C und Folat, aber auch die Vitamine B1, B5 und B6 teilweise verloren. Zudem können wasserlösliche Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium teilweise in das Blanchierwasser über- und verloren gehen.
Dennoch entspricht beispielsweise der Nährstoffgehalt von Tiefkühlspinat meist dem von frischem Spinat aus dem Supermarkt und kann ihn sogar übertreffen. Sein Vorteil besteht darin, dass die verbleibenden Nährstoffe nach dem Einfrieren über einen langen Zeitraum relativ gut erhalten bleiben, während frischer Spinat durch Transport und Lagerung kontinuierlich an Nährstoffen verliert.
Auch bei exotischen Früchten wie Mango, Maracuja und Ananas sowie bei Beeren kann das Einfrieren Vorteile bringen. Die Früchte werden reif geerntet und direkt im Ernteland schockgefrostet. Dadurch bleiben Aroma, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, die vorwiegend in Beeren vorkommen, besser erhalten. Ein weiterer Vorteil von Tiefgekühltem ist eine lange Haltbarkeit, schnelle Verfügbarkeit und häufig auch ein günstiger Preis.
Zwar entstehen durch den Gefrierprozess höhere Energiekosten – diese können sich aber durch weniger Lebensmittelverschwendung teilweise ausgleichen. Die Lagerung duldet keine lückenhafte Kühlung und erfordert daher die ständige Verfügbarkeit von Strom.
Nachteilig beim Einfrieren wirkt sich die Bildung von Eiskristallen aus. Sie beschädigen die Zellstruktur von Lebensmitteln und lassen sie nach dem Auftauen matschig werden. Dabei können Zellsaft und darin enthaltene wasserlösliche Nährstoffe austreten, wodurch es zu gewissen Nährstoffverlusten kommen kann.

Konserven und Eingemachtes – lange haltbar und kostengünstig

Beim Einmachen werden Lebensmittel je nach Säuregehalt auf etwa 80 °C bis 120 °C erhitzt. Dabei werden insbesondere hitzeempfindliche Vitamine (C, B1, B5, B6) und sekundäre Pflanzenstoffe teilweise abgebaut. Je kürzer die Erhitzungsdauer und je niedriger die Temperatur, desto mehr dieser Stoffe bleiben erhalten, was heute bei industriellen Konservierungstechniken häufig beachtet wird.
Obst und säurehaltige Früchte können beispielsweise bereits bei Temperaturen um 80 °C sicher konserviert werden. Hülsenfrüchte und säurearmes Gemüse müssen dagegen deutlich stärker erhitzt werden, um gesundheitsschädliche oder tödliche Bakterien wie Clostridium botulinum zuverlässig abzutöten.
Der ernährungsphysiologische Wert von Hülsenfrüchten beruht vor allem auf ihrem hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt. Beide bleiben durch das Einkochen nahezu vollständig erhalten. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente sind weitgehend hitzestabil. Ein Teil kann jedoch in die Einmach- oder Kochflüssigkeit übergehen.
Abgesehen vom Verlust der hitzeempfindlichen Vitalstoffe sprechen mehrere Vorteile für Konserven: Sie sind bei Raumtemperatur für längere Zeit haltbar, preisgünstig, jederzeit verfügbar und schnell zubereitet. Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe sowie das Eiweiß von Hülsenfrüchten bleiben größtenteils erhalten. Und sie lassen sich selbst herstellen.
Beim Kauf von Obst- und Gemüsekonserven sollten einige Aspekte beachtet werden: Obstkonserven enthalten oft zugesetzten Zucker. Um diesen zu reduzieren, ist es besser, Produkte zu wählen, die im eigenen Saft und ohne Zuckerzusatz eingemacht sind. Gemüsekonserven weisen häufig einen hohen Salzgehalt auf. Auch hier ist es besser, zu Produkten ohne Salzzusatz zu greifen. Durch das Abspülen des Gemüses vor dem Essen kann der Salzgehalt ebenfalls reduziert werden.

Getrocknetes Obst- und Gemüse

Beim Trocknen geht ein Großteil des sauerstoffempfindlichen Vitamin C verloren, ebenso ein Teil der B-Vitamine und Folat sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Mineralien und Spurenelemente sowie Ballaststoffe bleiben hingegen erhalten.
Durch den Wasserentzug sind getrocknete Lebensmittel zwar sehr lange haltbar, allerdings konzentriert sich dadurch auch der Zucker- und Kaloriengehalt. Daher sollten Trockenfrüchte nur in kleinen Portionen genossen werden.
Getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sind getrocknet ebenso sehr lange haltbar und im Vergleich zu Konserven sehr preisgünstig. Beachtet werden sollte jedoch ihre längere Einweich- und Zubereitungszeit.

Die richtige Mischung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass nicht nur frisch geerntetes und saisonales Obst und Gemüse den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Auch Tiefkühl-, Dosen- und Trockenprodukte sowie gelagerte Lebensmittel enthalten zahlreiche Vitalstoffe, die die Gesundheit fördern.
Denn während hitze-, licht- und sauerstoffempfindliche Vitamine wie Vitamin C, Folat und einige B-Vitamine sowie ein Teil der sekundären Pflanzenstoffe zwar je nach Verarbeitung teilweise verloren gehen, bleiben Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß weitgehend erhalten. Auch fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, Vitamin E und Vitamin K sowie Beta-Carotin sind vergleichsweise stabil.
Entscheidend ist vor allem, täglich eine bunte Vielfalt an Obst und Gemüse in die Ernährung zu integrieren – sowohl frisch als Rohkost als auch in schmackhaften Gerichten, die mit frischen, tiefgekühlten, konservierten oder getrockneten Zutaten zubereitet werden können.
Welche Lebensmittel sind für welche Lagerung oder Verarbeitung am besten geeignet? Die nachfolgende Aufstellung gibt einen Überblick:
Am besten frisch verzehren, nur kurz lagern:

Gurken, Blattsalate, Zucchini, Melonen

Gut geeignet für eine längere Lagerung als Frischware (Kühlschrank oder kühler Keller):

Karotten, Rote Bete, Knollensellerie, Pastinaken, Kürbis, Rotkohl, Weißkohl, Äpfel, Birnen, Kohlrabi, aber auch Zitronen und Orangen

Besser tiefgefroren als längere Zeit frisch gelagert:

Spinat, Mangold, Brokkoli, Blumenkohl, Erbsen, Grüne Bohnen, Paprika, Beeren, Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, exotische Früchte wie Ananas, Maracuja, Papaya, Mango

Geeignet zum Einkochen, Fermentieren:

Hülsenfrüchte, Tomaten (die Verfügbarkeit von Lycopin erhöht sich dabei), Quitte, Beeren, Aprikosen, Pflaumen, Weißkohl (Sauerkraut)

Ideal zum Trocknen:

Hülsenfrüchte, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Feigen, Datteln, Weintrauben (Rosinen)

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Die Sorge vor Borreliose nach dem Zeckenstich – und eine Methode die dagegen hilft

Als die 36-jährige Büroangestellte Julia R. am Morgen nach einem Zeckenstich meine Praxis aufsuchte, war sie sichtlich verunsichert. Sie wirkte angespannt, sprach schneller als gewöhnlich und
beschrieb eine innere Unruhe, die sie seit der vergangenen Nacht nicht mehr losgelassen hatte. An Schlafen war nicht zu denken: Beim Duschen hatte sie eine festgesaugte Zecke entdeckt, sie sachgemäß entfernt und zunächst versucht, den Vorfall zu vergessen.
Doch später, beim Recherchieren im Internet, wuchs die Sorge, dass sich eine Infektion entwickelt haben könnte. Ihre 42-jährige Freundin berichtete ihr vor einigen Wochen von einer Borrelioseinfektion, die bei dieser schleichend begann. Sie war plötzlich erschöpft, klagte über wandernde Gelenkschmerzen, einen drückenden Kopf, Konzentrationsstörungen und eine innere Unruhe, die sie ernst nicht einordnen konnte.
Ihr Arzt bestätigte zunächst, dass immer öfter Patienten mit solchen allgemeinen Symptomen kommen, deren Ursache aber oft nicht nachhaltig genug nachgegangen wird. Erst auf intensives
Nachfragen hätte sich Ihre Freundin dann erinnert, sechs Wochen zuvor eine kleine Zecke an ihrem Oberschenkel entdeckt zu haben, sie entfernt und – wie so viele – entsorgt zu haben.
Zunächst hatte sie keine Symptome beobachtet, auch kein typisches Exanthem (Wanderröte). Erst später stellten sich Gelenkschmerzen, Kopfdruck und eine lähmende Müdigkeit ein.
Aufgrund der Erfahrung ihrer Freundin, hatte Julia R. nun umso größere Angst, dass es ihr genauso ergehen würde. Nicht, weil bereits  Symptome spürbar oder eine Infektion nachweisbar gewesen wäre, sondern weil die Unsicherheit nach einem Zeckenstich für viele Betroffene zur größten Belastung wird.

Zecken in Deutschland

Dass sich die Risikogebiete in Deutschland ausbreiten, wie Epoch Times berichtete, und Zecken ein Infektionsrisiko darstellen, ist wissenschaftlich gut belegt.
Zecken sind bekannt dafür, Überträger von zwei Krankheiten zu sein: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ausgelöst durch Viren, und Borreliose, die durch Bakterien – sogenannte Borrelien – verursacht wird.
Während laut einer Studie in Deutschland im Durchschnitt weniger als 1 Prozent der Zecken positiv auf das FSME-Virus getestet wurden, sind Borrelien wesentlich häufiger.
Eine Untersuchung der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2022  analysierte über 2.000 Zecken und zeigte, dass je nach Region zwischen 10 und 35 Prozent mit Borrelien infiziert waren, in manchen städtischen Parks sogar über 30 Prozent.
Diese Zahlen sind nicht nur statistische Werte, sondern ein Hinweis darauf, dass jeder Zeckenstich ernst genommen werden sollte. Denn Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die chronisch verlaufen kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Allerdings ist eine frühzeitige Diagnose oftmals mit einigen Herausforderungen verbunden.

Labordiagnostik hilft in den ersten Wochen meist nicht

Die schulmedizinische Diagnostik ist in der Frühphase einer möglichen Borreliose oft unzuverlässig. Eine Studie an dem das Charité Berlin beteiligt war zeigt, dass bis zu 50 Prozent der Bluttests in den ersten drei Wochen falsch-negativ ausfallen. Das bedeutet: Ein Patient kann bereits infiziert sein, während die Laborwerte noch Entwarnung geben.
Genau diese Lücke zwischen klinischer Realität und diagnostischer Messbarkeit ist es, die Beachtung finden sollte. Müdigkeit, diffuse Schmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme gelten hier nicht als „unspezifisch“, sondern als Ausdruck einer Infektion, die sich bereits im Körper ausbreitet.

Nicht jede Borreliose zeigt auch eine Wanderröte

Auch das klassische Symptom der Wanderröte ist weit weniger zuverlässig, als viele glauben. Eine Untersuchung der Universität Ljubljana aus dem Jahr 2018  zeigt, dass nur etwa 67 Prozent der Patienten die für Borreliose typische Wanderröte entwickeln. Ein Drittel zeigt lediglich allgemeine Beschwerden, die leicht übersehen oder fehlinterpretiert werden können. Viele Patienten fühlen sich zunächst „irgendwie krank“, ohne dass ein einzelnes Symptom dominiert.
Eine weitere wichtige Frage ist, wie zuverlässig Antibiotika im Falle einer Infektion wirken. Eine Metaanalyse der Johns Hopkins University aus dem Jahr 2021 zeigt, dass 10 bis 20 Prozent der Patienten trotz einer Behandlung über Monate oder Jahre weiterhin unter Symptomen leiden.
Diese Zahlen sind nicht nur für die Ganzheitsmedizin relevant, sondern auch für die Schulmedizin – denn sie belegen, dass Borreliose trotz Antibiotikatherapie persistieren kann. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte beispielsweise , dass bei einem Teil der Patienten  Borrelien-DNA weiterhin nachweisbar war, obwohl die klassische Antibiotikatherapie abgeschlossen war. Die Autoren betonen, dass der Nachweis von DNA zwar nicht zwingend bedeutet, dass die Bakterien lebendig sind – aber er ist ein Hinweis darauf, dass Erregerreste im Körper verbleiben, die das Immunsystem weiter stimulieren könnten.
Weitere Forschungen stützen diese Beobachtung. Wissenschaftler zeigten, dass Borrelien in der Lage sind, Biofilme zu bilden und sich damit in einen Zustand umzuwandeln, der gegenüber Antibiotika weniger empfindlich ist. Und eine weitere vielzitierte Studie ergab in einem Primatenmodell, dass Borrelien selbst nach intensiver Antibiotikatherapie in Geweben nachweisbar bleiben können. Was diese Ergebnisse für infizierte Menschen bedeuten, ist bisher in Fachkreisen umstritten, aber die Studienergebnisse spiegeln eine klinische Realität wider: Antibiotika helfen – aber eben nicht immer.

Der entscheidende Hinweis, den viele erst zu spät erfahren

Erst am Ende der diagnostischen Überlegungen kommt ein Aspekt ins Spiel, der eigentlich am Anfang stehen sollte und in der ganzheitsmedizinischen Praxis auch gerade bei Angstpatienten wichtig ist – und der im Fall von Julia R. entscheidend war: die Untersuchung auf Borrelien der Zecke selbst. Denn wo keine Borrelien sind, können auch keine übertragen werden. Vorausgesetzt für die Entwarnung bei einem negativen Ergebnis, ist natürlich dass der Test von einem Speziallabor korrekt durchgeführt und ausgewertet wurde und beim Patienten beispielsweise kein zweiter umbemerkter Zeckenstich vorliegt.
Laut Universität Zürich sind ungefähr 70 Prozent der von ihnen untersuchten Zecken negativ auf Borrelien getestet worden. Im Falle eines positiven Nachweises auf Borrelien in der Zecke bedeutet es jedoch auch nicht automatisch, dass sich der Betroffene durch den Stich immer ansteckt. Jedoch gibt es den Patienten Klarheit darüber, dass das Risiko einer Infektion gegeben ist und sie umso genauer auf entsprechende Symptome achten sollen.
Meine eigenen Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass bei meinen Patienten in Niedersachsen in den letzten fünf Jahren bisher ungefähr 20 Prozent der Zecken Überträger von Borrelien waren. Eine frühzeitige Entwarnung für die Patienten ist also in vielen Fällen möglich. Der Zeckentest, dessen Kosten von den Krankenversicherungen nicht übernommen werden, schafft Orientierung, nimmt Druck aus der Situation und ermöglicht es, individuell und differenziert zu handeln. Für Julia R. bedeutete die Untersuchung der Zecke, früh zu wissen, wie groß das Risiko für Borreliose in ihrem Fall war. Der Test war negativ und schon nach zwei Tagen war die Angst, die ihr schlaflose Nächte bescherte, deutlich gemindert.

Fazit

Insgesamt ist es wichtig, einen Zeckenstich nicht zu bagatellisieren, sondern ihn als möglichen Auslöser einer Infektion zu betrachten, die – wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird – chronisch verlaufen kann. Die Forschung belegt, dass Zecken Borrelien übertragen, frühe Bluttests unzuverlässig sind, die Wanderröte nicht immer auftritt, Antibiotika nicht immer ausreichen und Spätfolgen real sind. Diese Erkenntnisse sollten ergänzt werden um eine entscheidende Perspektive: Manchmal beginnt der Weg zu Klarheit und Heilung mit einer winzigen Zecke, die man nicht wegwirft, sondern aufbewahrt und untersucht.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Stickstoffmonoxid: Warum Bluthochdruck auch im Mund beginnt


In Kürze:

  • Stickstoffmonoxid spielt im Körper eine größere Rolle, als viele annehmen: Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten.
  • Die Mundflora arbeitet in diesem Zusammenhang offenbar an einem System mit, das Blutdruck und Durchblutung beeinflusst.
  • Unser Gesundheitssystem ist in einzelne Bereiche unterteilt, doch unser Organismus arbeitet als großes Ganzes.
  • 7 Tipps – von Ernährung über Zahnpasta bis Schnarchen – helfen den Gefäßen.

 
Nach fast 30 Jahren in der Naturheilkunde passiert mir das immer noch: Ich stoße auf einen Zusammenhang und denke erst einmal, das könne doch nicht ernsthaft so einfach sein? Beim Thema Stickstoffmonoxid (abgekürzt NO), passierte mir aber genau das.
Bevor Sie jetzt denken: „Stickstoffmonoxid? Brauche ich nicht …“, halten Sie kurz inne. Es geht nämlich um Blutdruck, Durchblutung, Gefäßelastizität und die Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und Muskulatur. Also um Themen, die spätestens ab der Lebensmitte nicht mehr ganz nebensächlich sind.
Einige Kraftsportler, Ausdauerathleten und Trainer kennen NO bereits seit Jahren. Es geht bei diesem Thema um bessere Durchblutung, mehr Sauerstoff in der Muskulatur und bessere Leistungsfähigkeit. Arginin, Citrullin und Rote-Bete-Konzentrate werden in diesem Bereich schon lange verwendet. Rote Bete färbt bei manchen Menschen sogar den Urin rötlich, weshalb im Sport allerlei Anekdoten kursieren.
Die 10 gesunden Vorteile von Rote Bete

Rote Bete wird von Profisportlern für die Förderung der Durchblutung geschätzt.

Foto: dianazh/iStock

Ob bei großen Wettkämpfen wie den Olympischen Spielen tatsächlich reihenweise rot-violette Urinproben auftauchten, sei dahingestellt. Dass Rote Bete im Leistungssport wegen der Nitrate aber genutzt wird, ist jedoch kein Geheimnis.
Der Punkt ist aber folgender: Was im Sportbereich zur Leistungssteigerung verwendet wird, spielt für die allgemeine Gesundheit sehr wahrscheinlich eine viel größere Rolle, als bisher gedacht.

Wenn die Gefäße enger werden

Stickstoffmonoxid ist ein kleines, kurzlebiges Molekül mit großer Wirkung. Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten. Verbessert die Mikrozirkulation und damit die Durchblutung der kleinen Gefäße. Und beeinflusst auch den Blutdruck, Sauerstoffversorgung, Mitochondrien und sogar immunologische Prozesse.
Wenn die NO-Bildung nachlässt, wird der Körper im übertragenen Sinn enger: Die Gefäße verlieren an Elastizität, die Durchblutung wird schlechter, der Blutdruck steigt leichter. Letzteres ist Physik. Damit  eine bestimmte Menge Flüssigkeit durch einen kleineren Querschnitt fließen kann, muss die Fließgeschwindigkeit steigen, dafür ist höherer Druck nötig.

Der Unterschied zwischen gesunden und ungesunden Blutdruck schematisch dargestellt.

Foto: blueringmedia/iStock

Lange dachte man bei NO vor allem an die Aminosäure Arginin. Aus ihr kann der Körper über bestimmte Enzyme Stickstoffmonoxid bilden. Deshalb steckt Arginin in vielen Sportpräparaten.
Später kam Citrullin hinzu, weil es im Körper zu Arginin umgebaut wird und etwas zuverlässiger wirkt. Das ist alles schon ziemlich interessant, aber noch nicht der spannendste Teil. Denn es gibt einen zweiten Weg: den Nitrat-Nitrit-NO Weg – und dieser beginnt im Mund.

Die Mundflora als Gefäßhelfer

Nitrat aus der Nahrung, vor allem aus Gemüse, wird im Speichel konzentriert. Bestimmte Bakterien im Mundraum, besonders auf der Zunge, wandeln dieses Nitrat in Nitrit um. Aus Nitrit kann der Körper wiederum Stickstoffmonoxid bilden. Anders gesagt: Die Mundflora ist an der Gefäßregulation beteiligt.
Die Bakterien im Mund sind nicht nur „Keime“, die man möglichst entschlossen beseitigt, damit der Atem nach Minze riecht. Ein Teil dieser Bakterien arbeitet offenbar an einem System mit, das Blutdruck, Gefäßweite und Durchblutung beeinflusst.
Die Bedeutung der Darmflora hat sich inzwischen herumgesprochen. Was wir Naturheilkundler in den 1990er-Jahren noch erklären mussten, ist heute fast Allgemeinwissen. Bei der Mundflora stehen wir an einem ähnlichen Punkt. Nur, dass es dieses Mal nicht um Verdauung geht, sondern um die Gefäße.
Besonders nitratreiche Lebensmittel sind Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Radieschen, Staudensellerie, Kohlrabi, Petersilie und grüne Blattgemüse. In Kurzform sieht der Zusammenhang wie folgt aus: Nitrat aus Gemüse, Mundflora, Nitrit, Stickstoffmonoxid, Gefäßerweiterung, bessere Durchblutung. So einfach kann Biochemie manchmal sein. Und so schnell kann man sie stören.

Nitratreiche Lebensmittel wie Rucola, Spinat, Mangold, Petersilie und grünes Blattgemüse helfen den Blutgefäßen.

Foto: Svetl/iStock

Mundspülung: Hygiene oder Dauerangriff?

Wenn bestimmte Mundbakterien für diesen Weg wichtig sind, stellt sich sofort die Frage, was mit Menschen passiert, die ihre Mundflora täglich mit aggressiven Mundspülungen bearbeiten? Viele Mundspülungen werden als moderne Hygiene verkauft: frischer Atem, weniger Keime. Das klingt logisch und überzeugend. Aber was geschieht, wenn dabei genau jene Bakterien reduziert werden, die Nitrat in Nitrit umwandeln?
Vor allem stark antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin können die Mundflora massiv verändern. Nach bestimmten zahnärztlichen Eingriffen kann dies zeitlich begrenzt sinnvoll sein. Als tägliche Dauerlösung halte ich es für extrem fragwürdig. Wer seine Mundflora „chemisch niedermäht“, greift möglicherweise auch in seine körpereigene NO-Regulation ein.
Und es lohnt sich auch ein Blick auf die Zahnpasta. Viele Produkte sind geradezu kleine Chemiebaukästen: Schaumbildner, aggressive Tenside, künstliche Aromen, Süßstoffe, Titandioxid, Mikroplastik, Fluoride und weitere Zusätze.
Nicht jede Zahnpasta ist ein Problem, aber die Vorstellung, man könne zweimal täglich einen industriellen Cocktail in den Mundraum bringen und das habe mit dem restlichen Körper nichts zu tun, halte ich für ziemlich naiv.

Die falsche Mundspülung oder Zahnpasta kann die guten Bakterien im Mund töten und könnte Bluthochdruck begünstigen.

Foto: Inna Dodor/iStock

Die Sache mit den Zahnherden

Noch wichtiger wird der Mundraum beim Thema Parodontitis, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne und chronische Entzündungen. Aus naturheilkundlicher Sicht können solche Herde systemisch wirken. Nicht bei jedem und nicht immer. Ich weiß auch, dass viele Zahnärzte dieses Thema sehr kontrovers betrachten.
Klar ist jedoch, dass chronische Entzündungen oxidativen Stress fördern. Oxidativer Stress kann Stickstoffmonoxid abfangen und dessen Bioverfügbarkeit verschlechtern. Wer Blutdruck, Mikrozirkulation und Mitochondrien verbessern möchte, sollte deshalb auch den Mundraum beachten.
Damit wären wir beim hohen Blutdruck. Meist wird in diesem Zusammen über Salz, Stress, Cholesterin, Übergewicht oder Medikamente gesprochen. Das ist nicht falsch, aber unvollständig.
Wenn Gefäße sich nicht mehr ausreichend entspannen, steigt der Druck leichter. Wenn die Gefäßinnenwand (das Endothel), schlechter arbeitet, wird die Regulation träger. Kommen Bewegungsmangel, Insulinresistenz, schlechter Schlaf, Entzündungen und oxidativer Stress hinzu, wird aus einem Messwert schließlich ein Regulationsproblem.

Schnarchen ist kein Eheproblem

Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist die Nasenatmung. Auch in den Nasennebenhöhlen wird anscheinend Stickstoffmonoxid gebildet. Dauerhafte Mundatmung ist deshalb ungünstig. Wer ständig durch den Mund atmet, chronisch verstopfte Nasenwege hat oder nachts schnarcht, sollte aufhorchen.
Schnarchen gilt vielen als akustisches Eheproblem. Der eine sägt, der andere zieht genervt ins Gästezimmer. Leider kann dahinter zusätzlich eine Schlafapnoe stecken, also nächtliche Atemaussetzer.
Dabei fällt der Sauerstoff ab, der Körper schlägt Alarm, Stresshormone steigen, Herz und Gefäße geraten unter Druck. Schlafapnoe wird mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Insulinresistenz, Diabetes Typ 2, Fettleber, Tagesmüdigkeit und erhöhtem Unfallrisiko in Verbindung gebracht.
Schnarchen raubt nicht nur den Schlaf – sondern auch die Gesundheit

Schätzungen zufolge schnarchen mehr als 60 Prozent der über 50-jährigen Männer.

Foto: monkeybusinessimages/iStock

Was Sie tun können

Was folgt daraus praktisch?
  1. Essen Sie regelmäßig nitratreiches Gemüse wie Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Staudensellerie, Radieschen, Petersilie.
  2. Seien Sie zurückhaltend mit antiseptischen Mundspülungen.
  3. Prüfen Sie Ihre Zahnpasta. Nicht alles, was schäumt und nach Minze riecht, dient automatisch dem Milieu im Mund.
  4. Denken Sie bei Bluthochdruck auch an den Mundraum: Zahnfleisch, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne, Kieferentzündungen.
  5. Nehmen Sie Nasenatmung und Schnarchen ernst. Wer nachts schlecht atmet, stresst Herz, Gehirn, Gefäße und Stoffwechsel.
  6. Bewegen Sie sich. Bewegung erzeugt Scherkräfte an der Gefäßwand. Diese Reize fördern die NO Bildung im Endothel. Dreimal täglich zehn Minuten Gehen wären für viele bereits ein guter Anfang.
  7. Senken Sie oxidativen Stress und verbessern Sie Ihren Blutzucker. Polyphenole aus Beeren, Granatapfel, grünem Tee, Kräutern, Olivenöl und Gemüse können helfen, NO indirekt zu schützen. Insulinresistenz und chronisch erhöhte Blutzuckerwerte dagegen schädigen das Endothel.

Lebensmittel, die oxidativen Stress senken können, sind Beeren, Granatapfel, grüner Tee, Kräuter, Olivenöl und Gemüse.

Foto: YelenaYemchuk/iStock

Der Körper denkt nicht in Fachabteilungen

Für mich zeigt dieses Thema wieder einmal, warum der Körper nicht in Fachabteilungen denkt. Zahnmedizin hier, Kardiologie dort, Schlafmedizin in der nächsten Tür – so organisieren wir das Gesundheitssystem. Der Organismus arbeitet aber anders. Er verbindet Mundflora, Nasennebenhöhlen, Gefäße, Bakterien, Sauerstoff, Entzündung, Bewegung und Stoffwechsel zu einem großen Ganzen.
Stickstoffmonoxid ist dabei nicht der einzige Schlüssel, aber ein bemerkenswerter. Gute Durchblutung beginnt nicht erst beim Medikament und auch nicht im Supplementregal. Sie beginnt im Mund, auf dem Teller, in der Nase, in der Bewegung und in der Frage, ob wir den Körper noch als zusammenhängendes System begreifen. Genau dort beginnt aus meiner Sicht wirkliche Naturheilkunde.
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Wie die Natur unser Gehirn neu vernetzt – auf eine messbare Weise


In Kürze:

  • Umfassende neurologische Studien zeigen, dass die Natur das Gehirn ruhiger und ausgeglichener macht.
  • Die Wirkung beginnt über die Augen und weitet sich über das Nervensystem auf den ganzen Körper aus.
  • Selbst Zimmerpflanzen, Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven haben eine positive Wirkung auf das Gehirn.
  • Es könnte der Gehirngesundheit der Bevölkerung zugute kommen, wenn Städteplaner die Natur in den städtischen Alltag integrieren.

 
Dass die Natur eine beruhigende Wirkung hat, merkt jeder, der ein bisschen Zeit in ihr verbringt. Doch erst jetzt beginnen Wissenschaftler, genau zu erfassen – bis ins neurologische Detail –, was während einer solchen Auszeit im Grünen im Gehirn vor sich geht.
Eine Metaanalyse von 108 begutachteten Studien zur Gehirnbildgebung, veröffentlicht in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“, liefert eines der bislang umfassendsten neurologischen Bilder darüber, wie die Natur das menschliche Gehirn beeinflusst.

Eine schrittweise Abfolge hin zur Ruhe

Dafür stützt sich die Übersichtsarbeit auf Studien, die von realen Aufenthalten im Freien über Laborfotos und -videos bis hin zu immersiver virtueller Realität und Grünpflanzen in Innenräumen reichten. Sie ergab ein einheitliches Muster über alle Methoden und bildgebenden Verfahren hinweg: Natürliche Umgebungen versetzen das Gehirn in einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand.
Ihre Auswirkungen auf das Gehirn würden sich in einer Kaskade über mehrere miteinander verbundene Ebenen hinweg entfalten. Das erklärte Constanza Baquedano, korrespondierende Autorin der Studie und Assistenzprofessorin für Psychologie an der Universidad Adolfo Ibáñez in Chile.
„Diese Ebenen interagieren dynamisch miteinander: Sensorische Merkmale der Natur lösen die Kaskade aus, die sich dann über Stressregulation, Aufmerksamkeit und letztendlich darüber, wie wir uns selbst erleben, ausbreitet“, sagte sie gegenüber Epoch Times.
Allerdings betrachtet Baquedano dies eher als Arbeitsmodell denn als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis.

Erste Ebene: Was unsere Augen tun

Die erste Stufe der Kaskade beginnt damit, wie das Gehirn das Gesehene verarbeitet. Natürliche Umgebungen enthalten Muster wie Fraktale – selbstähnliche Strukturen, die in Blättern, Ästen und Küstenlinien zu finden sind –, die das Gehirn effizient verarbeiten kann. 
Da diese Strukturen mit der Art und Weise übereinstimmen, wie das visuelle System Informationen organisiert, muss das Gehirn weniger arbeiten, um sie zu interpretieren. „Dies verringert die Wahrnehmungslast in frühen sensorischen Bereichen wie dem visuellen Kortex“, so Baquedano.
Darüber hinaus ruft der Aufenthalt in der Natur Gehirnaktivitätsmuster hervor, die denen bei der Meditation ähneln. Das war immer wieder das Ergebnis von Studien in der Übersichtsarbeit, die mithilfe der Elektroenzephalografie die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichneten.
Dabei nehmen frontale Alpha-Wellen zu, die mit ruhigem Wachsein und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit verbunden sind. Auch gibt es eine verstärkte Theta-Wellen-Aktivität, die mit tiefer Entspannung und anhaltender Konzentration einhergeht. Zudem zeigte sich eine verminderte Aktivität in stressbezogenen Schaltkreisen.
Einigen Studien zufolge, die in der Übersichtsarbeit berücksichtigt wurden, können diese Effekte nach etwa 30 bis 90 Minuten in ruhigen Naturumgebungen wie Wäldern oder Parks auftreten. Andere Untersuchungen sprachen von messbaren Veränderungen bereits innerhalb von drei bis zehn Minuten in der Natur.

Zweite Stufe: Was unsere Stressreaktion tut

Da das Gehirn natürliche Szenen mit weniger Aufwand verarbeitet, lässt die Aktivität in den Stress- und Bedrohungserkennungssystemen allmählich nach.
Gehirnscan-Studien zeigten durchweg, dass die Aktivität in limbischen Regionen abnahm. Diese sind an der Stress- und Bedrohungserkennung beteiligt. Auch waren Teile des präfrontalen Kortex weniger aktiv, die mit Grübeln und kognitiver Belastung in Verbindung stehen.
Diese Veränderungen im Gehirn spiegeln sich im Körper wider. Laut Studien steigt die parasympathische Aktivität – das „Ruhe- und Verdauungssystem“ des Körpers. Dies gleicht die „Kampf-oder-Flucht“-Stressreaktion aus.
Dies deutet darauf hin, dass natürliche Umgebungen die Stresskreisläufe des Gehirns beruhigen und den Körper gleichzeitig in Richtung physiologischer Erholung lenken.

Dritte Ebene: Was unsere Aufmerksamkeit und innere Stimme tun

Anhaltende geistige Anforderungen über den Tag hinweg ermüden die Systeme der gerichteten Aufmerksamkeit des Gehirns. Zu den geistigen Anforderungen gehören unter anderem
  • lang andauernde Konzentration, 
  • das Lösen von Problemen,
  • das Fällen von Entscheidungen,
  • das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit.
Die Natur hilft dabei, diese wieder aufzuladen.
Wie oben erwähnt, zeigten die EEG-Messungen, dass die Alpha-Theta-Aktivität zunahm. Das sind Muster, die mit entspannter, nach innen gerichteter Aufmerksamkeit und einer verringerten kognitiven Belastung in Verbindung stehen.
„Die Natur neigt dazu, das auszulösen, was Psychologen als ‚sanfte Faszination‘ bezeichnen – eine sanfte, unbewusste Form der Aufmerksamkeit. Diese ermöglicht es den Systemen für gezielte Aufmerksamkeit im präfrontalen Kortex, sich zu erholen“, sagte Baquedano.
Diese Art der mentalen Erholung trägt dazu bei, das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk (Default Mode Network) des Gehirns zu regulieren. Ist dieses Netzwerk überaktiv, führt es oft zu negativen Gedankenspiralen und Grübeln.

Echte Natur schlägt virtuelle Realität

Selbst simulierte oder in Innenräumen geschaffene Formen der Natur können messbare kognitive und emotionale Vorteile bewirken. Im Vergleich zu herkömmlichen gebauten Umgebungen senkten Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven Stress. Diese Erkenntnisse könnten hilfreich für die Gestaltung von Büros, Krankenhäusern und Schulen sein.
Die Forscher führen dies auf den multisensorischen Reichtum realer Umgebungen zurück. Dabei wirken taktile Empfindungen, natürliche Düfte, dynamische visuelle Muster und Umgebungsgeräusche auf eine Weise zusammen, die sich in Innenräumen oder durch digitale Simulationen noch nicht vollständig nachbilden lässt.

Natur: Mehr als nur ein Wellness-Trend

Eine authentische Naturumgebung wirkt sich also auf das Gehirn aus. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, den Zugang zur Natur als grundlegenden Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur zu betrachten, so Baquedano.
Ihr zufolge seien natürliche Umgebungen, aus neurowissenschaftlicher Sicht, nicht bloß ästhetische Annehmlichkeiten. „Sie sind Kontexte, die dazu beitragen, Stress zu regulieren, die Aufmerksamkeit wiederherzustellen und das psychische Wohlbefinden auf Bevölkerungsebene zu fördern.“
Das bedeutet, den Kontakt mit der Natur in den städtischen Alltag zu integrieren. Baquedano macht einige Vorschläge, unter anderem: 
  • von Bäumen gesäumte Straßen, 
  • grüne Korridore, 
  • Stadtparks,
  • natürliche Elemente, die in die Wege eingebunden sind, die Menschen auf dem Weg von zu Hause zur Arbeit, zur Schule oder zu anderen täglichen Aktivitäten zurücklegen. 
Dadurch würden die regenerativen Wirkungen der Natur nicht nur denjenigen vorbehalten bleiben, die über die Zeit und die Mittel verfügen, sie aufzusuchen, sondern jedem täglich als Selbstverständlichkeit zur Verfügung stehen, fügte die Assistenzprofessorin für Psychologie hinzu.
In städtische Natur zu investieren, sei auch eine Investition in die kollektive Gesundheit des Gehirns, merkte sie an.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Nature Rewires Your Brain–in Measurable Ways“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Migränemedikamente senken möglicherweise das Glaukomrisiko

In Kürze:

  • Moderne CGRP-Migränemittel könnten nicht nur Migräneanfälle reduzieren, sondern auch das Risiko für Glaukom senken – eine der häufigsten Ursachen für Erblindung.
  • Eine große Studie mit über 36.800 Personen ergab ein 25 Prozent geringeres Glaukomrisiko bei Patienten unter CGRP-Hemmern im Vergleich zur klassischen Therapie.
  • Der Effekt ist biologisch plausibel, muss aber durch weitere Studien bestätigt werden – eine vorbeugende Verschreibung gegen Glaukom ist derzeit nicht empfohlen.

Forscher sagen, dass moderne Migränemedikamente aus der CGRP-Gruppe nicht nur Anfälle verhindern, sondern möglicherweise auch das Risiko für Glaukom senken könnten. Für Deutschland ist dieser Befund besonders relevant, weil das Glaukom zu den wichtigsten Ursachen irreversibler Sehschäden zählt.
Eine groß angelegte Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, die Calcitonin-Gen-Related-Peptid (CGRP)-Hemmer zur Migräneprophylaxe einnahmen, ein um 25 Prozent geringeres Risiko für ein Glaukom hatten als Patienten, die mit klassischer Migräneprophylaxe therapiert wurden.
Das Glaukom ist eine der Hauptursachen für Erblindung. Die beiden Erkrankungen Migräne und Glaukom haben gewisse Gemeinsamkeiten in ihrer Entstehung.
„Es gibt Hinweise darauf, dass Migräne mit einem erhöhten Glaukomrisiko verbunden ist, da beide Erkrankungen die Fähigkeit der Blutgefäße im Gehirn, den Blutfluss als Reaktion auf Reize anzupassen, beeinträchtigen“, sagt der Studienautor Dr. Chien-Hsiang Weng von der Brown University in einer Erklärung.
Die Forscher analysierten Daten von mehr als 36.800 Personen aus den Jahren 2018 bis 2024. Dabei verglichen sie Patienten, die CGRP-Hemmer einnahmen (Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab), mit Patienten, die andere Medikamente zur Migränevorbeugung erhielten.
Ergebnis: 0,42 Prozent der Personen unter CGRP-Hemmern entwickelten ein Glaukom – im Vergleich zu 0,61 Prozent in der anderen Gruppe. Das entspricht einem um 25 Prozent verringerten Risiko.
Dieser positive Effekt zeigte sich besonders deutlich bei den monoklonalen Antikörperformulierungen der Wirkstoffe.

Was sind CGRP-Hemmer?

CGRP ist ein Protein, das an der Regulierung des Blutdrucks, der Gewebereparatur, der Wundheilung und von Entzündungen beteiligt ist.
Während einer Migräne wird CGRP im Gehirn freigesetzt und wirkt auf den Trigeminusnerv, der Schmerzsignale überträgt. Erhöhte CGRP-Spiegel können Entzündungen verursachen und die Kopfschmerzen verschlimmern, wodurch Migräneanfälle verlängert werden.
CGRP-Hemmer sind Medikamente, die verhindern, dass das Protein an seine Rezeptoren bindet, und so diese Effekte abschwächen.
CGRP-Hemmer werden als Erstlinientherapie zur Vorbeugung von episodischer Migräne (bis zu 14 Kopfschmerztage pro Monat) und chronischer Migräne (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat) empfohlen.
Die CGRP-Hemmer wurden 2018 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. In der Europäischen Union – und damit auch in Deutschland – sind sie ebenfalls seit 2018 verfügbar.

Präventive Maßnahmen gegen Glaukom sollten vor allem systemische Gesundheitsprobleme behandeln, unnötige Kortisonanwendungen vermeiden und vaskuläre Risikofaktoren wie nächtliche Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder unbehandelte Schlafapnoe berücksichtigen, betont Dr. Karen Allison.

Foto: Panuwat Dangsungnoen/iStock

Die Medikamente werden monatlich oder vierteljährlich verabreicht, im Falle der monoklonalen Antikörperformulierungen entweder als Selbstinjektion oder als Infusion, während andere CGRP-Hemmer auch in Tablettenform verfügbar sind. Sie kommen nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Akutbehandlung von Migräneanfällen zum Einsatz.

Warum es wirken könnte

Unabhängige Experten halten den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen für biologisch plausibel. Sowohl bei Migräne als auch beim Glaukom treten Probleme mit den Blutgefäßen auf, die die Durchblutung des Gehirns und des Sehnervs beeinträchtigen.
„Beim Glaukom kann eine chronische Entzündung zur Degeneration der Ganglienzellen der Netzhaut führen“, sagte Dr. Andrew Lee, Professor für Augenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie am Houston Methodist Research Institute, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Forscher gehen davon aus, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, den Gefäßtonus zu stabilisieren, wodurch eine gleichmäßige Blutversorgung des Sehnervs gewährleistet und ein ‚Aushungern‘ der Netzhautzellen verhindert wird.“
Tierversuche hätten gezeigt, dass erhöhte CGRP-Spiegel den Augeninnendruck steigern können, was darauf hindeutet, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, die Entstehung eines Glaukoms zu verhindern, fügte er hinzu.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, könne sie nicht beweisen, dass CGRP-Hemmer direkt für das verringerte Glaukomrisiko verantwortlich sind, sagte Weng gegenüber der englischsprachigen Epoch Times. Sie zeige lediglich einen Zusammenhang auf.
Wie alle Beobachtungsstudien, die auf großen Gesundheitsdatenbanken basieren, weist auch diese Studie einige Einschränkungen auf.
Die Forscher stützten sich auf Diagnosecodes aus Krankenakten und nicht auf direkte klinische Untersuchungen wie die Messung des Augendrucks oder bildgebende Verfahren des Sehnervs.
Zudem konnten sie nicht alle möglichen Einflussfaktoren vollständig ausschließen, wie etwa den Schweregrad der Migräne oder eine familiäre Vorbelastung für Glaukom.
„Diese offenen Fragen verdeutlichen, warum prospektive und detailliertere klinische Studien erforderlich sind“, sagte er.
Experten betonen, dass weitere Studien erforderlich sind, um die potenzielle schützende Wirkung von CGRP-Hemmern gegen das Glaukom zu bestätigen. Weng fügte zudem hinzu, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass diese Medikamente zur Vorbeugung eines Glaukoms verschrieben werden sollten.

Vorbeugung des Glaukoms

Unbehandelt kann ein Glaukom das Sehvermögen irreversibel schädigen.
Präventive Maßnahmen sollten sich auf die Behandlung systemischer Gesundheitsprobleme, die Vermeidung unnötiger Kortikosteroidanwendungen und die Berücksichtigung vaskulärer Faktoren „wie nächtliche Hypotonie [niedriger Blutdruck] oder unbehandelte Schlafapnoe“ konzentrieren, so die Einschätzung von Dr. Karen Allison, außerordentliche Professorin für klinische Augenheilkunde an der University of Rochester Medicine, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Die Früherkennung durch proaktive Vorsorgeuntersuchungen sei das wirksamste Mittel, um das Sehvermögen zu erhalten, bevor Symptome auftreten, sagte sie.
Zu den Personen mit erhöhtem Glaukomrisiko zählen vor allem:
  • Menschen mit Glaukom in der Familie,
  • Personen afrikanischer oder hispanischer Abstammung,
  • Menschen mit dünner Hornhaut,
  • Personen mit erhöhtem Augeninnendruck,
  • Patienten mit bestimmten Gefäßerkrankungen wie Migräne, Raynaud-Syndrom (einer Verengung der Blutgefäße in den Extremitäten) oder Schlafapnoe.
„Auch das Alter ist ein entscheidender Faktor, wobei die Inzidenz ab dem 60. Lebensjahr deutlich ansteigt“, fügte sie hinzu.
Derzeit gibt es keine Heilung für das Glaukom, und seine Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
Was CGRP-Hemmer als Mittel zur Vorbeugung des Glaukoms angeht, sagte Weng, es sei noch „zu früh“, um eine Aussage zu treffen. Sollten künftige Forschungsergebnisse die Erkenntnisse der Studie jedoch bestätigen, hält er es für möglich, dass diese Wirkstoffklasse zu neuen Präventionsstrategien führen wird.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Migraine Drugs May Cut Glaucoma Risk, New Study Finds“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Blasenkrebs wird oft spät erkannt – diese Warnzeichen können früh auftreten

Blasenkrebs zählt in Deutschland zu den relevanten Krebserkrankungen des Harnsystems. Besonders bedeutsam ist, dass die Heilungschancen stark davon abhängen, wie früh der Tumor erkannt wird.
Viele Menschen nehmen an, Blasenkrebs beginne ohne erkennbare Zeichen. Tatsächlich kündigt er sich häufig durch unspezifische Beschwerden an, vor allem durch Blut im Urin, häufigen Harndrang oder Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen.

Was sind die Symptome und Frühzeichen von Blasenkrebs?

Das häufigste – und oft erste – Symptom von Blasenkrebs ist Blut im Urin (Hämaturie). Die Farbe des Urins kann von blassrosa bis rauchig, rostfarben, leuchtend rot oder dunkelrot reichen.
Blut kann nur ein- oder zweimal auftreten, sodass es leicht übersehen oder auf andere häufige Erkrankungen zurückgeführt wird, wie beispielsweise eine Harnwegsinfektion oder postmenopausale Blutungen bei Frauen.
Diese Verwechslung verzögert oft die Diagnose, wodurch der Krebs in ein Stadium fortschreiten kann, in dem er schwieriger zu behandeln ist.
Weitere häufige Symptome sind unter anderem:
  • Schmerzen, Brennen oder Reizungen beim Wasserlassen
  • Plötzlicher Harndrang, auch wenn die Blase nicht voll ist
  • Häufigeres Wasserlassen als gewöhnlich
  • Nächtliches Aufwachen mit starkem Harndrang

Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung

Wenn der Blasenkrebs an Größe zunimmt oder sich über die Blase hinaus ausbreitet, kann er weitreichendere Symptome verursachen, darunter die folgenden:
  • Flankenschmerzen (Schmerzen an der Seite des Rückens, unterhalb der Rippen und oberhalb der Taille)
  • Bauchschmerzen
  • Knochenschmerzen oder Druckempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit oder unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Schwellungen in den Füßen
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Unfähigkeit, Wasser zu lassen

Was verursacht Blasenkrebs?

Die Blase ist ein ballonförmiges Organ im Unterbauch, das Urin speichert, bis er ausgeschieden wird. Sie gehört zum Harnsystem, das außerdem die Nieren, die Harnleiter und die Harnröhre umfasst.
Blasenkrebs entsteht, wenn Zellen in der Blase unkontrolliert zu wachsen beginnen. Rund 90 Prozent der Fälle sind laut Untersuchungen sogenannte Urothelkarzinome, die aus den Zellen der Blasenschleimhaut hervorgehen. Da diese Zellen auch das Nierenbecken, die Harnleiter und die Harnröhre auskleiden, können Tumore auch in anderen Bereichen der Harnwege auftreten.
Seltener sind andere Formen wie das Plattenepithelkarzinom oder das Adenokarzinom.
Die genauen Ursachen von Blasenkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass bestimmte genetische Veränderungen das Risiko erhöhen können. Meist entstehen diese Mutationen (FGFR3, PIK3CA, KDM6A und TP53) im Laufe des Lebens und werden nicht vererbt. Auch Umweltfaktoren und krebserregende Stoffe können dazu beitragen.
Darüber hinaus können laut Studien einige vererbte Genvarianten (GSTM1, NAT2) sowie erbliche Erkrankungen wie das Lynch-Syndrom oder das Cowden-Syndrom das Risiko erhöhen.
Neben genetischen Faktoren spielen laut Untersuchungen auch Umwelt-, Gesundheits- und Lebensstilfaktoren eine Rolle, da sie die Blasenschleimhaut langfristig schädigen oder reizen können.

Diese Faktoren erhöhen das Blasenkrebsrisiko

Rauchen: Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs. Es erhöht das Erkrankungsrisiko um mindestens das Dreifache und ist möglicherweise für etwa die Hälfte aller Fälle verantwortlich. Die im Tabak enthaltenen Schadstoffe gelangen über das Blut in die Nieren, werden mit dem Urin ausgeschieden und kommen dabei direkt mit der Blasenschleimhaut in Kontakt. Nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko allmählich.
Chemische Belastung: Bestimmte Industriechemikalien können das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Betroffen sind vor allem Menschen, die beruflich über viele Jahre mit chemischen Farbstoffen, Dämpfen oder Dieselabgasen in Kontakt kommen, etwa Maler, Drucker, Friseure, Feuerwehrleute oder Lkw-Fahrer. Da sich Blasenkrebs oft langsam entwickelt, können die Folgen einer solchen Belastung erst nach 30 bis 40 Jahren auftreten.
Arsenbelastung: Die Exposition gegenüber Arsen – aus natürlichen Quellen oder durch industrielle Kontamination – kann das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Arsen ist ein bekanntes Karzinogen, das die DNA schädigen, zelluläre Reparaturmechanismen beeinträchtigen und die Genexpression verändern kann.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel: Das Diabetesmedikament Pioglitazon wurde mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere bei höheren Dosierungen. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Aristolochiasäure, die in einigen traditionellen Heilpflanzen vorkommt, können das Risiko für Urothelkarzinome erhöhen, da sie DNA-Schäden in den Zellen verursachen können.
Chronische Blasenreizung und Infektionen: Lang anhaltende Harnwegsinfektionen, Nieren- oder Blasensteine, ein längerer Kathetergebrauch sowie parasitäre Infektionen wie Bilharziose wurden mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere mit Plattenepithelkarzinomen. Es wird angenommen, dass chronische Reizungen und Entzündungen der Blasenschleimhaut – sei es durch Infektionen, Steine oder Verletzungen – dazu beitragen.
Strahlenexposition: Die Exposition gegenüber Strahlung – einschließlich Strahlentherapie im Bauch- oder Beckenbereich, berufsbedingter Strahlenexposition oder Exposition durch nukleare Unfälle – erhöht das Risiko für Blasenkrebs.
Hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch: Ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem um etwa 20 Prozent erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Unverarbeitetes rotes Fleisch kann in Maßen jedoch wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 liefern.
Geringe Wasseraufnahme: Eine zu geringe Wasseraufnahme kann das Risiko erhöhen, da regelmäßige Flüssigkeitszufuhr dazu beiträgt, die Blase zu spülen, und die Zeit verkürzt, in der schädliche Chemikalien mit der Blasenschleimhaut in Kontakt bleiben.
Entkoffeinierter Kaffee: Eine Studie aus dem Jahr 2025 mit mehr als 120.000 Teilnehmern ergab, dass Männer, die entkoffeinierten Kaffee tranken, ein signifikant höheres Risiko für Blasenkrebs hatten als diejenigen, die keinen tranken.
Opiumkonsum: Opium findet zwar medizinische Anwendungen zur Schmerzlinderung, wird aber auch illegal konsumiert und steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.
Frühere Krebserkrankungen: Wer bereits an einem Urothelkarzinom, etwa Blasenkrebs, erkrankt war, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Tumoren im Harntrakt. Zudem tritt Blasenkrebs laut Studien nach der Behandlung häufig erneut auf. Das Rückfallrisiko liegt bei 50 bis 80 Prozent.
Vorherige Chemotherapie: Bestimmte Chemotherapeutika, darunter Cyclophosphamid oder Ifosfamid, können die Blase reizen und das Blasenkrebsrisiko erhöhen.
Bestimmte angeborene Fehlbildungen: Seltene angeborene Fehlbildungen wie Urachusdefekte oder eine Blasenekstrophie können das Risiko für Blasenkrebs im späteren Leben erhöhen. Bei Urachusdefekten bleibt eine Verbindung zwischen Blase und Nabel bestehen, in der sich Zysten bilden oder bösartige Veränderungen entwickeln können. Bei einer Blasenekstrophie schließt sich die Blase während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Dadurch liegt sie teilweise frei, was chronische Infektionen und langfristig auch das Krebsrisiko begünstigen kann.
Organtransplantation: Empfänger von Organtransplantaten benötigen immunsuppressive Medikamente, was zu häufigeren Blasenentzündungen führen kann, die mit einem höheren Risiko für Blasenkrebs verbunden sind.
Bestimmte demografische und nicht veränderbare Faktoren können das Blasenkrebsrisiko ebenfalls beeinflussen:
Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, wobei die meisten Fälle bei Menschen über 55 Jahren auftreten.
Geschlecht: Männer erkranken etwa dreimal häufiger an Blasenkrebs als Frauen.

Wie wird Blasenkrebs diagnostiziert?

Die Sterblichkeit durch Blasenkrebs sinkt seit Jahren. Experten führen dies vor allem auf eine frühere Erkennung und bessere Behandlungsmöglichkeiten zurück.
Vorsorge nur bei erhöhtem Risiko
Für Menschen mit durchschnittlichem Risiko werden routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen ohne Symptome in der Regel nicht empfohlen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko können dagegen Urinuntersuchungen, Urinzytologie oder in Einzelfällen eine Zystoskopie sinnvoll sein.
Wie die Diagnose gestellt wird
Am Anfang stehen meist die Beschwerden des Patienten, eine körperliche Untersuchung sowie weitere gezielte Tests. Anschließend kommen je nach Verdacht bildgebende Verfahren und Gewebeuntersuchungen zum Einsatz.
Wichtige Untersuchungen
  • Zystoskopie: Untersuchung von Blase und Harnröhre mit einem dünnen, beleuchteten Schlauch; dabei können auch Gewebeproben entnommen werden.
  • Biopsie/TURBT: Entnahme und Analyse von Tumorgewebe, oft gleichzeitig erste Behandlung bei frühen Tumoren.
  • CT, MRT und Ultraschall: Dienen dazu, Tumore sichtbar zu machen und eine mögliche Ausbreitung des Krebses zu beurteilen.
  • Ureteroskopie: Untersuchung der oberen Harnwege, einschließlich Harnleiter und Nierenbecken.
Blut- und Urintests
Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf die Funktion von Nieren und Leber. Urintests können Blut, Entzündungen, Krebszellen oder bestimmte Tumormarker nachweisen und helfen, andere Ursachen wie Harnwegsinfektionen auszuschließen.
Genetische Untersuchungen
Genetische Tests werden nur in ausgewählten Fällen empfohlen, etwa bei jüngeren Patienten oder wenn in der Familie gehäuft Blasen-, Darm- oder andere verwandte Krebsarten auftreten. Sie können vererbte Veränderungen aufdecken, die das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Was bedeuten Grad und Stadium?

Nach der Diagnose wird Blasenkrebs nach Grad und Stadium eingeteilt. Diese Einteilung hilft Ärzten, die passende Behandlung zu wählen und die Prognose abzuschätzen.
Der Grad beschreibt, wie stark sich die Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden. Niedriggradige Tumoren wachsen meist langsamer und breiten sich seltener aus.
Hochgradige Tumoren sind aggressiver, wachsen schneller und neigen eher zu Rückfällen oder Metastasen. Die meisten invasiven Blasentumoren sind bereits bei der Diagnose hochgradig.
Das Stadium zeigt, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. In Stadium 0 ist er auf die Blasenschleimhaut beschränkt, in Stadium 1 wächst er in das darunterliegende Gewebe ein.
Stadium 2 bedeutet, dass die Blasenmuskulatur betroffen ist, Stadium 3 eine Ausbreitung in umliegendes Fettgewebe oder benachbarte Organe. In Stadium 4 hat der Krebs entfernte Organe wie Lunge, Leber oder Knochen erreicht.
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verschlechtert sich die Prognose deutlich: Die 5-Jahres-Überlebensrate sinkt von ungefähr 73 Prozent in Stadium 2 auf 9 Prozent in Stadium 4.

Was sind die möglichen Komplikationen bei Blasenkrebs?

Komplikationen bei Blasenkrebs können durch das Tumorwachstum selbst oder als Folge der Behandlung entstehen. Dazu gehören ein blockierter Harnabfluss, Blutungen, die Ausbreitung des Krebses auf andere Organe, wiederkehrende Infektionen sowie Nebenwirkungen von Operationen, Chemotherapie oder Bestrahlung. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
  • Anämie
  • Schwellung der Harnleiter aufgrund von Harnstau
  • Verengung der Harnröhre
  • Verlust der Blasenkontrolle
  • Erektionsstörungen bei Männern
  • Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen

Natürliche Maßnahmen und Lebensstil bei Blasenkrebs

Lebensstilentscheidungen können die allgemeine Gesundheit fördern, Behandlungsnebenwirkungen lindern und das Risiko eines Rückfalls verringern.

1. Ernährung

Eine spezielle Diät gegen Blasenkrebs gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung kann den Körper jedoch während der Behandlung und der Genesung unterstützen.
Eine Studie zeigte zudem, dass Menschen, die häufiger rohen Brokkoli verzehrten, seltener an Blasenkrebs oder anderen Ursachen starben. Für andere Obst- und Gemüsesorten wurde ein vergleichbarer Zusammenhang nicht beobachtet.
Bei Beschwerden während der Behandlung können folgende Maßnahmen helfen:
  • Verstopfung: Magnesiumoxid, magnesiumreiches Mineralwasser oder Flohsamen.
  • Muskelabbau (z. B. während einer Chemotherapie): ausreichend mageres Eiweiß.
  • Ausreichend trinken: Wasser und Kräutertees; die empfohlene Trinkmenge sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
  • Übelkeit und Durchfall: mehrere kleine Mahlzeiten, leicht verdauliche und ballaststoffarme Lebensmittel sowie vorübergehend der Verzicht auf Milchprodukte, fettreiche und scharf gewürzte Speisen, Zucker, Koffein und Alkohol. Bananen, Brühe und Nüsse helfen, den Elektrolythaushalt zu unterstützen.
  • Ein metallischer Geschmack im Mund lässt sich oft durch Zitronen- oder Limettensaft beim Würzen der Speisen lindern.
Zur Vorbeugung von Blasenkrebs wird empfohlen:
  • viel Gemüse, insbesondere Blattgemüse, Brokkoli und Paprika
  • Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Fisch und Kreuzblütler
  • Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an den Vitaminen E, C und D
  • ausreichend trinken
Verarbeitete Fleischprodukte sollten möglichst gemieden und rotes Fleisch nur in Maßen verzehrt werden.

Lebensstil und Umwelt

Weitere Maßnahmen, die das Blasenkrebsrisiko verringern können:
  • mit dem Rauchen aufhören
  • ein gesundes Körpergewicht halten
  • beim Umgang mit schädlichen Chemikalien Schutzkleidung und Atemschutz tragen
  • Arzneimittel und pflanzliche Präparate mit Aristolochiasäure vermeiden
  • auf den Konsum von Opium verzichten
  • Harnwegsinfektionen frühzeitig behandeln und bei Nieren- oder Blasensteinen
  • ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • unnötige Strahlenbelastungen möglichst vermeiden

Verringerung des Rezidivrisikos

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die Einnahme hoher Dosen bestimmter Vitamine und Mineralstoffe – darunter die Vitamine A, B6, C und E sowie Selen und Zink – dazu beitragen kann, das Rezidivrisiko zu senken.
Gleichzeitig kann eine hohe Zufuhr von synthetischer Folsäure das Rezidivrisiko bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs erhöhen, was darauf hindeutet, dass Patienten vorsichtig sein und sich bezüglich der Folsäurezufuhr von ihrem Arzt beraten lassen sollten.

2. Meditation und Achtsamkeit

Eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Kombination einer Epirubicin-Chemotherapie mit achtsamkeitsbasierten Interventionen die Krebsversorgung verbessern kann, indem sie behandlungsbedingte Nebenwirkungen und psychische Belastungen bei Menschen mit Tumoren des Harnsystems verringert.
Meditation und Yoga können laut einer Studie die Lebensqualität von weiblichen Krebsüberlebenden verbessern, indem sie Stress abbauen und körperliche Symptome wie Müdigkeit und Schmerzen lindern.

3. Bewegung

Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität von Menschen mit Blasenkrebs verbessern. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021, die 23 Studien auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität das Risiko für Blasenkrebs senken und zugleich die Überlebenschancen sowie die Lebensqualität verbessern kann.

4. Musik

Eine Studie aus dem Jahr 2024 mit 160 Männern mit Blasenkrebs, die sich einer nachsorgeflexiblen Zystoskopie unterzogen, ergab, dass Teilnehmer, die mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern Musik hörten, nach dem Eingriff deutlich weniger Angst verspürten und zufriedener waren und eine höhere Zufriedenheit sowie Bereitschaft zur Wiederholung des Eingriffs zeigten als diejenigen, die keine Musik hörten.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Bladder Cancer: Most Common Cancer of the Urinary System–Here Are the Warning Signs“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Neue Erkenntnisse: Was bei Hämorrhoiden wirklich hilft

In Kürze:

  • Hämorrhoiden treten häufig auf, werden aber oft falsch behandelt. Viele Betroffene greifen zunächst zur Selbstbehandlung – häufig werden dabei jedoch nur die Symptome gelindert.
  • Was nachhaltig hilft: Neue Leitlinien empfehlen einfache Maßnahmen wie eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und die Vermeidung von Verstopfung.
  • Wichtig: Anhaltende Beschwerden, Blutungen oder Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, da auch andere Ursachen möglich sind. Eine frühe Behandlung kann aufwendigere Eingriffe vermeiden.

 
Cremes können Beschwerden lindern, und Sitzbäder wirken kurzfristig beruhigend. Die eigentliche Ursache von Hämorrhoiden beseitigen sie jedoch nicht.
Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten, aber auch am wenigsten besprochenen Erkrankungen. Mehr als die Hälfte aller Menschen über 50 sind davon betroffen.
Neue klinische Leitlinien der American Gastroenterological Association zeigen: Viele der ersten Maßnahmen, zu denen Betroffene greifen, behandeln vor allem die Symptome – nicht die Ursache.

Die Erstlinienbehandlung

Die in der Fachzeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlichte Expertenübersicht enthält 11 Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung von Hämorrhoiden.
Sie basiert auf der Auswertung wissenschaftlicher Literatur und dem Konsens von Ärzten, die täglich mit der Erkrankung arbeiten. Die Empfehlungen aktualisieren die bisherigen klinischen Leitlinien der American Gastroenterological Association.
Hämorrhoiden sind vergrößerte Gefäßpolster im Analkanal, die eigentlich eine wichtige Funktion erfüllen.
Werden sie jedoch vergrößert oder verschieben sich nach unten, können Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz, Schmerzen oder ein sogenannter Prolaps auftreten – wenn Gewebe aus dem After hervortritt. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Veränderungen auftreten.
  • Innere Hämorrhoiden im Enddarm verursachen häufig keine Schmerzen, können aber Blutungen auslösen.
  • Äußere Hämorrhoiden unter der Haut rund um den After führen dagegen eher zu Juckreiz, Reizungen oder Beschwerden.
Die aktualisierten Empfehlungen setzen zunächst auf einfache Veränderungen des Lebensstils.
Dr. Waqar Qureshi, Gastroenterologe am Baylor College of Medicine und Mitautor der Übersicht, erklärt: Eine häufige Ursache sei eine ballaststoffarme Ernährung, die Verstopfung begünstigt.
Starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck im Analkanal und kann dadurch die Entstehung oder Verschlimmerung von Hämorrhoiden fördern.
„Grundsätzlich sollte man auch nicht länger als fünf Minuten auf der Toilette sitzen“, so Dr. Qureshi.
Langes Sitzen auf der Toilette – etwa während man presst oder am Handy scrollt – kann den Druck im Analkanal erhöhen und dadurch Hämorrhoiden begünstigen oder bestehende Beschwerden verschlimmern.
Viele Betroffene greifen zunächst zu frei verkäuflichen Salben. Diese enthalten häufig betäubende Wirkstoffe, zusammenziehende Substanzen wie Hamamelis oder gefäßverengende Mittel.
Die aktualisierten Empfehlungen weisen jedoch darauf hin, dass die wissenschaftliche Evidenz für diese Behandlungen begrenzt ist.
„Die meisten rezeptfreien Salben sorgen lediglich für eine vorübergehende Linderung der Beschwerden“, sagte Qureshi.
Die Leitlinien raten außerdem davon ab, kortisonhaltige Salben länger als zwei Wochen anzuwenden. Eine längere Nutzung kann die Haut verdünnen und sie empfindlicher machen.

Wann eine intensivere Behandlung erforderlich ist

Hämorrhoiden werden häufig mit Schmerzen beim Stuhlgang in Verbindung gebracht. Die aktualisierten Empfehlungen weisen jedoch darauf hin, dass sie normalerweise erst dann starke Schmerzen verursachen, wenn sich ein Blutgerinnsel darin bildet. Dieses kann das umliegende Gewebe dehnen und eine Entzündungsreaktion auslösen.
In solchen Fällen kann ein kleiner Eingriff mit Öffnung und Entlastung des Gerinnsels schneller Linderung bringen als eine rein abwartende Behandlung.
Starke, stechende Schmerzen beim Stuhlgang haben dagegen häufig eine andere Ursache: eine Analfissur. Dabei handelt es sich um einen kleinen Riss in der Schleimhaut des Analkanals.
Dr. Carmen Fong, Kolorektalchirurgin, medizinische Co-Direktorin der „Hemorrhoid Centers of America“ und Chief Medical Officer des Digital-Health-Unternehmens „Bummed“, weist darauf hin, dass Analfissuren häufig mit Hämorrhoiden verwechselt werden.
„Was ich häufig beobachte, nachdem ich jährlich 3.000 Patienten behandle, ist, dass Menschen eine Analfissur wie eine Hämorrhoide mit frei verkäuflichen Medikamenten behandeln – und dadurch die Beschwerden verschlimmern“, erklärte sie.
Innere Hämorrhoiden werden nach dem Ausmaß ihres Vorfalls in vier Grade eingeteilt. Die Skala reicht von Hämorrhoiden, die im Enddarm verbleiben, bis zu solchen, die dauerhaft aus dem After austreten und sich nicht mehr zurückschieben lassen.
Wenn Beschwerden anhalten, empfehlen die Leitlinien ambulante Verfahren wie die Gummibandligatur. Dabei wird die Blutversorgung der Hämorrhoide unterbrochen, sodass sie schrumpft und schließlich abfällt. Eine weitere Möglichkeit ist die Infrarotkoagulation, bei der durch Wärme ein ähnlicher Effekt erzielt wird.
Beide Verfahren gelten als sicher und wirksam, wobei die Gummibandligatur häufig länger anhaltende Ergebnisse erzielt – besonders bei Hämorrhoiden der Grade eins bis drei.
„Die meisten Hämorrhoidenerkrankungen lassen sich schnell und schmerzfrei in der Praxis behandeln, ohne dass eine Anästhesie erforderlich ist“, sagte Qureshi.
Eine Operation kommt in der Regel erst bei schwereren Fällen infrage – etwa bei Hämorrhoiden des Grades vier oder wenn andere Behandlungen keine ausreichende Wirkung zeigen.
Für bestimmte Patientengruppen gelten jedoch besondere Empfehlungen. Bei Schwangeren werden Hämorrhoiden meist zunächst konservativ behandelt, etwa mit einer ballaststoffreichen Ernährung und Maßnahmen gegen Verstopfung.
Menschen mit einer aktiven entzündlichen Darmerkrankung sollten Eingriffe möglichst verschieben, bis die Entzündung abgeklungen ist. Eine aktive Entzündung kann das Risiko für Komplikationen erhöhen und die Wundheilung nach einem Eingriff erschweren.
Obwohl Hämorrhoiden sehr häufig sind, behandeln viele Betroffene die Beschwerden selbst oder warten lange ab. Eine zu späte Behandlung kann jedoch dazu führen, dass später aufwendigere Eingriffe notwendig werden.
„Je länger Sie Ihre Hämorrhoiden-Symptome ertragen, bevor Sie einen Arzt aufsuchen, desto wahrscheinlicher wird eine Operation notwendig – statt einer vergleichsweise einfachen ambulanten Behandlung, bei der Hämorrhoiden abgebunden werden können“, sagte Qureshi.
Mediziner betonen außerdem: Blutungen aus dem Enddarm sollten grundsätzlich ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.
„Rektale Blutungen können ein Anzeichen für eine schwerwiegendere Erkrankung sein, wie zum Beispiel Darmkrebs“, fügte er hinzu.
Vor Beginn einer Behandlung ist eine gründliche ärztliche Untersuchung entscheidend. Dazu gehört häufig auch eine Anoskopie – eine einfache Untersuchung in der Praxis, bei der ein kleines, beleuchtetes Untersuchungsrohr verwendet wird, um den Analkanal zu untersuchen.
So lassen sich Hämorrhoiden sicher feststellen und andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausschließen, erklärt Fong.

Der Schweregrad richtet sich danach, ob Hämorrhoiden im Enddarm bleiben oder nach außen treten.

Foto: Pakawadee Wongjinda / iStock

„Wer Symptome ignoriert, riskiert, dass Hämorrhoiden weiter fortschreiten und später ein größerer Eingriff notwendig wird. Noch wichtiger: Es besteht die Gefahr, ernsthafte Erkrankungen wie Analkrebs zu übersehen“, sagte sie.

So beugt man Hämorrhoiden vor

Auch wenn sich die aktualisierten Empfehlungen vor allem mit der Behandlung von Hämorrhoiden beschäftigen, betonen Experten:
Die beste Vorbeugung besteht darin, Verstopfung zu vermeiden und den Druck im Analkanal möglichst gering zu halten.
Genau diese Faktoren spielen auch bei der Entstehung und Verschlimmerung von Beschwerden eine zentrale Rolle.
„Achten Sie darauf, dass der Stuhl weich ist und sich leicht ausscheiden lässt“, empfiehlt Qureshi.
„Wenn das nicht der Fall ist, helfen zusätzliche Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit. Außerdem sollte man nicht länger als fünf Minuten auf der Toilette sitzen – und dort weder lesen noch das Smartphone benutzen.“
Auch Fong betont die Bedeutung der Vorbeugung: Entscheidend seien eine ausgewogene Ernährung mit etwa 25 bis 35 Gramm Ballaststoffen täglich, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung.
Diese Maßnahmen helfen, Verstopfung zu vermeiden und den Druck im Analkanal zu reduzieren.
Zudem sollte übermäßiges Reiben oder Reinigen vermieden werden.

Die Bedeutung von Ballaststoffen

Ballaststoffe erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Lösliche Ballaststoffe, wie sie etwa in Hafer, Bohnen und Obst vorkommen, binden Wasser und machen den Stuhl weicher.
Unlösliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten und Gemüse erhöhen das Stuhlvolumen und unterstützen die Darmbewegung.
Um täglich 25 bis 35 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen, sind in der Regel mehrere Portionen ballaststoffreicher Lebensmittel über den Tag verteilt notwendig.
Auch wenn viele Hämorrhoiden-Beschwerden zunächst selbst behandelt werden können, bleibt eine richtige Diagnose entscheidend.
Am wirksamsten zur Vorbeugung und Linderung leichter Beschwerden sind jedoch einfache Alltagsgewohnheiten: ein weicher Stuhl, wenig Pressen und ein gesunder Lebensstil.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „New Review Reveals Best Practices for Hemorrhoid Treatment“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Studien zeigen: Homeoffice kann die Psyche belasten

In Kürze:

  • Homeoffice bietet Flexibilität und spart Pendelzeit, kann bei dauerhaftem Arbeiten aus der Distanz aber auch psychisch belasten.
  • Weniger soziale Kontakte und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit können das Wohlbefinden beeinträchtigen – besonders bei Menschen mit wenig sozialer Unterstützung.
  • Klare Arbeitszeiten, Pausen, Bewegung und regelmäßiger Austausch helfen, die Vorteile des Homeoffice zu nutzen und Belastungen zu reduzieren.

 
Millionen Beschäftigte in Deutschland haben ihren Arbeitsweg gegen den Küchentisch eingetauscht. Homeoffice und mobiles Arbeiten gelten für viele als Gewinn an Flexibilität und Vereinbarkeit.
Gleichzeitig mehren sich Hinweise darauf, dass die vollständige Verlagerung der Arbeit ins eigene Zuhause langfristige Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben kann.
Aktuelle Studien, darunter eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Science“, zeigen: Wer dauerhaft im Homeoffice arbeitet, verbringt häufiger Zeit allein, pflegt nach Feierabend weniger soziale Kontakte und berichtet öfter von psychischen Belastungen als Beschäftigte, die regelmäßig vor Ort arbeiten.
Besonders ausgeprägt waren diese Effekte bei Personen, die allein leben. Dort nahmen sowohl psychische Belastungssymptome als auch die Nutzung psychologischer und psychiatrischer Unterstützungsangebote stärker zu.
Für die Untersuchung wurden Daten von 588.322 Beschäftigten aus fünf repräsentativen US-amerikanischen Bevölkerungsstudien ausgewertet.
Die Analyse umfasst den Zeitraum von 2011 bis 2024. Die pandemiegeprägten Jahre 2020 und 2021 wurden bewusst ausgeschlossen, um langfristige Entwicklungen unabhängig von den unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betrachten zu können.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Vorteile des Homeoffice – etwa größere zeitliche Flexibilität und der Wegfall von Pendelzeiten – mit potenziellen sozialen und psychischen Kosten verbunden sein können.
Dies ist auch für Deutschland relevant: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) weist darauf hin, dass mobiles Arbeiten gesundheitsförderlich gestaltet werden muss und soziale Einbindung, Austausch im Team sowie eine ausgewogene Arbeitsorganisation wichtige Voraussetzungen für langfristiges Wohlbefinden sind.

Isolation fordert ihren Tribut

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Science“ erschien, verglichen die Forscher die psychische Gesundheit von Beschäftigten in Berufen, die sich vollständig oder überwiegend aus der Ferne ausüben lassen – etwa in der Softwareentwicklung oder im Marketing –, mit der von Beschäftigten in Berufen, die eine physische Anwesenheit erfordern, beispielsweise in der Pflege oder im Maschinenbau.
Das Ergebnis: Der Anstieg psychischer Belastungen fiel bei Arbeitnehmern in den sogenannten „remotable“ Berufen etwa doppelt so hoch aus wie bei Beschäftigten in „nonremotable“ Berufen.
Seit Beginn der Pandemie verbrachten Arbeitnehmer in den „remotable“ Berufen an jedem Arbeitstag durchschnittlich etwa eine Stunde mehr allein.
Gleichzeitig pflegten sie nach Feierabend weniger soziale Kontakte und berichteten häufiger von Tagen, die sie vollständig isoliert verbrachten.
Die Wahrscheinlichkeit, einen ganzen Tag ohne persönlichen Kontakt zu verbringen, stieg in dieser Gruppe auf 83 Prozent – ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten.
„Diese Isolation ist besonders gravierend angesichts der Erkenntnisse, dass selbst die kürzesten sozialen Interaktionen das psychische Wohlbefinden verbessern können – oft stärker, als Menschen erwarten“, schreiben die Autoren der Studie.
„Menschen, die aufgrund von Introvertiertheit, Ängsten oder ihres Persönlichkeitsstils ohnehin dazu neigen, sich zurückzuziehen, empfinden Remote-Arbeit möglicherweise als angenehm oder beruhigend“, sagte Dr. Alex Dimitriu, Facharzt für Psychiatrie und Schlafmedizin sowie Gründer von Menlo Park Psychiatry & Sleep Medicine, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Aber langfristig ist sie möglicherweise nicht die beste Lösung für sie.“
Die Beschäftigten, die ihre Berufe überwiegend von zu Hause ausüben, berichteten zudem häufiger von Gefühlen der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Nervosität und Traurigkeit.
Gleichzeitig nahmen sie häufiger psychologische Unterstützung in Anspruch und erhielten öfter verschreibungspflichtige Medikamente gegen Angstzustände oder Depressionen.
Nach Schätzung der Forscher könnte Telearbeit rund ein Drittel des seit Beginn der Pandemie beobachteten Anstiegs psychischer Probleme erklären.

Die Arbeitnehmer, die am stärksten gefährdet sind

Sanam Hafeez, Neuropsychologin und Leiterin von „Comprehend the Mind“ in New York, identifizierte vier Gruppen, die sie als besonders gefährdet ansieht:
  • Menschen, die allein leben oder nur über begrenzte soziale Unterstützung verfügen
  • Jüngere Mitarbeiter und Berufseinsteiger, denen Mentoren und Beziehungen am Arbeitsplatz fehlen
  • Menschen mit Angstzuständen, Depressionen oder einem starken Bedürfnis nach sozialer Interaktion
  • Menschen, denen es schwerfällt, Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen
„Sie pflegen ohnehin schon kaum soziale Kontakte“, so Hafeez, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times über die vier aufgelisteten Gruppen.
„Daher könnte es hilfreich sein, dass sie physisch zur Arbeit gehen sollten. Auf diese Weise sind sie von anderen umgeben und haben die Chance, Freundschaften zu schließen.“
Neben der zunehmenden sozialen Isolation kann Homeoffice auch die Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben erschweren.
Anders als im Büro fehlen zu Hause häufig die räumlichen und visuellen Grenzen, die den Arbeitstag klar vom Feierabend trennen. Wenn der Küchentisch gleichzeitig Arbeitsplatz ist, verschwimmen die Übergänge zwischen Arbeits- und Freizeit schnell.
Diese Entgrenzung kann dazu führen, dass Beschäftigte gedanklich länger bei der Arbeit bleiben und sich nach Feierabend schwerer erholen. Das Gehirn erhält weniger Signale dafür, dass der Arbeitstag beendet ist und nun eine Phase der Erholung beginnt.
Hinzu kommt, dass die tägliche Pendelzeit als natürlicher Übergang zwischen Berufs- und Privatleben entfällt.
Der Arbeitsweg bietet vielen Menschen die Möglichkeit, gedanklich abzuschalten, Erlebnisse des Arbeitstags zu verarbeiten und sich auf die nächste Rolle im privaten Umfeld einzustellen.
Auch die dauerhafte Präsenz von Arbeitsmitteln im Wohnraum kann die mentale Distanz zur Arbeit erschweren.
Sichtbare Erinnerungen an unerledigte Aufgaben – etwa der Laptop auf dem Esstisch oder Unterlagen im Wohnzimmer – können dazu beitragen, dass Beschäftigte gedanklich im Arbeitsmodus bleiben und sich weniger gut erholen.

Praktische Schritte für Remote-Mitarbeiter

Für Menschen, die überwiegend im Homeoffice arbeiten, gibt es praktische Möglichkeiten, potenzielle Belastungen für die psychische Gesundheit zu reduzieren.
Der Psychiater und Schlafmediziner Dr. Alex Dimitriu empfiehlt, das Haus regelmäßig zu verlassen und soziale Kontakte zu pflegen – idealerweise ein- bis zweimal pro Woche. Ebenso wichtig sei es, klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu ziehen.
„Gehen Sie aus dem Haus und schaffen Sie klare Übergänge zwischen Arbeit und Erholung“, sagte Dimitriu.
Während der Pandemie, als vermehrt Menschen ihre Arbeit nach Hause verlegen mussten, habe sich gezeigt, wie leicht die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen können. Viele Menschen telefonierten während der Hausarbeit, beantworteten E-Mails nebenbei oder wechselten ständig zwischen beruflichen und privaten Aufgaben.
Dadurch seien sie oft weder bei der Arbeit noch in ihrer Freizeit vollständig präsent gewesen.
„Sie fühlen sich ständig schuldig, weil sie beides nicht gut hinbekommen haben“, so Dimitriu.
Seiner Ansicht nach liegt die Lösung darin, bewusste Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zu setzen und Eingriffe der Arbeit in die Freizeit möglichst zu begrenzen.
Dazu gehört, Ablenkungen während der Arbeitszeit zu reduzieren und zwischen Arbeitsende und Freizeit einen klaren Übergang zu schaffen – etwa durch Bewegung oder einen Spaziergang im Freien.
Klare Grenzen und regelmäßige Erholungsphasen können dazu beitragen, Stress zu reduzieren, einem Burnout vorzubeugen und die nötige Energie für soziale Kontakte und andere Aktivitäten bereitzustellen.
„Grenzen und ein gewisses Maß an Disziplin können das Arbeiten von zu Hause aus gut bewältigbar machen“, so Dimitrius’ Einschätzung.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Your Mental Health May Be Paying the Price of Working From Home“. (deutsche Bearbeitung: vm)  
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Sommerhit: Maiskolben aus der Heißluftfritteuse – lecker, schnell und einfach zubereitet!

Und um es kurz zu machen: Maiskolben aus der Heißluftfritteuse haben mich absolut begeistert. Diese Zubereitungsmethode ist sehr zeitsparend und das Ergebnis ist überraschend gut. Man muss nicht warten, bis der Topf mit Wasser kocht oder der Grill vorgeheizt ist, denn das Ergebnis aus der Heißluftfritteuse – oder Airfryer – vereint das Beste aus beiden Welten: zartknusprige Körner, dazu leicht gebräunte Stellen und dezent angebrannte Ränder. Von allen Zubereitungsmethoden für Maiskolben ist die Heißluftfritteuse mein neuer Favorit.

Doch was macht sie so besonders?

Maiskolben aus der Heißluftfritteuse lassen sich kinderleicht und blitzschnell zubereiten. Da Maiskolben in der Heißluftfritteuse so schnell gar sind, empfiehlt es sich, sie als letztes Gericht Ihres Abendessens anzurichten. Ich lasse sie gern garen, während ich die restlichen Speisen auf den Tisch stelle und anrichte. So sind die Maiskolben noch dampfend heiß, wenn das Essen beginnt.
Und das Beste ist: Sie passen eigentlich zu jedem Abendessen. Ob pur serviert oder mit ausgelassener Butter und einer Prise Salz bestreut – Maiskolben sind eine klassische Sommerbeilage, die sich vielseitig kombinieren lässt. Man kann die Körner auch vom Kolben trennen und für Salate, Pasta oder andere Beilagen verwenden.

Frisch gekauft und gekonnt ausgewählt

Wenn ich Maiskolben kaufe, achte ich darauf, dass sie sich für ihre Größe schwer anfühlen. Das bedeutet in der Regel, dass die Körner saftig und frisch sind. Kolben mit blassen, trockenen oder lose daliegenden Hüllblättern sollte man meiden.
Fühlt sich die Spitze des Maiskolbens weich an oder hat er gar matschige Stellen, lasse ich ihn liegen. Ideal ist es, wenn man im Hochsommer direkt beim Bauern einkaufen kann. Frisch geernteter Mais ist deutlich süßer.
Hier ist das Rezept für vier Portionen:
Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Garzeit: 6 bis 8 Minuten
Zutaten: 
4 Maiskolben ​
1 bis 2 Esslöffel ungesalzene Butter
1 Teelöffel Olivenöl
1 Teelöffel grobes Meersalz (oder etwas weniger Tafelsalz), plus etwas Salz zum Servieren
Butter schmilzt auf einem heißen Maiskolben dahin. Foto: phasinphoto/iStock

Nicht nur Butter schmilzt auf einem heißen Maiskolben dahin.

Foto: phasinphoto/iStock

Zubereitung:
  • Zerteilen Sie die Butter in vier gleich große Stücke und lassen Sie sie auf Zimmertemperatur abkühlen, während Sie den Mais vorbereiten.
  • Heizen Sie die Heißluftfritteuse auf 200 °C vor.
  • Halbieren Sie die Maiskolben gegebenenfalls, wenn sie nicht im Ganzen in die Fritteuse passen.
  • Reiben Sie die Maiskörner rundherum mit dem Olivenöl ein und bestreuen Sie sie mit jeweils einem Viertel des Meersalzes.
  • Legen Sie die Kolben ohne Überlappung in die Fritteuse.
  • Nach der Hälfte der Garzeit (3 bis 4 Minuten) wenden Sie die Kolben.
  • Garen Sie die Maiskolben, bis die Körner zart und die Ränder leicht gebräunt sind.
  • Anschließend herausnehmen, rundherum mit Butter einreiben und nach Belieben noch mit etwas Salz bestreuen.
Rezeptnotiz:
Die Reste können bis zu vier Tage im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden.
Und nun: Gutes Gelingen und guten Appetit!
Maiskolben in der Grill-Version. Foto: Shaiith/iStock

Maiskolben in der Grillversion.

Foto: Shaiith/iStock

Dieser Artikel erschien auf theepochtimes.com unter dem Titel „Corn on the Cob Is the Best Thing to Cook in the Air Fryer This Summer“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Spielplätze gesperrt, Parks geschlossen: Jetzt hat der Eichenprozessionsspinner Hochsaison


In Kürze:

  • Sperrungen in vielen Regionen: Wegen des Eichenprozessionsspinners werden derzeit Spielplätze, Parks und Waldwege vorübergehend gesperrt oder abgesichert.
  • Gesundheitsgefahr durch Brennhaare: Die feinen Haare der Raupen können Juckreiz, Hautausschläge, Augenreizungen und Atembeschwerden verursachen – auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen.
  • Abstand halten: Es empfiehlt sich, Nester nicht zu berühren, Warnschilder zu beachten und bei Beschwerden nach Kontakt Haut und Kleidung gründlich zu reinigen sowie bei stärkeren Symptomen ärztliche Hilfe zu suchen.

 
Der Spielplatz ist geschlossen, der Lieblingspark nur eingeschränkt nutzbar oder der Waldweg plötzlich abgesperrt – der Grund ist derzeit in vielen Regionen Deutschlands derselbe: der Eichenprozessionsspinner.
Die unscheinbare Raupe sorgt in diesem Sommer wieder aufgrund ihrer Gefahren für Augen, Haut und Atemwege für zahlreiche Sperrungen und Bekämpfungsmaßnahmen. Der ursprünglich aus Südosteuropa kommende Falter profitiert von langen Trockenperioden und milden Frühjahren. Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist von April bis Juli unterwegs, wie es beim Umweltbundesamt heißt.
In vielen Städten und Gemeinden werden zurzeit Spielplätze, Parks, Friedhöfe, Sportanlagen oder Waldwege vorsorglich gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde vom Hubschrauber aus bakterienbasiertes Insektizid über viele Hundert Hektar Fläche versprüht. In anderen Regionen wurden vorbeugend gezielt Eichen, etwa in Kindergärten sowie auf Friedhöfen und an Sportplätzen, besprüht. In Leipzig kommen in diesem Jahr Fadenwürmer als Gegenmittel in Grünanlagen zum Einsatz, andernorts werden die Nester von befallenen Bäumen gesaugt.

Warum sind die Raupen so gefährlich?

Gefährlich für Mensch und Tier ist nicht der spätere Nachtfalter, sondern die Raupe. Ab dem dritten Larvenstadium entwickelt sie hunderttausende winzige Brennhaare mit Widerhaken. Diese enthalten ein Nesselgift und können durch den Wind über weite Strecken verteilt werden – selbst wenn die Raupen längst verschwunden sind.
Die Folgen bei Kontakt können erheblich sein. So können Juckreiz, Schwellungen, Brennen und Hautausschläge sowie Quaddeln entstehen. Bei Kontakt mit den Augen können Rötungen und Reizungen bis zu Bindehautentzündungen die Folge sein. Husten und Atemwegsbeschwerden bis zu Bronchitis, Asthma und Atemnot können nach Kontakt auftreten.
Besonders problematisch: Mit jedem weiteren Kontakt kann die Empfindlichkeit des Körpers zunehmen. Der Wirkstoff in den Brennhaaren bleibt zudem über Monate oder sogar Jahre in alten Nestern oder im Unterholz aktiv.

Woran erkennt man den Eichenprozessionsspinner?

Die Raupen leben fast ausschließlich auf Eichen und bewegen sich oft in großen Gruppen in langen Reihen über Stamm und Äste hintereinander – daher stammt auch ihr Name „Prozessionsspinner“.
Typische Merkmale der graubraunen Raupen ab dem dritten Stadium sind die langen, feinen Haare. Erkennbar sind sie an kompakten Gespinsten am Stamm oder in Astgabeln von Eichen.
Wer solche Nester entdeckt, sollte ausreichend Abstand halten und sie keinesfalls selbst entfernen.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen zur Verteidigung giftige Härchen (Brennhaare) ausbilden.

Foto: Ben-Schonewille/iStock

Achtung: Nicht jedes Gespinst ist gefährlich

Immer wieder werden harmlose Gespinste mit denen des Eichenprozessionsspinners verwechselt. Häufig handelt es sich aber um Gespinstmotten. Deren Raupen sind weißlich, nahezu haarlos und besitzen schwarze Punkte. Sie spinnen ganze Zweige oder Sträucher ein, stellen für Menschen aber keine Gesundheitsgefahr dar.
Der entscheidende Unterschied: Während Gespinstmotten viele Baum- und Straucharten befallen, lebt der Eichenprozessionsspinner fast ausschließlich auf Eichen. Seine Nester befinden sich meist direkt am Stamm oder in Astgabeln und wirken deutlich kompakter.

Was sollte man tun?

Wer Warnschilder oder Absperrungen sieht, sollte diese unbedingt beachten. Befallene Bereiche sollten möglichst gemieden werden. Wer dennoch mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte seine Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen sowie gründlich duschen. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig von innen und außen gereinigt werden,
Aponet.net empfiehlt, bei Beschwerden kühlende Umschläge zur Linderung auf die betroffene Hautstelle aufzutragen. Bei starken Hautreaktionen, Atemproblemen oder allergischen Beschwerden ist ärztliche Hilfe ratsam.
Wer wissen möchte, ob in seiner Region aktuell mit dem Eichenprozessionsspinner zu rechnen ist, kann die Prognosekarte des Deutschen Wetterdienstes nutzen. Sie zeigt den Entwicklungsstand der Raupen und das potenzielle Befallsrisiko.
Das brandenburgische Gesundheitsministerium empfiehlt, bei Entdeckung eines Befalls diesen dem zuständigen Amt oder der betroffenen Gemeinde zu melden.
(Mit Material von dpa)
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Bericht: Lufthansa erwägt Grounding von bis zu 40 Maschinen

Die Lufthansa bereitet sich wegen der sich zuspitzenden Treibstofflage offenbar auf das Grounding von bis zu 40 Flugzeugen vor. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf interne Äußerungen von Konzernchef Carsten Spohr.
Bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Freitag sagte Spohr demnach, binnen 72 Stunden sei aus dem teuren Kerosin ein Verfügbarkeitsproblem geworden.
An immer mehr Flughäfen drohe der Treibstoff knapp zu werden. Erste Airports in Asien verweigerten bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen.
Der Vorstand habe am Freitagmorgen zwei Krisenpakete in Auftrag gegeben, hieß es. Paket eins kürzt das Sitzplatzangebot um 2,5 Prozent – rund 20 Maschinen. Vorsorglich werde ein zweites Paket über fünf Prozent vorbereitet, welches etwa 40 Flugzeugen entsprechen würde.
Treffen würde es zuerst die ältesten Spritschlucker wie den Airbus A340 und die Boeing 747-400. Entschieden sei das Grounding noch nicht, hieß es. Mögliche Streichungen würden frühestens im dritten Quartal greifen, womöglich erst im Winter.
Obwohl die Fluglinie rund 80 Prozent des Treibstoffs zu Festpreisen abgesichert hat, beziffert Spohr die kriegsbedingte Mehrbelastung laut „Spiegel“ auf etwa 1,5 Milliarden Euro.
Das für dieses Jahr geplante Wachstum von vier Prozent sei wahrscheinlich nicht mehr zu halten, hieß es weiter. (dts/red)
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Warum wir wieder lernen müssen, richtig in die Sonne zu gehen


In Kürze:

  • Zwischen April und September steht die Sonne in unseren Breiten hoch genug, damit der Körper Vitamin D bilden kann.
  • Ausgiebiges Sonnenbaden und regelmäßiger Sonnenbrand erhöhen das Risiko für Hautalterung und Hautkrebs.
  • Vor allem Menschen mit sensibler Haut – Kinder und helle Hauttypen – benötigen mehr Sonnenschutz.
  • Der älteste Sonnenschutz der Welt hat den Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird.
  • Wer jedoch in der Sonne schnell errötet, sollte vielleicht nicht nur über Cremes nachdenken.

 
Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat einen neuen Sonnenschutzfilter zugelassen. Bemotrizinol heißt der Stoff. Er schützt gegen UVA und UVB, gilt als fotostabil und wird in Europa und Asien schon länger verwendet. In den USA ist das tatsächlich eine kleine Sensation, weil dort seit vielen Jahren kaum neue UV-Filter für frei verkäufliche Sonnenschutzmittel dazukamen. Man kann das begrüßen. Besser ein guter Filter als ein schlechter.
Nur löst dieser Fortschritt nicht unser eigentliches Problem. Viele Menschen haben nicht zu wenig Sonnencreme, sondern zu wenig „Sonnenverstand“. Manche sagen auch: Die meisten haben in Physik einfach nicht aufgepasst.
Ich beobachte jedenfalls inzwischen Menschen, die sich bereits eincremen, bevor sie überhaupt vor die Tür gehen, gerade so, als sei die Sonne eine meldepflichtige Gefahrstoffwolke. Kinder werden mit Lichtschutzfaktor 50 behandelt, bevor die Haut einen einzigen vernünftigen Lichtreiz bekommen hat.

Viele Menschen cremen sich aus Angst vor Sonnenbrand bereits früh am Morgen ein.

Foto: Tverdohlib/iStock

Erwachsene verbringen elf Monate im Kunstlicht, sitzen vor flimmernden Bildschirmen, schlafen schlecht, haben niedrige Vitamin-D-Werte und bekommen zu alledem im Sommer plötzlich Angst vor der Sonne? Das muss man erst einmal hinbekommen.
Dabei war Sonne früher nicht der Feind. In Sanatorien wurden Patienten bewusst an Luft und Licht gebracht. Krankenhäuser hatten zum Teil Sonnendächer, „Liegehallen“ und Balkone. Man fuhr Kranke nach draußen, weil man beobachtete, dass Licht, Luft, Ruhe und Ernährung den Menschen verändern können. Die Sonne war in erster Linie ein Heilreiz.
Heute hat sich das völlig verkehrt. Heilreiz, Licht, Natur, Dosis, Anpassung – solche Begriffe passen nicht mehr gut in eine Welt, in der „Gesundheit“ über Warnhinweise und Grenzwerte verwaltet wird. Dabei ist die Sache biologisch eigentlich ziemlich einfach – und dennoch anspruchsvoll. Denn die Sonne ist weder harmlos noch böse. Sie ist einfach nur Reiz. Und jeder Reiz benötigt das richtige Maß.

Sonnenbrand ist kein Gesundheitsprogramm

Damit kein Missverständnis entsteht: Sonnenbrand ist kein „Training“ und keine Abhärtung. Wer seine Haut regelmäßig verbrennt, erhöht sein Risiko für Hautalterung und Hautkrebs. Die Haut vergisst nicht.
Besonders Kinderhaut sollte man schützen, denn schwere Sonnenbrände in jungen Jahren zählen quasi doppelt. Diese Tatsachen verkehren zahlreiche Experten derart, sodass wir heute bei vielen Menschen geradezu eine Sonnenpanik haben.
Die Sonne kann auch viel mehr als bräunen oder verbrennen. Über UVB-Strahlung bildet die Haut Vitamin D. Licht beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus, die Stimmung, die Gefäßregulation und wahrscheinlich noch weitere Vorgänge, die wir längst nicht vollständig verstanden haben. Wir sind auf die Sonne und das Licht angewiesen.

Wann bildet die Haut überhaupt Vitamin D?

Beim Vitamin D zählt nicht einfach Sonne, sondern die UVB-Strahlung. Und die erreicht die Haut nur dann in ausreichender Menge, wenn die Sonne hoch genug steht. In unseren Breiten ist das grob gesagt zwischen April und September der Fall. Im Winter wird praktisch kein Vitamin D über die Haut gebildet, auch wenn der Spaziergang in der tief stehenden Sonne natürlich trotzdem wertvoll ist, und zwar für den Kopf, den Rhythmus, die Stimmung und das Nervensystem.
Eine einfache Faustregel ist der Schattentest. Ist Ihr Schatten kürzer als Sie selbst, steht die Sonne hoch genug, damit Vitamin-D-Bildung möglich wird. Wer es noch anschaulicher möchte, nimmt einen Bleistift, stellt sich senkrecht hin und sieht den Schatten an. Ist der Schatten kürzer als der Stift, passt der Sonnenstand. Ist er länger, bekommen Sie Licht, aber kaum den UVB-Anteil, den die Haut für Vitamin D benötigt.
Damit ist nicht gemeint, sich mittags braten zu lassen. Für viele hellhäutige Menschen reichen im Sommer wenige Minuten bis vielleicht 15 oder 20 Minuten auf Armen und Beinen. Dunklere Hauttypen benötigen etwas länger. Entscheidend ist, vor der Rötung aus der Sonne zu gehen.
Beim Vitamin D zählt nicht einfach „Sonne“, sondern die UVB Strahlung

In unseren Breiten können wir nur zwischen April und September Vitamin D über die Haut bilden.

Foto: anyaberkut/iStock

Kleidung schlägt Creme

Nach der kurzen Aufladung von Vitamin D geht man am besten aus der prallen Sonne. Der älteste Sonnenschutz der Welt hat dabei den kleinen Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird. Wer das nicht kann, zieht sich etwas an.
Ein Hemd muss nicht fotostabil sein. Ein Hut benötigt keine INCI-Liste. Schatten kommt ohne Konservierungsstoffe aus. Vielleicht ist das der Grund, warum diese Dinge in der Werbung für Sonnenschutz eher selten die Hauptrolle spielen.
Ich habe nichts gegen Sonnencreme. Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann sie sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein. Erst kommt die Dosis, dann Kleidung und Schatten. Und wenn das nicht reicht, Creme.

Welche Sonnencreme?

Jetzt stellt sich die Frage: Welche Sonnencreme? Einige chemische UV-Filter stehen seit Jahren in der Kritik, darunter Octocrylen, Homosalat, Benzophenone 3 und Ethylhexyl Methoxycinnamate. Wer solche Stoffe meiden will, liest die INCI-Liste.
Bei ÖKO-TEST schnitten zuletzt zum Beispiel Sun D’Or Sonnenmilch LSF 50 von Edeka und Sundance Sonnenmilch LSF 50 von dm sehr gut ab. Bei Kinderprodukten wurden unter anderem Lacura Sun Kids, Lavozon Kids und Sundance Kids gut bewertet. Das gilt natürlich immer für die getestete Rezeptur. Hersteller ändern Formeln schneller, als manche Menschen ihre Meinung. Deshalb bleibt ein Blick auf den aktuellen Test sinnvoll.

Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann Sonnencreme sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein.

Foto: O_Lypa/iStock

Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid sind für viele eine Alternative. Sprays und Öle sehe ich deutlich kritischer. Feine Partikel (Spray) gehören nicht in die Lunge, auch wenn sie vorher in einer hübschen Verpackung waren.
Und noch etwas: Lichtschutzfaktor 50 ist kein Tagespass für die Sonne. Viele tragen zu wenig auf, cremen zu selten nach und wundern sich später über rote Schultern. Das ist so, als würde man sich den Sicherheitsgurt anlegen und anschließend mit geschlossenen Augen fahren.

Freie Radikale – wie der Bösewicht im Märchen

Der wichtigste Sonnenschutz beginnt jedoch nicht erst auf der Haut, sondern im Stoffwechsel. UV-Licht erzeugt freie Radikale. Und damit sind wir bei einem jener Begriffe, die in Gesundheitsartikeln meist auftreten wie der Bösewicht im Märchen.
Freie Radikale können zwar Schaden anrichten, gewiss, sie sind aber auch Signale, anhand derer der Körper lernt, seine Schutzsysteme hochzufahren. Der Reiz ist also nicht das Problem. Das Problem beginnt, wenn der Reiz größer ist als die Reserve. Dann wird aus einer möglichen Anpassung eine Verletzung, aus einem UV-Reiz wird Zellstress und aus Sonne wird Sonnenbrand.
Genau hier sehe ich in der Praxis viele Menschen, die auffallend schnell verbrennen. Natürlich gibt es verschiedene Hauttypen. Ein hellhäutiger Mensch mit rötlichem Haar wird nie reagieren wie jemand mit dunklerer Haut. Aber wenn jemand nach kürzester Zeit regelrecht „explodiert“, denke ich nicht nur an den Hauttyp. Ich denke vor allem an erschöpfte antioxidative Kapazitäten.

Je nach Hauttyp sind Menschen gegenüber Sonneneinstrahlung mehr oder weniger empfindlich, was natur-geografische Gründe hat.

Foto: IRYNA NASKOVA/iStock

Die Sache mit dem „inneren Lichtschutz“

Für diese Kapazitäten benötigt der Körper Eiweiß, gute Fette, Vitamin C, Zink, Selen, sekundäre Pflanzenstoffe, Carotinoide und eine Ernährung, die nicht hauptsächlich aus Weißmehl, Zucker, Sonnenblumenöl und Industrieprodukten besteht. Das ist zwar weniger aufregend als ein neuer UV-Filter, hat aber den Vorteil, dass der Körper damit arbeiten kann.
Astaxanthin ist hier aus meiner Sicht eines der interessantesten Mittel. Dieses Carotinoid stammt aus Algen und wirkt stark antioxidativ. Ich setze es gern einige Wochen vor intensiver Sonnenzeit ein, meist 4 bis 8 Milligramm täglich zu einer fetthaltigen Mahlzeit, bei sehr empfindlicher Haut eher am oberen Ende dieser Spanne. Es ist keine Sonnencreme zum Schlucken. Wer das glaubt, hat wieder nur die Tube gegen die Kapsel ausgetauscht.
Auch Selen spielt eine Rolle, weil selenabhängige Enzyme an der Kontrolle oxidativer Prozesse beteiligt sind. In der Praxis setze ich dazu Selenomethionin ein, kein Natriumselenit. Natriumselenit ist kein Bonbon. Bei falscher Anwendung kann Selen problematisch werden, und pauschale Hochdosen gehören nicht in die Selbstmedikation. Für die allgemeine Anwendung denke ich eher an moderate Dosierungen im Bereich von 50 bis 100 Mikrogramm Selen täglich, je nach Ernährung, Laborwerten und Gesamtsituation.

Fazit: Die Sonne ist kein Feind

Die Sache ist eigentlich relativ einfach. Die Sonne ist kein Feind, vor dem man sich von April bis Oktober chemisch versiegeln muss. Sie ist aber auch kein harmloses Spielzeug, bei dem man stundenlang beweisen will, wie naturverbunden man ist. Beides ist Unsinn, nur in unterschiedlicher Verpackung.
Vernünftiger Umgang mit Sonne heißt: kurz genug, um keinen Sonnenbrand zu bekommen, lang genug, um dem Körper einen echten Lichtreiz zu geben. Wenn der Schatten kürzer ist als der Körper, kann Vitamin D gebildet werden. Danach kommen Hemd, Hut und Schatten. Und wenn das nicht reicht, verwendet man eine gute Sonnencreme ohne problematische Filter und Zusätze.
Wer extrem schnell verbrennt, sollte die Sonne nicht herausfordern. Er sollte sich aber auch fragen, warum seine Haut so wenig Reserve hat. Sie ist lebendiges Gewebe, abhängig von Ernährung, Mikronährstoffen, antioxidativer Kapazität und dem Zustand des gesamten Stoffwechsels.
Wer Sonne gezielt nutzt, kann seiner Gesundheit gutes tun

Wer die Sonne gezielt nutzt, kann seiner Gesundheit Gutes tun.

Foto: David Petrus Ibars/iStock

Vielleicht wäre das die eigentliche kleine Revolution im Sonnenschutz, nämlich weniger Angst vor der Sonne, weniger blindes Vertrauen in die Tube, mehr Verständnis für Dosis, Hauttyp, Jahreszeit und vor allem für den eigenen Stoffwechsel zu haben.
Naturheilkunde kann so betrachtet wieder einmal glänzen: mit einem Blick auf den eigenen Schatten, Respekt vor der Dosis und dem alten Gedanken, dass der Körper nicht nur geschützt, sondern auch befähigt werden sollte. Die Cremehersteller und Apotheken dürfen trotzdem weiter verkaufen. Nur sollten sie in dieser Frage nicht als die alleinigen Hohepriester des Lichts gelten.