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5 Tipps für einen guten Schlaf bei heißem Wetter


In Kürze

  • Sommerliche Wärme erschwert dem Körper die natürliche Abkühlung, die er für guten Schlaf braucht.
  • Die wirksamsten Maßnahmen beginnen bereits tagsüber: Räume kühl halten, ausreichend trinken und zusätzliche Wärme vermeiden.
  • Atmungsaktive Bettwäsche und ein kühler Schlafplatz verbessern den Schlafkomfort.

 
Wenn die Temperaturen an heißen Sommertagen selbst nach Sonnenuntergang kaum sinken, kann das Schlafzimmer schnell zur Sauna werden. Viele Menschen wälzen sich dann stundenlang im Bett, schlafen unruhig oder wachen mehrfach in der Nacht auf.
Das ist kein Zufall, denn für einen gesunden Schlaf muss der Körper seine Temperatur leicht absenken. Heiße Schlafzimmer erschweren dies und führen zu einer schlechteren Schlafqualität. Am Morgen kommt dann die Quittung: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, kaum zur Ruhe gekommen zu sein.

Warum Wärme den Schlaf stört

Der Grund für Schlafprobleme bei hohen Temperaturen liegt in der Biologie des Menschen. Damit Schlaf überhaupt entstehen kann, senkt der Körper seine Temperatur leicht ab. Dieser Prozess funktioniert umso besser, je größer der Temperaturunterschied zwischen Körper und Umgebung ist. Bleibt die Luft jedoch auch nachts warm, wird die körpereigene Kühlung erschwert. Der Organismus arbeitet weiterhin gegen die Wärme an, anstatt in einen tiefen und erholsamen Schlaf zu sinken.
Kommt zusätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, kann dies die Belastung weiter verstärken. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen ab. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, wird Wärme abgeführt. Ist die Luft jedoch bereits feucht, verläuft die Verdunstung weniger effizient.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Eine Klimaanlage kann hier Abhilfe schaffen. In Deutschland sind Klimaanlagen im Vergleich zu vielen anderen Ländern jedoch selten. So verfügten im Jahr 2024 nur rund 19 Prozent der Haushalte hierzulande über eine Klimaanlage, während der Anteil in den USA bereits im Jahr 2020 bei rund 90 Prozent lag.
Der Einsatz von Ventilatoren kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Allerdings kühlen Ventilatoren die Luft nicht aktiv ab. Sie bewegen Luft über die Haut, fördern dadurch die Verdunstung von Schweiß und erzeugen ein subjektives Kühlempfinden.

Vorsorgen ist besser als kühlen

Wie kann man also bei heißem Wetter auch ohne Klimaanlage besser schlafen?
Beschattung und Belüftung gehören zu den wichtigsten passiven Kühlstrategien, um die Wärme in Innenräumen zu reduzieren. Bevor man die Raumluft kühlt, sollte man zunächst verhindern, dass sich die Wohnung überhaupt aufheizt. Eine Überhitzung der Räume entsteht vor allem durch Sonneneinstrahlung durch Fenster sowie durch warme Außenluft.
Wer erst am Abend versucht, ein aufgeheiztes Schlafzimmer herunterzukühlen, kommt oft zu spät. Entscheidend sind die Stunden zuvor. Fenster auf der Sonnenseite sollten tagsüber möglichst verschattet werden. Vorhänge, Rollläden oder Jalousien verhindern, dass Sonnenstrahlen die Böden, Wände und Möbel aufheizen.
Auch beim Lüften gilt eine einfache Regel: Frische Luft hilft nur dann, wenn sie tatsächlich kühler ist als die Raumluft. Deshalb sind die frühen Morgenstunden und der späte Abend meist die beste Zeit zum Lüften. Ist es draußen wärmer als drinnen, sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Wenn über mehrere Tage hinweg hohe Temperaturen herrschen, empfiehlt es sich, die Wohnung morgens gründlich durchzulüften und anschließend Fenster sowie Sonnenschutz weitgehend geschlossen zu halten.

Auf Durchzug schalten

Nutzen Sie Querlüftung, wenn die Außenluft kühler ist. Dabei werden Fenster oder Türen auf gegenüberliegenden Seiten einer Wohnung oder eines Hauses geöffnet, sodass die Luft hindurchströmen kann. Auf diese Weise lässt sich angestaute Wärme besonders effektiv aus den Innenräumen abführen. Ein leichter Temperaturunterschied zwischen den Seiten oder leichter Wind unterstützen dies zusätzlich.
Falls Sie einen Wintergarten haben, sollten Sie diesen besonders im Blick behalten. Wintergärten können sich stark aufheizen, da Sonnenlicht durch die Glasflächen eindringt und Oberflächen im Inneren erwärmt. Tagsüber helfen eine gute Belüftung des Wintergartens sowie das Schließen der Innentüren zu anderen Räumen des Hauses. Auch bei stark besonnten Zimmern kann das Schließen der Türen verhindern, dass sich die Wärme in der gesamten Wohnung ausbreitet.
Generell können Jalousien, Rollläden, Markisen und andere Beschattungssysteme die Aufwärmung der Wohnung deutlich verringern.
Auch Dachböden und Räume im obersten Stockwerk werden im Sommer häufig besonders warm, da Dächer große Mengen Sonnenenergie aufnehmen. Langfristig können bauliche Maßnahmen wie eine bessere Dachdämmung, eine Dachbegrünung oder Solarmodule, die mit etwas Abstand zum Dach montiert sind, dazu beitragen, die Aufheizung von Gebäuden zu reduzieren.

Umziehen in kühlere Gefilde

Befindet sich das Schlafzimmer in einem oberen Stockwerk oder ist es nach Süden oder Westen ausgerichtet, gehört es oft zu den heißesten Räumen im Haus. Wärme steigt im Gebäude nach oben, während sonnenzugewandte Wände und Dächer die tagsüber gespeicherte Wärme noch lange nach Sonnenuntergang abgeben.
Warum also nicht mit dem Bettzeug umziehen und während einer Hitzewelle im Erdgeschoss oder auf der Nordseite des Hauses schlafen?

Luftfeuchtigkeit in Innenräumen reduzieren

Backöfen, Kochfelder, Wäschetrockner, Waschmaschinen und Geschirrspüler erzeugen zusätzliche Wärme und können die Temperatur in Innenräumen weiter erhöhen. An besonders heißen Tagen sollten solche Geräte möglichst früh am Morgen oder erst am Abend genutzt werden.
Kochen oder auch das Trocknen von Wäsche in Innenräumen erhöhen außerdem die Luftfeuchtigkeit. Dadurch verdunstet Schweiß schlechter und die körpereigene Kühlung wird erschwert. Hilfreich ist es, beim Kochen die Dunstabzugshaube einzuschalten, damit warme und feuchte Luft direkt nach außen abgeführt wird.
Wasser hilft beim Abkühlen und ist der Grund, warum wir schwitzen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Verdunstet Wasser, entzieht es der Umgebung Wärme und hilft so beim Abkühlen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Foto: awalby/iStock

Atmungsaktive Stoffe gegen Wärmestau

Die Wahl der richtigen Materialien kann den Schlafkomfort in warmen Nächten verbessern. Leinen, oft auch als „natürliche Klimaanlage“ bezeichnet, gilt als besonders luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend. Auch andere Naturmaterialien wie Baumwolle können Feuchtigkeit aufnehmen und die Luftzirkulation unterstützen.
Das gilt sowohl für Bettwäsche als auch für Nachtkleidung. Leichte, locker sitzende Schlafbekleidung erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers. Synthetische Stoffe  können Wärme und Feuchtigkeit hingegen stärker speichern; eng anliegend sorgen sie gar für einen „Wärmestau“.

Kühle Nächte beginnen bereits tagsüber

Auch wiederverwendbare Kühlakkus, Kühlkissen oder Gefrierblöcke können das Wohlbefinden verbessern. Wichtig ist jedoch, sie niemals direkt auf die Haut zu legen. Wickeln Sie Kühlakkus stets in ein Tuch ein, um Kältereizungen und Feuchtigkeit durch Kondenswasser zu vermeiden. Kühlende Matratzenauflagen oder Bettwäsche mit speziellen temperaturregulierenden Materialien können ebenfalls zur Linderung beitragen. Solche Produkte sollen Wärme und Feuchtigkeit besser vom Körper ableiten und können insbesondere für Menschen hilfreich sein, die nachts stark schwitzen.
Am effektivsten ist meist eine Kombination verschiedener Maßnahmen: Halten Sie tagsüber das Sonnenlicht fern, lüften Sie dann, wenn die Außenluft kühler ist, reduzieren Sie zusätzliche Wärmequellen in der Wohnung, schlafen Sie möglichst im kühlsten verfügbaren Raum und setzen Sie auf atmungsaktive Bettwäsche und Kleidung. So lassen sich auch warme Sommernächte deutlich angenehmer gestalten.
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Diese Personen kamen nach dem Tod zurück – sie alle hatten eine ähnliche Botschaft

Es passierte, als ich gerade an dem Dokumentarfilm „Final Hours“ arbeitete. Dafür interviewte ich Menschen, die aus dem klinischen Tod erwacht waren, also solche, die eine sogenannte Nahtoderfahrung (NTE) durchgemacht hatten. Beim dritten solchen Gespräch merkte ich: Sie sagen alle dasselbe.
Damit meine ich nicht die Schilderungen über das Jenseits, die sich in fast jedem Detail unterschieden. Die Gemeinsamkeiten waren vielmehr subtiler: Während sie von ihren Erlebnissen berichteten, lag eine gewisse Sanftheit in ihren Augen sowie eine gelassene Zuversicht hinsichtlich des Wesens des Todes und des Sinns des Lebens.
Sie alle trugen ein Gefühl der Sinnhaftigkeit in sich, das auch nach Jahrzehnten nicht verblasst war. Und das ist ihre Botschaft.

Der Neurochirurg, der nicht glaubte

Nahtod

Dr. Eber Alexander, ehemaliger Neurochirurg.

Foto: The Epoch Times

Dr. Eben Alexander wurde im Alter von elf Tagen zur Adoption freigegeben. Sein Adoptivvater war einer der angesehensten Neurochirurgen seiner Generation. Alexander trat in seine Fußstapfen und unterrichtete schließlich fünfzehn Jahre lang Neurochirurgie an der Harvard Medical School. Er war überzeugter Materialist. „Das Gehirn erzeugt das Bewusstsein. Punkt“, war seine Meinung.
Im November 2008 kam er jedoch mit Krampfanfällen aufgrund einer seltenen bakteriellen Meningitis, einer Infektion im Gehirn, in die Notaufnahme. 
Eine Woche später schätzten die Ärzte seine Überlebenschance auf 2 Prozent und die Chance auf eine Genesung auf 0 Prozent. Sie empfahlen seiner Familie, ihn vom Beatmungsgerät zu nehmen. Doch er erholte sich auf wundersame Weise.
An einem kühlen Februarmorgen saß ich bei ihm zu Hause in Virginia und hörte zu, wie er von diesem Erlebnis berichtete. Er ist mittlerweile in den Siebzigern und wechselt in ein und demselben Satz fließend zwischen medizinischer Neurowissenschaft und Spiritualität hin und her.
Was er von den sieben Tagen in Erinnerung hat, in denen sein Gehirn „offline“ war, bildet den roten Faden des Dokumentarfilms – ich werde das meiste davon dort belassen. Als er jedoch er aus dem Koma erwachte, hatte er eine Erinnerung, die er – als praktizierender Neurochirurg – nicht mit seinem Wissen in Einklang bringen konnte. Sein gesamter Neokortex war ausgeschaltet, sodass kein Teil seines Gehirns einen Traum hätte erzeugen können.
Nach seiner Rückkehr wurde ihm klar, dass die materialistische Weltanschauung, die er in Harvard lehrte, eine geringere Bedeutung hatte als das, worauf er zufällig gestoßen war. „Sei vorsichtig mit deinen Überzeugungen“, sagte er zu mir.
Der Neurochirurg, der früher lehrte, dass das Bewusstsein am Schädelknochen endet, lehrt nun das Gegenteil. Er vermittelt den Menschen, dass das menschliche Leben nicht rein materialistisch sei. Das Leben sei unbegrenzt, sogar nach dem Tod.

Der Teenager, der voller Reue starb

Nahtoderfahrung

Bubba Herrick, Performance Coach.

Foto: The Epoch Times

An einem schwülen Nachmittag saß ich in einer Sporthalle in Zentralflorida einem jungen Mann gegenüber, dessen Herz auf dem Operationstisch während einer eigentlich einfachen Ellenbogenoperation stehen geblieben war.
Bubba Herrick war neunzehn, der Pitcher, also Werfer in seinem Baseballteam, auf dem besten Weg in die Major League. Am Tag vor seiner Operation fragte eine Krankenschwester, ob er Allergien habe, die den Eingriff erschweren könnten. Da er noch nie unter Narkose gestanden hatte, verneinte er dies und ging mit einem unguten Gefühl im Magen, das er sich nicht erklären konnte, nach Hause.
Am nächsten Morgen reagierte er negativ auf die Narkose und starb auf dem Operationstisch.
Sein Besuch im Jenseits begann mit einem Rückblick auf jeden einzelnen Moment seines Lebens. Er sah so etwa Naheliegendes wie das erste Mal, als er einen Baseball in die Hand nahm, oder eine Eins in einem Test. 
Doch er sah auch Dinge, die er nicht erwartet hatte: Jedes Mal, als er „Ich liebe dich“ oder „Es tut mir leid“ hätte sagen können, es aber nicht tat. „Ich starb voller Reue“, erzählte er mir.
Doch auch eine Gestalt sprach ihn an. Sie sagte ihm, er könne eine zweite Chance erhalten – unter einer Bedingung. „Wenn du das nächste Mal stirbst, musst du dafür bereit sein.“
Herrick ist mittlerweile Anfang zwanzig. Er strahlt eine ruhige Sanftmut aus, die normalerweise erst mit dem Alter kommt – oder wenn man einen Blick ins Jenseits geworfen hatte. Das Erste, was er tat, sobald er das, was ihm widerfahren war, in Worte fassen konnte, war, alle seine Kontakte im Telefon anzurufen, denen er unrecht getan hatte.
„Ich stellte sicher, alle Fehler wiedergutzumachen, die ich wiedergutmachen musste“, so der junge Mann.

Eine Botschaft aus dem Licht

Nahtoderfahrung

Tricia Barker, Englischprofessorin.

Foto: The Epoch Times

Die dritte Person, die ich interviewte, war Tricia Barker aus Houston, Texas. Im Jahr 1995 studierte die damals 21-Jährige Anglistik an der University of Texas (UT) in Austin. Eines Tages rammte ein Autofahrer, der bei Gelb über die Ampel gefahren war, sie frontal.
Ihr Rücken brach an drei Stellen. In der Einverständniserklärung, die sie im Krankenhaus erhielt, war eine Sterblichkeitswahrscheinlichkeit von 17 Prozent vermerkt.
Auf dem Operationstisch zählte sie von 100 herunter und wartete darauf, dass die Narkose wirkte, als plötzlich ihr Bewusstsein den Körper verließ. Sie beobachtete die Operation von oberhalb des Tisches aus und bemerkte, dass die Chirurgen nicht allein im Raum waren. Engel wirkten um sie herum und durch sie hindurch. 
Später stieg sie höher, über das Krankenhaus hinaus, in eine Sternenlandschaft, wo sie auf das traf, was sie als göttliche Intelligenz bezeichnet. Sie hörte eine Stimme, die sie ganz klar anwies: „Du wirst zurückgehen, und du wirst unterrichten.“
Vor dem Unfall war Barker agnostisch gestimmt, kam aus einer zerrütteten Familie und hatte erst wenige Jahre davor versucht, sich das Leben zu nehmen.
Nach dem Unfall kehrte sie an die UT zurück, schloss ihr Studium ab und wurde Lehrerin. Dreißig Jahre später unterrichtet sie immer noch.
Was sie mitgebracht habe, sei eine Stellenbeschreibung, eine Mission und ein Wertesystem gewesen. „Ich war ein Produkt dieser Kultur. Ich dachte, Geld und Erfolg und ein Haus und ein Auto – all diese Dinge seien alles, was zähle. Dann habe ich gesehen, dass es wirklich darauf ankommt, wie man Menschen behandelt.“
Man könne keine Dogmen und keinen Hass ins Jenseits mitnehmen. Auch die Ansicht, im Recht zu sein, lasse sich nicht mitnehmen, sagte sie. „Das Einzige, was man mitnehmen kann – die einzige Energie, die leicht genug ist, um einen zu begleiten –, ist Liebe.“

Eine Frage, eine Antwort

Am Ende jedes Interviews schaute ich der Person gegenüber direkt in die Augen und fragte: „Hast du Angst vor dem Tod?“
Ihre Antworten kamen so schnell, dass man sie für spontane Reaktionen hätte halten können. „Absolut nicht“, sagten sie unisono.
Dass sie keine Angst verspürten, beeindruckte mich zutiefst. Ihre Gelassenheit spiegelte eine tiefere Einsicht wider: die Erkenntnis, dass der Tod keineswegs das Ende sei.
Diese drei Personen hatten ihr Leben neu ausgerichtet an etwas, das sie mitgebracht hatten. Für Alexander war es die Lehre, dass wir spirituelle Wesen in einem spirituellen Universum sind. Herrick brachte das Bestreben mit, so zu leben, dass der nächste Tod – wann immer er kommen möge – ihn vorfindet, ohne dass etwas ungesagt bleibt. Für Barker war es das Begleiten ihrer Schüler im Klassenzimmer.

Eine Botschaft für dieses Leben

Ich sprach auch mit Experten, die dieses Phänomen wissenschaftlich untersuchen.
Beispielsweise besuchte ich Dr. Jeffrey Long in seinem Haus in Kentucky. Er ist praktizierender Strahlentherapeut und Forscher und betreibt die weltweit größte öffentlich zugängliche Datenbank zu Nahtoderfahrungen. Das tut er bereits seit mehr als dreißig Jahren. Ich fragte ihn, ob das, was ich auf meinen drei Reisen beobachtet hatte, in seinen Daten vorkam.
Er antwortete darauf so, wie es ein Forscher tun würde: mit Zahlen. Im Jahr 2024 veröffentlichte er die bislang größte Studie zu den Nachwirkungen von Nahtoderfahrungen. Darin verglich er 834 Menschen, die ein Nahtoderlebnis gehabt hatten, mit einer Kontrollgruppe, in der die Teilnehmer zwar dem Tod nahegekommen waren, aber keine Nahtoderfahrung erlebt hatten. 
Die Unterschiede, so erzählte er mir, seien alles andere als subtil. Die Gruppe mit Nahtoderfahrungen berichtete überwältigend und durchweg von gesteigertem Mitgefühl, einem verstärkten Sinnempfinden und einer verminderten Angst vor dem Tod.
„Letztendlich“, sagte Long mir gegen Ende unseres Gesprächs, „ist die Botschaft, die sie immer wieder über alle Kulturen hinweg mitbringen, dieselbe. Ich würde sagen, es ist die tiefgreifendste Botschaft, die für die gesamte Menschheit überhaupt vorstellbar ist.“
Was ist diese Botschaft? Dr. Janice Holden, ehemalige Präsidentin der International Association for Near-Death Studies, sagte mir während unseres Interviews:
„Unser Leben hat einen Sinn. Wir sind dazu bestimmt, einander mit so viel Mitgefühl und Fürsorge und Großzügigkeit zu begegnen, wie wir nur können … und die Chancen, die das Leben bietet, als Gelegenheit zur spirituellen Entwicklung zu nutzen.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „I Interviewed People Who Came Back From Death. They All Had a Similar Message.“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Reisekrankheit: Blick auf Horizont heften und mit Musik ablenken

Viele Familie kennen es: Das Kind auf der Rückbank im Auto wird stiller und blasser und löst mit der Bemerkung „mir ist schlecht“ eine hektische Parkplatzsuche aus. Die Reisekrankheit ist gerade in der Urlaubszeit ein häufiger Begleiter. Es gibt aber Möglichkeiten, dem abzuhelfen.

Was ist die Reisekrankheit?

Typische Symptome der Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, sind Übelkeit und Erbrechen. Vor allem bei kurvenreichen Strecken im Auto, einem unruhigen Flug oder Wellengang auf Gewässern kann das Gleichgewichtsorgan im Innenohr stark gereizt werden. Wenn die gesamte Umgebung in Bewegung ist, haben auch die Augen keinen Fixpunkt mehr.
Die Reize, die dann im Nervensystem ankommen und weitergeleitet werden, können das Brechzentrum aktivieren und Übelkeit auslösen. Vor allem Kinder ab dem zweiten Lebensjahr leiden darunter.
Typisch für Reisekrankheit ist, dass sie sich durch Erbrechen nicht bessert. Erst wenn wieder fester Boden unter den Füßen ist, legt sich die Übelkeit langsam.

Kann ein Positionswechsel Abhilfe schaffen?

Das Mitfahren auf dem Beifahrersitz im Auto kann der Übelkeit vorbeugen. Kinder sollten aus Sicherheitsgründen aber angeschnallt hinten sitzen. Unter Umständen hilft nach Angaben von Kinderärzten ein Wechsel auf den hinteren mittleren Platz.
Dort kann das Kind durch die Frontscheibe gucken, so dass die durch den Gleichgewichtssinn wahrgenommene Bewegung und die Eindrücke der Augen in Einklang kommen.
Kindern wird im Auto seltener übel, wenn sie den Horizont fixieren. Am einfachsten ist es übrigens, über Nacht zu fahren. Während des Schlafs tritt die Reisekrankheit in der Regel nicht auf.

Gibt es auch Tricks für Schiff, Bus und Flugzeug?

In der Mitte von Schiffen ist am wenigsten Bewegung. Gleiches gilt im Bus für den Bereich direkt hinter den Vorderachsen. Im Flugzeug ist ein Sitz am Fenster über den Tragflächen der beste Platz, um nicht reisekrank zu werden.

Was ist beim Essen zu beachten?

Fachleute empfehlen leichte, fettarme Speisen vor und während der Reise. Kaubewegungen scheinen die Überreaktion des Magens zu mildern. Auch pulverisierter Ingwer soll den Brechreiz reduzieren und gegen kalte Schweißausbrüche helfen.
Studien legen nahe, eine halbe Stunde vor Reiseantritt etwa ein Gramm Ingwerpulver einzunehmen. Hilfreich sind auch Hörspiele, Musikhören und regelmäßige Pausen.

Welche Medikamente gibt es?

Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen gibt es rezeptfreie Mittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin aus der Gruppe der Antihistaminika. Die Arzneien sind rechtzeitig vor Reiseantritt einzunehmen. Diphenhydramin macht allerdings müde.
Der Wirkstoff Dimenhydrinat – eine Verbindung aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin – ist laut Stiftung Warentest nur eingeschränkt geeignet. 8-Chlortheophyllin kann demnach das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.
Bei Kindern sollten die Mittel wegen möglicher Nebenwirkungen zurückhaltend und möglichst in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Oft helfen auch medizinische Kaugummis.
Als Vorbeugung gegen die Reisekrankheit gibt es zudem rezeptpflichtige Mittel mit dem Wirkstoff Scopolamin. Dabei wird fünf bis sechs Stunden vor Reiseantritt ein wirkstoffhaltiges Pflaster hinter das Ohr geklebt. Die Wirkung kann bis zu drei Tage anhalten, es können aber auch Nebenwirkungen auftreten. Für Kinder und Ältere werden sie daher nicht empfohlen. (afp/red)
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Mehr Junge sterben an Rektumkrebs – Symptome werden unterschätzt

Bryce Ramsey war erst 33 Jahre alt, frischgebackene Mutter und arbeitete als Krankenschwester. Tag für Tag kümmerte sie sich aufmerksam um ihre Patienten. Bei der Arbeit konnte sie verschiedene Krankheitssymptome – auch Krebssymptome – ihrer Patienten ausgiebig studieren. Doch bei ihrem eigenen Körper achtet sie nicht darauf.
Als sie Blut im Stuhl bemerkte, schob sie es auf Hämorrhoiden. Die Erschöpfung nach der Geburt, der Schlafmangel, der Alltagsstress – für alles fand sie eine harmlose Erklärung. Bis der Tag kam, an dem die Ausreden nicht mehr ausreichten.
Bei der ersten Darmspiegelung entdeckten die Ärzte einen über 6 Zentimeter großen Polypen. Fünf Tage später stand die Diagnose fest: Darmkrebs. Zehn Tage danach lag sie bereits im OP.
„Ich habe bei anderen immer auf die Warnsignale geachtet – und meine eigenen ignoriert“, sagt Bryce heute. „Zu viele junge Menschen machen denselben Fehler. Darmkrebs ist eine stille Krankheit. Sie wartet nicht, bis man älter ist.“
Ihre Geschichte ist längst keine Ausnahme mehr. Was früher als Krankheit der Großelterngeneration galt, fordert zunehmend junge Erwachsene – und die Zahl der Betroffenen unter 45 Jahren steigt.

Besonders betroffen sind die 35- bis 44-Jährigen

In Deutschland und anderen westlichen Ländern ist ein zunehmender Trend zu beobachten: Darmkrebs tritt immer häufiger bei jungen Erwachsenen auf.
Während die Erkrankungs- und Sterberaten bei älteren Menschen aufgrund effektiver Vorsorgeprogramme sinken, steigt die Häufigkeit bei Personen unter 50 Jahren an – insbesondere bei Rektumkrebs.
In Deutschland liegt der Anteil der unter 50-Jährigen mittlerweile bei etwa 5 Prozent aller Darmkrebspatienten, mit weiter steigender Tendenz. Kliniken wie das Universitätsklinikum Leipzig melden einen deutlichen Anstieg junger Patienten in ihren Ambulanzen.
Internationale Studiendaten aus den USA (1999–2023) zeigen steigende Sterberaten bei 20- bis 44-Jährigen, mit dem stärksten Anstieg in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen. Der Anstieg bei Rektumkrebs fällt dabei besonders deutlich aus.
Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und deutscher Universitätskliniken beobachten diesen Trend seit Jahren. Als wesentliche Ursachen werden veränderte Lebensgewohnheiten genannt, darunter Übergewicht, ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel und Umweltfaktoren.

Darmkrebsanstieg bei Generationen nach 1950

„Die Inzidenz und Sterblichkeit bei Darmkrebs steigen nicht bei jungen Menschen an sich, sondern bei den Generationen, die nach den 1950er-Jahren geboren wurden“, sagte Rebecca Siegel, Krebsepidemiologin und leitende wissenschaftliche Direktorin für Überwachungsforschung bei der American Cancer Society, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Die Zunahme früh auftretender Erkrankungen ist ein Warnsignal für die künftige Krankheitslast“, fügt sie hinzu. Das Risiko steige mit jeder nachfolgenden Generation. Dieses Muster zeigt sich auch in den Prognosen der amerikanischen Studie.
Die Forscher nutzten das maschinelle Lernmodell ARIMA, um die Entwicklung bis zum Jahr 2035 vorherzusagen. Sollten die aktuellen Trends anhalten, ist mit einem weiteren Anstieg der Todesfälle durch Dickdarm- und Enddarmkrebs zu rechnen.
Dabei wird die Zahl der Todesfälle durch Enddarmkrebs laut den Forschern voraussichtlich um etwa ein Viertel steigen, während beim Dickdarmkrebs nur ein moderater Anstieg erwartet wird.
„Enddarmkrebs wird nicht tödlicher, aber die Erkrankungshäufigkeit nimmt zu, was letztendlich zu mehr Todesfällen führt“, so Siegels Einschätzung der Studiendaten.

Warum Rektumkrebs möglicherweise schneller zunimmt

Der schnellere Anstieg bei Rektumkrebs könnte teilweise darauf zurückzuführen sein, wie leicht seine Symptome übersehen werden.
„Rektumkrebs kann besonders tückisch sein, da die Symptome oft subtil sind oder leichter abgetan werden“, erklärte Dr. Abraham El-Sedfy, Kolorektalchirurg, Vorsitzender der Abteilung für Chirurgie und Chefarzt am St. Joseph’s Health, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Blutungen aus dem Enddarm werden beispielsweise häufig auf Hämorrhoiden zurückgeführt, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen, was eine weitere Abklärung verzögern kann.“
Biologische Unterschiede zwischen dem Enddarm und dem restlichen Dickdarm könnten ebenfalls zur Erklärung des Anstiegs von Enddarmkrebs beitragen, fügte er hinzu.
Der Enddarm (Rektum) unterscheidet sich vom Dickdarm durch ein eigenes lokales Milieu. Dazu gehören Unterschiede in der Zusammensetzung des Mikrobioms sowie eine längere Exposition gegenüber Stuhl und entzündungsfördernden Stoffen. All diese Faktoren können die Entstehung von Krebs begünstigen.
Allerdings ist es schwierig, Rektumkrebs in den Sterblichkeitsstatistiken eindeutig vom Dickdarmkrebs zu trennen, wie Rebecca Siegel anmerkt.
Eine Studie mit Daten aus Kalifornien zeigte beispielsweise, dass 39 Prozent der Todesfälle durch Rektumkrebs in den Sterbeurkunden falsch erfasst wurden – meist als Dickdarmkrebs. Dadurch könnte die tatsächliche Belastung durch Rektumkrebs sogar noch höher liegen als bisher angenommen.
Die genauen Ursachen für diesen Anstieg sind noch nicht vollständig geklärt. Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.
„Etablierte Risikofaktoren wurden vor allem anhand von Krebserkrankungen bei älteren Erwachsenen ermittelt. Diese waren jedoch anderen Einflüssen ausgesetzt als die heutigen jüngeren Generationen“, erklärt Rebecca Siegel.
Als Beispiel nennt sie das Rauchen: Insgesamt werden etwa 14 Prozent der Darmkrebsfälle darauf zurückgeführt. Bei jungen Erwachsenen, die durchschnittlich seltener rauchen, dürfte dieser Anteil jedoch niedriger liegen.
Forscher untersuchen zudem neue biologische Mechanismen, die diesen Anstieg erklären könnten.
El-Sedfy verwies dabei auf aktuelle Erkenntnisse, wonach bestimmte Stämme des Bakteriums E. coli, die DNA-schädigende Toxine produzieren, mit früh auftretendem Darmkrebs in Verbindung stehen – einer Form, die besonders häufig bei jüngeren Patienten auftritt.
„Dies lässt die Möglichkeit offen, dass Expositionen in jungen Jahren, sogar bereits in der Kindheit, eine Rolle dabei spielen könnten, die Voraussetzungen für eine Krebserkrankung Jahre später zu schaffen“, sagte er.

Frühe Symptome

Obwohl der Anstieg bedenklich ist, betonen Experten: Viele dieser Todesfälle sind vermeidbar.
Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er in den meisten Fällen heilbar. Die Behandlungsergebnisse sind bei jüngeren und älteren Erwachsenen vergleichbar, und viele junge Patienten sprechen gut auf moderne Therapien an.
„Das größere Problem, mit dem wir konfrontiert sind, ist oft eine verzögerte Diagnose und nicht eine von Natur aus aggressivere Erkrankung“, erklärt El-Sedfy.
Tatsächlich werden drei von vier Darmkrebserkrankungen bei Menschen unter 50 Jahren erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Auch der Anstieg bei 50- bis 64-Jährigen beschränkt sich weitgehend auf späte Diagnosen.
„Junge Patienten mit rektalen Blutungen warten möglicherweise mehrere Monate, bevor sie einen Arzt aufsuchen, oft in der Überzeugung, sie seien ‚zu jung für Krebs‘“, sagt Mythili Menon Pathiyil, Assistenzärztin für Gastroenterologie und Hauptautorin der Studie.
Bryce Ramsey kennt das aus eigener Erfahrung. Als bei ihr die Diagnose gestellt wurde, war der Krebs bereits im Stadium 3. Heute ist sie krebsfrei. Rückblickend sagt sie: „Ich hatte bereits Symptome, aber wie so viele Menschen fand ich Wege, sie wegzuerklären.“
Experten und Betroffene sind sich einig: Das Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose ist einer der wichtigsten Faktoren für die Überlebenschancen. Deshalb raten sie dringend, mögliche Warnsignale nicht zu ignorieren – auch unter 45 Jahren.
In den USA wird für Personen mit durchschnittlichem Risiko die Darmkrebsvorsorge ab 45 Jahren, in Deutschland ab 50 Jahren empfohlen. Bei Symptomen sollte jedoch unabhängig vom Alter eine Abklärung erfolgen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „More Young Adults Are Dying From Rectal Cancer–Early Signs Often Go Unnoticed“. (deutsche Bearbeitung: vm) 
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Forscher entdecken Zusammenhang: Fehlender Blinddarm könnte Alzheimer begünstigen

Der Blinddarm wurde lange Zeit als weitgehend rudimentäres Organ abgetan, doch tatsächlich könnte er eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit und beim Schutz vor kognitivem Verfall spielen.
Bei einer Analyse von Daten von fast 10.000 Personen stellten die Forscher fest, dass die Antworten auf grundlegende Gesundheitsfragebögen es ermöglichten, Menschen mit Alzheimer mit relativ hoher Genauigkeit von denen ohne Alzheimer zu unterscheiden.
Die Forscher nutzten dabei maschinelles Lernen, um 120 verschiedene Variablen zu analysieren, darunter Ernährung, Schlaf, Vitaminaufnahme, Krankengeschichte und allgemeine Lebensstilfaktoren.
Einige der stärksten Signale im Modell kamen aus unerwarteten Richtungen.
Die Blinddarmoperation stach dabei als stärkster einzelner Risikofaktor hervor – noch vor Lebensstil und Krankengeschichte.

Blinddarm – ein unterschätztes Organ?

Die Forscher vermuten, dass der Blinddarm als Reservoir für nützliche Darmbakterien dient und dem Mikrobiom hilft, sich nach Krankheiten, Infektionen oder der Einnahme von Antibiotika zu erholen.
„Wenn er entfernt wird, verliert das Mikrobiom einen wichtigen Regenerationsmechanismus, nämlich seine Fähigkeit, gesunde mikrobielle Gemeinschaften nach einer Krankheit, einer Infektion oder der Einnahme von Antibiotika wiederherzustellen“, sagte Kaveh Khalilpour, Co-Leiter der Studie und außerordentlicher Professor an der University of Technology Sydney, in einer Erklärung.

Welche Gesundheitsfaktoren noch hervorstachen

Die in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring“ veröffentlichte Studie ergab, dass alltägliche Gesundheitsinformationen, insbesondere Ernährung und Krankengeschichte, dabei helfen könnten, Muster zu identifizieren, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen.
Abgesehen von dem überraschenden Risikofaktor Blinddarmoperation erwiesen sich die Krankengeschichte und die Ernährung als die stärksten Risikoprädiktoren. Häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen gehörten zu den stärksten Indikatoren.
Beim Faktor Ernährung zeigte sich: Es war nicht ein einzelnes Lebensmittel oder ein Nährstoff, die die Ergebnisse bestimmten, sondern langfristige Ernährungsgewohnheiten waren am wichtigsten, wobei Milchprodukte und andere Laktosequellen eine besonders schützende Wirkung zu haben schienen.
Eine Ernährung, die reich an Vollwertkost, pflanzlichem Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren war, stand ebenfalls mit einem geringeren Alzheimer-Risiko in Verbindung, während verarbeitete Lebensmittel, raffinierter Zucker und gesättigte Fette mit einem höheren Risiko assoziiert wurden.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Alzheimer-Risiko das Ergebnis einer Anhäufung vieler kleiner Faktoren im Laufe der Zeit ist, so Karimi.
„Unsere Studie untermauert die wachsenden Hinweise darauf, dass die Pflege der Darmgesundheit durch gesunde Ernährung, die Behandlung chronischer Erkrankungen und die Verringerung von Entzündungen ein wichtiger Teil der Senkung des langfristigen Risikos sein könnte“, sagte Khalilpour.

Die Darm-Hirn-Verbindung

Die Forscher untersuchten zudem die Darm-Hirn-Achse – ein bidirektionales Kommunikationssystem, das das Verdauungs- und das Immunsystem mit dem Gehirn verbindet.
„Wenn wir darmbezogene Muster beobachten, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen, glauben wir, dass diese möglicherweise als Frühwarnsignal fungieren und uns zeigen, wie sich allgemeine Gesundheits- und Lebensstilfaktoren im Laufe der Zeit auf das Gehirn auswirken“, sagte Khalilpour.
In einer kleineren explorativen Analyse von Darmmikrobiomdaten aus etwa 2.000 Proben zeigten Menschen, die unter Alzheimer litten, Anzeichen, die mit einer Dysbiose, also einem Ungleichgewicht der Darmbakterien, übereinstimmten.
Dazu gehörten eine geringere mikrobielle Vielfalt und deutlich reduzierte Konzentrationen nützlicher Bakterien wie Roseburia und Faecalibacterium – Bakteriengattungen, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, Substanzen, die helfen, Entzündungen im Körper zu kontrollieren.
„Die mikrobielle Vielfalt war verringert und es hatte sich ein entzündungsförderndes mikrobielles Milieu etabliert, das offenbar in der Lage ist, über die Darm-Hirn-Achse schädliche Signale an das Gehirn zu senden“, sagte Karimi.
Wenn er gut funktioniert, unterstützt ein gesunder Darm das Immunsystem und hält Entzündungen im Gehirn in Schach.
„Der Darm hilft bei der Regulierung von Entzündungen, unterstützt das Immunsystem und produziert wichtige Chemikalien, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen“, sagte Khalilpour.
Diese Signale existierten nicht isoliert, merkte er an. Die Darmgesundheit spiegele viele Aspekte des täglichen Lebens wider, die im Laufe der Zeit zusammenwirkten.

Ausblick: Ein neuer Weg für das Screening

Sollten sich die Ergebnisse in zukünftigen Studien bestätigen, könnten sie zu einfacheren und kostengünstigeren Methoden, das Alzheimer-Risiko früher zu erkennen, beitragen.
„Im Gegensatz zu genetischen Risikofaktoren liegen diese auf einer Zeitachse, in die eingegriffen werden kann“, so Faezeh Karimi, Dozentin an der University of Technology Sydney, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times per E-Mail. Das mache sie potenziell umsetzbar. Mit der Zeit, so sagte sie, könne es möglich werden, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch einzugreifen, bevor sich Krankheitsprozesse vollständig etabliert hätten.
Die Forscherin wies darauf hin, dass, obwohl das Modell kein diagnostisches Instrument sei, es auf eine Zukunft hindeute, in der einfache Gesundheitsfragebögen dazu beitragen könnten, Risikomuster früher und kostengünstiger zu erkennen.
Khalilpour sagte: „Das Ziel ist nicht nur, intelligentere Vorhersageinstrumente zu entwickeln, sondern auch, bessere öffentliche Gesundheitssysteme aufzubauen, die Risiken früher erkennen, Präventionsstrategien lenken und ein gesünderes Altern auf Bevölkerungsebene unterstützen können.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Removing the Appendix Linked to Higher Alzheimer’s Risks“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Wissenschaftler fanden heraus: Dieses Schlaffenster hält Organe länger jung

In Kürze:

  • Zu wenig oder zu viel Schlaf kann die Alterung der Organe beschleunigen.
  • Eine Studie zeigt: Abweichungen vom optimalen Schlaffenster erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten.
  • Entscheidend für gesundes Altern sind Schlafdauer und -qualität.

Wer regelmäßig weniger als 6,5 Stunden oder mehr als 8 Stunden schläft, lässt seine Organe möglicherweise schneller altern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Schlafdauer außerhalb des optimalen Bereichs von 6,4 bis 7,8 Stunden die Organalterung beschleunigt.
Zudem steigt für diese Menschen das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Depressionen. Das richtige Schlafgleichgewicht ist demnach ein entscheidender Schlüssel dafür, im Alter gesünder und biologisch jünger zu bleiben.

Das enge Schlafzeitfenster ist am besten für die Gesundheit

Die Studie stützte sich auf selbst gemeldete Daten von 500.000 Teilnehmern zwischen 37 und 84 Jahren der UK Biobank. Mithilfe von 23 Computermodellen, sogenannten Alterungsuhren, wurde abgeschätzt, wie schnell verschiedene Organe im Verhältnis zum tatsächlichen Alter einer Person altern.
Diese Alterungsuhren basieren auf strukturellen Daten aus der medizinischen Bildgebung, organspezifischen Proteinen sowie im Blut nachgewiesenen Molekülen.
Sie ermöglichen personalisierte Einblicke in den Alterungsprozess einzelner Organe, darunter Gehirn, Herz und Lunge.
Die kürzlich in „Nature“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass eine Schlafdauer von 6,4 bis 7,8 Stunden für Frauen am gesündesten ist, während für Männer ein Bereich von 6,4 bis 7,7 Stunden optimal ist.
„Alle sind begeistert von diesen Alterungsuhren und ihrer Fähigkeit, Krankheits- und Sterberisiken vorherzusagen“, sagte Studienleiter Junhao Wen, Assistenzprofessor für Radiologie am Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University, in einer Pressemitteilung.
„Für mich ist jedoch die spannendere Frage: Können wir Alterungsuhren mit einem Lebensstilfaktor verknüpfen, der rechtzeitig verändert werden kann, um den Alterungsprozess zu verlangsamen?“
Obwohl diese Beobachtungsstudie nicht beweist, dass die Schlafdauer direkt zu schnellerem Altern führt, zeigt sie einen Zusammenhang zwischen Schlafgewohnheiten und der allgemeinen Gesundheit.

Schlafgewohnheiten und chronische Erkrankungen

Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf stehen mit schnellerem Altern fast aller Organe in Verbindung. Das stützt die Annahme, dass Schlaf eine zentrale Rolle für das spielt, was Studienleiter Wen als „ein koordiniertes Gehirn-Körper-Netzwerk, einschließlich Stoffwechselgleichgewicht und eines gesunden Immunsystems“, beschreibt.
Die Studie verknüpft eine abnormale Schlafdauer zudem mit zahlreichen Erkrankungen, darunter Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen.
Auch Zusammenhänge mit Atemwegserkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Asthma sowie mit Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen und Gastritis wurden festgestellt.
Daten von neun der Alterungsuhren zeigen darüber hinaus statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Schlafdauer und der Alterung verschiedener Organe, darunter Gehirn, Herz, Immunsystem und Haut. Besonders ausgeprägt waren diese Zusammenhänge bei Menschen mit kürzerer Schlafdauer.

Erhöhtes Risiko für Depressionen im Alter

Wen und sein Team stellten fest, dass zu wenig Schlaf auch mit psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen in Verbindung steht. Zugleich fanden die Forscher Hinweise darauf, dass auch zu viel Schlaf das Depressionsrisiko beeinflussen könnte – möglicherweise durch Veränderungen im Alterungsprozess des Gehirns und des Fettgewebes.
Dr. Alex Dimitriu, Facharzt für Psychiatrie und Schlafmedizin, der nicht an der Studie beteiligt war, erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, die Ergebnisse deckten sich mit seinen Beobachtungen aus der Praxis. Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf seien mit schlechteren gesundheitlichen Folgen verbunden.
„Das untermauert, dass 7 bis 8 Stunden für die meisten Erwachsenen der ideale Schlafumfang sind“, sagte er. „Es ist ein veränderbarer Risikofaktor, den wir kontrollieren können.“
Dimitriu sagte, es sei auch gut, zu wissen, dass 7 Stunden für die meisten Erwachsenen ausreichend sein könnten.
„Wir sollten also aufhören, uns Vorwürfe zu machen, wenn wir keine 8 [Stunden] schaffen“, sagte er. „Man darf das nur nicht zu einem Teufelskreis werden lassen und anfangen, nur noch 6 Stunden zu schlafen!“

Die Schlafqualität ist genauso wichtig wie die Schlafdauer

Sowohl die Schlafqualität als auch die Schlafdauer sind für die allgemeine Gesundheit unerlässlich, sagte Chelsie Rohrscheib, leitende Schlafexpertin und Neurowissenschaftlerin bei Wesper, einer Plattform für klinische Schlaftests und Schlafmanagement, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber Epoch Times.
„Schlechter Schlaf in einem der beiden Bereiche kann das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen erhöhen und gleichzeitig die Lebensqualität beeinträchtigen“, sagte sie.
Eine im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift „Health Data Science“ veröffentlichte Studie hat 172 verschiedene Krankheiten mit schlechten Schlafgewohnheiten in Verbindung gebracht.
Rohrscheib sagte, es gebe Warnzeichen dafür, dass sich die Schlafgewohnheiten negativ auf die Gesundheit auswirken könnten. Dazu gehören:
    • Chronische Tagesmüdigkeit
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Gedächtnisprobleme
    • Reizbarkeit
    • Gedrückte Stimmung
    • Verminderte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder in der Schule
Dimitriu empfiehlt, das von ihm sogenannte Schlaffenster durch gedämpftes Licht, möglichst wenig Reize und eine ruhige Abendroutine bewusst zu schützen.
„Wenn man 8 Stunden anstrebt, erhält man in der Regel etwa 7 Stunden guten Schlaf“, sagte er. Das ist laut dieser Studie genau das, was man für optimale Ergebnisse im Alter anstreben sollte.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Scientists Find a Sleep Duration Sweet Spot for Healthy Aging“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Italo-Chef erwartet 40 Prozent niedrigere Bahnpreise

Der italienische Fernzugbetreiber Italo erwartet nach einem Einstieg in Deutschland deutlich sinkende Preise im Zugverkehr.
Der Vorstandsvorsitzende Gianbattista La Rocca sagte der „Bild-Zeitung“, er rechne mit einem Rückgang des Preisniveaus im Fernverkehr in Deutschland um 40 Prozent. Italo habe generell das Ziel, mit seinen Preisen „um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn“ zu sein.
La Rocca betonte erneut, Italo wolle 2028 mit zunächst 30 Fernzügen auf zwei Strecken in den deutschen Markt einsteigen. Dazu erwarte er bis Ende Juni auch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur.
„Wir haben volles Vertrauen in den Prozess. Wettbewerb wird den Fernverkehr in Deutschland flächendeckend verbessern“, sagte er. Er erwarte insgesamt bis zu 40 Prozent mehr Bahnfahrer pro Jahr.

2.500 neue Mitarbeiter gesucht

La Rocca betonte, alle Italo-Züge in Deutschland würden unter anderem mit Ledersesseln ausgestattet sein sowie über Internetzugänge 5G und Star Link verfügen.
Die Preisunterschiede zwischen den drei Reiseklassen im Zug, „Smart Class“, „Prima Business“ und „Club Executive“, würden bei bis zu 60 Prozent liegen. Sollte der Einstieg in den deutschen Markt klappen, will La Rocca mindestens 2.500 Mitarbeiter einstellen.
„Wir werden alles suchen: vom Lokführer über Schaffner, Servicepersonal im Restaurant sowie in den Ticket-Büros und den Bahnhofslounges. Aber natürlich benötigen wir auch Monteure, Reinigungskräfte, IT-Experten, Marketingfachleute.“ (dts/red)
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Paradigmenwechsel im Alkoholkonsum: Warum Richtwerte weltweit hinterfragt werden

Der medizinische Blick auf den Alkoholkonsum wandelt sich. Eine neue US-Modellierungsstudie sowie aktuelle Empfehlungen deutscher Experten zeigen:
Das Gesundheitsrisiko steigt stetig mit der konsumierten Menge. Feste Grenzwerte für einen völlig unbedenklichen Konsum lassen sich wissenschaftlich kaum noch begründen.

Das statistische Risiko im Detail

Das Fachmagazin „Journal of Studies on Alcohol and Drugs“ veröffentlichte eine Untersuchung, die das Sterberisiko durch Alkohol mathematisch aufschlüsselt.
Die statistischen Auswertungen zeigen ein klares Bild: Wer pro Woche mehr als sieben moderate alkoholische Getränke konsumiert, trägt ein statistisches Sterberisiko von 1 zu 1.000 durch alkoholbedingte Spätfolgen oder Unfälle.
Bei mehr als 8,5 Getränken pro Woche steigt dieses Risiko bereits auf 1 zu 100.
Als Orientierung für ein solches Standardgetränk gilt ein kleines Bier (0,33 l) oder ein kleines Glas Wein (125 ml), was etwa 13,6 Gramm reinem Alkohol entspricht.
Selbst vermeintlich mäßiger Konsum kann das Risiko für tödliche Erkrankungen wie Leberzirrhose sowie verschiedene Krebsarten im Mund- und Rachenraum erheblich steigern.
„Selbst in vermeintlich moderaten Mengen birgt Alkoholkonsum messbare Gefahren für die Gesundheit“, so die Schlussfolgerung des Forschungsteams um Katherine Keyes, Professorin für Epidemiologie an der Columbia University. Sie verweist dabei auf ein erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko.

Diskussion um die offiziellen Leitlinien

Die von den US-Bundesgesundheitsbehörden in Auftrag gegebene Studie deckt zudem einen gesundheitspolitischen Konflikt auf.
Wissenschaftler empfehlen zwar eine strikte Begrenzung auf maximal ein Getränk pro Tag. Die offiziellen US-Ernährungsrichtlinien verzichten jedoch auf konkrete Zahlen und mahnen lediglich vage, „weniger Alkohol zu konsumieren“.
Ein älterer Bericht der National Academies of Sciences aus dem Jahr 2024 ging noch davon aus, dass ein mäßiger Konsum die Gesamtsterblichkeit senken könne. Aufgrund der neuen Datenlage gilt diese These jedoch als überholt.

Die aktuelle Empfehlungslage in Deutschland

Was in den USA noch debattiert wird, ist in Deutschland bereits etabliert.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat sich in ihren aktuellen Grundsatzentscheidungen von jeglichen verharmlosenden Schwellenwerten verabschiedet.
Während es früher noch Richtwerte für einen vermeintlich „risikoarmen Konsum“ gab – maximal 20 Gramm Reinalkohol pro Tag für Männer und 10 Gramm für Frauen –, lautet die offizielle Botschaft des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS heute:
„Alkohol schadet der Gesundheit. Je weniger Alkohol man konsumiert, desto besser.“ Die Angabe von „sicheren“ Gramm-Mengen wurde bewusst abgeschafft, um Fehlinformationen in der Bevölkerung zu vermeiden.

Warum Richtwerte neu bewertet werden

Wie wichtig ein Umdenken ist, untermauern die Daten des Jahrbuch Sucht der DHS.
Der Alkoholkonsum ist in Deutschland trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.
Die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen sind dabei erheblich. Jährlich werden in deutschen Krankenhäusern weit über 600.000 stationäre Behandlungsfälle registriert, die direkt auf den Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Dazu gehören neben schweren Unfällen unter Alkoholeinfluss vor allem psychische Erkrankungen sowie akute Organerkrankungen.
Das aktuelle Fazit der Wissenschaftler lautet:
Da das Risiko für Krebserkrankungen und Organschäden linear mit jedem Gramm Alkohol ansteigt, sollte man sich nicht mehr hinter vermeintlich gesundheitsfördernden Richtwerten verstecken.
Wer seine Gesundheit effektiv schützen will, sollte den Konsum reduzieren oder am besten ganz einstellen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Blutdruck & Zellschutz: Was passiert, wenn Sie regelmäßig Grünkohl essen?

In Kürze:

  • Grünkohl zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Vitaminen, bioverfügbarem Kalzium und sekundären Pflanzenstoffen aus.
  • Erst die richtige Küchenpraxis – wie das Kombinieren mit Fett, Kneten oder kurzes Anbraten – bricht die zähe Struktur auf und optimiert Geschmack und Nährstoffaufnahme.
  • Trotz seiner gesundheitlichen Vorteile sollten Personen, die Blutverdünner einnehmen oder an Schilddrüsenproblemen leiden, beim Verzehr gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Seit Jahrzehnten gilt Grünkohl als Nährstoffbombe. Die einen lieben ihn, die anderen meiden ihn wegen seiner Bitterkeit und zähen Struktur. Das Problem ist jedoch selten das Gemüse selbst, sondern die Zubereitung. Ein paar Kniffe verwandeln den winterlichen Klassiker in einen kulinarischen Genuss.

Das Nährstoffprofil: Mehr als nur Ballaststoffe

Gemessen an seiner Nährstoffdichte belegt Grünkohl Spitzenplätze in internationalen Analysen.
  • Vitamine im Überfluss: Eine Portion deckt den Tagesbedarf an Vitamin C und liefert reichlich Vitamin K sowie Beta-Carotin (die Vorstufe zu Vitamin A).
  • Der Kalziumkönig: Im Gegensatz zu Spinat enthält Grünkohl kaum Oxalate, welche die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium hemmen. Eine Studie in „Food Research International“ bestätigt, dass das im Grünkohl enthaltene Kalzium vom Körper im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten in hohen Mengen aufgenommen werden kann.
  • Zellschutz: Pflanzenstoffe wie Glucosinolate, Lutein und Flavonoide tragen Untersuchungen zufolge dazu bei, die Gefäßgesundheit, die Augen (reduziertes Risiko für fortgeschrittene altersbedingte Makuladegeneration) und die körpereigene Entgiftung in der Leber zu unterstützen. Eine Studie im Magazin „Nutrients“ zeigt zudem, dass der regelmäßige Verzehr den Blutdruck senken kann.

Küchenpraxis: So werden die Nährstoffe bioverfügbar

Roher Grünkohl ist schwere Kost. Mit diesen drei goldenen Regeln der Redaktion maximieren Sie Geschmack und Gesundheit:
  • Fett und Säure kombinieren: Da Carotine fettlöslich sind, steigert ein Dressing auf Ölbasis die Aufnahme drastisch. Zitronensaft hilft zudem, das pflanzliche Eisen besser zu verwerten.
  • Schneiden und Ruhen lassen: Durch das Zerkleinern der Blätter wird das das Enzym Myrosinase aktiviert. Dadurch werden Glucosinolate in die bioaktiven Isothiocyanate (Senföle) umgewandelt, die im Körper ihre Wirkung entfalten können.
  • Die Massage: Wer Grünkohl roh als Salat (am besten die zartere Sorte Lacinato) essen möchte, sollte die Blätter, nachdem sie vom Stiel entfernt wurden, mit Olivenöl und Salz kräftig kneten. Das bricht die harten Zellwände auf.
Tipp für den Herd: Das Anbraten in der Pfanne (Sautieren) ist die verlässlichste Methode, um schnell eine Beilage zuzubereiten. Lockiger Grünkohl eignet sich hierfür besonders gut, da er seine Struktur behält.

Rezept: Sautierter Knoblauch-Grünkohl

Zubereitungszeit: 15 Minuten für 4 Personen
Zutaten: 225 g gehackte Grünkohlblätter (ohne Strunk), 2 EL Olivenöl, 3 gehackte Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, 2 EL Zitronensaft.
Zubereitung: Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch 30 Sekunden andünsten. Grünkohl hinzufügen und unter Rühren 5 bis 7 Minuten garen, bis er zusammenfällt. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Risiken und Wissenswertes

Medikamente beachten: Aufgrund des hohen Vitamin-K-Gehalts sollten Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, den Verzehr von Grünkohl laut Empfehlungen von Gesundheitsbehörden mit ihrem Arzt abstimmen. In solchen Fällen sollen Schwankungen in der Vitamin-K-Zufuhr vermieden werden.
Schilddrüse: Bei Jodmangel sollte Grünkohl vorzugsweise gekocht verzehrt werden, da Hitze die enthaltenen Goitrogene reduziert, welche die Jodaufnahme hemmen.
Frost bringt Süße: Grünkohl schmeckt nach dem ersten Frost milder, da die Pflanze dann Stärke in Zucker umwandelt.
Weltraumgemüse: Sogar die NASA testet den Anbau von Grünkohl auf der ISS für zukünftige Marsmissionen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Kale: An Unpalatable but Highly Nutritious Leafy Green–How to Maximize Taste and Benefits“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Warum Antidepressiva bei manchen wirken – und bei anderen versagen

In Kürze:

  • Da Standardtherapien bei Depressionen oft unzureichend wirken, setzt die Medizin zunehmend auf die Suche nach den individuellen biologischen Ursachen der Erkrankung.
  • Die universitäre Forschung fokussiert sich dabei auf genetische Merkmale (Pharmakogenetik) und Entzündungsmarker im Blut (Immunpsychiatrie).
  • Die funktionelle Medizin nutzt dagegen maßgeschneiderte Nährstofftherapien, um biochemische Ungleichgewichte wie Methylierungsstörungen oder Spurenelement-Verschiebungen auszugleichen.

 
Depressionen werden in der Praxis meist anhand standardisierter Symptome behandelt.
In der medizinischen Forschung kristallisiert sich jedoch immer mehr heraus, dass hinter gleichen Symptomen sehr unterschiedliche biologische Ursachen liegen können.
Während die universitäre Schulmedizin dabei primär nach genetischen und immunologischen Biomarkern sucht, setzt die funktionelle Nährstofftherapie auf die Korrektur biochemischer Ungleichgewichte.

Das Problem der Einheitstherapie

Die Diagnose einer Depression erfolgt traditionell über klinische Symptome wie anhaltend gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen.
Dieser symptomorientierte Ansatz stößt in der Praxis jedoch immer wieder an Grenzen. Während einige Patienten gut auf Standard-Antidepressiva ansprechen, bleibt bei anderen die gewünschte Wirkung laut Untersuchungen aus.
In der modernen Medizin kristallisiert sich daher immer klarer die Erkenntnis heraus, dass Depressionen ein komplexes Krankheitsbild mit verschiedenen biologischen Subtypen darstellen, die individuell adressiert werden müssen.

Biochemische Ansätze: Die fünf Muster nach Walsh

Ein Erklärungsmodell, das insbesondere in der funktionellen Medizin und der umweltmedizinischen Praxis Anwendung findet, stammt von dem US-Forscher William J. Walsh.
Er geht davon aus, dass dauerhafte biochemische Ungleichgewichte im Körper maßgeblich zu psychischen Erkrankungen beitragen.
Auf Basis seiner langjährigen Datenreihen beschreibt er fünf wesentliche biochemische Typen:
  • Regulationsstörungen der Methylierung: Abweichungen in diesem fundamentalen Zellprozess – sowohl Unter- als auch Übermethylierung –, welche die Synthese und Aktivität von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin beeinflussen.
  • Verschiebungen im Spurenelementhaushalt: Insbesondere ein verändertes Verhältnis von Kupfer zu Zink, welches die Aktivität der Botenstoffe im Gehirn modifizieren kann.
  • Stoffwechselstörungen und Umweltbelastungen: Hierzu zählen Konzepte wie die Pyrolurie, ein physiologischer Zustand, der mit erhöhtem Vitalstoffverlust einhergehen soll, sowie der Einfluss von oxidativem Stress durch Umweltfaktoren.
Der therapeutische Ansatz von Walsh basiert auf der gezielten, individuell abgestimmten Gabe von Mikronährstoffen, um das biochemische Gleichgewicht zu stabilisieren.
Die Berichte über hohe Erfolgsquoten stützen sich bislang vor allem auf die klinischen Beobachtungsdaten seiner Stiftung. Groß angelegte, unabhängige Doppelblindstudien nach universitärem Standard stehen noch aus.

Wo die universitäre Forschung ansetzt

Der Trend zur Personalisierung ist gleichermaßen das zentrale Zukunftsthema in der universitären Psychiatrie. Hier konzentrieren sich die Konzepte der evidenzbasierten Präzisionsmedizin aktuell auf zwei große Kernbereiche:
Pharmakogenetik: Deutsche Institute untersuchen, wie die individuelle genetische Ausstattung eines Patienten den Abbau von Psychopharmaka in der Leber beeinflusst.
Das Ziel besteht darin, mittels Labortests (z. B. der CYP-Enzyme) im Voraus zu bestimmen, welches Medikament eine optimale Wirksamkeit bei minimalen Nebenwirkungen verspricht.
Immunpsychiatrie: Der Fokus in diesem Ansatz liegt auf der Erforschung von Entzündungsmarkern im Blut, da chronische Entzündungsprozesse im Körper im Verdacht stehen, die Gehirnchemie negativ zu beeinflussen und depressive Symptome mitzuverursachen.

Fazit: Die Frage nach dem „Warum“

Die moderne Psychiatrie bewegt sich weg von der reinen Symptombekämpfung hin zu den zugrundeliegenden biologischen Faktoren.
Ob der primäre therapeutische Schlüssel in der Genetik, im Immunsystem oder im gezielten Nährstoffhaushalt liegt, ist Gegenstand anhaltender wissenschaftlicher Forschung und Praxis.
Für Betroffene eröffnet dieser Wandel die Perspektive auf treffsicherere, maßgeschneiderte Therapieverfahren.
Da hoch dosierte Nährstoffgaben jedoch biologisch hochwirksam sind, empfehlen Experten auch in der komplementärmedizinischen Praxis, entsprechende Therapien nur unter laborgestützter ärztlicher oder therapeutischer Aufsicht durchzuführen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Heilpflanze und Küchengemüse – unterschätzte Kraft des Selleries


In Kürze:

  • Sellerie kann vielfältig in Küche und Ernährung verwendet werden.
  • Er ist eine alte Heil- und Kulturpflanze.
  • Sellerie ist reich an Vitalstoffen, die die Gesundheit unterstützen können.
  • In der Volksmedizin kommt Sellerie bei Rheuma, Harnwegsproblemen und nervöser Unruhe zum Einsatz.

 
Sellerie ist weit mehr als nur ein klassisches Suppengemüse. Er schmeckt roh im Salat, püriert oder gebacken als Beilage sowie verarbeitet zu Saft und Smoothies. Ferner enthält das würzige Gemüse zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten können.
Die Wildform des Selleries (Apium graveolens) stammt aus feuchten Regionen des mediterranen Mittelmeerraums und wurde bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland als Heilpflanze verwendet. Erst durch Züchtung ab dem 17. Jahrhundert wurden die Bitterstoffe im Sellerie so weit reduziert, dass er zunehmend als Gemüse an Bedeutung gewann.
Sellerie zählt zur Familie der Doldenblütler und zeichnet sich durch seine leicht salzige, würzige Note aus. Von der Pflanze gibt es drei verschiedene Kulturformen: den Knollensellerie, den Stangensellerie – auch Stauden- oder Bleichsellerie genannt – und den Schnittsellerie. Obwohl sich die Inhaltsstoffe der Sorten größtenteils gleichen, variieren die enthaltenen Mengen sowie ihre Einsatzbereiche.

Wertvolle Inhaltsstoffe und ihre gesundheitliche Wirkung

Vitamine und Mineralien
Sellerie liefert eine Vielzahl an Vitaminen wie Vitamin K, Folsäure, B-Vitamine und Carotinoide. Vitamin K hilft, Calcium in den Knochen einzubauen. Der Vitamin-B-Komplex sorgt für einen aktiven Energiestoffwechsel in unseren Körperzellen und stärkt gleichzeitig Nerven und Gehirn.
Darüber hinaus ist Sellerie reich an Mineralstoffen, vor allem an Kalium und Natrium sowie Calcium, Magnesium und Phosphor. Natrium und Kalium wirken im Körper als Gegenspieler. Während Natrium vorwiegend außerhalb der Zellen vorkommt, ist Kalium der wichtigste Elektrolyt innerhalb der Zelle. Gemeinsam regulieren sie den Flüssigkeitshaushalt und sind für die Weiterleitung von Nervenimpulsen unerlässlich. Kalium hilft außerdem dabei, überschüssiges Wasser auszuscheiden und den Blutdruck zu senken. Das enthaltene Calcium stärkt zusammen mit Magnesium und Phosphor Knochen und Zähne.
Überdies ist Sellerie ballaststoffreich, was die Verdauung und die Darmgesundheit fördert. Als kalorienarmes Gemüse ist der Verzehr von Sellerie zudem ideal, um überschüssige Kilos zu verlieren.
Ätherische Öle
Sellerie enthält einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, die dem Gemüse seinen typischen Geschmack und sein Aroma verleihen. Einen wichtigen Anteil daran haben die sogenannten Phthalide, die auf die Muskulatur der Blutgefäße entspannend wirken können und so zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Hinzu kommen Terpene, die die Pflanze während des Wachstums anreichert, um sich gegen Bakterien und Pilze zu wehren. Studien zeigen, dass diese ätherischen Öle antibakterielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Studien zeigen, dass Sellerieextrakte antibakterielle Eigenschaften besitzen und insbesondere gegen Erreger von Harnwegsinfekten wirksam sein können. Zudem wurden antimykotische Eigenschaften entdeckt, die das Wachstum von Hefepilzen wie Candida albicans hemmen können. Diese Effekte wurden vor allem in Laboruntersuchungen nachgewiesen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Sellerie enthält Bitterstoffe und ätherische Öle, die die Bildung von Verdauungssäften und Enzymen anregen und Blähungen sowie Verdauungsbeschwerden entgegenwirken. Bioaktive Substanzen wie die Flavonoide Apigenin und Luteolin wirken antioxidativ und entzündungshemmend und können der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen vorbeugen. Besonders große Mengen an Apigenin befinden sich in den Stängeln des Stangenselleries.

Verwendung in der Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wurde Sellerie vor allem als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel eingesetzt, aber auch zur Behandlung von Beschwerden wie Rheuma, Gicht und Harnwegsproblemen. Darüber hinaus ist die Verwendung als beruhigendes Mittel bei nervöser Unruhe sowie als allgemeines Mittel zur Blutreinigung überliefert.

Verwendung in der Küche

Mit seinem kräftigen Aroma ist Knollensellerie eine unverzichtbare Zutat in Suppen, Eintöpfen und in Suppenwürzen. Fein geraspelt schmeckt die Knolle als Rohkostsalat, besonders in Kombination mit Obst wie Äpfeln oder Ananas und Walnüssen. Als Püree, häufig gemeinsam mit Kartoffeln, ist das Wurzelgemüse eine schmackhafte Beilage zu Fleisch- oder Gemüsegerichten. Auch im Ofen gebacken oder als veganes „Steak“ in der Pfanne oder auf dem Grill zubereitet, macht die Sellerieknolle eine gute Figur. Knollensellerie ist vor allem ein Herbst- und Wintergemüse.
Stangensellerie ist im Geschmack deutlich milder als Knollensellerie und überzeugt durch seine knackige Frische. Er schmeckt roh, fein gewürfelt im Salat oder in Sticks geschnitten als Snack. Außerdem verleiht er Gemüseeintöpfen und Suppen ein würziges Aroma. Besonders beliebt ist Stangensellerie auch in Form von Saft oder als Bestandteil von Smoothies. Frischer Stangensellerie ist ab Juli regional erhältlich.
Schnittsellerie ist der ursprünglichen Wildform des Selleries am ähnlichsten und wird wie Petersilie verwendet. Seine Blätter enthalten besonders viele ätherische Öle und sind daher sehr aromatisch. Das intensive Aroma bleibt auch nach dem Trocknen erhalten. Er wird vor allem als Suppengrün und zum Würzen von Salaten und Soßen verwendet und kann ab Juni im Garten geerntet werden.
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Dieser Bluttest schlägt jeden normalen Cholesterin-Check

In Kürze:

  • Viele herkömmliche Cholesterintests messen nur das Gesamtgewicht des LDL-Cholesterins und suggerieren Patienten damit oft eine falsche Sicherheit.
  • Der ApoB-Test hingegen zählt die tatsächliche Anzahl der schädlichen Transportpartikel im Blut und entlarvt das wahre Risiko für Herzinfarkte präziser – insbesondere bei jüngeren Erwachsenen.
  • Aktuell wird das Verfahren von den Krankenkassen als Vorsorgeuntersuchung nicht routinemäßig bezahlt und muss als Eigenleistung angefordert werden.

 
Ein einfacher Bluttest, der von den Krankenkassen meist nicht routinemäßig übernommen wird, kann ein verstecktes Risiko für Herzerkrankungen aufdecken, das über die Standard-Lipidprofile hinausgeht: die Messung von Apolipoprotein B (ApoB).

Partikelanzahl schlägt Gesamtmasse

Standardtests messen in der Regel das Gesamtgewicht des im Blut zirkulierenden LDL-Cholesterins, das umgangssprachlich oft als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet wird. Das gibt jedoch nur einen groben Überblick, denn das Risiko für Atherosklerose hängt laut Studien nicht nur von der Menge des Cholesterins, sondern auch von der Anzahl seiner Transportpartikel ab.
Selbst bei einem normalen Gesamt-LDL-Wert können kleinere LDL-Partikel in gefährlich hoher Anzahl vorliegen, sich in den Arterienwänden ablagern und Atherosklerose verursachen.
Da an jedes Transportpartikel exakt ein ApoB-Protein gebunden ist, liefert der ApoB-Test eine präzise Zählung dieser potenziell schädlichen Partikel.
„Zwei Menschen können denselben LDL-Cholesterinspiegel haben, aber derjenige mit mehr ApoB-haltigen Partikeln trägt ein höheres kardiovaskuläres Risiko“, so Yiyi Zhang, Assistenzprofessorin am Columbia University Medical Center, die sich in ihrer Forschung unter anderem mit der Epidemiologie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschäftigt.
Weichen LDL- und ApoB-Werte voneinander ab, sprechen Mediziner von einer „Diskordanz“ – ein falsches Gefühl der Sicherheit bei vermeintlich guten Cholesterinwerten ist die Folge.

Apolipoprotein B ist das orangefarbene Protein auf der rechten Seite des Transportpartikels für Cholesterin.

Foto: The Epoch Times/Shutterstock

Kosteneffizienter Leitfaden für die Therapie

Die Bestimmung von ApoB ist nicht nur präziser, sondern laut einer im Fachmagazin „JAMA Network“ veröffentlichten Simulationsstudie auch kosteneffizienter als die herkömmliche Praxis.
Die Forscher stellten fest, dass die Einbeziehung von ApoB in die Therapieentscheidungen insgesamt den größten Nutzen brachte. Dies führte dazu, dass die medikamentöse Behandlung bei Bedarf gezielt verstärkt wurde, was wiederum mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle verhinderte und zu mehr gesunden Lebensjahren führte als die reine Orientierung an LDL-Werten.

Frühwarnsystem für jüngere Erwachsene

Besonders relevant ist der Marker für 18- bis 39-Jährige. Herkömmliche Risikorechner unterschätzen das Risiko junger Menschen oft, da das Alter in den mathematischen Modellen stark gewichtet wird.
Eine Langzeitstudie mit über 10.000 Erwachsenen zeigte: Bei jüngeren Erwachsenen war ein Anstieg des ApoB-Wertes mit einem um 53 Prozent höheren Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, während der Zusammenhang bei Personen, die älter als 40 Jahre waren, mit 13 Prozent deutlich schwächer ausfiel.

Bisher keine Standarduntersuchung

Trotz der aktuellen Datenlage ist die ApoB-Messung bisher kein Teil des routinemäßigen Check-ups, bei dem etablierte Leitlinien, nach wie vor primär auf LDL-Grenzwerte zur Einschätzung des Atherosklerose-Risikos setzen.
„LDL- und Nicht-HDL-Cholesterin liefern nach wie vor nützliche Informationen, so Kohli-Lynch, Korrespondenzautorin der in „JAMA Network“ veröffentlichten Simulationsstudie. Doch ApoB stehe in einem direkteren Zusammenhang mit dem Herzinfarktrisiko, da es die Anzahl der schädlichen, cholesterinhaltigen Partikel im Blut widerspiegelt.
Für manche Menschen – insbesondere für diejenigen mit Diabetes, Fettlebererkrankung oder Adipositas – hilft diese zusätzliche Klarheit den Ärzten bei der Entscheidung, wann mit der Behandlung begonnen werden sollte, bevor sich der Zustand zu etwas entwickelt, das nur schwer rückgängig zu machen ist.
Als Vorsorgeuntersuchung muss eine AboB-Messung in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung selbst bezahlt werden (Kostenpunkt: circa 20 bis 40 Euro).

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why ApoB May Be a Better Test Than Cholesterol“. (deutsche Bearbeitung: vm) 
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So optimieren Sie Ihre Calciumzufuhr ohne einen Tropfen Milch


In Kürze:

  • Unser Körper kann das Calcium aus Grünkohl besser aufnehmen als das von Milch.
  • Grünkohl enthält zudem weniger Oxalate als anderes Blattgemüse, was die Absorption zusätzlich verbessert.
  • Diese Kohlsorte ist zwar hoch bioverfügbar, kann aber nicht den gesamten Calciumbedarf decken.
  • Es lohnt sich, über den Tag verteilt verschiedene Lebensmittel, die Calcium enthalten, zu kombinieren.

 
Grünkohl, Braunkohl, Krauskohl, Federkohl, Ostfriesische Palme und so weiter. Diese Kohlsorte hat viele Namen – und genauso viele gesundheitliche Vorteile. Sie ist reich an Vitaminen und Mikronährstoffen.
Und das Beste an diesem Gemüse? Sein Calcium ist bioverfügbarer als das aus Milch oder anderem Blattgemüse. Das bedeutet, dass der menschliche Körper einen größeren Anteil davon aufnehmen und verwerten kann.

Was bedeutet Bioverfügbarkeit?

Wenn wir über Calcium in Lebensmitteln sprechen, konzentrieren wir uns meist darauf, wie viel ein Lebensmittel davon enthält. Doch die auf dem Etikett angegebene Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte, denn auch die Bioverfügbarkeit spielt eine Rolle.
So ergab eine Übersichtsarbeit, die im Jahr 2020 in der Fachzeitschrift „Cogent Food & Agriculture“ erschien, dass der Körper Calcium aus Grünkohl möglicherweise effizienter aufnimmt als aus vielen anderen pflanzlichen Lebensmitteln. In einigen Fällen ist die Aufnahme vergleichbar mit oder höher als die von Milch – einer wichtigen Calciumquelle für Personen, die sie trinken (können).
Die Absorptionsrate betrug laut den Forschern etwa 60 Prozent für Grünkohl und circa 32 Prozent für Milch. Das bedeutet, dass pro verzehrtem Milligramm fast doppelt so viel Calcium aus Grünkohl in unseren Körper gelangen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Grünkohl „besser“ ist, um den Tagesbedarf zu decken, denn Milch hat einfach eine viel höhere Dichte. Um die gleiche Menge Calcium aufzunehmen, die in einem Glas Milch (250 ml) steckt, muss man immer noch eine ordentliche Portion Grünkohl essen.
Doch nicht nur die Bioverfügbarkeit beeinflusst die Aufnahme von Calcium. Auch der Vitamin-D-Status spielt eine wichtige Rolle, denn das Sonnenvitamin fördert die Resorption im Darm. Selbst hoch bioverfügbare Calciumquellen können weniger wirksam sein, wenn der allgemeine Vitamin-D-Spiegel niedrig ist.
Ferner könnten zwei Lebensmittel einen ähnlichen Calciumgehalt haben, „ihre jeweiligen Resorptionsraten können jedoch dramatisch variieren“, schrieb Dr. Lauren Grawert in einer E-Mail an Epoch Times.

Grünkohl im Vergleich zu anderem Blattgemüse

Der Kontrast wird noch deutlicher, wenn man Grünkohl mit anderem Blattgemüse wie Spinat vergleicht. Obwohl Spinat auf dem Papier calciumreich ist, schränkt sein hoher Oxalatgehalt die Calciumaufnahme erheblich ein.
Oxalate sind natürlich vorkommende Verbindungen, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind. Sie binden sich im Verdauungstrakt an Calcium, wodurch Verbindungen entstehen, die der Körper ausscheidet, anstatt sie aufzunehmen.
Grünkohl sticht unter den Blattgemüsen durch seinen hohen Calciumgehalt hervor. Da er relativ wenig Oxalate enthält, steht ein größerer Anteil seines Calciums für die Aufnahme zur Verfügung.
Eine Studie der Purdue University schätzte die Absorptionsrate von Calcium aus Grünkohl sogar höher ein als die in der oben erwähnten Untersuchung ermittelten Werte. Demnach lag die Zahl bei etwa 76 Prozent. Die Rate bei Spinat war mit weniger als 1 Prozent hingegen extrem niedrig.
Eine im Jahr 2021 im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlichte Übersichtsarbeit bestätigte diese Ergebnisse und berichtete von einer fraktionierten Calciumaufnahme bei Spinat von nur etwa 5 Prozent. Die Werte für Grünkohl blieben aufgrund des geringeren Oxalatgehalts deutlich höher.

Die Grenzen von Grünkohl als Calciumquelle

Das Calcium im Grünkohl ist zwar hoch bioverfügbar, doch die Absorptionseffizienz ist nur ein Teil der Gleichung. Die Gesamtcalciumzufuhr spielt nach wie vor eine Rolle, und hier stößt Grünkohl an seine praktischen Grenzen.
100 Gramm gegarter Grünkohl enthalten etwa 180 Milligramm Calcium. Die empfohlene Tageszufuhr für die meisten Erwachsenen liegt bei etwa 1.000 Milligramm. Um diesen Bedarf allein durch Grünkohl zu decken, müsste man täglich mehr als 0,5 Kilogramm davon essen – und das konsequent.
Aus diesem Grund wird Blattgemüse selten als einzige Calciumquelle herangezogen. „Grünkohl kann zwar nicht den gesamten Calciumbedarf decken, aber er kann sicherlich einen Beitrag dazu leisten“, sagte Dr. Grawert dazu.
Laut einer im Jahr 2019 in „Nutrients“ erschienenen Übersichtsarbeit zu Calciumquellen in der Ernährung liefert Grünkohl zwar Calcium. Im Vergleich zu mit Calcium angereicherten Lebensmitteln enthält er allerdings nur relativ geringe Mengen.
Hartkäse, Milch und Joghurt sind nach wie vor die calciumreichsten gängigen Lebensmittel. Auch Nüsse und Samen können bedeutende Mengen an Calcium liefern. Gemüse wie Grünkohl enthält moderate Mengen an Calcium, doch die Gesamtzufuhr variiert stark je nach Ernährungsgewohnheiten.
In vielen westlichen Ländern liefern Milchprodukte den Großteil des Calciums in der Ernährung. In einigen asiatischen Bevölkerungsgruppen stammt Calcium stärker aus pflanzlichen Lebensmitteln, auch wenn die Gesamtzufuhr oft geringer ist.

Wie Sie Grünkohl als Calciumquelle in die Ernährung einbauen

In der Praxis ist es am besten, Grünkohl mit anderen calciumreichen Lebensmitteln zu kombinieren. Dazu gehören unter anderem: 
  • Milchprodukte, 
  • mit Calcium angereicherte pflanzliche Milchalternativen und Cerealien, 
  • Hülsenfrüchte, 
  • Nüsse,
  • Samen. 
Grünkohl im Salat zum Mittagessen, Milch oder eine mit Calcium angereicherte pflanzliche Alternative im Kaffee oder in Smoothies sowie Hülsenfrüchte zum Abendessen können gemeinsam dazu beitragen, den Calciumbedarf zu decken.
„Wenn Sie sich pflanzlich oder vegan ernähren, kann der Verzehr von Grünkohl dabei helfen, die benötigten Mengen an Calcium, Vitamin K und Ballaststoffen zu decken – allesamt wichtige Nährstoffe für gesunde Knochen“, meinte Dr. Grawert.
Anstatt sich auf ein einzelnes Lebensmittel zu verlassen, bestehe die effektivste Strategie darin, über den Tag verteilt mehrere moderate Calciumquellen zu kombinieren, fügte Osteopathin Dr. Shernell Surratt-Gary hinzu.
„Erhöhen Sie Ihre Calciumzufuhr, indem Sie Chiasamen, Sesam, Leinsamen und Mandeln in Ihre Ernährung integrieren“, schrieb sie in einer E-Mail an Epoch Times. „Hülsenfrüchte und Bohnen wie schwarze Bohnen, Linsen und Kichererbsen sind allesamt hervorragende Calciumquellen.“
Das Fazit lautet also: Grünkohl trägt zur Calciumzufuhr bei. Er ist allerdings Teil des Ganzen und nicht der treibende Faktor. 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „A Vegetable That Beats Milk in Calcium Bioavailability“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Studie: Bis zu 2,1 Millionen Demenzkranke bis 2060 erwartet

Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland könnte bis zum Jahr 2060 auf bis zu 2,1 Millionen steigen.
Das ergaben Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln, wie die Universität Trier am Montag mitteilte. Aktuell sind rund 1,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik von der Krankheit betroffen.
Die Prognose basiert auf einem neuartigen Simulationsverfahren der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe Mikrosim.
Ralf Münnich von der Wirtschafts- und Sozialstatistik der Universität Trier, der die Gruppe leitet, sagte, die Modelle erlaubten Vorhersagen zu allen erdenklichen demografischen Fragen bis hinab auf die Haushaltsebene. Die Forscher erweiterten ihre Modelle um epidemiologische Kennzahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Höherer Anteil auf dem Land

Die Studie zeigt ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land. Während in München für 2060 ein Anteil von 1,7 Prozent Demenzerkrankungen errechnet wird, sind es im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster 6,2 Prozent.
Auch die Belastung für die Erwerbstätigen steigt: Kamen 2020 nur 2,6 Personen mit Demenz auf 100 Erwerbstätige, könnte diese Zahl in der schlechtesten Prognose für 2060 auf 4,7 steigen, in einzelnen Kreisen sogar auf fast 21.
Den Forschern zufolge handelt es sich um konservative Schätzungen, die die untere Grenze der erwartbaren Fallzahlen darstellen. Durch Präventionsmaßnahmen wie die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes ließe sich die Zahl aber bei 1,3 bis 1,5 Millionen Fällen stabilisieren. (dts/red)
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Diese Akupunkturpunkte helfen bei 7 alltäglichen Problemen

Kuo-Pin Wus kleiner Sohn wurde auf dem Rücksitz plötzlich kreidebleich, ihm war schwindelig und übel. Keine Apotheke weit und breit.
Der erfahrene TCM-Arzt drückte einfach einen Punkt am Fuß seines Sohnes – und 3 Minuten später war alles wieder gut.
„Er sagte, ihm sei schlecht“, erzählt Wu, der seit 20 Jahren als Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) arbeitet und die taiwanesische Xinyitang-TCM-Klinik leitet, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Ich beugte mich zu ihm hinunter und drückte auf einen Punkt an seinem Fuß. Der Bereich war sehr verspannt, wie ein Knoten. Nach ein paar Minuten sanfter Massage verschwanden die Übelkeit, der Schwindel und die Blässe wieder.“
„Das Ganze dauerte weniger als drei Minuten.“ Der Punkt, den er drückte, ist einer von vielen Akupunkturpunkten, die in der TCM genutzt werden, um den Magen schnell zu beruhigen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
Doch was genau passiert, wenn man Akupunkturpunkte drückt, und gibt es wissenschaftliche Belege dafür?

Wie Akupressur funktioniert

Aus Sicht der TCM wird der Körper von einem unsichtbaren Netzwerk durchzogen, das als Meridiansystem bezeichnet wird. Das Meridiannetzwerk verbindet die inneren Organe mit der Körperoberfläche und dient als Hauptverkehrsweg für zwei wichtige Substanzen:
Qi, die Lebensenergie und „Antriebskraft“ des Körpers, und Blut, die nährende Substanz, die alle Gewebe und Funktionen versorgt.
Entlang der Meridiane befinden sich spezifische Akupunkturpunkte – winzige funktionelle „Knotenpunkte“, die mit Nadeln (Akupunktur) oder durch Druck (Akupressur) stimuliert werden können, um den Qi- und Blutfluss zu beeinflussen.
Wenn Qi und Blut aus dem Gleichgewicht geraten – sich zu sehr auf einen Bereich konzentrieren oder an anderer Stelle blockiert sind –, treten laut TCM Symptome auf.
Müdigkeit, Schlafstörungen, ein Engegefühl in der Brust oder chronische Schmerzen können allesamt auf ein inneres Ungleichgewicht hindeuten.
Die TCM-Praktikerin Yingta Lee erklärte das Konzept anhand eines einfachen Bildes.
„Es ist wie bei einem Boot mit 100 Passagieren: Wenn 90 von ihnen zum Bug eilen, kippt das Boot nach vorne“, sagte sie. „Wenn sich die Passagiere wieder verteilen, wird das Boot stabil.
Das Grundprinzip der Akupressur funktioniert auf ähnliche Weise, indem sie Qi und Blut neu verteilt, damit der Körper sein Gleichgewicht wiedererlangen kann.“
Akupunkturpunkte befinden sich oft in Bereichen, die reich an Nerven, Blutgefäßen und Faszien sind. Das Drücken dieser Punkte kann laut TCM:
  • das autonome Nervensystem regulieren – den Wechsel von „Kampf oder Flucht“ hin zu „Ruhe und Verdauung“ bewirken
  • die Mikrozirkulation verbessern
  • Schmerzbahnen im Gehirn und Rückenmark beeinflussen
„Aus Sicht der Schulmedizin hilft Akupressur dabei, das autonome Nervensystem zu regulieren“, sagte Grace Zhang, TCM-Praktikerin und zugelassene Akupunkteurin am Northern Medical Center in Middletown, New York, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Wenn bestimmte Akupunkturpunkte gedrückt werden, bemerken Menschen oft, dass sich ihr Körper allmählich entspannt und ihre Stimmung sich hebt. Dies geschieht, weil die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems (des Ruhe-und-Verdauungs-Systems) die Durchblutung verbessert und die natürliche Entspannungsreaktion des Körpers auslöst.“

Gibt es Meridiane wirklich?

Meridiane sind nicht so sichtbar wie Arterien und Venen, was zu Skepsis geführt hat. Neue bildgebende Verfahren zeigen jedoch faszinierende Muster.
In einer Studie aus dem Jahr 2021 injizierten Forscher der Harvard Medical School und der China Academy of Chinese Medical Sciences fluoreszierende Farbstoffe in Akupunkturpunkte auf dem Perikardmeridian.
Der Farbstoff wanderte langsam entlang einer Linie, die bei den meisten Teilnehmern dem klassischen Meridianverlauf entsprach – ein Effekt, der nicht zu beobachten war, wenn der Farbstoff in nahegelegene Bereiche ohne Akupunkturpunkte injiziert wurde.

Das unsichtbare Meridiannetzwerk der TCM verbindet Organe und Körperoberfläche, um Qi (Lebensenergie) und Blut zu transportieren. Nadeln oder Druck auf die Akupunkturpunkte entlang dieser Bahnen stimulieren und regulieren diesen Fluss gezielt.

Foto: PeterHermesFurian/iStock

„Diese Linien lassen sich nicht auf Blutgefäße oder Lymphgefäße zurückführen“, schrieben die Forscher.
Stattdessen scheinen sie linearen Bahnen zu folgen, die den Meridianen ähneln.

Akupressur im Alltag

Das Erlernen einiger gut ausgewählter Akupunkturpunkte kann die Hände zu einem einfachen Selbsthilfewerkzeug für häufige, nicht akute Symptome machen.

1. Magen und Darm beruhigen

Übelkeit spricht sehr gut auf Akupressur an. Sowohl die TCM als auch die moderne Forschung zeigen, dass bestimmte Punkte den Magen schnell beruhigen und die Signalübertragung zwischen Darm und Gehirn regulieren können.
Bereiche, die sich ungewöhnlich empfindlich oder verspannt anfühlen, können auf ein Ungleichgewicht hindeuten. In der Regel ist sanfter, gleichmäßiger Druck am wirksamsten.

Großvater-Enkel (Gongsun)

„Großvater-Enkel“ war der Punkt, den Wu auf den Fuß seines Sohnes drückte, als dieser sich unwohl fühlte. Als Wu diesen Punkt drückte, bemerkte er, dass er sich ungewöhnlich angespannt anfühlte, was auf ein inneres Ungleichgewicht hindeutete.
Das sanfte Massieren des Akupunkturpunkts kann helfen, Blockaden zu lösen und den reibungslosen Fluss von Qi und Blut wiederherzustellen, wodurch die Symptome schnell gelindert werden.
Lage: Am inneren Rand des Fußes. Hinter dem Großzehengelenk liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung direkt unterhalb und vor dem Mittelfußknochen.
Hauptwirkungen
  • Lindert Übelkeit, Reisekrankheit und Autokrankheit
  • Lindert Blähungen und Bauchbeschwerden
  • Unterstützt die Verdauungsfunktion

Innerer Durchgang (Neiguan)

Der „Innerer Pass“ ist einer der am besten untersuchten Punkte gegen Übelkeit. Eine randomisierte Studie unter Patientinnen nach gynäkologischen Operationen ergab, dass Akupressur am Inneren Pass postoperative Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduzierte und das Wohlbefinden verbesserte.
Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen haben ebenfalls gezeigt, dass die Stimulation dieses Punktes durch Chemotherapie verursachte sowie postoperative Übelkeit und Erbrechen lindern kann.
Viele handelsübliche Armbänder zur Linderung von Reisekrankheit zielen auf diesen Punkt ab.
Lage: Am inneren Unterarm, drei Fingerbreit oberhalb der Handgelenksfalte, zwischen zwei hervortretenden Sehnen.
Hauptwirkungen
  • Lindert Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit
  • Lindert Engegefühl in der Brust und Herzklopfen
  • Beruhigt Angstzustände und stressbedingte Magenbeschwerden

2. Linderung von Kopfschmerzen

Klinische Studien haben gezeigt, dass Akupunkturprotokolle, einschließlich „Hundert Verbindungen“, die Häufigkeit und Schwere von Migräne und Spannungskopfschmerzen im Vergleich zu Scheinakupunktur oder konventioneller Behandlung verringern können.

Hundert Verbindungen (Baihui)

„Hundert Verbindungen“ oder „Hundert Zusammenkünfte“ ist ein entscheidender Punkt am Scheitel, da er der Schnittpunkt der Yang-Meridiane des Körpers ist.
Er wird häufig in Akupunkturprotokollen bei Kopfschmerzen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
Er ist auch sehr hilfreich, um wachsam und klar im Kopf zu bleiben.
Lage: Auf dem Scheitel, am Schnittpunkt der Körpermittellinie und einer Linie, die zwischen den Ohrspitzen gezogen wird; oft als leichte Vertiefung spürbar.
Hauptwirkungen
  • Hilft bei der Linderung von Kopfschmerzen und Schwindel
  • Stellt die Wachsamkeit wieder her und klärt den Geist

3. Wachsamkeit wiederherstellen

In der TCM bilden „Hundert Verbindungen“ und „Schulterbrunnen“ ein energetisches Paar – eines „oben“, eines „unten“.
„Wenn der Punkt ‚Hundert Verbindungen‘ stimuliert wird, steigt das Qi auf; wenn der Punkt ‚Schulterbrunnen‘ gedrückt wird, sinkt das Qi ab“, sagte Lee gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Beide zu stimulieren ist wie das Öffnen beider Enden eines Stromkreises – dies ermöglicht es der Energie, sich zu bewegen, und dem Bewusstsein, sich zu klären.“

Schulterbrunnen (Jianjing)

Der „Schulterbrunnen“ befindet sich am höchsten Punkt der Schulter, in einer kleinen Vertiefung, die wie ein Brunnen aussieht.
In Kung-Fu-Filmen führt ein „Messerhand“-Schlag auf die Schulter oft dazu, dass eine Figur in Ohnmacht fällt.
Lachend sagte Lee: „Die Idee dahinter ist, dass der ,Schulterbrunnen-Punkt‘ einen Schock erleidet, wodurch das Qi plötzlich absinkt und die Durchblutung des Gehirns kurzzeitig abnimmt, was zu Bewusstlosigkeit führt.“
Lage: In der Mitte der Schulter, auf einer Linie zwischen dem hervorstehenden Halswirbel und der Schulterspitze.
Hauptwirkungen
  • Lindert Verspannungen im Nacken und in den Schultern
  • Hilft, die Wachsamkeit wiederherzustellen und Schläfrigkeit oder Müdigkeit zu bekämpfen
  • Unterstützt die Auflösung von „stagnierendem“ Qi im Oberkörper
Vorsicht: Da eine kräftige Stimulation an diesem Punkt Gebärmutterkontraktionen auslösen kann, raten traditionelle Texte schwangeren Frauen, Druck oder Klopfen an diesem Punkt zu vermeiden.

4. Hilft bei Schlaflosigkeit

Das „Geisttor“ – eine kleine Vertiefung am inneren Handgelenk – ist ein Schlüsselpunkt bei Schlaflosigkeit.
Eine Studie mit Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen ergab, dass Akupressur am Geisttor-Punkt die Schlafqualität verbesserte und Schlaflosigkeit reduzierte, wobei die positiven Effekte noch mehrere Wochen nach Behandlungsende anhielten.
Eine systematische Übersichtsarbeit zu randomisierten Studien kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Stimulation des Geisttors bei der Behandlung von Schlaflosigkeit wirksam und sicher zu sein scheint.

Geistestor (Shenmen)

Das „Geistestor“ dient als „Tor“, durch das das Qi des Herzmeridians ein- und austritt. Da es den Geist beruhigen und den Verstand stabilisieren kann, wurde es „Tor des Geistes“ genannt.
Lage: An der Handgelenksfalte auf der Seite des kleinen Fingers, in der kleinen Vertiefung direkt hinter der Sehne, auf Höhe der Verbindung zwischen kleinem und Ringfinger.
Hauptwirkungen
  • Fördert einen erholsamen Schlaf
  • Lindert Angst und Panik

5. Augenbelastung lindern

Wu merkte an, dass Akupressur im Bereich der Augen sehr wirksam sein kann, um Augenbeschwerden zu lindern.
Augenbelastung geht selten auf einen einzigen Punkt zurück. Längerer Bildschirmgebrauch kann die Muskeln, Nerven und die Durchblutung rund um die gesamte Augenhöhle belasten.
Aus diesem Grund nutzt die TCM mehrere sich ergänzende Bereiche, um die Durchblutung und Entspannung zu fördern. Führt man mit den Fingerkuppen 30 bis 60 Sekunden lang leichte, kreisende Bewegungen an jedem Punkt aus.
„Viele Menschen drücken zu fest“, sagte er. „Das Gewebe um die Augen ist äußerst empfindlich. Übermäßiger Druck kann die Anspannung verstärken, anstatt sie zu lindern. Sanfte, kreisende Bewegungen wirken am besten.“
Wu schlägt einen noch einfacheren Ansatz vor.
„Man muss sich die einzelnen Punkte nicht merken“, sagte er. „Ein langsames Massieren der Augenhöhle in kleinen Kreisen – sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn – reicht oft aus, um Ermüdungserscheinungen zu lindern und das Wohlbefinden wiederherzustellen.“

Tränenbehälter (Chengqi)

Lage: Direkt unterhalb der Pupille, in einer kleinen Vertiefung entlang des Augenhöhlenknochens, wenn die Augen geradeaus blicken.
Hauptwirkungen: Fördert die Durchblutung im Bereich der Augen

Strahlende Augen (Jingming)

Lage: Etwas oberhalb des inneren Augenwinkels, in einer kleinen Vertiefung des Augenhöhlenknochens.
Hauptwirkungen
  • Lindert Augenermüdung und -schmerzen
  • Hilft bei verschwommenem Sehen und beginnender Kurzsichtigkeit

Bambusansammlung (Cuanzhu)

Lage: In der Vertiefung am inneren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
  • Lindert Augenüberanstrengung und Stirnkopfschmerzen
  • Löst Verspannungen im Stirnbereich

Seidenbambus-Vertiefung (Sizhukong)

Lage: In der Vertiefung am äußeren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
  • Lindert trockene Augen, Ermüdung und verschwommenes Sehen
  • Lindert Schläfenkopfschmerzen und Schwindel

6. Ermüdung lindern

In der TCM gilt das Ur-Qi als die tiefste Lebensenergiereserve des Körpers – die Kraftquelle für alle physiologischen Funktionen. Zwei Schlüsselpunkte am Unterbauch werden als „Ladeanschlüsse“ für dieses System angesehen.

Ursprungstor (Guanyuan)

Lage: Etwa vier Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
  • Stärkt das Ur-Qi und die allgemeine Vitalität
  • Wärmt und unterstützt die Verdauungsfunktion

Qi-Meer (Qihai)

Lage: Etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
  • Unterstützt die Energie, insbesondere bei chronischer Müdigkeit
  • Reguliert den Qi-Fluss im Unterleib
Zhang empfiehlt, den Unterleib in langsamen, im Uhrzeigersinn verlaufenden Kreisen zu massieren, wobei der natürlichen Richtung der Darmbewegung gefolgt wird.

7. Müde Beine beruhigen

Nach dem Sport, beim Wandern oder nach langen Spaziergängen greifen viele Menschen instinktiv zu Eispackungen. Der TCM-Praktiker Ye Qi-min sagte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, dass Kälte laut Ansicht der TCM bei Qi- und Blutstauungen die Symptome verschlimmern kann, indem sie die Durchblutung einschränkt und die Stauung im Gewebe festhält.
Stattdessen wendet er Akupressur in Kombination mit sanfter Wärme an, um die Durchblutung anzuregen und Schmerzen zu lindern.

Quellende Quelle (Yongquan)

Lage: An der Fußsohle. Wenn die Zehen leicht gekrümmt sind, liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung an der Verbindungsstelle zwischen dem vorderen Drittel und den hinteren zwei Dritteln der Fußsohle.
Hauptwirkungen
  • Reduziert Müdigkeit und Schweregefühl in den Beinen
  • Lindert Schwellungen und Schmerzen in den unteren Gliedmaßen
  • Beruhigt den Geist und fördert den Schlaf

Stützender Berg (Chengshan)

Lage: Auf der Rückseite des Unterschenkels, in der V-förmigen Vertiefung direkt unterhalb der Wölbung des Wadenmuskels, wenn das Bein gestreckt oder die Ferse angehoben ist.
Hauptwirkungen
  • Lindert Verspannungen und Krämpfe in der Wade
  • Fördert die Blut- und Qi-Zirkulation in den Beinen

Mitte der Kniekehle (Weizhong)

Lage: Am Mittelpunkt der Kniekehle, an der tiefsten Stelle der Falte hinter dem Knie.
Hauptwirkungen
  • Hilft bei der Auflösung von Blutstauungen in den Beinen
  • Lindert Verspannungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur
Ye kombiniert diese Punkte oft mit warmer Luft aus einem Föhn – damit lässt sich ein größerer Bereich abdecken, falls man die genauen Stellen nicht exakt finden kann.
„Ein Föhn kann die wärmende Wirkung der Moxibustion, eine sanfte Wärmetherapie mit getrocknetem Beifuß, nachahmen“, sagte er. „Den Föhn ruhig in der Hand und über den Punkt halten – nicht hin und her schwenken – und die Hitze immer zuerst mit der eigenen Hand prüfen.
Für ältere Erwachsene mit schlechter Durchblutung ist es sicherer, durch die Kleidung zu erwärmen, um Verbrennungen zu vermeiden.“

So wendet man Akupressur an

Akupressur wirkt am besten, wenn man sie als Kommunikation mit dem Körper betrachtet und nicht als kräftigen Druck. Das Ziel ist nicht, den Schmerz zu überwinden, sondern sanft die Durchblutung, Entspannung und das Gleichgewicht des Nervensystems zu fördern.
Bevor man beginnt, sollte man sich in eine bequeme Position setzen oder legen. Dann ein paar Mal langsam ein- und ausatmen und den Körper entspannen lassen. Ein ruhiger Zustand hilft dabei, dass die Wirkung der Akupressur schneller einsetzt.
Die Wahl der richtigen Technik hängt von der Art der Symptome und dem zu behandelnden Bereich ab. Bei Verspannungen, Stress oder empfindlichen Regionen – wie Gesicht, Augen oder Bauch – sind sanftere Methoden in der Regel wirksamer.
Bei tieferen Muskelverspannungen oder lang anhaltender Steifheit können festere Techniken angebracht sein, solange sie angenehm bleiben.
Im Folgenden findet man einige grundlegende Techniken und wann sie anzuwenden sind:
  • Reiben: Einen Finger oder die Handfläche auf den Punkt legen und kleine, langsame Kreise machen. Reiben eignet sich ideal zur Entspannung, zum Stressabbau, bei Überanstrengung der Augen und bei Bauchbeschwerden.
  • Kneten: Mit der Fingerspitze oder dem Fingerknöchel einen tieferen, gleichmäßigen Druck ausüben. Kneten eignet sich gut bei Muskelverspannungen, Verspannungen in Schultern und Nacken oder chronischer Steifheit.
  • Zwicken: Die Stelle sanft mit Daumen und Zeige- oder Mittelfinger zwicken. Zwicken sorgt für eine moderate Stimulation und wird oft bei schleppender Durchblutung oder Müdigkeit angewendet.
  • Schneiden: Die Kante eines Fingernagels für eine kurze, präzise Stimulation verwenden. Die Schneidetechnik wird sparsam eingesetzt, meist zur schnellen Belebung oder bei starker Stagnation, und sollte nicht an empfindlichen Stellen angewendet werden.
Jede Technik sollte etwa 3 bis 5 Sekunden lang angewendet und drei- bis fünfmal wiederholt werden. Dann langsamen, gleichmäßigen Druck ausüben und nach einem Gefühl suchen, das angenehm schmerzt – aber nicht scharf oder stark schmerzhaft ist.
Ein leichtes Gefühl von Schmerz, Wärme, Schwere oder Kribbeln ist normal und oft ein gutes Zeichen. In der TCM deutet Empfindlichkeit an einem Akupunkturpunkt oft darauf hin, dass der Bereich aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die Atmung sollte natürlich und die umliegenden Muskeln entspannt sein, während man den Druck ausübt.
Wenn sich der Zustand nach einigen Minuten Akupressur nicht bessert, verwendet man möglicherweise den falschen Punkt, oder das Problem erfordert eine professionelle medizinische Untersuchung.
Wenn die Wirkung bei wiederholten Sitzungen nachlässt, kann dies auf eine Überstimulation hindeuten – dann sollte man den Bereich ruhen lassen oder zu anderen Punkten wechseln.

Wann Akupressur vermieden werden sollte

In bestimmten Situationen sollte Akupressur mit Vorsicht angewendet oder ganz vermieden werden:
  • Lokale Hautinfektionen, Entzündungen oder offene Wunden
  • Extreme Schwäche oder längeres Fasten
  • Blutungsneigung oder Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
  • Schwere systemische Entzündungs- oder Autoimmunerkrankungen – nur unter fachlicher Anleitung anwenden
  • Schwangerschaft – in dieser Lebensphase sollen starke Stimulationen an den Punkten „Schultergrube“, „Ursprungstor“ und „Qi-Meer“ vermieden werden.

Tägliche Selbstfürsorge

„Akupressur ist ein wirkungsvolles Mittel zur täglichen Selbstfürsorge“, sagte Lee.
Die TCM legt Wert darauf, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen, bevor sie entstehen.
„Man muss nicht warten, bis man ernsthaft krank ist – schon wenige Minuten täglich, um Qi und Blut zu regulieren, können helfen, zu verhindern, dass aus vielen kleinen Problemen etwas Größeres wird“, sagte Lee.
Mit ein wenig Übung können die Fingerspitzen zu einer Brücke zwischen alter medizinischer Weisheit und dem modernen Alltag werden.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „Your Body Has a Healing Kit: Acupoints for 7 Everyday Ailments“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Neue Regelungen bei Frischmilch, laktosefreien Produkten und Vitaminzusätzen in Deutschland

Was ist wirklich „frisch“? Was bedeutet „laktosefrei“ genau? Und wie sieht es mit dem Zusatz von Vitaminen in Milchprodukten konkret aus? Mit dem Inkrafttreten der Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) am 14. Juni 2026 fasst Deutschland mehrere bisher getrennte Regelwerke für Milch und Milcherzeugnisse in einer Verordnung zusammen.

Regeln an EU-Recht angepasst

Die Verordnung enthält neue Definitionen und präzisiert Bezeichnungen für verschiedene Milchprodukte.
So ist erstmals der Begriff „laktosefrei“ einheitlich geregelt. Hersteller dürfen diesen Begriff nur verwenden, wenn das Erzeugnis höchstens 0,1 Gramm Laktose je 100 Gramm oder 100 Milliliter enthält. Das gilt auch bei Trockenmilch und anderen Milcherzeugnissen in Pulverform. Auf der Verpackung muss der Laktosegehalt je 100 Gramm Pulver angegeben sein.
Auch die Bezeichnung „frisch“ erhält eine exaktere rechtliche Definition. Frischmilch muss bestimmte Anforderungen an die Wärmebehandlung erfüllen. Die Haltbarkeit ist auf drei Wochen begrenzt. Ultrahocherhitzte Milch (H-Milch) sowie Kondensmilch fallen nicht unter diese Bezeichnung und dürfen daher nicht als Frischmilch angeboten werden.
Bei den Angaben zur Wärmebehandlung vereinheitlicht die Verordnung die verschiedenen Bezeichnungen. Hersteller verwenden künftig die Begriffe „pasteurisiert“, „ultrahocherhitzt“ oder „sterilisiert“ beziehungsweise die Bezeichnung des tatsächlich angewandten Verfahrens. Bislang waren diese Begriffe auf verschiedene Verordnungen oder Regelungen verteilt.

Einzelne Nährstoffe bislang über empfohlenen Werten

Strengere Regeln gibt es zudem bei der Zusetzung von Vitaminen und Mineralstoffen. So deuteten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass die für eine optimale Gesundheit und ein ausgewogenes Wohlbefinden erforderlichen Zufuhrmengen einzelner Nährstoffe teilweise über den bislang empfohlenen Werten liegen könnten.
Für die Lebensmittelherstellung sieht der EU-Rechtsrahmen vor, dass nur Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden dürfen, die natürlicherweise in der Ernährung vorkommen oder regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden und als essenzielle Nährstoffe gelten. In der Ende November 2025 aktualisierten Fassung der Verordnung 1925/2006 heißt es dazu:
„Eine mögliche Kontroverse darüber, um welche essenziellen Nährstoffe es sich dabei handelt, sollte vermieden werden. Daher ist es zweckmäßig, eine Positivliste dieser Vitamine und Mineralstoffe zu erstellen.“
Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt diese Entwicklung. „Es ist nicht unbedingt gesundheitsförderlich, wenn der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich überschritten wird. Das kann sogar kritisch werden. Insofern ist diese Regelung zu begrüßen“, zitiert sie der „Mitteldeutsche Rundfunk“.
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Kein Impfstoff, 90 % Sterblichkeit: Warum die neue Ebola-Variante dennoch keine globale Pandemie wird

In Kürze:

  • Alle paar Jahre sorgt ein Ebola-Ausbruch für Schlagzeilen, doch das Virus blieb trotz hoher Sterblichkeit weitgehend auf Afrika beschränkt.
  • Anders als bei COVID-19 oder Grippe überträgt es sich nicht über die Luft, sondern nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, weshalb Ausbrüche meist lokal begrenzt bleiben.
  • Der aktuelle Ausbruch wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es keine Impfstoffe gibt. Das Risiko außerhalb Afrikas ist jedoch sehr gering.

 
Alle paar Jahre macht ein tödlicher Ebola-Ausbruch internationale Schlagzeilen. Allerdings blieb das Virus trotz seiner Gefährlichkeit weitgehend auf Afrika beschränkt und hat sich nie groß auf andere Teile der Welt ausgebreitet.

Geringe Übertragbarkeit

Alle bekannten Ebolaviren, die beim Menschen Krankheiten auslösen können, kommen in Afrika vor, sagte Dr. John Schieffelin, Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektionskrankheiten an der Tulane University School of Medicine, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
„Nach dem heutigen Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass sie in Zukunft außerhalb Afrikas auftreten werden“, es sei denn, es käme zu größeren und häufigeren Ausbrüchen, sagte Schieffelin.
Das Ebolavirus stammt wahrscheinlich von Viren in Fledermäusen. Wissenschaftler haben genetisches Material von Ebolaviren in Fledermäusen nachgewiesen, die spezifisch für Afrika sind.
Im Gegensatz zu Erkrankungen wie COVID-19 und Influenza wird Ebola nicht über Aerosole übertragen, sondern durch direkten menschlichen Kontakt und Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes, Speichel, Blut und kontaminierte Kleidung.
Daher beschränkten sich die Ausbrüche meist auf enge Kontaktpersonen und medizinisches Fachpersonal und weiteten sich nicht auf die allgemeine Bevölkerung aus. Die Ausbrüche ereignen sich oft in ländlichen Gebieten.
Einheimische infizieren sich vor allem durch den Verzehr von Buschfleisch, bei der Pflege kranker Menschen oder durch bestimmte Bestattungsrituale.
„Ich war in der Region. Es ist ein sehr, sehr armer Teil der Welt“, sagte Dr. John Sinnott, medizinischer Direktor für globale Gesundheit am Tampa General Hospital, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Dr. Georges C. Benjamin, CEO der American Public Health Association, sagte: „Morgens gehen Frauen oft hinaus und finden tote Tiere auf dem Boden, die sie als Fleisch verwerten. Das nennt man Buschfleisch.“
Er erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, dass die Wahrscheinlichkeit eines großen Ebola-Ausbruchs in den Vereinigten Staaten sehr gering sei: „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Fall haben werden, ist mäßig.“

Schon ein einziger Fall ist schwerwiegend

Im Gegensatz zu SARS-CoV-2, das moderate oder leichte Verläufe verursachen oder Menschen sogar asymptomatisch infizieren kann, ist Ebola viel virulenter.
„Schon die Feststellung eines einzigen Ebola-Falls reicht aus, um einen Ausbruch zu erklären“, sagte Dr. Jennifer Serwanga, Immunologin und stellvertretende Forschungsdirektorin am Uganda Virus Research Institute, gegenüber Epoch Times.
Ebola hat eine hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent, sodass nur wenige Menschen überleben, die ihre Immunität gegen das Virus weitergeben.
Da Fälle zudem oft in ländlichen Gebieten auftreten, können neue Ausbrüche an Orten auftreten, an denen das Virus zuvor noch nie aufgetreten ist und sich somit keine Herdenimmunität gebildet hat.
„Ebola unterscheidet sich von Masern oder Grippe“, sagte Sinnott. „Es lebt nicht dauerhaft in menschlichen Populationen. Stattdessen springt es – wiederholt – von Tieren auf Menschen über, verbreitet sich durch Kontakt bei der Pflege und Trauerarbeit und verschwindet dann wieder.“
Sobald Ebolaviren Menschen infizieren, vermehren sie sich laut Untersuchungen rasch mit großer Anzahl in den Immunzellen, was eine verstärkte Immunreaktion auslöst und einen Zytokinsturm verursacht.
„Ebola unterscheidet sich stark von allen anderen Viruserkrankungen“, sagte Serwanga. „Es zerstört alle Organe und führt dazu, dass fast alle Organe zu bluten beginnen.“
Das Virus verursacht Risse in den Blutgefäßen, was zu inneren und äußeren Blutungen führt.
Es ist vor allem deshalb so schwer übertragbar, weil Menschen selten damit in Kontakt kommen. Aber sobald man ihm ausgesetzt ist, kann es leicht zu einer Infektion kommen.
„Ebola produziert sehr viel Körperflüssigkeit. […] Es ist so viel, dass sich Menschen bei direktem Kontakt ziemlich leicht anstecken“, sagte Benjamin.
Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden in der Vergangenheit beispielsweise nicht bei der Versorgung der Patienten angesteckt, sondern beim Ausziehen der Schutzkleidung, sagte er.
Es gibt verschiedene Viren, die Ebola auslösen können.
Seit dem großen Ebola-Ausbruch von 2014 bis 2016 wurden Impfstoffe und antivirale Medikamente entwickelt. Für das Bundibugyo-Virus, das den aktuellen Ausbruch verursacht hat, gibt es jedoch keine verfügbaren Behandlungen oder Impfstoffe.

Das mysteriöse Bundibugyo

Der aktuelle Ausbruch wird durch eine seltene Art des Ebolavirus namens Bundibugyo verursacht, benannt nach dem Ort des ersten Ausbruchs im Jahr 2007.
Das Bundibugyo-Virus unterscheidet sich genetisch zu etwa 30 Prozent von anderen Ebolaviren, und vieles ist noch unbekannt. Obwohl häufigere Ebolaviren bei Ratten nachgewiesen wurden, wurde Bundibugyo bei Tieren laut Forschungen noch nicht gefunden.
„Die Ungewissheit ist die größte Sorge“, sagte Schieffelin. „Was das klinische Erscheinungsbild angeht, haben wir nicht viele Informationen. Dies ist erst der dritte Ausbruch des Bundibugyo-Virus, bei dem bisher weniger als 200 Fälle identifiziert wurden.“
Der neue Ausbruch wurde mit fast zweimonatiger Verspätung gemeldet, ähnlich wie bei früheren Bundibugyo-Ausbrüchen in den Jahren 2007 und 2012, bei denen die Erkennung jeweils mehr als einen Monat dauerte.
Wenn Ebola in Gebieten ausbricht, in denen es zuvor noch nicht aufgetreten ist, kann es zu Verzögerungen von Wochen bis Monaten kommen. In Gebieten, in denen es endemisch ist, wird es in der Regel schneller erkannt.
Dieser neue Ausbruchsort war in der Vergangenheit bereits ein Epizentrum für andere Ebola-Ausbrüche. Dennoch testeten die lokalen Behörden die ersten Fälle nicht auf das Bundibugyo-Virus – und verpassten so die frühe Erkennung.
Die frühen Symptome von Ebola können einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen ähneln, was ebenfalls zur Verzögerung bei der Erkennung beiträgt, sagte Sinnott.
„Ebola trägt eine Maske“, sagte Sinnott. „Die ersten Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und Erbrechen ähneln sehr stark denen von Malaria, Typhus, einer Lebensmittelvergiftung oder Schwangerschaftskomplikationen. Deshalb wird die Krankheit oft zu spät erkannt – und das Virus hat sich bereits weiter ausgebreitet.“

Das Unvorhersehbare

Serwanga, deren Heimatland Uganda an den Kongo grenzt, wo der aktuelle Ausbruch seinen Ursprung hat, sagte, dass die ugandischen Behörden wachsam seien.
„Der Kongo ist ein Nachbarland Ugandas, daher sind wir besorgt. Normalerweise gibt es einen Personenverkehr zwischen den Ländern, aber an der Grenze wurden einige Vorschriften erlassen, um den Personenverkehr von und nach Uganda zu minimieren“, sagte sie.
„Wir hatten zwei bestätigte Fälle, die alle aus dem Kongo stammten, und es wurden einige Maßnahmen ergriffen. Bisher haben wir keine neuen Fälle festgestellt.“
Die Herausforderung bei der Eindämmung von Ausbrüchen bestehe darin, sicherzustellen, dass ausreichende Ressourcen zur Verfügung stünden, sagte Schieffelin.
Die Weltgesundheitsorganisation ist jedoch durch den Hantavirusausbruch und den Rückzug der US-Agentur für internationale Entwicklung stark ausgelastet. Dadurch wurden laut Schieffelin die Erkennung, Nachverfolgung und Eindämmung des neuen Ebola-Ausbruchs beeinträchtigt.
Nach den Sorgen um das Hantavirus vor einigen Wochen zieht nun das Ebolavirus die Aufmerksamkeit auf sich. Es taucht immer wieder ein neuer Ausbruch auf.
Benjamin wies auf die Tatsache hin, dass sich die Welt verändere und vieles unvorhersehbar sei. „Die Menschen leben in einer dynamischen Welt“, sagte er.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Yes, Ebola Virus Is Deadly. But Here’s Why You Don’t Need to Worry“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Wie Vitamin D das Diabetesrisiko senken kann

Prädiabetes, die noch beschwerdefreie Vorstufe des Diabetes, betrifft in Deutschland etwa jeden fünften Erwachsenen.
Eine im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichte Studie zeigt nun, dass ein kostengünstiges Nahrungsergänzungsmittel diesen Weg aufhalten kann. Ob die Therapie anschlägt, entscheidet allerdings die genetische Veranlagung.

Der genetische Schlüssel zum Erfolg

Die Untersuchung basiert auf der Studie „Vitamin D and Type 2 Diabetes“, bei der mehr als 2.000 Erwachsene mit Prädiabetes über dreieinhalb Jahre täglich entweder 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D oder ein Scheinmedikament einnahmen. Zum Vergleich: Die normale Empfehlung für gesunde Erwachsene liegt bei fehlender körpereigener Bildung durch Sonnenlicht bei lediglich 800 Einheiten.
Während die Auswertung aller Teilnehmer zunächst keinen klaren Unterschied zeigte, brachte die Analyse der DNA den Durchbruch. Patienten mit spezifischen genetischen Varianten des Vitamin-D-Rezeptors, nämlich den Genvarianten „AC“ und „CC“ im sogenannten ApaI-Gen, sprachen stark auf das Vitamin an. Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken, sank um 19 Prozent. Rund 70 Prozent der Menschen tragen dieses Merkmal in sich. Die restlichen 30 Prozent mit der Variante „AA“ zeigten dagegen keinerlei Nutzen von der Einnahme in Bezug auf ihr Diabetesrisiko.
„Diabetes hat so viele schwerwiegende Komplikationen, die sich über Jahre hinweg langsam entwickeln“, sagte die Studienleiterin Bess Dawson-Hughes in einer Stellungnahme. „Wenn wir die Zeit, die eine Person mit Diabetes lebt, hinauszögern können, können wir einige dieser schädlichen Nebenwirkungen verringern oder deren Schweregrad mindern.“

Richtwerte und Risiken

Vor einer Einnahme sollte der Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmt werden, rät die Ernährungsberaterin Diana Cusa, die nicht an der Studie beteiligt war. Liegt ein Mangel vor, kann ein gezielter Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln, kombiniert mit einer Anpassung der Ernährung und mehr Aufenthalt im Freien, sinnvoll sein.
Höhere Dosen als 800 Einheiten sind normalerweise therapeutischen Zwecken vorbehalten. Eine unkontrollierte Überdosierung durch hoch dosierte Präparate kann laut Untersuchungen eine Hyperkalzämie auslösen und zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Dehydrierung, Verstopfung oder in schweren Fällen zu Nierensteinen oder Herzrhythmusstörungen führen. Langfristig hoch dosiertes Vitamin D wurde zudem bei älteren Menschen mit einem erhöhten Risiko für Stürze und Knochenbrüche in Verbindung gebracht.
Über das Sonnenlicht kann man sich zwar nicht überdosieren, dennoch ist für positive Effekte auf die Gesundheit eine moderate Sonnenexposition empfohlen und aufgrund des Hautkrebsrisikos Vorsicht vor zu langen Sonnenbädern und vor Sonnenbränden geboten.
Auf natürlichem Weg lässt sich der Vitamin-D-Haushalt zudem über die Ernährung unterstützen. Fetter Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Makrele sowie Rinderleber, Pilze und Eigelb sind gute Quellen. Da diese Lebensmittel reich an Proteinen und gesunden Fetten sind, tragen sie bei moderatem Verzehr ganz nebenbei zu einem stabilen Blutzuckerspiegel bei.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „High-Dose Vitamin D Lowers Diabetes Risk in Some People“. (deutsche Bearbeitung: kr)
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E-Zigaretten: Warum die bunten Vapes das Gehirn von Kindern dauerhaft verändern

Bunte Verpackungen und süße Aromen wie Mango, Vanille oder Erdbeere: E-Zigaretten stehen heute in fast jedem Kiosk und wirken optisch wie Begehrlichkeiten. Das Problem: Die süßen Aromen steigern nicht nur die Attraktivität und das Suchtpotenzial der Vapes. Die inhalierten Aromastoffe selbst bergen unberechenbare Gesundheitsrisiken für den Körper.

Die Gesundheitsrisiken von Aromen

Aromen sind Chemikalien, und jede hat eine eigene chemische Struktur, die zu unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen führen kann.
Irfan Rahman, Professor für Umweltmedizin an der Universität von Rochester, erklärte, dass es unter den Hunderten von untersuchten E-Zigaretten-Aromen zwei Hauptwege gibt, wie Aromastoffe giftig werden können:
Zu den giftigen Aldehyden, die in E-Zigaretten-Dämpfen nachgewiesen wurden, gehören Formaldehyd, Acrolein und Acetaldehyd.
Diese Verbindungen können das Lungenepithel entzünden und schädigen, was zu Husten, Keuchen, Brustschmerzen und im Laufe der Zeit zu irreversiblen Lungenschäden führt.
Fruchtaromen setzen besonders häufig Aldehyde frei, so Rahman.
Einige Aromastoffe sind für die Lunge giftig, auch ohne sich in Aldehyde zu zersetzen. Dazu gehören Aromastoffe wie Diacetyl, Acetoin und 2,3-Pentandion, die oft hinzugefügt werden, um buttrige Aromen wie Popcorn und Karamell zu erzeugen.
Andere Aromastoffe, von denen nachgewiesen wurde, dass sie Entzündungen, DNA-Schäden und Stress für die Lungenzellen verursachen, sind laut Studien unter anderem Zimt, Vanille, Erdbeere und Menthol.
Obwohl diese Chemikalien beim Verzehr als sicher gelten und oft ultraverarbeiteten Lebensmitteln wie im Laden gekaufter Margarine und Popcorn zugesetzt werden, können sie nicht sicher eingeatmet werden, sagte Rahman.
Im Gegensatz zur Leber, die Giftstoffe in weniger schädliche Bestandteile zerlegt, können die Lungen Giftstoffe nur entfernen, indem sie diese mit Schleim auffangen und dann zur Ausscheidung in den Verdauungstrakt leiten. Wenn mehr Giftstoffe in die Lungen gelangen, als diese beseitigen können, kann dies zu bleibenden Schäden führen.
Eine Studie an Arbeitern in Popcornfabriken, die Diacetyl ausgesetzt waren, ergab eine erhöhte Häufigkeit einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung, die später als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet wurde.
Selbst geschmacksneutrale E-Zigaretten bergen Risiken, darunter die Exposition gegenüber Schwermetallen, die manchmal in E-Liquids gelangen.
Die Hauptbestandteile von E-Zigaretten sind Propylenglykol und Glycerin. Obwohl die FDA diese Inhaltsstoffe als „allgemein als sicher anerkannt“ für den Verzehr einstuft, kann Erhitzen dazu führen, dass sie sich zersetzen und giftige Aldehyde freisetzen.

Nikotin und Sucht

Aromen machen E-Zigaretten attraktiver, insbesondere für Jugendliche.
Eine Studie unter der Leitung von Forschern der University of Southern California zeigte, dass Jugendliche, die andere Aromen als Menthol oder Tabak verwendeten, mit höherer Wahrscheinlichkeit weiterdampften und mehr Züge nahmen.
Die größte Sorge im Zusammenhang mit E-Zigaretten ist jedoch die darin enthaltene stark suchterzeugende Chemikalie Nikotin, die bis zu 2 Prozent der Inhaltsstoffe ausmacht.
„Die frühe Adoleszenz ist eine besonders anfällige Phase für die negativen Auswirkungen von Nikotin“, sagte Frances Leslie, Neuropharmakologin und emeritierte Professorin an der Universität von Kalifornien, Irvine, gegenüber Epoch Times in einer E-Mail.
In dieser Phase ist das Gehirn besonders formbar und die Exposition gegenüber Stressoren oder suchterzeugenden Substanzen kann leicht Fuß fassen.
Jugendliche können bereits bei geringerer Exposition als Erwachsene nikotinabhängig werden, was eine in dieser Phase beginnende Sucht laut einer in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“ veröffentlichten Studie schwerer rückgängig macht.

Mehr Züge durch Aromen: Süße Sorten steigern das Suchtrisiko, besonders bei Teenagern.

Foto: pixinoo/iStock

Störungen der Belohnungsbahnen im Gehirn können nicht nur den Substanzkonsum, sondern auch die Motivation, die Selbstkontrolle und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
Kinder, die Nikotin ausgesetzt sind, weisen nachweislich eine höhere Impulsivität, Unaufmerksamkeit und Depressionen auf, sagte Leslie.

Umfassende Risiken des Vapings

Obwohl Vaping allgemein als weniger schädlich als Rauchen gilt, birgt es dennoch erhebliche Gesundheitsrisiken.
„Vaping hat unmittelbare Auswirkungen wie Hyperreaktivität und das Auslösen von Asthma“, sagte Adam Leventhal, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der University of Southern California, gegenüber Epoch Times.
Studien zu den genauen Langzeitauswirkungen sind noch begrenzt.
„Chemikalien in E-Zigaretten haben biologische Wirkungen in vielen verschiedenen Organsystemen“, sagte Leventhal. „Wir wissen einfach nicht, welche Art von Schäden das verursachen kann.“
Giftstoffe wie Schwermetalle und Aldehyde können zudem das Risiko für Lungenschäden und Krebs erhöhen.
Vaping kann auch die Risiken für die Zahn- und Mundgesundheit erhöhen, so Rahman. Menschen, die dampfen, weisen laut Untersuchungen Raten an Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko für Karies auf.
Es gibt zudem immer mehr Hinweise auf Herzrisiken, darunter Bluthochdruck, sowie auf reproduktive Probleme wie erektile Dysfunktion.
Obwohl manche Gesundheitsinfluencer Nikotin als Wellnessprodukt für das Gehirn beworben haben, sind die Erkenntnisse gemischt. Eine kleine Studie mit 18 Erwachsenen zeigte eine kurzfristige Verbesserung des Gedächtnisses.
Andere Studien bringen Nikotinkonsum bei Jugendlichen jedoch mit einem schlechteren Gedächtnis in Verbindung.
Manche Menschen nutzen das Dampfen als vorübergehende Hilfe, um mit dem Rauchen aufzuhören.
„Es ist derzeit sicherlich weniger gefährlich [als Rauchen]“, sagte Leventhal.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen beim Vapen im Allgemeinen weniger Giftstoffen ausgesetzt sind als beim Rauchen.

Sicherheitsvorkehrungen der FDA und anhaltende Bedenken

Die FDA hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um den Konsum unter Minderjährigen zu verhindern und Menschen dazu zu ermutigen, das Rauchen aufzugeben.
Das Vape-Gerät muss über Bluetooth mit dem Smartphone des Nutzers verbunden sein, um verwendet werden zu können.
Die Nutzer müssen außerdem bestätigen, dass sie mindestens 21 Jahre alt sind. Das Gerät führt stichprobenartige biometrische Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass der registrierte Nutzer auch derjenige ist, der es benutzt.
Dennoch bleiben einige Experten besorgt.
Leslie sagte, dass die Zulassung von E-Zigaretten mit Fruchtaromen deren Attraktivität für Jugendliche erhöhen könnte.
„Obwohl diese dazu gedacht sind, erwachsenen Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen, könnten sie auch von Teenagern missbräuchlich verwendet werden“, sagte Leslie.

 
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Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „What Flavored Vapes Do to Your Body“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Können COVID-19-Impfstoffe Krebs verursachen?

Im Rahmen einer Anhörung in Washington am 3. Juni erklärten Ärzte, dass COVID-19-Impfstoffe bei einigen Menschen Krebs verursachen könnten.
In diesem Zusammenhang schilderte Dr. Angus Dalgleish, emeritierter Professor für Onkologie an der University of London, seine eigenen medizinischen Beobachtungen. Er berichtete von Patienten, die völlig unerwartet an Krebs erkrankten, wobei ein auffälliger zeitlicher Zusammenhang bestand. Diese Erkrankungen traten nämlich auf, nachdem den Betroffenen COVID-19-Impfstoffe verabreicht worden waren, die auf der mRNA-Technologie basieren.
Dr. Wafik El-Deiry, Direktor des Legorreta Cancer Center der Brown University, erklärte während der Anhörung, dass das Spike-Protein die körpereigene Krebsabwehr beeinflussen könnte.
Das Spike-Protein ist sowohl im Coronavirus selbst als auch in der COVID-19-Impfung enthalten. Laut den Ausführungen von El-Deiry zeigt sich dabei ein spezifischer Effekt, bei dem das Protein die Fähigkeit des Körpers stören könnte, bestimmte Gene zu aktivieren. Das Problem dabei ist, dass genau diese betroffenen Gene im Normalzustand eine entscheidende Funktion erfüllen, da sie regulär an der Unterdrückung von Krebs beteiligt sind.
El-Deiry und ein Kollege hatten bereits in einer im Januar veröffentlichten Studie Dutzende Publikationen aufgeführt, die verschiedene Krebsarten beschreiben, welche kurz nach einer COVID-19-Impfung oder Coronavirusinfektion auftraten.
„Betrachtet man die Gesamtheit der aktuellen Erkenntnisse sowie das, was Sie heute von namhaften Zeugen gehört haben, so befinden sich meiner Ansicht nach Millionen Amerikaner und Millionen weitere Menschen weltweit möglicherweise in einer akuten Gefahr, vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu erkranken“, sagte Dr. Aseem Malhotra, ein britischer Kardiologe, während der Anhörung am 3. Juni.
Senator Ron Johnson (Republikaner aus Wisconsin), Vorsitzender des ständigen Untersuchungsausschusses des Senats (Permanent Subcommittee on Investigations), leitete die Anhörung.
Als bekannter Kritiker der COVID-19-Impfstoffe sagte Johnson, dass er der Überzeugung sei, dass die Öffentlichkeit schon bei potenziellen Gefahren gewarnt werden müsse, ohne auf endgültige Beweise zu warten.

Gegenposition aus den nationalen Instituten

Senator Richard Blumenthal, das ranghöchste demokratische Mitglied des Unterausschusses, vertrat eine andere Position.
Er verwies darauf, dass das National Cancer Institute eine klare Position einnimmt und Dr. Steven Pergam vom Fred Hutchinson Cancer Research Center mit folgender Aussage zitiert hat:
„Es gibt keine Belege dafür, dass COVID-19-Impfstoffe Krebs verursachen, zu einem Wiederauftreten der Krankheit führen oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen.“
Dr. Julie Gralow, leitende medizinische Expertin (Chief Medical Officer) der American Society of Clinical Oncology, war von Senator Blumenthal als Sachverständige zur Anhörung geladen worden. Sie bestätigte diese Einschätzung und erklärte:
„Es gibt derzeit keine klinischen Belege dafür, dass mRNA-COVID-19-Impfstoffe Krebs verursachen oder das Krebswachstum beschleunigen.“
Dr. Julie Gralow betonte zwar die Wichtigkeit, dieser Möglichkeit gründlich nachzugehen, wies jedoch auf einen entscheidenden Faktor hin, indem sie zwischen einem bloßen zeitlichen Zusammenhang und einer echten Ursache unterschied. Berichte über Krebserkrankungen, die kurz nach einer COVID-19-Impfung festgestellt wurden, bedeuten ihrer Ansicht nach nicht zwangsläufig, dass die Impfung auch der Auslöser dafür sei. Zudem bliebe letztlich unklar, wann genau sich die Krebserkrankungen im Körper tatsächlich entwickelt hatten, sodass der genaue Ursprung ungewiss ist.
Die Pharmaunternehmen Pfizer und Moderna, welche die mRNA-COVID-19-Impfstoffe herstellen, reagierten bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

 
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Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „COVID-19 Vaccines May Be Causing Cancer, Experts Say“. (deutsche Bearbeitung: vm)