Categories
etplus ticker vital

Manuka-Honig: Potenzielle Hilfe bei trockenen Augen, Zahnfleischbluten und mehr

Manuka-Honig ist weit mehr als nur ein süßer Brotaufstrich. Der seltene Honig aus Neuseeland wird seit Jahren wegen seiner besonderen antibakteriellen Eigenschaften geschätzt und ist Gegenstand zahlreicher Studien.
Ob bei Halsschmerzen, der Wundheilung oder Beschwerden an Augen, Nase und Mund – immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Manuka-Honig gesundheitliche Vorteile bieten kann. Doch was macht ihn so besonders?

Was Manuka-Honig so einzigartig macht

„Nicht jeder Honig ist gleich“, sagte Tina Alexander, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Gewöhnlicher Rohhonig bekämpft Bakterien mithilfe von Wasserstoffperoxid. Dieser Stoff zerfällt jedoch unter dem Einfluss von Hitze, Licht oder Körperflüssigkeiten relativ schnell. Manuka-Honig wirkt dagegen über einen anderen Mechanismus: Seine sogenannte peroxidfreie antimikrobielle Wirkung gilt als besonders stabil und bleibt auch unter schwierigen Bedingungen erhalten.
Gewonnen wird Manuka-Honig aus dem Nektar des Manuka-Strauchs (Leptospermum scoparium), der ausschließlich in Neuseeland wächst. Da die Pflanze nur wenige Wochen im Jahr blüht und überwiegend in abgelegenen Regionen vorkommt, ist der Honig vergleichsweise selten.

Der Manuka-Strauch (Leptospermum scoparium) wächst ausschließlich in Neuseeland und ist die Grundlage für den besonderen Honig.

Foto: MollyNZ / iStock

Das erklärt mit, warum ein Glas – je nach Reinheit – zwischen 20 und 200 Dollar kosten kann. Hinzu kommen seine außergewöhnlichen medizinischen Eigenschaften.
Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichem Honig ist der hohe Gehalt an Methylglyoxal (MGO). Dieser Stoff besitzt antibakterielle, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften und gilt als entscheidend für viele der gesundheitlichen Wirkungen von Manuka-Honig.
Dazu zählen unter anderem die Unterstützung der Wundheilung sowie die Linderung von Halsschmerzen, Husten und Verdauungsbeschwerden.
Er ist in der Regel dunkler und deutlich dickflüssiger. Seine sogenannte thixotrope Eigenschaft sorgt dafür, dass er bei Raumtemperatur fest bleibt, sich beim Umrühren jedoch verflüssigt.
Wer Manuka-Honig kaufen möchte, sollte auf die UMF-Kennzeichnung (Unique Manuka Factor) achten. Dieses Bewertungssystem bestätigt die Reinheit, Wirksamkeit und Echtheit von Manuka-Honig aus Neuseeland. Die Einstufung reicht von UMF 5+ bis UMF 25+ und gibt Aufschluss über die MGO-Konzentration sowie die Stärke der antibakteriellen Wirkung.

Mögliche Vorteile für die Augen

Eine kürzlich in Frontiers in Ophthalmology veröffentlichte Studie legt nahe, dass Augentropfen auf Manuka-Honig-Basis postoperative Beschwerden wie trockene Augen besser lindern könnten als herkömmliche künstliche Tränen.
25 Patienten erhielten die Manuka-Honig-Tropfen, 28 die Standardbehandlung. Über den Zeitraum von der Operation bis einen Monat danach wurden Trockenheit, Reizungen, Rötungen, Entzündungen und die Stabilität des Tränenfilms regelmäßig untersucht.
Einen Monat nach der Operation berichteten die Patienten aus der Manuka-Honig-Gruppe über weniger Trockenheit und Reizungen sowie einen höheren Augenkomfort. Zudem zeigten sie weniger Rötungen und Entzündungen als die Vergleichsgruppe.
Die Autoren der Studie weisen allerdings darauf hin, dass die Studie klein angelegt war und nur einen kurzen Zeitraum umfasste. Die Ergebnisse seien daher lediglich „hypothesenbildend“ und müssten in größeren, längerfristigen Studien bestätigt werden.

Vorteile für die Nasengänge und Nasennebenhöhlen

Manuka-Honig wird seit Langem zur Linderung von Erkältungs- und Grippesymptomen eingesetzt. Besonders seine Wirkung auf Bakterien und Entzündungsprozesse macht ihn für die Anwendung im Bereich der Nase und Nebenhöhlen interessant.
Laboruntersuchungen zeigen, dass Manuka-Honig das Wachstum verschiedener Bakterien hemmen kann, darunter auch antibiotikaresistente Stämme.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Antibiotika, die häufig über einen einzelnen Angriffspunkt wirken, greift Manuka-Honig Bakterien auf mehreren Wegen gleichzeitig an. In bisherigen Beobachtungen konnten Forscher keine Resistenzentwicklung feststellen.
Auch bei Grippeviren wurden positive Ergebnisse beobachtet. In einer weiteren Laborstudie aus dem Jahr 2014 zeigte Manuka-Honig im Vergleich zu anderen Honigsorten die stärkste Wirkung gegen das Influenzavirus und verringerte dessen Fähigkeit, sich in Zellen zu vermehren.
Wurde Manuka-Honig mit den antiviralen Medikamenten Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza) kombiniert, war für eine vergleichbare Wirkung eine deutlich geringere Medikamentendosis erforderlich – fast ein Tausendstel der normalerweise benötigten Menge.
Eine kleine klinische Studie mit 19 Personen untersuchte zudem die Wirkung von Manuka-Honig bei primärer atrophischer Rhinitis, einer chronischen Erkrankung, bei der sich Nasengewebe und schleimproduzierende Drüsen zurückbilden.
Die Teilnehmer verwendeten acht Wochen lang auf einer Nasenseite ein Spray mit 10 Prozent Manuka-Honig und auf der anderen Seite eine Kochsalzlösung. Auf der Manuka-Seite wurden deutlichere Verbesserungen festgestellt, darunter eine geringere Entzündung der Nasenschleimhaut und eine Zunahme nützlicher Bakterien im Nasenmikrobiom.
Im Handel sind verschiedene Nasensprays mit Manuka-Honig erhältlich. Sie kombinieren meist gereinigten Manuka-Honig in medizinischer Qualität mit Kochsalzlösung, um die Nasengänge mit Feuchtigkeit zu versorgen, Reizstoffe auszuspülen, Verstopfungen zu lindern und die natürliche Schutzfunktion der Nase zu unterstützen.
Die Zusammensetzung und der MGO-Gehalt unterscheiden sich je nach Produkt. Bei chronischen Infektionen sollte jedoch ein Arzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt hinzugezogen werden, statt sich ausschließlich selbst zu behandeln.

Vorteile für die Mundgesundheit

Dass ein süßer Stoff die Mundgesundheit unterstützen soll, klingt zunächst ungewöhnlich. Manuka-Honig unterscheidet sich jedoch von raffiniertem Zucker. Forscher sehen ihn eher als natürliche, nährstoffreiche Substanz mit besonderen Eigenschaften und nicht als gewöhnliches Süßungsmittel.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass Manuka-Honig schädliche Bakterien im Mund hemmen, die Bildung von Zahnbelag verringern und Zahnfleischentzündungen lindern kann. Auch bei Menschen mit Mundtrockenheit wurden positive Ergebnisse beobachtet.
Eine randomisierte kontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte 42 ältere Erwachsene mit Xerostomie (Mundtrockenheit). Dabei schnitten Mundspülungen mit Manuka-Honig besser ab als Spülungen mit normalem Honig oder Kochsalzlösung, wenn es darum ging, den Speichelfluss anzuregen. Die Teilnehmer bewerteten die Anwendung zudem als sehr zufriedenstellend.
In einer weiteren Studie zeigte Manuka-Honig eine stärkere Wirkung gegen Zahnbelag als Xylitol-Kaugummi. Gleichzeitig war die Wirkung vergleichbar mit Chlorhexidin-Mundwasser, einer antiseptischen Mundspülung, die unter anderem zur Verringerung von Zahnfleischbluten, bei Zahnfleischentzündungen und zur Unterstützung der Heilung nach zahnärztlichen Eingriffen eingesetzt wird.
Auch eine kleine Pilotstudie kam zu ähnlichen Ergebnissen. Teilnehmer, die dreimal täglich nach den Mahlzeiten zehn Minuten lang auf einem „Leder“ aus Manuka-Honig kauten, hatten nach 21 Tagen weniger Zahnbelag und Zahnfleischbluten als die Vergleichsgruppe, die zuckerfreien Kaugummi verwendete.
Neben der Mundpflege wird Manuka-Honig häufig auch bei Halsschmerzen eingesetzt. Seine dickflüssige Konsistenz legt sich schützend über die Schleimhaut, kann gereiztes Gewebe beruhigen und wirkt gegen Bakterien, die häufig an Halsschmerzen beteiligt sind, darunter Streptococcus mutans. Üblicherweise wird Manuka-Honig in einer Menge von 1 bis 2 Esslöffeln eingenommen – pur oder eingerührt in warmes Wasser beziehungsweise Tee.

Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen

Wer Manuka-Honig in den Alltag integrieren möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten.
Als übliche Portion gelten 1 bis 2 Teelöffel. Eine deutlich größere Menge bringt laut der Ernährungsberaterin Tina Alexander keinen zusätzlichen therapeutischen Vorteil. Stattdessen kann sie den Blutzucker- und Insulinspiegel erhöhen und zusätzliche Kalorien liefern.
Auch für Manuka-Honig gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für herkömmlichen Honig: Säuglinge unter 12 Monaten sollten ihn wegen des Risikos für Botulismus nicht erhalten. Menschen mit Diabetes sollten aufgrund des hohen Zuckergehalts vorsichtig mit dem Verzehr sein.
„Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht bleibt Honig ein zugesetzter Zucker, hauptsächlich aus Fruktose und Glukose mit einem hohen glykämischen Index“, sagte die Ernährungsberaterin Tina Alexander. Deshalb sollte Manuka-Honig ihrer Einschätzung nach eher gezielt als funktionelles Mittel eingesetzt werden und nicht als tägliches Wellness-Produkt.
Bei größeren Mengen können außerdem Beschwerden wie Blähungen oder eine leicht abführende Wirkung auftreten.
Honig wird in der traditionellen Medizin seit langer Zeit verwendet. Manuka-Honig unterscheidet sich jedoch durch seine besonderen Eigenschaften von gewöhnlichem Honig und wird deshalb häufig als besonders wirkungsvolle Variante angesehen.
Seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen ihn für viele Menschen zu einer interessanten Ergänzung in Küche und Hausapotheke.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „From Dry Eyes to Bleeding Gums: Manuka Honey’s Potential Health Benefits“. (deutsche Bearbeitung: vm)
Categories
vital

Neue Regelungen bei Frischmilch, laktosefreien Produkten und Vitaminzusätzen in Deutschland

Was ist wirklich „frisch“? Was bedeutet „laktosefrei“ genau? Und wie sieht es mit dem Zusatz von Vitaminen in Milchprodukten konkret aus? Mit dem Inkrafttreten der Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) am 14. Juni 2026 fasst Deutschland mehrere bisher getrennte Regelwerke für Milch und Milcherzeugnisse in einer Verordnung zusammen.

Regeln an EU-Recht angepasst

Die Verordnung enthält neue Definitionen und präzisiert Bezeichnungen für verschiedene Milchprodukte.
So ist erstmals der Begriff „laktosefrei“ einheitlich geregelt. Hersteller dürfen diesen Begriff nur verwenden, wenn das Erzeugnis höchstens 0,1 Gramm Laktose je 100 Gramm oder 100 Milliliter enthält. Das gilt auch bei Trockenmilch und anderen Milcherzeugnissen in Pulverform. Auf der Verpackung muss der Laktosegehalt je 100 Gramm Pulver angegeben sein.
Auch die Bezeichnung „frisch“ erhält eine exaktere rechtliche Definition. Frischmilch muss bestimmte Anforderungen an die Wärmebehandlung erfüllen. Die Haltbarkeit ist auf drei Wochen begrenzt. Ultrahocherhitzte Milch (H-Milch) sowie Kondensmilch fallen nicht unter diese Bezeichnung und dürfen daher nicht als Frischmilch angeboten werden.
Bei den Angaben zur Wärmebehandlung vereinheitlicht die Verordnung die verschiedenen Bezeichnungen. Hersteller verwenden künftig die Begriffe „pasteurisiert“, „ultrahocherhitzt“ oder „sterilisiert“ beziehungsweise die Bezeichnung des tatsächlich angewandten Verfahrens. Bislang waren diese Begriffe auf verschiedene Verordnungen oder Regelungen verteilt.

Einzelne Nährstoffe bislang über empfohlenen Werten

Strengere Regeln gibt es zudem bei der Zusetzung von Vitaminen und Mineralstoffen. So deuteten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass die für eine optimale Gesundheit und ein ausgewogenes Wohlbefinden erforderlichen Zufuhrmengen einzelner Nährstoffe teilweise über den bislang empfohlenen Werten liegen könnten.
Für die Lebensmittelherstellung sieht der EU-Rechtsrahmen vor, dass nur Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden dürfen, die natürlicherweise in der Ernährung vorkommen oder regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden und als essenzielle Nährstoffe gelten. In der Ende November 2025 aktualisierten Fassung der Verordnung 1925/2006 heißt es dazu:
„Eine mögliche Kontroverse darüber, um welche essenziellen Nährstoffe es sich dabei handelt, sollte vermieden werden. Daher ist es zweckmäßig, eine Positivliste dieser Vitamine und Mineralstoffe zu erstellen.“
Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt diese Entwicklung. „Es ist nicht unbedingt gesundheitsförderlich, wenn der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich überschritten wird. Das kann sogar kritisch werden. Insofern ist diese Regelung zu begrüßen“, zitiert sie der „Mitteldeutsche Rundfunk“.