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Mehrheit der Erwachsenen ist übergewichtig – Männer mehr als Frauen

Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland bringt zu viele Kilos auf die Waage. Im Jahr 2025 waren rund 53,4 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.
Männer waren deutlich häufiger übergewichtiger als Frauen. Knapp zwei Drittel der Männer (62,6 Prozent) waren im vergangenen Jahr übergewichtig. Bei den Frauen waren es 43,8 Prozent.

Deutschland nimmt weiter zu

Übergewicht wird nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, bei dem das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird. Die WHO stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig, und mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig ein.
Als stark übergewichtig beziehungsweise adipös galten den Angaben zufolge 17,9 Prozent der Menschen in Deutschland. Bei den Männern waren 19,9 Prozent stark übergewichtig, bei den Frauen 15,8 Prozent.
Dabei sind die Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren im Schnitt etwas schwerer geworden. Der Durchschnittsbürger wiegt demnach 78,3 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,73 Metern. Vier Jahre zuvor lag das Durchschnittsgewicht noch bei 77,7 Kilogramm.

Musterfrau und Mustermann

Frauen sind den Angaben zufolge im Schnitt 1,66 Meter groß und wiegen 69,7 Kilogramm, Männer kommen auf 1,79 Meter und 86,5 Kilogramm.
Im Hinblick auf die Altersgruppen sind im Schnitt die 50- bis 59-jährigen Frauen und Männer mit 81,3 Kilogramm am schwersten. Die 18- bis 24-Jährigen sind mit 72,5 Kilogramm hingegen am leichtesten.
Die Angaben beruhen auf dem sogenannten Mikrozensus 2025, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Befragt wurde rund ein Prozent der Bevölkerung. (afp/red)
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Forscher prüfen Ausrottung gefährlicher Mückenarten

Die tödlichsten Tiere der Welt sind nicht Löwen oder Giftschlangen, sondern Mücken. Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten. Manche Arten sind so gefährlich, dass Wissenschaftler ernsthaft über ihre Ausrottung diskutieren. Laut der Forschungsplattform „Our World in Data“ sterben jährlich rund 760.000 Menschen an den Folgen eines Mückenstichs.
Mücken übertragen rund 17 Prozent aller Infektionskrankheiten, darunter Malaria, Zika, Dengue- und Gelbfieber. Längere und wärmere Sommer könnten die Gefahr durch Mücken vergrößern. Wie kann sich die Menschheit wehren? Ist es möglich, krankheitsübertragende Mücken auszurotten? Und welche Folgen hätte das für die Umwelt?

Wie gefährlich sind Mücken wirklich?

Tatsächlich müssten nicht alle Mücken vernichtet werden. Von rund 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 den Menschen. Und lediglich fünf Arten seien für rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich, sagt die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine.
Sie hält deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der übertragenen Krankheiten für „vertretbar“. Das hätte vermutlich keine gravierenden Auswirkungen auf das Ökosystem, argumentiert die Wissenschaftlerin. Andere, genetisch ähnliche und weniger gefährliche Arten würden ihre ökologische Rolle voraussichtlich rasch übernehmen.
Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einschätzung grundsätzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht. Über die ökologische Funktion vieler Mückenarten sei bislang zu wenig bekannt. Mücken transportieren Nährstoffe aus Gewässern in andere Lebensräume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise bestäuben sie auch Pflanzen.
Natürlich müsse es eine ethische Debatte über das Auslöschen von Arten geben, sagt Biologin Ranson. Sie verweist aber darauf, dass der Mensch bereits jetzt unbeabsichtigt eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten verdrängt oder vernichtet hat.

Feldversuch von Gates gestoppt

Wie könnte die Ausrottung in der Praxis funktionieren? Zu den Ansätzen zählt die sogenannte Gene-Drive-Technologie. Dabei werden Tiere genetisch so verändert, dass bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weitergegeben werden.
Forscher konnten Weibchen der Malariamücke Anopheles gambiae auf diese Weise unfruchtbar machen. Im Labor verschwand eine Population dadurch innerhalb weniger Generationen.
Das von der Gates-Stiftung finanzierte Projekt „Target Malaria“ plant bis zum Jahr 2030 erste Feldversuche in einem Malariagebiet. In Burkina Faso stoppte die Militärregierung im Jahr 2025 nach Kritik der Zivilgesellschaft einen Test mit gentechnisch veränderten Mücken.

Wolbachia-Bakterie reduziert Denguefieber

Eine weitere vielversprechende Strategie setzt auf das Bakterium Wolbachia. Werden Ägyptische Tigermücken damit infiziert, können sie Krankheiten wie Denguefieber deutlich schlechter übertragen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Mücken überhaupt getötet werden müssen. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Freisetzung von mit Wolbachia infizierten Mücken in der brasilianischen Stadt Niterói die Anzahl der Dengue-Fälle um 89 Prozent senkte.
Mehr als 16 Millionen Menschen in 15 Ländern seien inzwischen durch diese Methode geschützt worden – „ohne negative Folgen“, sagt Scott O’Neill, Gründer des World Mosquito Program.

Gentechnik gegen Malaria

Parallel arbeitet das Projekt „Transmission Zero“ daran, mithilfe von Gene-Drive-Technologie Anopheles gambiae so zu verändern, dass die Tiere keine Malaria mehr übertragen können. Forschungsergebnisse, die Ende vergangenen Jahres im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieses Ziel näher rückt.
Ein Feldversuch dazu soll im Jahr 2030 beginnen. Der Fall Burkina Faso habe jedoch gezeigt, dass solche Projekte politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz benötigen, sagt Studienautor Dickson Wilson Lwetoijera vom Gesundheitsinstitut Ifakara in Tansania.
Statt allein auf technologische „Wunderlösungen“ zu setzen, die meist von der Gates-Stiftung finanziert werden, plädiert Biologin Ranson für einen umfassenderen Ansatz im Kampf gegen durch Mücken übertragene Krankheiten. Dazu gehörten ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen. Das wird durch Kürzungen bei der internationalen Hilfe schwieriger. (afp/red)
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gesellschaft

Die Nation der Kaffeetrinker: Genuss, Gewohnheit und Inflation

Gut 160 Liter Kaffee trinken die Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Kopf und Jahr. Trotz gestiegener Preise bleibt das Getränk beliebt. Was bewegt Kaffeetrinker und wie konsumieren sie?
Antworten liefert der neue Kaffeereport von Tchibo, dem Magazin „Brand Eins“ und der Statistik-Plattform Statista. Darin enthalten ist auch eine repräsentative Umfrage. Dafür wurden im Januar 1.500 Kaffeetrinker zwischen 18 und 75 Jahren online von Statista befragt. Ein Überblick:

Mehr als drei Tassen pro Tag

Die Kaffeetrinker in Deutschland trinken im Schnitt 3,2 Tassen täglich. Die 56- bis 65-Jährigen kommen auf 3,6, Konsumenten zwischen 18 und 21 auf 2,3. Bei Männern sind es 3,4, bei Frauen 3,0.
Fast jeder Zwölfte trinkt täglich mehr als fünf Tassen. Zwei Drittel können sich ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellen. Bei Frauen ist der Anteil etwas höher (72 Prozent) als bei Männern (62 Prozent). 18 Prozent geben an, jederzeit Kaffee trinken zu können.

Vollautomat knapp hinter Filterkaffeemaschine

47 Prozent bevorzugen Filterkaffee, gefolgt von Caffè Crema (38 Prozent), Cappuccino (34 Prozent) und Latte Macchiato (26 Prozent). Letzterer ist bei Frauen deutlich beliebter als bei Männern.
Bei den Zubereitungsgeräten steht möglicherweise eine Wachablösung bevor: 43 Prozent verwenden eine Filterkaffeemaschine, 42 Prozent einen Vollautomaten. Die Unterschiede sind regional groß.
So kommt die Filterkaffeemaschine in Ostdeutschland auf 55 Prozent, im Süden hingegen auf 35 Prozent. Der Vollautomat gewinnt seit Jahren an Bedeutung. 2015 kam er noch auf einen Anteil von 19 Prozent, die Filtermaschine auf 72 Prozent.
Tchibo-Sprecherin Karina Schneider führt die Entwicklung nicht nur auf Bequemlichkeit zurück, sondern auch auf den Trend zur Nutzung ganzer Bohnen und frischer Zubereitung sowie einen bewussteren Umgang mit dem Produkt. Beim Gerätekauf zählen für Konsumenten laut Statista vor allem einfache Reinigung, einfache Bedienung und Langlebigkeit.

Luxusgut Kaffee

Vielen Konsumenten ist es wichtig, immer genügend Kaffee zu haben. 63 Prozent haben eine bis drei Packungen als Reserve zu Hause, jeder Sechste mehr. 85 Prozent bevorraten sich gezielt, wenn Kaffee im Angebot ist. Nur vier Prozent kaufen unabhängig von Rabattaktionen.
Dass Vorräte angelegt werden, dürfte auch mit den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kaffeepreisen zusammenhängen. Grund dafür waren höhere Rohstoffpreise infolge von Trockenheit und schwachen Ernten.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kostete Bohnenkaffee im April 2026 im Schnitt 57 Prozent mehr als 2020. Zuletzt haben die großen Lebensmittelhändler die Preise ihrer Eigenmarken zwar wieder etwas gesenkt. Kaffee ist jedoch nach wie vor deutlich teurer als vor einigen Jahren. Laut Marktforscher YouGov greifen Verbraucher deshalb vermehrt zu den günstigeren Eigenmarken.
Für fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) ist Kaffee mittlerweile ein Luxusgut. 22 Prozent widersprechen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) legt sich nicht eindeutig fest, räumt aber ein, inzwischen stärker auf den Preis zu achten.

Was ist ein Kilo Kaffee wert?

Gut ein Drittel (35 Prozent) ist bereit, 10 bis 12,99 Euro pro Kilo zu bezahlen, 26 Prozent würden 13 bis 15,99 Euro ausgeben, 12 Prozent 16 bis 19,99 Euro. Jeder Fünfte (21 Prozent) würde höchstens 9,99 Euro ausgeben.
Lediglich 7 Prozent würden mehr zahlen, ein Prozent davon sogar über 40 Euro pro Kilo. Knapp 40 Prozent geben allerdings an, weiterhin Kaffee zu trinken, auch wenn er teurer wäre, als ihnen lieb ist.
Wichtig beim Kaffeekauf sind Verbrauchern laut Statista vor allem Geschmack, ein niedriger Preis, die Art der Kaffeebohnen sowie die Marke.

4,50 Euro: Schmerzgrenze für einen Espresso

Im Restaurant liegt die Schmerzgrenze für einen Espresso bei 4,50 Euro. 46 Prozent würden darauf verzichten, wenn er teurer wäre. Bei 66- bis 75-Jährigen liegt die Grenze bei 4 Euro, bei 18- bis 21-Jährigen sind es 5 Euro.
Innerhalb der EU variieren die Preise stark. In Italien kostet ein Cappuccino im Restaurant laut der Datenbank Numbeo im Schnitt 1,74 Euro, in Dänemark hingegen 5,65 Euro. In Finnland und Schweden sind es 4,37 Euro. Deutschland liegt mit 3,57 Euro im oberen Mittelfeld. In fast allen 27 EU-Staaten sind die Preise höher als 2025.

Ein Kaffee-Wunsch frei

„Wenn Sie eine Sache verändern könnten – was wäre Ihnen beim Kaffee am wichtigsten?“ – das wurden die Teilnehmer der Umfrage gefragt.
Das Ergebnis: 20 Prozent wünschen sich, dass Kaffee insgesamt günstiger wird, jeweils 16 Prozent erschwinglichere Preise für nachhaltigen Kaffee und bessere Arbeitsbedingungen in den Anbauländern. 11 Prozent nennen höhere Verdienste für Kaffeefarmer, 10 Prozent besseren Geschmack und höhere Qualität.
Schmeckt Kaffee aus einem Trinkgefäß besser als aus einem anderen? Drei Vierteln der Befragten ist es wichtig, Kaffee aus ihrer Lieblingstasse zu trinken. 20 Prozent sagen sogar, dass er ohne nicht richtig schmeckt. Lediglich 11 Prozent ist die Tasse nicht wichtig.
Was, wenn der Kaffee mal ausgeht? 51 Prozent würden zu Tee greifen, 32 Prozent zu Wasser, 22 Prozent zu Kakao oder heißer Schokolade und 20 Prozent zu Cola oder anderen koffeinhaltigen Softdrinks.

Kaffee ans Bett liefern – oder als Pille?

Nur etwa jeder Dritte (32 Prozent) würde sich Kaffee morgens mit einem Lieferdienst direkt ans Bett bringen lassen. 36 Prozent wären bereits, einen Kaffee zu probieren, den eine künstliche Intelligenz gemischt hat.
20 Prozent würden einen Kaffee trinken, der nicht natürlich gewachsen ist, sondern im Labor hergestellt wurde. 15 Prozent können sich vorstellen, auf das Kaffeetrinken zu verzichten und Koffein stattdessen etwa über eine Tablette aufzunehmen. Bei den 18- bis 35-Jährigen gibt das mehr als jeder Dritte an. (dpa/red)
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gesellschaft

Vier Tote bei Frontalcrash in Thüringen

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Landstraße zwischen Kaltensundheim und Aschenhausen in Thüringen sind am Montagnachmittag vier Menschen ums Leben gekommen.
Wie die Polizei mitteilte, waren eine 20-jährige Autofahrerin, ihre 25-jährige Beifahrerin sowie zwei etwa anderthalb Jahre alte Kinder in dem Unfallfahrzeug.
Die junge Frau war aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrspur geraten und frontal mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammengestoßen.
Der 63-jährige Lkw-Fahrer habe noch versucht auszuweichen, konnte die Kollision aber nicht mehr verhindern. Alle vier Insassen des Pkw wurden in dem Fahrzeug eingeklemmt und erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.
Zur Rekonstruktion des Unfallhergangs wurde ein Gutachter hinzugezogen. Die Landstraße war während der Unfallaufnahme für mehr als vier Stunden voll gesperrt. (dts/red)
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Mutmaßliches Gewaltverbrechen an Berliner Unternehmer: Zweiter Verdächtiger in Haft

Nach dem mutmaßlichen gewaltsamen Tod eines in Berlin verschleppten Unternehmers haben Ermittler einen zweiten Tatverdächtigen festgenommen.
Es handelt sich um einen 32-Jährigen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag, 1. Juni, in der Hauptstadt mitteilten. Der Verdächtige kam demnach bereits am Freitag in Untersuchungshaft.
Ein 40-jähriger erster Verdächtiger war bereits Mitte Mai festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden.

Unternehmer seit April vermisst

Hintergrund ist die mutmaßliche Entführung eines Unternehmers, der nach Ermittlerangaben am 23. April in einem Waldstück in Berlin von mehreren Männern in einen Transporter gezerrt und anschließend vermisst wurde.
Etwa einen Monat später wurde in einem Wald nahe der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam ein Leichnam gefunden, bei dem es sich um den mutmaßlich Entführten handeln könnte.
Die Identitätsfeststellung dauere aber weiterhin an, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag. Diese sei ein Bestandteil der weiterhin laufenden Ermittlungen. (afp/red)
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Bahn: 61,3 Prozent der Fernzüge im Mai pünktlich

Die Pünktlichkeit der Fernzüge der Deutschen Bahn (DB) hat sich im Mai weiter stabilisiert, wenn auch auf niedrigem Niveau. 61,3 Prozent aller ICEs und ICs kamen im vergangenen Monat pünktlich an ihr Ziel.
Das geht aus internen Daten der Deutschen Bahn hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet und die der Konzern auf Nachfrage bestätigte.

Werte besser als im Vorjahr

Damit liegen die Werte für den Mai zwar unter jenen für März (62,1 Prozent) und April (64,4 Prozent), sie sind aber nicht wie im vergangenen Jahr vielfach unter die 60-Prozent-Schwelle gerutscht.
Auch der Wert für das Gesamtjahr 2026 kratzt nun mit 59,9 Prozent an der 60-Prozent-Marke. Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mehrfach zu Protokoll gegeben, er sei schon froh, wenn am Ende des Jahres bei der Pünktlichkeit „vorne eine 6“ stehe.

Historischer Tiefstand aus 2025 wirkt nach

Als verspätet gilt ein Zug hierzulande, sobald er mehr als 5 Minuten und 59 Sekunden hinter der im Fahrplan hinterlegten Zeit ankommt.
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der DB befindet sich seit 2020 in einem rasanten Sinkflug.
Kamen im Corona-Jahr noch 81,8 und im Folgejahr immerhin 75,2 Prozent aller Züge so an, wie es der Fahrplan vorgab, ist der Wert in den darauffolgenden Jahren sukzessive gesunken.
2025 erreichte er schließlich mit 60,1 Prozent einen historischen Tiefstwert. (dts/red)
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170.000 Euro wert: Gestohlene Handtücher in Hamburger Lager entdeckt

In einer Lagerhalle in Hamburg haben Ermittler gestohlene Handtücher mit einem Verkaufswert von knapp 170.000 Euro entdeckt.
Bei der Durchsuchung am Freitag wurden in der Halle auch eine tatverdächtige 49-jährige Frau und ihr mutmaßlicher 68-jähriger Komplize angetroffen, wie die Polizei am Montag, 1. Juni, in der Hansestadt mitteilte.

Ware auf Europaletten gelagert

Die 21.000 Gastronomiehandtücher waren auf sechs Europaletten sowie in 44 Umzugskartons verpackt.
Die Handtücher waren im November 2025 von einem Geschäftsführer eines Restpostenhandels als gestohlen gemeldet worden. Sie waren aus seinem Lager verschwunden. Die Ermittlungen führten schließlich zu der 49-Jährigen. (afp/red)
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15-jähriger Rollerfahrer stirbt nach Kollision mit Auto in Köln

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Köln-Mülheim ist ein 15 Jahre alter Rollerfahrer tödlich verletzt worden.
Nach ersten Ermittlungen kam es am Sonntagabend zu einer Kollision zwischen dem Roller und einem in gleicher Richtung fahrenden Auto, wie die Polizei am Montag, 1. Juni, mitteilte.
Ein 14-jähriger Mitfahrer des Jugendlichen sowie ein 45 Jahre alter Autofahrer wurden schwer verletzt.
Der 15-Jährige erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen und starb später im Krankenhaus. Er war nach Angaben der Polizei ohne Helm unterwegs.
Eine Überprüfung des Rollers ergab zudem, dass dieser Anfang Mai gestohlen worden war. Der 15-Jährige verfügte zudem nicht über die erforderliche Fahrerlaubnis.
Die Polizei sicherte vor Ort Spuren und nahm Ermittlungen zum genauen Unfallhergang auf. (afp/red)
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Obduktion von Timmy: Vorbereitungen am Strand

Auf der dänischen Insel Anholt laufen die Vorbereitungen für die Untersuchung von Buckelwal Timmy. Ein Bergungsteam hatte seinen Kadaver Wochenende mit einem Stahlseil aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Mit Hilfe eines Radladers wurde nun der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend wurden einige Metallplatten ausgelegt.
Donnerstagnachmittag wollen Tierärzte und Wal-Experten den Kadaver untersuchen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Ziel ist, herauszufinden, woran das Tier gestorben ist.
Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Weil das missglückte, soll Timmy nun direkt am Strand obduziert werden. Absperrband rund um den Kadaver soll bis dahin Schaulustige fernhalten. Die Behörden hatten immer wieder vor Ansteckungsgefahr gewarnt. (dpa/red)
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Nettozuwanderung nach Deutschland geht deutlich zurück

Die Nettozuwanderung nach Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. 2025 wanderten rund 235.000 mehr Menschen nach Deutschland ein als aus, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Im Vorjahr lag die Nettozuwanderung noch bei rund 430.000 Menschen, nachdem 2022 ein Höchststand von 1,462 Millionen erreicht worden war.
Insgesamt wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 1,48 Millionen Zuzüge und 1,25 Millionen Fortzüge erfasst. Die Zahl der Zuzüge sank gegenüber 2024 um 13 Prozent. Die Zahl der Fortzüge verringerte sich leicht um 2,0 Prozent.
Eine Ursache war laut Statistikern die geringere Zuwanderung aus den Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden. So kamen aus Syrien 67 Prozent weniger Menschen als 2024 und aus der Türkei sowie aus Afghanistan jeweils 41 Prozent weniger.
Auch die Nettozuwanderung aus der Ukraine war 21 Prozent niedriger als 2024. Geflüchtete aus der Ukraine müssen in Deutschland keinen Asylantrag stellen, sondern erhalten eine Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz.

EU-Länder: Deutlich weniger Zuzüge aus Polen und Bulgarien

Ein weiterer Grund für die sinkende Nettozuwanderung war eine weiter rückläufige Zuwanderung aus den Staaten der Europäischen Union. Demnach zogen 2025 rund 54.000 Menschen mehr in andere EU-Staaten, als von dort nach Deutschland kamen.
Besonders deutlich war der Rückgang bei den Zuzügen aus Polen und Bulgarien. Eine Zunahme des Wanderungssaldos im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Niederlande und Rumänien.
Bei deutschen Staatsbürgern war 2025 erneut ein Wanderungsverlust von 97.000 Menschen festzustellen. Die meisten zogen in die Schweiz, Österreich und Spanien.
Innerhalb Deutschlands wurden 2025 knapp eine Million Wanderungen über die Bundeslandgrenzen erfasst. Das war rund ein Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei verzeichnete Brandenburg mit einem Plus von 9.000 Menschen den größten Wanderungsgewinn, gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein. Die größten Wanderungsverluste gab es hingegen in Berlin mit 12.000 Menschen. Es folgten Thüringen und Nordrhein-Westfalen. (afp/red)
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Gebrauchte Elektroautos kommen aus der Nische

In den Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos kommt Bewegung. Er habe sich in bemerkenswertem Tempo „vom Nischensegment zu einem etablierten Markt mit wachsendem Angebot, transparenten Preisen und verlässlichen Qualitätsstandards entwickelt“, sagt Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).
Vor fünf bis sechs Jahren seien noch kaum gebrauchte Fahrzeuge verfügbar gewesen, doch die hohen Neuzulassungszahlen der Jahre 2020 und 2021 führten nun zu einem substanziellen Angebotsanstieg.
Das deckt sich mit Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wechselten bundesweit knapp 120.000 gebrauchte Stromer den Eigentümer. Das waren fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025 und fast dreimal so viele wie von Januar bis April 2024.
„Die typischen Nutzungszyklen betragen drei bis vier Jahre“, erklärt Plötz. Daher kämen die Autos vom Anfang des Jahrzehnts nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt an.

Breite Auswahl

Und nicht nur die Zahl der Autos, auch die Vielfalt an Modellen ist gestiegen. Vom kompakten Stadtfahrzeug bis zum leistungsstarken Mittelklassemodell gebe es eine „breite Auswahl alltagstauglicher Fahrzeuge mit soliden Reichweiten und guten Ladeleistungen“.
Und ein typisches Gegenargument zu Elektroautos – höhere Preise – fällt im Gebrauchtbereich laut ISI weitgehend weg. „Gebrauchte Elektrofahrzeuge bewegen sich preislich weitgehend auf dem Niveau vergleichbarer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor“, schreibt Plötz.
Ein Grund dafür könnte sein, dass neue Elektroautos in den ersten Jahren deutlich schneller an Wert verlieren als Verbrenner, wie Zahlen des Marktbeobachters Deutsche Automobil-Treuhand (DAT) zeigen.
Für den Preis spielt der Kilometerstand dabei laut Fraunhofer keine allzu große Rolle. Eine Verdopplung der jährlichen Fahrleistung führe lediglich zu einem Preisrückgang von etwa zwei Prozent, ergab die Analyse der Forscher.

Batterien sind stabil

Eine wichtige Sorge beim Kauf gebrauchter Elektroautos ist der Batteriezustand. Auch hier gibt Plötz aber Entwarnung: „Die häufig geäußerten Bedenken gegenüber der Batterie lassen sich durch aktuelle Daten weitgehend entkräften“, sagt er. „Moderne Batteriesysteme sind deutlich langlebiger und verlässlicher als lange angenommen.“
Die Kapazität sinke typischerweise nur um ein bis zwei Prozentpunkte pro Jahr. Nach fünf hätten die meisten Fahrzeuge noch mehr als 95 Prozent ihrer ursprünglichen Reichweite. (dpa/red)
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Hamburg raus: Was das für die deutschen Olympia-Pläne heißt

Für die deutschen Olympia-Planer ist das Hamburger Nein zu einer Bewerbung Stimmungsdämpfer und Warnsignal. Aus dem Vierer-Rennen um die nationale Kandidatur für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ist durch das krachende Scheitern der Befürworter in der Hansestadt ein Dreikampf geworden.
„Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Menschen bundesweit mehrheitlich für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland sind“, beteuerte Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zog umgehend die Bewerbung zurück. Damit dürfen sich nur noch München, die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin Hoffnungen auf den Zuschlag durch den DOSB machen. „Es gilt jetzt, im weiteren Prozess das Konzept mit den größten Erfolgschancen zu finden und international weiter zu überzeugen“, mahnte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU).

Wie geht es nun weiter?

Am Donnerstagabend läuft die Frist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ab. München und Rhein-Ruhr haben sich für ihre Pläne die klare Zustimmung der Bürger gesichert. In Berlin hat das Abgeordnetenhaus mehrheitlich für eine Bewerbung gestimmt.
In den kommenden Monaten bewerten der DOSB und die Fachverbände die vorliegenden Bewerbungen mit Hilfe einer Matrix. Wichtig sind dabei vor allem die internationale Strahlkraft der Bewerbung und die Wirtschaftlichkeit. Eine Evaluierungskommission wird eine Empfehlung abgeben, ehe am 26. September einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden den deutschen Bewerber kürt.

Was bedeutet das Votum in Hamburg für das weitere Rennen?

„Für uns ist das so ein bisschen frustrierend nach 19 positiven Ergebnissen“, sagte DOSB-Vorstandschef Otto Fricke mit Blick auf die vorangegangenen Referenden. Dass Deutschlands zweitgrößte Stadt zum zweiten Mal nach 2015 wieder gegen Olympia stimmte, könnte auch die deutschen Bemühungen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorerst belasten.
Diesen Eindruck will der DOSB aber möglichst gar nicht erst aufkommen lassen. Hamburgs Nein sei „ein Beweis dafür, dass es der richtige Weg war, den Bewerbern erst die Möglichkeit zu Referenden und anderen Beteiligungsformaten zu geben“, versicherte Fricke. Die deutsche Dachorganisation setzt darauf, dass der Schub der zuvor erfolgreichen Bürgerentscheide am Ende stärker ist als der Gegenwind aus Hamburg.

Wer ist aktuell der Favorit im nationalen Wettlauf?

München dürfte mit breiter Brust in die finalen Wochen bis zur DOSB-Entscheidung gehen.
Die klare Mehrheit von 66,4 Prozent beim Bürgerentscheid war das erste erfolgreiche Referendum zu Sommerspielen weltweit und ein echtes Signal an die Konkurrenz. Zudem kann die bayerische Landeshauptstadt mit dem Olympia-Erbe von 1972, ihrer Wirtschaftskraft und der internationalen Bekanntheit auch dank des Oktoberfests punkten.

Wie sind die Chancen für die anderen beiden Bewerber?

Mindestens so stark wie bei München ist gewiss die internationale Strahlkraft des Tourismus-Magneten Berlin. Als Hauptstadt mit großer Historie und ikonischen Sehenswürdigkeiten könnte Berlin dem leuchtenden Beispiel von Paris 2024 folgen. Doch die Pläne der Spree-Metropole wirkten lange mutlos und gebremst. Weil Berlin aus verfassungsrechtlichen Gründen kein Referendum abhielt und die Opposition im Falle des Zuschlags durch den DOSB mit einem Volksentscheid gegen Olympia droht, wäre die Wahl der Hauptstadt für die Dachorganisation ein Risiko.
Nordrhein-Westfalen dagegen holte sich beim Referendum in den Gastgeber-Kommunen eine ähnlich hohe Zustimmung wie München. Die Macher der Rhein-Ruhr-Bewerbung setzen vor allem auf den möglichen Rekord von 14 Millionen Tickets für die Sommerspiele. Die Frage ist, wie attraktiv das IOC die international eher weniger bekannte Region finden würde.

Welche Chancen hat eine deutsche Bewerbung überhaupt?

„Der Wettbewerb ist hart, und wir als Deutschland müssen bereit sein, wenn Europa wieder gefragt ist“, sagte IOC-Mitglied Michael Mronz dem „Hamburger Abendblatt“. Indien und Katar gelten als mögliche Kandidaten für 2036, in Europa haben Madrid, Budapest und Istanbul Olympia-Pläne. Der Norden Großbritanniens prüft für die Zeit ab 2040 eine Bewerbung.
Noch aber ist offen, wann und nach welchem Modus künftige Spiele vergeben werden. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat eine Kommission einberufen, die den aktuellen Auswahlprozess überprüfen soll. Ende Juni werden Ergebnisse erwartet, dann werden auch die Olympia-Planer in Deutschland ihr weiteres Vorgehen anpassen.

Warum bemüht sich Deutschland überhaupt um Olympia?

Der deutsche Sport hat es aus Sicht von Fachverbänden, Athletenvertretern und Bundesregierung dringend nötig, ein Fernziel mit großer Strahlkraft zu bekommen, um sich finanziell und strukturell besser aufzustellen.
„Unser Land will und braucht diese Spiele“, sagte Sport-Staatsministerin Schenderlein nach den jüngsten Winterspielen in Italien, bei denen das deutsche Team erneut sein Medaillenziel verfehlte.

Was spricht gegen Olympische Spiele in Deutschland?

Die Kritiker argumentieren, so ein Großevent koste viel zu viel. In die aktuellen Ausgabenrechnungen seien viele Kosten wie zum Beispiel für die Sicherheit noch gar nicht eingerechnet. Zudem melden Gegner Zweifel an, dass Olympia wirklich auch dem Breitensport hilft. (dpa/red)
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Uber und Autobrains wollen Robotaxis in München testen

Der Fahrdienstevermittler Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains starten ein gemeinsames Robotaxi-Programm in München. In der bayerischen Landeshauptstadt eine Flotte autonomer Fahrzeuge der Stufe 4 aufgebaut werden, kündigten die Unternehmen am Montag auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh an.
Bei einem Level 4 ist keine Fahreraufmerksamkeit mehr nötig. Das Taxi kommt ohne Fahrer aus und die Passagiere können während der Fahrt schlafen, arbeiten oder Filme ansehen.
Damit werden auch Fahrzeuge ohne ein klassisches Cockpit möglich, da kein Mensch eingreifen muss. Das Fahrzeug darf aber nur in einem vorher festgelegten Bereich fahren, zum Beispiel innerhalb des mittleren Rings in München oder auf bestimmten Autobahnabschnitten. Das Projekt basiert technologisch auf der Rechenplattform des Chipgiganten Nvidia.

Abschied von teuren Spezialumbauten

Im Zentrum der strategischen Partnerschaft steht ein grundlegender Paradigmenwechsel für die kommerzielle autonome Mobilität: der Verzicht auf maßgeschneiderte Spezialfahrzeuge. Bisherige Robotaxi-Dienste, wie etwa die Google-Tochter Waymo, setzen auf hochgradig individualisierte Fahrzeugflotten mit komplexen Sensorenaufbauten auf dem Dach.
Das neue Programm in München etabliert stattdessen ein sogenanntes „OEM-agnostisches“ Modell. Damit ist gemeint, dass sich das System unkompliziert in bestehende Serienfahrzeuge verschiedenster Automobilhersteller (OEMs) wie Audi, BMW, Mercedes oder Volkswagen integrieren lässt.
Für die Autobranche soll sich damit die Möglichkeit eröffnen, eigene Fahrzeugplattformen ohne immensen Entwicklungsaufwand in ein autonomes Fahrdienste-Netzwerk einzubringen.

„Agentic AI“ steuert durch München

Technologisches Herzstück des Projekts ist die sogenannte „Agentic A“ von Autobrains. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ende-zu-Ende-KI-Modellen, die die gesamte Fahraufgabe als ein einziges großes System verarbeiten, zerlegt der Ansatz von Autobrains den Fahrvorgang in spezialisierte, eigenständige Software-Agenten.
Ein KI-Agent bewertet Vorfahrtsregeln, ein anderer achtet auf die Fußgänger, andere Agenten sind für Aufgaben wie den Spurwechsel zuständig. Ein übergeordnetes System bewertet diese Dimensionen des Verkehrsgeschehens parallel und trefft in Echtzeit verbindliche Entscheidungen.

München als europäisches Testlabor

München dient für das Konsortium als weltweite Launch-City. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren neben der dichten urbanen Infrastruktur und der Nähe zu führenden Automobilkonzernen vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Das deutsche Gesetz zum autonomen Fahren erlaubt den fahrerlosen Betrieb unter bestimmten Voraussetzungen in festgelegten Geschäftsbereichen.
Der Start des kommerziellen Dienstes steht unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen. Für Uber bedeutet das Projekt in München eine strategische Doppelspitze: Der Mobilitätsriese testet in der Region bereits autonomes Fahren mit dem chinesischen Technologiepartner Momenta und baut mit dem zweiten Projekt seine Präsenz auf dem europäischen Markt für fahrerlose Mobilität damit aus.
Bei der Ankündigung in Taipeh blieben allerdings wichtige Details noch offen. So ist unklar, welche Fahrzeugmarke zuerst eingesetzt wird und wer die Flotte betreibt. Außerdem ist weiterhin nicht klar, ob es zu Beginn des Tests noch Sicherheitsfahrer im Fahrzeug geben wird und in welchem Gebiet genau und ab wann die Testfahrten absolviert werden. (dpa/red)
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Funkstandard 2G geht vom Netz

Der veraltete Mobilfunk-Standard 2G nähert sich seinem Ende. Der Handynetzbetreiber O2 Telefónica kündigte in München an, die Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abzuschalten. Vor mehr als 30 Jahren war 2G für Telefonate und SMS eingeführt worden, inzwischen geht es in den Handynetzen aber vor allem um Datenverkehr. Während die Anzahl der Telefonate und SMS sinkt, steigt die Datenmenge immer weiter an.
2G kann nur minimal Daten transportieren – für eine Mail ohne Anhang dürfte es reichen, für mehr nicht. 2G werde den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, sagte O2-Technikchef Mallik Rao. „Heute bieten flächendeckende 4G- und 5G-Netze deutlich mehr Leistung für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen.“ 2G steht für 2. Generation der Mobilfunk-Standards. Es wird auch GSM genannt, dieses Kürzel steht für „Global System for Mobile Communications“.
Die Konkurrenten Vodafone und Deutsche Telekom haben das Ende von 2G ebenfalls für 2028 angekündigt. Durch die Abschaltung werden Frequenzen frei, die die Netzbetreiber für ihre anderen Mobilfunk-Standards nutzen möchten. „So verbessern wir unsere Netze genau dort, wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen“, sagte Rao.

Folgen der 2G-Abschaltung für Verbraucher

Die Nachfolgetechnologie 3G wurde bereits 2021 abgeschaltet, 2G lief als eine Art Notfall- und Minimalnetz weiter: Wo das Handy sonst nichts empfing, sollten zumindest Anrufe und Kurznachrichten möglich sein. Laut Bundesnetzagentur decken 2G-Antennen von mindestens einem Betreiber 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Inzwischen ist der Ausbau mit modernen Antennen aber weit vorangeschritten, 4G-Antennen erreichen bereits 97,79 und 5G-Antennen 95,29 Prozent der Landesfläche.
Bis Ende 2028 dürften diese Werte weiter steigen – die Gefahr, dass Handynutzer wegen des 2G-Abschaltens im Funkloch landen, dürfte nicht allzu groß sein. Dass dies beim Waldspaziergang doch mal passiert, ist aber möglich – denn ob dort, wo aktuell noch 2G funkt, in Zukunft 4G oder 5G funkt, ist offen.
Für die meisten Verbraucher ändere sich nichts, hieß es von O2. Bis zur Abschaltung bleibe O2 nutzbar. Wer noch immer ein uraltes Handy aus den Nullerjahren nutzt, das nicht mit 4G und 5G kompatibel ist, muss allerdings doch mal neuere Technik kaufen. „Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts und sie können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen“, sagte O2-Manager Rao.
Eine gewisse Bedeutung spielt 2G noch beim sogenannten Internet of Things (IoT), also vernetzten Maschinen und Anlagen. So sind bestimmte Sensoren in Logistikhallen und Industriestandorten über 2G verbunden, etwa für Alarmsysteme oder Feuermelder. Aber auch hier gibt es längst bessere Technik. Die Ankündigung der Abschaltung versteht O2 auch als Signal an Firmen. „Wer heute noch 2G in Geräten oder Anlagen nutzt, sollte die Umstellung jetzt starten“, sagte Rao. „Frühes Handeln senkt das Risiko von Ausfällen und schafft die technologische Grundlage für die nächsten Jahre.“

Vodafone macht Abschaltung in zwei Schritten

Vodafone geht einen etwas anderen Weg. Die Firma möchte 2G zwar ebenfalls 2028 runterfahren, ein Teil des 2G-Spektrums soll aber bis 2030 bestehen bleiben. Damit sollen Industriefirmen bestimmte IoT-Anwendungen doch noch über den veralteten Funkstandard nutzen können, für normale Handynutzer ist hingegen Schluss.
2030 endet das Angebot auch für die Industriefirmen. „Durch das Abschalten von 2G erhöht sich für LTE und 5G im sogenannten Low Band die verfügbare Bandbreite“, sagte der Technikchef von Vodafone Deutschland, Fabrizio Rocchio. „Daraus resultiert ein Kapazitätsgewinn von rund zehn Prozent.“ (dpa/red)
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In Italien im Stau? Ab heute gibt es Geld zurück

In Italien soll es jetzt Geld zurück geben, wenn man auf einer gebührenpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle lange im Stau steht. Die neue Regelung ist seit diesem Montag in Kraft, also noch vor Beginn der großen Reisewelle im Sommer. Wird die normale Fahrzeit deutlich überschritten, müssen die Autobahn-Betreiber ihren Kunden die Maut teilweise oder sogar komplett zurückzahlen.
Auf Italiens Autobahnen sind jedes Jahr auch sehr viele Deutsche unterwegs. Auf dem Weg nach Südtirol, in die Toskana oder noch weiter in den Süden wird auch in diesem Jahr reger Betrieb erwartet. Für Ausländer ist es nach dem Ärger im Stau allerdings nicht einfach, das Geld zurückzubekommen.
Die Entschädigung kann über eine App beantragt werden, in der alle Betreiber von Italiens privaten Autobahnen zusammengeschlossen sind.
Autofahrer sollen bereits Geld zurückbekommen, wenn die Fahrt auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern zehn Minuten länger dauert als üblich. Bei längeren Strecken muss die Verspätung größer sein. Bei mehr als zwei Stunden gibt es nach den Vorgaben der Verkehrsbehörde in der Regel die gesamte Maut zurück.

Ausländer brauchen italienische Steuernummer

Die Regelung gilt grundsätzlich auch für Autofahrer aus dem Ausland. Allerdings braucht man eine italienische Steuernummer, um sich in der App registrieren zu können. Dies ist auch für Nicht-Italiener möglich, aber umständlich.
Helfen kann beispielsweise die deutsche Botschaft in Rom oder die italienische Botschaft in Berlin. Der ADAC kritisiert: „Italien zählt zu den Ländern mit den höchsten Autobahngebühren in Europa. Und kompliziert ist das System obendrein.“
Gezahlt werden muss erst, wenn der Erstattungsbetrag mehr als einen Euro beträgt. Die Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia rechnete beispielsweise vor, dass es 75 Prozent zurückgibt, wenn man auf einer 90 Kilometer langen Strecke 40 Minuten länger braucht als üblich. Bei einer Stunde wird dann alles erstattet. Kein Geld gibt es zurück, wenn es sich um sogenannte Notfall-Baustellen handelt, bei Unfällen oder bei wetterbedingten Störungen. Das neue System soll bis Dezember komplett einsatzbereit sein.

Verbraucherschützer sind skeptisch

Die Neuregelung wurde von der Regierung in Rom vorangetrieben. Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnet den Beschluss als „Wendepunkt“ für die Umsetzung von Rechten von Autofahrern. Hingegen zweifelt Italiens Verbraucherschutzverband, dass alles funktioniert.
„Es ist offensichtlich, dass es jahrelang keine echten Strafen für die geben wird, die den Nutzern einen schlechten Service bieten“, heißt es von dort. Zudem warnen Verbraucherschützer davor, dass die Betreiber ihre Kosten für die Rückerstattungen durch eine Erhöhung der Gebühren ausgleichen.
Insgesamt gibt es in Italien etwa 7.000 Kilometer Autobahnen. Im Unterschied zu Deutschland, wo die Benutzung gratis ist, muss für den allergrößten Teil Maut gezahlt werden.
Europaweit sind die Gebühren in Italien und Frankreich am höchsten: Pro gefahrenen Kilometer werden nach Angaben von Verbraucherschutzverbänden im Durchschnitt zwischen sieben und neun Cent fällig. Andere Länder wie Österreich oder die Schweiz setzen auf Vignetten, also Zeitkarten für einen bestimmten Zeitraum bis hin zu einem gesamten Jahr. (dpa/red)
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Bundessieger von Jugend forscht gekürt – Preise für 14- bis 20-jährige Talente

Neuartige Simulationen zur Physik von Sanduhren, KI-gestützte Systeme zum Schutz vor Telefonbetrug und kostengünstige Vakuumpinzetten für den Umgang mit Elektronikbauteilen: In Herzogenaurach sind am Sonntag die Siegerinnen und Sieger des Bundesfinales des Wettbewerbs Jugend forscht gekürt worden.
Unter den eintausend Gästen der Veranstaltung waren auch Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (beide CDU). 159 junge Wissenschaftler hatten sich für das Finale qualifiziert, die Sieger sind zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Die Preisträger der Sonderpreise

Verliehen wurden Nachwuchsforscherpreise in zahlreichen Kategorien. Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten die 14-jährigen Viyona Singh und Aarav Singh. Das derzeit in den USA lebenden Siegerpaar erreichte über den bayerischen Landeswettbewerb das Finale.
Es wies nach Angaben der Organisatoren von Jugend forscht nach, dass sich seltene Varianten bestimmter Proteine mit physikbasierten Modellen besser vorhersagen lassen als mithilfe KI-basierten Modellen.
Den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ging demnach an den 18-jährigen Tim Kammel aus Nordrhein-Westfalen. Er untersuchte die Effekte verschiedener Öffnungen in Sanduhren auf das Strömungsverhalten des Sandes und entwickelte zudem eine Computersimulation der Dynamiken.
Der Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit ging an Julian Scharnowski aus Baden-Württemberg. Der 20-Jährige konstruierte eine Vakuumpinzette, mit der mittels Unterdruck winzige Elektronikbauteile präzise auf Platinen platzieren lassen.
Vincent Nack aus Bayern erhielt den Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit. Der 19-Jährige entwickelte ein KI-gestütztes System zum Schutz vor Telefonbetrug, das in Echtzeit Täuschungen erkennen kann.

Weitere herausragende Projekte

Weitere Preise wurden in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Physik, Mathematik/Informatik und Technik vergeben.
Ausgezeichnet wurden unter anderem Forschungen zur Rolle von sogenannten Axion-Sternen im jungen Universum, zur Verbesserung einer komplexen Metallverbindung aus Bismut, Zinn, Zink und Aluminium sowie die Entwicklung einer Art Übersetzer, der KI-Modelle laut Organisatoren energiesparend und effizient auf lokale Computerhardware übertragen kann.
Jugend forscht ist eine gemeinsame Nachwuchsinitiative von Bund, Ländern und weiteren Partnern aus den Bereichen Wirtschaft, Medien und Schulen. Der Wettbewerb wird von der Stiftung Jugend forscht organisiert und fand in diesem Jahr zum 61. Mal statt. Er soll für naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistern und bei der Suche nach Talenten helfen.
Das sogenannte Bundespatenunternehmen des Wettbewerbs war in diesem Jahr der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler. An dessen Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach fand am Sonntag auch die Preisverleihung statt.(afp/red)
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Wie sich Tech-Unternehmen ins Kinderzimmer einloggen


In Kürze:

  • Apps und Spiele verwenden gezieltes Design, um Nutzer länger zu binden, ohne dass es auf den ersten Blick zu erkennen ist.
  • Kinder sind besonders anfällig: Ihre Fähigkeit zur Selbstregulation ist noch nicht ausgereift.
  • Free-to-Play-Spiele und soziale Netzwerke setzen auf psychologische Mechanismen mit Suchtpotenzial.
  • Mit dem richtigen Wissen können Eltern gegensteuern, ohne ihren Kindern Medien grundsätzlich zu verbieten.

 
Es ist ein Konflikt, den viele Familien kennen: Das Kind sitzt vor dem Tablet, die vereinbarte Zeit ist längst vorbei und trotzdem legt es das Gerät nicht aus der Hand. Um gegenzusteuern, ist es hilfreich, zu verstehen, dass hinter diesem Verhalten oft keine bloße Trotzreaktion steckt, sondern digitale Mechanismen.
Derartige zielgerichtete Wirkweisen haben einen Namen, es handelt sich um sogenannte „Dark Patterns“ (verborgene Muster). Das sind manipulative Gestaltungselemente in Apps, Spielen, sozialen Medien und Mediatheken. Sie sollen Nutzer dazu bringen, länger auf der Plattform zu verweilen, weiterzuklicken oder Entscheidungen im Interesse der Anbieter zu treffen.
Oft sind diese kaum sichtbar, weil sie direkt in das Design eingebettet sind: auffällige Buttons, die zum Weitermachen animieren, auf der einen Seite, und schwer auffindbare „Beenden“-Optionen auf der anderen. Auch automatische Wiedergaben oder scheinbar endlose Inhalte gehören dazu.

Die Psychologie des Nicht-Aufhören-Könnens

Auffällige Reaktionen beim Abschalten, etwa Gereiztheit oder Unruhe, können auf problematische Nutzungsgewohnheiten hinweisen. Die technische Gestaltung allein erklärt jedoch nicht die starke Bindungswirkung der digitalen Medien.
Hinzu kommt das Gefühl, ständig etwas zu verpassen, bekannt als „Fear of Missing Out“ (FOMO). Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Inhalt als die permanente Reizfolge: Neue Clips, Likes oder Belohnungen erscheinen in schneller Taktung und aktivieren immer wieder das Belohnungssystem des Gehirns, mit einem Gewöhnungseffekt, der suchtähnliche Züge annehmen kann.

Das versteckte Geschäft

Hinter vielen dieser Mechanismen steckt ein wirtschaftliches Interesse. Sogenannte Free-to-Play-Spiele (FTP) starten kostenlos, werden aber oft durch In-Game-Käufe finanziert. Belohnungssysteme motivieren Nutzer zur regelmäßigen Rückkehr, das sind sogenannte „Time Patterns“. Zugleich lösen versteckte Kaufanreize, etwa Buttons, im Spielfluss kostenpflichtige Aktionen aus, während sie kaum als solche erkennbar sind. Hier wirken Begriffe wie „freischalten“ oder „Upgrade“ nicht wie ein Bezahlvorgang und die Entscheidungen werden impulsiv getroffen.
Treffen Kinder diese Entscheidungen, kommt eine rechtliche Besonderheit zum Tragen hinzu: Minderjährige sind in Deutschland nur beschränkt geschäftsfähig, sodass kostenpflichtige Verträge grundsätzlich der elterlichen Zustimmung bedürfen. Zwar gibt es mit dem sogenannten „Taschengeldparagrafen“ eine Ausnahme, doch diese greift nur unter bestimmten Bedingungen.
In der Praxis entsteht daraus ein Graubereich: Problematisch wird es, wenn Zahlungsdaten bereits auf dem Gerät gespeichert sind. Dann reichen oft wenige Klicks für einen Kauf – auch durch Kinder. Anbieter berufen sich darauf, dass der Vorgang technisch bestätigt wurde. Für Familien ist es dann schwierig, solche Käufe rückgängig zu machen, auch wenn sie rechtlich anfechtbar sind.

Zwischen Komfort und Manipulation

Diese Mechanismen sind keine Zufallsentwicklungen, sie nutzen gezielt menschliche Wahrnehmung und Verhaltensmuster aus. Kinder und Jugendliche seien für solche Strategien besonders anfällig, warnt die Initiative „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“. Ihnen fehle die Erfahrung, zu durchschauen, dass sie gezielt gelenkt werden. Zudem ist ihre Fähigkeit zur Selbstregulation noch nicht vollständig entwickelt. Aber auch Ältere sind gefährdet.
Die Folgen können gravierend sein: Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme, Reizüberflutung und ein zunehmender Kontrollverlust im Umgang mit Medien. Vor allem bei den Jüngeren besteht die Gefahr, dass sich Gewohnheiten festigen, die später nur schwer zu verändern sind. Rechtlich sind solche Praktiken in der EU bereits im Blick: Europäische Regelwerke zielen darauf ab, manipulative Gestaltungspraktiken zu unterbinden, die Transparenz gegenüber Nutzern zu stärken und besonders schutzbedürftige Gruppen – darunter Minderjährige – besser abzusichern.
Doch problematisch sind nicht nur versteckte Kostenfallen, sondern auch viele alltägliche Designentscheidungen bewegen sich rechtlich in einer Grauzone. Wenn die Option „Weiter“ groß und farblich hervorgehoben ist, während „Abbrechen“ klein und unauffällig bleibt, besteht formal eine Wahl – praktisch wird sie jedoch stark gelenkt. Dasselbe gilt für Cookie-Banner: Akzeptieren geht oft mit einem Klick, Ablehnen erfordert mehrere Schritte. Sie täuschen nicht offen, lenken aber subtil, was sie juristisch außerordentlich schwer greifbar macht.

Warum Kinder in die Falle tappen

Ein weiteres plastisches Beispiel ist die Schwierigkeit, Streaming-Angebote für Kinder überhaupt zu verlassen: Statt eines klaren „Aus“-Knopfes werden weitere Inhalte vorgeschlagen oder Pop-ups eingeblendet, die den Ausstieg systematisch erschweren – so weit, dass sogar manch Erwachsener aufgibt.
Gerade weil Kinder solche Funktionsweisen kaum erkennen können, kommt den Eltern eine wichtige Rolle zu. Dafür ist es entscheidend, manipulative Gestaltung zunächst selbst zu entschlüsseln. Oft hilft bereits ein einfacher Test, eine App oder Plattform bewusst zu verlassen. Daneben ist es sinnvoll, Kinder bei der Mediennutzung bewusst zu begleiten und gemeinsam gezielt auf bestimmte Muster zu achten, um gezielt zu sensibilisieren.
In beiden Fällen stellen sich dieselben Fragen: Wie viele Schritte sind tatsächlich nötig, um ein Video zu beenden? Startet automatisch ein neuer Inhalt? Werden große, farbige Buttons hervorgehoben, während die Option zum Beenden eher unscheinbar bleibt? Auf diese Weise entwickeln Sie schrittweise ein bewussteres Verständnis für digitale Angebote – für Sie selbst und für Ihre Kinder.

Kinder stark machen: kleine Hebel, große Wirkung

Im Alltag hilft es, die Komfortfunktion gezielt zu deaktivieren. Das ist nicht immer möglich, automatische Wiedergabe ist hier jedoch oft eine Ausnahme. Medienpädagogische Stellen empfehlen zudem klare Zeitregeln, gemeinsame Medienzeiten und regelmäßige Gespräche über Inhalte und digitale Mechanismen. So können Kinder lernen, dass Apps und Spiele nicht neutral sind, sondern Ziele verfolgen.
Neben festen Bildschirmzeiten – und deren konsequenter Einhaltung – sind auch bewusste Offline-Phasen hilfreich. Ebenso wichtig ist es, auf Veränderungen im Verhalten zu achten: Rückzug, Reizbarkeit oder Schlafprobleme können Hinweise auf eine problematische Nutzung sein.

Nicht verbieten, sondern verstehen

Medien zu verbieten, kann nicht das Ziel sein, denn Verbotenes lockt. Entscheidend ist, die Risiken zu kennen. Wer die Mechanismen hinter scheinbar harmlosen Angeboten versteht, kann Kinder dabei unterstützen, digitale Medien bewusst zu nutzen, als Werkzeug und zur zeitlich begrenzten Unterhaltung.
Denn was kein Algorithmus ersetzen kann, sind echte Begegnungen, freies Spiel und sinnliche Erlebnisse außerhalb der Zweidimensionalität des Bildschirms. Eben das sind die erfüllenden und existenziellen Erfahrungen, die für die Entwicklung des Kindes und sein persönliches Glück unverzichtbar sind.
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„Genug gearbeitet“: Wenn Beschäftigtsein zur Ersatzstrategie wird

„Ich habe keine Zeit.“ Dieser Satz ist in vielen Unternehmen so normal geworden, dass kaum noch jemand nachfragt. Keine Zeit für Gespräche. Keine Zeit für Entscheidungen. Keine Zeit für Einarbeitung. Keine Zeit für Reflexion. Keine Zeit, um einmal sauber aufzuräumen.
Und trotzdem ist immer Zeit für das nächste Krisentelefonat, die dritte Abstimmungsrunde und die schnelle Ausnahme, die noch schnell gerettet werden muss.
Beschäftigtsein fühlt sich produktiv an. Es gibt ein gutes Gewissen. Man ist dran, erreichbar, fleißig und gefragt. Doch genau darin liegt die Falle. Denn „busy“ sein kann auch eine elegante Methode sein, um dem Wesentlichen auszuweichen. Solange alles dringend ist, muss niemand entscheiden, was wirklich wichtig ist.
Ich erlebe das häufig bei Führungskräften, die abends erschöpft sind und trotzdem nicht sagen können, was sie wirklich vorangebracht haben. Es wurde zwar viel erledigt, aber wenig geklärt, viel gesprochen, aber wenig entschieden und viel reagiert, aber kaum gestaltet.
Drei Warnsignale zeigen, dass das Beschäftigtsein zur Ersatzstrategie geworden ist:
  • Sie beenden den Tag mit vielen erledigten Aufgaben, aber ohne spürbaren Fortschritt.
  • Sie führen Gespräche mehrfach, weil beim ersten Mal nichts entschieden wurde.
  • Sie lösen Probleme, die eigentlich durch klare Regeln, Rollen oder Prioritäten verschwinden müssten.
Eine Geschäftsführerin brachte es auf den Punkt: „Ich bin immer verfügbar, aber selten wirksam.“ Dieser Satz war schmerzhaft, aber ehrlich. Er öffnete den Blick für eine einfache Unterscheidung: Verfügbarkeit ist nicht Führung. Führung bedeutet, Orientierung zu geben, Entscheidungen zu treffen und Energie zu schützen.
Wir führten eine kleine Wochenfrage ein: „Was muss am Freitag anders sein als heute?“ Nicht zehn Ziele. Eins. Danach wurde sortiert: Welche Termine zahlen darauf ein? Welche stören? Welche Themen müssen entschieden werden, bevor wieder alle im Kreis laufen?
Die Wirkung war nicht spektakulär, aber deutlich. Zwei Meetings fielen weg. Ein Dauerthema bekam eine Entscheidung. Eine Führungskraft sagte zum ersten Mal: „Dazu sage ich diese Woche bewusst Nein.“ Und genau dort begann Entlastung.
Genug gearbeitet. Das bedeutet jedoch nicht, nichts zu tun. Es bedeutet, nicht mehr so zu tun, als sei Bewegung schon Fortschritt.
Praktisch hilft ein kurzer Check am Wochenanfang:
  • Was ist diese Woche das eine Ergebnis, das wirklich zählt?
  • Welche Arbeit ist nur Gewohnheit?
  • Welche Rückfrage entsteht nur, weil etwas unklar geblieben ist?
  • Welche Entscheidung würde mindestens fünf Folgearbeiten verhindern?
Gerade Unternehmer und Führungskräfte müssen lernen, dass Beschäftigung nicht automatisch als Leistung bewerten werden kann. Denn wer ständig beschäftigt ist, verliert irgendwann die Fähigkeit, Wirkung zu erkennen.
Genug gearbeitet. Wo verwechseln Sie gerade Aktivität mit Fortschritt?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Höhlenunglück in Laos: Fünf Gerettete sollen bei Suche nach letzten Vermissten helfen

Die Suche nach den beiden Männern werde auf Grundlage von Angaben der Geretten fortgesetzt, sagte der malaysische Rettungstaucher Lee Kian Lie am Sonntag. Das laotische Rettungsteam erklärte, die Angaben der Überlebenden seien „entscheidend“ für ihren Einsatz.
Auf der Suche nach Gold waren sieben Dorfbewohner am 20. Mai in die weitverzweigte Höhle in einer abgelegenen Gegend von Xaysomboun im Zentrum des Landes hinabgestiegen.
Bei einer Sturzflut drang Wasser ein und schnitt ihnen den Rückweg ab. Helfer hatten seitdem unablässig Wasser abgepumpt, um Rettern den Zugang zu ermöglichen.
Am Freitag konnte ein erster Mann aus dem Höhlensystem gerettet werden. Am Samstag kamen vier weitere Männer aus eigener Kraft frei, nachdem Taucher sie mit Essen versorgt hatten und der Wasserstand tief genug gesunken war.
Die fünf Überlebenden wurden ins Krankenhaus gebracht. Einem Radiosender berichteten sie von ihrer Gefangenschaft unter Tage.
Demnach hatte sich Verzweiflung bei den Männern breit gemacht. „Ich habe gesagt, wenn keine Taucher zur Hilfe kommen, ist unsere Überlebenschance gleich null. Wir haben nur darauf gewartet zu sterben“, berichtete einer der Überlebenden.
Ein weiterer Geretteter sagte, die beiden noch vermissten Männer seien weiter als alle anderen in das Höhlensystem hinabgestiegen.
Nach Angaben des japanischen Tauchers Yoshitaka Isaji konzentriert sich die Suche nach den letzten beiden Goldsuchern auf einen Bereich, der durch eine enge, überschwemmte Passage von dem Aufenthaltsort der übrigen fünf abgeschnitten ist.
„Dieser überschwemmte Durchgang ist extrem eng und praktisch unpassierbar“, erklärte Isaji in Onlinediensten. „Stellen Sie sich den Raum so eng wie eine Schublade vor.“
Wegen des schlammigen Wassers sei die Sicht zudem „gleich null“. Die Helfer pumpten daher vorerst weiter Wasser ab. Ein Tauchgang sei angesichts der enormen Gefahren „der letzte Ausweg“.(afp/red)
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Star-Koch Johann Lafer: Ich habe Lymphdrüsenkrebs

Fernsehkoch Johann Lafer hat eine Krebserkrankung öffentlich gemacht. „Ich bin krank. Ernsthaft krank“, sagte Lafer im Interview mit der „Bild“. „Ich habe Lymphdrüsenkrebs.“ Die Überlebenschancen bei dieser Krebsart sind oft gut.
Seine Krankheit sei bereits vor zweieinhalb Jahren entdeckt worden, sagte Lafer. „Bei einer Routineuntersuchung während einer Fastenkur hat ein Arzt Schatten in der Leiste gesehen. Ich hatte keinerlei Schmerzen. Gar nichts“, erinnert sich der 68-jährige Österreicher. Später folgte demnach die Diagnose.

Lafer kämpft mit Chemotherapie gegen den Krebs

„Ich hoffte zunächst, dass alles wieder verschwinden würde. Man denkt: Das betrifft mich nicht. Das geht schon wieder weg“, sagte Lafer. Im Januar 2026 habe sich seine Situation drastisch verschlechtert, schreibt „Bild“. „Plötzlich war alles geschwollen. Nachts die Schweißausbrüche. Schlafen ging kaum noch. Da habe ich gemerkt: Jetzt läuft etwas komplett in die falsche Richtung“, erzählte Lafer.
Seit Anfang des Jahres kämpfe er nun mit Chemotherapie gegen den Krebs. „Jede Chemo läuft fast 24 Stunden. Überall hängen Flaschen. Das haut dich komplett weg“, sagte Lafer. Er übermittelt aber auch positive Nachrichten: „Man sieht, dass die Knoten kleiner werden. Dass die Behandlung anschlägt. Und das gibt mir Kraft.“
Aufgeben? „Nein! Sterben ist für mich keine Option. Ich will arbeiten, ich muss arbeiten. Ich brauche das. Ich habe noch so viel vor und so viele Ideen.“
Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) ist ein Sammelbegriff für bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems, das zum körpereigenen Abwehrsystem gehört. Teil des Systems sind unter anderem Lymphknoten, Milz und bestimmte weiße Blutkörperchen (Lymphozyten). Bei Lymphomen wachsen diese Blutkörperchen unkontrolliert. Zwei Hauptgruppen werden unterschieden: Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphome.
Hodgkin-Lymphome treffen häufig junge Erwachsene und haben insbesondere in frühen Stadien gute Heilungschancen. Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen – so eines hat Lafer eigenen Angaben zufolge – gibt es dutzende Subtypen mit sehr unterschiedlichem Verlauf.
Es gibt aggressive Lymphome, die sofort behandelt werden müssen. Betroffene können oft bereits mit der ersten intensiven Behandlung geheilt werden. Für andere Patienten mit langsam fortschreitendem Lymphom kann es ausreichen, zunächst abzuwarten und regelmäßig zur Kontrolle zu gehen. Solche chronischen Erkrankungen lassen sich durch Behandlung meist gut zurückdrängen, dauerhaft heilbar sind sie in der Regel nicht.
Typisch bei Lymphdrüsenkrebs sind Symptome wie Fieber, Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust. Weitere häufige Zeichen sind schmerzlose Lymphknotenschwellungen oft an Hals, Achsel oder Leiste, Müdigkeit und ein Leistungsknick.

„Den Umständen entsprechend geht es mir gut“

Den Umständen entsprechend gehe es ihm gut, sagte Lafer in einem Statement seiner Agentur. „Besonders freue ich mich darüber, weiterhin meiner Arbeit nachgehen sowie viele geplante Termine und Auftritte wahrnehmen zu können.“
Die Nachricht sei für seine Familie und ihn zunächst ein großer Schock gewesen. „Umso dankbarer sind wir, dass die Behandlung gut anschlägt und sich die Situation positiv entwickelt.“
Lafer erreicht als TV-Koch bereits seit Jahrzehnten ein großes Fernsehpublikum, unter anderem mit den ZDF-Sendungen „Lafer! Lichter! Lecker!“ (2006-2017) und „Die Küchenschlacht“ (seit 2008). (dpa/red)