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Verband reicht Klage gegen Schienenmaut ein

Zahlreiche Eisenbahnunternehmen haben gemeinsam mit dem Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) Klage gegen die sogenannte Schienenmaut für den Personennahverkehr eingereicht. Wie der Verband mitteilte, beteiligt sich auch der Freistaat Bayern an der Klage gegen die Trassenpreise, sie sei mit allen Bundesländern und Verbandsmitgliedern abgestimmt. Die Klage wurde demnach beim Verwaltungsgericht Köln erhoben.
Bei den Trassenpreisen handelt es sich um eine Art Schienenmaut, die die Verkehrsunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur an die Deutsche Bahn als Netzbetreiber zahlen müssen. Für den Regionalverkehr waren die Kosten bisher gedeckelt – zulasten von Güter- und Fernverkehr.

Mehrkosten durch EuGH-Urteil

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im März jedoch, dass dieser Preisdeckel nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Deshalb veröffentlichte die Bundesnetzagentur vor zwei Wochen neue Trassenpreise, die für den Personennahverkehr allein im laufenden Jahr Mehrkosten von mehreren hundert Millionen Euro bedeuten.
Dem BSN zufolge ist der Personennahverkehr auf der Schiene für 2026 mit Preissteigerungen von 9 Prozent und damit Nachzahlungen von 400 Millionen Euro konfrontiert.

Seit Wochen Kritik der Länder – Warnung vor weniger ÖPNV-Angebot

„Auch in den Folgejahren drohen sich schon weitere Preissteigerungen an“, teilte der Verband mit. Aus dem aktuellen Antrag der für die Infrastruktur zuständigen DB InfraGo ergäben sich Steigerungsraten von durchschnittlich 7,8 Prozent für den Schienenpersonennahverkehr.
Die Bundesländer drohen bereits seit einigen Wochen mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Landesverkehrsminister zuletzt von der Bundesregierung eine vollständige finanzielle Kompensation für die gestiegenen Trassenpreise. Sie warnen, dass die Preissteigerungen andernfalls zur Abbestellung von Verkehr führen könnten.
„Die massiven Trassenpreissteigerungen sind nicht akzeptabel“, teilte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) mit. „Leidtragende wären sonst die Fahrgäste, die im schlimmsten Fall mit erheblichen Streichungen im Nahverkehr rechnen müssten.“ Der Freistaat habe sich der Klage des BSN angeschlossen, um seine Rechte zu wahren und finanzielle Nachteile abzuwehren.
Der Regionalverkehr wird in Deutschland von den Bundesländern bestellt. Sie verlagern diese Aufgabe an insgesamt 26 Aufgabenträger bundesweit. Der Bundesverband SchienenNahverkehr repräsentiert diese Aufgabenträger. (dpa/red)
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Sparsame Verbraucher: Möbelbranche kommt nicht aus der Krise

Steigende Verbraucherpreise und mehr Ausgaben für Freizeit: Kunden halten sich beim Möbelkauf zurück. Im ersten Halbjahr erzielten die Möbelhersteller nominal 2,7 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) unter Berufung auf vorläufige amtliche Zahlen berichtete.
Insgesamt lag der Umsatz bei 7,7 Milliarden Euro. Immerhin stiegen die Erlöse bei Küchenmöbeln um ein Prozent. Selbst der Branchenriese IKEA hat Probleme.
VDM-Geschäftsführer Jan Kurth verwies auf ein schwieriges Umfeld. Neben steigenden Material-, Energie- und Lohnkosten belaste das weiter schwache Konsumklima die Branche. Ein immer größerer Teil der Kaufkraft fließe in Reisen und Freizeit. Hinzu kämen ein stockender Wohnungsbau und wachsender internationaler Wettbewerbsdruck.
Während der Trend bei Küchen positiv ist, sanken die Umsätze in den übrigen Kategorien, am stärksten bei Polstermöbeln (minus 10 Prozent). Besonders schwach lief das Geschäft auf dem Heimatmarkt, das um 4,1 Prozent schrumpfte.
Auch beim Auftragseingang zeigt sich ein geteiltes Bild: Bei Küchenmöbeln wurden zwischen Januar und Juni 0,9 Prozent mehr Aufträge verzeichnet als im Vorjahreszeitraum, bei Polstermöbeln dagegen 10,5 Prozent weniger. Kurth rechnet dieses Jahr nicht mit einer spürbaren Belebung.

„Verbraucher verschieben größere Anschaffungen“

Die Möbelindustrie steckt seit längerem in der Flaute. 2025 sanken die Erlöse zum dritten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2009. Allein zwischen 2023 und 2026 hat die Branche rund ein Fünftel (20 Prozent) ihres Umsatzes eingebüßt. In der Branche wird das auch darauf zurückgeführt, dass Haushalte in der Pandemie Käufe vorzogen und der Bedarf vielerorts gedeckt sei.
„Die Verbraucher kaufen seltener und verschieben größere Anschaffungen“, sagt Philipp Hoog von der Handelsberatung BBE. Hohe Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Gesundheit sowie Sorgen vor weiteren Preissteigerungen dämpften die Bereitschaft, Geld für Einrichtung auszugeben. Geopolitische Unsicherheit verstärke die Zurückhaltung. Dabei waren Möbel und Leuchten im Juli sogar minimal günstiger (0,5 Prozent) als ein Jahr zuvor.
Auf Möbel lasse sich leicht verzichten, sagt Marktexperte Christoph Lamsfuß vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln. Den Aufschwung bei Küchen führt er auf ihre größere Bedeutung im Wohnalltag zurück.

Auch IKEA unter Druck

Der Möbelhandel leidet ebenfalls unter der Krise. Nach Angaben des IFH Köln setzte der Fachhandel im ersten Halbjahr 3,3 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. „2026 ist für den Möbelhandel bislang noch kein Jahr der Erholung, aber eines des vorsichtigen Stabilisierens“, teilte der Handelsverband Wohnen und Büro mit.
Experte Hoog sieht auch Marktführer IKEA unter Druck. Nach dem Rekordjahr 2022/2023 verzeichnete der Konzern weltweit sinkende Erlöse. „IKEA kann sich nicht mehr allein auf seine starke Marke und das klassische Einrichtungshaus verlassen.“
Kunden verglichen zunehmend das Preis-Leistungs-Verhältnis und IKEA werde von Wettbewerbern wie Jysk und XXXLutz angegriffen, sagt Hoog. IKEA kündigte in dieser Woche an, die Preise für rund 1.500 Produkte senken zu wollen.
Auch die geplante Übernahme der Porta-Gruppe durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz beschäftigt die Branche. Verbandsgeschäftsführer Kurth beklagt eine zunehmende Konzentration.
„Unsere mittelständischen Möbelproduzenten sehen sich immer weniger, zugleich aber immer größeren Handelspartnern gegenüber.“ XXXLutz ist nach Ikea zweitgrößter Möbelhändler in Deutschland.

Verband: Viele Unternehmen planen Kurzarbeit

In der Möbelindustrie gingen in den vergangenen Jahren nicht nur die Umsätze zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten zwischen 2018 und 2025 deutlich von 480 auf 398.
Auch die Zahl der Beschäftigten schrumpfte – von mehr als 84.600 auf weniger als 68.300. En wichtiger Produktionsstandort der Branche ist die Region Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Zahlen zeigen die schwierige Lage: Laut Branchenverband VDM planen 40 Prozent der Mitgliedsunternehmen Kurzarbeit. „Die sinkende Auslastung lässt die Margen schnell unter Druck geraten“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Niedrigere Absatzmengen träfen auf steigende Kosten.
Für einige Firmen wurde die Lage zuletzt existenzbedrohend. Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade meldeten in Deutschland zwischen Januar und Mai 29 Hersteller Insolvenz an, im Möbelhandel waren es im selben Zeitraum 38 Unternehmen.
Das Insolvenzgeschehen habe zuletzt etwas an Dynamik verloren, sagt Maxime Lemerle von Allianz Trade. Zwar gebe es weniger Fälle, das Niveau sei aber weiterhin hoch und liege über dem vor der Pandemie. (dpa/red)
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Frankreich verlangt von Onlinehändlern Abgaben für Wegwerfmode

Für Billigmode asiatischer Plattformen müssen in Frankreich seit Dienstag Abgaben gezahlt werden: Für eine Billigjacke eines Onlinehändlers wie Shein, Temu oder AliExpress werden bis zu zwölf Euro fällig. Für Unterhosen oder Socken beträgt der von dem Unternehmen geforderte Malus 50 Cent, für ein T-Shirt zwei Euro und für Jeans neun Euro.
Die französische Regierung wirft den großen Plattformen vor, den Markt mit Wegwerfmode zu überschwemmen. Dabei unterscheidet sie zwischen Ultra-Fast-Fashion und Fast Fashion.
Entscheidend ist die Menge der Modelle, die auf den Markt gebracht werden, und deren Preis im Verhältnis zu einer Reparatur. Nach Angaben der französischen Regierung bringt Zara jährlich etwa 20.000 unterschiedliche Modelle auf den Markt, während es bei Shein 1,7 Millionen Modelle sind.

Die Strafzahlungen sollen weiter erhöht werden

Ketten wie H&M und Zara gelten daher lediglich als Fast Fashion und sind von dem Malus nicht betroffen. „Europäische Marken haben Geschäfte, schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern“, sagte Handelsminister Serge Papin der Zeitung „Ouest-France“ vom Montag.
Der Verband Stop Fast Fashion kritisierte die Entscheidung, die zusätzliche Abgabe auf asiatische Onlinehändler zu beschränken, und forderte eine schnelle Ausweitung der Strafzahlungen auf sämtliche Fast-Fashion-Marken.

Werbung für Wegwerfmode ab 2027 verboten

Die Strafzahlungen sollen bis 2030 ansteigen und dann etwa 2 Euro für Unterhosen und 19,50 Euro für eine Jacke erreichen. Die Unternehmen entscheiden selbst, inwiefern sie die Aufschläge an ihre Kunden weiterreichen.
Das Geld soll in einen Fonds fließen, mit dem vorbildliche Unternehmen unterstützt werden sollen. Dazu sind bislang keine Details bekannt.
Im kommenden Jahr wird zudem Werbung für Wegwerfmode in Frankreich verboten. Kunden sollen zudem zu „Genügsamkeit, Wiederverwertung und Reparaturen“ gemahnt werden.
2025 kamen knapp sechs Milliarden Kleinsendungen nach Europa, viermal mehr als 2022. Etwa 93 Prozent stammten aus China. Nach offiziellen Angaben werden in Frankreich jährlich 600.000 Tonnen Textilien weggeworfen. (afp/red)
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Ökonomen kritisieren Eurobonds als unattraktiv für Deutschland

Die Debatte über gemeinsame Schulden der EU, sogenannte Eurobonds, spaltet liberale Ökonomen. Nachdem sich der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, für mehr EU-Anleihen für bestimmte Investitionszwecke ausgesprochen hat, widersprechen nun zwei andere namhafte Wissenschaftler.

Haucap: Eurobonds mit hohen Zinsen

Der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor Justus Haucap sagte dem „Spiegel“, der Vertrauensverlust in den US-Dollar sei zwar offensichtlich, dies sei aber kein Argument für mehr EU-Schulden. Schon heute begäben die einzelnen Euroländer fleißig Staatsanleihen.
Gerade Deutschland biete mit den Sondervermögen reichlich Anlagemöglichkeiten für Anleiheinvestoren. Eurobonds indes kommen nach Ansicht des Wissenschaftlers mit Zinsen einher, die aus deutscher Sicht unattraktiv hoch sind. Letztlich zahle die Bundesrepublik dafür, in Form von höheren Zinskosten der EU.
Faktisch würden Eurobonds zu einer höheren Verschuldung führen, sagte der Ökonom – und an der Stelle beiße sich die Katze in den Schwanz: Die hohen Schulden der USA seien ja ein wesentlicher Grund der Dollarschwäche. Er bezweifle stark, dass zusätzliche Verschuldung bei anhaltender Wachstumsschwäche den Euro zur Leitwährung macht.

Fuest: Euro als internationale Leitwährung unrealistisch

Auch der Präsident des Ifo-Instituts in München, Clemens Fuest, sagte dem „Spiegel“: „Das Ziel, den Euro zur internationalen Leitwährung weiterzuentwickeln, ist für mich keine überzeugende Begründung für mehr gemeinsame europäische Anleihen.“
Die USA seien eine politische Einheit mit großer militärischer und technologischer Macht. Das sei bei der EU bisher nicht der Fall. Deshalb ist es nicht realistisch zu erwarten, dass der Euro durch gemeinsame europäische Anleihen zu einer weltweiten Leitwährung aufsteigen kann.
Erst wenn es so etwas wie eine geopolitisch handlungsfähige EU-Regierung gäbe, könne man darüber nachdenken, in größerem Umfang gemeinsame Anleihen auszugeben, öffnet Fuest ganz vorsichtig die Tür. Politische Integration müsse erst kommen, nur dann seien Eurobonds sinnvoll.

820 Milliarden Euro gemeinsame Anleihen

Die EU hat in den vergangenen Jahren mehr als 820 Milliarden Euro an gemeinsamen Anleihen begeben, vor allem für den Corona-Aufbaufonds namens Next Generation EU. Die Frage, ob Brüssel diese Schulden zurückzahlen, durch immer wieder neue Bonds ersetzen oder gar ausweiten sollte, spaltet die Mitgliedstaaten.
IW-Chef Hüther warb angesichts der Schwäche des US-Dollars dafür, den Euro auch mithilfe gemeinsamer EU-Anleihen zur ernstzunehmenden Alternative aufzubauen. (dts/red)
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Deutsche Post verschwindet aus Konzernnamen

Der Logistikkonzern Deutsche Post heißt ab sofort DHL. Ein Eintrag ins Handelsregister sei zum 1. September vollzogen und der Beschluss der Hauptversammlung vom Mai damit umgesetzt, teilte das Unternehmen in Bonn mit.
Der Name Deutsche Post bleibt in der Konzernstruktur erhalten, wandert aber eine Etage tiefer: Künftig steht er für eine Tochterfirma, die das Stammgeschäft mit der Beförderung von Briefen und Paketen im Inland verantwortet.
An der Börse werden die Anteilsscheine zudem nicht mehr unter dem Namen Deutsche Post gehandelt, sondern unter dem Namen DHL.

Stammgeschäft der Post ist nun nicht mehr übergeordnet

Schon vor drei Jahren hatte der Konzern seinen Marken- und Außenauftritt von Deutsche Post DHL Group zu DHL Group geändert, rechtlich und an der Börse blieb es danach aber beim Namen Deutsche Post AG. Das ist nun vorbei – ab sofort heißt der Konzern DHL AG. Das Kürzel steht für die Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn.
Das traditionsreiche Stammgeschäft der Deutschen Post, deren Wurzeln bis zur Thurn-und-Taxis-Briefbeförderung des ausgehenden Mittelalters im 15. Jahrhundert zurückreicht, war bislang in die übergeordnete Holding eingebettet.
Dass ein operatives Geschäft in einer Finanzholding integriert war, war ein rechtlich kurioses Konstrukt. Das lag an historischen Altlasten als einstige Bundespost. Diese Altlasten werden jetzt gewissermaßen in den Papiercontainer geworfen.
Künftig steht das Stammgeschäft in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Konzernbereichen, sondern gleichrangig neben ihnen.
Die neue Post-Chefin: Die Österreicherin Nikola Hagleitner steht an der Spitze der neuen Tochterfirma Deutsche Post AG. DHL-Vorstandsboss Tobias Meyer verliert den Titel Post-Chef - er ist nicht mehr Chef der Deutschen Post AG, sondern der DHL AG.

Die neue Post-Chefin: Die Österreicherin Nikola Hagleitner steht an der Spitze der neuen Tochterfirma Deutsche Post AG. DHL-Vorstandsboss Tobias Meyer verliert den Titel Post-Chef – er ist nicht mehr Chef der Deutschen Post AG, sondern der DHL AG.

Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Wie die Bonner den Namenswechsel begründen

Grund für die Namensänderung ist die zunehmende Internationalisierung des Konzerns, der als Nachfolgeunternehmen der staatlichen Bundespost den US-Logistiker DHL im Jahr 2002 schluckte und danach schrittweise immer mehr Umsatz im Ausland machte.
Es möge auch drin sein, was drauf stehe, hatte Konzernchef Tobias Meyer die Namensänderung in der Vergangenheit begründet und darauf verwiesen, dass DHL weltweit ein Begriff sei – während Geschäftsleute in Indien und anderen Staaten mit dem Namen Deutsche Post nichts anfangen könnten. Meyers Vorgänger Frank Appel hatte den Schritt noch gescheut, weil er die inländische Belegschaft nicht verprellen wollte.
Tatsächlich wurde das Deutschland-Geschäft in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer uninteressanter für den aufstrebenden Logistikriesen. Die Musik spielte hingegen im Ausland. Das zeigen auch jüngste Zahlen: Im ersten Halbjahr 2026 machte der Logistiker nur noch etwa 20 Prozent seines Umsatzes im deutschen Stammgeschäft, der Rest entfiel auf die Bereiche Express, Lieferketten (Supply Chain), Fracht und E-Commerce.

Briefe und Pakete nicht sehr profitabel in Deutschland

Das Geschäft mit Briefen und Paketen in Deutschland ist nicht allzu profitabel: Nur 12 Prozent des Betriebsgewinns (Ebit) entfielen im ersten Halbjahr auf den Konzernbereich Post & Paket Deutschland – also den Bereich, der seit Dienstag von der Bonner Tochterfirma Deutsche Post AG verantwortet wird.
Die wegbrechenden Briefmengen im Digitalzeitalter machen dem Unternehmen zu schaffen – die Menschen und Firmen setzen in ihrer Kommunikation immer stärker auf digitale Kanäle und nicht mehr auf Briefe.
Deutlich lukrativer ist das globale Geschäft mit zeitkritischen Express-Sendungen, auf das im ersten Halbjahr gut 30 Prozent des Umsatzes und 60 Prozent des Betriebsergebnisses (Ebit) entfielen. Solche Zustellungen mit garantiertem Zeitfenster werden vor allem von Firmen genutzt, etwa für wichtige Dokumente oder Ersatzteile.

Ändert sich etwas für die Verbraucher?

Ein Konzernsprecher betont, dass sich für Verbraucher in Deutschland nichts ändere. „Die neue Struktur ist keine Herabstufung der Deutschen Post“, betont der Sprecher. „Das operative Geschäft wird eben nur in eine eigenständige Tochter verlagert, so wie es bei DHL Express und den anderen Divisionen ja schon längst der Fall ist.“
Die DHL AG übernehme als Konzernmutter vor allem strategische und bereichsübergreifende Steuerungsaufgaben. Das sei eine zeitgemäße und international übliche Konzernstruktur. Auch für die Beschäftigten ergeben sich Konzernangaben zufolge keine Nachteile.
Die Umbenennung samt Entflechtung der Konzernstruktur kostete den Angaben zufolge 37 Millionen Euro, etwa für die Trennung der IT-Systeme und für Anwälte, hinzu kommen künftig drei Millionen Euro jährliche Extra-Kosten für das Tochterunternehmen.

Die Post bleibt die Post, sagt die Post

„Die Deutsche Post bleibt für die Menschen und Unternehmen in Deutschland das, was sie seit Jahrzehnten ist: ein verlässlicher Teil ihres Alltags“, sagt Nikola Hagleitner, die als DHL-Vorstandsmitglied für das deutsche Stammgeschäft und damit für die Tochterfirma Deutsche Post AG zuständig ist.
„Wir modernisieren unsere Struktur, stärken die globale Ausrichtung des Konzerns und schaffen die Grundlage für weiteres Wachstum“, sagt die Managerin. „Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt zugleich alles vertraut: Briefe, Pakete, Filialen, Packstationen, Poststationen und Briefkästen – wir liefern weiter, wie gewohnt.“

Kritische Stimmen aus der Politik

In der Politik wird die Umbenennung kritisch aufgenommen. „Ich bedauere es, dass eine starke Marke wie Deutsche Post im internationalen Geschäft verschwindet“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff. Immerhin bleibe die Marke im deutschen Brief- und Paketgeschäft erhalten.
„Wichtig ist vor allem, dass sich für die Bürgerinnen und Bürger hier nichts ändert und alle Verpflichtungen des Konzerns als sogenannter Universaldienstleister erhalten bleiben“, sagt er. Als Universaldienstleister ist die Post an Vorschriften zur Briefkasten- und Filialnetz-Dichte sowie zur Zustell-Geschwindigkeit gebunden.
An der Bonner Zentrale soll auch alles beim Alten bleiben, wie der Konzernsprecher versichert: Auf dem Dach bleibe das Posthorn-Symbol montiert, und an Fahnenmasten sei auch künftig sowohl der Schriftzug DHL wie auch Deutsche Post zu sehen. (dpa/red)
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Shein startet mit deutlichem Minus an Hongkonger Börse

Mit einem deutlichen Minus ist die Shoppingplattform Shein in der Finanzmetropole Hongkong an die Börse gegangen.
Kurz nach Handelsbeginn am Dienstagvormittag (Ortszeit) lag die Aktie des Modeverkäufers in den ersten Minuten zeitweise mit rund acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein der Firma kostete zwischen 44 und 45 Hongkong-Dollar (etwa 4,83 Euro bis 4,94 Euro).
Vor dem Börsendebüt war der Angebotspreis für eine Shein-Aktie auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Der Wert des Unternehmens lag damit ungefähr bei umgerechnet rund 22,4 Milliarden Euro.
Die Bewertung des Unternehmens fällt mit umgerechnet 22,6 Milliarden Euro deutlich geringer aus als bei einer Finanzierungsrunde vor vier Jahren. Zuvor waren Sheins Pläne für einen Börsengang in New York und London aufgrund behördlicher Prüfungen gescheitert.
Das Unternehmen wurde 2012 in China gegründet. Shein verkauft seine Produkte in mehr als 150 Länder. In Europa hat Shein etwa 130 Millionen Nutzer, weltweit sind es nach eigenen Angaben 273 Millionen Kunden.
Die Kritik an dem Onlinehändler ist groß. Die Vorwürfe reichen von systematischem Plagiieren über eine schlechte Umweltbilanz bis hin zu Zwangsarbeit.

Geschäft unter Druck

Die Plattform hatte einige Jahre auf ihren Börsenstart warten müssen. Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte Shein jedoch am Widerstand Pekings.
Shein will das Geld aus dem Börsengang nach eigenen Angaben unter anderem in seine technische Infrastruktur und die Stärkung der eigenen Marke investieren. Das Geschäft der Plattform wurde zuletzt etwa durch neue Zollregelungen in den wichtigen Märkten USA und Europa beeinträchtigt. (dpa/afp/red)
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Sicheres Netz aus dem All: OHB bekommt Milliardenauftrag

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB soll 18 Satelliten für die Europäische Union bauen. Dafür bekommt der Konzern nach eigenen Angaben knapp eine Milliarde Euro. Die ersten Satelliten für das Programm „Iris²“ sollen 2029 ins All starten.
Das Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen.
Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedriger und mittlerer Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.
„Iris²“ ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem „Galileo“ und dem Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“.
Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar. (dpa/red)
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EU nimmt ChatGPT, Reddit und Roblox an kürzere Leine

Für den KI-Bot ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die besonders bei jungen Menschen beliebte Spieleplattform Roblox gelten bald deutliche strengere EU-Regeln.
Alle drei Internetangebote haben eine entscheidende Schwelle für Nutzerzahlen überschritten und müssen dadurch etwa beim Kinder- und Jugendschutz oder der Bekämpfung rechtswidriger Inhalte das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) achten, wie aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervorgeht.
Der DSA soll das scharfe Schwert der EU gegen große Online-Plattformen sein und gilt seit Februar 2024. Die Brüssel Internetwächter haben auf Grundlage des Gesetzes bereits zahlreiche Verfahren etwa gegen TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat oder große Pornoplattformen eröffnet.
Gegen den Twitter-Nachfolger X oder die Online-Händler Temu und AliExpress verhängte die EU-Kommission Millionenstrafen, weil sich die Unternehmen nach Ansicht Brüssels trotz Ermahnungen nicht an die Regeln hielten.
Mit der Einstufung erhält die Behörde „Untersuchungsbefugnisse, um die Funktionsweisen dieser Dienste und gegebenenfalls damit verbundener Systeme zu bewerten“, wie sie ausführte.
Die Überwachung wird demnach mit den zuständigen nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten koordiniert. Im Fall von ChatGPT und Reddit ist das die irische, bei Roblox die niederländische Medienaufsicht.

Mehr als 45 Millionen Nutzer pro Monat auf den Plattformen aktiv

ChatGPT, Reddit und Roblox haben nun nach Angaben der Europäischen Kommission vier Monate Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen.
Alle drei US-Unternehmen hatten die Schwelle von durchschnittlich 45 Millionen Nutzern pro Monat überschritten. Die EU betrachtet Reddit und Roblox dem Gesetz nach daher jetzt als sogenannte sehr große Online-Plattformen.
Für ChatGPT von der Firma OpenAI gilt bereits das KI-Gesetz der EU. Zusätzlich wird der Chatbot nun als sogenannte sehr große Online-Suchmaschine eingestuft und fällt damit unter den DSA. (dpa/red)
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EU stellt ChatGPT, Reddit und Roblox unter strengere Aufsicht

Für den KI-Bot ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die besonders bei jungen Menschen beliebte Spieleplattform Roblox gelten bald deutliche strengere EU-Regeln.
Alle drei Internetangebote haben eine entscheidende Schwelle für Nutzerzahlen überschritten und müssen dadurch etwa beim Kinder- und Jugendschutz oder der Bekämpfung rechtswidriger Inhalte das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) achten, wie aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervorgeht.
Der DSA soll das scharfe Schwert der EU gegen große Online-Plattformen sein und gilt seit Februar 2024. Die Brüssel Internetwächter haben auf Grundlage des Gesetzes bereits zahlreiche Verfahren etwa gegen TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat oder große Pornoplattformen eröffnet.
Gegen den Twitter-Nachfolger X oder die Online-Händler Temu und AliExpress verhängte die EU-Kommission Millionenstrafen, weil sich die Unternehmen nach Ansicht Brüssels trotz Ermahnungen nicht an die Regeln hielten.
Mit der Einstufung erhält die Behörde „Untersuchungsbefugnisse, um die Funktionsweisen dieser Dienste und gegebenenfalls damit verbundener Systeme zu bewerten“, wie sie ausführte.
Die Überwachung wird demnach mit den zuständigen nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten koordiniert. Im Fall von ChatGPT und Reddit ist das die irische, bei Roblox die niederländische Medienaufsicht.

Mehr als 45 Millionen Nutzer pro Monat auf den Plattformen aktiv

ChatGPT, Reddit und Roblox haben nun nach Angaben der Europäischen Kommission vier Monate Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen.
Dazu gehört die Bewertung und Minderung der systemischen Risiken, die sich aus ihren Diensten und algorithmischen Systemen im Zusammenhang mit der Verbreitung illegaler Inhalte, den negativen Auswirkungen auf Minderjährige, dem körperlichen und geistigen Wohlergehen der Nutzer, den Grundrechten, Wahlprozessen und der öffentlichen Sicherheit ergeben.
Alle drei US-Unternehmen hatten die Schwelle von durchschnittlich 45 Millionen Nutzern pro Monat überschritten. Die EU betrachtet Reddit und Roblox dem Gesetz nach daher jetzt als sogenannte sehr große Online-Plattformen.
Für ChatGPT von der Firma OpenAI gilt bereits das KI-Gesetz der EU. Zusätzlich wird der Chatbot nun als sogenannte sehr große Online-Suchmaschine eingestuft und fällt damit unter den DSA. (dpa/red)
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Umfrage: Unternehmen erhöhen Klimainvestitionen kaum

Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2025 durchschnittlich 9,3 Prozent ihrer Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen im eigenen Betrieb ausgegeben. Für 2026 planen sie einen Anteil von 10,6 Prozent, für 2027 von 10,5 Prozent, wie eine Umfrage des Ifo-Instituts ergab.
„Die Unternehmen planen damit keine nennenswerte Steigerung des Anteils – und das in einem Zeitraum, in dem der Bedarf an klimafreundlichen Investitionen seinen Höhepunkt erreichen dürfte, um die im Pariser Klimaabkommen und die von der Bundesregierung selbst gesetzten nationalen Emissionsziele zu erreichen“, sagte Ifo-Forscher Gerome Wolf.

Ifo: Hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit, andere Prioritäten

Zwischen den Wirtschaftssektoren zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Dienstleister planen für 2026 den höchsten Anteil an Klimainvestitionen (12,2 Prozent), gefolgt vom Bauhauptgewerbe (10,5 Prozent).
Das Verarbeitende Gewerbe kommt auf 8,8 Prozent, der Handel auf 8,5 Prozent. Der Bau ist der einzige Bereich, der seinen Anteil auch 2027 noch einmal ausweiten will (11,2 Prozent).
Warum der Anteil nicht steigt, lässt sich aus der Umfrage allein nicht beantworten. „Denkbar wäre, dass Unternehmen vor dem Hintergrund gesunkener Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten sowie gestiegener geopolitischer Risiken andere Prioritäten gesetzt haben“, sagte Wolf.
Eine aktuelle Studie des Instituts zeigt, dass die Zurückhaltung der Unternehmen bei Klimainvestitionen unter anderem auch auf die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit zurückzuführen sein könnte.
„Ein hoher CO2-Preis reicht allein nicht aus, um die Nutzung fossiler Energien unattraktiv zu machen und Unternehmen dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen, wenn der Preispfad für Emissionen hochgradig ungewiss ist. Unternehmen bräuchten daher in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, um die Energiewende zu vollziehen“, so Wolf. (dts/red)
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Vorerst letzte Betriebsversammlung – Wo VW jetzt steht

Zehntausende Arbeitsplätze bedroht, ganze Werk auf dem Prüfstand – bei VW gibt es gewaltigen Gesprächsbedarf: Nach einer Reihe außerordentlicher Betriebsversammlungen steht bei Volkswagen heute in Hannover das vorerst letzte dieser Treffen zwischen Vorstand und Belegschaft vor möglichen neuen Beschlüssen an.
Es ging und geht um nicht weniger als die Zukunft des Konzerns, zu dem auch Porsche und Audi gehören – VW ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland.
Die Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um Arbeitsplätze und Standorte. Schon in dieser Woche könnte der Sparkurs bei einer Aufsichtsratssitzung konkreter werden.

Welche Ergebnisse gibt es bislang?

Der laufende Arbeitsplatzabbau – 50.000 Stellen bis 2030 – reicht aus Sicht des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Das Management arbeitet an einem „Zielbild 2030“.
Seitdem wird um Zehntausende zusätzliche Stellen und vier ganze Standorte gebangt: Emden, Zwickau, das Audi-Werk in Neckarsulm und eben Hannover, wo Nutzfahrzeuge gebaut werden. Finanzvorstand Arno Antlitz stellt sich heute dort den Beschäftigten. Er wird die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen betonen – wie zuvor Blume.
VW-Chef Blume: «Alle müssen mitziehen.» (Archivbild)

VW-Chef Blume: «Alle müssen mitziehen.» (Archivbild)

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

„Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken“, sagte Blume bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk. „Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken: Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck.“ Der VW-Konzern habe „frühzeitig gegengesteuert“ und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten. „Unsere Marktanteile wachsen. Aber das reicht noch nicht aus.“
Mit Blick auf den drohenden Stellenabbau sagte der VW-Chef, dass es in einem nächsten Schritt insbesondere um die Kosten außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion gehe – also: Konzernstellen, zentrale Funktionen, Entwicklung oder Vertrieb.
Angesichts des Spardrucks soll es auch im Management spürbare Einschnitte geben. Man schaue dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Konzernchef Blume im Emdener Werk. „Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann“, sagte er.

Was ist offen?

Ziemlich viel, denn der Aufsichtsrat hatte Blumes Plan im Juli nach Medienberichten erst einmal abgelehnt. Was der Konzernchef bereits deutlich gemacht hat und vor den Beschäftigten wiederholte: Die beim „Zielbild 2030“ genannte Zahl von 50.000 weiteren Arbeitsplätzen sei keine „Zielgröße“, sondern eine „theoretische Rechengröße“, die sich aus den Kosten ableite.
„Die Arbeitskosten liegen heute bei mehr als dem Doppelten vergleichbarer europäischer Standorte. Und auch bei den Fabrikkosten liegen andere Werke noch deutlich günstiger“, so Blume in Zwickau. Etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs sieht er in Deutschland.
Auch ob und wie viele Werke schließen könnten, ist unklar. Blume nennt Schließungen eine letzte Option, die er gern vermeiden wolle. Für Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover gebe es noch keine „wettbewerbsfähige Belegung“ für die 2030er Jahre.
„Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“, sagt Blume. Im Gespräch ist etwa, Standorte zeitweise für die Rüstungsproduktion zu nutzen und auch der Bau chinesischer VW-Modelle in Deutschland.
Mitarbeiter empfangen VW-Chef Blume in Zwickau. (Archivbild)

Mitarbeiter empfangen VW-Chef Blume in Zwickau. (Archivbild)

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wie geht es weiter?

Der Ball liegt beim Aufsichtsrat, der nach Medienberichten am 4. September zusammentritt. Dass das Gremium dann schon Nägel mit Köpfen macht, ist unwahrscheinlich. Blume selbst hatte gesagt, er wolle sein Sparpaket bis zum Jahresende festzurren.
Mindestens ein weiteres Konzept dürfte nach Medienberichten auf dem Tisch des Kontrollgremiums liegen, es komme von der Arbeitnehmerseite.
Widerstand gibt es auch vom Land Niedersachsen als VW-Großaktionär. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) verlangt „ein tragfähiges Zukunftskonzept“. „Werksschließungen und massenhafte Entlassungen können nicht die Lösung sein“, sagt der Regierungschef.
Das Land Niedersachsen prüft zudem einen Einstieg beim Werk Osnabrück, wo nächstes Jahr die Pkw-Fertigung ausläuft.
Blume betont: „Die Lage ist mehr als kritisch.“ Zwar macht VW Gewinn, aber der Konzern verdiene zu wenig, um damit die Zukunft finanzieren zu können. Bisherige Einsparungen reichten nicht aus. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert.“

Warum ist die Lage so angespannt?

Der Konzern kämpft mit hohen Kosten und einem schwierigen Umfeld. „Es ist keine VW-Krise, sondern eine Krise der gesamten Automobilbranche“, sagt Blume. Auch Mercedes-Benz hat bereits tausende Jobs gestrichen. BMW hat den Abbau von rund 8.000 Jobs weltweit angekündigt.
Blume nennt als große Herausforderungen US-Zölle, den Einbruch des chinesischen Marktes mit starkem Preisverfall, geopolitische Konflikte wie im Persischen Golf, der härtere Wettbewerb in Europa und starke Regulierung.
Die Folge: In der deutschen Autobranche schwinden die Arbeitsplätze schneller als in jeder anderen Industriebranche. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der deutschen Leitbranche noch 691.500 Menschen beschäftigt, 42.300 weniger als ein Jahr zuvor und so wenig wie noch nie seit Beginn der vergleichbaren Zahlenreihe des Statistischen Bundesamts im Jahr 2005.
VW-Werk in Zwickau: Der Konzern steht vor richtungsweisenden Zeiten. (Archivbild)

VW-Werk in Zwickau: Der Konzern steht vor richtungsweisenden Zeiten. (Archivbild)

Foto: Jan Woitas/dpa

Besonders stark fiel der Stellenabbau bei den Zulieferern aus. Bosch will weltweit bis zu 22.000 Stellen im Zuliefererbereich streichen, bei ZF sind es 14.000 in Deutschland.
Die Unternehmen müssten sich aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend gegen den Standort Deutschland entscheiden, sagt die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller. Als Investitionshemmnisse nennt sie hohe Kosten für Arbeit und Energie, langwierige Verfahren, Bürokratie und marode Infrastruktur.
Die IG Metall verortet die Verantwortung für die Misere beim Management, das über Jahrzehnte plan- und ideenlos vorgegangen sei. Die Gewerkschaft plant für den 21. September einen bundesweiten Aktionstag an Auto-Standorten. (dpa/red)
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188.000 Firmenschließungen: Warum viele Unternehmen ohne Insolvenz aufgeben


In Kürze:

  • Untersuchung von Creditreform: Rund 188.000 Unternehmen schlossen 2025 in Deutschland – 10 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Nur rund 13 Prozent der Schließungen waren Insolvenzen; häufig spielen auch wirtschaftliche Entscheidungen oder fehlende Nachfolger eine Rolle.
  • Die Zahl allein zeigt nicht, wie viel wirtschaftliche Leistung verloren geht – zugleich entstehen neue Unternehmen und bestehende Betriebe übernehmen Beschäftigte, Kunden oder Aufträge.

 
In Deutschland haben 2025 deutlich mehr Unternehmen aufgegeben als im Jahr zuvor. Creditreform nennt rund 188.000 Schließungen, 10 Prozent mehr als 2024 und so viele wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Zahl stammt nach Angaben von Creditreform aus einer gemeinsamen Untersuchung mit dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Doch hinter dieser Zahl stehen keineswegs nur Firmen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. Lediglich rund 13 Prozent der erfassten Schließungen waren Insolvenzen. Bei fast neun von zehn Fällen ging der Aufgabe also kein Insolvenzverfahren voraus.
Noch ein Befund fällt auf: Die 2024 und 2025 geschlossenen Unternehmen hatten im Durchschnitt eine bessere Bonität als Firmen, die in früheren Jahren aufgaben. Mit Bonität ist die Kreditwürdigkeit gemeint, also die Einschätzung, wie wahrscheinlich ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann. Nach Angaben des ZEW waren zuletzt auch Firmen unter den Schließungen, die noch nicht in unmittelbaren Finanzierungsschwierigkeiten steckten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Deutschland 188.000 wirtschaftlich gesunde Unternehmen verloren hat. Ein Betrieb kann noch alle Rechnungen bezahlen, aber trotzdem zu wenig Gewinn abwerfen. Andere schließen, weil der Eigentümer in den Ruhestand geht, kein Nachfolger gefunden wird oder persönliche Gründe eine Fortführung verhindern.
Gleichzeitig sind die Unternehmensinsolvenzen gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) registrierten die deutschen Amtsgerichte 2025 insgesamt 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2024 hatte der Anstieg noch 22,4 Prozent betragen.

Wie die 188.000 Schließungen ermittelt werden

Die Untersuchung beruht auf dem Mannheimer Unternehmenspanel. Dahinter steht eine große Unternehmensdatenbank von Creditreform, die das ZEW wissenschaftlich aufbereitet. Erfasst werden auch Kleinstunternehmen und selbstständige Freiberufler.
Wichtig für die Einordnung ist: Die 188.000 Schließungen sind keine reine Zählung behördlich gemeldeter Geschäftsaufgaben. Rund 43 Prozent entfallen auf Abmeldungen und von Creditreform recherchierte Geschäftsaufgaben ohne Insolvenz, etwa 13 Prozent auf Insolvenzen. Weitere rund 43 Prozent betreffen Unternehmen, die nach einem statistischen Verfahren als nicht mehr wirtschaftlich aktiv gelten.
Dieser letzte Teil betrifft vor allem kleinere Unternehmen, bei denen sich eine Geschäftsaufgabe nicht unmittelbar feststellen lässt. Bleiben über längere Zeit neue Informationen über ihre Tätigkeit aus, berechnet das ZEW die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufgegeben wurden. Für die Jahre 2024 und 2025 weist das ZEW bei den statistisch geschätzten Schließungen selbst auf eine „hohe Unsicherheit“ hin.
Zudem wurde die Berechnungsmethode geändert: Bei Firmen im Handelsregister gilt nun bereits der von Creditreform festgestellte Zeitpunkt der Geschäftsaufgabe, wenn dieser vor der offiziellen Löschung liegt.
Zuvor war das Löschdatum im Handelsregister maßgeblich. Nach Angaben des ZEW führt diese Änderung zu einer Verschiebung der Zeitreihe. Die 188.000 sind daher als wissenschaftlich ermittelte Größenordnung zu verstehen und nicht als Zahl von ebenso vielen amtlich bestätigten Schließungen.

Warum Firmen ohne Insolvenz aufgeben

Eine Firma muss nicht zahlungsunfähig sein, um ihren Betrieb einzustellen. Steigen die Kosten, sinkt die Nachfrage oder bleibt dauerhaft zu wenig Gewinn übrig, kann sich ein Eigentümer gegen eine Fortführung entscheiden.
Das ZEW nennt außerdem eine gescheiterte Unternehmensnachfolge sowie Alter, Krankheit und andere persönliche Gründe. Das unterscheidet eine Geschäftsaufgabe von einer Insolvenz. Bei einer Insolvenz sind die finanziellen Probleme so groß, dass ein gesetzlich geregeltes Verfahren notwendig wird. Eine Schließung ohne Insolvenz sagt dagegen zunächst wenig darüber aus, wie gut oder schlecht das Unternehmen zuvor wirtschaftlich dastand.
Das zeigt die Bonitätsentwicklung. Geschlossene Unternehmen wurden von Creditreform früher im Durchschnitt mindestens mit einer schwachen Bonität bewertet. Für 2024 und 2025 liegt die durchschnittliche Einstufung dagegen bei „mittlerer Bonität“. Von einem massenhaften Verlust „gesunder Unternehmen“ zu sprechen, wäre dennoch zu weitgehend. Eine mittlere Kreditwürdigkeit bedeutet nicht automatisch, dass eine Firma profitabel arbeitet oder langfristig gute Aussichten hat.

Wenn der Unternehmer in Rente geht

Ein weiterer Grund gewinnt an Bedeutung: Viele deutsche Firmeninhaber erreichen das Rentenalter. Unter den freiwillig geschlossenen eigentümergeführten Familienunternehmen hatten 2025 rund 29 Prozent einen Inhaber im Alter von mindestens 65 Jahren. 2002 waren es erst 14 Prozent. Nach Angaben des ZEW sind rund 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland eigentümergeführte Familienunternehmen.
Auch die staatliche Förderbank KfW sieht einen wachsenden Generationenwechsel. Nach ihrem Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 sind 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer mindestens 55 Jahre alt. Bis Ende 2029 planen nach KfW-Berechnungen Eigentümer von rund 569.000 mittelständischen Unternehmen, ihren Betrieb stillzulegen. Das wären im Durchschnitt etwa 114.000 Unternehmen pro Jahr. Gleichzeitig streben rund 545.000 Mittelständler von insgesamt 3,87 Millionen eine Übergabe an einen Nachfolger an.
Für die deutsche Wirtschaft kann das Folgen haben. Wird etwa ein Handwerksbetrieb oder spezialisierter Zulieferer geschlossen, können Arbeitsplätze, Kundenbeziehungen und über Jahre erworbenes Fachwissen verloren gehen. Findet sich ein Nachfolger, können diese Strukturen dagegen erhalten bleiben.

Industrie, Bau und Gastronomie mit mehr Schließungen

Die Anzahl der Schließungen stieg 2025 in zahlreichen Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe – dazu gehören die meisten Industriebetriebe – gaben gut 11.000 Unternehmen auf, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Baugewerbe waren es rund 24.000, ein Anstieg von 12 Prozent.
Innerhalb der Industrie gibt es deutliche Unterschiede. Bei energieintensiven Branchen, etwa Teilen der Chemie-, Papier-, Glas- und Metallindustrie, sank die Zahl der Schließungen leicht um 0,2 Prozent. Im Fahrzeugbau registrierte das ZEW dagegen rund 360 Schließungen. Das seien 57 Prozent mehr als 2024, so das ZEW.
Besonders stark war der Anstieg im Gastgewerbe. Rund 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen schlossen, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Handel relativiert der langfristige Vergleich den jüngsten Anstieg. 2025 stieg die Zahl der Schließungen zwar um 8 Prozent auf rund 37.000. Zwischen 2003 und 2011 waren es jedoch durchschnittlich rund 55.000 pro Jahr. Seit 2020 liegt der Durchschnitt bei etwa 35.000.

Warum das Statistische Bundesamt andere Zahlen nennt

Während die Untersuchung von ZEW und Creditreform für 2025 10 Prozent mehr Unternehmensschließungen ermittelt, meldet das Destatis einen Rückgang der Gewerbeabmeldungen um 1 Prozent. Das liegt daran, dass beide Statistiken etwas Unterschiedliches messen.
Eine Gewerbeabmeldung bedeutet nicht automatisch, dass eine Firma endgültig verschwindet. Sie kann auch erfolgen, wenn ein Betrieb verkauft oder verpachtet wird, seine Rechtsform ändert oder in einen anderen Meldebezirk umzieht. Zudem erfasst die Gewerbestatistik etwa Zweigniederlassungen, während das ZEW rechtlich selbstständige Unternehmen betrachtet.
2025 registrierte das Destatis rund 502.200 vollständige Gewerbeaufgaben. Gleichzeitig wurden etwa 640.500 Gewerbe neu gegründet. Bei Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung standen rund 130.100 Neugründungen etwa 99.900 vollständigen Aufgaben gegenüber.
Aus den 188.000 Schließungen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass Deutschland unter dem Strich ebenso viele Unternehmen verloren hat. Während Firmen aufgeben, entstehen gleichzeitig neue. Entscheidend ist zudem, welche Unternehmen verschwinden und welche neu entstehen. Eine neu gegründete Ein-Personen-Firma ersetzt wirtschaftlich nicht automatisch einen geschlossenen Industriebetrieb mit 50 Beschäftigten. Umgekehrt kann ein junges Unternehmen wachsen und später zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Was die Zahlen offenlassen

Für die wirtschaftliche Bedeutung der 188.000 Schließungen reicht die Zahl allein nicht aus. Der Datensatz zeigt, wie viele Unternehmen ihre Tätigkeit einstellen, aber nicht, welches Gewicht diese Firmen hatten. Ein Betrieb mit wenigen Beschäftigten geht ebenso als eine Schließung in die Statistik ein wie ein größerer Arbeitgeber.
Damit bleibt auch offen, wie viele Arbeitsplätze, Produktionskapazitäten oder Investitionen mit den geschlossenen Unternehmen tatsächlich verschwinden. Ebenso wenig lässt sich aus der Zahl erkennen, ob Kunden, Beschäftigte und Aufträge von anderen Unternehmen übernommen werden. Eine Geschäftsaufgabe muss deshalb nicht im gleichen Umfang einen Verlust wirtschaftlicher Leistung bedeuten.
Gerade bei altersbedingten Schließungen dürfte entscheidend sein, ob grundsätzlich tragfähige Betriebe mangels Nachfolgern vom Markt verschwinden. Die ZEW-Daten liefern dafür mit dem steigenden Alter der Inhaber einen Hinweis, erlauben aber keine Aussage darüber, wie viele dieser Unternehmen bei erfolgreicher Nachfolge tatsächlich fortgeführt worden wären.
Für die Bewertung des Standorts Deutschland ist deshalb die reine Zahl der Schließungen nur ein Teil des Bildes. Aussagekräftiger wäre, welche Unternehmen aufgeben, wie viele Beschäftigte betroffen sind und ob ihre wirtschaftliche Tätigkeit an anderer Stelle fortgeführt wird. Diese Fragen beantwortet die Untersuchung nicht.
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Deutschlands größter Batteriepark mit über 700 MWh bald am Netz


In Kürze:

  • Der Batteriepark Förderstedt geht in Kürze mit einer Teilinbetriebnahme ans Netz.
  • Rein rechnerisch kann die Anlage bis zu 500.000 Haushalte mit Strom versorgen – jedoch nur für rund zwei Stunden.
  • Die Kosten liegen bei rund 250 Millionen Euro.

 
In Sachsen-Anhalt entsteht momentan Deutschlands größter Stromspeicher mit mehr als 600.000 Batteriezellen. Der Batteriepark Förderstedt hat inzwischen vollständig Gestalt angenommen: Laut der Betreiberfirma ECO STOR GmbH sind alle Batteriecontainer und Wechselrichter bereits installiert.

Erst 100 MW, später 300 MW

Die Leistung der Gesamtanlage beläuft sich auf 300 Megawatt (MW), die Speicherkapazität auf 718 Megawattstunden (MWh). Die Inbetriebnahme soll in drei Phasen mit je 100 MW erfolgen. In Kürze soll die erste Teilinbetriebnahme stattfinden.
Baustart des Batterieparks war im dritten Quartal 2025. Die kommerzielle Inbetriebnahme der Gesamtanlage ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Auch wenn die weißen Container bereits alle stehen, muss die Baufirma für jeden Abschnitt die technische Anbindung an die Anlagensteuerung sowie dessen technische Inbetriebnahme durchführen. Erst wenn diese eher unsichtbaren Arbeiten abgeschlossen sind, können die Großbatterien ans Netz gehen.

Was bringt die Anlage?

Hierzulande entstehen immer mehr Stromspeicher. Sie sind ein wichtiges Element, die die deutsche Energiewende effizienter machen sollen. Der Fokus auf die wetterabhängigen Energiequellen Solar und Windkraft hat Stunden mit Stromüberschüssen und Stunden mit Strommangel im deutschen Stromerzeugungsportfolio hervorgebracht.
Stromspeicher sollen diese Diskrepanz harmonisieren. Sie nehmen überschüssigen Strom auf. Beim nächsten Strommangel, meist am Abend und nachts, stellen sie den gespeicherten Strom den Verbrauchern zur Verfügung. Das kann teure Stromimporte aus dem Ausland reduzieren.
Der endgültig fertiggestellte Batteriepark Förderstedt soll mit seiner Leistung künftig rechnerisch bis zu 500.000 Haushalte für rund zwei Stunden mit Strom versorgen. Möglich wäre auch eine Versorgung von 250.000 Haushalte für rund vier Stunden. Das Projekt tangiert somit die Versorgung auch außerhalb der Region und hat somit eine bundesweite Bedeutung.
Dazu müssen die Batterien allerdings komplett voll aufgeladen sein. An vielen Tagen im Jahr ist ausreichend Überschussstrom von Windkraft- und Photovoltaikanlagen vorhanden, besonders in den Sommermonaten. Bei einer sogenannten Dunkelflaute kann der Überschussstrom allerdings über mehrere Tage hinweg komplett ausbleiben. Dann müssen Reservekraftwerke, primär Kohle- und Gaskraftwerke, einspringen und – zusammen mit Stromimporten – die Versorgung sichern.
Weitere, ähnlich große Projekte, ebenfalls von ECO STOR, befinden sich entweder im Bau oder sind in Planung. Dazu zählen der Batteriepark Wengerohr in Rheinland-Pfalz und der Batteriepark Weigheim-Trossingen in Baden-Württemberg.

Finanzierung ohne Förderung

Nach Angaben des Agrar-Fachmagazins „Agrar Heute“ hat der Betreiber die Kosten des Batterieparks zuletzt zum Projektstart auf 250 Millionen Euro beziffert. Dabei soll das Projekt vollständig ohne öffentliche und staatliche Fördergelder auskommen. Das habe auch der Wissenschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann (SPD), bestätigt.
Stattdessen ist die Anlage privat finanziert. Das Eigenkapital stammt von den Investoren Nature Infrastructure Capital (NIC) und dem Entwickler „erneuerbarer“ Energien X-Elio.
Dabei dürfte eine solche Anlage nach nur wenigen Jahren die Investitionen wieder erwirtschaftet haben. Aus Branchenkreisen heißt es, dass die Amortisationszeit eines großen Batterieparks normalerweise 5 bis 6 Jahre beträgt.
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IFA-Chef: Messen brauchen auch Entertainment

Nach einem schwierigen ersten Halbjahr für die Hersteller von Haushaltselektronik will die Technikmesse IFA der Branche neuen Schwung verleihen.
Aufgabe der IFA sei es, in diesem schwierigen Umfeld den Fokus auf die Branche zu legen und die Motivation der Menschen zu erhöhen, für Elektronikprodukte Geld auszugeben, sagte IFA-Chef Leif Lindner dpa.

Branche mit Umsatzminus im ersten Halbjahr

Die Branche steht nicht zuletzt aufgrund der angespannten Weltlage unter Druck. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz mit sogenannten technischen Konsumgütern in Deutschland bei 20,6 Milliarden Euro – das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
„Die Konsumstimmung verharrt, bedingt durch die Weltlage und damit verbundene Sparneigung und allgemeine Verunsicherung der Verbraucher, auf einem niedrigen Niveau“, sagte dazu kürzlich Carine Chardon, Geschäftsführerin der Branchenorganisation GFU Consumer & Home Electronics.
Lindner betonte, dass die Sparneigung in Deutschland überdimensional hoch sei. „Man schützt sich hier eher und hält sein Geld beisammen.“
Zudem sei der stockende Wohnungsneubau ein Problem besonders für die Haushaltsgerätebranche. „Wenn ein Mensch umzieht, hat das statistisch gesehen eine Auswirkung auf sechs weitere Haushalte“, sagte Lindner. Weniger Neubau werde so schnell zu einem „massiven Problem“.

Neue Ausrichtung der IFA wird weiter vorangetrieben

Die IFA gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren, unter Lindner hat sie sich zuletzt deutlich verändert. Viel Staub wurde abgekratzt, knalligere Farben prägen das Design. Die drei Buchstaben stehen inzwischen nicht mehr für Internationale Funkausstellung, sondern für den etwas allgemeinen Slogan Innovation for All.
Die Veranstalter sprechen zudem in der Regel von einem Event, nicht von einer Ausstellung oder Messe. Viele Formate zum Mitmachen und Technik ausprobieren werden angeboten, unter anderem wurde für die diesjährige Ausgabe der Bereich Beauty & Wellbeing vergrößert.
„Im Ausland werden Messen wie die IFA in der Regel als Show, punktuell auch als Festivals gesehen“, sagte Lindner. Entertainment neben dem klassischen Messegeschäft sei wichtig, ebenso die Ausrichtung hin zu einem jüngeren Publikum.

Lindner: IFA-Besucher sind jünger geworden, deutlich mehr Frauen dabei

Bei der IFA gibt es inzwischen auch viele Angebote für und mit Internetstars, die während der Ausstellung Videoclips drehen oder auch Podcasts aufnehmen können. Im IFA-Sommergarten treten unter anderem die Berliner Rapperin Ikkimel und Luciano auf, auch hier dürften vor allem junge Menschen Tickets gekauft haben.
Die Neuausrichtung zeige bereits Wirkung, sagt Lindner. Vor einigen Jahren sei der Altersschnitt der Besucher noch knapp über 50 Jahren gewesen, mehr als 90 Prozent aller Besucher männlich. Inzwischen sei jeder zweite Endkonsument, der die IFA besucht, unter 35, der Frauenanteil liege bei mehr als 25 Prozent.

Knapp 2.000 Aussteller dieses Jahr

Anschauen können sich die Besucher dieses Jahr Produkte von knapp 2.000 Ausstellern. Es hätten auch mehr sein können, sagte Lindner, aber es gehe nicht nur darum, die Anzahl zu steigern, sondern eine hohe Qualität an Ausstellern zu haben, die einen Mehrwert für Unternehmen und Fachbesucher haben.
Denn die IFA sei für beide Seiten eine enorm wichtige Business-Plattform. Die IFA öffnet für Privatbesucher ab Freitag bis einschließlich Dienstag, 8. September.

Wünsche an die Stadt? Mehr Unterstützung und ein U-Bahnhof als IFA-Station

Bis 2034 wird die IFA noch mindestens in Berlin bleiben, ein entsprechender Vertrag mit der Messe Berlin wurde vergangenes Jahr unterzeichnet. Die Hauptstadt sei der absolut richtige Standort, sagte Lindner, der selbst in Neukölln groß wurde.
„Was ich mir wünschen würde, ist noch etwas mehr Unterstützung der Stadt“, so der Manager. Die IFA sorge jedes Jahr für 380 Millionen Euro Umsatz in Berlin, etwa bei Hotels, Restaurants, Geschäften und Taxen.
„Wenn man in zehn Jahren mehr als drei Milliarden Euro bringt, würde ich mir wünschen, dass man die IFA anders wertschätzt“, sagte Lindner. Als Beispiele nannte er IFA-Werbung am Brandenburger Tor oder im Messezeitraum die Umbenennung einer U-Bahnstation in „IFA-Station“. (dpa/red)
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EU verschärft Kurs gegenüber China – Handelsdefizit über 350 Milliarden Euro


In Kürze:

  • Das EU-Handelsdefizit mit China erreicht 359,9 Milliarden Euro.
  • Die EU-Importe von Plug-in-Hybridfahrzeugen aus China stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 162 Prozent.
  • Brüssel verhängte Antidumpingzölle von 4,3 bis 45,3 Prozent auf chinesische Pkw- und Leicht-Lkw-Reifen und 60 bis 67,6 Prozent auf Polyamidgarne.
  • Die CO₂-Grenzabgabe CBAM soll auf weitere Produktgruppen ausgeweitet werden.

 
Die EU weitet ihre handelspolitischen Schutzmaßnahmen aus. Hintergrund sind neu veröffentlichte Daten, die einen deutlichen Anstieg der Importe chinesischer Fahrzeuge, Batterien und Maschinen zeigen.
Nach den neuesten Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat, die am 14. August veröffentlicht wurden, beliefen sich die EU-Importe aus China im Juni auf 53,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Im selben Monat exportierte die EU Waren im Wert von 18,8 Milliarden Euro nach China. Daraus ergibt sich ein monatliches Handelsdefizit von 35,1 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 lag es bei 31 Milliarden Euro.

EU verschärfte Importüberwachung

Die EU verhängte zuletzt neue Antidumpingzölle auf chinesische Reifen und Polyamidgarne. Gleichzeitig beobachtet Brüssel weitere Sektoren im Hinblick auf mögliche handelspolitische Maßnahmen.
Neben der Einführung dieser Antidumpingzölle im Juli hat die EU-Kommission ihr im Jahr 2025 eingerichtetes Instrument zur Importüberwachung weiterentwickelt. Ziel ist es, anhaltende und längerfristige Zuwächse bei den Importen zu erfassen.
Die Kommission erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, dass die überarbeitete Methodik insbesondere Produkte identifizieren soll, bei denen die Importmengen steigen und gleichzeitig die Preise fallen. Damit sollen langfristige Entwicklungen erfasst werden, anstatt kurzfristige Veränderungen zu berücksichtigen, die beispielsweise durch zollbedingte Handelsumlenkungen entstehen.

Brüssel sieht Überkapazitäten als Ursache

Nach Angaben der Kommission steht der allgemeine Druck durch die steigenden Importe im Zusammenhang mit Überkapazitäten in der Industrie. Diese führt sie auf staatlich gelenkte Politik und Fördermaßnahmen zurück.
In einer separaten Bewertung des Handels zwischen der EU und China verwies die Kommission auf Chinas „marktverzerrende Industriepolitik und -praktiken“. Dazu zählt sie auch die umfangreiche staatliche Förderung des verarbeitenden Gewerbes.
Die EU importierte 2025 Waren im Gesamtwert von 559,5 Milliarden Euro aus China. Die Exporte nach China betrugen hingegen nur 199,5 Milliarden Euro.
Die Kommission bezifferte das Handelsdefizit auf 359,9 Milliarden Euro und nannte das Verhältnis „kritisch unausgewogen“.

Maschinen und Fahrzeuge besonders betroffen

Einige Importkategorien, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, stufte die EU als sensibel ein und hat entsprechende Handelsmaßnahmen eingeleitet.
Im März begann die Kommission eine Untersuchung zu Schutzmaßnahmen bezüglich der Einfuhren von Spezial-Siliziumstahl. Sie begründete dies mit einem hohen Importdruck, insbesondere aus China. Das Material wird in Leistungstransformatoren verwendet und gilt laut der Behörde als „von entscheidender Bedeutung“ für die Sicherheit der europäischen Energieinfrastruktur.
Mehr als die Hälfte der Industriegüter, die die EU im Jahr 2025 aus China importierte, entfielen auf Maschinen und Fahrzeuge. Zu diesen Kategorien zählen Autos, Industriemaschinen, elektrische Ausrüstung sowie Produkte, die in der gesamten Fertigungsindustrie und Infrastruktur eingesetzt werden.
In der ersten Hälfte dieses Jahres stiegen laut den von Epoch Times ausgewerteten Eurostat-Handelsdaten die Importe aus China in mehreren der größten Kategorien von Industriegütern an.
Die Importe chinesischer elektrischer Maschinen und Geräte wuchsen um 10,2 Prozent auf 85,8 Milliarden Euro. Bei Fahrzeugen und Ersatzteilen betrug der Anstieg 41 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Maschinen und mechanische Geräte legten um 9,1 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro zu.

Importe von Plug-in-Hybridfahrzeugen steigen

Innerhalb der Kategorie der Fahrzeuge fallen chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge weiterhin nicht unter die EU-Ausgleichszölle, die sich gegen chinesische batterieelektrische Fahrzeuge richten.
Ein Aktionsplan der Kommission von 2025 bezeichnete die Fahrzeugindustrie als „zentralen Motor des europäischen Wohlstands“. Die Branche trägt etwa 1 Billion Euro zum BIP bei und beschäftigt direkt und indirekt 13 Millionen Menschen.
Chinesische Importe setzen die Branche unter Druck. Die Importe von chinesischen Plug-in-Hybrid-Pkw stiegen von rund 1,3 Milliarden Euro  im ersten Halbjahr 2025 auf 3,4 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2026. Das entspricht einem Anstieg von rund 162 Prozent.
Die Einfuhren chinesischer batterieelektrischer Pkw, für die Zölle erhoben werden, stiegen im gleichen Zeitraum um etwa 45 Prozent – von 3,1 auf 4,4 Milliarden Euro. Die Importe chinesischer Lithium-Ionen-Batterien stiegen um 39 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro.
Die bestehenden Zölle auf Elektrofahrzeuge wurden nach einer Untersuchung der Kommission im Oktober 2024 verhängt. Diese kam zu dem Schluss, dass chinesische batterieelektrische Fahrzeuge von staatlichen Subventionen profitierten, die den europäischen Herstellern wirtschaftlichen Schaden zufügten. Die Zölle traten am 31. Oktober 2024 in Kraft.
Anschließend identifizierte die Kommission auch Batterien als einen Schlüsselbereich im Wettbewerb mit China. Brüssel erklärte, die EU sei bereit, lokale Hersteller vor unlauteren Praktiken entlang der gesamten Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu schützen – einschließlich Batterien und Bauteile.
Das „Handelsblatt“ berichtete im Juni unter Berufung auf hochrangige EU-Beamte und Branchenquellen, dass die Kommission Ausgleichszölle auf chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge vorbereite. Öffentlich angekündigt hat die Kommission eine solche Untersuchung bislang jedoch nicht.
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte gegenüber Epoch Times, die Kommission beobachte „die Entwicklung der Importe von Hybridfahrzeugen weiterhin“. Eine Stellungnahme dazu, ob ein Handelsschutzverfahren vorbereitet werde, lehnte er ab. Die Kommission kommentiere keine potenzielle zukünftige Fälle, „unabhängig davon, ob etwas in Vorbereitung ist oder nicht“.

Zölle zielen auf Importe, die EU-Herstellern nachweislich schaden

Die verstärkte Überwachung erfolgt parallel zu produktspezifischen Verfahren, in denen die Kommission feststellt, dass chinesische Importe europäischen Herstellern Schaden zugefügt haben.
Im Juli verhängte die Kommission Antidumpingzölle von 4,3 bis 45,3 Prozent auf chinesische Pkw- und Leicht-Lkw-Reifen. Zuvor hatte sie festgestellt, dass die Produkte zu Dumpingpreisen in die EU gelangten und den einheimischen Herstellern schadeten.
Nach Angaben der Kommission beschäftigt die EU-Reifenindustrie in 14 Mitgliedstaaten mehr als 80.000 Menschen. Die chinesischen Importe beliefen sich im Jahr 2024 auf insgesamt fast 93 Millionen Reifen im Wert von über 2,5 Milliarden Euro. Damit entfielen 28 Prozent des EU-Marktes auf chinesische Produkte. Eine parallel laufende Antisubventionsuntersuchung zu diesen Produkten soll im Dezember abgeschlossen werden.
Später im Juli verhängte die Kommission Zölle in Höhe von 60 bis 67,6 Prozent auf Polyamidgarne aus China. Hier ergaben Untersuchungen, dass chinesische Importe zu Dumpingpreisen erfolgten und ebenfalls den EU-Herstellern schadeten.
Diese europäische Industrie beschäftigt in Kroatien, Italien, Spanien, Rumänien und Slowenien direkt etwa 2.000 Menschen. Der EU-Markt hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro. Die Garne werden unter anderem in Sportbekleidung, medizinischen Anwendungen und Heimtextilien verwendet.

Marktanteil europäischer Unternehmen in China schrumpft

„Bloomberg“ zitierte einen Bericht von Goldman Sachs, wonach bestehende und potenzielle EU-Handelsmaßnahmen Auswirkungen auf Produkte haben könnten, die insgesamt 27 Prozent der jährlichen Exporte Chinas in die Union ausmachen. Goldman Sachs fügte an, die tatsächlichen Auswirkungen würden davon abhängen, welche Maßnahmen verabschiedet und wie sie umgesetzt werden.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič wies am 29. Juni bei den Verhandlungen mit Peking auf die Handelsbelastungen hin. Zuvor traf er sich in Brüssel mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Die chinesischen Exporte in die EU würden weiter steigen, während der Marktanteil europäischer Unternehmen in China schrumpfe.
„Dieser Trend ist nicht nachhaltig und der Status quo keine Option“, sagte Šefčovič damals.
Die Kommission teilte der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mit, dass die Kontakte auf technischer Ebene mit Peking fortgesetzt würden. Im Herbst 2026 werde ein weiteres Treffen auf Ministerebene stattfinden.
Auf die Frage, was als greifbarer Fortschritt gelten würde, antwortete die Kommission, sie erwarte Initiativen, die langjährige Probleme in den Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen der EU und China „sinnvoll angehen“. Welche Maßnahmen konkret diesen Standard erfüllen, bliebt offen.

CO₂-Grenzregelungen könnten sich auf die Kosten chinesischer Waren auswirken

Die EU treibt zudem die Ausweitung des Spektrums importierter Industrieerzeugnisse voran, die der CO₂-Grenzabgabe unterliegen.
Die CO₂-Grenzabgabe (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) trat am 1. Januar in Kraft. Aktuell gilt dies für bestimmte Importe von Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln, Strom und Wasserstoff.
Für chinesische Waren, die unter das CBAM fallen, müssen EU-Importeure die CO₂-bezogenen Kosten tragen. Diese sind an die bei der Produktion entstehenden Emissionen gekoppelt.
Am 12. Juni verabschiedete der Rat der Europäischen Union seine Verhandlungsposition zu einem Vorschlag der EU-Kommission, das CBAM auf ausgewählte nachgelagerte Produkte auszuweiten, die erhebliche Mengen an Eisen, Stahl oder Aluminium enthalten.
Der Rat und das EU-Parlament müssen sich noch auf die Rechtsvorschriften einigen, bevor die Erweiterung in Kraft treten kann.
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „EU Steps Up Trade Defenses as Chinese Vehicle, Battery Imports Surge“. (deutsche Bearbeitung ks)
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KI-Boom treibt Gasbedarf: Was Musks Pläne für Europa bedeuten


In Kürze:

  • SpaceX will in den kommenden drei Jahren rund 2,8 Milliarden US-Dollar in Gasturbinen und weitere Ausrüstung investieren.
  • Die Anlagen sollen vor allem xAI mit Strom versorgen und die KI-Rechenzentren unabhängiger vom öffentlichen Netz machen.
  • Der wachsende Energiebedarf von KI-Rechenzentren könnte langfristig die Nachfrage nach Erdgas und LNG erhöhen.
  • Unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU sind durch das Projekt allerdings nicht zu erwarten.

 
Der SpaceX-Konzern von Elon Musk will Börsenunterlagen zufolge über die kommenden drei Jahre rund 2,8 Milliarden US-Dollar für zusätzliche Gasturbinen und Ausrüstung ausgeben. Etwa 2 Milliarden davon sollen auf mobile Gasturbinen entfallen. Zugutekommen soll die Investition vor allem xAI. Die Tochtergesellschaft von SpaceX soll diese verwenden, um Strom direkt an ihren Rechenzentren zu erzeugen. Auf diese Weise will man von möglichen Netzengpässen unabhängig sein.

Streit mit Verbänden um Gasturbinen-Projekt von SpaceX

xAI betreibt unter anderem die großen KI-Rechenzentren „Colossus“ in Memphis und Southaven in Mississippi. Diese kommen unter anderem dem Chatbot Grok zugute. Die Rechenzentren sind auf schnellen Zugang zu enormen Strommengen angewiesen. Wie „Yahoo News“ berichtet, liefen in Southaven zuletzt etwa 60 Gasturbinen. Zudem ist ein dauerhaftes Kraftwerk mit einem Leistungspotenzial von knapp 1,2 Gigawatt vorgesehen. Für dieses würden 41 größere Turbinen benötigt.
Gegen einen Teil des Projekts haben Umweltverbände und Bürgerrechtsgruppen wie NAACP geklagt. Sie halten den Betrieb bis auf Weiteres für nicht zulässig, weil US-Umweltbehörden diesen erst genehmigen müssten. xAI steht hingegen auf dem Standpunkt, die mobile Aufstellung der Turbinen sei auch ohne eine solche möglich. Diese Auslegung würde die Rechtslage in Mississippi zulassen.
Die US-Umweltschutzbehörde EPA hingegen kam auf der Grundlage von Berichten zu der Schlussfolgerung, dass der Betrieb gegen Bundesrecht verstoße. Noch 2015 hatte Musk in einem Gespräch mit dem Entertainer Neil deGrasse Tyson die Nutzung fossiler Brennstoffe als das „mit Abstand dümmste Experiment der Geschichte“ bezeichnet. Er begründete dies mit begrenzten Ressourcen und der Unausweichlichkeit der Transformation zu sauberer Energie.

Nicht nur xAI braucht immer mehr Strom für seine Rechenzentren

Die KI-Revolution hat nun offenbar zu einem Umdenken geführt. Gasturbinen lassen sich in relativ kurzer Zeit installieren. Außerdem können sie Strom unabhängig von der Verfügbarkeit von Solarstrom und Windenergie liefern. Mobile Anlagen sollen helfen, umfangreiche Umweltprüfungen oder Netzanschlussverfahren zu umgehen. Zudem bindet diese Infrastruktur xAI an Gaslieferungen, Gasleitungen, Speicher oder LNG-Terminals.
Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht den Strombedarf nicht nur bei Elon Musk. Die Internationale Energieagentur (IAE) erwartet, dass sich der Verbrauch von Rechenzentren insgesamt bis 2030 auf etwa 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. Erdgas und Kohle könnten zusätzlichen Bedarf zusammen zu mehr als 40 Prozent decken. In Europa würden erneuerbare Energien und Kernenergie eine größere Rolle spielen müssen.
Einer Analyse der EZB zufolge könnte in einem extremen Szenario der wachsende Strombedarf der weltweiten Rechenzentren auch Auswirkungen auf die Versorgungslage in Europa haben. Sollte der zunehmende Bedarf vollständig durch Gas gedeckt werden, würde dies die Marktpreise für Gas in Europa und Asien um etwa 9 Prozent erhöhen. Allerdings sei dies eher ein Stressszenario und der KI-bedingte Anstieg an diesem Szenario wäre im Verhältnis zum gesamten Gasmarkt begrenzt.

Größere Nachfrage nach Gasturbinen für Rechenzentren könnte Weltmarkt beeinflussen

Steigt die Gasnachfrage in den USA bedingt durch die Rechenzentren stark, könnte dies jedoch bei angespanntem Weltmarkt für eine stärkere Nachfragekonkurrenz zwischen Europa und Asien führen. Dies würde höhere LNG-Preise und größere Preisschwankungen in kalten Wintern oder bei Lieferausfällen befürchten lassen.
Dies ist allerdings ein perspektivisches mögliches Szenario. Kurzfristige und unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU hat das Musk-Projekt nicht. Steigt der Bedarf, könnte jedoch auch xAI weltweit Erdgas oder LNG langfristig vom europäischen Markt abzieht.
Da die USA ein zentraler LNG-Lieferant für Europa sind, könnte eine stärkere Inlandsnachfrage nach Gas mittelbar die Exportmengen oder die Preisbildung beeinflussen. Dies ist jedoch kein Automatismus. Es kommt auch auf Faktoren wie zusätzliche Fördermengen, LNG-Exportkapazitäten, Wetter, asiatische Nachfrage und langfristige Lieferverträge an.
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Koalition will E-Auto-Prämie an EU-Kriterien ausrichten

Die Spitzen der Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben beschlossen, die E-Auto-Prämie zu überarbeiten, um die heimische Produktion zu fördern. Das geht aus einem Beschlusspapier der Fraktionsklausur hervor, über das das Magazin „Politico“ berichtet.
Demnach sollen die Präferenzregeln der EU herangezogen werden, die derzeit erarbeitet werden. „Sobald die Bundesregierung EU-rechtskonforme und möglichst EU-weit harmonisierbare Local-Content-Kriterien und tragfähige EU-Präferenzregelungen erarbeitet hat, werden diese in das laufende Förderprogramm integriert“, heißt es in dem Papier.
Bereits Anfang August hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann gegenüber dem Magazin „Politico“ gefordert, zusätzliche Kriterien bei der E-Auto-Prämie einzubauen, damit die Förderung vermehrt bei deutschen Herstellern ankommt.
„Von der aktuellen E-Auto-Prämie profitieren vor allem außereuropäische Hersteller“, sagte Hoffmann damals. „Wir müssen die Förderung so ausrichten, dass die Wertschöpfung dieser Fahrzeuge größtenteils in Europa stattfindet.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, sagte dem „Politico“ daraufhin, die E-Auto-Prämie sei der naheliegendste Anwendungsfall für sogenannte „Local-Content-Kriterien“.
Im Rahmen des „Industrial Accelerator Acts“ erarbeitet die EU-Kommission derzeit die sogenannten „Local-Content-Regeln“. Das bedeutet, dass ein gewisser Anteil der Wertschöpfung bei bestimmten Beschaffungen in der EU stattfinden muss.
Bislang hat die Bundesregierung sich dem Vorhaben gegenüber eher skeptisch gezeigt, um den Freihandel nicht zu stark einzuschränken. Stärkster Verfechter der Präferenzregeln ist Frankreich.
Zudem haben die Fraktionsspitzen von Union und SPD Änderungen am Autopaket der Europäischen Union gefordert. So solle die von der EU-Kommission geplante Verschärfung des „Utility Factor“ ab kommendem Jahr ausgesetzt werden, heißt es darin. Der „Utility Factor“ bestimmt, wie stark Hybride und elektrische Fahrzeuge in die CO2-Flottengrenzwerte der Hersteller einfließen.
Die EU plant, den Faktor weiter abzusenken – Hybride würden damit die Bilanz der Flottengrenzwerte stärker belasten.
„Mehremissionen oberhalb des Zielwerts von 90 Prozent müssen nicht vollständig kompensiert werden“, fordern die Fraktionen von Union und SPD weiter. Außerdem müsse der Zielwert für grünen Stahl „erreicht werden“. (dts/red)
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E-Autos: Welche Steuern und Kosten künftig drohen könnten


In Kürze:

  • E-Autos sind bis Ende 2035 von der Kfz-Steuerbefreit.
  • Ab 2036 könnte die reduzierte Kfz-Steuer nach Gewicht gelten.
  • Mögliche Kilometer- oder Ladestromabgaben werden diskutiert. Diese hätten einen größeren Einfluss auf die laufenden Kosten.
  • Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist der Ladepreis: Wer überwiegend zu Hause lädt, fährt derzeit deutlich günstiger als beim öffentlichen Schnellladen.

 
Hohe Treibstoffkosten an den Tankstellen und eine neu aufgesetzte Förderung hat die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland zuletzt wieder anziehen lassen. Dazu kommt die Entscheidung der Bundesregierung vom vergangenen Monat, reine Elektroautos bis Ende 2035 von der Kfz-Steuer zu befreien. Dies gilt vorerst für solche, deren Erstzulassung bis 31. Dezember 2030 erfolgt. Ursprünglich sollte 2030 mit der Befreiung Schluss sein.
Nach 2035 soll die Kfz-Steuer bei E-Autos anhand des zulässigen Gesamtgewichts berechnet werden. Faktoren wie Batteriegröße, Motorleistung, Stromverbrauch oder tatsächlich gefahrene Kilometer wären dann irrelevant. Außerdem soll die Steuer weiterhin einer dauerhaften Ermäßigung um 50 Prozent unterliegen.

Einige Länder besteuern heute schon E-Autos

Es stellt sich auch die Frage, ob Elektroautos schon vor 2035 anderweitig besteuert werden könnten. Schon jetzt forcieren Think-Tanks wie Agora Verkehrswende die Debatte über neue Besteuerungsmodelle für die Zukunft. Diese könnten dann gleichermaßen für E-Autos und Verbrenner- oder Hybridmodelle gelten.
Der Blick fällt dabei auch auf das Ausland. So erheben die Schweiz laut „Focus“ und manche Bundesstaaten der USA eine Ladestromsteuer. Bereits praktizierte Modelle bewegen sich dabei innerhalb einer Spanne von knapp 3 und 24 Eurocent pro Kilowattstunde. Während in US-Bundesstaaten keine Steuer auf privat erzeugten Strom anfällt, bezieht die Schweiz auch diesen mit ein.
Eine mögliche Alternative wäre eine Kilometerabgabe, die sich – anders als eine pauschale Maut – nach der Summe der tatsächlich gefahrenen Kilometer im Jahr bemisst. Bereits jetzt gilt in mehreren Ländern eine solche Regelung.
Island erhebt laut „Focus“ etwa den jährlichen Kilometerstand der Fahrzeuge und berechnet umgerechnet 5 Cent pro Kilometer an Steuer. Neuseeland verlangt 37 Euro auf 1.000 Kilometer, Großbritannien plant, eine Kilometerabgabe von umgerechnet 2,2 Cent einzuführen.

Was heute für die Kosten besonders relevant ist

Bliebe es nur bei der derzeitigen Regelung, die für E-Autos nur eine Kfz-Besteuerung nach Gewicht vorsieht, hätte der Fahrzeughalter eines 1.630 Kilogramm schweren Wagens wie ein BMW i3 laut dem ADAC ab 2036 mit einer jährlichen Kfz-Steuer von 50 Euro zu rechnen.
Demgegenüber läge die jährliche Belastung eines Benziners mit knapp 1,5 Litern Hubraum und 167 Gramm CO₂-Ausstoß pro Kilometer heute schon laut Zoll bei etwa 198 Euro im Jahr. Ein Diesel mit 1,968 Litern Hubraum und 161 Gramm CO₂-Ausstoß pro Kilometer käme auf 341 Euro.
In einem noch erheblicheren Maße zu den Kosten des Betriebs eines E-Autos trägt jedoch der Strompreis bei. Dieser hängt im Kontext der E-Mobilität vorwiegend davon ab, wo ein Ladevorgang stattfindet – und in welcher Art.
So ist das Laden der Autobatterie mit überschüssigem Strom aus der eigenen mit Photovoltaik betriebenen Wallbox besonders günstig. Einer jüngst veröffentlichten ADAC-Berechnung zufolge, zitiert von einem spanischen Ladestadionheftsteller, entstehen dabei Kosten von 1,44 Euro auf 100 Kilometer.
Beim Laden mit dynamischem Tarif fallen zu günstigen Stunden etwa 4,50 Euro auf der gleichen Strecke an, mit Normaltarif etwa 6,66 Euro.
Demgegenüber betragen die Kosten pro 100 Kilometer bei öffentlichem AC-Laden – also der Aufladung mit Wechselstrom – bereits 9,36 Euro. Die öffentliche Gleichstromaufladung (DC) verursacht bereits 10,80 Euro, und das ebenfalls mit Gleichstrom erfolgende High-Power-Charging wäre noch teurer.
Es kommt bezüglich der Wirtschaftlichkeit von E-Autos nicht darauf an, wie hoch die Kfz-Steuer ist, sondern die Art des Ladens.

Kfz-Gewichtssteuer würde Attraktivität des E-Autos kaum beeinflussen

Bliebe es ab 2036 beim heutigen System mit der reduzierten Gewichtssteuer, würde diese bei beispielsweise 50 Euro für ein 1.630-Kilo-Fahrzeug die Gesamtkosten kaum beeinflussen.
Und selbst eine deutliche Erhöhung der Kfz-Steuer bliebe im Verhältnis zu den Energiekosten zunächst überschaubar. Obwohl viele E-Autos wegen ihrer großen Batterien deutlich schwerer sind als vergleichbare Verbrenner, wäre dieses im Betrieb auch bei einer deutlich höheren Kfz-Steuer günstiger.
Im Fall einer Kilometerabgabe von beispielsweise 2 Cent pro Kilometer fielen hingegen bereits ab einer Jahresleistung von 10.000 Kilometern 200 Euro an Steuern an. Dies entspräche einem Vielfachen der derzeitigen gewichtsbezogenen Kfz-Steuer. Die Politik könnte einem solchen Ansatz nähertreten, weil mit zunehmender Elektrifizierung des Verkehrs langfristig die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinken.
Die Kilometerabgabe würde nicht primär das Auto besteuern, sondern dessen Nutzung. Angesichts der nach wie vor anfallenden Kosten für Straßen und Verkehrsinfrastruktur könnte es einen politischen Vorstoß in dieser Richtung geben.

Ladestromsteuer könnte Effizienz belohnen – aber Betrieb deutlich verteuern

Die Ladestromsteuer wäre hingegen eine Art „Energiesteuer für E-Autos“. Bei einem angenommenen Verbrauch von 18 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer hingen die Mehrkosten von der Höhe der Steuer ab. Bei 5 Cent pro Kilowattstunde würden auf 100 Kilometer umgerechnet 90 Cent mehr an Kosten anfallen, bei 22,8 Cent – wie in der Schweiz vom Bundesrat vorgeschlagen – wären es schon 4,10 Euro.
Eine Ladestromsteuer würde im Unterschied zur Kilometersteuer jedoch Effizienz belohnen. Ein Auto, das nur 15 Kilowattstunden für eine Strecke verbraucht, wäre bessergestellt gegenüber einem 25-Kilowattstunden-Verbraucher. Allerdings wäre sie auch technisch komplizierter, weil sie differenzieren müsste zwischen den Stromquellen, aus denen jeweils der verwendete Strom stammt.
In Summe würde selbst eine deutliche Erhöhung der Kfz-Steuer nichts an den Kostenvorteilen des E-Autos ändern – zumindest, solange ein signifikanter Teil der Ladevorgänge an der privaten Wallbox stattfände. Demgegenüber könnte eine hohe Ladestromsteuer wie in der Schweiz die bisher noch vorhandenen Kostenvorteile von E-Fahrern infrage stellen, die hauptsächlich an öffentlichen Ladestationen laden.
Bis 2036 können sich jedoch noch einige Parameter deutlich verschieben. Diese reichen von der jeweiligen Entwicklung der Marktpreise für Strom und Treibstoff bis zu Fragen wie dem CO₂-Preis oder der jeweiligen Gesamtsteuerbelastung.
Nicht einkalkuliert sind in den Berechnungen Anschaffung, Finanzierung, Wertverlust, Versicherung, Reparaturen und mögliche Batteriekosten.
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Schwarz-Gruppe plant 5,6 Milliarden Euro-Investition in Rechenzentrum bei Rostock

Die für ihre Handelsketten Lidl und Kaufland bekannte Schwarz-Gruppe will 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock investieren. Geplant sei der Aufbau eines Datacenters mit einer Kapazität von 240 Megawatt bis 2033, teilte das Unternehmen mit.
„Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen“, sagte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. In Brandenburg baut Schwarz bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum. Die Investitionskosten belaufen sich da auf elf Milliarden Euro.

Investor mit Sitz in Baden-Württemberg

Die Schwarz-Gruppe als Investor ist mit über 600.000 Mitarbeitern weltweit insbesondere für ihre Handelsketten bekannt, seit Jahren aber auch mit der Sparte Schwarz Digit als IT-Dienstleister unterwegs. Diese bietet Leistungen wie Cloud-Dienste und Cybersicherheit an.
Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr machte Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro – ein Wachstum auf Jahressicht von 16 Prozent. Das Plus ging demzufolge wesentlich auf die wachsende Nachfrage nach Cloud-Lösungen zurück. Schwarz Digits ist insgesamt eine von fünf Sparten der Gruppe, die zuletzt einen Gesamtumsatz von 185,6 Milliarden Euro auswies. Den größten Anteil daran haben nach wie vor Lidl und Kaufland. Die Schwarz-Gruppe sowie die Sparte Digits sitzen bei Heilbronn in Baden-Württemberg.
Digitale Souveränität bedeutet, dass Firmen und Staaten selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann – unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Technologiekonzernen. Schwarz will sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen.
Das Unternehmen traut sich zu, zum „Hyperscaler“ zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

Rechenzentren für den gesamten Datenverkehr wichtig

Rechen- oder Datenzentren sind dafür unerlässlich. In einem Rechenzentrum stehen große Server und Computer, in denen Daten gespeichert, verarbeitet und verteilt werden. Sie sind nicht nur für große Unternehmen wichtig, die dort ihre Firmendaten speichern, sondern auch für ganz normale Bürger. Jedes Mal, wenn jemand ein Video auf seinem Handy anschaut oder etwa eine Mail schickt, läuft der Datenverkehr über ein solches Rechenzentrum.
In Dummerstorf sollen die Kapazitäten zunächst einmal für den Bedarf der Schwarz-Gruppe selbst genutzt werden – also für Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Gleichzeitig „würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken“, hieß es in einer Pressemitteilung. Bis 2045 könnte das Datenzentrum demnach auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt ausgebaut werden.

Windkraft als Standortvorteil?

Mecklenburg-Vorpommern deckt aktuell bereits mehr als die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windenergie. Rein rechnerisch produziert das Land sogar deutlich mehr Windenergie als es selbst an Strom verbraucht.
Bislang wird ein Großteil des Stroms über Hochspannungsleitungen in den Süden Deutschlands geführt. Da es in Dummerstorf einen Anschluss an das Höchstspannungsnetz gibt, kann der Strom relativ effizient bis zur Anlage transportiert werden. Das Klima begünstige außerdem eine wirkungsvolle Kühlung, teilte Schwarz mit. Immerhin müssen die teuren Server vor Überhitzung geschützt werden.
Angedacht ist bei der Anlage bei Rostock aber auch eine Nutzung der Abwärme für die Wärmeversorgung der Hansestadt. Mit den Stadtwerken sei eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet worden. In Lübbenau gibt es bereits eine ähnliche Abmachung zur Nutzung der Abwärme.

Booster für den Landtagswahlkampf?

Wie stark die Landesregierung von der Ankündigung der Milliardeninvestition profitieren kann, bleibt abzuwarten. Die Windkraft ist bei vielen Bürgern umstritten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betont allerdings immer wieder die aus ihrer Sicht günstigen Strompreise durch erneuerbare Energien. Kurz vor der Landtagswahl verwies sie bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen darauf, dass grüner Strom im Land für fünf Cent pro Kilowattstunde produziert werden könne.
Sie forderte aber zugleich die Energieproduzenten auf, die Preise an die Unternehmen und Verbraucher im Land weiterzugeben. Zugleich sollen Kommunen und Bürger der Orte, in denen große Windkraftanlagen stehen, an den Gewinnen beteiligt werden, um die Akzeptanz zu fördern.
Das neue Rechenzentrum dürfte zwar als Beleg dafür gelten, dass mit Hilfe der Windkraft neue Industrien ins Land gelockt werden. Es entstehen Tausende Arbeitsplätze während des Baus und nach Unternehmensangaben auch 120 Jobs für Hochqualifizierte im Betrieb. Durch Wartung, Instandhaltung und Dienstleistungen profitieren auch zahlreiche regionale Unternehmen im Umfeld des Rechenzentrums. Doch dem ganz praktischen Nutzen stehen viele Vorurteile entgegen. Viele Menschen sind skeptisch gegenüber Künstlicher Intelligenz, sie fürchten, dass die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz bedroht. (dpa/red)
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Probleme bei Gewerbeimmobilien: Gewinneinbruch bei drittgrößter Landesbank

Gewinneinbruch für Deutschlands drittgrößte Landesbank Helaba im ersten Halbjahr: Belastungen im gewerblichen Immobiliengeschäft haben der Landesbank Hessen-Thüringen die Zwischenbilanz verhagelt. Der Vorsteuergewinn fiel mit 194 (Vorjahr: 458) Millionen Euro nicht einmal halb so hoch aus wie ein Jahr zuvor, auch der Überschuss schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 148 (342) Millionen Euro.
„Dieses Halbjahresergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen“, räumte Helaba-Chef Thomas Groß ein. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr schraubte der Vorstand nach unten: Statt zwischen 600 und 700 Millionen Euro Vorsteuerergebnis werden noch rund 500 Millionen Euro erwartet.
Nach Ergebnissen auf Rekordniveau im Gesamtjahr 2026 hatte sich die Helaba auch wegen der unsicheren Weltlage auf einen Gewinnrückgang eingestellt, allerdings nicht in diesem Maße.

Helaba legt mehr Geld für weitere Rückschläge zurück

Das Halbjahresergebnis sei „deutlich geprägt von den Auswirkungen der anhaltenden geopolitischen Verwerfungen, dem damit einhergehenden Anstieg des Marktzinsniveaus und der weiterhin verhaltenen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland“, erklärte die Landesbank.
Insbesondere das Geschäft mit Gewerbeimmobilien, in dem die Helaba stark engagiert ist, sei belastet. Weil wegen des Homeoffice-Trends weniger Büroflächen gebraucht werden, ist der Markt für solche Immobilien in vielen Ländern seit einiger Zeit unter Druck.
Die Helaba erhöhte ihre Vorsorge für mögliche Kreditausfälle vor allem wegen der Probleme bei Gewerbeimmobilien im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 53 Prozent auf 198 Millionen Euro. (dpa/red)