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Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Gardasee: Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Ab 2028: USA wollen Kernkraftwerke ins All und auf den Mond schießen


In Kürze:

  • Die USA haben das Start-up Antares beauftragt, einen Kernreaktor für Weltraummissionen zu entwickeln.
  • Zunächst ist eine nukleare Bodendemonstration geplant.
  • Insgesamt investieren die USA bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar für neue Auftragsvergaben in diesem Bereich bis 2031.

 
Bereits seit Jahren tüfteln Unternehmen und Raumfahrtorganisationen an einem Einsatz eines Kernreaktors für eine stabilere Stromversorgung in einem Raumfahrzeug. Kerntechnik im All gibt es allerdings schon länger in Form von Nuklearbatterien. Nun soll ein Durchbruch künftig längere Weltraummissionen ermöglichen.
Einen Vorstoß in diese Richtung wagte im September das Beschaffungsamt der US-Luftwaffe für die Weltraumstreitkräfte. Die US-Behörde beauftragte dazu das US-amerikanische Start-up Antares Nuclear, die Kernenergie im Weltraum voranzutreiben.
Dazu erhält Antares von der Behörde Fördermittel in Höhe von 161 Millionen US-Dollar (142,6 Millionen Euro). Nach Angaben des Start-ups sei dies aktuell der größte Auftrag des Verteidigungsministeriums im Bereich der Weltraumkernenergie.

Der Firmensitz von Antares Nuclear in Torrance im US-Bundesstaat Kalifornien.

Foto: Antares Nuclear, Inc. 2026

Demonstration eines Weltraumreaktors

Das erst 2023 gegründete Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von kompakten, modularen Mikro-Kernreaktoren spezialisiert. Diese sind für die militärische Energieversorgung und die Raumfahrt gedacht. Jordan Bramble, Geschäftsführer und Mitbegründer von Antares sagte:
„Der Weltraum steht seit der Gründung des Unternehmens im Mittelpunkt der Antares-Vision. Diese Partnerschaft mit der Space Force verwandelt diese langjährige Vision in eine konkrete Weltraummission. Die Kernspaltung wird strategische Fähigkeiten erschließen, die heute noch unmöglich sind.“
Im Rahmen dieses Programms plane Antares zunächst eine nukleare Bodendemonstration des Weltraumreaktors R1-S. Vor dem Start wolle das Start-up R1-S in ein Raumfahrzeug integrieren, um die Flugzulassung zu erlangen. Das Unternehmen beabsichtige zudem eine einsatzfähige Boden-zu-Weltraum-Anlage mit seinem stromerzeugenden Reaktor „Mark-1“ mit Energie zu versorgen. Ein Test dafür ist 2027 vorgesehen. Der 161-Millionen-Dollar-Deal fördert beide Reaktoren.
Am 4. Juni 2026 habe der Nulleistungs-Mikroreaktor „Mark-0“ von Antares laut eigenen Angaben unter der Genehmigung des Energieministeriums die Kritikalität, eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion, erreicht. Es ist das erste Mal, dass ein Privatunternehmen dieses Ergebnis erzielt habe.

Die Montage eines Mark-0-Reaktors durch das Start-up Antares.

Foto: Antares Nuclear, Inc. 2026

Der Mark-1-Reaktor des Unternehmens soll 2027 mehr als sechs Monate in Betrieb sein. Seine elektrische Leistung ist mit bis ein Megawatt angegeben, die er theoretisch über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahre erbringen kann.

Weltraum- und Militärprogramm

Die Auszeichnung unterstützt die im US-Dekret 14369 „Sicherung der amerikanischen Weltraumüberlegenheit“ festgelegten Ziele. Dazu zählt, Kernreaktoren bereits ab 2028 in den Weltraum und bis 2030 auf den Mond zu bringen.
Neben der R1-S-Mission von Antares strebt auch die NASA eine konkrete zivile Weltraummission an – ebenfalls mit Kernenergie. Das unter dem Namen „Space Reactor-1 Freedom“ (SR-1) aufgeführte Programm soll Ende 2028 zum Mars starten. Bei dieser Mission soll ein Kernreaktor erstmals auch Energie für den Antrieb des Raumfahrzeugs außerhalb der Erdumlaufbahn bereitstellen.
Die staatliche Auftragsvergabe an Antares ist eine von mehreren. Ende August hat die US-Armee verkündet, dass Antares Mikroreaktoren an den Standort Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina liefern solle.
Die Auftragsvergaben sind Teil des „Janus-Programms“ der US-Armee. Dieses wiederum ist Teil einer Initiative zur Entwicklung mobilerer Stromversorgungskapazitäten zur Unterstützung militärischer Operationen in abgelegenen Regionen.
Für diese neuen Auftragsvergaben stellen die USA insgesamt bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar für ausgewählte Unternehmen bis 2031 bereit. Die Höhe der Gesamtförderung hängt davon ab, ob die Unternehmen die Projektmeilensteine erreichen. Die US-Armee erwartet, dass die Unternehmen im Rahmen dieser Verträge in Summe mehr als 20 Kernreaktoren liefern werden.

Bisherige Stromquellen im All

Oftmals generieren die Raumfahrtorganisationen Strom durch Sonnenlicht mithilfe von Solarzellen. Deren Ertrag ist begrenzt und sie funktionieren in zunehmender Entfernung zur Sonne schlechter und im Schatten von Himmelskörpern nicht.
Ebenso gibt es Nuklearbatterien, auch Radioisotopengeneratoren genannt. Sie wandeln die thermische Energie oder die Zerfallsstrahlung eines Radionuklids, meist Plutonium-238, in elektrische Energie um.
Erstmals setzten die USA 1961 mit dem Transit 4A einen RTG ein. Seither flogen Dutzende mit RTGs ausgestattete Raumfahrzeuge in den Orbit – und darüber hinaus. Dazu zählten Pioneer 10 und 11, Voyager 1 und 2, Galileo, Ulysses, Cassini und New Horizons.
Die RTGs haben den Vorteil, dass sie leicht und zuverlässig genug für eine Weltraumsonde sind. Zudem können sie ausreichend lange Strom liefern. Ihre elektrische Leistung beträgt meist ein paar 100 Watt, ihre Lebensdauer Jahrzehnte. Sie betreiben Instrumente und die Heizung.
Bei kompakten Kernreaktoren denken viele auch an die SMR-Anlagen (Small modular Reactor). Allerdings gibt es klare Anwendungsunterschiede. Während SMR rund 50 bis 300 MW Leistung haben, liegt die von dem Mark-1-Reaktor nur bei bis zu 1 MW. Zudem ist letzterer nicht für den Netzanschluss, sondern für eine Insellösung ausgelegt.
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Netanjahu lädt indischen Piloten des Flydubai-Flugs nach Israel ein

Nach der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags auf eine Flydubai-Maschine mit vorwiegend israelischen Passagieren an Bord hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den indischen Piloten Smit Machchhar als „wahren Helden“ bezeichnet und ihn nach Israel eingeladen.
„Sie sind ein wahrer Held der tapferen Völker Indiens und Israels, und Sie sind ein Held der ganzen Welt“, sagte Netanjahu am 3. Oktober zu dem im Krankenhaus liegenden verletzten Piloten in einem Telefonat, wie ein von Netanjahus Büro veröffentlichtes Video zeigte.
Er wünsche sich, dass Machchhar und der indische Premierminister Narendra Modi – einer der wichtigsten internationalen Partner Israels – bei einer Feier zum israelischen Unabhängigkeitstag im kommenden Mai die Fackel entzünden, sagte Netanjahu. Diese Rolle ist normalerweise israelischen Staatsbürgern vorbehalten.

Was geschah während des Fluges?

Machchhar war während des Flugs von Dubai nach Israel vom Copiloten im Cockpit mit der Rettungsaxt angegriffen worden. Er schaffte es jedoch, schwer verletzt mit letzter Kraft die Cockpittür zu öffnen. Passagiere konnten daraufhin den Angreifer überwältigen. Eine zweite Crew an Bord landete die Maschine mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern dann sicher in Saudi-Arabien.
Am Donnerstag hatte bereits der indische Regierungschef Narendra Modi Machchhar als „Held“ bezeichnet. Der Pilot habe dazu beigetragen, „eine große Tragödie abzuwenden“, betonte Modi.
Nach den Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der VAE hatte der Copilot einen „Terrorakt“ geplant. Er befindet sich nun in den Emiraten in Gewahrsam. Dort liegt auch der schwer verletzte Machchhar in einem Krankenhaus.

Dieser Screenshot aus einem von AFPTV am 30. September 2026 veröffentlichten Video zeigt Rettungskräfte vor dem umgeleiteten flydubai-Flug FZ 1073, kurz vor dessen Abflug vom saudischen Flughafen Tabuk nach Tel Aviv.

Foto: AFPTV/AFP via Getty Images

Schläge auf den Hinterkopf

Auf die Frage, wie der Angriff abgelaufen sei, schilderte Machchhar, der Copilot habe um Erlaubnis gebeten, ein Gebet abzuhalten, was nicht ungewöhnlich sei.
Während der Copilot betete, habe Machchhar „aus Respekt nach vorne und nicht nach hinten geschaut“. Nach vier bis fünf Minuten habe er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf gespürt.
„Mein erster Gedanke war, dass das Flugzeug beschädigt sei und etwas nicht stimmt“, sagte Machchhar. „Aber dann folgten weitere Schläge. Da wurde mir klar, dass es nicht am Flugzeug lag, sondern an dem Mann, der mit mir im Cockpit saß.“
Er habe es trotz seiner Verletzungen geschafft, die Cockpitür aufzureißen, „aber ich glaube, er hat sie wieder zugemacht“, sagte Machchhar. Dann habe er alles gegeben, mit letzter Kraft die Tür aufgerissen „und zum Glück warteten dort Leute“, sagte der Pilot. (afp/red)
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Merz ignoriert Moskaus Warnung: Kanzler, Reiche und Wirtschaftsdelegation besuchen Kiew

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht am 4. Oktober Kiew, er wird von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begleitet. „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns“, sagte der CDU-Chef bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew.
Erst am Vortag hatte Russland Ausländer und Diplomaten gewarnt, die ukrainische Hauptstadt zu besuchen. Jeder, der die Warnung missachte, setze sich einer „tödlichen Gefahr“ durch „massive russische Vergeltungsschläge“ aus, teilte das russische Außenministerium in Moskau am 3. Oktober mit.

Es geht um Abfangdrohnen und anderes

Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen russische Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können.
Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden können.
Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden – und weitere 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.
Merz will mit seinem Besuch ein deutliches Signal für die Unterstützung der Ukraine setzen.

Merz will mit seinem Besuch ein deutliches Signal für die Unterstützung der Ukraine setzen.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Moskau ruft Ausländer zum Verlassen Kiews auf

Die Sicherheitslage in der Ukraine hat sich in den vergangenen Monaten massiv verschlechtert. Drohnenangriffe nehmen zu – auch in der Hauptstadt Kiew und auf Personenzüge.
Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Kanzler-Zuges warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew. Sie sollten die Stadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung.
Als Grund nannte das Ministerium, dass die russischen Streitkräfte „als Reaktion auf die terroristischen Aktionen der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur unseres Landes (Russlands) weiterhin systematisch gezielte Schläge gegen militärische Ziele in Kiew und anderen ukrainischen Städten führen“.

„Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen“

Merz ließ sich davon nicht von Reiseplänen abbringen. Er sei nach Kiew gereist, „weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht“, sagte er bei seiner Ankunft.
„Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke.“ Die Ukrainer ließen sich aber durch den Terror Russlands nicht unterkriegen. „Ich werde Präsident Selenskyj heute sagen: ‚Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen.‘“
Merz hatte der Ukraine am 1. Oktober in einer Grundsatzrede die anhaltende Solidarität Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland zugesichert – trotz aller Widerstände gegen weitere Milliardenhilfen im eigenen Land.
„Wanken wir in Deutschland, dann wankt Europa. Wankt Europa, dann wankt auch die Ukraine“, mahnte er bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die NATO in Münster.
Das Versprechen, weiter fest an der Seite der Ukraine zu stehen, soll nun mit dem Besuch in Kiew untermauert werden. Deutschland ist finanziell und militärisch der wichtigste Unterstützer der Ukraine.
In Deutschland wächst der Widerstand gegen die Milliardenhilfen. AfD, Linke und BSW machen mit dem Thema Wahlkampf, worauf Merz in seiner Rede in Münster auch einging. Er sprach von „Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner“. Man werde sich in Deutschland nicht spalten lassen, versprach er den Ukrainern.

Vierter Kanzlerbesuch seit Kriegsbeginn

Es ist der vierte Besuch eines Bundeskanzlers seit Februar 2022. Merz‘ Vorgänger Olaf Scholz (SPD) war in seiner dreieinhalbjährigen Amtszeit zweimal im Kriegsgebiet.
Merz besuchte Kiew im Mai vergangenen Jahres vier Tage nach seiner Vereidigung als Kanzler im Bundestag – zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem damaligen britischen Premierminister Keir Starmer und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk.
Es war die erste größere gemeinsame diplomatische Initiative der Europäer, um zu einem Frieden in der Ukraine zu kommen. Von Kiew aus forderten die vier Staats- und Regierungschefs damals Russland ultimativ zu einem bedingungslosen Waffenstillstand auf. Daraus wurde nichts, auch spätere diplomatische Initiativen verliefen zunächst im Sande.

Erste Tuchfühlung mit Moskau ernüchternd

Merz hofft nun darauf, Russland mit anhaltendem militärischen Druck an den Verhandlungstisch zu bewegen.
Außenminister Johann Wadephul hatte vor wenigen Tagen erstmals seit Jahren wieder Tuchfühlung mit Moskau aufgenommen und den russischen Außenminister Sergej Lawrow in New York getroffen. Das Ergebnis war ernüchternd. Lawrow äußerte sich später über das Gespräch und sagte, es habe nichts Neues gebracht.
Merz wertete das als weiteren Beleg dafür, dass diplomatische Bemühungen in Moskau auf taube Ohren stoßen. Russland verstehe nur die „Sprache der Stärke“ und müsse auf diesem Weg an den Verhandlungstisch gebracht werden, sagte er. „Eintracht und Stärke sind auch heute Erfolgsbedingungen für Verhandlungen mit Moskau.“ (dpa/afp/red)
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Der Inselpräsident, der sich Peking entgegenstellt

Als Surangel Whipps Jr. Anfang der 1990er-Jahre an der University of California, Los Angeles, seinen MBA absolvierte, waren seine Kommilitonen auf der Jagd nach Vorstellungsgesprächen und lukrativen Karrieren. Whipps hatte jedoch etwas anderes im Sinn.
Seine Freunde fragten ihn, warum er sich nicht bewarb. Er hatte eine einfache Antwort: „Ich bin hierhergekommen, um zu studieren, aber mein Plan war es, nach Hause zurückzukehren, im Familienunternehmen mitzuarbeiten und schließlich dem Gemeinwohl zu dienen.“
Whipps wurde in Baltimore als Sohn einer amerikanischen Mutter und eines palauischen Vaters geboren. Daher besaß er von Geburt an die US-Staatsbürgerschaft. Die Verfassung von Palau schließt jedoch eine doppelte Staatsbürgerschaft für gewählte Amtsträger aus. Whipps verzichtete daher auf seine amerikanische Staatsbürgerschaft, auch wenn es sich zeitweise so angefühlt habe, als müsse er „die Hälfte [von sich] aufgeben“.
„Ich habe mit meiner Mutter darüber gesprochen, und die Realität ist, dass wir im Grunde unser ganzes Leben hier [in Palau] verbracht haben. Meine Mutter sagte: ‚Das ist unser Zuhause‘“, erzählte er. „Ich empfinde es als großes Glück, Palauer zu sein und in diesem – wie wir es nennen – unberührten Paradies zu leben.“
Whipps wurde schließlich 2020 zum ersten Mal zum Präsidenten des pazifischen Inselstaates gewählt und 2024 im Amt bestätigt. Heute führt Whipps ein Land, das nach seinen Worten aufgrund seiner strategischen Lage und wachsenden geopolitischen Bedeutung zu einer „Zielscheibe“ geworden sei.
Palau, ein kleiner Inselstaat im westlichen Pazifik, gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Foto: Sanjay Rao, CC0, via Wikimedia Commons

Palau, ein kleiner Inselstaat im westlichen Pazifik, gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung.

Foto: Sanjay Rao/CC0

„Ich glaube an die Theorie, die Präsident Reagan einmal so formulierte: ‚Wenn man Frieden will, muss man Stärke zeigen‘ – und Präsident Trump sagt dasselbe.“
Das sagte Whipps während eines Interviews in seinem Amtssitz gegenüber der Epoch-Times-Sendung „American Thought Leaders“. Das bedeute, die richtigen Partner für die Zusammenarbeit zu finden – Länder, die gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilen.
Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (links) und der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. in Manila im Februar 2025. Foto: Büro des Präsidenten der Philippinen/gemeinfrei

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (l.) und der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. in Manila im Februar 2025.

Foto: Büro des Präsidenten der Philippinen/gemeinfrei

Whipps wies die Vorstellung von sich, sein Land könne sich aus dem aktuellen geopolitischen Wettstreit einfach heraushalten. Er warnte vor einem, wie er es nannte, „falschen Sicherheitsgefühl“: dem Glauben, dass „wir hier draußen im Pazifik sind und niemand Interesse an uns haben wird, und wir einfach nur leben und glücklich sein können“.
Nacheinander herrschten über Palau verschiedene Kolonialmächte: zuerst Spanien ab dem 16. Jahrhundert, von 1899 bis zum Ersten Weltkrieg das Deutsche Kaiserreich und schließlich Japan. Nach schweren Kämpfen zwischen den USA und Japan im Zweiten Weltkrieg wurde Palau 1947 als Treuhandgebiet der Vereinten Nationen unter US-Verwaltung gestellt.
Palau erlangte 1994 schließlich die volle Unabhängigkeit. Im selben Jahr trat der Inselstaat einem Assoziierungsabkommen mit den Vereinigten Staaten bei.
Im März 2024 trat ein erneuertes Abkommen mit den USA in Kraft. Es sicherte Palau über einen Zeitraum von 20 Jahren finanzielle Unterstützung der USA zu. Dabei handelte es sich um eine Summe von 889 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Rechtspflege, öffentliche Sicherheit und Rechnungsprüfungen.
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Luftaufnahmen von Bombenangriffen auf japanische Standorte auf Palau und Woleai im Jahr 1944, während des Zweiten Weltkriegs.

Widerstand gegen China

Ein weiterer langjähriger diplomatischer Partner von Palau ist Taiwan. Palau und Taiwan unterhalten seit 1999 diplomatische Beziehungen.
Whipps sagte, dass das chinesische Regime sich bemühe, Palau von Taiwan abzukoppeln und eigene diplomatische Beziehungen zu Palau aufzubauen.
Er berichtete, dass chinesische Funktionäre versucht hätten, ihn für sich zu gewinnen, indem sie China in den höchsten Tönen priesen und ihn anschließend ermahnten, sich an ihre Regeln zu halten.
„Zuerst erzählen sie mir, wie großartig sie sind, und im nächsten Moment drohen sie: ‚Nun, wenn du dich nicht benimmst, werden wir dich fertigmachen‘“, schilderte Whipps. „Ich weiß nicht, wie man das als Werben um jemanden bezeichnen soll, aber normalerweise ist das nicht die Art und Weise, wie man jemanden für sich gewinnt.“
Whipps erklärte auch, dass der Tourismus ein Mittel sei, mit dem China versucht habe, Einfluss auszuüben. „Sie haben uns gesagt: ‚Oh, wir können so viele Hotels bauen, wie ihr wollt, und euch eine Million Touristen bringen‘“, sagte er.
Gleichzeitig habe das Regime jedoch damit gedroht, den Zustrom chinesischer Touristen zu unterbinden, sollte Palau seine diplomatische Anerkennung nicht von Taipeh auf Peking verlagern.

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (l.) und die taiwanische Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (2. r.) treffen sich am 8. Juni 2026 in Ngerulmud, der Hauptstadt von Palau.

Foto: Wang Yu Ching/Büro des taiwanischen Präsidenten

Selbst wenn Whipps nicht entschlossen wäre, Taiwan zu unterstützen, sei die Aussicht auf eine Million chinesischer Touristen pro Jahr kaum verlockend. Ein Zustrom dieser Größenordnung „würde die wunderschöne, unberührte Natur“ seines Landes zerstören.
Palau hat etwa 17.600 Einwohner.
Der Tourismus macht bis zu 40 Prozent der Wirtschaft Palaus aus. Eine Prognose im Auftrag des US-Innenministeriums geht davon aus, dass dieser im Haushaltsjahr 2026 um 28 Prozent wachsen werde.
China hat wiederholt den Auslandstourismus instrumentalisiert, um Länder unter Druck zu setzen, die auf chinesische Besucher angewiesen sind. So wurden etwa Auflagen für Gruppenreisen verschärft und Reisewarnungen ausgesprochen.
Im Rahmen politischer oder sicherheitspolitischer Konflikte sahen sich auch Taiwan, Japan und Südkorea mit ähnlichen inoffiziellen Beschränkungen konfrontiert. Das zeigt, dass das chinesische Regime den Tourismus als Druckmittel einzusetzen bereit ist.
Die Ankunftshalle des internationalen Flughafens von Palau. Der Inselstaat ist zu bis zu 40 Prozent vom Tourismus abhängig. Foto: Mandrusian<span class=

Das Ankunftsgate am internationalen Flughafen von Palau. Der Tourismus macht bis zu 40 Prozent der Wirtschaft des Inselstaates aus.

Foto: Mandrusian/CC-BY-SA-3.0

Im Jahr 2017 verbot Peking chinesischen Reiseveranstaltern den Verkauf von Pauschalreisen nach Palau, was einen starken Rückgang der Besucherzahlen zur Folge hatte.
Daten der palauischen Regierung zeigen, dass die Zahl der chinesischen Besucher von mehr als 91.000 im Jahr 2015 auf etwa 55.000 im Jahr 2017 und 28.000 im Jahr 2019 sank.
Mitte August erhöhte Peking den Druck erneut, als das Regime vor Reisen in den Inselstaat warnte. Begründet wurde dies mit der Gefahr von Diebstählen und Raubüberfällen, obwohl Palau international als sicheres Reiseziel mit niedriger Kriminalitätsrate gilt.
Pekings Reisewarnung kam nur wenige Wochen vor dem 55. Gipfeltreffen des Pacific Islands Forum in Palau, an dem Vertreter von 18 Mitglieder teilnahmen, darunter Australien und Neuseeland. Das Forum endete am 4. September. Auch Lin Chia-lung, der Außenminister von Taiwan, nahm auf Einladung des palauischen Präsidenten an dem Forum teil.
In einem früheren Exklusivinterview mit der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times sagte Whipps, er habe den Vorstoß eines chinesischen Diplomaten zurückgewiesen, der versucht habe, Taipeh von dem Treffen auszuschließen.
Der Streit unterstreiche Chinas Bemühungen, Palau seinen Willen aufzuzwingen. Wie Whipps erklärte, hätten chinesische Funktionäre vor dem Hintergrund von Pekings „Ein-China-Prinzip“ Palau vorgeworfen, „rechtswidrige Handlungen“ zu betreiben.

Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion nahmen am 2. September 2026 am Pacific Islands Forum in Koror, Palau, teil.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Diese Anschuldigung weist er jedoch zurück.
„Wie jeder weiß, erkennt Palau Taiwan an, daher gilt das ‚Ein-China-Prinzip‘ in Palau nicht. Es gilt nur in Ländern, die China anerkennen“, sagte Whipps. „Wir glauben, dass jedem Land, das ein Recht auf Selbstbestimmung hat, dieses Recht auch gewährt werden sollte.“
Viele Länder, darunter auch Deutschland und die Vereinigten Staaten, verfolgen eine „Ein-China-Politik“, die besagt, dass es nur einen souveränen Staat mit dem Namen „China“ gibt. Dies unterscheidet sich vom „Ein-China-Prinzip“, nach dem das chinesische Regime die Souveränität über Taiwan beansprucht.
Whipps sagte, er sei von Chinas Haltung gegenüber kleineren Ländern hätten ihn befremdet. Er berichtete von einem Gespräch mit einem chinesischen Diplomaten über den Anspruch Palaus auf einen erweiterten Festlandsockel.
Als er andeutete, dass es auf Regierungsebene möglicherweise ein Missverständnis bezüglich der Ansprüche Palaus gebe, entgegnete der Diplomat, Palau sei ein „kleines Land“, das „nicht so viel Meer haben sollte“.
Der Vorfall verdeutliche einen Mangel an gegenseitigem Respekt und an Achtung vor internationalen Regeln, so Whipps.
In den vergangenen Jahren hat Palau wiederholt gegen das Eindringen chinesischer Schiffe in seine ausschließliche Wirtschaftszone protestiert, darunter auch in den Kyushu-Palau-Rücken, eine Meeresbodenformation im Philippinischen Meer.
Qian Bo, Chinas Sondergesandter für Pazifikangelegenheiten (Mitte), verlässt am 1. September 2026 das 55. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Pazifikinselforums in Koror, Palau. Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Qian Bo, Chinas Sondergesandter für Pazifikangelegenheiten (M.), verlässt am 1. September 2026 das 55. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Pacific Islands Forum in Koror, Palau.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Drogenkrise

Wie andere Länder im Pazifikraum, so habe auch Palau mit einer Krise durch illegale Drogen wie Methamphetamin (Crystal Meth) und Kokain zu kämpfen, sagte Whipps. Dies geschehe, so Whipps, vor dem Hintergrund einer, wie er es beschrieb, mangelnden Zusammenarbeit seitens Pekings.
„Wir wissen, dass der Großteil der [Drogen] mit Flügen aus Macau und Hongkong hereinkommt“, sagte Whipps.
Er erklärte, er habe das Thema bei den chinesischen Behörden angesprochen und sie dringend aufgefordert, zu verhindern, dass Drogen auf Flüge verladen werden, doch die Behörden hätten „uns in diesem Bereich nicht viel geholfen“.
Im Jahr 2024 gab es in Palau 15 Verurteilungen im Zusammenhang mit Crystal Meth. Diese führten zu Geldstrafen in Höhe von insgesamt umgerechnet etwa 195.750 Dollar (170.000 Euro). Die Zahl der Verurteilungen war dreimal so hoch wie im Jahr 2019. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Verurteilungen auf 21, während die Geldstrafen auf umgerechnet knapp 362.000 Dollar (320.000) Euro anstiegen. Diese Angaben zitierte Whipps in seiner diesjährigen Rede zur Lage der Republik.
Nach Angaben des palauischen Justizministeriums wurden im Jahr 2025 mehrere chinesische Staatsangehörige wegen Drogendelikten für schuldig befunden und verurteilt. Der Anstieg der Verurteilungen im Zusammenhang mit Drogen belastet die Gefängnisse in Palau zunehmend.
„Sie füllen unsere Gefängnisse“, sagte Whipps. „Das überfordert unser System.“
31. August 2026, an einem Strand in Koror, Palau – Das Schild symbolisiert die Bemühungen des Landes, das wachsende Drogenproblem einzudämmen. Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

31. August 2026, an einem Strand in Koror, Palau: Das Schild mit den Worten „Sagt Nein zu Drogenmissbrauch und Sucht“ symbolisiert die Bemühungen des Landes, das wachsende Drogenproblem einzudämmen.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Er wies darauf hin, dass wegen Drogendelikten verurteilte Straftäter mittlerweile 15 Prozent der Gefängnisinsassen des Landes ausmachten – ein Anteil, der seiner Aussage nach weiter wachse.
Palau arbeitet mit den Vereinigten Staaten zusammen, um die Drogenkrise zu bewältigen. „Ich habe dies gegenüber den Vereinigten Staaten immer wieder angesprochen“, sagte Whipps.
Er habe die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, das FBI, US-Militärgeheimdienste sowie das US-Heimatschutzministerium um Unterstützung gebeten und US-Staatsanwälte um die strafrechtliche Verfolgung der Fälle ersucht.
Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. spricht am 26. Juni 2025 in der Malakal-Bucht, Palau, mit der Besatzung eines Schiffes der US-Küstenwache. Whipps begrüßt die Präsenz der US-Küstenwache als Abschreckungsmittel gegen Drogen und andere illegale Aktivitäten. Foto: Petty Officer 3rd Class Austin Wiley/US Coast Guard

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. spricht am 26. Juni 2025 in Malakal, Palau, mit der Besatzung eines Schiffes der US-Küstenwache. Whipps begrüßt die Präsenz der US-Küstenwache als Abschreckungsmittel gegen Drogen und andere illegale Handlungen.

Foto: Petty Officer 3rd Class Austin Wiley/US Coast Guard

Das Thema stehe ganz oben auf der Tagesordnung der halbjährlichen Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses der USA und Palaus, so Whipps. Bei dem Treffen im März in Koror kamen palauische Beamte mit Vertretern des US-Indopazifik-Kommandos und anderer US-Behörden zusammen, um über illegale Betäubungsmittel und eine umfassendere Sicherheitszusammenarbeit zu beraten.
Im Februar unterzeichnete Whipps ein Dekret zur Einrichtung einer nationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung illegaler Drogen. Zudem bittet er die Vereinigten Staaten um direktere Unterstützung bei der Strafverfolgung. Im Rahmen des Abkommens zwischen den beiden Nationen „sollten die Vereinigten Staaten eine aktive Rolle übernehmen“, sagte er.
„Wir reden immer wieder darüber, aber manchmal klappt es einfach nicht so schnell, wie es nötig wäre, dass die Einsatzkräfte vor Ort sind“, sagte Whipps.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Island President Standing Up to Beijing“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Ambulanzflugzeug mit sechs Menschen an Bord vor US-Ostküste vermisst

Vor der US-Ostküste wird ein Ambulanzflugzeug mit sechs Menschen an Bord vermisst.
Die US-Küstenwache leitete am Samstag eine Suchaktion nach der Maschine ein, die auf dem Weg von den Bermudas nach Boston war.
Nach Angaben der Küstenwache brach der Kontakt zu dem Flugzeug vom Typ Gulfstream G100 am frühen Samstagmorgen ab.
Schiffe und Flugzeuge suchten vor der Küste des Bundesstaates Massachusetts nach der Maschine, unter anderem vor der Insel Nantucket.
Der Kontakt sei gegen 01.30 Uhr Ortszeit verloren gegangen, sagte Clarence Togeretz, Sprecher des kanadischen Betreibers Latitude Air Ambulance, der Nachrichtenagentur AFP.
An Bord seien zwei Piloten, zwei medizinische Mitarbeiter, ein Patient und ein Familienangehöriger gewesen.
Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über zehn Flugzeuge und bietet medizinische Evakuierungs- und Rückholflüge an. (afp/red)
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Über 250.000 Visa während Trumps zweiter Amtszeit widerrufen


In Kürze:

  • Mehr als 250.000 US-Visa wurden seit Januar 2025 widerrufen.
  • Als Gründe nennt das Außenministerium unter anderem Straftaten, Betrug und Einwanderungsverstöße.
  • Die USA verschärfen zugleich Visa- und Einwanderungskontrollen.

 
Das US-Außenministerium teilte am 1. Oktober mit, dass seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Amt im Januar 2025 mehr als 250.000 Visa widerrufen worden seien.
Außenamtssprecher Tommy Pigott schrieb in einer E-Mail an die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times, die Visa seien aufgrund von Verstößen oder anderem Fehlverhalten der Inhaber widerrufen worden. Dazu gehörten unter anderem kriminelle Aktivitäten, Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit, Verstöße gegen Einwanderungsbestimmungen, Betrug oder Falschangaben sowie andere Informationen, die darauf hindeuteten, dass die Betroffenen nicht mehr zu einem Visum berechtigt seien.
„Jede Visa-Entscheidung ist eine Entscheidung über die nationale Sicherheit. Durch eine kontinuierliche Überprüfung in einem nie da gewesenen Umfang identifizieren und entfernen wir Personen, die Straftaten begehen, Terrorismus unterstützen, Amerikaner betrügen oder unser Einwanderungssystem missbrauchen“, sagte Pigott.
„Ein US-Visum ist ein Privileg, kein Recht – und wenn man gegen die Bedingungen dieses Privilegs verstößt, verliert man es.“

Visa-Beschränkungen für ausländische Amtsträger

Am 28. September sagte Pigott, das Ministerium habe gegen 27 Amtsträger aus Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru Visa-Beschränkungen verhängt. Ihnen werden Korruption und Verbindungen zum Drogenhandel vorgeworfen.
Zu den Betroffenen gehört Boliviens Generalstaatsanwalt Roger Mariaca. Das Außenministerium beschuldigte ihn, Bestechungsgelder gefordert und angenommen zu haben, um Drogenhandel zu ermöglichen, sowie gewalttätigen Kriminellen dabei geholfen zu haben, einer Bestrafung zu entgehen. Mariaca wies die Vorwürfe in einer Erklärung vor der Presse zurück und forderte Respekt vor der Souveränität Boliviens. Die Beschränkungen gelten auch für Familienangehörige der betroffenen Personen.
Pigott sagte, die Visa-Beschränkungen seien gemäß Abschnitt 212(a)(3)(C) des US-Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes verhängt worden. Diese Bestimmung erlaubt es der Regierung, einer Person die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern, wenn der Außenminister zu der Einschätzung gelangt, dass ihre Anwesenheit schwerwiegende außenpolitische Folgen für die USA haben könnte.
„Dies ist ein dauerhaft einsetzbares Instrument, das es den Vereinigten Staaten ermöglicht, schnell und in Abstimmung mit unseren Partnern zu handeln, je nachdem, wie sich die Beweislage entwickelt“, sagte der Sprecher in einer Erklärung.

Verschärfte Einwanderungs- und Visa-Kontrollen

Die Trump-Regierung hat die Maßnahmen gegen illegale Einwanderung verstärkt und die Überprüfungsverfahren für ausländische Staatsangehörige, die in die Vereinigten Staaten einreisen möchten, verschärft.
Außenminister Marco Rubio sagte am 28. September, dass die Vereinigten Staaten Visa-Beschränkungen gegen Personen verhängen würden, die die Rückführung von Kindern behindern, die von einem Elternteil ins Ausland entführt worden seien. Die Beschränkungen sollen auch für die unmittelbaren Familienangehörigen dieser Personen gelten.
Rubio sagte, die neue Regelung solle Fälle beschleunigen, die sich über lange Zeit bei ausländischen Gerichten und Behörden hingezogen hätten. Sie „gibt dem Ministerium ein neues Rechenschaftsinstrument an die Hand, um auf Länder, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, Druck auszuüben“.

Ermittlungen wegen sogenannten Geburtstourismus

Im Juni wies Colin McDonald, Leiter der neu geschaffenen Abteilung für Betrugsbekämpfung im US-Justizministerium, Bundesstaatsanwälte in einem Memorandum an, Ermittlungen gegen sogenannte Geburtstourismus-Geschäftsmodelle vorrangig zu behandeln.
Der Schritt erfolgte, nachdem der Oberste Gerichtshof Trumps Anordnung aufgehoben hatte, mit der die automatische Staatsbürgerschaft durch Geburt für Kinder illegaler Einwanderer beendet werden sollte.
Die Anordnung, die Trump am 20. Januar 2025 erlassen hatte, besagte, dass die Staatsbürgerschaftsklausel des 14. Zusatzartikels zur US-Verfassung die Staatsbürgerschaft nicht automatisch auf alle in den Vereinigten Staaten geborenen Personen erstrecke.
Der Oberste Gerichtshof entschied am 30. Juni, dass die Anordnung gegen die US-Verfassung verstoße.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Over 250,000 Visas Revoked During Trump’s Second Term“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven – Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt – seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. „Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache“, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie „wirklich auf dem Tisch gelegen“. In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als „politische Dummheit“.
Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise hatten sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt. Die Freigabe solle „sofort beginnen“ und sich über vier Monate erstrecken, „einschließlich einer vorgezogenen umfangreichen Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage“, hieß es in der G7-Erklärung am Freitag. Zu den G7 gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, die USA, Kanada und Japan.

Trump hatte mit Exportstopp gedroht

Trump hatte zuvor insbesondere die europäischen Partner zur Freigabe von Dieselreserven gedrängt und für den Fall einer Weigerung einen Exportstopp der USA in Aussicht gestellt. Noch am Donnerstag erklärte er, die USA erwögen diesen Schritt weiterhin. Ein US-Exportstopp hätte die Versorgung insbesondere in der EU treffen können: Rund die Hälfte ihrer Dieselimporte kommt aus den USA.
Nach der Einigung sagte Trump am Freitag: „Ich habe darum gebeten. Europa hat eine Menge Diesel und sie werden einen bedeutenden Beitrag für die Welt leisten – und wir ebenfalls.“ Er fügte hinzu: „Und wir werden den Exportstopp nicht machen und wir werden tun, was von uns erwartet wird.“
Die Bundesregierung wertete die Einigung bei einer Videokonferenz, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnahm, als „wichtiges Zeichen für die Handlungsfähigkeit und Geschlossenheit der G7“. Die Freigabe sei ein „substanzieller Impuls, um die Versorgungslage und das Marktgeschehen zu stabilisieren“, hieß es aus Regierungskreisen.

Grüne: „Politische Dummheit“

Von den Grünen kam allerdings scharfe Kritik. „Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit“, sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. „Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen.“
Die infolge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Treibstoffpreise haben den politischen Druck auf Trump und seine Republikaner im Vorfeld der US-Kongresswahlen stark erhöht. Die Wahlen zur Halbzeit von Trumps zweiter Amtszeit finden in einem Monat statt.
Kellner forderte eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik. „Die Bundesregierung muss jetzt raus aus der Ölabhängigkeit – mit elektrischem Verkehr, sauberer Wärme und heimischer Energie“, sagte er AFP. „Jedes Barrel, das wir nicht mehr brauchen, macht uns weniger erpressbar.“

Freigabe über die Internationale Energieagentur

Die Freigabe der Erdölprodukte soll über die Internationale Energieagentur (IEA) erfolgen. Die G7 schlossen auch die Freigabe zusätzlicher Mengen nicht aus. Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, Ziel sei eine breite Beteiligung aller IEA-Partnerländer. Zugleich seien noch genügend weitere Reserven vorhanden, um bei Bedarf die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die Entscheidung wirkte sich unmittelbar auf die Ölpreise aus. Der US-Ölpreis fiel zeitweise um bis zu fünf Prozent, der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank vorübergehend wieder unter 100 Dollar.

Diesel bleibt knapp

Vor allem bei Diesel bleibt die Versorgungslage aber angespannt. Zwar nähern sich die Rohölexporte aus dem Nahen und Mittleren Osten wieder dem Volumen vor dem Iran-Krieg, doch beschädigte Raffinerien begrenzen die Produktion von Treibstoffen. Auch russische Raffinerien wurden durch ukrainische Angriffe beschädigt. In der EU erreichte der Dieselpreis zuletzt im Wochendurchschnitt mit 2,24 Euro je Liter einen Rekordwert.
Bereits im März hatten die 32 IEA-Mitgliedstaaten angesichts des durch den Iran-Krieg ausgelösten Preisanstiegs eine Freigabe von 400 Millionen Barrel Ölreserven beschlossen. Es war die größte Freigabe in der mehr als 50-jährigen Geschichte der IEA. Nach Angaben von IEA-Chef Fatih Birol ist etwa ein Drittel davon noch nicht auf den Markt gekommen. (afp/red)
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Brasilien-Wahl: Lula gegen Flávio Bolsonaro – Stichwahl zeichnet sich ab

Schon bei der Wahl vor vier Jahren hießen die Kandidaten Lula und Bolsonaro – nun stehen die beiden Namen in Brasilien wieder auf dem Stimmzettel. Doch statt des derzeit unter Hausarrest stehenden Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro tritt diesmal sein ältester Sohn Flávio gegen den 80-jährigen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva an. „Ich kann ruhiger, lächelnder, gelassener und moderater sein“, sagte Flávio bei seiner Kür zum Präsidentschaftskandidaten über die Unterschiede zu seinem Vater. „Aber hier fließt das Blut Bolsonaros.“
Der 45-jährige Senator von der rechtsgerichteten Liberalen Partei (PL) steht für einen schlankeren Staat und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität – Lula von der linken Arbeiterpartei (PT) für die Fortsetzung seines Regierungskurses mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates. In den Umfragen liegen beide eng beieinander. Keiner erreicht dabei die absolute Mehrheit, die für einen Sieg im ersten Wahlgang erforderlich ist.

Stichwahl gilt als wahrscheinlich

Daneben treten zehn weitere Kandidaten an, die allerdings deutlich hinter den beiden Rivalen liegen – darunter die Gouverneure Ronaldo Caiado und Romeu Zema sowie der Psychiater und Autor Augusto Cury. Alles deutet darauf hin, dass Lula und Bolsonaro in einer Stichwahl erneut aufeinandertreffen. Rund 159 Millionen Brasilianer sind zur Wahl aufgerufen, die im größten Land Lateinamerikas verpflichtend ist.
Die angespannte Sicherheitslage mit häufigen Überfällen, der Präsenz von mächtigen Drogenbanden in den Favelas und weit verbreiteter geschlechtsspezifischer Gewalt prägt in vielen Regionen den Alltag. Bolsonaro setzt auf eine harte Linie: Er will unter anderem Hochsicherheitsgefängnisse nach dem Vorbild von El Salvador unter Präsident Nayib Bukele bauen, die Altersgrenze für Strafmündigkeit senken und die chemische Kastration von Sexualstraftätern ermöglichen.
Lula hingegen will vor allem den Finanzstrukturen krimineller Gruppen den Kampf ansagen. „Während die PT hier vielfach keine überzeugende Antwort vermittelt, kann Bolsonaro mit Aktionismus punkten“, schreibt das „Journal für Internationale Politik und Gesellschaft“ (IPG).

Korruption und Streit am Obersten Gericht

Auch die Korruption ist zu einem wichtigen Wahlkampfthema geworden. Im Zentrum steht der Skandal um den früheren Eigentümer des Geldhauses Banco Master, Daniel Vorcaro. Die Bundespolizei ermittelt wegen milliardenschwerer Finanzdelikte und Korruptionsvorwürfen. Auch gegen Flávio Bolsonaro wird wegen Zahlungen von Vorcaro für den Film „Dark Horse“ über Jair Bolsonaro ermittelt. Nach Angaben der Polizei sollen rund 61 Millionen Real (etwa 10 Millionen Euro) geflossen sein. Flávio bestreitet Unregelmäßigkeiten und spricht von privater Finanzierung.
Der Fall hat zugleich den Obersten Gerichtshof (STF) erfasst. Bekannt wurden Nachrichten Vorcaros an Richter Alexandre de Moraes sowie ein Vertrag über rund 131 Millionen Real (etwa 22 Millionen Euro) zwischen Banco Master und der Anwaltskanzlei von Moraes‘ Ehefrau. Moraes, der im Strafverfahren gegen Jair Bolsonaro eine zentrale Rolle spielte, weist Vorwürfe eines Fehlverhaltens zurück.
Innerhalb des STF entwickelte sich daraufhin ein offener Streit. Der von Jair Bolsonaro ernannte Richter André Mendonça war zeitweise Berichterstatter im Master-Verfahren und machte die Kontakte öffentlich. Moraes warf Mendonça vor, das Verfahren politisch zu instrumentalisieren. Der Fall löste eine breite Debatte über die Unabhängigkeit und Rolle des Obersten Gerichts aus.
Das Verhältnis der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas zu den USA ist ebenso Thema im Wahlkampf. US-Präsident Donald Trump hatte sich klar hinter Ex-Präsident Jair Bolsonaro gestellt und dessen Verurteilung wegen seiner Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich zu mehr als 27 Jahren Haft scharf kritisiert. Bolsonaro bestreitet die Vorwürfe.
Zugleich hat Trumps Regierung politischen und wirtschaftlichen Druck auf Brasilien ausgeübt. Die USA verhängten zusätzliche Zölle auf brasilianische Waren.

Ermittlungen wegen US-Geldern

Nach Recherchen der britischen Zeitung „The Guardian“ sind eine Million Dollar aus einem Fonds des US-Außenministeriums für ein Programm vorgesehen, das Gruppen finanzieren soll, die dem brasilianischen Obersten Gericht eine Überschreitung seiner Befugnisse und Zensur vorwerfen. Ob das Geld bereits geflossen ist, ist unklar. Die brasilianische Generalanwaltschaft hat deshalb Polizei und Staatsanwaltschaft um Ermittlungen gebeten.
Die Regierung unter Lula warnt bereits seit einiger Zeit vor ausländischer Einflussnahme auf die Wahl. Brasiliens Geheimdienst Abin hatte Ende August laut der Nachrichtenagentur Agência Brasil auf das Risiko einer US-Einflussnahme und zunehmenden Druck auf Brasilien hingewiesen. Auch Flávio Bolsonaros Bruder Eduardo, der in den USA lebt, drängte wiederholt auf Sanktionen Washingtons gegen Richter des STF.
„Brasilien passt in keinen Hinterhof irgendeines Landes“, sagte Lula bei der UN-Generaldebatte in New York und verteidigte die Souveränität seines Landes.

Amazonas als Randthema

Anders als im Wahlkampf 2022 steht der Umwelt- und Amazonasschutz diesmal nicht im Fokus. Unter Lula gingen die Entwaldungsraten laut Daten des Weltraumforschungsinstituts Inpe zurück und die Umweltbehörden wurden gestärkt. Allerdings gab es auch unter seiner Regierung umstrittene Infrastrukturprojekte. Vom angestrebten Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, ist er weit entfernt.
Während der Amtszeit Bolsonaros nahmen Abholzungen und Brandrodungen stark zu. Experten erwarten, dass auch Flávio Bolsonaro im Fall eines Wahlsiegs Umweltauflagen lockern würde. Steffen Bauer vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (IDOS) bezeichnet die Wahl als „fundamentale Richtungsentscheidung“.
Im größten Land Lateinamerikas geht es am Sonntag deshalb nicht nur um die künftige Regierung. Angesichts der anhaltenden Polarisierung Brasiliens geht es bei der Wahl um Grundsatzfragen über Staat, Sicherheit, Justiz, den Umgang mit den USA und den Amazonas-Regenwald. (dpa/red)
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Mordfall Widdecombe: Auch Anschlag auf Farage geplant?

Der Angeklagte im Mordfall der britischen Brexit-Ikone Ann Widdecombe soll nun auch wegen eines Terrorplans gegen den Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage strafrechtlich verfolgt werden. Dem 28 Jahre alten Briten werden „Handlungen zur Vorbereitung terroristischer Anschläge“, unter anderem gegen den Vorsitzenden der Partei Reform UK, vorgeworfen, wie die britische Staatsanwaltschaft auf ihrer Webseite mitteilte. Er soll demnach am 7. Oktober in London vor Gericht erscheinen.
Laut dem für Terrorismusbekämpfung zuständigen leitenden Staatsanwalt, Frank Ferguson, liegen „ausreichende Beweise“ gegen den 28-Jährigen vor. Die Anklage bezieht sich nach Angaben der Anti-Terror-Polizei auf Handlungen, die zwischen dem 31. Mai 2024 und dem 8. Juli 2026 stattgefunden haben.
„Wir führen seit einiger Zeit eine äußerst intensive und komplexe Ermittlung durch“, sagte Deputy Assistant Commissioner Vicki Evans laut einer Mitteilung. Die nun bekanntgegebene Anklage sei „das Ergebnis der unermüdlichen Arbeit der Ermittler im gesamten Netzwerk der Terrorismusbekämpfung.“

Fall Widdecombe sorgte für Aufsehen

Die mutmaßliche Ermordung von Widdecombe hatte in Großbritannien enormes Aufsehen erregt. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und Brexit-Befürworterin war Anfang Juli in ihrem Haus im Dartmoor in der englischen Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Daraufhin wurde eine Mordermittlung eingeleitet.
Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Unterhaus und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für Farages Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.
Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist bis heute umstritten. Erst kürzlich hatte Premier Andy Burnham eine mögliche Rückkehr seines Landes in die Union ins Spiel gebracht.

Innenministerin: Politikerangriff „ein Angriff auf uns alle“

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood sprach dem Abgeordneten Farage ihr „tiefes Mitgefühl“ aus. Zugleich zeigte sie sich auf der Plattform X besorgt über die Sicherheit von Politikern. „Eines muss klar sein: Ein Angriff auf einen Politiker ist ein Angriff auf uns alle“, schrieb sie dort. Die Ministerin kündigte an, nach der Sitzungspause des Parlaments über Maßnahmen zur Stärkung des Schutzes derjenigen berichten zu wollen, die sich für ein öffentliches Amt entschieden hätten. (dpa/red)
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Kopilot von FlyDubai-Anschlag identifiziert

Nachdem der Kopilot eines Flydubai-Fluges in der vergangenen Woche versucht haben soll, das Flugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv zum Absturz zu bringen, sind weitere Details zu dem Vorfall bekannt geworden. Nach Angaben des US-Senders CBS News wurde der Kopilot inzwischen namentlich identifiziert. Es soll sich um einen ehemaligen Mitarbeiter von Oman Air und einen omanischen Staatsbürger handeln, der allerdings den Großteil seines Lebens außerhalb des Landes verbracht habe. Seine Mutter sei Syrerin, sein Vater Omaner.
Während seiner Zeit bei Oman Air soll der Mann radikale Websites besucht haben. Dies habe nach den vorliegenden Berichten zu seiner Versetzung an einen Büroarbeitsplatz geführt. 2024 verließ er die Airline und wurde später von Flydubai eingestellt. Dabei soll es offenbar keine Überprüfung durch die omanischen Behörden gegeben haben.

Angriff mit einer Notaxt im Cockpit

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate plante der Kopilot einen „Terrorakt“. Während des Fluges am Mittwoch soll er den Flugkapitän im Cockpit mit der dort vorhandenen Notaxt angegriffen und dabei schwer verletzt haben. In einigen früheren Berichten war hingegen von einem Messer als Tatwaffe die Rede.
Dem Kapitän gelang es offenbar, den Angriff abzuwehren und die Cockpittür zu entriegeln. Anschließend überwältigten Passagiere den Kopiloten. Zwei außer Dienst befindliche Piloten übernahmen daraufhin die Kontrolle über die Maschine und landeten sie notfallmäßig in Tabuk, Saudi-Arabien. An Bord befanden sich mehr als 170 Menschen.

Ermittlungen zu möglicher Radikalisierung

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, der Kopilot sei islamistisch radikalisiert worden und habe beabsichtigt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Die Ermittlungen sollen unter anderem klären, ob der Mann im Auftrag anderer Personen oder einer Organisation gehandelt hat.
Der Kopilot wurde inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate überstellt. Dort wird er nach den vorliegenden Angaben von israelischen, saudischen und emiratischen Behörden befragt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv dauern an. (dts/red)
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Starbucks wegen neuer Filialen in Xinjiang unter Druck

Die US-Kaffeekette Starbucks gerät wegen ihrer ersten Filialen in der chinesischen Region Xinjiang politisch unter Druck. Der Vorsitzende des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, forderte das Unternehmen auf, die Geschäfte angesichts der Unterdrückung der Uiguren wieder zu schließen. Der Republikaner bezeichnete die Eröffnung als „schockierend und moralisch bankrott“.
„Starbucks sollte unverzüglich den Kurs ändern und seine Filialen in Xinjiang schließen“, erklärte Moolenaar in einer Stellungnahme. Mit jedem dort verkauften Becher werde eine bekannte amerikanische Marke mit dem brutalen Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren verknüpft.
Starbucks hatte am Dienstag zwei Cafés in der Regionalhauptstadt Urumqi eröffnet: eines am Großen Basar und ein weiteres am internationalen Flughafen.

Kritik an Menschenrechtslage

In Xinjiang leben viele Angehörige der überwiegend muslimischen Minderheit der Uiguren. Menschenrechtsorganisationen werfen der chinesischen Regierung vor, diese Minderheit zu unterdrücken. Peking weist die Vorwürfe zurück.
Starbucks hatte erst im Frühjahr 60 Prozent seines Filialgeschäfts in China an den chinesischen Finanzinvestor Boyu Capital verkauft. Die übrigen 40 Prozent gehören weiter Starbucks.
Unternehmen geraten im Streit um Xinjiang immer wieder von beiden Seiten unter Druck. Volkswagen stand wegen seines dortigen Werks jahrelang in der Kritik. Ende 2024 wurde der gemeinsam mit SAIC betriebene Standort verkauft. Umgekehrt wurden H&M und Adidas 2021 in China zum Ziel von Boykottaufrufen, nachdem sie Bedenken wegen möglicher Zwangsarbeit in Xinjiang geäußert hatten. (dpa/red)
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Zehn altbewährte Tipps zur Selbstverbesserung, die immer noch funktionieren

Von der Generation unserer Großeltern können wir viel lernen. Wenn wir ehrlich sind, hatten sie es in vielerlei Hinsicht schwerer als wir. Aus ihren Schwierigkeiten heraus entwickelten sie bestimmte Gewohnheiten und Charaktereigenschaften, die ihnen gute Dienste leisteten und ihnen halfen, ihre Familie, die Nachbarschaft und die Gesellschaft zu etwas Besserem zu machen.
Es waren nicht nur die Umstände, die sie dazu zwangen, sich weiterzuentwickeln. Gerade die Menschen dieser Generation hatten eine Denkweise, die nach heutigen Maßstäben vielleicht etwas altmodisch erscheint. Sie glaubten daran, Dinge auf die mühsame Art zu erledigen, auch wenn es einen einfacheren Weg gab. Sie waren keineswegs gegen den Fortschritt, aber sie weigerten sich, sich durch den Fortschritt jene Fähigkeiten rauben zu lassen, die ihnen Autonomie verliehen und ihnen halfen, bessere Menschen zu werden.
Ich meine zwar, dass jede Generation ihren eigenen Weg in der Welt gehen muss, glaube aber auch, dass es enorm vorteilhaft ist, alte Gewohnheiten aufzugreifen und sie in einem modernen Kontext neu anzuwenden. Veränderung ist unvermeidlich. Daher wird uns zunehmend das auszeichnen, was wir aus der Vergangenheit bewahren.
Hier sind einige altbewährte Tipps, die ich auch im Jahr 2026 noch für bedeutsam halte.

1. Halten Sie immer Ihr Wort

Ihre Versprechen zu halten, ist nicht nur richtig, sondern prägt auch Ihr Leben positiv. Sie werden nicht nur lernen, sich selbst zu vertrauen – was an sich schon sehr wertvoll ist –, sondern auch feststellen, dass die besten Menschen ihre Nähe suchen.

2. Stehen Sie früh auf und machen Sie Ihr Bett

Im Vergleich zu den meisten Menschen stehe ich nicht besonders früh auf, aber ich lege dennoch Wert darauf, gleich gut in den Tag zu starten. Indem ich mein Bett mache, ein wenig Sport treibe und ein paar ruhige Minuten für mich allein verbringe, empfinde ich meinen Morgen als produktiv und sinnvoll.

3. Schreiben Sie Briefe von Hand

In einer Welt der schnellen Kommunikation heben Sie sich leicht von anderen ab, wenn Sie sich die Zeit nehmen, etwas von Hand zu schreiben. Oft möchten Sie mit einer Notiz vor allem zum Ausdruck bringen, dass Ihnen jemand am Herzen liegt – und diese Geste kann wichtiger sein als die Worte selbst.

4. Lesen Sie jeweils nur ein gutes Buch – und zwar langsam

Bildschirme haben Bücher für die meisten Menschen weitgehend verdrängt. Und selbst unter den Lesern scheint es eher darum zu gehen, wie viele Bücher sie schaffen können, als darum, wie tief diese sie berühren. Lesen bereichert, bildet und belebt unseren Geist. Es ist ein lohnender Zeitvertreib, den man pflegen sollte.
Um wirklich in die Tiefe eines guten Buches einzutauchen, muss man sich Zeit nehmen. Foto: Mariana Mikhailova/iStock

Um wirklich in die Tiefe eines guten Buches einzutauchen, muss man sich Zeit nehmen.

Foto: Mariana Mikhailova/iStock

5. Sparen Sie einen Teil jedes verdienten Euros und spenden Sie ihn

Das Spenden hält Sie bescheiden und hilft denjenigen, die wirklich in Not sind. Das Sparen ist eine Investition in Ihre Zukunft. Beides sind bewährte Gewohnheiten eines verantwortungsvollen Umgangs mit Geld.

6. Gehen Sie jeden Tag spazieren – bei jedem Wetter

Wenn Menschen heutzutage Sport treiben, dann überwiegend im Fitnessstudio oder mithilfe technischer Geräte. Ich finde alles, was Sie dazu bringt, sich zu bewegen, großartig. Aber ich vermisse auch die Zeiten, in denen ein Spaziergang die selbstverständlichste Art war, sich zu bewegen. Für mich gibt es nichts Schöneres als den langsamen, gleichmäßigen Rhythmus eines Spaziergangs in der Natur – ganz gleich, wie das Wetter an diesem Tag auch sein mag.

7. Nehmen Sie sich einen Ruhetag

Seit Jahrtausenden halten Menschen, die den Lehren der Bibel folgen, in irgendeiner Form den wöchentlichen Sabbat ein. Selbst Nichtgläubige kann dieses wöchentliche Ritual an die Vorzüge erinnern, einen Gang herunterzuschalten und die Grenzen unserer geistigen und körperlichen Kräfte anzuerkennen.

8. Reparieren Sie lieber selbst, anstatt Dinge zu ersetzen

Angesichts der höheren Arbeitszeitkosten und der gesunkenen Anschaffungskosten, ist eine Reparatur heute oft nicht mehr die wirtschaftlich sinnvollste Wahl.
Dennoch gibt es Vorteile, die über den finanziellen Aspekt hinausgehen, wenn wir unsere eigenen Gegenstände reparieren und pflegen. Der Akt des Reparierens befreit Sie von der rein konsumorientierten Denkweise und macht Sie wieder zu Schöpfern.

9. Machen Sie das gemeinsame Abendessen zur unverzichtbaren Gewohnheit

Das Leben war schon immer hektisch, aber das war früher kein Grund, das gemeinsame Abendessen im Kreis der Familie ausfallen zu lassen. Die prägendsten Momente unseres Familienlebens finden statt, wenn wir gemeinsam eine Mahlzeit einnehmen. Es ist schwer, diese Zusammengehörigkeit zu anderen Tageszeiten nachzubilden.
Gute Gewohnheiten bereichern jede Lebensphase. Foto: zamrznutitonovi/iStock

Gute Gewohnheiten bereichern jede Lebensphase.

Foto: zamrznutitonovi/iStock

10. Verbringen Sie jeden Tag Zeit in Stille

Im Vergleich zu früher verbringen wir nur noch sehr wenig Zeit in Stille. Das liegt größtenteils an uns selbst. Wir genießen lieber die Abwechslung durch ein Lied oder einen Podcast, während wir spazieren gehen, oder schauen uns ein paar kurze Videos an, während wir warten. Ich will nicht bestreiten, dass das manchmal auch schön ist. Aber wir dürfen die langsameren, ruhigeren Geschenke der Stille nicht aus den Augen verlieren, denn sie können in einem geschäftigen Geist nicht entstehen.
Ein paar altmodische Gewohnheiten zu übernehmen, bedeutet nicht, dass man sich nicht auch für Technologie und Fortschritt interessieren kann. Tatsächlich sind die interessantesten und vielseitigsten Menschen, die ich kenne, in ihrem Alltag eine Mischung aus Nostalgie und Zukunftsorientierung. Sie gestalten vielleicht beruflich die Zukunft, besuchen aber dennoch Kirchen mit 1.000-jähriger Tradition. Sie besitzen selbstfahrende Autos, lassen sich aber niemals ein selbst gekochtes Familienessen entgehen. Die Zukunft ist das, was wir daraus machen, und ich glaube, es zeugt von Weisheit, das Beste aus der Vergangenheit mitzunehmen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „10 Old-Fashioned Self Improvement Tips That Still Work“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Schlappe für Sánchez: Spanisches Parlament lehnt Regierungspläne gegen Wohnungsnot ab

Spaniens linke Minderheitsregierung ist wegen der Wohnungsnot im Lande in eine Krise geschlittert. Zwei Dekrete, mit denen die Regierung gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen vorgehen wollte, scheiterten im Parlament am Widerstand konservativer Abgeordneter.
Mit Nein votierten bei namentlicher Abstimmung die konservative Volkspartei PP, die rechte Vox und die konservative katalanische Separatistenpartei Junts sowie zwei weitere Abgeordnete. Das erste Dekret wurde mit 178 Nein-Stimmen der insgesamt 350 Parlamentarier abgelehnt, gegen das zweite Dekret stimmten sogar 184 Abgeordnete.
Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez kann kaum noch Initiativen durchs Parlament bringen, seit ihr Junts mit sieben Abgeordneten vor knapp einem Jahr die Gefolgschaft aufkündigte.

Sánchez appellierte: Stimmen Sie für die Dekrete

Regierungschef Sánchez hatte selbst in die Debatte im Parlament eingegriffen und die Abgeordneten aufgerufen, für die Dekrete zu stimmen, um Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez (PSOE) verteidigte die Maßnahmen im Parlament. Es gehe bei der Abstimmung darum, ob man auf der Seite der Menschen oder auf der Seite der „Geier-Fonds“ stehe, die mit Wohnraum spekulierten, sagte sie. „Es ist die Stunde der Wahrheit“, wiederholte sie eine Aussage von Sánchez, die Spekulationen über vorgezogene Wahlen Auftrieb gegeben hatten. Regulär wären die nächsten Wahlen im kommenden Sommer.
Die Regierung hatte am Dienstag nach der aufsehenerregenden Zwangsräumung einer 87-Jährigen und massiven Protesten ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen die Wohnungsnot beschlossen. Vorgesehen waren unter anderem eine Verlängerung des Schutzes vor Zwangsräumungen, eine stärkere Regulierung von Mietverträgen und ein Verbot des Erwerbs von Wohnungen durch „Geier-Fonds“ bis 2028 sowie steuerliche Vergünstigungen für Mieter und Vermieter. Zudem war in einem zweiten Dekret eine zweijährige Verlängerung bestehender Mietverträge vorgesehen, die bis Ende 2028 auslaufen.

Opposition: Regierungsdekrete würden alles noch schlimmer machen

Sprecher der Opposition warfen der Regierung vor, die beabsichtigten Maßnahmen würden das Wohnungsangebot verknappen und die Mieten noch weiter in die Höhe treiben. Míriam Nogueras von Junts forderte die Regierung auf, ihre beiden Dekrete zurückzuziehen und bot stattdessen Gespräche über Änderungen an. Die Regierung hatte bis zuletzt gehofft, dass Junts zumindest dem ersten Dekret zustimmen würde.
Die Regierung hatte mit den beiden Dekreten auf den Unmut vieler Bürger reagiert, die keine bezahlbaren Wohnungen finden oder durch steigende Mieten und die Drohung mit Zwangsräumungen unter Druck geraten. Diese Unzufriedenheit war in landesweite Demonstrationen umgeschlagen, als am Mittwoch vergangener Woche die 87-jährige Mariacarmen Abascal nach 70 Jahren zwangsweise von Polizisten aus ihrer Wohnung geholt wurde.
Die Empörung nach der Zwangsräumung der Seniorin war riesig: In Madrid und auch in anderen Städten gingen Zehntausende unter dem Motto „Ni una Maricarmen más“ („Nicht eine weitere Maricarmen“) auf die Straße. In der Hauptstadt wurde vor dem Sitz der konservativen Regionalregierung auf dem Platz Puerta del Sol ein Protestcamp mit Dutzenden Zelten errichtet. Ähnliche Camps wurden auch in Barcelona, Sevilla oder Málaga aufgebaut. (dpa/red)
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Flydubai-Pilot schildert Vorfall – Trump vermutet Beteiligung Irans

Der bei der Gewalttat in einer Flydubai-Maschine verletzte Pilot hat sich mit einer bewegenden Schilderung zum Ablauf der Beinahe-Katastrophe geäußert. Demnach gelang es ihm trotz seiner schweren Stichverletzungen durch den Copiloten, die Cockpit-Tür zu öffnen.
„Ich kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte“, sagte Smit Machchhar in einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi, das dieser auf der Plattform X teilte.
Bereits am Boden liegend sei ihm klar geworden, dass das Flugzeug im Begriff war, abzustürzen. Er habe sich daher trotz mehrerer Wunden und der andauernden Attacke aufgerichtet. „Ich öffnete die Tür und alle kamen herein“, so der indische Pilot.

Immer noch viele Fragen offen

Der Flug der emiratischen Gesellschaft war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es zu dem Vorfall kam. Mehrere Passagiere drangen ins Cockpit ein und konnten den Angreifer überwältigen.
Das Flugzeug, das zuvor dramatisch an Höhe verloren hatte, wurde von einer zufällig mitreisenden zweiten Besatzung sicher im saudi-arabischen Tabuk notgelandet. Sowohl der Kapitän als auch die eingreifenden Passagiere wurden von Medien als Helden gefeiert.
Die innere Stärke für sein beherztes Handeln bezog der gläubige Hindu Machchhar nach eigenen Angaben aus Stoßgebeten an die affenförmige Schutzgottheit Hanuman, den Sohn des Windgottes Pavan. Behandelt wird der Flugkapitän inzwischen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auch der festgenommene Copilot wurde in die Emirate gebracht. Zu dem Motiv des Angriffs gab es zunächst keine gesicherten Informationen.

Trump vermutet Beteiligung Irans

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran für den Fall einer Verwicklung in den mutmaßlichen Anschlag schwerwiegende Konsequenzen angedroht.
Auf die Frage von Journalisten, ob der Iran etwas mit dem mutmaßlichen Anschlag auf die Passagiermaschine zu tun habe, sagte Trump am Donnerstag: „Ich würde sagen, die Antwort lautet, nach dem, was ich höre, ja. Aber wir arbeiten gerade daran.“
„Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge“, antwortete Trump zudem auf die Frage nach möglichen US-Vergeltungsmaßnahmen gegen Teheran. Einem Bericht zufolge bauen die USA unterdessen ihre Militärpräsenz in der Golfregion weiter aus.
Das Linienflugzeug von Flydubai war nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Laut der Website Flightradar24 sackte das Flugzeug innerhalb einer Minute etwa 5000 Meter ab. Die meisten der 174 Passagiere an Bord waren Israelis.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News, der aus dem Oman stammende Copilot habe eine „radikale islamistische Indoktrination“ durchlaufen. Nähere Angaben machte Netanjahu dazu nicht. (dpa/afp/red)
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Frankreich: Über 550 Schulen wegen eskalierender Schülerproteste geschlossen


In Kürze:

  • Am Donnerstag waren über 1.000 Schulen von Protestaktionen betroffen, über 200 davon blockiert.
  • Die Behörden meldeten fast 2.000 Festnahmen, über 300 verletzte Polizisten und Gendarmen sowie 170 verletzte Schüler.
  • Die Regierung wirft der linkspolitischen Oppositionspartei LFI politische Instrumentalisierung vor; eine zentrale Steuerung der Proteste durch die Partei wurden bislang nicht belegt.
  • Am Freitag blieben landesweit rund 560 Schulen geschlossen.

 
Vor dem Hintergrund anhaltender Unruhen in mehreren französischen Städten bleiben am Freitag, 2. Oktober, landesweit gut 560 Schulen offiziell geschlossen, wie das Bildungsministerium mitteilte.
Seit dem 21. September protestieren Schüler – hauptsächlich der Lycées, also der Gymnasien – gegen unterschiedliche Missstände im Bildungswesen. Vom Großraum Paris aus breiteten sich die Proteste auch auf Provinzstädte aus.
Gleichzeitig weiteten die Proteste sich vielerorts zu allgemeinen Ausschreitungen aus. Das Innenministerium spricht von Erscheinungsformen „urbaner Gewalt“.

Schulen in ganz Frankreich betroffen

Die Protestbewegung, als deren Ausgangspunkt das Lycée Saint-Exupéry in Créteil südöstlich von Paris gilt, richtet sich gegen Lehrermangel, Unterrichtsausfall, überhitzte Schulen und marode Schulgebäude. Es kam zu Blockaden und in weiterer Folge zu ähnlichen Aktionen in der gesamten Region Île-de-France rund um Paris und anschließend in Großstädten wie Lille, Lyon und Marseille.
Am Dienstag waren Behördenangaben zufolge über 400 Schulen betroffen. Gleichzeitig eskalierten Proteste und es kam zu Fällen von Vandalismus gegen Mülltonnen, Bushaltestellen oder Fahrzeuge. Auch Schulgebäude selbst wurden in mehreren Städten beschädigt oder in Brand gesteckt. Insgesamt sollen Randalierer bislang Schäden an etwa 100 Schulen landesweit verursacht haben.
Nach Angaben des Innenministeriums waren am Donnerstag landesweit 1.027 der rund 3.700 weiterführenden Schulen von Protestaktionen betroffen – fast jede Dritte. 222 Schulen wurden blockiert. Mittlerweile gebe es Proteste an Universitäten an etwa 30 Hochschulstandorten. Die Proteste reichen inzwischen in alle Départements Frankreichs

Bildungsminister sucht Gespräch mit Schülern und Eltern

Die Zahl der verletzten Beamten von Polizei und Gendarmerie stieg laut offiziellen Angaben mittlerweile auf 305 an. Unter den Schülern gibt es etwa 170 Verletzte und 65 in den Reihen der Lehrkräfte. Im ostfranzösischen Belfort wurde ein Polizist demnach brutal angegriffen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez laufen Ermittlungen wegen versuchter Tötung.
Nuñez verurteilte eine „ungezügelte Gewalt“. Die Lage habe sich verschärft und habe „nichts mehr mit dem legitimen Ausdruck von Schülerforderungen“ zu tun, erklärte er. Feuerwerkskörper seien auf Einsatzkräfte geschossen, öffentliche Gebäude angezündet und Geschäfte geplündert worden.
Es kam auch am Freitag erneut zu zahlreichen Gewaltakten: In Paris brannten die Eingangsbereiche von zwei Schulen. Im Großraum der Hauptstadt kam es an 55 Schulen zu gewaltsamen Ausschreitungen. In Lyon wurden an zehn Schulen unter anderem Böller gezündet und Mülltonnen in Brand gesteckt.
Allerdings ist es nicht an jedem Schauplatz von Protesten auch zu Gewalt gekommen.
Seit Beginn der Proteste in der vergangenen Woche seien laut Justizminister Gérald Darmanin etwa 2.000 Menschen festgenommen worden, davon 90 Prozent Minderjährige.
Premierminister Sébastien Lecornu hatte für Donnerstag eine Krisensitzung einberufen. Für Freitag wurde dabei auch die Schließung betroffener Schulen besprochen. An zahlreichen der mehr als 550 betroffenen Schulen findet der Unterricht digital statt. Zudem gelten Demonstrationsverbote rund um einige Schulen.
Für Freitag ist ein Gespräch von Bildungsminister Édouard Geffray mit Schüler- und Elternverbänden angesetzt. Geffray sagte, Eltern müssten sich zu Wort melden und ihre Kinder von der Teilnahme an Protesten abhalten. Diese seien auf den Straßen nicht sicher. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder nicht mehr auf der Straße sind, weil sie dort in Gefahr sind“, sagte der Minister am Freitag dem Sender BFM.
Justizminister Darmanin wies zudem die Staatsanwälte an, zu prüfen, inwieweit Eltern für Schäden durch ihre minderjährigen Kinder zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Oppositionspartei LFI weist Vorwürfe der „Instrumentalisierung“ zurück

Unterdessen ist auch eine breit angelegte politische Debatte um die Verantwortung für die Eskalationen entbrannt – auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027.
Vor allem aus dem Regierungslager gibt es Vorwürfe an die linkspopulistische Oppositionspartei La France Insoumise (LFI). Premierminister Lecornu sprach von einem „organisierten Manöver“ der Partei und linksextremer Gruppierungen, die hinter den Unruhen stünden. LFI würde die Bewegung „politisch instrumentalisieren“.
LFI weist alle Vorwürfe zurück. In einer Rede, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, betonte ihr Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon, Feuer zu legen diene keinem Zweck. Er rief seine Anhänger zu „Kampfdisziplin“ und zum „Bewahren eines kühlen Kopfes“ auf. Man tue nichts, was dem selbst gesetzten Ziel schade.
„Wir rufen zu gewaltlosen Kampfmethoden auf und zu sonst nichts!“
Auch der Geschäftsführer der Partei, Manuel Bompard, betonte, LFI habe mit den Ausschreitungen nichts zu tun. Man habe zu gewaltfreien Protestformen aufgerufen. Es handle sich um eine „spontane Protestbewegung angesichts unwürdiger Bedingungen im Schulwesen“. Er forderte die Regierung auf, „nicht in Verschwörungstheorien zu verfallen“.
Der frühere Mitarbeiter einer LFI-Abgeordneten, Ritchy Thibault, wurde in Paris festgenommen, nachdem er zum Vorgehen gegen die Polizei und zum „Anzünden des Élysée-Palastes“ aufgerufen hatte. Allerdings hat dieser keine offizielle Funktion bei LFI.
Tausende Menschen wurden bei den Protesten bereits festgenommen. (Archivbild)

Tausende Menschen wurden bei den Protesten bereits festgenommen. (Archivbild)

Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Vermummte Personen beteiligt

Inwieweit LFI tatsächlich eine steuernde Funktion bei den Protesten ausübt, ist unklar. Politiker der Partei waren bei Protesten und an blockierten Schulen anwesend. Ebenso wie andere Gruppierungen aus dem linken Spektrum unterstützt LFI die Anliegen der Schüler politisch. Zugleich gibt es auch ein Geheimdienstgutachten, das von einer „politischen Instrumentalisierung“ durch LFI spricht.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren an den gewalttätigen Aktionen auch zahlreiche vermummte Personen beteiligt, die offenbar nicht zur Schülerschaft der betroffenen Schulen gehörten. Viele von ihnen führten Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse mit sich. Sie sollen von Schule zu Schule gezogen sein, gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht und versucht haben, Schüler zu Gewalttaten anzustacheln.
Bislang wurden Erkenntnisse dazu, ob die vermummten Gewalttäter einer politischen Organisation zuzuordnen sind und, wenn ja, welcher, nicht bekannt gemacht. Entsprechend handelt es sich bei Mutmaßungen in sozialen Medien, die vom „Schwarzen Block“ über andere linksextreme Organisationen bis zu rechtsextremen Provokateuren reichen, um Spekulationen.

Unruhen in Frankreich nicht selten

In Frankreich kommt es regelmäßig zu Unruhen, die sich im Umfeld politischer Proteste entzünden. Die größten davon waren jene im Mai 1968, als sich sowohl Studenten als auch Arbeiter an Aktionen, die ursprünglich an den Universitäten ihren Ausgang genommen hatten, beteiligten.
Im Jahr 2016 kam es zu Protesten gegen die Arbeitsrechtsreform, in deren Umfeld auch Autonome aus dem „Schwarzen Block“ gewalttätig in Erscheinung traten. Ende der 2010er-Jahre trat die Gelbwestenbewegung in Erscheinung, im Jahr 2023 kam es zu teils von Gewalt begleiteten Protesten gegen die Rentenreform sowie Jugendunruhen im Sommer 2023.
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Strategische Ölreserven: EU bereit zu „gemeinsamem Handeln“

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Europäer aufgefordert, „umgehend“ ihre strategischen Dieselreserven freizugeben, um die hohen Preise zu senken.
„Unsere europäischen Partner sollten die Umsetzung ihrer bestehenden Zusagen beschleunigen und zusätzliche Lieferungen sofort verfügbar machen, um die anhaltenden Störungen zu beheben“, schrieb Bessent am Donnerstag in Onlinenetzwerken.
„Amerikanische Landwirte, Lkw-Fahrer und Unternehmen dürfen nicht mit der Last einer weltweiten Diesel-Knappheit alleine gelassen werden“, fügte er hinzu. US-Präsident Donald Trump unterstützte die Forderung.
Die EU-Kommission will am Freitag mit Vertretern der Mitgliedstaaten über die Lage beraten.

EU bereit für „gemeinsames Handeln“

Vor diesem Hintergrund hat Brüssel seine grundsätzliche Bereitschaft zur Freigabe strategischer Ölreserven erklärt.
„Die Europäische Union ist bereit für gemeinsames Handeln im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA)“, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.
Mit Blick auf eine mögliche Videokonferenz der G7-Staaten am Nachmittag fügte sie hinzu: „Wir werden nun die nächsten Schritte abwarten.“
Die sogenannte Arbeitsgruppe Energieunion war am Vormittag zu einem außerordentlichen Treffen zusammengekommen, um die jüngsten Entwicklungen auf dem Dieselmarkt zu diskutieren.
Die Kommissionssprecherin wies dabei eine mögliche Exportsperre für US-Diesel, für die sich US-Präsident Donald Trump zuvor ausgesprochen hatte, „kategorisch“ zurück. Ein solcher Schritt „würde unser Vertrauen in die Vereinigten Staaten als verlässlichen Partner untergraben“, betonte sie.

Verweis auf IEA

Mit Blick auf die mögliche Freigabe von Treibstoffreserven verwies sie auf die IEA. „Es ist ihre Aufgabe, eine mögliche Freigabe von Reserven zu organisieren.“
Die Mitgliedstaaten der IEA hatten bereits im März eine koordinierte Freigabe von Ölreserven vereinbart, um den durch den Iran-Krieg ausgelösten Preisanstieg abzufedern. Damals waren es 400 Millionen Barrel.
Es war die sechste Freigabe strategischer Reserven in der Geschichte der vor mehr als 50 Jahren gegründeten IEA und die bislang größte.

Deutschland für besonnene Reaktion

Die Bundesregierung mahnte eine besonnene Reaktion an. „Es gilt jetzt, die Märkte nicht weiter zu verunsichern“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.
Er betonte gleichzeitig, die Bundesregierung sehe die USA „weiterhin als einen verlässlichen Partner, auch in Bezug auf Kraftstofflieferungen“.
„Versorgungssicherheit hat für uns höchste Priorität“, sagte Hille. „Wir rufen alle Beteiligten auf, besonnen zu handeln.“ Der Grund für die hohen Kraftstoffpreise liege aber „zuvorderst in der Lage im Nahen Osten und der damit zusammenhängenden Verknappung des Angebots“.
Grundsätzlich erfolge die Freigabe von Kraftstoffreserven im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA). Dies geschehe „auf freiwilliger und auf koordinierter Basis“.
Derzeit seien Deutschland aber „keine neuen Anforderungen seitens der Internationalen Energieagentur bekannt“, betonte Hille. Ein derartiger Schritt war zuletzt im Frühjahr erfolgt.
Hille konnte Angaben nicht bestätigen, wonach am Freitag noch eine Schaltkonferenz der Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe geplant sei. Sollte dies aber der Fall sein, werde Kanzler Friedrich Merz (CDU) wie üblich daran teilnehmen, sagte der Regierungssprecher.

Macron will Videokonferenz einberufen

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor die G7-Staaten zu einer konzertierten Aktion aufgerufen.
Die Staatengruppe müsse „konzertiert und ohne Exportbeschränkungen handeln“, um die Kraftstoffpreise zu senken, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Macron habe dazu bereits mit US-Präsident Donald Trump sowie mit dem kanadischen Regierungschef Mark Carney telefoniert.
Macron werde nun „so bald wie möglich“ eine Videokonferenz der G7-Staaten einberufen, kündigte sein Büro an. Neben Frankreich, den USA und Kanada gehörten der Gruppe Deutschland, Italien, Großbritannien und Japan an. (afp/red)
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Notstrom-Schiffe für Norwegen: (K)ein Konzept für Deutschland


In Kürze:

  • Zwei Unternehmen aus Norwegen wollen schwimmende Plattformen mit kleinen modularen Kernreaktoren entwickeln.
  • Diese sollen flexibel in Küstenregionen zum Einsatz kommen, wo höherer Strombedarf herrscht.
  • Besonders stromintensive Rechenzentren boomen aktuell in dem nordischen Land.
  • In Norwegen lohnt sich dieses Verfahren aufgrund der viel längeren Küstenlinie eher als in Deutschland.

 
Norwegen bezieht seinen Strom fast ausschließlich aus den kohlenstoffarmen Quellen Wasserkraft und Windkraft. Gleichzeitig produziert das skandinavische Land insgesamt mehr Strom als es selbst benötigt und ist somit Nettostromexporteur. Im vergangenen Jahr standen 161,9 Terawattstunden (TWh) zu Buche – der höchste jemals gemessene Wert des Nicht-EU-Landes.
Dennoch wollen jetzt die norwegischen Unternehmen Norsk Kjernekraft und Ocean-Power AS kompakte Kernreaktoren errichten, sogenannte kleine modulare Reaktoren (SMR). Diese sollen künftig nicht an Land, aber vom Wasser aus für zusätzliche Energie sorgen, wenn irgendwo ein Engpass auftritt. Hierzu haben die Unternehmen bereits Absichtserklärungen unterzeichnet.

Wofür die Schiffe gedacht sind

Seit längerer Zeit gibt es bereits mit Kernkraft angetriebene Schiffe und U-Boote. In Norwegen sollen die Reaktoren jedoch keine Schiffe versorgen. Die Unternehmen planen sie als Kraftwerk, das Stromverbraucher an Land versorgt. Das Konzept ähnelt der „Akademik Lomonossow“, dem ersten und aktuell einzigen in Betrieb befindlichen schwimmenden SMR-Kraftwerk.
Das norwegische System – bestehend aus Thorium-basierten Salzschmelzereaktoren – wäre somit äußerst flexibel. Sollte an einer Küstenregion ein Industriegebiet entstehen oder expandieren, kann eine solche SMR-Plattform dorthin gebracht werden, um den gestiegenen Strombedarf abzudecken.
Dasselbe gilt für neue, stromintensive Rechenzentren. So errichtet aktuell der US-Konzern Microsoft in der norwegischen Küstengemeinde Narvik eines der größten KI-Rechenzentren Europas. Norwegen bietet sich wegen seiner kühleren Temperaturen als Standort an. Das reduziert den Kühlaufwand der Rechenzentren.

Serienproduktion möglich

Ein weiterer Vorteil der SMR-Plattformen: sie belegen keine Landfläche. Norwegen besitzt viel Erfahrung mit dem Bau von Schiffen und maritimen Anlagen. Somit kann die schwimmende Anlage in einer dafür ausgelegten Werft errichtet werden. Eine Serienproduktion wäre dort möglich.
Die kompakten Reaktoren sollen neben Strom auch Wärme liefern. Dazu teilte Jonny Hesthammer, Geschäftsführer von Norsk Kjernekraft, mit: „Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um ein langfristiges Engagement in der Kernenergie in Norwegen sicherzustellen, an dem die besten Unternehmen der norwegischen Industrie beteiligt sind.“
Ebenso beabsichtigt vor allem Norsk Kjernekraft abgelegene Orte mit SMR-Plattformen zu erreichen. So etwa die Bergbaustadt Longyearby auf dem norwegischen Archipel Spitzbergen, das sich zwischen Norwegen und dem Nordpol befindet. Seit 2025 erzeugt dieser Ort seinen Strom mit teurem Diesel. Die Stromkosten betragen hier rund 37 Cent pro Kilowattstunde.

Warum gerade jetzt?

Obwohl Norwegen wie erwähnt aktuell mehr als genug Strom für sich selbst erzeugt, steigt der Bedarf. Dafür sorgt insbesondere der Boom der Rechenzentren. Norwegens günstige Strompreise begünstigen diese Entwicklung – vor allem in der nördlichen Hälfte des Landes. Hier kostet die Kilowattstunde nur rund drei Cent in der Herstellung.
Hinzu kommt, dass Norwegen inzwischen wieder für eine Rückkehr zur Kernkraft offen ist. Das Land hatte eine indirekte Kernkraft-Ära, die 1951 startete und bis 2019 andauerte. Indirekt bedeutet, dass die vier in diesem Zeitraum entstandenen Reaktoren nicht der kommerziellen Stromproduktion dienten, sie waren Forschungsreaktoren.

Ideal für Norwegen

Dadurch, dass Norwegen eine langgestreckte Form und nur auf seiner Ostseite angrenzende Nachbarländer hat, besitzt das Land enorm viel Küste. Die Küstenlinie beträgt rund 103.000 Kilometer, das entspricht etwa der 2,5-fachen Länge des Äquators und übersteigt die Küstenlinie des gesamten afrikanischen Kontinents. Noch mehr Küstenkilometer hat lediglich Kanada. Das stellt enorm viel Einsatzpotenzial für die schwimmenden SMR-Plattformen dar.
Zudem lebt der Großteil der norwegischen Bevölkerung in der Nähe der Küsten, wodurch die Anlagen viele private und gewerbliche Verbraucher erreichen könnten. Viele Großstädte befinden sich am oder nah am Meer, einschließlich der Hauptstadt Oslo sowie Bergen, Stavanger, Trondheim, Kristiansand, Ålesund, Tromsø, Bodø, Haugesund und Fredrikstad.

Eine Karte von Norwegen.

Für Deutschland ungeeignet

Deutschlands Küstenlinie beträgt hingegen nur 1.586 km. Somit könnten diese geplanten schwimmenden SMR-Plattformen nur eine überschaubare Anzahl von Städten versorgen. Theoretisch möglich wäre es.
Zu beachten ist hier jedoch die bestehende Energieinfrastruktur, die maßgeblich von Windkraftanlagen an Land und auf See dominiert wird. Aufgrund dieses Umstandes müssten sich die Betreiber der SMR-Plattformen auf massive Drosselungen ihrer Anlagen bei viel Wind einstellen. Schon jetzt müssen die Netzbetreiber zahlreiche Windräder im Norden bei guten Windverhältnissen wegen Stromüberproduktion abschalten.
Hinzu kommt das bestehende Atomgesetz, dass die kommerzielle Nutzung der Kernkraft zur Stromerzeugung untersagt. Seit 2023 ist die Bundesrepublik endgültig ausgestiegen. Noch bestehende und stillgelegte Meiler befinden sich weiterhin in einem Jahre oder Jahrzehnte dauernden Rückbauprozess. Eine Rückkehr zur Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland scheint aktuell nur mit einem Politikwechsel möglich.
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Albanien lehnt weitere Rückkehrzentren für EU-Staaten ab

Albaniens Premierminister Edi Rama lehnt die Einrichtung weiterer Rückkehrzentren für andere EU-Staaten in seinem Land ab. „Zentren in Drittstaaten allein sind nicht die Lösung“, sagte Rama der „Welt am Sonntag“. Der 2024 mit Italien geschlossenen Vereinbarung für Flüchtlingszentren habe er nur zugestimmt, weil beide Länder besonders enge Partner seien. „Aber anderen sagen wir Nein“, sagte Albaniens Premierminister auf die Frage, ob er etwa einer Anfrage aus Deutschland zustimmen würde.
Er warnte zugleich davor, Migration zum Wahlkampfthema zu machen. Angesichts sinkender Geburtenraten – Rama spricht von einem „demografischen Winter“ – müsse Europa darüber reden, „welche Art von Migration wir brauchen und wollen – aber wie Erwachsene“. Wer das Thema als „politischen Spielball“ nutze, um „Schreckgespenster heraufzubeschwören“, könne „kurzfristig Wahlen gewinnen. Aber das ist keine Staatskunst. Das ist, als würde man auf dem Deck der Titanic Musik spielen.“

Albanien drängt auf EU-Beitritt

Albanien gilt als einer der aussichtsreichsten Beitrittskandidaten unter den sechs Westbalkan-Staaten. Von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Europa insgesamt forderte Rama, „den Mut Helmut Kohls“ wiederzufinden und Albanien an den „Tisch“ zu holen. „Als 1989 die Mauer fiel, sagte Kohl nicht zu den Ostdeutschen: Jetzt habt ihr 33 Verhandlungskapitel, dann nehmen wir euch auf. Sondern er sagte: Wir sitzen alle in einem Boot.“
Die Aufnahme neuer Mitglieder, die mit einem Veto Entscheidungen blockieren könnten, nannte Rama ein „Risiko“. Er werde sich „auf jeden Fall“ für die Abschaffung des Vetorechts einsetzen. „Wenn Europa mit China, den USA und Indien konkurrieren muss, ist es absurd, wenn ein Mitglied alles aufhalten kann.“

Streit um Investitionsprojekte

Zu den anhaltenden Protesten der „Flamingo-Revolution“ gegen das geplante Investitionsprojekt für ein Luxusresort von US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in einem Naturschutzgebiet sagte Rama, er verstehe zwar einige Anliegen der Protestler, aber sie seien von „Lügen und Verschwörungstheorien“ getrieben.
So werde noch verhandelt und die Umweltverträglichkeit geprüft, zudem gehe es um zwei Projekte: eines auf einer öffentlichen Insel, von der nur acht Prozent bebaut würden, und eines auf einer Insel in Privatbesitz. „Wenn Sie ausländisches Kapital nach Deutschland holen würden, würden Sie dann sagen, Deutschland werde verschleudert? Würden Sie sagen: Deutschland gehört den Deutschen? Ich vertrete die Interessen meines Landes, und ich werde weitermachen“, sagte Rama. (dts/red)