Categories
ticker

09.07.2026 | Sängerin Bonnie Tyler gestorben | Bundeswehr will zunächst 8 ehemalige Kasernen reaktivieren

HEUTE11:55 Uhr

Bundeswehr will zunächst 8 ehemalige Kasernen reaktivieren

Die Bundeswehr hat bisher acht frühere Kasernen ausgewählt, um sie für den neuen Wehrdienst zu nutzen: die Rantzau-Kaserne in Boostedt (AH), die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven (Niedersachsen), die Kurpfalz-Kaserne in Speyer (RLP), Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel (RLP), die Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (NRW), das NATO-Hauptquartier in Mönchengladbach (NRW), die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen (BaWü) und die Ray Barracks in Friedberg (Hessen). Die finale Entscheidung steht noch aus, nun werde „mit allen relevanten Akteuren gesprochen“.

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE11:39 Uhr

SPD fordert Abzug deutscher Soldaten von Hormus-Mission

Die SPD fordert das Minenjagdboot „Fulda“ und das Versorgungsschiff „Mosel“ wegen der Lage im Nahen Osten nach Deutschland zurückzuholen. Die beendete Waffenruhe lasse eine neue Eskalation befürchten. „Damit rücken auch die Voraussetzungen für einen möglichen deutschen militärischen Beitrag zu einer Mission in der Straße von Hormus weiter in die Ferne“, sagte SPD-Außenpolitikerin Siemtje Möller. Die Grünen forderten zuvor ähnliches.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE11:27 Uhr

Bonnie Tyler gestorben

Die walisische Sängerin Bonnie Tyler ist im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Portugal gestorben. Das teilte ihre Familie mit. Im Mai hatte Tyler eine Notoperation am Darm durchlaufen müssen. Sie war in ein Krankenhaus in Faro gebracht und in ein künstliches Koma versetzt worden, um ihre Genesung zu unterstützen.
Ab Sommer hatte Bonnie Tyler wieder auf große Tournee gehen wollen.

Ab Sommer hatte Bonnie Tyler wieder auf große Tournee gehen wollen.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE11:15 Uhr

EU-Gerichtshof stärkt Widerrufsrecht bei Streaming-Abos

Streamingdienste wie Sky dürfen das Widerrufsrecht für ihre digitalen Angebote nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht generell ausschließen. Das geht nach EU-Regeln nur bei „digitalen Inhalten“ – bei einem Streaming-Abo handelt es sich laut den Richtern jedoch um eine „digitale Dienstleistung“, wenn das Angebot sich am Nutzerverhalten orientiert und daran angepasst wird. Ausschlaggebend sind personalisierte Empfehlungen und das Widerrufsrecht.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE11:00 Uhr

Überschwemmungen verhelfen Zootieren zur Flucht

Überschwemmungen im Südwesten Chinas haben Dutzenden Zootieren zur Flucht verholfen, meldet der Zoo von Guigang in der Provinz Guangxi. Weg sind unter anderem zwei Waschbären, vier Stachelschweine und 30 Pfauen, Alpakas, Zebras und Strauße. Zuvor hatten sich im Internet bereits Videos von Menschen verbreitet, die versuchen, mit bloßen Händen und Netzen schwimmende Schlangen einzufangen – auch eine Schlangenfarm in der Stadt Hengzhou wurde vom Hochwasser zerstört.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE10:33 Uhr

Schrottberg in Salzgitter brennt seit Stunden

Der Brand eines Schrottbergs auf dem Gelände der Salzgitter AG hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Rund 100 Einsatzkräfte bekämpften seit Mittwochabend die Flammen, die eine dichte, dunkle Rauchwolke verursachten. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Feuerwehr geht davon aus, die Einsatzstärke gegen Mittag deutlich reduzieren zu können. Anwohner sollten zunächst weiterhin ihre Fenster und Türen geschlossen halten.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE10:12 Uhr

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Zehn Jahre Haft

Im Fall des tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der Angeklagte zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Zweibrücken sprach den 26-Jährigen nach der Tat vor fünf Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig.
Der Fall löste bundesweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit im Bahnverkehr aus. (Archivbild)

Der Fall löste bundesweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit im Bahnverkehr aus. (Archivbild)

Foto: Uwe Anspach/dpa POOL/dpa

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE9:33 Uhr

Bierkisten auf der Fahrbahn: Kamener Kreuz teilweise gesperrt

Von einem Lastwagen auf die Fahrbahn gefallene volle Bierkisten sorgen für erhebliche Verkehrsbehinderungen am stark befahrenen Kamener Kreuz in NRW. Der Lkw verlor laut Polizei aus bislang ungeklärter Ursache in einer Kurve 100 bis 150 volle Bierkisten. Diese verteilten sich auf der Fahrbahn der Autobahn A1. Der Kreisel Oberhausen im Kamener Kreuz sei deshalb wohl bis Mittag gesperrt. Der Fahrer wurde bei dem Unfall nicht verletzt, kam aber dennoch ins Krankenhaus.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE9:06 Uhr

Ipsos: Union fällt auf tiefsten Stand seit 2022

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die AfD auf 28 Prozent (+1) der Stimmen. Das besagt eine neue Umfrage des Institut Ipsos. Dahinter folgen: Union 22 Prozent (-1 Prozentpunkt, der niedrigste Stand seit Januar 2022), Grüne 14 Prozent, SPD 13 Prozent, Linke 13 Prozent (+1), FDP 4 Prozent, BSW 3 Prozent. Ipsos befragte 1.000 Wahlberechtigte vom 4. bis 6. Juli. 
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:46 Uhr

Von Hund gebissen – vierjähriges Mädchen stirbt

Ein vierjähriges Mädchen ist in der Gemeinde Osternienburger Land in Sachsen-Anhalt mehrmals von einem Hund gebissen worden und gestorben. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, kommt der Hund aus dem familiären Umfeld. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen. Der Hund wurde nach dem Vorfall in ein Tierheim gebracht.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:37 Uhr

USA wollen Syrien von der Liste der Terrorunterstützer streichen

US-Außenminister Marco Rubio informierte den Kongress über die beabsichtigte Aufhebung der Einstufung Syriens als „staatlicher Sponsor von Terrorismus“. Falls binnen 45 Tagen kein Widerspruch aus dem Kongress kommt, wird das Land damit nach Jahrzehnten von der Liste gestrichen. Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa war am Rande des NATO-Gipfels in Ankara mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:14 Uhr

Russland verurteilt Zusagen an Ukraine als „verantwortungslos“

Die europäischen Staaten bereiteten sich „auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland vor“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau. Den NATO-Staaten warf Moskau „verantwortungslose Entscheidungen vor, die in eine Katastrophe münden könnten“ und kritisierte die Militarisierung Europas. Zuvor hatte die NATO Unterstützung für die Ukraine von 70 Milliarden Euro für 2026 sowie mindestens ebenso viel für 2027 beschlossen.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:53 Uhr

Hochwasser vernichten mehr Kapital als früher

Der wirtschaftliche Schaden eines Hochwassers lag seit 2020 im Schnitt bei ungefähr 400 Millionen Euro – zwischen 2000 und 2019 betrug der Wert rund 100 Millionen Euro. Das teilt der Kreditversicherer Allianz Trade mit. Die Anzahl der Hochwasser in Europa hat sich kaum verändert und liegt seit dem Jahr 2000 etwa bei 50. Allerdings vernichteten diese deutlich mehr Kapital als vor zwei Jahrzehnten. Sie empfehlen, in den Hochwasserschutz zu investieren.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:31 Uhr

Schweden und Deutschland vertiefen Luftverteidigung

Die Verteidigungsminister von Deutschland und Schweden unterzeichneten während des NATO-Gipfels in Ankara eine „Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung“. Das teilte der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson mit. Es geht dabei auch um unbemannte Systeme. Deutschland sowie andere Länder hätten zudem Interesse am Kampfflugzeugsystem Gripen des schwedischen Rüstungskonzerns Saab gezeigt.

Ein Kampfflugzeug der Saab-Gripen-E-Serie am Himmel über dem Flughafen von Linköping in Schweden (22. Oktober 2025).

Foto: Jonathan Nackstrand/AFP via Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:17 Uhr

Bei VW: Aktionstag und Aufsichtsrat

Der VW-Aufsichtsrat berät heute ab 14:30 Uhr, IG Metall und Betriebsrat machen mit einem bundesweiten Aktionstag gegen weitere Sparpläne mobil. Konzernchef Oliver Blume erklärte, an einem neuen „Zielbild 2030“ zu arbeiten. Das bisherige Geschäftsmodell – in Europa zu entwickeln und zu produzieren und weltweit zu verkaufen – funktioniere nicht mehr. Laut „Manager Magazin“ könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, das wären doppelt so viele wie bisher geplant.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:57 Uhr

Vorwürfe von Paris Hilton – Internat verliert Lizenz

Ein Internat im US-Bundesstaat Utah, in dem US-Sängerin Paris Hilton (45) nach eigenen Worten als Teenager misshandelt wurde, muss den Schulbetrieb einstellen. Die Behörde für Gesundheit und Soziales hat der privaten Einrichtung Provo Canyon School in Springville die Lizenz entzogen, berichten US-Medien. In ihrer Dokumentation „This is Paris“ (2020) hatte Hilton öffentlich gemacht, dass sie in ihrer Jugend Missbrauch und Gewalt in Schulen für verhaltensauffällige Teenager erlebt habe.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:37 Uhr

Rückflug mit Flugzeugwechsel

US-Präsident Donald Trump reiste nach dem NATO-Treffen mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte ab. Diese landete für einen Zwischenstopp in Großbritannien, dort stieg Trump in die Katar-Maschine um. Begleitet wurde dies von Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte in Ankara, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“.

Mit dieser Air Force One war US-Präsident Donald Trump (oben) am 7. Juli 2026 auf dem Luftwaffenstützpunkt Etimesgut vor dem NATO-Treffen gelandet.

Foto: Saul Loeb/AFP via Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:36 Uhr

Trump: Truppenabzug aus Europa hängt viel von Grönland ab

US-Präsident Donald Trump hat einen noch größeren Truppenabzug aus Europa in Aussicht gestellt und das von einer Vereinbarung zur Zukunft Grönlands abhängig gemacht. „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen“, entgegnete er auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde. „Vielleicht werde ich es tun.“
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:22 Uhr

Unfälle mit E-Rollern

Damit Geschädigte nach Unfällen mit E-Rollern nicht leer ausgehen, wirbt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig für neue Regeln. Heute ist eine abschließende Beratung über eine Regelung zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen geplant. Bisher haftet nur der Fahrer, künftig sollen Betroffene ihre Schadenersatzansprüche auch gegenüber dem Anbieter geltend machen können.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:13 Uhr

Wolkenkratzer in New York wieder „stabil“

Ein Wolkenkratzer in New York, der wegen zwei verformter tragender Säulen Großalarm ausgelöst hatte, ist nach den Worten von Bürgermeister Zohran Mamdani wieder „stabil“. Es seien keine weiteren Bewegungen des Gebäudes mehr festgestellt worden,  provisorische Stützen und Verstärkungsträger wurden eingezogen. Das Gebäude wird gerade in ein Wohngebäude umgebaut. Die Zahl der evakuierten Gebäude sei reduziert worden.

Arbeiter vor dem ehemaligen Pfizer-Hauptsitz in New York City am 8. Juli 2026. Ein Sicherheitsbeauftragter meldete, dass ein Stahlträger im 21. Stock beschädigt sei, die Feuerwehr teilte mit, dass zwei Stützpfeiler im Inneren des Gebäudes nachgaben und mehrere obere Stockwerke durchhingen.

Foto: Spencer Platt/Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE5:51 Uhr

Urteil erwartet: Prozess wegen Angriff auf Zugbegleiter

Fünf Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz wird heute gegen 10:00 Uhr im Landgericht Zweibrücken das Urteil gegen den mutmaßlichen Täter erwartet. Anders als die Staatsanwaltschaft, die den 26-Jährigen Griechen wegen Mordes angeklagt hatte, wertet das Landgericht Zweibrücken die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte soll dem Schaffner bei einer Ticketkontrolle so heftig gegen den Kopf geschlagen haben, dass dieser an einer Hirnblutung starb.
 
Was gestern passierte: Kurznachrichten vom 8. Juli 2026.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

Categories
ticker wirtschaft

Saturn-Showrooms in MediaMarkt-Filialen geplant

Trotz eines stark ausgedünnten Filialnetzes der Elektronikmarktkette Saturn will der Mutterkonzern Ceconomy an der Marke festhalten, online und stationär.
Ab 2027 sind Saturn-Showrooms in MediaMarkt-Filialen und an ausgewählten Standorten geplant, teilte das Unternehmen mit.
Saturn soll neu ausgerichtet werden – als Untermarke für Technik-Begeisterte. Der Schwerpunkt liege auf Trends sowie hochwertigen Produkten mit exklusivem Zugang, sagte eine Sprecherin. Ziel sei es, neue Kundengruppen zu erschließen.
Wie viele Showrooms es geben soll, sei noch offen. „Wir können uns auch vorstellen, Saturn im Ausland zu testen“, so die Sprecherin. Saturn gibt es derzeit nur noch in Deutschland.

Mehr als 1.000 Filialen in elf Ländern

Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Saturn-Filialen, inzwischen sind es nur noch 27. Zahlreiche Standorte wurden geschlossen und als MediaMarkt wiedereröffnet.
Das habe in den betroffenen Geschäften zu einem Umsatzanstieg von 10 Prozent geführt, teilte Ceconomy mit. Beide Ketten gehören zur selben Unternehmensgruppe.
Künftig sollen weitere Saturn-Filialen als MediaMarkt weiterbetrieben werden, einige jedoch eigenständig bestehen bleiben. Wie viele und welche, ist noch unklar. Ceconomy begründete die Entwicklung in der Vergangenheit damit, dass die Kunden immer weniger zwischen den Marken unterscheiden würden.
Das Filialnetz von MediaMarktSaturn umfasst in Deutschland derzeit gut 400 Standorte und soll in den kommenden Jahren stabil bleiben.
Insgesamt ist der Konzern laut Geschäftsbericht von 2025 in elf Ländern mit mehr als 1.000 Filialen vertreten und damit Europas größter Elektronik-Fachhändler. Ceconomy beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 50.000 Menschen, davon knapp 20.000 hierzulande.

JD.com-Übernahme nicht entschieden

Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com steht vor der Übernahme von Ceconomy. Das Unternehmen hatte sich im vergangenen Jahr die Mehrheit der Aktien gesichert.
Behörden in mehreren Ländern prüfen den Deal. Frankreich, Italien und Deutschland haben bereits grünes Licht gegeben.
Die Entscheidungen aus Spanien und Österreich stehen noch aus. Die Europäische Kommission äußerte nach einer ersten Untersuchung „vorläufige Bedenken“ und prüft den Fall nun genauer.
JD.com und Ceconomy rechnen mit einer vollständigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte.
Ceconomy erwartet von der Übernahme einen Schub für das eigene Geschäft. Ziel ist es, den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 auf 800 Millionen Euro zu steigern.
Das entspräche einem Plus von etwa 60 Prozent gegenüber 2025/2026. Der Umsatz soll auf etwa 24 Milliarden Euro wachsen. (dpa/red)
Categories
deutschland ticker wirtschaft

Insolvenz-TICKER | Ravensburger übernimmt die Mehrheit beim Plüschtierhersteller Steiff

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

HEUTE10:30 Uhr

Behörde erlaubt Steiff-Übernahme durch Ravensburger

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Plüschtierfirma Steiff durch den Spielehersteller Ravensburger genehmigt. „Wettbewerbliche Bedenken ergeben sich nicht, da sich die Produktportfolios der Unternehmen nicht überschneiden“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt in Bonn. „Zudem verfügen die Unternehmen im Spielwareneinzelhandel über hinreichend starke Abnehmer, sodass auch sonst keine nachteiligen Auswirkungen auf den Wettbewerb zu erwarten waren.“
Ravensburger gehören künftig 60 Prozent der Anteile von Steiff. Die Verkäufer sind die Erben der Gründerin Margarete Steiff. Die Firma aus Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) soll weiterhin eigenständig geführt werden.
Ravensburger ist vor allem für Gesellschaftsspiele, Puzzles und Sammelkarten bekannt. Steiff gilt als Erfinder des Teddybären und steht seit mehr als 140 Jahren für hochwertige Plüschtiere – erkennbar am markanten Knopf im Ohr.
 
6. Juli9:43 Uhr

Zwei Matratzenhersteller in Insolvenz

Der Matratzenhersteller Bönnig + Sommer in Ostwestfalen hat Anfang Juli Insolvenz angemeldet. 109 Mitarbeiter des Familienunternehmens sind betroffen. In der Branche treffen hohe Personalkosten auf steigende Energiepreise und billige Importe. Bönnig + Sommer stellt Schaumstoffe für Matratzen her.
Auch einer der größten Hersteller in Deutschland, das Breckle Matratzenwerk Weida GmbH in Thüringen, ist insolvent. Das 1932 gegründete Unternehmen meldete im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung an. Derzeit beschäftigt Breckle rund 270 Mitarbeiter und stellt Matratzen, Polstermöbel und Boxspringbetten her. Künftig plant Geschäftsführer Gerd Bröckle, seine Unternehmen mehr auf Medizinprodukte und Hotellerie auszurichten.

Jährlich werden rund 8 Millionen Matratzen in Deutschland verkauft.

Foto: Reimphoto/iStock

 
25. Juni7:42 Uhr

TSG München 1860 fehlt das Geld

Der TSG 1860 München ist insolvent, das Verfahren unter vorläufiger Leitung von Insolvenzverwalter Max Liebig wurde am 25. Juni veröffentlicht. Die Profi-Fußballgesellschaft fehlen nach der Kündigung von Darlehen durch Investor Ismaik 2,3 Millionen Euro, um weiterhin in der 3. Liga spielen zu können. Es wurde der Zwangsabstieg verordnet
 
16. Juni18:40 Uhr

Corona-Heimwerkerboom abgeflaut – Hellweg ist pleite

Die Baumarktkette Hellweg Die Profi-Bau & Gartenmärkte GmbH & Co. KG hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Zuständig ist das Amtsgericht Essen, der Sitz des Unternehmens ist in Dortmund. Der Betrieb mit den rund 2.900 Mitarbeitern soll zunächst weitergehen, übergangsweise erhalten sie Insolvenzgeld.
Neben dem Online-Shop bleiben alle 68 Märkte geöffnet. Einige Schließungen von Filialen wurden angekündigt, darunter in Münster-Loddenheide, Berlin-Weißensee, Bonn-Duisdorf, Oberhausen, Werl und Duisburg (NRW), Halle/Saale.
Das Gericht hat Rechtsanwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Sachverwalter bestellt, der die Interessen der Gläubiger überwachen soll. Zwei Rechtsanwälte wurden laut dem Unternehmen als Sanierungsexperten in die Geschäftsführung berufen.
Ein Grund für die Schwierigkeiten ist, dass der Heimwerker-Boom während der Corona-Pandemie deutlich abgeflaut ist – während seither gleichzeitig die Kosten steigen.
 
2. Juli8:58 Uhr

Autohausgruppe Autolöwen vor dem Aus

Anfang Mai meldete die Autohausgruppe Autolöwen mit Sitz in Schwäbisch Hall Insolvenz an. Nun schließen sieben Standorte, da keine Investoren gefunden wurden. Nur für einen davon, in Aalen, fand sich eine Lösung, er wird von der Autohaus-Widmann-Gruppe übernommen.
Die Häuser in Schwäbisch Hall, Ludwigsburg, Crailsheim, Öhringen und Heilbronn schließen. Das Unternehmen vertrieb seit mehr als 30 Jahren Neu- und Gebrauchtfahrzeuge vor allem von Peugeot, Citroen, Opel, Fiat und Jeep und bot entsprechenden Service an.
„Wir haben alles getan, was unter den gegebenen Umständen möglich war, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte der zuständige Insolvenzverwalter Markus Schuster in der „Automobilwoche“. Über 200 mögliche Interessenten seien als mögliche Investoren angeschrieben worden. Insgesamt sind rund 180 Mitarbeiter von der Schließung betroffen.
 
1. Juli10:45 Uhr

Winzergenossenschaft vor Restrukturierungen

Anfang Juli und damit rund zehn Wochen vor Beginn der Weinlese will die Winzergenossenschaft „Winzer von Baden eG“ nahe Heidelberg Insolvenz einreichen. Betroffen sind in Wiesloch und der Region Rhein-Neckar rund 900 Winzer und ihre Familien.
Eine tiefe Restrukturierung sei unumgänglich, um „das Unternehmen neu auszurichten und die Marke Winzer von Baden zu erhalten“, sagte Matthias Göhring, geschäftsführender Vorsitzende, dem Fachportal Weinwirtschaft.
Der Weinbau in Deutschland steckt in der Krise, neben steigenden Lohn- und Energiekosten ist der Absatz eingebrochen. Der Absatz von Weinen sinkt, die Preise liegen oft unter den Herstellungskosten.

Winzergenossenschaften umfassen meist kleinere Weinbaubetriebe, die ihre Trauben bei der Kooperative abliefern. Diese übernimmt den weiteren Ausbau des Weins, die Abfüllung, Marketing und Vertrieb.

Foto: Rostislav_Sedlacek/iStock

 
29. Juni11:06 Uhr

Deko-Kette Depot schließt 66 Filialen

Die Deko-Kette Depot schließt im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens 66 Filialen. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Internetseite eine entsprechende Liste. „Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur.
Betroffen sind unter anderem Geschäfte in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, München und Stuttgart. Die meisten sollen nach dem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen. Zuvor hatten andere Medien über die Schließungen berichtet.
Übrig bleiben damit laut Gries vorerst gut 80 Depot-Filialen. Es könnten jedoch noch mehr schließen, die Verhandlungen mit den Vermietern dauerten an. Etwa 330 Beschäftigte verlieren Gries zufolge ihren Job. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte er keine Angaben.
 
24. Juni9:50 Uhr

Playmobil schließt Werk bei Nürnberg

Im deutschen Werk von Playmobil ruht bereits die Produktion, offiziell wird das Werk in Dietenhofen bei Nürnberg zum 30. Juni geschlossen. Es sind rund 350 Mitarbeiter betroffen, wie „InFranken“ berichtet. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass die Kosten in Deutschland zu hoch sind, vor allem Löhne und Energie.
Der Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025 erneut Umsatzverluste einstecken müssen (Archivbild).

Der Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025 erneut Umsatzverluste einstecken müssen (Archivbild).

Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Produktion wird in Malta und Tschechien fortgeführt, in Deutschland bleiben die Marke sowie die Abteilungen Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik.
 
23. Juni11:02 Uhr

12.900 Pleiten – Insolvenzen auf neuem Höchststand

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Studie des Verbands der Vereine Creditreform gab es 12.900 Pleiten und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
„Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrick-Ludwig Hantzsch.

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

Hantzsch sieht den Pleite-Höhepunkt noch nicht erreicht. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“
Insolvenzgläubiger, darunter Lieferanten, Kreditgeber und Sozialversicherungsträger, mussten den Angaben zufolge „überdurchschnittlich hohe Ausfälle“ hinnehmen. Die Schadenssumme infolge von Unternehmensinsolvenzen belief sich demnach im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen.
 
21. Juni13:48 Uhr

Hofbrauhaus Wolters geht in Insolvenz

Die Brauerei Wolters hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht in Braunschweig gestellt. Das teilte die Hofbrauhaus Wolters GmbH mit. Als Grund für den Schritt nannte das Unternehmen eine anhaltende Absatzschwäche und deutlich gestiegene Kosten.
Man wolle den Geschäftsbetrieb grundlegend sanieren und sich wirtschaftlich neu aufstellen. Zuvor hatte die „Braunschweiger Zeitung“ darüber berichtet.
Der Geschäftsbetrieb werde trotz des Insolvenzantrags „unter zunehmend anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeführt“, teilte das Unternehmen mit. Löhne und Gehälter der gesamten Belegschaft seien gesichert.
„Die

Die Brauerei Wolters stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenregie. (Archivfoto)

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

 
3. Juni11:22 Uhr

Festivalveranstalter insolvent

Der Veranstalter Waldfrieden-Events GmbH in Stemwede/Wehdem ist insolvent. Das vom 6. bis 9. August geplante Festival „Wonderland“ im NRW-Kurort Waldfrieden fällt aus. Bereits im Mai wurde das Festival „Hai“ kurzfristig abgesagt. Die Hauptmusikrichtungen sind elektronische und psychedelische Musik, teilweise auch Goa, Techno sowie Drum & Bass.
Die Rückerstattung der Ticketpreise ist schwierig, diese werden in die Insolvenzmasse des Unternehmens eingerechnet. Karteninhaber müssen sich rechtzeitig an das zuständige Amtsgericht in Bielefeld werden, um eventuell ihr Geld zurückzuerhalten. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. September 2026 eröffnet, erst dann ist eine unaufgefordert Forderungsanmeldung möglich.
Als Begründung gibt der Veranstalter an, dass eine vollständige Artenschutzprüfung verlangt werde, die bis August nicht fertig sein kann.
 
1. Juni12:31 Uhr

Augsburger Druck- und Verlagshaus schließt

Das ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus hat keinen Investor gefunden und schließt Ende August 2026. Bis dahin sollen noch bestehende Kundenaufträge abgearbeitet werden. Rund 100 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Ende Mai wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Als Grund wurden die strukturellen Veränderungen in der Branche und die Kostensteigerungen für energie, Papier und Logistik genannt. Das Unternehmen ist 175 Jahre alt und spezialisierte sich auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen.
 
1. Juni9:36 Uhr

Oil & Vinegar: Niederländische Mutterfirma insolvent

Auch bei der deutschen Feinkostkette Oil & Vinegar läuft nun ein Insolvenzverfahren. Das ordnete das Amtsgericht Cochem am 21. Mai an. Oil & Viengar betreibt in Deutschland 19 Fachgeschäfte und mehrere Franchise-Unternehmer – mit hochwertigen Ölen, Essig, Dip, Dressings und Spezialitäten.
Die niederländische Muttergesellschaft mit Sitz in Oosterhout stellte im April 2026 einen Involvenzantrag in den Niederlanden. Sie betreibt mehrere Ketten in Europa, den USA und Brasilien. Die Insolvenz der deutschen Tochtergesellschaft der Assisi BV ist eine Folge der niederländischen Insolvenz.
In Deutschland sind rund 80 Mitarbeiter betroffen. Die Filialen sollen derzeit weiterhin weiterlaufen, der Onlineshop wurde geschlossen. Es laufen Gespräche zur Stabilisierung und Fortführung des Unternehmens.

Oil & Viengar-Läden gibt es nicht nur in den Niederlanden.

Foto: Pixelbizz/iStock

1. Juni8:26 Uhr

Dekohändler Depot erneut insolvent

Die Deko-Kette Depot beantragte erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Amtsgericht Aschaffenburg. Alle 155 Filialen sowie der Onlineshop bleiben vorläufig geöffnet, die rund 1.200 Mitarbeiter erhalten weiterhin ihre Löhne. Retouren sind beim Onlinekauf mittlerweile ausgeschlossen, es ist kein Umtausch mehr möglich.
Wie viele Standorte geschlossen werden müssen, ist noch offen. Vor einigen Jahren betrieb das Unternehmen bundesweit noch rund 400 Geschäfte.
 
31. Mai11:50 Uhr

Glasfaser-Anbieter Metrofibre

Die Metrofibre GmbH hat am 26. Mai beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Betroffen ist sowohl Düsselfibre als auch das Schwesterunternehmen Ruhrfibre.
Das Unternehmen ist als Anbieter von Glasfaserprojekten bekannt. Als Grund wird angegeben, dass sich bisherige Finanzierungspartner „kurzfristig und überraschend“ zurückgezogen haben. Nun sollen die laufenden Bauarbeiten „vorübergehend pausieren“. Grundsätzlich soll der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden.
Glasfaser-Kabel an einem Schaltschrank.

Glasfaser-Kabel an einem Schaltschrank.

Foto: Jan Woitas/dpa

 
31. Mai8:00 Uhr

TV-Sender meldet Insolvenz an

Der Teleshopping-Sender „Channel 21“ ist insolvent, am Amtsgericht Hannover wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie mit Bestellungen, Ratenzahlungen oder offenen Lieferungen umgegangen wird, ist unklar. Betroffene können sich an das Amtsgericht oder den Insolvenzverwalter wenden.
Am 31. Mai endet das Programm für immer. Grund sind fehlende wirtschaftliche Perspektiven.
Der Sender startete 2001 als „RTL Shop“ und fuhr stetig Verluste ein. 2024 hatte Channel 21 einen Umsatz von 54 Millionen Euro – bei einem Verlust von 4,3 Millionen Euro. Beschäftigt waren zuletzt 166 Mitarbeiter.
 
23. Mai20:47 Uhr

Confiserie-Spezialist „DreiMeister“

Feine Pralinen und Schokoladen: Der Traditionsbetrieb „DreiMeister“ Spezialitäten GmbH & Co. KG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Es wird nun geprüft, ob das Unternehmen fortgeführt und wirtschaftlich rentabel bleiben kann.
Die Firma aus dem westfälischen Werl stellt exklusive Confiserie-Spezialitäten her. Sie beliefert renommierte Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Sterne-Restaurants, Airlines, Konditoreien und andere Unternehmen weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1973.
Die Gründe sind wie so oft hohe Rohstoffpreise und Ernteausfälle, hinzu kommen laut „BILD“ auch Insolvenzen von Kunden von DreiMeister.
 
23. Mai20:41 Uhr

Lada-Importeur stellt Betrieb ein

Die Lada Deutschland GmbH ist insolvent. Die Firma aus Buxtehude importiert die russische Automarke Lada und muss nun nach 50 Jahren den Vertrieb beenden. Das bedeutet auch, dass Ersatzteile und Serviceleistungen für bestehende Fahrzeuge ein Problem werden könnten.
2024 und 2025 wurden in Deutschland nur noch 36 Ladas zugelassen, zuvor lagen die Neuzulassungen bei über Tausend pro Jahr. Der Unternehmer in Buxtehude importierte Anfang der 1990er Jahr auch den ersten Kia aus Südkorea offiziell nach Deutschland.

Ein Lada Niva: russisch und unverwüstlich.

Foto: DarthArt/iStock

 
20. Mai10:02 Uhr

Maschinenbauer Schuler will Gemmingen aufgeben

In Gemmingen steht die Produktion des Maschinenbauers Schuler vor dem Aus, es sollen 90 von 200 Stellen wegfallen. Die Schuler Group GmbH firmiert seit 2025 unter dem Namen ANDRITZ und gilt als weltweit führender Hersteller von Anlagen in der Blechumformung.
Hergestellt werden unter anderem Pressen, Biegemaschinen, Platinenschneidanlagen oder Stanzautomaten – auch für die Kunststoffindustrie. Das Tradiitionsunternehmen wurde 1839 gegründet.
Entwicklungsabteilungen, die auf Automatisierungskomponenten spezialisiert sind, sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Die Produktion in Gemmingen sei nicht mehr wirtschaftlich, der Standort soll offenbar im Ganzen aufgegeben werden.
 
20. Mai9:45 Uhr

Der Hammer ist gefallen

Auch die Fachmarktkette Hammer stellt ihren Betrieb ein, die letzten 21 Filialen schließen. Es hat sich kein Investor gefunden, der das Unternehmen weiterführt.
Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die Hammer-Fachmärkte waren im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar.
„Die

Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm.

Foto: Max Lametz/dpa

 
18. Mai9:46 Uhr

Industrieofenbauer ELIOG macht dicht

Der Industrieofenbauer ELIOG in Thüringen meldet Insolvenz an. ELIOG ist ein mittelständischer Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Metallurgie und der Auto- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.
Der Spezialmaschinenbauer wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlagerte seine Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg nach Römhild in Südthüringen. Zu DDR-Zeiten firmierte er als VEB Elektro Industrieofen- und Gerätebau Meinigen/Römhild. Seit 2011 gehört er zur Rupprecht-Gruppe. Betroffen von der Insolvenz sind 74 Mitarbeiter.
 
12. Mai15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

Foto: Elisa Schu/dpa

 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Druckmaschinenhersteller Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen mehr gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Ersatzteilgeschäfts dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffsetdruckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun muss das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edeka-Händler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem Schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, sein, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in zwölf Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job. (Symbolbild)

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
Categories
deutschland gesellschaft ticker

Zehn Jahre Haft nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Das Landgericht Zweibrücken hat im Prozess um den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter eine langjährige Freiheitsstrafe verhängt.
Der Angeklagte wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt, teilten die Richter am Donnerstag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da eine Revision zum Bundesgerichtshof möglich ist.
Der Vorfall ereignete sich am 2. Februar 2026 in einem Regionalexpress auf dem Weg von Landstuhl nach Homburg. Der 36-jährige Zugbegleiter aus Ludwigshafen wurde von einem Schwarzfahrer mit massiven Faustschlägen angegriffen, die eine tödliche Hirnblutung verursachten.
Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert und sah keine Anzeichen für Totschlag oder Mord. Die Verteidigung sprach von einem minderschweren Fall der Körperverletzung mit Todesfolge und argumentierte mit einem Notwehr-Exzess.
Die Familie des Opfers forderte eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen und blieb der Urteilsverkündung aus Protest fern. (dts/red)
Categories
ticker

09.07.2026 | Trump wechselt Air Force One beim Rückflug | 10 Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Zugbegleiter

HEUTE10:12 Uhr

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Zehn Jahre Haft

Im Fall des tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der Angeklagte zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Zweibrücken sprach den 26-Jährigen nach der Tat vor fünf Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig.
Der Fall löste bundesweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit im Bahnverkehr aus. (Archivbild)

Der Fall löste bundesweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit im Bahnverkehr aus. (Archivbild)

Foto: Uwe Anspach/dpa POOL/dpa

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE9:33 Uhr

Bierkisten auf der Fahrbahn: Kamener Kreuz teilweise gesperrt

Von einem Lastwagen auf die Fahrbahn gefallene volle Bierkisten sorgen für erhebliche Verkehrsbehinderungen am stark befahrenen Kamener Kreuz in NRW. Der Lkw verlor laut Polizei aus bislang ungeklärter Ursache in einer Kurve 100 bis 150 volle Bierkisten. Diese verteilten sich auf der Fahrbahn der Autobahn A1. Der Kreisel Oberhausen im Kamener Kreuz sei deshalb wohl bis Mittag gesperrt. Der Fahrer wurde bei dem Unfall nicht verletzt, kam aber dennoch ins Krankenhaus.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE9:06 Uhr

Ipsos: Union fällt auf tiefsten Stand seit 2022

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die AfD auf 28 Prozent (+1) der Stimmen. Das besagt eine neue Umfrage des Institut Ipsos. Dahinter folgen: Union 22 Prozent (-1 Prozentpunkt, der niedrigste Stand seit Januar 2022), Grüne 14 Prozent, SPD 13 Prozent, Linke 13 Prozent (+1), FDP 4 Prozent, BSW 3 Prozent. Ipsos befragte 1.000 Wahlberechtigte vom 4. bis 6. Juli. 
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:52 Uhr

Grüne rechnen mit Abzug von Bundeswehr-Schiffen aus Iran-Region

Angesichtes der Lage im Nahen Osten erwarten die Grünen eine Rückverlegung der beiden Bundeswehr-Schiffe. Die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, rechnet damit, dass die Besatzungen des Minenjagdboots Fulda und des Versorgungsschiffs Mosel den Sommer in Deutschland verbringen. Bis September müssten die Crews ohnehin zurück. Bis dahin sei weder ein tragfähiges Abkommen noch ein Bundestagsmandat zu erwarten. Auch SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hält einen Abzug für möglich.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:46 Uhr

Von Hund gebissen – vierjähriges Mädchen stirbt

Ein vierjähriges Mädchen ist in der Gemeinde Osternienburger Land in Sachsen-Anhalt mehrmals von einem Hund gebissen worden und gestorben. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, kommt der Hund aus dem familiären Umfeld. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen. Der Hund wurde nach dem Vorfall in ein Tierheim gebracht.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:37 Uhr

USA wollen Syrien von der Liste der Terrorunterstützer streichen

US-Außenminister Marco Rubio informierte den Kongress über die beabsichtigte Aufhebung der Einstufung Syriens als „staatlicher Sponsor von Terrorismus“. Falls binnen 45 Tagen kein Widerspruch aus dem Kongress kommt, wird das Land damit nach Jahrzehnten von der Liste gestrichen. Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa war am Rande des NATO-Gipfels in Ankara mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE8:14 Uhr

Russland verurteilt Zusagen an Ukraine als „verantwortungslos“

Die europäischen Staaten bereiteten sich „auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland vor“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau. Den NATO-Staaten warf Moskau „verantwortungslose Entscheidungen vor, die in eine Katastrophe münden könnten“ und kritisierte die Militarisierung Europas. Zuvor hatte die NATO Unterstützung für die Ukraine von 70 Milliarden Euro für 2026 sowie mindestens ebenso viel für 2027 beschlossen.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:53 Uhr

Hochwasser vernichten mehr Kapital als früher

Der wirtschaftliche Schaden eines Hochwassers lag seit 2020 im Schnitt bei ungefähr 400 Millionen Euro – zwischen 2000 und 2019 betrug der Wert rund 100 Millionen Euro. Das teilt der Kreditversicherer Allianz Trade mit. Die Anzahl der Hochwasser in Europa hat sich kaum verändert und liegt seit dem Jahr 2000 etwa bei 50. Allerdings vernichteten diese deutlich mehr Kapital als vor zwei Jahrzehnten. Sie empfehlen, in den Hochwasserschutz zu investieren.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:31 Uhr

Schweden und Deutschland vertiefen Luftverteidigung

Die Verteidigungsminister von Deutschland und Schweden unterzeichneten während des NATO-Gipfels in Ankara eine „Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung“. Das teilte der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson mit. Es geht dabei auch um unbemannte Systeme. Deutschland sowie andere Länder hätten zudem Interesse am Kampfflugzeugsystem Gripen des schwedischen Rüstungskonzerns Saab gezeigt.

Ein Kampfflugzeug der Saab-Gripen-E-Serie am Himmel über dem Flughafen von Linköping in Schweden (22. Oktober 2025).

Foto: Jonathan Nackstrand/AFP via Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE7:17 Uhr

Bei VW: Aktionstag und Aufsichtsrat

Der VW-Aufsichtsrat berät heute ab 14:30 Uhr, IG Metall und Betriebsrat machen mit einem bundesweiten Aktionstag gegen weitere Sparpläne mobil. Konzernchef Oliver Blume erklärte, an einem neuen „Zielbild 2030“ zu arbeiten. Das bisherige Geschäftsmodell – in Europa zu entwickeln und zu produzieren und weltweit zu verkaufen – funktioniere nicht mehr. Laut „Manager Magazin“ könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, das wären doppelt so viele wie bisher geplant.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:57 Uhr

Vorwürfe von Paris Hilton – Internat verliert Lizenz

Ein Internat im US-Bundesstaat Utah, in dem US-Sängerin Paris Hilton (45) nach eigenen Worten als Teenager misshandelt wurde, muss den Schulbetrieb einstellen. Die Behörde für Gesundheit und Soziales hat der privaten Einrichtung Provo Canyon School in Springville die Lizenz entzogen, berichten US-Medien. In ihrer Dokumentation „This is Paris“ (2020) hatte Hilton öffentlich gemacht, dass sie in ihrer Jugend Missbrauch und Gewalt in Schulen für verhaltensauffällige Teenager erlebt habe.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:37 Uhr

Rückflug mit Flugzeugwechsel

US-Präsident Donald Trump reiste nach dem NATO-Treffen mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte ab. Diese landete für einen Zwischenstopp in Großbritannien, dort stieg Trump in die Katar-Maschine um. Begleitet wurde dies von Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte in Ankara, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“.

Mit dieser Air Force One war US-Präsident Donald Trump (oben) am 7. Juli 2026 auf dem Luftwaffenstützpunkt Etimesgut vor dem NATO-Treffen gelandet.

Foto: Saul Loeb/AFP via Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:36 Uhr

Trump: Truppenabzug aus Europa hängt viel von Grönland ab

US-Präsident Donald Trump hat einen noch größeren Truppenabzug aus Europa in Aussicht gestellt und das von einer Vereinbarung zur Zukunft Grönlands abhängig gemacht. „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen“, entgegnete er auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde. „Vielleicht werde ich es tun.“
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:22 Uhr

Unfälle mit E-Rollern

Damit Geschädigte nach Unfällen mit E-Rollern nicht leer ausgehen, wirbt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig für neue Regeln. Heute ist eine abschließende Beratung über eine Regelung zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen geplant. Bisher haftet nur der Fahrer, künftig sollen Betroffene ihre Schadenersatzansprüche auch gegenüber dem Anbieter geltend machen können.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:13 Uhr

Wolkenkratzer in New York wieder „stabil“

Ein Wolkenkratzer in New York, der wegen zwei verformter tragender Säulen Großalarm ausgelöst hatte, ist nach den Worten von Bürgermeister Zohran Mamdani wieder „stabil“. Es seien keine weiteren Bewegungen des Gebäudes mehr festgestellt worden,  provisorische Stützen und Verstärkungsträger wurden eingezogen. Das Gebäude wird gerade in ein Wohngebäude umgebaut. Die Zahl der evakuierten Gebäude sei reduziert worden.

Arbeiter vor dem ehemaligen Pfizer-Hauptsitz in New York City am 8. Juli 2026. Ein Sicherheitsbeauftragter meldete, dass ein Stahlträger im 21. Stock beschädigt sei, die Feuerwehr teilte mit, dass zwei Stützpfeiler im Inneren des Gebäudes nachgaben und mehrere obere Stockwerke durchhingen.

Foto: Spencer Platt/Getty Images

 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE5:51 Uhr

Urteil erwartet: Prozess wegen Angriff auf Zugbegleiter

Fünf Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz wird heute gegen 10:00 Uhr im Landgericht Zweibrücken das Urteil gegen den mutmaßlichen Täter erwartet. Anders als die Staatsanwaltschaft, die den 26-Jährigen Griechen wegen Mordes angeklagt hatte, wertet das Landgericht Zweibrücken die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte soll dem Schaffner bei einer Ticketkontrolle so heftig gegen den Kopf geschlagen haben, dass dieser an einer Hirnblutung starb.
 
Was gestern passierte: Kurznachrichten vom 8. Juli 2026.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

Categories
gesellschaft ticker

Hund greift Kind beim Spielen an – Vierjährige tot

Ein Familienhund hat ein vier Jahre altes Mädchen in der Gemeinde Osternienburger Land beim Spielen angegriffen und tödlich verletzt. Der American Stafford habe das Mädchen gebissen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Das Tier habe der Familie gehört.
Als der Hund das Mädchen angriff, hätten mehrere Personen versucht, das Tier von dem Kind zu trennen, hieß es. Dennoch habe die Vierjährige schwerste Verletzungen erlitten.
Ein Notarzt konnte den Angaben nach vor Ort nur noch den Tod des Kindes feststellen. Der Vorfall ereignete sich demnach am Mittwochnachmittag.

Ermittlungen gegen die Mutter und einen Bekannten

Nach dem Vorfall seien Ermittlungen gegen die 32 Jahre alte Mutter und einen 30 Jahre alten Bekannten der Familie wegen fahrlässiger Tötung zur Aufklärung des Geschehens eingeleitet worden. Sie dauerten derzeit noch an, so Polizei und Staatsanwaltschaft.
Notfallseelsorger kümmerten sich laut Polizei um die Mutter des Mädchens. Beamte der Polizei seien von einem Kriseninterventionsteam betreut worden.
Weitere Angaben dazu, wie es zu dem Vorfall kam, machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Der Hund wurde nach dem Vorfall in ein Tierheim gebracht, wie es hieß. (dpa/red)
Categories
kultur ticker

Sonett 18 – von William Shakespeare

Sonett 18

Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?
Er ist wie du so lieblich nicht und lind;
Nach kurzer Dauer muß sein Glanz verbleichen,
Und selbst in Maienknospen tobt der Wind.
Oft blickt zu heiß des Himmels Auge nieder,
Oft ist verdunkelt seine goldne Bahn,
Denn alle Schönheit blüht und schwindet wieder,
Ist wechselndem Geschicke untertan.
Dein ew’ger Sommer doch soll nie verrinnen,
Nie fliehn die Schönheit, die dir eigen ist,
Nie kann der Tod Macht über dich gewinnen,
Wenn du in meinem Lied unsterblich bist!
Solange Menschen atmen, Augen sehn,
Lebt mein Gesang und schützt dich vor Vergehn!
 
von William Shakespeare (1564–1616)
in einer Übersetzung von Max Joseph Wolff (1868–1941)
Categories
ticker wirtschaft

Porsche-Verkäufe weiter im Sinkflug – China-Absatz um 32 Prozent eingebrochen

Porsche im Abwärtssog: Der Sportwagenbauer hat im ersten Halbjahr in allen Märkten Abstriche machen müssen – und daher erneut weniger Autos verkauft. Von Januar bis Juni setzen die Schwaben weltweit gut 122.300 Fahrzeuge ab, wie das Unternehmen aus Stuttgart mitteilte.
Das waren 16 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Auch im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich die Situation damit leicht verschlechtert.

Steuervergünstigungen fielen weg

Wesentliche Gründe sind demnach entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA sowie die hohe Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum. Damals kam das Modell auf den Markt.
Hinzu komme das Produktionsende von Cayman und Boxster mit Verbrennungsmotor im Oktober 2025. Die Modellreihe lief unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht.
Im ersten Halbjahr liege man unter dem Vorjahreszeitraum, aber im Bereich der eignen Erwartungen, teilte Vertriebsvorstand Matthias Becker mit.
„Seit Ende Juni liefern wir den Cayenne Electric an unsere Kundinnen und Kunden aus und freuen uns über die positive Resonanz aus dem Handel.“
Auf welches Niveau sich der Absatz 2026 einpendeln wird, ließ Becker offen. Er verwies stattdessen auf einen Kapitalmarkttag im Oktober, bei dem der neue Porsche-Chef Michael Leiters seine Strategie für Unternehmen und Modellpalette vorstellen will.

Minus in allen Weltregionen

Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus: Dort übergab die VW-Tochter rund 14.500 Autos an ihre Kunden – und damit 32 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
Vor allem in China sanken die Zahlen deutlich. (Archivbild)

Vor allem in China sanken die Zahlen deutlich. (Archivbild)

Foto: Marijan Murat/dpa

Wesentliche Gründe für den Rückgang blieben das weiter herausfordernde Marktumfeld und der Fokus auf einen wertorientierten Absatz, hieß es. Letzteres bedeutet unter anderem, dass sich Porsche nach eigenen Angaben nicht an Preiskämpfen in China beteiligt.
Aber auch in allen anderen Weltregionen läuft es nicht rund: Nach China am deutlichsten verloren hat Porsche in den Übersee- und Wachstumsmärkten – dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea und Japan (minus 18 Prozent).
In der größten Vertriebsregion Nordamerika sanken die Zahlen um 13 Prozent auf gut 37.700 Auslieferungen. Ebenfalls abwärts ging es in Deutschland (minus 6 Prozent) und im Rest Europas (minus 14 Prozent).

Nur 911er mit Zuwächsen

Der SUV Cayenne war im ersten Halbjahr das bestverkaufte Modell – trotz eines Rückgangs von 9 Prozent. Porsche verkaufte davon mehr als 38.100 Stück.
Das Minus dürfte auch an der Einführung des E-Modells liegen, die aktuell an erste Kunden ausgeliefert wird. Auch bei anderen Baureihen ging es bergab:
  • Macan: rund 35.300 Fahrzeuge (minus 22 Prozent)
  • Panamera: rund 9.300 Fahrzeuge (minus 38 Prozent)
  • 718 (Boxster und Cayman): rund 2.800 Fahrzeuge (minus 73 Prozent)
  • Taycan: rund 6.200 Fahrzeuge (minus 25 Prozent).
Einzig der Sportwagenklassiker 911 legte um 19 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 30.500 Fahrzeuge an Kunden verkauft. Wie hoch der Anteil der reinen Stromer am Gesamtabsatz war, wies Porsche nicht mehr gesondert aus.

Absatz in der Abwärtsbewegung

Die Verkaufszahlen waren bereits 2024 und 2025 rückläufig. Im vergangenen Jahr setzten Porsche gut 279.400 Sport- und Geländewagen ab.
Das war ein Zehntel weniger als 2024 und der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders schwierig war und ist die Situation China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen dort mehr als halbiert.
Beobachter und Experten rechnen nicht damit, dass sich der chinesische Markt in absehbarer Zeit erholt. Im Gegenteil.
Porsche muss sich anpassen – und die eigenen Strukturen schrumpfen. Ende Juli soll ein zweites Sparpaket stehen, dass auch einen weiteren Stellenabbau umfassen dürfte. (dpa/red)
Categories
deutschland ticker

„Wir liefern“: Merz verteidigt im Bundestag Bilanz der Koalition

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die bisherige Bilanz seiner schwarz-roten Regierungskoalition im Bundestag verteidigt.
„Es ist sehr viel geschehen in diesem ersten Jahr, das für unser Land einen wirklichen Aufbruch bedeutet“, sagte Merz in einer Regierungserklärung am Donnerstag. Ziel sei „ein wirtschaftlich starkes, sozial gerechtes und nach innen wie nach außen verteidigungsfähiges Deutschland. Wir liefern, was es dazu braucht.“
Die schwarz-rote Koalition habe sich „als Regierung der Erneuerung auf den Weg“ gemacht, sagte Merz.

„Die Mitte liefert“

Er höre „immer wieder den Vorwurf, die politische Mitte liefere nicht, sie blockiere nur und sie blockiere sich selbst“, sagte der Kanzler. „Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit erwidern: Die Mitte liefert, sie arbeitet und sie erfüllt vor allem den Auftrag aus unserem Grundgesetz.“
Radikale Kräfte wollten hingegen „das Land schlechtreden“, sagte Merz. „Die Antworten radikaler Parteien, ob nun von links oder von rechts, mögen verführerisch klingen. Aber sie gestalten nicht, sie zerstören. Sie spalten unser Land und würden es, sollten sie politische Verantwortung in Deutschland übernehmen, in den Abgrund führen.“

Tomahawk-Raketen für Deutschland

Die US-Regierung hat dem Verkauf von weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt.
Sie würden von der Bundesregierung erworben und in Deutschland stationiert, sagte Merz. Darauf hätten sich beide Seiten am Rande des Nato-Gipfels im türkischen Ankara geeinigt.
(afp/dpa/red)
Categories
ticker wirtschaft

Militärfahrzeuge: Motorenbauer Deutz möchte Rüstungsfirma FFG kaufen

Der Kölner Motorenbauer Deutz peilt den größten Zukauf seiner gut 160-jährigen Firmengeschichte an. Wie das Unternehmen in Köln mitteilte, hat es eine Vereinbarung zur Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH aus Schleswig-Holstein geschlossen.
Der Kaufpreis liege bei rund 1,6 Milliarden Euro. Er soll teilweise in Aktien bezahlt werden, die Deutz neu ausgibt. Die bisherige Eigentümerfamilie der FFG soll künftig 29,9 Prozent der Deutz-Anteile halten.
Für die Transaktion steht noch die Zustimmung der Hauptversammlung aus, außerdem fehlt noch die Zustimmung von Kartellbehörden. Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Zu den aktuell rund 6.000 Deutz-Beschäftigten kämen an 1.100 Beschäftigte der FFG hinzu.
„Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen“, sagt Deutz-Chef Sebastian Schulte.
FFG-Messestand bei der Waffenmesse Eurosatory im Juni, hier ist ein Militärjeep zu sehen.

FFG-Messestand bei der Waffenmesse Eurosatory im Juni, hier ist ein Militärjeep zu sehen.

Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Geschäft mit Militärfahrzeugen

Die Flensburger Firma produziert, wartet und modernisiert Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und andere Militärfahrzeuge. Ein Kunde ist die Bundeswehr.
2025 kam die Firma den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 760 Millionen Euro, sie ist profitabel. Mit dem Zukauf stärkt Deutz seine noch kleine Rüstungssparte, die Motoren für einen polnischen Truppentransporter und Hilfsmotoren für Panzer herstellt.
Im vergangenen Jahr kaufte Deutz einen Drohnen-Zulieferer. Dessen Elektroantriebe und Steuerantriebe sind in Drohnen verbaut, die von der ukrainischen Armee genutzt werden.
Deutz stellt vor allem Verbrennungsmotoren für schweres Gerät her, etwa für Kräne, Hebebühnen und Landmaschinen.
Die Firma gilt als ein Profiteur der geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur. Auch Generatoren und Notstromanlagen sind im Sortiment, auch diesen Bereich stärkte Deutz mit Zukäufen.

Wie es Deutz geht

Deutz ist der älteste Motorenbauer der Welt, seine Ursprünge gehen bis 1864 zurück. Die Kölner Firma ist auf einem steilen Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr kam die Firma auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und damit 13 Prozent mehr als 2024.
Für dieses Jahr rechnete die Firma im Mai mit einem Umsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. 2030 sollten es vier Milliarden sein, nach dem Zukauf der FFG soll dieses Jahr aber schon früher erreicht werden.
Die Mitarbeiterzahl lag Ende März bei 6.014 und damit etwa 500 mehr als ein Jahr zuvor. (dpa/red)
Categories
ausland ticker

USA greifen Iran erneut an – Trump zweifelt an Waffenruhe und Verhandlungen


In Kürze:

  • Die USA führen weitere Angriffe gegen iranische Ziele durch und begründen dies mit der Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus.
  • Trump spricht von einem möglichen Abkommen, äußert aber Zweifel an der Verlässlichkeit Irans.
  • Iran reagiert mit Angriffen auf Bahrain, Kuwait und Katar sowie Drohungen gegen weitere Unterstützer der USA.

 
Die USA haben den Iran am Mittwoch, dem 8. Juli, den zweiten Tag in Folge angegriffen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die Waffenruhe zwischen beiden Ländern sei beendet.
Nach den Angriffen sagte Trump Reportern an Bord der Air Force One, iranische Vertreter hätten Kontakt aufgenommen und wollten „unbedingt ein Abkommen schließen“. Zugleich äußerte der US-Präsident Zweifel daran, dass der Iran eine Vereinbarung einhalten würde. Er sagte, das Land sei nicht „würdig“, ein Abkommen zu schließen, und machte die iranische Regime für die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verantwortlich.
„Wir haben militärisch bereits gewonnen. Sie haben nur noch sehr wenig übrig, und sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen“, sagte Trump. „Sie haben erst vor Kurzem angerufen. Sie wollen unbedingt ein Abkommen. Ich weiß nur nicht, ob sie es verdient haben, eines zu schließen.“

Washington und Teheran verschärfen die Konfrontation

Das US-Zentralkommando bestätigte am Mittwoch auf X die Angriffe auf iranische Ziele zum zweiten Tag in Folge.
„Auf Anweisung des Oberbefehlshabers haben die Kräfte des US-Zentralkommandos begonnen, weitere Angriffe gegen den Iran durchzuführen, um dessen Fähigkeiten einzuschränken, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“, teilte das Kommando auf X mit.
Die USA machten den Iran für die jüngste „ungerechtfertigte Aggression“ gegen Handelsschiffe und zivile Besatzungen auf der wichtigen internationalen Wasserstraße verantwortlich.
Nach den US-Angriffen reagierte der Iran mit Angriffen auf Bahrain, Kuwait und Katar.
Bereits zuvor hatte Trump erklärt, er gehe davon aus, dass die Waffenruhe beendet sei. „Für mich ist sie vorbei“, sagte er Reportern. Zugleich äußerte er Zweifel an möglichen Verhandlungen mit dem Iran: „Sie können reden, aber ich denke, sie verschwenden ihre Zeit.“
Auf Truth Social veröffentlichte der Präsident mehrere Fotos und Videos, die die Folgen der US-Angriffe zeigen. Einige Beiträge zeigen Explosionen in der Ferne, andere massive Brände und Rauchwolken. „Dies ist die Vergeltung für die gestrige Bombardierung von Schiffen durch den Iran. Wenn es erneut passiert, wird es viel schlimmer werden!“, schrieb Trump dazu.

Vance verteidigt US-Angriffe – Streit um Schifffahrt eskaliert

Bei einer Veranstaltung zur Betrugsbekämpfung am Mittwoch in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin äußerte sich Vizepräsident JD Vance zu den jüngsten Eskalationen. Das Abkommen mit dem Iran sei „sehr einfach“, sagte Vance.
„Das grundlegende Abkommen, das wir geschlossen haben, war: Wir heben unsere Blockade auf, wenn ihr aufhört, auf Schiffe zu schießen. Aber wenn ihr auf Schiffe schießt, werden wir zurückschlagen – und wir werden härter zurückschlagen als je zuvor. Sie sagten, sie würden aufhören, auf Schiffe zu schießen. Und was geschah vor 24 Stunden? Sie fingen wieder an, auf Schiffe zu schießen.“
Bereits am Dienstag, dem 7. Juli, hatten US-Streitkräfte Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben der USA waren die Angriffe eine Reaktion auf Attacken gegen Handelsschiffe in der Straße von Hormus.
Der Iran hat keine direkte Verantwortung für die Angriffe vom 7. Juli oder andere jüngste Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus übernommen. Allerdings verbreiteten iranische Staatsmedien Warnungen, wonach eine sichere Durchfahrt durch die Wasserstraße nur über von iranischen Behörden kontrollierte Routen möglich sei.

Eskalation nach US-Angriffen auf den Iran

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten auf die US-Angriffe mit Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait. Zudem drohten iranische Streitkräfte damit, auch Akteure anzugreifen, die sie als Unterstützer der US-Aggression gegen den Iran betrachten.
Trump hatte die Angriffe bereits angedeutet, als er gemeinsam mit den Staats- und Regierungschefs der anderen NATO-Mitgliedstaaten an einem Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara teilnahm.
Angesichts der jüngsten Gefechte äußerte der US-Präsident Zweifel an einer Fortsetzung der Waffenruhe und an weiteren Verhandlungen mit dem Iran. Während einer Pressekonferenz sagte Trump, er werde sich zunächst mit seinem Verhandlungsteam beraten, bevor er eine endgültige Entscheidung treffe. Zugleich erklärte er, Verhandlungen seien „eine Zeitverschwendung“.
Bei seiner abschließenden Pressekonferenz vor der Abreise aus Ankara spielte Trump die möglichen Folgen eines Zusammenbruchs der Waffenruhe herunter. „Ich denke, was auch immer passiert, wird sehr schnell vorbei sein, und wir werden es nur sicherer machen“, sagte Trump.
Zu diesem Bericht haben Tom Ozimek und Troy Myers beigetragen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „US Launches Another Round of Strikes on Iran“. (Deutsche Bearbeitung: zk)
Categories
gesellschaft ticker

Flugzeugabsturz in unruhige See: Marine findet erste Trümmerteile – Suche nach Crew

Erste Trümmerteile der abgestürzten pakistanischen Frachtmaschine der Cargo-Airline K2 Airways sind im Arabischen Meer gefunden worden. Von der Besatzung fehlt jede Spur.
Die Suche nach den fünf Crewmitgliedern dauere weiter an, hieß es am späten Mittwochabend in einer Mitteilung der pakistanischen Flughafenbehörde bei X.
Einheiten der Marine hätten die Flugzeugteile nach zwölfstündiger Suche identifiziert und vor der pakistanischen Küstenstadt Ormara gefunden, hieß es. Die wegen des eingesetzten Monsuns aufgewühlte See erschwere seit Beginn der Rettungsaktion die Suche, erfuhr dpa von der pakistanischen Luftfahrtbehörde.
Stück für Stück heben die Einsatzkräfte die Trümmerteile aus dem Meer.

Stück für Stück heben die Einsatzkräfte die Trümmerteile aus dem Meer.

Foto: Uncredited/Pakistan Navy/AP/dpa

„Beten für unsere Kollegen“

Die Airline K2 Airways veröffentlichte eine Stellungnahme auf Facebook, in der sie die fünf Crewmitglieder landesüblich namentlich identifizierte und angab, mit den Behörden zu kooperieren: „Wir beten weiterhin inständig für die Sicherheit unserer Kollegen.“
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hatte sich bestürzt über den tragischen Vorfall geäußert und in einer Stellungnahme den Familien der Besatzungsmitglieder sein Beileid ausgedrückt.
Auf dem Trümmerteil der abgestürzten Frachtmaschine ist ein Teil einer Aufschrift zu erkennen.

Auf dem Trümmerteil der abgestürzten Frachtmaschine ist ein Teil einer Aufschrift zu erkennen.

Foto: Uncredited/Pakistan Navy/AP/dpa

Navigationsprobleme gemeldet, dann verschwunden

Am Abend des 7. Juli war das Flugzeug zunächst vom Radar der Flugsicherung verschwunden. Noch kurz vorher habe die Crew von Navigationsproblemen gesprochen, schrieb die pakistanische Flughafenbehörde in einer Stellungnahme – die Maschine habe stark an Höhe verloren.
Die Boeing 737 war vom Küstenemirat Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten in die pakistanische Hafenmetropole Karachi unterwegs. K2 Airways ist ein Privatunternehmen und wurde nach eigenen Angaben 2018 gegründet. (dpa/red)
Categories
deutschland ticker

Umfrage: AfD in Mecklenburg-Vorpommern weiter vorn – SPD gewinnt bei den Wählern hinzu

Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst weiter klar vorn. Die Erhebung des Instituts Infratest dimap für den „Norddeutschen Rundfunk“ sieht die Partei wie bei einer vorangegangenen Umfrage vom Mai bei 36 Prozent.
Zwei Prozentpunkte hinzugewinnen kann die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die 29 Prozent erreicht.

Linke und CDU verlieren je einen Punkt

Die mit der SPD regierende Linke verliert einen Punkt und kommt auf zwölf Prozent. Auch die oppositionelle CDU büßt einen Punkt ein und erreicht neun Prozent. Einen Punkt auf fünf Prozent können die Grünen zulegen, die damit den Wiedereinzug in den Schweriner Landtag knapp schaffen würden.
Die FDP würde mit weniger als drei Prozent ausscheiden. Auch das BSW, das einen Punkt verliert, würde mit vier Prozent den Einzug verpassen.

Keine Mehrheit mehr für Schwesigs Koalition

Schwesigs rot-rote Koalition hätte der Umfrage zufolge keine Mehrheit mehr. Sollten die Grünen den Sprung über die Fünfprozenthürde schaffen, wäre aber knapp ein rot-rot-grünes Bündnis möglich.
Abseits der AfD reicht es für andere Koalitionen nicht, weil die CDU auch Bündnisse mit der Linkspartei ausschließt. Befragt wurden vom Donnerstag vergangener Woche bis Montag 1.167 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Landtagswahl findet am 20. September zeitgleich mit der Abgeordnetenhauswahl in Berlin statt. Zuvor wählt am 6. September Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag.
Die Wahl vom September 2021 gewann in Mecklenburg-Vorpommern die SPD mit 39,6 Prozent vor der AfD mit 16,7 Prozent, der CDU mit 13,3 Prozent und der Linken mit 9,9 Prozent. Auch die Grünen und die FDP zogen mit 6,3 Prozent beziehungsweise 5,8 Prozent in den Landtag ein. (afp/red)
Categories
ausland etplus ticker

„Öffentlich-rechtliche Medien sollen nicht lügen“ – Ungarn startet Medienreform


In Kürze:

  • Ungarns öffentlich-rechtlicher Nachrichtensender M1 unterbrach sein Programm und kündigte tiefgreifende Reformen an.
  • Die Regierung von Premier Péter Magyar setzt den Umbau der Staatsmedien nach dem Machtwechsel konsequent fort.
  • Während die Regierung von einem Ende der Propaganda spricht, warnt Ex-Premier Viktor Orbán vor politischer Willkür.
  • Erste Führungswechsel und Entlassungen bei der Medienorganisation MTVA haben Proteste hervorgerufen.

 
In Ungarn hat offenbar ein umfassender Umbau der öffentlich-rechtlichen Medien begonnen. Am Dienstagnachmittag, 7. Juli, wurde das laufende Programm des Senders M1 für vier Stunden unterbrochen. Anstelle des regulären Programms erschien in dieser Zeit ein schwarzer Bildschirm mit einer Botschaft an die Zuschauer.
Eine ähnliche Einblendung ist auch auf der Website der Dachorganisation der öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn, hirado.hu, zu sehen. Zudem war auf den Frequenzen von „Kossuth Radio“ anstelle des erwarteten Nachrichtenprogramms das Klassikprogramm von „Radio Bartók“ zu hören.

Medienumbau nach Regierungswechsel

Während der Sendepause von M1 erschien auf dem Bildschirm folgende Botschaft: „Öffentlich-rechtliche Medien sollen nicht lügen. Es tut uns leid, dass wir das so lange getan haben. Die öffentlichen Medien werden jetzt reformiert, damit sie tatsächlich unabhängig und glaubwürdig werden. Unser Nachrichtenprogramm ist derzeit ausgesetzt. Bleiben Sie dran!“
Seither laufen auf den öffentlich-rechtlichen ungarischen Sendern hauptsächlich Filme, auch Sportübertragungen finden regulär statt. Informationssendungen werden jedoch nicht ausgestrahlt.
Bereits wenige Tage nach den Parlamentswahlen im April, die den Machtwechsel von Langzeitpremier Viktor Orbán zu Péter Magyar besiegelten, wurde der Fernsehsender TV2 umstrukturiert. Die Senderchefin Vivien Szalai wurde fristlos entlassen und das Programm wurde zeitweise ohne Nachrichtensprecher fortgeführt. Der Sender befindet sich in Privatbesitz, wird allerdings von Geschäftsleuten kontrolliert, die als enge Verbündete Orbáns gelten.
Magyar hatte nach seiner Wahl zum Premierminister angekündigt, die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender grundlegend umzubauen. Die Opposition hatte während der 16-jährigen Regierungszeit seines Vorgängers Viktor Orbán kritisiert, die Sender seien zu parteiischen Sprachrohren der Regierung geworden. Anstelle von ausgewogener Berichterstattung sei dort weitgehend „Propaganda“ verbreitet worden.

Magyar: „Ende der Propaganda“ – Orbán: „Tyrannei der TISZA“

In einer Erklärung der MTVA, der Medienstiftung, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk leitet, heißt es, dass M1 vorübergehend in einem neuen Format senden werde. Vorerst werde es keine Nachrichtensendungen geben. Ein neues Redaktionsteam solle den Neuaufbau in diesem Bereich schrittweise vorantreiben.
Premierminister Magyar sprach im Anschluss an die Ankündigung von einem „historischen Tag“. Dieser markiere „das Ende der Propagandasendungen auf öffentlichen Medienplattformen“. Er fügte hinzu: „Sie haben Tag und Nacht auf allen Wellenlängen gelogen. Damit ist es jetzt vorbei.“
Der frühere Premier Viktor Orbán bezeichnete die Maßnahmen hingegen als ein „weiteres Beispiel der Tyrannei von TISZA“. Er warf der Regierungspartei und dem Regierungschef vor, im „Machtrausch“ zu handeln und insbesondere zu versuchen, den amtierenden Präsidenten zum Rücktritt zu drängen. Auf Facebook rief Orbán seine Anhänger dazu auf, sich künftig über den Sender Hir TV zu informieren, der seiner Partei Fidesz nahesteht.

OSZE kritisierte Ausrichtung der öffentlich-rechtlichen Medien

Die Interimsleitung der MTVA und der gemeinnützigen Duna Media Dienstleistungsgesellschaft unter dem kürzlich in diese Funktion gewählten András P. Horváth traf am Dienstag gemeinsam mit Anwälten am Hauptsitz der Organisation ein. Den bisherigen Nachrichtenchefs Zsolt Németh und Attila Császár teilte die Abordnung ihre Entlassung mit. Császár wurde von Sicherheitskräften aus dem Gebäude begleitet.
Vor dem Gebäude der MTVA hatten sich einige Dutzend Personen zu einer Spontandemonstration versammelt. Sie warnten vor willkürlichen Maßnahmen nach dem Regierungswechsel. „Euronews“ wies hingegen darauf hin, dass auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im April ebenfalls deutliche Kritik am Kurs der öffentlich-rechtlichen Sender in der Endphase der Ära Orbán geübt hatte. Die OSZE erklärte, die MTVA habe ihre Berichterstattung systematisch verzerrt. In den Nachrichtensendungen seien die die Regierungsparteien „systematisch und unverhältnismäßig“ unterstützt und die Opposition marginalisiert und negativ dargestellt worden.
Categories
deutschland ticker

Umfrage: Vier von fünf Deutschen sorgen sich um ihre finanzielle Zukunft

Angesichts internationaler Krisen und Inflation sorgen sich weiterhin knapp vier von fünf Deutschen um ihre finanzielle Situation.
Mit einem Anteil von 79 Prozent zeigten sie sich bei einer Umfrage im Auftrag der Auskunftei Crif etwas besorgter als der Durchschnitt in fünf europäischen Ländern (78 Prozent). Für die Studie wurden 5.000 Verbraucher in Deutschland, Irland, Italien, Polen und Großbritannien befragt.
Von den rund 1.000 Teilnehmern in Deutschland erwarten 28 Prozent in den kommenden zwölf Monaten eine schlechtere finanzielle Situation für sich selbst.
38 Prozent rechnen damit, am Monatsende weniger Geld zur Verfügung zu haben und 18 Prozent sorgen sich, dass sie ihre Rechnungen künftig nicht mehr pünktlich zahlen können. Sieben Prozent befürchten, dass sie ihre Mieten oder Hypothekenzahlungen nicht mehr leisten können.

Abfolge von Krisen und Unsicherheiten

Die Ergebnisse zeigten, dass sich viele Verbraucher trotz erster wirtschaftlicher Stabilisierungssignale weiterhin finanziell unter Druck fühlten, sagt Crif-Geschäftsführer Frank Schlein.
„Viele Menschen erleben seit Jahren eine Abfolge von Krisen und Unsicherheiten, die ihr Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinflusst. Die permanente Konfrontation mit neuen Belastungsfaktoren führt dazu, dass finanzielle Vorsicht für viele zur neuen Normalität geworden ist.“
Eine Mehrheit von 51 Prozent der Befragten in Deutschland will die finanzielle Unsicherheit mit Sparen in den Griff bekommen. 32 Prozent wollen ihre Ausgaben leicht und 19 Prozent sogar deutlich senken.
Im täglichen Konsumverhalten achtet ein Viertel verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote. Schon 15 Prozent berichten, dass sie auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen, um laufende Ausgaben zu finanzieren. (dpa/red)
Categories
gesellschaft

Die Schule geht weiter: Nach der Gewalttat in Oberbayern

Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht dort heute die Schule weiter. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes.
Kriseninterventionsteams sollen für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was gestern an ihrer Schule geschehen ist.
Einige der Schüler erlebten hautnah, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf zwei 13-Jährige losging.
Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Inzwischen sind beide außer Lebensgefahr.

Wie gehen der Ort und die Schule mit der Tat um?

Doch das Geschehene dürfte nachwirken in dem 12.000 Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften.
Lehrkräfte waren es auch, die die Polizei dabei unterstützten, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen. Dabei handelt es sich um einen 16-Jährigen, der laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung war und schon vorher Drohungen ausgesprochen haben soll.
Einsatzwagen auf dem Schulhof.

Einsatzwagen auf dem Schulhof.

Foto: Lennart Preiss/dpa

Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind.
Ebenso, wie es den Schülern und Lehrern geht, die nach der Tat unter Schock standen und betreut werden mussten. Der Jugendliche soll sich in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden haben.
Das Gelände wurde abgesucht.

Das Gelände wurde abgesucht.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Schreckliche Stunden“ in Schongau

Der 16-Jährige kam nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach der Tat in Untersuchungshaft.
„Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau“, hatte er nach einem Besuch in der Schule gesagt, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. „Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.“ (dpa/red)
Categories
gesellschaft ticker

Die Schule geht weiter: Nach der Gewalttat in Oberbayern

Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht dort heute die Schule weiter. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes.
Kriseninterventionsteams sollen für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was gestern an ihrer Schule geschehen ist.
Einige der Schüler erlebten hautnah, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf zwei 13-Jährige losging.
Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Inzwischen sind beide außer Lebensgefahr.

Wie gehen der Ort und die Schule mit der Tat um?

Doch das Geschehene dürfte nachwirken in dem 12.000 Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften.
Lehrkräfte waren es auch, die die Polizei dabei unterstützten, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen. Dabei handelt es sich um einen 16-Jährigen, der laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung war und schon vorher Drohungen ausgesprochen haben soll.
Einsatzwagen auf dem Schulhof.

Einsatzwagen auf dem Schulhof.

Foto: Lennart Preiss/dpa

Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind.
Ebenso, wie es den Schülern und Lehrern geht, die nach der Tat unter Schock standen und betreut werden mussten. Der Jugendliche soll sich in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden haben.
Das Gelände wurde abgesucht.

Das Gelände wurde abgesucht.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Schreckliche Stunden“ in Schongau

Der 16-Jährige kam nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach der Tat in Untersuchungshaft.
„Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau“, hatte er nach einem Besuch in der Schule gesagt, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. „Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.“ (dpa/red)
Categories
ticker

09.07.2026 | Trump wechselt Air Force One beim Rückflug | Urteil erwartet: Prozess wegen Angriff auf Zugbegleiter

HEUTE6:37 Uhr

Rückflug mit Flugzeugwechsel

US-Präsident Donald Trump reiste nach dem NATO-Treffen mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte ab. Diese landete für einen Zwischenstopp in Großbritannien, dort stieg Trump in die Katar-Maschine um. Begleitet wurde dies von Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte in Ankara, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:36 Uhr

Trump: Truppenabzug aus Europa hängt viel von Grönland ab

US-Präsident Donald Trump hat einen noch größeren Truppenabzug aus Europa in Aussicht gestellt und das von einer Vereinbarung zur Zukunft Grönlands abhängig gemacht. „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen“, entgegnete er auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde. „Vielleicht werde ich es tun.“
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:22 Uhr

Wolkenkratzer in New York wieder „stabil“

Ein Wolkenkratzer in New York, der wegen zwei verformter tragender Säulen Großalarm ausgelöst hatte, ist nach den Worten von Bürgermeister Zohran Mamdani wieder „stabil“. Es seien keine weiteren Bewegungen des Gebäudes mehr festgestellt worden,  provisorische Stützen und Verstärkungsträger wurden eingezogen. Das Gebäude wird gerade in ein Wohngebäude umgebaut. Die Zahl der evakuierten Gebäude sei reduziert worden.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:13 Uhr

Unfälle mit E-Rollern

Damit Geschädigte nach Unfällen mit E-Rollern nicht leer ausgehen, wirbt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig für neue Regeln. Heute ist eine abschließende Beratung über eine Regelung zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen geplant. Bisher haftet nur der Fahrer, künftig sollen Betroffene ihre Schadenersatzansprüche auch gegenüber dem Anbieter geltend machen können.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE5:51 Uhr

Urteil erwartet: Prozess wegen Angriff auf Zugbegleiter

Fünf Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz wird heute gegen 10:00 Uhr im Landgericht Zweibrücken das Urteil gegen den mutmaßlichen Täter erwartet. Anders als die Staatsanwaltschaft, die den 26-Jährigen Griechen wegen Mordes angeklagt hatte, wertet das Landgericht Zweibrücken die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte soll dem Schaffner bei einer Ticketkontrolle so heftig gegen den Kopf geschlagen haben, dass dieser an einer Hirnblutung starb.
 
Was gestern passierte: Kurznachrichten vom 8. Juli 2026.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

Categories
ticker

09.07.2026 | Trump wechselt Air Force One beim Rückflug | Truppenabzug aus Europa hängt viel von Grönland ab

HEUTE6:37 Uhr

Rückflug mit Flugzeugwechsel

US-Präsident Donald Trump reiste nach dem NATO-Treffen mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte ab. Diese landete für einen Zwischenstopp in Großbritannien, dort stieg Trump in die Katar-Maschine um. Begleitet wurde dies von Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte in Ankara, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:36 Uhr

Trump: Truppenabzug aus Europa hängt viel von Grönland ab

US-Präsident Donald Trump hat einen noch größeren Truppenabzug aus Europa in Aussicht gestellt und das von einer Vereinbarung zur Zukunft Grönlands abhängig gemacht. „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen“, entgegnete er auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde. „Vielleicht werde ich es tun.“
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:22 Uhr

Wolkenkratzer in New York wieder „stabil“

Ein Wolkenkratzer in New York, der wegen zwei verformter tragender Säulen Großalarm ausgelöst hatte, ist nach den Worten von Bürgermeister Zohran Mamdani wieder „stabil“. Es seien keine weiteren Bewegungen des Gebäudes mehr festgestellt worden,  provisorische Stützen und Verstärkungsträger wurden eingezogen. Das Gebäude wird gerade in ein Wohngebäude umgebaut. Die Zahl der evakuierten Gebäude sei reduziert worden.
 

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:13 Uhr

Unfälle mit E-Rollern

Damit Geschädigte nach Unfällen mit E-Rollern nicht leer ausgehen, wirbt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig für neue Regeln. Heute ist eine abschließende Beratung über eine Regelung zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen geplant. Bisher haftet nur der Fahrer, künftig sollen Betroffene ihre Schadenersatzansprüche auch gegenüber dem Anbieter geltend machen können.
 
Was gestern passierte: Kurznachrichten vom 8. Juli 2026.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

Categories
ausland etplus ticker

Deutscher U-Boot-Boom: Rekordaufträge seit Jahren

Die Rüstungsindustrie war bisher eine Ausnahmeerscheinung von der Misere der deutschen Industrie. Ein Vertreter dafür ist ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS).
Wie berichtet wurde, hat Kanada vor, bis zu zwölf U-Boote beim deutschen Marineschiffbauer mit Sitz in Kiel zu bestellen. Der geplante Großauftrag wurde kurz vor Beginn des NATO-Gipfels in Ankara am Montag, 6. Juli, durch die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ bekannt.

Deutsche U-Boote auch in Norwegen und Kanada gebaut

Bei dem geplanten milliardenschweren Rüstungsdeal soll es eine spezielle Vereinbarung geben: „Der deutsche Vorschlag sieht vor, dass die ersten U-Boote in Europa gebaut werden, bevor für die späteren Modelle vollständig auf eine lokale Fertigung in Kanada umgestellt wird“, teilte die kanadische Zeitung weiter mit.
Das kanadische Staatsfernsehen CBC ergänzt, dass das „Verteidigungsprogramm im Wert von mehreren Milliarden Dollar, das voraussichtlich größte in der Geschichte des Landes sein wird“. Es werde die Zukunft der kanadischen Marine für Jahrzehnte prägen. Der Sender zitiert den kanadischen Premierminister Mark Carney mit den Worten:
„Bei diesem Projekt geht es um weit mehr als nur um die Anschaffung von U-Booten. Es stärkt die industrielle Kapazität Kanadas“, sagte der Regierungschef.
Die deutschen U-Boote werden indes nicht nur in Deutschland und Kanada hergestellt. Auch Norwegen sitzt buchstäblich mit im Boot. Der Anteil Norwegens besteht in der gemeinsamen Entwicklung und Finanzierung der U-Boot-Klasse 212CD und bildet eine strategische Allianz mit Deutschland.
Diese besteht seit 2017. Seither haben der norwegische Schiffbau- und Rüstungskonzern Kongsberg sowie die deutschen Unternehmen Atlas Elektronik und TKMS ein Joint Venture gegründet. Norwegen hat insgesamt sechs U-Boote des Typs 212CD in Auftrag gegeben. Dies berichtete im Dezember 2025 die Nachrichtenplattform „Europäische Sicherheit & Technik“. Das erste Boot soll 2032 von Stapel laufen.
Deutsche U-Boote mit ihren verschiedenen Klassen sind seit Jahrzehnten ein Verkaufsschlager. Sie schwimmen in allen Ozeanen dieser Welt. Zu den Abnehmern zählen neben Norwegen, die Türkei, Griechenland, Südkorea, Italien, Portugal, Spanien, Ägypten, Südafrika, Chile, Brasilien, Kolumbien, Indonesien und Indien, das die Boote teilweise in Lizenz fertigt.

Ein deutsches U-Boot vom Typ U34 ist auf der U-Boot-Werft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) während eines Besuchs des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius  (SPD) und des indischen Verteidigungsministers Rajnath Singh (beide nicht im Bild) am 22. April 2026 in Kiel zu sehen.

Foto: Morris MacMatzen/Getty Images

Historische Skandale wegen Schmiergelder

Solche internationalen Geschäfte blieben bisher indes nicht immer unumstritten. In der Vergangenheit erlebten deutsche U-Boot-Bauer eine Reihe von Skandalen.
Im August 2015 berichtete das „Handelsblatt“ über „jahrelange Schmiergeldzahlungen“. Marine Force International, ein Konzernableger von ThyssenKrupp, habe demnach „etliche Offshore-Gesellschaften“ genutzt, „um Gelder zu dubiosen Beratern zu lotsen, die wiederum Aufträge sicherten“, so das Medium. Dadurch habe ThyssenKrupp in der Türkei, Griechenland und Südkorea Fuß gefasst und dabei 7 Milliarden Euro umgesetzt.
Zwischen 1986 und 1990 beschäftigte sich ein Untersuchungsausschuss im Bundestag mit einer Affäre, die zunächst als Geheimnisverrat eingestuft wurde. Unter Umgehung der Bundesregierung und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sollen von der Howaldtswerke Deutsche Werft geheime Blaupausen und Bauteile unter anderem nach Südafrika geliefert worden sein. Südafrika unterlag damals aufgrund seines Apartheidregimes einem Handelsembargo. Der Vorfall wurde nie vollständig aufgeklärt.

Bester Schleicher in der Tiefe

Was ist das Besondere an deutschen U-Booten? Die deutsche U-Boot-Klasse 212A gilt als eine der modernsten der Welt. Sie verfügt über einen Brennstoffzellenantrieb, der nicht davon abhängig ist, dass das Boot immer wieder auftauchen muss, um „Luft zu schöpfen“.
Das heißt im Technikjargon: Das Boot ist „außenluftunabhängig“. Der Sauerstoff und Wasserstoff für die Brennstoffzellen werden vielmehr in großen Behältern mitgeführt. Außerdem werden die Batterien geräuschlos geladen. Dadurch werden die U-Boote für feindliche Sonare nahezu unsichtbar und unhörbar. Die 212A kann bis zu zwei Wochen ununterbrochen auf Tauchfahrt bleiben.
Zum Einsatzzweck teilt das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) mit: „Ihre Hauptaufgabe ist es, Ziele sowohl über als auch unter Wasser zu bekämpfen. Diesen Auftrag erfüllen sie entweder allein oder zusammen mit anderen Kampfschiffen, U-Jagd-Hubschraubern und Seefernaufklärern.“ Auch Kampfschwimmer werden über diese U-Boote vor Küsten ein- und ausgesetzt.
Im Erscheinungsbild wirken die deutschen U-Boote klein und unscheinbar. „Deshalb lassen sich die U-Boote der Klasse 212A exzellent in geringer Wassertiefe, beispielsweise in der Nordsee und der Ostsee, aber auch vor jeder anderen Küste weltweit einsetzen“, erklärt das BMVg.

TKMS gibt historischen Auftragsbestand bekannt

Bei so vielen „Besonderheiten“ wundert es nicht, dass TKMS im vergangenen Jahr einen „historischen Höchststand beim Auftragsbestand“ bekannt gab.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25, mit Stichtag 30. September, sei um 9,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen. „Der Nettogewinn belief sich auf 108 Millionen Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber den knapp 88 Millionen Euro im Vorjahr“, teilte das Unternehmen mit.
Mit dem neuen kanadischen Auftrag, der im kommenden Jahr umgesetzt werden soll, dürften Umsatz und Gewinn noch einmal deutlich steigen.
TKMS dürfte damit neben Rheinmetall als derzeit eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen gelten.