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Erster Ebola-Fall in Frankreich – Arzt aus dem Kongo infiziert

Frankreich hat einen ersten Fall von Ebola gemeldet. Dabei handele es sich um einen Arzt, der aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch, 24. Juni, mit.
Der Mann habe einen Linienflug von Kinshasa nach Paris genommen. Der Aufenthaltsort des Patienten wurde zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Alima handelt es sich um einen ihrer Ärzte.
Der Betroffene weise nur eine geringe Viruslast auf, erklärte das Ministerium. Seine Kontakte würden derzeit ermittelt. Beim Abflug habe er so gut wie keine Symptome gehabt, während des Fluges habe sich sein Zustand leicht verschlechtert. Bei seiner Ankunft sei er umgehend isoliert und in ein spezialisiertes Krankenhaus gebracht worden. Sein Zustand sei stabil.

Ansteckungsrisiko gilt als gering

Es ist der erste Ebola-Fall seit Beginn der jüngsten Epidemie, der außerhalb des afrikanischen Kontinents festgestellt wurde. Das Ansteckungsrisiko wird für die europäische Bevölkerung als gering eingestuft.
Im Mai war ein mit Ebola infizierter US-Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo in die Berliner Charité gebracht worden. Nach gut zweiwöchiger Behandlung in einer Sonderisolierstation wurde er Anfang Juni gesund entlassen.
In der Demokratischen Republik Kongo überschritt die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen offiziellen Angaben zufolge vor wenigen Tagen die 1000er-Marke. Mehr als 250 Menschen kamen ums Leben.
Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist. Die Isolierung von Infizierten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen gestaltet sich nach wie vor schwierig.
Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell überlastet. Die anschließend mit Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer Nichtregierungsorganisationen eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.
Das Virus breitete sich auch auf das Nachbarland Uganda aus, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet hat.
Der jüngste Ebola-Ausbruch war erstmals am 15. Mai gemeldet worden. Er wurde von der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ausgelöst, gegen die es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Ebola verläuft oftmals tödlich, die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten. (afp/red)
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WHO: Weiterhin schnelle Ausbreitung von Ebola im Kongo

Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin schnell aus.
Die Lage sei deshalb immer noch „ernst“, sagte die Leiterin der Noteinsätze der WHO in Afrika, Marie-Roseline Bélizaire, am Freitag. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie würden aber „von Tag zu Tag stärker“, sagte sie in einer Videoschalte aus Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri.
Die WHO hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Nach aktuellen Angaben der WHO wurden in dem zentralafrikanischen Land seitdem 896 Infektionsfälle bestätigt, darunter 232 Todesfälle. 21 Fälle kamen demnach binnen 24 Stunden neu hinzu.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht.
Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Der Ausbruch ist auch schwer einzudämmen, weil die betroffenen Provinzen schwer zugänglich und seit Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte sind.(afp/red)
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WHO fordert mehr Hitzevorsorge in Deutschland


In Kürze:

  • Deutschland verzeichnete 2025 rund 2.500 hitzebedingte Todesfälle.
  • Neue WHO-Leitlinien empfehlen acht Bausteine für wirksamen Hitzeschutz.
  • Mehr als 150 Organisationen fordern Hitzeschutz als Teil des Katastrophenschutzes.
  • Diskussion über technische Kühlung bleibt in Deutschland weitgehend ausgeblendet.

 
Zum bundesweiten Hitzeaktionstag in Deutschland am Donnerstag, 11. Juni, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren neuen Leitfaden zum Schutz der Gesundheit vor Hitze vorgestellt.
WHO-Europadirektor Hans Kluge präsentierte in Berlin zusammen mit Bundesumweltminister Carsten Schneider und der Berliner Gesundheitssenatorin Ina Czyborra mögliche Maßnahmen zum Hitzeschutz.
Laut Kluge verfüge man über die erforderlichen Instrumente, um der Hitze entgegenzuwirken. Man müsse sie nur nutzen.

Natürlicher Schutz gegen Hitze im Vordergrund

Infolge des Klimawandels erwärme sich Europa schneller als andere Kontinente, so der WHO-Direktor – und eine höhere Anzahl an Todesfällen sei der Preis dafür.
Deutschland sei europaweit bereits an dritter Stelle der vorzeitigen Todesfälle infolge von Hitze. Die Listenersten Italien und Spanien sowie Griechenland als Vierter liegen alle im Süden des Kontinents.  Dem Robert Koch-Institut zufolge gab es im Vorjahr rund 2.500 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland.
Hauptrisikogruppen seien ältere Personen und solche mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Vorerkrankungen.
Das RKI führte hingegen kein systematisches Monitoring von kältebedingter Übersterblichkeit durch.
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der AfD-Fraktion vom August 2023 zeigt sich in den Wintermonaten eine höhere Gesamtzahl von Todesfällen im Vergleich zum Sommer. So starben von Dezember 2016 bis Februar 2017 über 270.000 Menschen, während von Juni bis August 2017 über 212.000 Menschen verschieden. Dies sei auf die in der kalten Jahreszeit weiter verbreiteten Infektionskrankheiten zurückzuführen.

Positionspapier von mehr als 150 Organisationen fordert Wege zur Resilienz

Schneider betont, dass Hitzeschutz auch eine soziale Frage sei. Wer in dicht bebauten Vierteln oder schlecht isolierten Wohnungen lebe, die sich aufheizten, sei massiv im Nachteil.
Als Maßnahmen dagegen empfiehlt er neben dem Absenken von CO₂-Emissionen auch Lösungen aus der Natur. Dazu zählen die Begrünung der Städte durch Bäume und Parks, aber auch intakte Flüsse, Wälder und Moore böten Schutz gegen Belastungen durch Hitze.
Mehr als 150 Organisationen hatten erst jüngst deutschlandweit dazu aufgerufen, Hitzeschutz systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. Zu ihnen gehören unter anderem der GKV Spitzenverband und der Deutsche Pflegerat. Dazu haben sie auch ein Positionspapier mit Vorschlägen ausgearbeitet.
Es sei außerdem vonnöten, besonders gefährdete Menschen gezielt zu schützen und Strukturen zu stärken.
Einrichtungsspezifische Hitzeschutzpläne soll es zudem insbesondere in Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen geben. Eine weitere Forderung des Bündnisses ist die „Finanzierung von resilienten Prozessen, Belegschaften, Einrichtungen, Quartieren und Infrastrukturen“.
Dem Thema des Hitzeschutzes hatte in der Zeit der Ampelkoalition insbesondere der damalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu einem Schwerpunkt erhoben. So kam von ihm die Idee zu einem Nationalen Hitzeschutzplan. Dazu stieß er auch Diskussionen an, wie jene über eine Siesta, die unter anderem der Verband der Amtsärzte angeregt hatte.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt scheint das Dringlichkeitsempfinden nachgelassen zu haben: Dem Bundesumweltministerium zufolge verfügen bisher sieben Bundesländer über einen landesweiten Hitzeaktionsplan.

WHO passt bisherige Empfehlung an

Die WHO wiederum hat den Hitzeaktionstag genutzt, um aktualisierte Leitlinien für sogenannte Hitze-Gesundheits-Aktionspläne zu präsentieren.
Insgesamt nennt die Weltgesundheitsorganisation acht zentrale Bausteine, auf denen ein wirksamer Hitzeschutz nach ihrer Überzeugung aufbauen soll.
Verbesserte Hitzewarnsysteme gehören ebenso dazu wie eine gezieltere Information gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Dazu müsse es eine klare Zuständigkeitsverteilung zwischen Gesundheitsbehörden, Kommunen und Rettungsdiensten geben. Dies solle es ermöglichen, die Bevölkerung nicht erst zu schützen, wenn eine Hitzewelle da sei, sondern bereits im Vorfeld Vorsorgemaßnahmen einzuleiten.
Die WHO regt zudem an, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste auf extreme Hitzeereignisse vorzubereiten. Die demografische Entwicklung lasse zudem die Zahl der gefährdeten Menschen besonders ansteigen.

Frage der technischen Vorkehrungen zum Hitzeschutz ausgeklammert

Wie Schneider sieht auch die WHO den Städtebau als potenziell bedeutsamen Hebel, um Gefahren von Hitze gegenzusteuern. Grünflächen, Wasserflächen und schattenspendende Bäume könnten die Temperaturen in dicht bebauten Stadtgebieten spürbar senken, heißt es in den überarbeiteten Aktionsplänen.
Senatorin Czyborra betonte, Berlin nehme das Thema sehr ernst und arbeite bereits seit Jahren an einer Ausweitung städtischen Grüns.
Kein Thema waren hingegen technische Maßnahmen gegen Hitze – obwohl diese beispielsweise in Wüstengebieten und tropischen Ländern helfen, deren Folgen im Rahmen zu halten.
Zwar verfügten im Jahr 2024 knapp 20 Prozent der Haushalte in Deutschland laut einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox über eine Klimaanlage. Nicht alle davon werden jedoch auch genutzt – insbesondere aufgrund der hohen Stromkosten.
Demgegenüber verfügten im vergangenen Jahr laut „Statista“ etwa in Japan 86 Prozent, in China 77 Prozent, in Australien 72 und auf den Philippinen etwa 70 Prozent der Gebäude über eine Klimaanlage. Der EU-weite Spitzenwert liegt bei 62 Prozent in Italien.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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CEPI fördert Ebola-Impfstoffe: 60 Millionen US-Dollar für drei Kandidaten


In Kürze:

  • CEPI finanziert die Beschleunigung der Entwicklung  dreier potenzieller Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Ebolavirus.
  • CEPI begründet die Auswahl dieser drei Impfstoffprojekte damit, dass die Impfstoffe oder ihre Technologien bereits erfolgreiche Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben.
  • Der dritte Impfstoff – entwickelt von der Universität Oxford und dem Serum Institute of India – könnte laut WHO bereits innerhalb von zwei Monaten für klinische Tests bereitstehen.

 
Eine internationale Gesundheitsorganisation stellt rund 60 Millionen US-Dollar (rund 52 Millionen Euro) bereit, um die Entwicklung von drei potenziellen Impfstoffen gegen das Bundibugyo-Ebolavirus zu beschleunigen. Dies teilte die Impfstoffinitiative Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) am 1. Juni mit.
Das Bundibugyo-Ebolavirus ist für den aktuellen Ebola-Ausbruch in Zentralafrika verantwortlich.
CEPI, die bereits früh in den COVID-19-Impfstoff von Moderna investiert hatte, stellt dem US-Unternehmen rund 50 Millionen US-Dollar (rund 43 Millionen Euro) für präklinische Tests und klinische Studien der Phase 1 zur Verfügung. Phase 1 ist die erste klinische Studienphase am Menschen nach den präklinischen Tests im Labor und an Tieren. Der experimentelle Impfstoff basiert auf derselben mRNA-Technologie wie Modernas Corona-Impfstoff.

Weitere geförderte Impfstoffvarianten

Darüber hinaus fördert CEPI die Entwicklung eines Impfstoffs der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), der auf einem genetisch veränderten Virus basiert. Er baut auf früheren Forschungen zu einem bereits existierenden Impfstoff gegen das Zaire-Ebolavirus auf.
Zusätzlich unterstützt CEPI ein Impfstoffprojekt der Universität Oxford und des Serum Institute of India. Der Impfstoff nutzt die gleiche Technologie wie der Corona-Impfstoff, den Oxford gemeinsam mit AstraZeneca entwickelt hat.
„Da sich das Bundibugyo-Ebolavirus rasch ausbreitet und es bislang keine zugelassenen Impfstoffe gibt, zählt jeder Tag im Wettlauf gegen diese tödliche Krankheit“, erklärte CEPI-Chef Dr. Richard Hatchett in einer Stellungnahme.
Das Ziel der Förderung dieser drei Impfstoffvarianten sei es, „sichere und wirksame Impfstoffe voranzubringen“, um den Ausbruch einzudämmen.
Der im Mai in der Demokratischen Republik Kongo bestätigte Ebola-Ausbruch hat nach Angaben der kongolesischen und ugandischen Behörden bislang 291 bestätigte Infektionen sowie 43 bestätigte Todesfälle verursacht. Zudem gibt es mehrere Hundert Verdachtsfälle.
Laboruntersuchungen haben bestätigt, dass der Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht wird. Gegen diesen Virusstamm gibt es derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Behandlungen.

Herstellung von Impfstoffdosen während klinischer Prüfung

CEPI begründete die Auswahl der drei Impfstoffprojekte damit, dass entweder die Impfstoffe selbst oder die zugrunde liegenden Technologien bereits erfolgreiche Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben. Zudem hätten sie bereits Wirksamkeit gegen verwandte Viren gezeigt.
Sollten die Phase-I-Studien erfolgreich verlaufen, will CEPI gemeinsam mit Partnern weitere klinische Studien unterstützen, die zu einer Notfallzulassung führen könnten.
Das US-amerikanische Unternehmen Moderna erklärte, die Förderung ermögliche es dem Unternehmen, bereits während der klinischen Prüfung Impfstoffdosen herzustellen. Dadurch könne der Impfstoff bei positiven Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten rasch in Phase-II- und Phase-III-Studien überführt werden.
„Wir sind stolz darauf, unsere strategische Zusammenarbeit mit CEPI auszubauen und einen potenziellen Impfstoff gegen das Bundibugyo-Ebolavirus voranzutreiben“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel in einer Erklärung vom 1. Juni. Man werde mit hoher Dringlichkeit und wissenschaftlicher Sorgfalt arbeiten, um die betroffenen Regionen zu unterstützen.

Moderna-Impfstoff von WHO bislang nicht berücksichtigt

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die mögliche Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Ebolavirus bewerten, haben den Impfstoff von Moderna bislang nicht erwähnt. Ende Mai bezeichnete die WHO den von der International AIDS Vaccine Initiative entwickelten Impfstoff als den derzeit vielversprechendsten Kandidaten. Allerdings werde es voraussichtlich sieben bis neun Monate dauern, bis dieser in klinischen Studien getestet werden kann.
Der dritte Impfstoff, der von der Universität Oxford und dem Serum Institute of India entwickelt wurde, könnte dagegen laut WHO bereits innerhalb von zwei Monaten für klinische Tests bereitstehen.
IAVI-Präsident Mark Feinberg erklärte, die finanzielle Unterstützung durch CEPI ermögliche es, die Entwicklung des Impfstoffkandidaten deutlich zu beschleunigen. Einen konkreten Zeitplan nannte er jedoch nicht.
Auch die Universität Oxford teilte mit, dass die Förderung die Vorbereitungen für Phase-1-Studien unterstützen werde. „Wir hoffen, dass wir durch eine koordinierte globale Anstrengung diesen Ausbruch eindämmen und das Virus stoppen können“, sagte Teresa Lambe von der Oxford Vaccine Group in einer Erklärung.

Serum Institute of India: Impfstoffproduktion in Kürze geplant

Ein Sprecher des Serum Institute of India hatte der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times am 24. Mai mitgeteilt, dass das Unternehmen plane, in 20 bis 30 Tagen mit der Produktion des Impfstoffs zu beginnen.
Unternehmenschef Adar Poonawalla erklärte, das Institut werde seine Produktionskapazitäten in die Zusammenarbeit mit CEPI und der Universität Oxford einbringen, um die Entwicklung des Impfstoffs möglichst schnell voranzutreiben und im Erfolgsfall einen erschwinglichen Zugang für betroffene Länder zu ermöglichen.
Die internationale Impfstoff-Initiative CEPI wurde 2017 nach einem schweren Ebola-Ausbruch in Afrika gegründet. Sie zählt heute mehr als 30 staatliche und private Geldgeber, darunter die Bill & Melinda Gates Foundation. Deutschland ist Gründungsmitglied und einer der größten Beitragszahler, wie aus einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt hervorgeht. Demnach hat Deutschland CEPI von 2017 bis 2025 mit 590 Millionen Euro unterstützt.

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „$60 Million Pledged to Fast-Track Ebola Vaccines“. (redaktionelle Bearbeitung: il)

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China kehrt in das wichtige Steuergremium der WHO zurück


In Kürze:

  • Chinas Rückkehr wurde in den Exekutivrat in dieser Woche beschlossen.
  • 34 Mitgliedsländer gehören dem Rat an und rotieren im Rhythmus von (meist) drei Jahren.
  • Der Exekutivrat schlägt unter anderem den Generaldirektor-Kandidaten vor.
  • Kritik gab es während der Pandemie, weil der Einfluss Chinas offenbar groß war.

 
China ist in dieser Woche in den Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. Die Mitgliedstaaten der WHO-Region Westlicher Pazifik nominierten das kommunistische Land im Oktober 2025 für den frei werdenden Sitz. Die Weltgesundheitsversammlung bestätigte diese Nominierung im Frühjahr 2026 und beendete damit eine Übergangsphase, in der Australien den Platz länger als üblich hielt. Am 26. Mai wurde China ohne Einwände in das Gremium gewählt. Zuletzt hatte China von 2018 bis 2021 einen Sitz im Exekutivrat inne, bevor Australien die Position übernahm.

Dreijährige Mandate für Mitgliedsstaaten

Die Rückkehr Chinas folgt damit dem üblichen Verfahren der regionalen Rotation, das jedoch zeitlich flexibel bleibt. Die WHO sieht für Mitglieder des Exekutivrats eigentlich dreijährige Mandate vor, doch die regionalen Staatengruppen entscheiden selbst über ihre Vorschläge.
Wenn eine Region keinen neuen Staat nominiert, bleibt das bisherige Mitglied im Amt. Genau das geschah nach Ablauf des australischen Mandats im Jahr 2024. Die Region Western Pazifik einigte sich erst 2025 auf einen Nachfolger, sodass Australien bis zur Bestätigung Chinas im Mai 2026 im Gremium blieb.
Der Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bildet neben der Weltgesundheitsversammlung eines der wichtigsten Leitungsgremien und nimmt innerhalb der Organisationsstruktur eine zentrale Steuerungsfunktion ein. Die WHO-Verfassung ordnet den Rat direkt unterhalb der Weltgesundheitsversammlung ein, die als oberstes Entscheidungsorgan der WHO gilt.
Er regelt zudem Zusammensetzung, Wahlverfahren und Aufgaben des Gremiums in den Artikeln 24 bis 29. Während die Weltgesundheitsversammlung die grundlegenden politischen Entscheidungen trifft und den Haushalt beschließt, übernimmt der Rat die laufende organisatorische und programmatische Vorbereitung dieser Entscheidungen.
Er bereitet zudem die Sitzungen der Weltgesundheitsversammlung vor, erstellt Tagesordnungen und formuliert Beschlussentwürfe. Außerdem überwacht er die Umsetzung der Beschlüsse und arbeitet eng mit WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus zusammen. Im Gegensatz zur Weltgesundheitsversammlung besitzt der Exekutivrat keine uneingeschränkte politische Entscheidungsgewalt.

34 Mitglieder aus sechs WHO-Regionen

Zu den Aufgaben des Rats gehört auch die Nominierung von Kandidaten für das Amt des WHO-Generaldirektors. 2017 schlug das Gremium Tedros Adhanom Ghebreyesus vor, bevor die Weltgesundheitsversammlung ihn offiziell zum Generaldirektor wählte.
Die WHO organisiert die regionale Verteilung der Sitze über ihre sechs Regionalorganisationen: Afrika, Amerika, Europa, östlicher Mittelmeerraum, Südostasien und Westpazifik. Die Regionalgruppen schlagen Kandidaten für freie Sitze vor, bevor die Weltgesundheitsversammlung die formelle Wahl durchführt. Dadurch wechseln die Mitgliedstaaten in regelmäßigen Turnus im Exekutivrat.
Der Rat besteht aus 34 Mitgliedern, die die jeweiligen Mitgliedstaaten der WHO entsenden. Die Weltgesundheitsversammlung wählt diese Staaten unter Berücksichtigung einer ausgewogenen geografischen Verteilung. Jede der sechs WHO-Regionen muss dabei mindestens drei Sitze erhalten. Die entsandten Vertreter sollen nach den Vorgaben der WHO „technisch für den Gesundheitsbereich qualifiziert“ sein.
Die Mitgliedstaaten erhalten ihre Sitze jeweils für drei Jahre und können erneut gewählt werden. Die WHO führte die heutige Zahl von 34 Sitzen schrittweise ein. Ursprünglich bestand der Rat aus 18 Mitgliedern. Spätere Änderungen der WHO-Verfassung erhöhten die Zahl zunächst auf 32 und anschließend auf 34 Sitze. Die Weltgesundheitsversammlung beschloss diese Erweiterungen mit Verfassungsänderungen in den 1970er- und 1990er-Jahren.

Kritik zum Informationsfluss während der Pandemie

Die Mitglieder des Rats kommen mindestens zweimal im Jahr zusammen. Die Hauptsitzung findet normalerweise im Januar in Genf statt. Dort legt das Gremium die Tagesordnung der Weltgesundheitsversammlung fest und bereitet Beschlussvorlagen vor. Eine zweite Sitzung folgt regelmäßig unmittelbar nach der Weltgesundheitsversammlung im Mai oder Juni.
Der Exekutivrat geriet während der Corona-Pandemie stärker in den Blickpunkt. So gab es Kritik, weil der politische Einfluss einzelner Staaten – insbesondere Chinas – stark war. Die Debatte bezog sich unter anderem auf die frühe Kommunikation der WHO zu COVID-19 sowie auf den Umgang mit Informationen aus China, das im ersten Pandemiejahr noch Mitglied des Boards war.
 
 
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Ebola-Ausbruch in Kongo: WHO um Signale der Hoffnung bemüht

Nachdem WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in der Hauptstadt Kinshasa dem zentralafrikanischen Land alles in seiner Macht Stehende zur Ebola-Bekämpfung zugesagt hatte, stand am Freitag sein Besuch in der Region Ituri, dem Epizentrum der Epidemie, auf dem Programm.

Erster Genesungsfall gibt Hoffnung – doch die Krise greift um sich

WHO-Spezialistin Anaïs Legand informierte derweil über den ersten nachgewiesenen Genesungsfall nach einer Ebola-Infektion im Rahmen des aktuellen Ausbruchs.
Die Demokratische Republik Kongo habe mitgeteilt, dass am Mittwoch ein Patient genesen sei und das Krankenhaus verlassen habe, sagte Legand am Freitag in Genf. Es handele sich um die erste Person, die seit Beginn der Epidemie nach zwei negativen Tests aus einem Behandlungszentrum nach Hause geschickt worden sei.
Laut Legand ist von weiteren von Ebola Geheilten auszugehen, die angesichts der begrenzten Kapazitäten in der Demokratischen Republik Kongo aber nicht getestet wurden.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der Provinz Ituri im Nordosten der DR Kongo erklärt worden. Dort wurde am Freitag WHO-Chef Tedros erwartet.
In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa hatte er am Donnerstagabend erklärt, der Ebola-Ausbruch könne „gestoppt werden“. Der Bevölkerung des Krisenlandes versprach er, „alles in meiner Macht Stehende zu tun, um Ihnen zu helfen“.

Ausbreitung über Grenzen hinweg

Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) registrierte bis Donnerstag im Rahmen des jüngsten Ausbruchs 1077 Ebola-Verdachtsfälle, darunter 246 Todesfälle. Die WHO hatte zuletzt von 223 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen seit Beginn des jüngsten Ausbruchs gesprochen; 17 Todesfälle seien bestätigt. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO allerdings größer sein.
Betroffen sind mindestens drei Provinzen in der DR Kongo sowie das Nachbarland Uganda. Dort wurden am Freitag zwei weitere Infektionen bestätigt.
Damit wurden dort mittlerweile neun Fälle gezählt, einer davon endete tödlich. Bei den zwei neuen Fällen handele es sich um zwei Kongolesen, erklärte das ugandische Gesundheitsministerium. Einer von ihnen habe Symptome gezeigt und sei sofort isoliert worden. Bei dem anderen Fall handele es sich um eine Kontaktperson eines zuvor bestätigten Falles.
Zum Schutz vor weiteren Ebola-Infektionen hatte Uganda diese Woche die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen. Für alle von dort eingereisten Menschen ordneten die Behörden wegen der Inkubationszeit von Ebola eine 21-tägige Quarantäne an.
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba erklärte am Donnerstagabend, derzeit würden 105 mutmaßliche Ebola-Fälle in Gesundheitseinrichtungen des Landes behandelt. „Wir müssen die alarmistischen Aufschreie in die Perspektive setzen“, sagte er vor Journalisten in Ituris Hauptstadt Bunia. „Wir sind nicht in der Situation, wie es die Menschen international annehmen.“ Die Epidemie sei mitnichten außer Kontrolle.
Für den jüngsten Ebola-Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Virus‘ verantwortlich, gegen die es bisher weder eine Impfung noch Medikamente gibt. Die WHO teilte jedoch am Donnerstag mit, dass ihre Beratungsgremien klinische Studien für vielversprechende Impfstoffe und Behandlungsmethoden empfohlen hätten, die gegen den Bundibugyo-Stamm wirksam sein könnten.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, jedoch nicht über Tröpfchen oder Aerosole in der Luft wie das Coronavirus. Reiseverbote zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie lehnt die WHO ab, da diese „nicht viel bringen“. Die USA haben allerdings Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus den von Ebola betroffenen Ländern verhängt.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Mittwoch erklärt, die USA würden keinen mit Ebola infizierten Patienten auf ihr Staatsgebiet lassen. Ein an Ebola erkrankter US-Bürger wird derzeit auf Bitten der USA in der Berliner Klinik Charité behandelt.
Einem US-Ebola-Quarantänezentrum, das am Freitag in Kenia eröffnet werden sollte, schob ein dortiges Gericht vorerst einen Riegel vor. Katiba, eine kenianische Organisation zur Verteidigung der Verfassungsrechte, hatte ihre Klage gegen das Quarantänezentrum damit begründet, dass die US-Einrichtung „geheim und einseitig“ geplant worden sei.
Das Quarantänezentrum mit 50 Betten sollte auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia rund 200 Kilometer nördlich von Kenias Hauptstadt Nairobi eingerichtet und später noch ausgebaut werden.(afp/red)
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EU lockert Gentechnik-Regeln: Was Verbraucher künftig noch erkennen – und was nicht


In Kürze:

  • Entscheidung im Juni erwartet: Die EU will Pflanzen aus neuen Genomtechniken künftig teilweise wie konventionelle Züchtungen behandeln.
  • Für viele dieser Pflanzen könnte die bisherige Kennzeichnungspflicht im Supermarkt entfallen.
  • Kritiker warnen vor weniger Transparenz für Verbraucher; Befürworter hoffen auf klimaresistentere und robustere Nutzpflanzen.

 
Die Europäische Union steht vor der größten Reform ihres Gentechnikrechts seit mehr als 20 Jahren. Pflanzen aus neuen Genomtechniken wie CRISPR/Cas sollen künftig teilweise nicht mehr als Gentechnik gekennzeichnet werden müssen. Befürworter aus Politik und Industrie versprechen klimaresistentere Pflanzen, weniger Pestizide und höhere Erträge. Die EU selbst – vertreten durch Maria Panayiotou – wirbt vor der Verabschiedung mit den Worten: „Unsere Landwirte brauchen praktische Lösungen, um sich an den Klimawandel anpassen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Die neuen Vorschriften gäben ihnen Zugang zu Innovationen.
Kritiker warnen dagegen vor einem Verlust an Transparenz, wachsender Konzernmacht und unkalkulierbaren Folgen für Landwirtschaft und Umwelt. Am Ende dieser Nahrungskette steht der Verbraucher. Für ihn stellt sich eine einfache Frage: Was bedeutet das künftig konkret auf dem Teller?

Bald Realität? Die Lockerung der Gentechnik-Regeln in der EU

Die Entscheidung könnte Europas Lebensmittelmarkt grundlegend verändern. Nach jahrelangen Verhandlungen steht die Europäische Union kurz davor, ihre bisherigen Gentechnikregeln deutlich zu lockern. Im Zentrum steht eine neue Verordnung zu sogenannten „Neuen Genomtechniken“ (NGT).
Gemeint sind Verfahren wie CRISPR/Cas, mit denen sich DNA gezielt verändern lässt. Der Kern der Verordnung: Pflanzen, die mithilfe neuer genomischer Verfahren verändert wurden und kein fremdes Erbgut enthalten, sollen künftig weitgehend herkömmlichen Pflanzen gleichgestellt werden.
Ein zentraler Unterschied zur klassischen Gentechnik liegt darin, wie stark in das Erbgut eingegriffen wird. Bei herkömmlicher Gentechnik werden häufig Gene anderer Arten in eine Pflanze eingebaut – etwa ein Bakteriengen in Mais. Verfahren wie CRISPR/Cas arbeiten dagegen meist präziser: Vorhandene DNA wird gezielt verändert, entfernt oder „umgeschrieben“, ohne zwingend fremdes Erbgut einzusetzen.

Seit Jahrzehnten in Arbeit

Der bisherige Rechtsrahmen stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 2001. Seitdem gelten in der EU strenge Regeln für gentechnisch veränderte Organismen: umfassende Risikoprüfungen, Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette und eine verpflichtende Kennzeichnung im Supermarkt. Genau diese Vorgaben sollen nun teilweise entfallen.
Die EU-Kommission hatte ihren Reformvorschlag bereits 2023 vorgelegt. Im April 2024 verabschiedete das Europäische Parlament seine erste Position. Ende 2025 erzielten Parlament, EU-Kommission und Mitgliedstaaten im sogenannten Trilog eine politische Einigung. Der Rat der EU-Mitgliedstaaten nahm die Verordnung am 21. April 2026 formal an.
Damit fehlt im Wesentlichen nur noch die endgültige Zustimmung des Europäischen Parlaments. Nach aktuellem Stand wird die Schlussabstimmung für Juni 2026 erwartet. Stimmt das Parlament zu, könnte die neue Verordnung ab etwa 2028 gelten.
Und das, obwohl sich viele Verbraucher weiterhin eine klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte wünschen. Selbst unter Befürwortern der Gentechnik gibt es laut der Initiative Save Our Seeds breite Unterstützung für transparente Kennzeichnungspflichten. Auch in Deutschland zeigen Umfragen von Organisationen wie Foodwatch, dass viele Menschen Gentechnik in Lebensmitteln kritisch sehen – ebenso den Einsatz auf Feldern oder in der Tierhaltung. Statt Lockerungen wünschen sich viele strengere Sicherheits- und Risikoprüfungen sowie eine eindeutige Kennzeichnung. Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist genau diese Transparenz die Grundlage für Wahlfreiheit und Vertrauen der Verbraucher.

Das neue Zwei-Klassen-System

Die Reform teilt gentechnisch veränderte Pflanzen künftig in zwei Gruppen ein. Dabei geht es um sogenannte GVO – also „gentechnisch veränderte Organismen“. Gemeint sind Pflanzen, deren Erbgut gezielt im Labor verändert wurde. Bislang galten in der EU für solche Pflanzen strenge Regeln: Sicherheitsprüfungen, Zulassungsverfahren, Rückverfolgbarkeit und eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln. Genau das soll sich nun ändern.
Künftig will die EU zwischen zwei Arten moderner Gentechnik unterscheiden. Zur ersten Gruppe, „NGT-1“, sollen Pflanzen gehören, deren Erbgut gezielt verändert wurde, ohne fremde Gene anderer Arten einzubauen. Die EU argumentiert: Solche Veränderungen könnten theoretisch auch durch natürliche Mutationen oder klassische Pflanzenzüchtung entstehen – allerdings deutlich langsamer und ungezielter.
Deshalb sollen für diese NGT-1-Pflanzen viele der bisherigen Gentechnikregeln wegfallen. Besonders umstritten ist dabei die Kennzeichnung: Lebensmittel aus solchen Pflanzen müssten nach den aktuellen Plänen künftig nicht mehr im Supermarkt als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden.
Verbraucher könnten dann häufig nicht mehr direkt auf der Verpackung erkennen, ob etwa Tomaten, Kartoffeln oder Weizen mithilfe moderner Geneditierungsverfahren wie CRISPR/Cas verändert wurden. Informationen dazu sollen stattdessen nur noch in Saatgutregistern, Datenbanken oder Sortenkatalogen verfügbar sein.
Anders wäre es bei der zweiten Gruppe, den sogenannten „NGT-2“-Pflanzen. Dabei handelt es sich um weitergehende genetische Veränderungen. Für sie würden die bisherigen strengen Gentechnikregeln weiterhin gelten – einschließlich Risikoprüfung, Zulassungsverfahren und Kennzeichnungspflicht.

Wird das Steak gekennzeichnet, wenn das Rind Genfutter bekommt?

Die Reform betrifft zunächst ausschließlich Pflanzen. Diskutiert werden unter anderem pilzresistente Kartoffeln, trockenheitsresistenter Weizen, klimaresistente Tomaten oder Olivenbäume, die besser gegen Krankheiten geschützt sind. Doch auch wenn die geplante Reform vordergründig nur Pflanzen betrifft, könnte sie indirekt Folgen für Fleisch, Milch, Eier und Käse haben.
Denn in der Europäischen Union müssen tierische Produkte bislang grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Ein Huhn kann etwa gentechnisch verändertes Soja fressen, ohne dass dies später auf dem Ei oder dem Fleisch angegeben werden muss. Genau daran würde sich durch die neue Reform voraussichtlich nichts ändern.
Kritiker befürchten nun: Wenn künftig mehr geneditierte Pflanzen ohne Kennzeichnung angebaut oder importiert werden dürfen, könnten solche Futtermittel leichter in die Lieferketten gelangen. Für Verbraucher wäre dann kaum noch nachvollziehbar, ob Tiere mit geneditierter Nahrung gefüttert wurden. Befürworter halten dagegen, dass Produkte von Tieren nicht automatisch „veränderte Gene“ enthielten. DNA aus Futtermitteln werde im Verdauungssystem weitgehend zerlegt.
Die eigentliche Debatte dreht sich deshalb weniger um akute Gesundheitsgefahren als um Transparenz, Wahlfreiheit und die Frage, welche Form der Landwirtschaft Verbraucher künftig unterstützen wollen.
Die EU-Kommission begründet die Reform vor allem mit Klimawandel und Ernährungssicherheit. Neue Genomtechniken könnten helfen, Pflanzen schneller an Dürren, Krankheiten und Extremwetter anzupassen. Gleichzeitig solle der Einsatz von Pestiziden sinken. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erklärte bereits früh, dass neue Genomtechniken zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen beitragen könnten.

Was Verbraucher künftig nicht mehr sehen könnten

Mit der neuen Regelung könnte der Begriff „Gentechnik“ faktisch weitgehend aus dem Supermarkt verschwinden. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik kritisiert, Verbraucher könnten gentechnikfreie Produkte künftig „praktisch nur noch über freiwillige Siegel erkennen“.
Als Orientierung blieben dann oft nur noch Bio-Siegel oder freiwillige Kennzeichnungen wie „Ohne Gentechnik“. Genau darin sehen Kritiker die konkrete Folge der Reform: Wer gentechnisch veränderte Lebensmittel bewusst vermeiden möchte, könnte das künftig deutlich schwerer tun.

Kritiker warnen vor weniger Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit bei Gen-Gemüse.

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Wem nützt die Reform? Die Macht der Saatgutkonzerne wächst

Der globale Saatgutmarkt ist stark konzentriert. Wenige Großunternehmen kontrollieren einen erheblichen Teil des weltweiten kommerziellen Saatgutgeschäfts. Zu den dominierenden Akteuren zählen Bayer, Corteva und Syngenta.
Das Geschäftsmodell ist milliardenschwer. Patente auf bestimmte Genveränderungen ermöglichen Lizenzgebühren und langfristige Kontrolle über Saatgut. Gegner der Gentechnik-Deregulierung – darunter auch die Initiative Save Our Seeds – warnen davor, dass das geplante Gesetz zu einer weiteren Ausbreitung patentierten Saatguts führen könnte. Dadurch könnte der Einfluss weniger großer Saatgutkonzerne auf Landwirte und kleinere Züchter weiter wachsen.
Auch die Initiative Ohne Gentechnik kritisiert mögliche Folgen für Landwirtschaft und Umwelt. Sie argumentiert, dass die Patentierung gentechnisch veränderter Pflanzen und das Verbot, Teile der Ernte als Saatgut für das nächste Jahr wiederzuverwenden, Landwirte zunehmend abhängig von großen Agrarkonzernen mache. Verstärkt werde dies zusätzlich dadurch, dass häufig auch passende Herbizide desselben Herstellers eingesetzt würden. Zudem betonen Kritiker, gesundheitliche Risiken ließen sich langfristig nicht vollständig ausschließen.

Sind genveränderte Lebensmittel gesundheitsschädlich?

Laut der Weltgesundheitsorganisation haben alle derzeit zugelassenen gentechnisch veränderten Lebensmittel die vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen bestanden. Bislang gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass sie grundsätzlich gesundheitsschädlicher seien als konventionelle Lebensmittel.
Doch die Debatte dreht sich längst nicht mehr nur um gesundheitliche Risiken oder die Frage, was Menschen essen möchten. Kritiker sehen vielmehr Themen wie Profite, Kontrolle und Transparenz im Mittelpunkt.
Damit wird die EU-Reform am Ende zu einer Grundsatzfrage: Wie viel Transparenz schuldet der Staat seinen Verbrauchern – und wer entscheidet künftig darüber, was noch als „natürlich“ gilt?
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26. Mai: Kinderlose sollen mehr zahlen | Kiew verlassen | Impfstrategie gegen Ebola

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Kinderlose sollen mehr zahlen

Gesundheitsministerin Warken will noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf für die Pflegereform vorlegen. Im Gespräch ist eine Erhöhung der Beiträge für Kinderlose auf 4,3 Prozent, während Versicherte mit Kindern weiterhin 3,1 bis 3,6 Prozent zahlen würden. Warken rechnet für die kommenden beiden Jahre mit einem Defizit von über 22 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung.

Kiew verlassen

Moskau hat westliche Diplomaten erneut aufgefordert, Kiew zu verlassen, da Russland dort systematische Luftangriffe auf militärische Ziele plant. Hintergrund sind eskalierende Angriffe beider Seiten und festgefahrene Friedensverhandlungen. Die EU weist die Aufforderung zurück. Gleichzeitig verhandelt die Ukraine in Berlin mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Impfstrategie gegen Ebola

Ein Ebola-Ausbruch durch die seltene Bundibugyo-Virusvariante betrifft den Kongo und Uganda. Die Universität von Oxford und ein indischer Pharmahersteller entwickeln einen experimentellen Impfstoff auf Adenovirus-Basis im Eiltempo. Da keine zugelassenen Impfstoffe verfügbar sind, setzen die WHO und ihre Partnerorganisationen kurzfristig auf Eindämmung statt Impfung.

Finanzstreit mit Ungarn

Trotz des Regierungswechsels in Ungarn blockiert die EU weiterhin rund 17 Milliarden Euro. Brüssel fordert tiefgreifende Reformen, von denen einige von Budapest als kurzfristig nicht umsetzbar angesehen werden. Gleichzeitig sorgt eine Sondersteuer auf ausländische Handelsketten für Konfliktstoff. Premierminister Péter Magyar will in Kürze nach Brüssel reisen, um zu verhandeln.

Zug kollidiert mit Schulbus

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schulbus und einem Zug in Belgien sind vier Menschen ums Leben gekommen: der Busfahrer, zwei Jugendliche im Alter von 12 und 15 Jahren sowie eine Begleitperson. Fünf weitere Kinder wurden schwer verletzt. Der Bus war offenbar trotz geschlossener Schranke auf den Bahnübergang gefahren. Die genaue Ursache ist noch unklar.
 
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Ebola-Ausbruch durch seltene Virusvariante: Impfstoffforschung im globalen Wettlauf


In Kürze:

  • Seltene Ebola-Variante (Bundibugyo) treibt Ausbruch in Kongo und Uganda
  • Oxford und Serum Institute entwickeln experimentellen ChAdOx1-Impfstoff
  • WHO und Partner setzen kurzfristig vor allem auf Eindämmung statt Impfung

 

Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, Impfstoffe gegen eine seltene Virusvariante zu testen und zu entwickeln. Diese Variante verursacht derzeit einen Ebola-Ausbruch in Afrika.

Forscher der University of Oxford und des Serum Institute of India befinden sich in einem Wettlauf gegen die Zeit. Sie wollen eine experimentelle Impfung verfügbar machen, die nach ihrer Einschätzung gegen das Bundibugyo-Virus wirken könnte. Dieses Virus steht im Zentrum eines wachsenden Ausbruchs im Kongo.
Ein Sprecher des Serum Institute erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times in einer E-Mail vom 24. Mai, dass das von der University of Oxford bereitgestellte virale Ausgangsmaterial es ermögliche, „unsere Zellbank schnell zu inokulieren“. Dadurch könne in Rekordzeit mit der Produktion von Impfstoffdosen begonnen werden. Das Unternehmen rechne mit einer Produktionszeit von 20 bis 30 Tagen und sei „vollständig bereit zu skalieren“.

Experimenteller Impfstoff und internationale Zusammenarbeit

Der experimentelle Impfstoff ist bislang weltweit nicht zugelassen und basiert auf derselben ChAdOx1-Plattform wie der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca/Oxford.
Die Oxford Vaccine Group teilte mit, dass sie gemeinsam mit ihrer klinischen Biomanufacturing-Einrichtung und dem Serum Institute an einer schnellen Produktion von Impfstoffdosen gegen Bundibugyo arbeitet. Der Impfstoff trägt den Namen ChAdOx1 BDBV. Gleichzeitig arbeite man mit internationalen Partnern daran, „unterstützende präklinische Daten für die klinische Entwicklung und Erprobung des ChAdOx1 BDBV-Impfstoffs in Ausbruchsszenarien zu beschleunigen, während weiterhin etablierte wissenschaftliche, ethische und regulatorische Standards eingehalten werden“.
Bereits im Jahr 2022 hatten Oxford und das Serum Institute Impfstoffdosen gegen einen anderen Ebola-Stamm (Sudan-Ebolavirus) innerhalb von 80 Tagen nach Beginn eines Ausbruchs produziert und ausgeliefert.
Der aktuelle Ausbruch umfasst bestätigte Fälle im Kongo und in Uganda.

Eine Mutter hilft ihren Kindern, sich vor dem Betreten des Kyeshero-Krankenhauses in Goma die Hände zu waschen. Dort gibt es Kontrollen mit Handhygiene und Temperaturmessung als Ebola-Präventionsmaßnahmen. 18. Mai 2026.

Foto: Jospin Mwisha/AFP via Getty Images

Diskussion über Einsatz experimenteller Impfstoffe

Kongolesische Behörden haben laut Jean-Jacques Muyembe, Virus-Experte am National Institute of Biomedical Research, bereits über den Einsatz experimenteller Impfstoffe während des Ausbruchs diskutiert.
Vasee Moorthy, Senior-Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erklärte auf einer Pressekonferenz am 20. Mai, dass der Impfstoff eine der zwei besten verfügbaren Optionen gegen das Virus sei, das bislang nur zwei bekannte Ausbrüche verursacht hat. Er fügte hinzu, der experimentelle Impfstoff könne innerhalb von zwei bis drei Monaten für Studien verfügbar sein, betonte jedoch, dass derzeit keine präklinischen Daten vorliegen.
Als derzeit beste verfügbare Option gilt laut Moorthy der Impfstoff Ervebo des Unternehmens Merck, der gegen das Zaire-Virus wirkt – die häufigere Form des Ebola verursachenden Orthoebolavirus. Eine angepasste Version für das Bundibugyo-Virus würde jedoch schätzungsweise sechs bis neun Monate bis zur Testphase benötigen.
Merck selbst hat bislang nicht auf Anfragen reagiert.

Internationale Organisationen und Entwicklungspläne

Die in der Schweiz ansässige Impfstoffallianz Gavi, finanziert unter anderem von Staaten und der Gates Foundation, erklärte am 21. Mai, dass die vorhandenen Daten zu gelagerten Impfstoffen gegen das Zaire-Virus hinsichtlich möglicher Kreuzschutzwirkungen gegen das Bundibugyo-Virus „extrem begrenzt“ seien.
Gavi arbeitet gemeinsam mit der norwegischen Organisation CEPI, die Impfstoffentwicklung finanziert, an der Beschleunigung entsprechender Entwicklungsprogramme, einschließlich des Oxford-Impfstoffs.
CEPI teilte am 20. Mai mit, man konzentriere sich derzeit auf die Bewertung möglicher Behandlungen und Impfstoffe gegen Bundibugyo. Allerdings befinde sich kein Kandidat bislang in klinischen Phase-1-Studien.
Sobald diese Bewertung abgeschlossen sei, sei man bereit, „at-risk“ zu arbeiten – also Entwicklungsprozesse parallel voranzutreiben, selbst wenn ein Produkt möglicherweise nicht erfolgreich ist oder nicht benötigt wird –, um die Entwicklung und Verfügbarkeit präklinischer Impfstoffkandidaten zu beschleunigen.

Priorität: Eindämmung des Ausbruchs

Angesichts des Mangels an zugelassenen Impfstoffen und Therapien gegen das durch Bundibugyo verursachte Ebola betonte die Gates Foundation in einer aktuellen Stellungnahme, dass die oberste Priorität in der schnellen Erkennung von Fällen und der raschen Unterbrechung der Übertragung liege.
Patrick Muyaya, Sprecher der kongolesischen Regierung, erklärte am 25. Mai, dass das Land Überwachung, Massentests und Aufklärungsmaßnahmen deutlich ausgeweitet habe, um weitere Fälle frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Zudem sei es zu Verzögerungen bei der Identifizierung des Ausbruchs gekommen, da frühe Tests die durch das Bundibugyo-Virus verursachten Ebola-Fälle nicht korrekt erkennen konnten.
„Wir holen nun einen schnell fortschreitenden Ausbruch ein“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, auf der Plattform X. Er warnte, dass der Ausbruch aufgrund der verzögerten Erkennung sowie des Mangels an zugelassenen Impfstoffen und Behandlungen „wahrscheinlich schlimmer wird, bevor er besser wird“.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Scientists Rush to Produce Vaccines Against Rare Ebola Strain Behind Outbreak“. (deutsche Bearbeitung zk)
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gesellschaft

Ebola-Ausbruch: Mehr als 900 Verdachtsfälle im Kongo – Uganda meldet zwei neue Fälle

Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet worden.
Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntagabend mitteilte, wurden in dem zentralafrikanischen Land mittlerweile 101 Ebola-Infektionsfälle bestätigt.
Neue Angaben zu Todesfällen machte er nicht. Das kongolesische Gesundheitsministerium hatte am Samstag von 204 Todesfällen bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen.

Uganda: Zwei neue Fälle – Anstieg auf sieben

In Uganda sind nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums zwei weitere Ebola-Fälle nachgewiesen worden. Damit ist die Zahl der bestätigten Fälle in dem ostafrikanischen Land auf sieben gestiegen. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei den neuen Fällen um zwei Mitarbeiter einer privaten Klinik in Kampala. Sie seien in Behandlung, hieß es. Alle Kontaktpersonen würden überwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt.
Zuvor hatte das Ministerium über eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo berichtet, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie wurde dort mit Bauchbeschwerden in einer privaten Klinik behandelt und sei dann zurückgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es.

Ausbruch erstmals am 15. Mai gemeldet

Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der von bewaffneten Konflikten betroffenen kongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante verursacht, gegen die es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie gibt. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.
Die WHO hat wegen der Epidemie eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) rief wegen des „hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung“ für den gesamten Kontinent den Notstand aus. Auch aus Uganda wurden bereits Infektionsfälle gemeldet. (afp/dpa/red)
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WHO: Mehr als 900 Verdachtsfälle nach Ebola-Ausbruch im Kongo

Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet worden.
Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntagabend mitteilte, wurden in dem zentralafrikanischen Land mittlerweile 101 Ebola-Infektionsfälle bestätigt.
Neue Angaben zu Todesfällen machte er nicht. Das kongolesische Gesundheitsministerium hatte am Samstag von 204 Todesfällen bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen.

Ausbruch erstmals am 15. Mai gemeldet

Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der von bewaffneten Konflikten betroffenen kongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante verursacht, gegen die es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie gibt. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.
Die WHO hat wegen der Epidemie eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) rief wegen des „hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung“ für den gesamten Kontinent den Notstand aus. Auch aus Uganda wurden bereits Infektionsfälle gemeldet. (afp/red)
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WHO: Weiterer Hantavirus-Fall in den Niederlanden

Bei einem weiteren Besatzungsmitglied des Kreuzfahrtschiffes „Hondius“ ist eine Infektion mit dem Hantavirus festgestellt worden. Die Niederlande hätten einen weiteren Fall bei einem Besatzungsmitglied bestätigt, das sich bereits in den Niederlanden in Isolation befunden habe, erklärte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf.
An Bord der „Hondius“ war es während einer mehrwöchigen Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen.
Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion als wahrscheinlich.
Mit dem nun gemeldeten Infektionsfall steigt die Zahl der bestätigten oder vermuteten Ansteckungen mit dem Hantavirus einschließlich der Todesopfer laut WHO auf zwölf.
Vor knapp zwei Wochen waren mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder in Teneriffa von Bord des Kreuzfahrtschiffs gegangen und mit Sondermaschinen in ihre Heimatländer zurückgebracht worden.
Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen seither isoliert und medizinisch überwacht.
Das jetzt positiv getestete Besatzungsmitglied wurde sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht, wie die niederländischen Gesundheitsbehörden mitteilten. Dort befindet es sich auf einer Isolierstation.
Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere.
Bei dem Virusstamm, der sich auf der „Hondius“ verbreitete, handelte es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist.(afp/red)
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gesellschaft

Charité: Ebola-Patient stark geschwächt, aber „nicht kritisch krank“

Zwei Tage nach der Aufnahme eines mit Ebola infizierten US-Bürgers in der Berliner Charité hat das Krankenhaus erstmals Informationen zum Gesundheitszustand veröffentlicht.
Der Patient zeige deutliche Krankheitssymptome und sei stark geschwächt, er sei momentan aber „nicht kritisch krank“, hieß es am Freitag, 22. Mai, von der Charité. Er benötige daher zur Zeit „keine intensivmedizinischen Maßnahmen oder Organersatzverfahren“.
Der Mann, der als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitete und sich dort mit dem gefährlichen Virus infizierte, wurde auf Bitten der USA am Mittwoch in der Charité aufgenommen.
Einen Tag später folgten seine Frau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten. Alle sechs befinden sich auf der Sonderisolierstation des Krankenhauses.
Während bei dem Mann das Virus mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen wurde, war dies bei Frau und Kindern laut Charité bislang nicht der Fall. Sie seien aktuell symptomfrei und befänden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne, hieß es am Freitag.
Sichtkontakt zu ihrem infizierten Mann beziehungsweise Vater ist den Angaben zufolge über eine Glasscheibe möglich. Außerdem können sie über eine Sprechanlage mit ihm kommunizieren.
Zwei Kinder des US-amerikanischen Ebola-Patienten schauen durch ein Fenster zu ihrem Vater in die Isolierstation der Berliner Charité.

Zwei Kinder des US-amerikanischen Ebola-Patienten schauen durch ein Fenster zu ihrem Vater in die Isolierstation der Berliner Charité.

Foto: –/Universitätsmedizin Charité/dpa

Neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung sei es das Ziel der Charité, die Familie in dieser schwierigen Situation „gesamthaft“ zu unterstützen, hieß es.
So bestehe die Möglichkeit einer psychologischen Betreuung, außerdem wurde ein Patientenzimmer „soweit möglich kindgerecht gestaltet und mit Spielzeug ausgestattet, um den Kindern eine Beschäftigungs- und Ablenkungsmöglichkeit zu schaffen.“
Der Ausbruch der oft tödlich verlaufenden Fieberkrankheit war am vergangenen Freitag im Osten des Kongos gemeldet worden. Das Virus, das durch Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen wird, hatte sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Inzwischen gibt es fast 600 Verdachtsfälle, darunter 139 Todesfälle. (afp/red)
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WHO-Staaten verlängern Verhandlungen über Pandemie-Abkommen um ein Jahr

Wegen anhaltender Differenzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern werden die Verhandlungen über ein Herzstück des internationalen Pandemie-Abkommens um ein weiteres Jahr verlängert.
„Die Zusage der Mitgliedstaaten, die Verhandlungen fortzusetzen, ist ein klares Signal, dass sie weit davon entfernt sind, es aufzugeben“, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Dienstag bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf mit Blick auf das Pandemie-Abkommen.
Er gehe davon aus, dass die WHO-Mitgliedstaaten das Vorhaben „entschieden“ vorantreiben, sagte Tedros. „Ich habe vollständiges Vertrauen in ihren Erfolg.“

Das Ziel: Besser auf Pandemien vorbereitet sein

Die rund 190 Mitgliedstaaten der WHO hatten als Konsequenz aus der Corona-Krise mit der Aushandlung eines internationalen Pandemie-Abkommens begonnen.
Dabei geht es darum, besser für Pandemien gewappnet zu sein, etwa durch die Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zu Impfstoffen, Medikament, Tests und Schutzkleidung.
Nach dreijährigen Verhandlungen konnten sich die WHO-Mitglieder jedoch immer noch nicht auf einen zentralen Mechanismus des Abkommens mit der Abkürzung PABS (Pathogen Access and Benefit-Sharing) einigen.
Vorgesehen ist, dass Labore sich freiwillig am PABS beteiligen können und in diesem Rahmen wichtige Daten zu neuen Erregern erhalten. Im Gegenzug verpflichten sie sich, der WHO im Fall einer Pandemie einen „schnellen Zugang“ zu etwa 20 Prozent ihrer Echt-Zeit-Produktion an Impfstoffen, Medikamenten und Diagnosemitteln zu gewähren.
Zehn Prozent sollen demnach der WHO kostenlos zur Verfügung gestellt werden, die anderen zehn Prozent zu einem „erschwinglichen Preis“. (afp/red)
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WHO prüft Ebola-Impfstoffe für Bundibugyo-Ausbruch

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo prüft die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ob existierende Impfstoffe oder Medikamente bei der Eindämmung helfen könnten.
„Auf internationaler Ebene schauen wir, welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten“, sagte die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia, die am Dienstag, 19. Mai aus der kongolesischen Stadt Bunia zugeschaltet vor Journalisten in Genf sprach.

Bundibugyo-Ebola: Kein Impfstoff, 131 Tote

Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Wie der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba in der Nacht zum Dienstag informierte, werden mittlerweile 131 Todesfälle und 513 Erkrankungen mit dem Ebola-Ausbruch in Verbindung gebracht.
Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der häufigeren Zaire-Variante des Virus. Nach derzeitigem Stand gingen Experten davorn aus, dass diese Impfstoffe nicht zur Eindämmung des gegenwärtigen Ebola-Ausbruchs eingesetzt werden können.

Mehr Studien nötig – Notstand für ganz Afrika

„Natürlich sind dazu noch mehr Studien nötig“, fügte die WHO-Vertreterin hinzu. Die technische Beratungsgruppe der WHO werde am Dienstag tagen, „um weitere Empfehlungen abzugeben“, welchem Impfstoff Priorität eingeräumt werden solle.
Das Epizentrum der gegenwärtigen Ebola-Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (CDC) rief am Montagabend für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand aus.

WHO ruft internationale Notlage aus – Tedros „zutiefst besorgt“

Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Für Dienstag berief die WHO eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich am Dienstag, 19. Mai in Genf „zutiefst besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung. (afp/red)
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Ebola-infizierter US-Bürger wird nach Deutschland gebracht – Anstieg der Totenzahl im Kongo

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Dienstag, 19. Mai: Ein Ebola-infizierter US-Bürger wird zur Behandlung nach Deutschland verlegt.

Im Kongo stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben derweil auf mehr als 190. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich in Genf „sehr besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung.

Infizierter US-Bürger wird in Deutschland behandelt

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Dienstag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP, die US-Behörden hätten „die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-amerikanischen Staatsbürgers gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat“.
Dazu würden nun Vorkehrungen getroffen. Weitere Details wollte das Ministerium zunächst nicht nennen, verwies aber darauf, dass Deutschland für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten über ein bundesweites Expertennetzwerk verfüge.

US-Bürger infizierte sich bei Arbeitseinsatz in Kongo mit Ebola

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag erklärt, dass ein US-Bürger sich „im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo“ mit dem Ebola-Virus infiziert habe.
Er habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am späten Sonntagabend positiv auf das gefährliche Virus getestet worden, führte Satish Pillai aus, der bei der CDC für den Umgang mit Ebola zuständig ist. Bereits am Wochenende hatte die CDC erklärt, dass sie daran arbeite, eine kleine Zahl von „direkt von dieser Epidemie betroffenen“ US-Bürgern heimzuholen.

WHO ruft internationale Notlage aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Für Dienstag berief die WHO am Morgen eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.

131 Tote und 513 Verdachtsfälle durch Bundibugyo-Ebola

Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba informierte in der Nacht zu Dienstag über einen deutlichen Anstieg der mutmaßlich durch Ebola verursachten Todesopfer.
131 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach mittlerweile, insgesamt gebe es 513 Verdachtsfälle. Zuletzt waren aus der DR Kongo 91 Tote und 350 Ansteckungen gemeldet worden.
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.

Lauterbach fordert verstärkte Impfstoffforschung gegen Ebola-Virus

Karl Lauterbach (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angesichts des neuen Ebola-Ausbruchs in Afrika eine verstärkte Impfstoffforschung gegen das Virus gefordert.
„Für die Unternehmen, die hier die Forschung machen, ist das nicht lukrativ“, sagte er in einem Podcast des Magazins „Stern“ laut Mitteilung vom Dienstag. Vor allem die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump habe viel Schaden angerichtet.
Die von den US-Amerikanern finanzierte Impfstoffforschung sei stark eingebrochen. Vor Ort fehlten die amerikanischen Spezialisten. „Die amerikanischen Experten, die werden wirklich weltweit vermisst“, sagte Lauterbach. Die Amerikaner hätten mit die besten Pandemieexperten der Welt.
In Deutschland gebe es eine geringe Gefahr eines Ebola-Ausbruchs. „In Deutschland selbst sehe ich im Moment kein Risiko, aber es muss uns natürlich zu denken geben, wenn solche Zoonosen, also von Tieren auf den Menschen übertragenen Erreger und Krankheiten, zunehmen“, sagte er. Der aktuelle Ausbruch sei für Deutschland und Europa nicht gefährlich. (afp/red)
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Ebola-infizierter US-Bürger wird in Deutschland behandelt

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, dass ein Ebola-infizierter US-Bürger zur Behandlung nach Deutschland verlegt wird. Die US-Behörden hätten „die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-amerikanischen Staatsbürgers gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat“.

Dazu würden nun Vorkehrungen getroffen. Weitere Details wollte das Ministerium zunächst nicht nennen, verwies aber darauf, dass Deutschland für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten über ein bundesweites Expertennetzwerk verfüge.

Im Kongo stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben derweil auf mehr als 190. Der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich in Genf „sehr besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung.

US-Bürger infizierte sich bei Arbeitseinsatz in Kongo mit Ebola

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gestern gesagt, dass ein US-Bürger sich „im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo“ mit dem Ebola-Virus infiziert habe.
Er habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am späten Sonntagabend positiv auf das gefährliche Virus getestet worden, führte Satish Pillai aus, der bei der CDC für den Umgang mit Ebola zuständig ist. Bereits am Wochenende hatte die CDC erklärt, dass sie daran arbeite, eine kleine Zahl von „direkt von dieser Epidemie betroffenen“ US-Bürgern heimzuholen.

WHO ruft internationale Notlage aus

Die WHO hat wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Für Dienstag berief die WHO am Morgen eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba informierte über einen deutlichen Anstieg der mutmaßlich durch Ebola verursachten Todesopfer.
131 mit dem Virus infizierte Menschen starben mittlerweile, insgesamt gebe es 513 Verdachtsfälle. Zuletzt waren aus der DR Kongo 91 Tote und 350 Ansteckungen gemeldet worden.

Lauterbach fordert verstärkte Impfstoffforschung gegen Ebola-Virus

Karl Lauterbach (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angesichts des neuen Ebola-Ausbruchs in Afrika eine verstärkte Impfstoffforschung gegen das Virus gefordert.
„Für die Unternehmen, die hier die Forschung machen, ist das nicht lukrativ“, sagte er in einem Podcast des Magazins „Stern“ laut Mitteilung vom Dienstag. Vor allem die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump habe viel Schaden angerichtet.
Die von den US-Amerikanern finanzierte Impfstoffforschung sei stark eingebrochen. Vor Ort fehlten die amerikanischen Spezialisten. „Die amerikanischen Experten, die werden wirklich weltweit vermisst“, sagte Lauterbach. Die Amerikaner hätten mit die besten Pandemieexperten der Welt.
In Deutschland gebe es eine geringe Gefahr eines Ebola-Ausbruchs. „In Deutschland selbst sehe ich im Moment kein Risiko, aber es muss uns natürlich zu denken geben, wenn solche Zoonosen, also von Tieren auf den Menschen übertragenen Erreger und Krankheiten, zunehmen“, sagte er. Der aktuelle Ausbruch sei für Deutschland und Europa nicht gefährlich. (afp/red)
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WHO-Versammlung: Mehr Geld, Klimafokus und Forderung nach neuen Notstandsregeln


In Kürze:

  • Deutschland hat WHO-Beitrag nach US-Austritt erhöht
  • WHO sieht Klimawandel als strategische Kernaufgabe
  • Expertenkommission fordert neue WHO-Notstandsregeln

 
In Genf hat am Montag, 18. Mai, die 79. Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begonnen. Delegierte aus 193 Mitgliedstaaten beraten bis Samstag über die künftigen Prioritäten und gesundheitspolitischen Ziele der Organisation.
Die WHO bietet für Interessierte einen Livestream an, über den sie die Beratungen im Plenum mitverfolgen können. Die Redebeiträge werden in arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Simultanübersetzung zur Verfügung stehen.

Deutsche Finanzierung hat WHO „unabhängiger und resilienter“ gemacht

Bereits am Vorabend der Eröffnung hat der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, an einem Empfang der deutschen Delegation teilgenommen. Dabei hat er sich bei Bundesgesundheitsministerin Nina Warken dafür bedankt, dass die deutsche Bundesregierung ihren Beitrag zur Organisation um weitere 10 Millionen Euro erhöht hat. Damit soll ein Teil der durch den Austritt der USA wegfallenden Mittel kompensiert werden. Für die Jahre 2024 und 2025 lag der deutsche Beitrag insgesamt bei rund 290 Millionen Euro.
Die „nachhaltige Finanzierung über viele Jahre“, die Deutschland der WHO habe zuteilwerden lassen, mache diese „unabhängiger und resilienter“. Zudem habe die deutsche Unterstützung für das WHO-Zentrum in Berlin die globale Datenlage zu Pandemien verbessert. Dadurch sei eine bessere Überwachung auf Basis verfügbarer Technologien möglich.
Die aktuellen Ausbrüche des Hantavirus und von Ebola zeigen, dass „globale Gesundheitssicherheit von globaler Zusammenarbeit abhängt“. Deutschlands Engagement sende diese Botschaft aus – gerade in einer Zeit, in der „der Multilateralismus unter Druck steht“. Tedros warb vor diesem Hintergrund erneut für das Pandemieabkommen und das darin vorgesehene System für den Zugang zu Krankheitserregern und den gerechten Vorteilsausgleich („Benefit Sharing“).

Tedros: Schrumpfungsprozess „schmerzhaft“ – Deutschland hat geholfen

Es sei „sehr schmerzhaft“ für Tedros gewesen, dass jüngst viele Kollegen die WHO verlassen mussten, weil das vergangene Jahr für die Organisation so schwierig gewesen sei. Den Einschnitt sehe man jedoch auch als Chance. Die Umstrukturierung helfe dabei, „uns neu zu priorisieren, neu auszurichten und eine schlankere Organisation zu werden“. Diese solle sich künftig „stärker auf unser Kernmandat und unseren komparativen Vorteil“ konzentrieren, sagte Tedros. Deutschland habe die WHO in diesem Prozess unterstützt.
Am Montag überbrachte WHO-Büroleiterin Razia Pendse eine Grußbotschaft des UN-Generalsekretärs. Zudem wurden vier Global Health Leaders Awards an Persönlichkeiten aus Norway, Egypt, Ireland und The Bahamas verliehen, die sich über viele Jahre in WHO-Initiativen engagiert hatten.
Nach Angaben der WHO steht die diesjährige Weltgesundheitsversammlung im Zeichen einer zunehmenden Verknüpfung von Gesundheits- und Klimapolitik. Die Tagung knüpft an die Ergebnisse des Vorjahres an. Damals hatte die Weltgesundheitsorganisation den Klimawandel erstmals als vorrangiges strategisches Ziel ihres aktuellen Arbeitsprogramms definiert.

Klimapolitik im Zentrum des diesjährigen Treffens

Entsprechend werden im Rahmen der Tagung auch mehrere Nebenveranstaltungen zu Themen wie Klima, Luftverschmutzung, Energieversorgung und Gesundheit stattfinden. Die WHO beabsichtigt außerdem, einen neuen globalen Kommunikations- und Partnerschaftsplan „Klimawandel und Gesundheit“ vorzustellen. Dieser soll bis zur nächsten Weltklimakonferenz COP31 die politische Dynamik aufrechterhalten.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Bericht der Paneuropäischen Kommission für Klima und Gesundheit, die im vergangenen Jahr vom WHO-Regionalbüro Europa eingesetzt worden war. Den Vorsitz führt die frühere isländische Premierministerin Katrín Jakobsdóttir. Zu den Mitgliedern gehört auch der frühere deutsche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.
In ihrem Bericht bezeichnet die Kommission den Klimawandel als akute Bedrohung für Gesundheit, Versorgungssicherheit, sozialen Zusammenhalt und nationale Sicherheit. Nach Auffassung der Autoren reichen die bisherigen politischen Maßnahmen nicht aus, um dieser Entwicklung zu begegnen. Europa erwärme sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Allein im Jahr 2024 habe es rund 63.000 hitzebedingte Todesfälle gegeben.

Kommission legt WHO 17 Empfehlungen vor – darunter „Klimanotstand“

Die Kommission formulierte 17 Empfehlungen, die sie an Regierungen und die WHO selbst richtete. Sie umfassen unter anderem einen Umbau der Gesundheitssysteme mit stärkerer Ausrichtung auf Klimaresilienz, aber auch einen Ausbau erneuerbarer Energien und eine schrittweise Abkehr von Subventionen für fossile Brennstoffe.
Klimaindikatoren sollen künftig in die Bewertung nationaler Gesundheitssysteme einfließen. Die WHO solle zudem ein Informationszentrum einrichten, das Daten und Argumentationshilfen gegen „Klimaleugner“ bereitstellt. Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Organisation alle zwei Jahre die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Anpassung ihrer Gesundheitssysteme an den Klimawandel überprüft.
Darüber hinaus fordert die Kommission, die WHO solle ihre Regularien so anpassen, dass sie auch bei starken Hitzewellen oder anderen klimabedingten Gesundheitsgefahren einen Notstand ausrufen kann. Dies solle koordinierte Gegenmaßnahmen erleichtern. Bisher seien die Regelungen vor allem auf zeitlich begrenzte Epidemien ausgerichtet; langfristige klimabedingte Gesundheitsgefahren würden dadurch nicht ausreichend abgedeckt.
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Ebola-Virus im Kongo – Warken: Deutschland zur Unterstützung bereit

Deutschland ist nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereit, der Demokratischen Republik Kongo beim Kampf gegen das Ebola-Virus zu helfen. Zwar gebe es noch kein offizielles Ersuchen des Landes, „aber wir wären auf jeden Fall vorbereitet“, sagte Warken am Montag dem Sender rbb.
Das Robert-Koch-Institut stehe ebenso zur Hilfe bereit wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.
„Dort könnten zum Beispiel mobile Labore gestellt werden, die dann vor Ort eingesetzt werden“, sagte Warken. Das gelte ebenso für geschultes Personal, das „Unterstützung in der Kommunikation darüber, wie man sich vor Ansteckung schützen kann“, leisten könne.
„Wir stehen auf jeden Fall bereit“, betonte die Ministerin. Sie äußerte die Erwartung, dass es in den nächsten Tagen ein Ersuchen um Unterstützung geben könnte.

Bislang 88 Tote

In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben bislang mindestens 88 Menschen an der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gestorben. Von dem Krankheitsausbruch betroffen ist auch das benachbarte Uganda. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Warnstufe.
Warken bezeichnete die Gefahr einer weltweiten Ebola-Pandemie am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“ als „nahezu ausgeschlossen“.
Die von der WHO ausgerufene internationale Gesundheitsnotlage diene vor allem dazu, die Behörden vor Ort zu unterstützen. Für Deutschland sieht die Ministerin derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist als äußerst gering einzuschätzen“, betonte Warken,
Der Ebola-Ausbruch der Demokratischen Republik Kongo wird wie der Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff die Debatten bei der Weltgesundheitsversammlung bestimmen. Das wichtigste Entscheidungsgremium der WHO kommt am Montag in Genf zu einer einwöchigen Sitzung zusammen, an der auch Warken teilnimmt. Am Sonntag traf sie in Genf bereits WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (afp/red)
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Ebola-Virus – Warken: Deutschland zur Unterstützung im Kongo bereit

Deutschland ist nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereit, der Demokratischen Republik Kongo beim Kampf gegen das Ebola-Virus zu helfen. Zwar gebe es noch kein offizielles Ersuchen des Landes, „aber wir wären auf jeden Fall vorbereitet“, sagte Warken am Montag dem Sender rbb.
Das Robert-Koch-Institut stehe ebenso zur Hilfe bereit wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.
„Dort könnten zum Beispiel mobile Labore gestellt werden, die dann vor Ort eingesetzt werden“, sagte Warken. Das gelte ebenso für geschultes Personal, das „Unterstützung in der Kommunikation darüber, wie man sich vor Ansteckung schützen kann“, leisten könne.
„Wir stehen auf jeden Fall bereit“, betonte die Ministerin. Sie äußerte die Erwartung, dass es in den nächsten Tagen ein Ersuchen um Unterstützung geben könnte.

Bislang 88 Tote

In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben bislang mindestens 88 Menschen an der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gestorben. Von dem Krankheitsausbruch betroffen ist auch das benachbarte Uganda. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Warnstufe.
Warken bezeichnete die Gefahr einer weltweiten Ebola-Pandemie am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“ als „nahezu ausgeschlossen“.
Die von der WHO ausgerufene internationale Gesundheitsnotlage diene vor allem dazu, die Behörden vor Ort zu unterstützen. Für Deutschland sieht die Ministerin derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist als äußerst gering einzuschätzen“, betonte Warken,
Der Ebola-Ausbruch der Demokratischen Republik Kongo wird wie der Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff die Debatten bei der Weltgesundheitsversammlung bestimmen. Das wichtigste Entscheidungsgremium der WHO kommt am Montag in Genf zu einer einwöchigen Sitzung zusammen, an der auch Warken teilnimmt. Am Sonntag traf sie in Genf bereits WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (afp/red)