Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah.
Der Mond von einem Wolkenhügel Sah kläglich aus dem Duft hervor, Die Winde schwangen leise Flügel, Umsausten schauerlich mein Ohr; Die Nacht schuf tausend Ungeheuer, Doch frisch und fröhlich war mein Mut: In meinen Adern welches Feuer! In meinem Herzen welche Glut!
Dich sah ich, und die milde Freude Floß von dem süßen Blick auf mich; Ganz war mein Herz an deiner Seite Und jeder Atemzug für dich. Ein rosenfarbnes Frühlingswetter Umgab das liebliche Gesicht, Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter! Ich hofft es, ich verdient es nicht!
Doch ach, schon mit der Morgensonne Verengt der Abschied mir das Herz: In deinen Küssen welche Wonne! In deinem Auge welcher Schmerz! Ich ging, du standst und sahst zur Erden, Und sahst mir nach mit nassem Blick: Und doch, welch Glück, geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück!
Die US-amerikanische Schauspielerin Hayden Panettiere am 6. März 2023 in New York City. - Foto: ANGELA WEISS/AFP via Getty Images
Die US-Schauspielerin und frühere Verlobte von Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko, Hayden Panettiere („Scream 4“, „Heroes“ und „Nashville“), ist im Alter von 36 Jahren gestorben. Das berichteten die US-Sender ABC und Fox News sowie andere US-Medien unter Berufung auf eine Mitteilung ihres Sprechers. Die Umstände ihres Todes waren zunächst nicht bekannt.
„Mit tiefer Trauer geben wir den tragischen Tod unserer geliebten Hayden bekannt“, zitierten ABC und andere Medien aus der Mitteilung. „Sie war ein unglaubliches Licht und eine Naturgewalt, die allen, die sie kannten – und den Millionen, die sie auf der Leinwand sahen -, unermessliche Liebe und Freude schenkte.“
Buch über postnatale Depression und Alkoholsucht
Panettiere, die in den USA als Kinderstar begann und auf eine lange Karriere sowohl im Fernsehen als auch im Film zurückblicken konnte, bleibe vor allem durch ihre Rollen als Claire Bennet in der Erfolgsserie „Heroes“ und als Juliette Barnes in der Musical-Serie „Nashville“ in Erinnerung, schrieb ABC. In Deutschland war sie auch für ihre Beziehung zum früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko bekannt, mit dem sie eine Tochter hat.
Im Mai hatte Panettiere eine Biografie herausgebracht. In dem Buch namens „This Is Me“ schrieb sie unter anderem über eine postnatale Depression nach der Geburt ihrer Tochter und eine Alkoholsucht. In einem Post auf Instagram dazu, der auch auf dem Profil der Schauspielerin zu finden ist, wird sie mit Bezug auf Alkohol zitiert: „In dem Moment, als ich dieses Brennen spürte, war die Angst, die ich seit der Geburt meiner Tochter verspürt hatte, verschwunden.“ Schon 2015 hatte Panettiere bekanntgegeben, sich wegen einer Wochenbettdepression in ein Behandlungszentrum begeben zu haben. (dpa/red)
Die deutschen Erdgasspeicher verfügen über die größten Speicherkapazitäten in der EU. - Foto: akiyoko/iStock
In Kürze:
Deutschlands Gasspeicherstand ist mit aktuell knapp 50 Prozent auf extrem niedrigem Niveau für Mitte August.
Warnende Worte kommen vom Gasspeicherverband INES.
Der Gasspeicherbetreiber VNG zeigt sich hingegen optimistisch.
Eine Reichweitenprognose zeigt leere Speicher in der ersten Märzhälfte 2027.
Die deutschen Gasspeicher weisen einen durchschnittlichen Füllstand von rund 49,7 Prozent (Stand: 15. August 2026) vor. Die Speicher der gesamten Europäischen Union sind zu 60,8 Prozent gefüllt.
Das ist so niedrig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt im Jahr seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2011. In Deutschland ist der aktuelle Füllstand damit 16,4 Prozentpunkte niedriger als zum Vorjahreszeitpunkt.
Die Entwicklung des durchschnittlichen Füllstands der deutschen Gasspeicher.
Deswegen und angesichts der sich fortsetzenden Sperrung der Straße von Hormus warnte nun der Gasspeicherverband Initiative Energien Speichern (INES) vor einem Engpass im kommenden Winter. Deutschland steuere aktuell auf erhebliche Risiken in der Gasversorgung zu, sagte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
Die Einspeicherung dauert voraussichtlich nur noch wenige Wochen. Im vergangenen Jahr war der herbstliche Hochpunkt des mittleren Speicherfüllstandes Ende September erreicht. Mit sinkenden Temperaturen im Herbst und dem Beginn der Heizsaison erhöht sich der Gasbedarf erheblich.
Demnach ist es fraglich, ob die Füllstände in diesem Herbst die 60-Prozent-Marke erreichen. Üblich seien laut Heinermann mehr als 90 Prozent zum Start der kalten Jahreszeit.
Selbst wenn die Speicher auf rund 78 Prozent vor dem Winter gefüllt werden, reichten die Reserven bei einem kalten Winter nur bis Anfang Februar, sagte Heinermann. Im Extremfall müsse die Bundesnetzagentur behördlich über die Zuteilung knapper Mengen entscheiden, um die Versorgung von Haushaltskunden abzusichern.
Preise auf hohem Niveau
Als Kernproblem sieht der INES-Geschäftsführer die momentan fehlenden wirtschaftlichen Anreize zur Einspeicherung. Durch die Sperrung der Straße von Hormus ist das Gasangebot auf dem Weltmarkt gesunken, was die Gaspreise stark ansteigen ließ. Aktuell liegt der Preis am niederländischen TTF-Markt bei rund 61,4 Euro pro Megawattstunde (€/MWh). Vor Beginn des Irankrieges lag der Preis noch im Bereich von 30 €/MWh.
Gleichzeitig liegen die Preise für Gaslieferungen im kommenden Winter derzeit leicht unter den aktuellen Einkaufspreisen. Richtet sich der Blick allein auf die Großhandelspreise, dann bestünden keine wirtschaftlichen Anreize, für den Winter Gas zu speichern.
Im Gegenteil: Das Preisgefüge setze Anreize, jetzt vor dem Winter Gas auszuspeichern, sagte Heinermann. Das bedeute, dass jetzt ein Anreiz bestehe, Gas lieber zu verkaufen, als Versorgungssicherheit im kommenden Winter zu gewährleisten. Heinermann fordert daher eine zügige Reform, die das Einspeichern wirtschaftlich attraktiver macht und die Speichernutzer stärker auf Versorgungssicherheit ausrichtet.
Die Lage hat zuletzt Deutschlands Gasimportrate entsprechend sinken lassen. Während die Speicherbetreiber bis Anfang Mai noch meist stabil über 3.000 Gigawattstunden pro Tag (GWh/Tag) importierten, sind es inzwischen nur noch rund 2.300 GWh/Tag. Abzüglich rund 600 GWh/Tag an Gasexporten liegen die Nettoimporte aktuell bei rund 1.700 GWh/Tag.
Die tägliche Menge an Gasimporten in Deutschland vom 1. April bis zum 15. August 2026 in Gigawattstunden.
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wäre es höchst problematisch, wenn Industriekunden nicht mehr auf eine verlässliche und bezahlbare Gasversorgung auch im Winter vertrauen könnten, so der INES-Geschäftsführer. Das könnte die Abwanderung von Unternehmen in Deutschland weiter beschleunigen.
Weitaus optimistischer zeigt sich der Gasspeicherbetreiber VNG. Der Unternehmensverbund für Gas und Gasinfrastruktur mit Hauptsitz in Leipzig setzt sich aus mehr als 20 Gesellschaften in Deutschland und Europa zusammen. Stephan Haupt, VNG-Geschäftsführer für Handel und Vertrieb, teilte kürzlich mit:
„Das schaffen wir – noch. Also für die mitteldeutschen Speicher mit den hohen Leistungskennzahlen haben wir noch ein bisschen Zeit, in die Befüllung zu gehen.“
Allerdings bereite ihm der Blick auf den gesamtdeutschen Speichermarkt etwas Sorgen. „Weil wir da auch ziemlich große Speicher in Niedersachsen und Bayern haben, die deutlich langsamer und deutlich leerer in der Befüllungsleistung sind als die Speicher, die wir in Mitteldeutschland haben“, sagte Haupt. Dennoch schließt er einen Versorgungsengpass aus.
Auch die Bundesnetzagentur gibt in ihrer aktuellen Lagebewertung an, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Sie sieht derzeit keinen Anlass für eine Warnung vor einem Engpass im Winter. Zur Entwicklung der Einspeicherung hat zuletzt nur Klaus Müller, Chef der Energiebehörde, am 27. Juni auf X über das Erreichen der 40-Prozent-Marke informiert. In der Vergangenheit verwies die Behörde stets auf die kurzfristig verfügbaren Flüssiggaskapazitäten auf dem Weltmarkt als Sicherheit.
Wie sich der Füllstand der Gasspeicher in den kommenden Monaten auf Grundlage der aktuellen Gegebenheiten entwickeln könnte, zeigt die Reichweitenprognose des Portals „Gasspeicher Dashboard“.
Relevant für die Entwicklung der Füllstände ist einerseits die Außentemperatur. Je niedriger die Temperaturen, desto mehr Gas verbrauchen die Gaskunden. Die Speicher leeren sich dann schneller. Ebenso beeinflusst die bereits erwähnte Nettoimportrate den Füllstand. Je höher sie ist, umso stärker füllen oder umso weniger entleeren sich die Speicher.
Gibt man diese Parameter entsprechend den aktuellen und zum Vorjahr vergleichbaren Daten ein, ergibt die Prognose einen Wende- oder Hochpunkt von 57 Prozent um den 25. Oktober 2026. Dann beginnen die Speicher sich langsam wieder zu entleeren. Zum 1. November liegt der Füllstand demnach noch bei 56,7 Prozent, rund 23 Prozentpunkte unter der Füllstandsvorgabe der Bundesnetzagentur.
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Die Reichweitenprognose des Gasspeicher Dashboards zeigt mit aktualisierten und zum Vorjahr vergleichbaren Daten leere Speicher ab März 2027.
Der Füllstand würde laut der Prognose am 23. Januar 2027 die 20-Prozent-Marke unterschreiten. Je niedriger der Füllstand ab diesem Niveau ist, umso weniger Gas können die Betreiber den Speichern physisch entnehmen.
In diesem Szenario wären die Speicher schließlich vom 11. März bis 5. April 2027 vollständig entleert – bei einem normalen Winter und sofern die Bundesregierung keine rechtzeitigen Notfallmaßnahmen einleiten würde. Es ist jedoch zu erwarten, dass das Ministerium frühzeitig die nötigen Hebel umlegt, um im Falle eines sich abzeichnenden Engpasses die Versorgungssicherheit über den kompletten Winter hindurch zu gewährleisten.
Die deutschen Erdgasspeicher verfügen über die größten Speicherkapazitäten in der EU. - Foto: akiyoko/iStock
In Kürze:
Deutschlands Gasspeicherstand ist mit aktuell knapp 50 Prozent auf extrem niedrigem Niveau für Mitte August.
Warnende Worte kommen vom Gasspeicherverband INES.
Der Gasspeicherbetreiber VNG zeigt sich hingegen optimistisch.
Eine Reichweitenprognose zeigt leere Speicher in der zweiten Februarhälfte 2027.
Die deutschen Gasspeicher weisen einen durchschnittlichen Füllstand von rund 49,4 Prozent (Stand: 16. August 2026) vor. Die Speicher der gesamten Europäischen Union sind zu 60,4 Prozent gefüllt.
Das ist so niedrig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt im Jahr seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2011. In Deutschland ist der aktuelle Füllstand damit 16,3 Prozentpunkte niedriger als zum Vorjahreszeitpunkt.
Die Entwicklung des durchschnittlichen Füllstands der deutschen Gasspeicher.
Deswegen und angesichts der sich fortsetzenden Sperrung der Straße von Hormus warnte nun der Gasspeicherverband Initiative Energien Speichern (INES) vor einem Engpass im kommenden Winter. Deutschland steuere aktuell auf erhebliche Risiken in der Gasversorgung zu, sagte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
Die Einspeicherung dauert voraussichtlich nur noch wenige Wochen. Im vergangenen Jahr war der herbstliche Hochpunkt des mittleren Speicherfüllstandes Ende September erreicht. Mit sinkenden Temperaturen im Herbst und dem Beginn der Heizsaison erhöht sich der Gasbedarf erheblich.
Demnach ist es fraglich, ob die Füllstände in diesem Herbst die 60-Prozent-Marke erreichen. Üblich seien laut Heinermann mehr als 90 Prozent zum Start der kalten Jahreszeit.
Selbst wenn die Speicher auf rund 78 Prozent vor dem Winter gefüllt werden, reichten die Reserven bei einem kalten Winter nur bis Anfang Februar, sagte Heinermann. Im Extremfall müsse die Bundesnetzagentur behördlich über die Zuteilung knapper Mengen entscheiden, um die Versorgung von Haushaltskunden abzusichern.
Preise auf hohem Niveau
Als Kernproblem sieht der INES-Geschäftsführer die momentan fehlenden wirtschaftlichen Anreize zur Einspeicherung. Durch die Sperrung der Straße von Hormus ist das Gasangebot auf dem Weltmarkt gesunken, was die Gaspreise stark ansteigen ließ. Aktuell liegt der Preis am niederländischen TTF-Markt bei rund 61,4 Euro pro Megawattstunde (€/MWh). Vor Beginn des Irankrieges lag der Preis noch im Bereich von 30 €/MWh.
Gleichzeitig liegen die Preise für Gaslieferungen im kommenden Winter derzeit leicht unter den aktuellen Einkaufspreisen. Richtet sich der Blick allein auf die Großhandelspreise, dann bestünden keine wirtschaftlichen Anreize, für den Winter Gas zu speichern.
Im Gegenteil: Das Preisgefüge setze Anreize, jetzt vor dem Winter Gas auszuspeichern, sagte Heinermann. Das bedeute, dass jetzt ein Anreiz bestehe, Gas lieber zu verkaufen, als Versorgungssicherheit im kommenden Winter zu gewährleisten. Heinermann fordert daher eine zügige Reform, die das Einspeichern wirtschaftlich attraktiver macht und die Speichernutzer stärker auf Versorgungssicherheit ausrichtet.
Die Lage hat zuletzt Deutschlands Gasimportrate entsprechend sinken lassen. Während die Speicherbetreiber bis Anfang Mai noch meist stabil über 3.000 Gigawattstunden pro Tag (GWh/Tag) importierten, sind es inzwischen nur noch rund 2.300 GWh/Tag. Abzüglich rund 600 GWh/Tag an Gasexporten liegen die Nettoimporte aktuell bei rund 1.700 GWh/Tag.
Die tägliche Menge an Gasimporten in Deutschland vom 1. April bis zum 15. August 2026 in Gigawattstunden.
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wäre es höchst problematisch, wenn Industriekunden nicht mehr auf eine verlässliche und bezahlbare Gasversorgung auch im Winter vertrauen könnten, so der INES-Geschäftsführer. Das könnte die Abwanderung von Unternehmen in Deutschland weiter beschleunigen.
Weitaus optimistischer zeigt sich der Gasspeicherbetreiber VNG. Der Unternehmensverbund für Gas und Gasinfrastruktur mit Hauptsitz in Leipzig setzt sich aus mehr als 20 Gesellschaften in Deutschland und Europa zusammen. Stephan Haupt, VNG-Geschäftsführer für Handel und Vertrieb, teilte kürzlich mit:
„Das schaffen wir – noch. Also für die mitteldeutschen Speicher mit den hohen Leistungskennzahlen haben wir noch ein bisschen Zeit, in die Befüllung zu gehen.“
Allerdings bereite ihm der Blick auf den gesamtdeutschen Speichermarkt etwas Sorgen. „Weil wir da auch ziemlich große Speicher in Niedersachsen und Bayern haben, die deutlich langsamer und deutlich leerer in der Befüllungsleistung sind als die Speicher, die wir in Mitteldeutschland haben“, sagte Haupt. Dennoch schließt er einen Versorgungsengpass aus.
Auch die Bundesnetzagentur gibt in ihrer aktuellen Lagebewertung an, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Sie sieht derzeit keinen Anlass für eine Warnung vor einem Engpass im Winter. Zur Entwicklung der Einspeicherung hat zuletzt nur Klaus Müller, Chef der Energiebehörde, am 27. Juni auf X über das Erreichen der 40-Prozent-Marke informiert. In der Vergangenheit verwies die Behörde stets auf die kurzfristig verfügbaren Flüssiggaskapazitäten auf dem Weltmarkt als Sicherheit.
Wie sich der Füllstand der Gasspeicher in den kommenden Monaten auf Grundlage der aktuellen Gegebenheiten entwickeln könnte, zeigt die Reichweitenprognose des Portals „Gasspeicher Dashboard“.
Relevant für die Entwicklung der Füllstände ist einerseits die Außentemperatur. Je niedriger die Temperaturen, desto mehr Gas verbrauchen die Gaskunden. Die Speicher leeren sich dann schneller. Ebenso beeinflusst die bereits erwähnte Nettoimportrate den Füllstand. Je höher sie ist, umso stärker füllen oder umso weniger entleeren sich die Speicher.
Gibt man diese Parameter entsprechend den aktuellen und zum Vorjahr vergleichbaren Daten ein, ergibt die Prognose einen Wende- oder Hochpunkt von 55,3 Prozent um den 10. Oktober 2026. Dann beginnen die Speicher sich langsam wieder zu entleeren. Zum 1. November liegt der Füllstand demnach noch bei 54 Prozent, rund 26 Prozentpunkte unter der Füllstandsvorgabe der Bundesnetzagentur.
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Die Reichweitenprognose des Gasspeicher Dashboards zeigt mit aktualisierten und zum Vorjahr vergleichbaren Daten leere Speicher ab Februar 2027.
Der Füllstand würde laut der Prognose am 19. Januar 2027 die 20-Prozent-Marke unterschreiten. Je niedriger der Füllstand ab diesem Niveau ist, umso weniger Gas können die Betreiber den Speichern physisch entnehmen.
In diesem Szenario wären die Speicher schließlich vom 24. Februar bis Anfang April 2027 vollständig entleert – bei einem normalen Winter und sofern die Bundesregierung keine rechtzeitigen Notfallmaßnahmen einleiten würde. Es ist jedoch zu erwarten, dass das Ministerium frühzeitig die nötigen Hebel umlegt, um im Falle eines sich abzeichnenden Engpasses die Versorgungssicherheit über den kompletten Winter hindurch zu gewährleisten.
Der südkoranische Zerstörer „Yulgok Yi I“ (r), die „USS Benfold“ (m) der US-Marine und die „JS Atago“ (l) der japanischen Seestreitkräfte während einer gemeinsamen Marineübung in internationalen Gewässern am 17. April 2023 an einem nicht genannten Ort. - Foto: Südkoreanisches Verteidigungsministerium via Getty Images
In Kürze:
Trump ordnet eine Reduzierung gemeinsamer Militärübungen mit Südkorea an
Die Kosten seien zu hoch
Die Übungen sollten elf Tage dauern und 18.000 südkoreanische Soldaten umfassen
Präsident Donald Trump wies das Pentagon am 16. August an, die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea einzuschränken.
„Angesichts meiner sehr guten Beziehung zu Kim Jong Un aus Nordkorea bin ich nicht glücklich darüber, dass die Vereinigten Staaten schon vor langer Zeit zugestimmt haben, an gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea teilzunehmen“, schrieb Trump am Sonntag in einem Beitrag auf Truth Social.
Trump hob die Kosten der Übungen hervor und deutete an, dass sie ein falsches Signal an Nordkorea senden würden.
Kritik: Militärübungen mit Südkorea teuer und unangemessen
„Diese Manöver sind nicht nur kostspielig – wobei ein Großteil dieser Kosten (wie üblich!) von den USA getragen wird –, sondern senden auch ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an ein Land, das sich, solange Donald J. Trump Präsident ist, nicht bedrohlich und respektvoll verhalten hat“, fügte Trump hinzu.
Der Präsident wollte die gemeinsamen Militärmanöver zunächst absagen, erklärte jedoch, es sei bereits zu spät. Daher wies er Kriegsminister Pete Hegseth an, deren Umfang zu reduzieren.
Im selben Beitrag äußerte Trump seine Frustration darüber, dass der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung sich geweigert habe, den USA während des Krieges im Iran zu helfen, der am 28. Februar begann.
„Auch wenn das zwar direkt nichts damit zu tun hat (?), habe ich kürzlich den Präsidenten Südkoreas gefragt, ob sie sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen möchten, und sie sagten: ‚Nein, danke!‘“, schrieb Trump.
Es wurde erwartet, dass die Übungen elf Tage dauern und 18.000 südkoreanische Soldaten umfassen, um sich auf eine mögliche zukünftige Bedrohung durch Nordkorea vorzubereiten.
Geplant waren unter anderem eine Schießübung mit scharfer Munition zum Testen der gemeinsamen Präzisionszielerfassung und Manövrierfähigkeit, die Überquerung eines Gewässers sowie die Verteilung militärischer Ausrüstung.
Trump und Kim trafen sich bereits 2019
Einen Tag bevor Trump die reduzierten Manöver bekanntgab, veröffentlichte er ein Bild, auf dem er neben dem nordkoreanischen Staatschef zu sehen ist, als sie sich im Juni 2019 in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea trafen.
„Trotz des unfreundlichen Blicks auf diesem speziellen Bild gibt es viele, auf denen wir lächeln – Kim Jong Un und ich verstehen uns SUPER!“, schrieb er am 15. August in seinem Beitrag auf Truth Social.
Bei dem Treffen, das während Trumps erster Amtszeit stattfand, betrat der Präsident auf Einladung von Kim die nordkoreanische Seite der Zone und war damit der erste amtierende US-Präsident, der das Land betrat.
Trump traf den nordkoreanischen Staatschef während seiner ersten Amtszeit dreimal und erwähnte häufig seine „wunderschönen“ Briefe.
Auf Bauherren könnten steigende Kosten zukommen, da mit dem Niedrigwasser Transporte teurer werden. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein und an anderen Flüssen hat Folgen auch für Bauherren. Da Transportschiffe deutlich weniger laden können, verzögern sich Lieferungen für die Baubranche, während die ohnehin hohen Materialpreise nochmals Auftrieb bekommen.
„Wir sehen etwa, dass Transporte auf dem Wasser zunehmend schwieriger werden. Das führt auch zu Problemen beim Bau von Mehrfamilienhäusern oder Schulen, da Lieferzeiten sich verlängern“, sagte der Präsident des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. „Sand und Kies, die sonst oft per Schiff in großen Mengen zu den Betonwerken gelangen, werden knapper und somit teurer.“
Noch sei der Preisanstieg eher überschaubar, aber Baumaterialien und insbesondere Transporte hätten sich in den vergangenen Jahren schon stark verteuert. „Wir erleben mit dem Niedrigwasser den dritten Preisanstieg innerhalb weniger Jahre nach der Energiekrise im Ukrainekrieg und dem Iran-Konflikt“, sagte Reimann. „Und erfahrungsgemäß bleiben viele Preisanhebungen dauerhaft.“
Lieferung per Schiff nur schwer ersetzbar
Auch der Bauindustrieverband HDB warnt vor den Folgen des Niedrigwassers. „Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall, dass die Situation noch länger anhält, wovon derzeit auszugehen ist.“ Wegen der niedrigen Wasserstände schrumpften die Transportkapazitäten für wichtige Güter am Bau, die in großen Mengen per Schiff transportiert werden – darunter Bitumen, Split und Natursteine, aber auch Brenn- und Kraftstoffe sowie mineralische Bauabfälle.
„Im Extremfall werden zusätzliche Schiffe benötigt oder Transporte müssen teilweise doch auf Schiene und Straße verlagert werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller der dpa. Das sei aber nur begrenzt möglich und meist deutlich teurer. „Für Bauprojekte kann das zu höheren Material- und Logistikkosten sowie im ungünstigsten Fall zu Verzögerungen im Bauablauf führen.“ So sei der Preis für Bitumen nochmals gestiegen, nachdem das Bindemittel für Asphalt schon mit dem Iran-Krieg teurer geworden war.
Müller erwartet zwar nicht flächendeckend Stillstand auf Baustellen, doch das Risiko für Engpässe, höhere Logistikkosten und Verzögerungen steige, je länger das Niedrigwasser dauere.
Der Anstieg der Baukosten, der sich dem Statistischen Bundesamt zufolge dieses Jahr beschleunigte, ist ein wichtiger Grund, warum gerade der Wohnungsbau stockt. Geschätzt fehlen rund eine Million Wohnungen in Deutschland, was die Mieten besonders in Städten steigen lässt. Die Baukosten seien auf ein „unsägliches Niveau“ gestiegen, kritisierte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) unlängst in Frankfurt und kündigte mehrere Gegenmaßnahmen an.
Mehr Recycling-Baustoffe als Chance?
Reimann, der selbst Bauunternehmer ist, sieht mehr Nachhaltigkeit am Bau als Chance, um auf gestiegene Preise auch wegen des Niedrigwassers zu reagieren. Schon jetzt rechneten sich viele Bauprojekte wegen der gestiegenen Zinsen und teuren Materialien kaum noch. „Eine Lösung wäre, auf den teuren Abriss von Gebäuden zu verzichten, sondern die Hülle stehenzulassen.“ Zudem müssten mehr leere Büros in Wohnraum umgewandelt und mehr recycelte Baustoffe verwendet werden.
Dem stünden aber rechtliche Hürden entgegen. „So lange wir in Deutschland recycelte Baustoffe, etwa aus Bauschutt, als Abfall klassifizieren, werden wir keinen Bauherren überzeugen können, diese in sein Haus einzubauen“. Auch gebe es Betonarten, bei denen Recycling-Material beigemischt werde, doch die Nachfrage sei gering. Die öffentliche Hand müsse mit mehr Ausschreibungen für Recycling-Baustoffe vorangehen, meint Reimann. „Die Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur sind hier eine große Chance.“
Hohe rechtliche Hürden
HDB-Hauptgeschäftsführer Müller sieht nachhaltiges Bauen als wichtigen Hebel, um die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Für die großen Aufgaben wie Wohnraum, Infrastruktur und Energiewende reichten Recycling-Baustoffe aber bei weitem nicht aus. „Darüber hinaus ist es oft die öffentliche Hand, die die Verwendung von Recycling-Baustoffen in ihren Ausschreibungen explizit ausschließt.“
Zudem könnten auch Recycling-Baustoffe wegen des Niedrigwassers derzeit nur teurer und schwieriger befördert werden. Mehr Nachhaltigkeit sei daher keine kurzfristige Antwort auf die aktuellen Probleme. Müller fordert, Engstellen im Mittelrhein müssten endlich gezielt beseitigt werden. Die sogenannte Abladeoptimierung könne extremes Niedrigwasser nicht verhindern. „Sie könnte aber die Transportkapazität und Planbarkeit der Binnenschifffahrt bei niedrigen und mittleren Wasserständen spürbar verbessern.“ (dpa/red)
AfD-Logo (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Tobias Korenke, Großneffe der von den Nationalsozialisten ermordeten Widerstandskämpfer Dietrich und Klaus Bonhoeffer, nimmt nach dem Eklat bei einer Gedenkfeier für Widerstandskämpfer die Einladung der AfD-Bundestagsfraktion an – und kündigt dabei eine klare Konfrontation an.
„Ich nehme diese Einladung hiermit gerne an, um die Motivation für mein Handeln zu erklären“, sagte Korenke dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Frankfurter Rundschau“. „Ich finde, es spricht nie etwas gegen einen Austausch auch mit politischen Gegnern. Ich werde offen in das Gespräch gehen.“
Die AfD-Bundestagsfraktion hatte Korenke öffentlich zu einem Gespräch über Programm und Ziele der Partei eingeladen, nachdem er bei der Gedenkfeier der Bundesregierung zum Widerstand gegen das NS-Regime vom 20. Juli im Berliner Bendlerblock versucht hatte, den Kranz der AfD-Fraktion zu entfernen. Die Aktion löste bundesweit ein großes Echo aus.
Gesprächsthemen
Korenke macht deutlich, welche Themen er in dem Gespräch ansprechen will: „Ich werde ganz sicher kritisieren, wie die AfD mit dem Erbe der beiden deutschen Diktaturen umgeht und wie sie die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert.“
Er werde auch sagen, was er davon halte, dass die AfD einen sogenannten „Schuldkult“ beklage. „Angeblich behindert dieser `Schuldkult` – übrigens ein rechtsextremistischer Kampfbegriff – die Identitätsbildung in unserem Land.“
Ob er allein oder gemeinsam mit anderen Mitgliedern der „Stiftung 20. Juli 1944“ an dem Treffen teilnehmen werde, sei noch offen. „Jetzt warte ich erst mal auf die konkrete Einladung der AfD, und dann werden wir das entscheiden“, sagte Korenke.
Seinen Protest bei der Gedenkfeier beschreibt er rückblickend als spontane Reaktion: „Meine Aktion war ja Ausdruck einer Übelkeit, die mich überfiel, als ich den AfD-Kranz bei dieser Feier plötzlich sah.“ Er könne es nicht ertragen, dass die AfD die Widerstandskämpfer für ihre Zwecke instrumentalisiere. (dts/red)
SPD lehnt Priens Plan zur Kürzung des Unterhaltsvorschusses ab
Die SPD will säumige Unterhaltspflichtige stärker belangen und lehnt die geplante Absenkung der Altersgrenze für Unterhaltsvorschuss von 18 auf 16 Jahre ab. Vorgesehen sind effizientere Rückgriffe, längere Verjährungsfristen, Schufa-Meldungen und ein schärferes Strafrecht. Hintergrund seien seit zehn Jahren fast vervierfachte Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss.
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HEUTE5:55 Uhr
CDU kritisiert Ausladung aus TV-Duell im NDR
Die CDU kritisiert, dass Spitzenkandidat Daniel Peters nicht an der TV-Debatte zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen soll. NDR, RTL und ntv verwarfen die zunächst geplanten Viererrunden zugunsten eines Duells zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Die SPD weist politische Einflussnahme zurück.
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HEUTE4:44 Uhr
Waldbrand im Westerwald nahe Bonn unter Kontrolle
Ein Waldbrand bei Gebhardshain im Westerwald in Rheinland-Pfalz ist unter Kontrolle. Es waren rund zehn Hektar Fläche betroffen. Rund 300 Einsatzkräfte waren im Einsatz, vier Feuerwehrleute wurden verletzt, einer kam ins Krankenhaus. 20 evakuierte Familien konnten in ihre Häuser zurückkehren. Der Einsatz dürfte noch bis Montag andauern.
Der Kampf gegen die Flammenfront bereitet den Einsatzkräften große Mühe. - Foto: Thomas Banneyer/dpa
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt nicht mehr auf die deutsche Grenze vor. Leichter Regen, kein Wind und hohe Luftfeuchtigkeit spielten den Einsatzkräften in die Hände. „Das ist gut für uns“, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Einsatzleitstelle in Kalterherberg, einem Stadtteil von Monschau. Es handelt sich mit rund 3.000 Hektar Fläche um den größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens.
Bewohner mussten Häuser am Abend verlassen
Das Feuer war bis 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt. Zudem war zeitweise befürchtet worden, dass der Wind auffrischt, sich zusätzlich ungünstig dreht und die Flammen Richtung Deutschland treibt. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren am Sonntagabend gegen 22 Uhr evakuiert worden.
Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können: „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.“
Gegen 16 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Der Einsatz sei bereits vorbereitet gewesen. „Wir beobachten das Feuer schon seit Freitag.“
Applaus für Einsatzkräfte
Im Minutentakt rauschten in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen, der mal stärker aufleuchtete und dann wieder schwächer wurde und zeitweise gar nicht mehr zu sehen war.
Die Feuerwehr wässert Wiesen vor Wohnbebauung.
Foto: Thomas Banneyer/dpa
Der Kampf gegen die Flammen werde die ganze Nacht fortgesetzt. „Wir ziehen durch“, sagte Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Auf einem Garagendach beobachteten Schaulustige das Geschehen und applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.
Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks aufgefüllt für die Löschfahrzeuge, die die Flammen direkt bekämpfen. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden.
Von der angeordneten Evakuierung mehrerer Straßenzüge in Kalterherberg sind nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 30 Menschen in 17 Häusern betroffen. Nicht nur das Feuer, auch der Rauch sei gesundheitsgefährdend. In einer Schule in Simmerath wurde eine Notunterkunft für Betroffene eingerichtet.
Waldbrand in Belgien
Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.
Blick auf verbrannte Vegetation und verbrannten Waldboden bei Sourbrodt in Belgien. Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen.
Foto: Thomas Banneyer/dpa
Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite der Monschauer Feuerwehrsprecher: „Das wird eine wochenlange Aktion werden.“ (dpa/red)
Trotz gelockerter Sonntagsfahrverbote: Nur leicht höheres Lkw-Aufkommen in NRW, in Bayern kaum Veränderung. (Symbolfoto) - Foto: Soeren Stache/dpa
Die in vielen Bundesländern gelockerten oder temporär aufgehobenen Sonntagsfahrverbote für Lkw haben bislang kaum zu mehr Verkehr geführt.
„Die zusätzlichen Möglichkeiten werden grundsätzlich genutzt, allerdings offenbar in überschaubarem Umfang“, sagte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), der „Rheinischen Post“ (Dienstag).
Unterschiedliche Entwicklung in den Bundesländern
Demnach wurde etwa in Nordrhein-Westfalen ein leicht höheres Lkw-Aufkommen festgestellt, in Bayern aber habe es am vergangenen Wochenende kaum mehr Lkw-Verkehr gegeben.
„Von einem flächendeckend erheblich höheren Lkw-Aufkommen können wir nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht sprechen“, sagte Engelhardt.“
Skepsis bei Unternehmen und Fahrern
„Bei vielen Unternehmen und Fahrern stößt die Vorstellung, nun zusätzlich sonntags Transporte zu übernehmen, durchaus auf Skepsis“, erläuterte der Branchenvertreter. Durch die befristete Aufhebung entstünden überdies „weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche gesetzliche Lenkzeiten“.
Die Sonn- und Feiertagsfahrverbote wurden gelockert, um den Problemen der Binnenschifffahrt wegen der niedrigen Pegelstände in den Wasserstraßen zu begegnen. (afp/red)
Johannes Liebmann prägte die EM. - Foto: Emma Da Silva/AP/dpa
Isabel Gose und Maya Werner stockten ihr beeindruckendes Medaillenkonto weiter auf, Olympiasieger Lukas Märtens freute sich über Bronze: Die deutschen Schwimmer haben einen starken Abschluss einer glänzenden Europameisterschaft in Paris gefeiert.
Angefeuert von Überflieger Johannes Liebmann, der als Zuschauer auf der Tribüne mitfieberte, und vor Tausenden enthusiastischen Sportfans gewann Gose ihre dritte Silbermedaille im EM-Becken. Werner wurde zum dritten Mal Dritte und Märtens holte im letzten Rennen doch noch die ersehnte Einzelmedaille.
„Dafür, dass ich heute früh mich kaum bewegen konnte, habe ich das gut durchgezogen“, sagte Märtens und lächelte. Sein Fazit: „Wir haben als Team einfach super abgerissen.“ Für Liebmann galt das ganz besonders.
Bilanz soll Schub Richtung Olympia geben
Der 19-Jährige, der zweimal Gold gewann und einen Fabel-Weltrekord über 1500 Meter Freistil aufstellte, überstrahlte die Titelkämpfe in der prächtigen Pariser Halle aus deutscher Sicht.
14 Medaillen holten die deutschen Beckenschwimmer in der französischen Hauptstadt – zweimal Gold, sechsmal Silber und sechsmal Bronze stehen in der Bilanz. Das kann sich sehen lassen und auch einen Effekt auf die Zukunft haben. „Der Schub soll natürlich Richtung LA gehen“, sagte Leistungssportdirektor Christian Hansmann mit Blick auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren in Los Angeles.
Wenn es in der kalifornischen Metropole um die wichtigsten Titel geht, wird Liebmann gerade mal 21 Jahre alt sein und noch mehr Erfahrung gesammelt haben. Die unvergesslichen Erlebnisse in der tosenden Schwimmhalle nimmt er jetzt aber erstmal mit in die Berg-Idylle. Liebmann geht nach seiner grandiosen EM nicht auf Partytour – er freut sich auf einen Wanderurlaub mit der Familie im Allgäu.
Liebmann hat dort viel zu verarbeiten. Seine Geschichte der Tage im Centre Aquatique Olympique liest sich wie ein Märchen: Gold über 1500 Meter Freistil mit Weltrekord, zuvor der Titel über 800 Meter Freistil mit Europarekord.
Der Norddeutsche hat bei seiner ersten Europameisterschaft der Elite auf der Langbahn erreicht, wovon fast alle seiner Kollegen eine ganze Karriere lang nur träumen können. Dass er jetzt erstmal raus aus dem Trubel und rein in die Natur will, passt zum neuen deutschen Schwimmstar.
Teamkollege nennt Liebmann „sehr schüchtern“ und „vorbildlich“
„Er ist ein sehr bodenständiger Junge, immer sehr gut gelaunt“, beschrieb Teamkollege Oliver Klemet. Der 24-Jährige gewann in Liebmanns Weltrekordrennen Bronze und wurde über 400 Meter Fünfter.
Im Freiwasser holte er zudem Gold und Bronze. „Auch wenn die Leistungen jetzt so sind, dass er der neue Superstar ist – wenn man das so sagen kann -, dann ist er immer noch wirklich sehr schüchtern“, sagte er über Liebmann und ergänzte: „vorbildlich“.
Superstar? So richtig ernst nehmen kann Liebmann die Bezeichnung für sich selbst nicht. „Wir bezeichnen uns gegenseitig als Superstars manchmal“, erklärte er lapidar. „Ich habe Riesenrespekt vor Oli, aber auch vor den ganzen anderen Großen. Die machen das echt super. Dass ich jetzt da irgendwie dran vorbeigekommen bin, kann ich immer noch nicht ganz fassen.“
„Gänsehaut“ bei Lukas Märtens
Liebmann kam nicht nur irgendwie dran vorbei. Mit seiner Zeit von 14:26,79 Minuten war er fast vier Sekunden schneller als der vorherige Rekordhalter, US-Amerikaner Bobby Finke.
Dass Liebmann auf seiner Nebenstrecke über 400 Meter Freistil am Sonntagmorgen im Vorlauf ausschied, störte ihn kaum. „Dadurch, dass gestern so unglaublich gut lief, habe ich heute Morgen auch mit wenig gerechnet“, sagte er nach einer Nacht mit wenig Schlaf.
Neben ihm prägten vor allem Gose mit dreimal Silber, Werner mit dreimal Bronze und Sven Schwarz mit Silber die Beckenrennen aus deutscher Sicht. Gose holte zudem zweimal Gold im Freiwasser.
Dass über 400 Meter zum dritten Mal nach den Rennen über die doppelte Distanz und über 1500 Meter die Italienerin Simona Quadarella schneller war als sie, nervte etwas. „Zweimal kann man verkraften, ein drittes Mal tut echt weh“, sagte Gose.
Ihr Ex-Freund Märtens verpasste ein Ziel. Hätte er den Titel über 400 Meter geholt, wäre er gleichzeitig Olympiasieger, aktueller Weltmeister, Europameister und Weltrekordhalter gewesen. Mit insgesamt dreimal Edelmetall war der 24-Jährige trotzdem zufrieden. Mit der Mixed-Staffel hatte er zuvor über 4×200 Meter Freistil Silber, mit den Männern über die gleiche Distanz Bronze gewonnen.
Wellbrock: „Das war kein Sport, das war Kunst“
Ob Märtens, Klemet oder auch Olympiasieger Florian Wellbrock: Liebmann betont immer wieder, wie gut ihm das Training mit seinen erfahrenen Kollegen tut. Mit 16 wechselte der Norddeutsche nach Magdeburg. Dort zieht er gecoacht von Bundestrainer Bernd Berkhahn seine Bahnen.
„Technisch habe ich mir viel von Flo abgeguckt, da bin ich auf einem sauberen Level“, sagte Liebmann über Wellbrock, der in Paris dreimal Gold im Freiwasser geholt hatte und mittlerweile im Urlaub in Kalifornien weilt.
Von dort schickte der 28-Jährige Glückwünsche und drückte via Instagram seine riesige Anerkennung aus. „Man weiß gar nicht, was man dazu sagen soll außer: WOW“, schrieb er. „Das war kein Sport, das war Kunst.“ Klemet sagte: „Das war ein perfektes Rennen.“ Wie geht Liebmann mit all dem Lob um?
Liebmann berichtet von Zweifeln
Dass er nun abhebt, scheint zumindest nicht zu befürchten. Der Jungstar trat in den Tagen von Paris so auf, wie ihn seine Schwimm-Kumpels beschreiben: bescheiden, demütig. Liebmann ist stolz auf das Erreichte, scheint aber weit weg von Selbstgefälligkeit oder Arroganz – im Gegenteil.
Der überragende Langstreckenschwimmer im Becken bei dieser EM erklärte nach seinem grandiosen 1500-Meter-Rennen: „Ein bisschen Zweifel hatte ich jetzt tatsächlich vor den Beckenwettkämpfen, weil ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich die letzten Wochen nicht so gut trainieren konnte.“ Trainer Berkhahn nahm Liebmann diese Zweifel. Auf den langen Strecken ist das Ausnahmetalent jetzt der Gejagte. (dpa/red)
Jared Kushner(Archivbild). - Foto: SAUL LOEB/AFP/Getty Images
Im Bemühen um die Umsetzung des US-Friedensplans für den Gazastreifen ist der US-Sondergesandte Jared Kushner mit führenden Vertretern der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas zusammengetroffen.
Bei dem Treffen in Ägypten am Sonntag forderte der Sondergesandte und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump die Hamas erneut zu einer überprüfbaren Entwaffnung auf, wie aus mit den Gesprächen vertrauten Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP verlautete.
Eine Rolle der Hamas bei einer künftigen Regierung des Gazastreifens schloss Kushner demnach weiter aus. Zudem habe er betont, dass der Gazastreifen „nie wieder eine Quelle des Terrors gegen Israel“ werden dürfe.
Die Hamas beteuerte den Angaben zufolge bei dem Treffen ihr Bekenntnis zu dem Friedensplan, der von Israel zurückgewiesen wird. Die Hamas, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird, wurde bei dem Treffen unter anderem durch ihren neuen Anführer Chalil al-Hajja vertreten.
Vertreter von acht mehrheitlich muslimischen Staaten verurteilten derweil die Zurückweisung des Gaza-Friedensplans durch Israel. In einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung kritisierten die Außenminister von Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Pakistan, Indonesien, Katar, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate „die von Israel erklärte Zurückweisung des Rahmenplans“ sowie eines Palästinenserstaats.
Sie warfen Israel vor, die Umsetzung des Plans sowie „die gemeinsamen Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden“ im Gazastreifen zu torpedieren. Die Likud-Partei des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu beschuldigte die Unterzeichner daraufhin, Netanjahu „zur Strecke bringen“ zu wollen.
Kushner traf am Sonntag auch den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zu Beratungen über den US-Plan für das Palästinensergebiet. Beide Politiker hätten dabei „die Notwendigkeit betont, dass alle Parteien ihren Verpflichtungen aus dem Waffenruhe-Abkommen nachkommen“, sagte ein Sprecher al-Sisis im Anschluss.
Zudem führte Trumps Sondergesandter Gespräche mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei sowie dem Gaza-Gesandten des vom US-Präsidenten ins Leben gerufenen „Friedensrats“, Nickolay Mladenov.
Der von Trump vorangetriebene Gaza-Friedensplan sieht vor, dass die islamistische Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, während sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollen die Verantwortung in dem Küstenstreifen übernehmen.
Während die Hamas dem Plan zugestimmt hat, erteilte ihm Israels Regierungschef Netanjahu kürzlich eine Absage. Er forderte die Vernichtung aller Waffen der Hamas vor einem israelischen Rückzug, nicht nur deren Abgabe.
Umfragen zufolge stößt der US-Plan bei Netanjahus rechter Wählerbasis auf breite Ablehnung. In rund zweieinhalb Monaten wird in Israel gewählt. Nach seinen Gesprächen in Ägypten am Sonntag sollte Kushner nach Israel weiterreisen und dort am Montag Netanjahu treffen.
Die Hamas hatte Ende Juli eingewilligt, in der nächsten Phase des Gaza-Friedensplans ihre Waffen an eine neue palästinensische Übergangsverwaltung im Gazastreifen zu übergeben. Trump hatte die Ankündigung als „großen Meilenstein“ begrüßt.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten bei ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1220 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel griff daraufhin massiv im Gazastreifen an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 70.000 Menschen getötet.
Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße vor. Nach palästinensischen Angaben wurden im Gazastreifen seitdem mindestens 1259 Menschen getötet.(afp/red)
Flammen in der Hochmoor- und Sumpflandschaft Hohe Venn - es liegt unweit der deutschen Grenze. - Foto: Christoph Reichwein/dpa
Bilder von verheerenden Waldbränden sind bisher weit weg gewesen. Große Feuer wüteten in den vergangenen Monaten etwa in Spanien und Frankreich. Doch plötzlich bangen auch in der Eifel in Nordrhein-Westfalen Tausende Menschen um ihr Zuhause, um ihre Heimat. Die Bedrohung ist quasi vor der Haustür angekommen.
Für Monschau, das idyllische Fachwerkstädtchen mit zahlreichen Touristen, wird ein Waldbrand im Hohen Venn zur Gefahr. Auf belgischer Seite tobt in dem Hochmoor ein riesiges Feuer und auch zieht auch auf die deutsche Seite.
Stunde für Stunde wird genau beobachtet, wie sich die Feuerwalze bewegt. Laut Eifelstadt sind es am Sonntagmittag noch weniger als zwei Kilometer bis zur deutschen Grenze.
Beißender Brandgeruch und gepackte Taschen
In Plattevenn, einem kleinen Fleckchen in Monschau, haben manche in der Nacht neben gepackten Koffern übernachtet. Bauernhöfe und das ein oder andere Haus stehen hier zwischen Feldern. Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner zwei weiterer Siedlungen gab es die Empfehlung, wegen der Rauchgase vorübergehend ihr Zuhause zu verlassen.
Die Stadt rät das später weiteren 5.000 Einwohnern, die ebenfalls in den Ortsteilen Mützenich und Kalterherbeg von beißendem Brandgeruch betroffen sind. Eine Evakuierung ordnet die Verwaltung aber zunächst nicht an. Trotzdem weiß niemand so recht, ob es dabei bleibt und wann die Bedrohung vorbei sein wird.
„Wir waren vorbereitet“, sagt ein verunsichertes Paar aus Plattevenn. Sie konnten zwar bleiben, aber die Anspannung nagt an ihnen. „Als wir aufgewacht sind am Morgen, haben wir einen großen Schrecken bekommen. Das Haus lag im Nebel. Wir dachten aber zuerst, es ist Rauch vom immer näher kommenden Waldbrand.“
Man hält zusammen, will keine Panik
Auch Angehörige, Freunde und Bekannte sind besorgt, wollen aber nicht in Panik verfallen. „Ich hatte meine Tasche gepackt, aber im Augenblick ist alles ganz normal. Mach Dir keine Sorgen“, beruhigt am Handy eine Frau ihren Gesprächspartner – und geht mit ihrem Hund spazieren, wie immer.
Die Menschen halten zusammen, erkundigen sich nach anderen. Die Unruhe wächst aber angesichts der anhaltenden Feuerfront und Brandentwicklung. Spaziergänger berichten einem dpa-Reporter in Plattevenn von einem Landwirt, dessen Hof sehr nah an der belgischen Grenze liegt. Er habe in der Nacht seinen Hof vorsorglich immer wieder mit Wasser bespritzt.
Hürtgenwald-Gey ist verschont – aber weit von Normalität entfernt
In Hürtgenwald spürt man dagegen ein Aufatmen. Der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen ist unter Kontrolle, wie Landrat Ralf Nolten (CDU) am Sonntagabend erklärte. Die Zahl der Einsatzkräfte kann deutlich reduziert werden. Auch die Zahl der Löschhubschrauber nimmt deutlich ab.
Am Samstagabend kehrten die ersten der rund 2.000 Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey in ihre Wohnungen und Häuser zurück, wie eine Sprecherin des Kreises schilderte. Am Sonntagmorgen waren nach Behördenangaben zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort.
Nicht alle, die in der Nacht eilig gehen mussten, waren zuversichtlich, dass sie ihre vier Wände jemals wieder heile sehen würden. Und tatsächlich war es wohl knapp – die Flammen näherten sich aus 250 Meter.
Annett und Dirk Conrad sind mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien aus einem Hotel in Düsseldorf zurück in Gey. Nachts um vier Uhr am Freitag kam der Alarm. „Hinten raus konnten wir die Flammen sehen, wie die über den Berg auf uns zukamen“, schildert das Paar rückblickend. Bis die Normalität zurückkehre, werde es noch dauern. „Aber wir sind dankbar, dass alles soweit gut gegangen ist.“
Das Feuer im Hürtgenwald wütete auf einer Fläche von 420 Fußballfeldern. Ein Großaufgebot von Hunderten Feuerwehrleuten, die nach zwölf Stunden jeweils von frischen Kräften aus ganz NRW abgewechselt werden, kämpfte tagelang dagegen an, ein Herkules-Auftrag.
Bis zu elf Hubschrauber mit Löschwasser waren gleichzeitig im Hürtgenwald im Einsatz. Bergepanzer der Bundeswehr zogen auch nachts Schneisen, damit sich das Feuer nicht noch weiter ausbreiten könnte. Landwirte karrten mit ihren Traktoren und großen Tanks immer wieder Löschwasser für den Einsatz heran.
Inzwischen wüten keine offenen Flammen mehr im Hürtgenwald, es geht noch um Glutnester. Den Großrand werden sie hier lange nicht vergessen. Auch die Hilfsbereitschaft nicht. Auf den Anfahrtswegen haben Anwohner Schilder aufgestellt als Dankeschön für die große Unterstützung. (dpa/red)
„Der Atem der Tiefe“, 2026, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 100 × 69,9 cm. - Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Seit mehr als 20 Jahren widmet sich der spanische Pastellmeister Rubén Belloso Adorna einer oft unterschätzten Kunstform: der Pastellmalerei, die für ihn das Beste aus Zeichnung und Malerei vereint.
Im Laufe dieser Jahre nahm Belloso Adorna den klassischen Weg eines traditionellen Künstlers: Er gewann Preise bei internationalen Kunstwettbewerben, stellte in Museen aus und präsentierte seine Werke neben denen bedeutender Pastellmaler wie des Franzosen Maurice Quentin de La Tour (1704–1788), der als „Fürst der Pastellmaler“ bekannt war.
Nicht selten werden die magischen Pastellbilder von Belloso Adorna fälschlicherweise für Ölgemälde gehalten. Dennoch ist er fest entschlossen, die einst hochgeschätzte Kunst der Pastellmalerei wiederzubeleben – mit großem Erfolg.
Seine Werke finden weltweit Anerkennung. Belloso Adorna hat bereits in weiten Teilen Europas ausgestellt und seine Arbeiten befinden sich zudem in privaten Kunstsammlungen in den USA, Europa, Asien und Afrika.
Die Liebe zum Pastell
Der Pastellmaler Rubén Belloso Adorna bei der Arbeit an seinem Werk „Der Atem der Tiefe“ in seinem Atelier in Sevilla, Spanien.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Im Jahr 2003, im Alter von 17 Jahren, entdeckte Belloso Adorna seine Liebe zur Pastellmalerei. Sein erstes Pastellporträt zeigte Gollum.
Obgleich seine ersten Versuche katastrophal waren, trieb ihn seine Leidenschaft für Pastellfarben an, nicht aufzugeben und sich das Malen selbst beizubringen.
Belloso Adorna gibt sowohl in seiner Heimatstadt Sevilla als auch in ganz Europa Meisterkurse in Pastellmalerei. Dabei möchte er auch andere für seine Leidenschaft für dieses bislang wenig genutzte Medium begeistern. Gemeinsam mit befreundeten italienischen Pastellkünstlern gründete er 2014 die Vereinigung italienischer Pastellmaler.
Noch während er 2015 sein Kunststudium abschloss, lud ihn die renommierte französische Gesellschaft für Pastellmalerei als Ehrengast ein. Zwei Jahre später wurde Belloso Adorna als erster lebender Künstler mit einer Einzelausstellung im Musée Antoine Lécuyer im französischen Saint-Quentin gewürdigt.
2025 nahm das Museum sein Marienporträt in seine Sammlung auf. Es zeigt nicht die junge Mutter, wie sie in der christlichen Kunst häufig dargestellt wird, sondern eine reife Maria mit warm getönter, vom Leben gezeichneter Haut und einem erdbraunen Schleier.
Rubéns Kunst schließt den Kreis – wie ein Ring
Rubén Belloso Adorna lässt sich von zahlreichen großen Künstlern inspirieren. Er bewundert die dramatische Bildsprache Caravaggios, Norman Rockwells eindrucksvolle Erzählkunst und ausdrucksstarke Figuren, Rembrandts meisterhafte Darstellung von Gesten und seinen feinen Blick für das Spiel des Lichts sowie William Bouguereaus Fähigkeit, den menschlichen Körper mit naturalistischer Eleganz wiederzugeben.
Im vergangenen Jahr arbeitete er sieben Monate lang an der Nachschöpfung eines Werks, das er für eines der großen Meisterstücke der Historienmalerei hält: Bouguereaus „Die Geburt der Venus“.
Oft gewähren Belloso Adornas lebensechte Gemälde einen Einblick in einen griechischen Mythos, eine biblische Erzählung oder ein fernes Märchen. Viele seiner ätherischen Kompositionen finden ihren Ursprung in seinem Alltag wieder. Eine Idee kann ihm ebenso leicht bei einem Besuch in einer Kunstausstellung oder in der Kostümwerkstatt eines Theaters kommen wie bei einem Spaziergang oder beim Anschauen eines Films. Im September 2025 wurde er inspiriert, als er die San Diego Comic-Con Málaga besuchte, eine Convention zur Popkultur. Es war das erste Mal, dass er eine solche Veranstaltung besuchte, und er war begeistert. „Ich habe tolle, sehr leidenschaftliche Menschen kennengelernt“, sagte er.
Die Comic-Con® kam ihm vor wie der Eintritt in eine aufregende neue Welt, die ihn dazu inspirierte, etwas anderes zu malen, etwas, das mit dem Kino zu tun hat – und welches Motiv könnte sich dafür besser eignen als seine Lieblingsfilmtrilogie: „Der Herr der Ringe“.
Belloso Adorna wuchs mit den „Der Herr der Ringe“-Verfilmungen von Peter Jackson auf und las später Tolkiens Bücher. Beide prägten und inspirierten ihn nachhaltig. Er gibt jedoch zu: „Es fällt mir sehr schwer, an Gandalf oder Frodo zu denken, ohne mir sofort Schauspieler wie Ian McKellen oder Elijah Wood vorzustellen – ebenso wie die anderen Figuren, die in Peter Jacksons Filmen so hervorragend dargestellt wurden.“
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Der Pastellmaler Rubén Belloso Adorna verleiht Gandalf den letzten Schliff.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Ein Ausschnitt aus „Der Atem der Tiefe“, 2026, von Rubén Belloso Adorna.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Bild für Bild
Für seine Arbeiten greift Belloso Adorna in der Regel auf Fotografien zurück, wobei ihm Familienmitglieder oder Freunde als Modelle dienen. Zunächst überlegt er, welche Stimmung das Bild vermitteln soll und wer sie am überzeugendsten verkörpern kann. Besonderes Augenmerk legt er auf das natürliche Licht, das die Szene erhellt, und stimmt den Zeitpunkt des Fotoshootings entsprechend darauf ab.
Diese Fotosessions können mehrere Stunden dauern. Allein bei einem Shooting entstehen Hunderte, manchmal sogar Tausende Bilder, aus denen Belloso Adorna die beste Komposition für ein Gemälde zusammenstellt.
Für seine „Der Herr der Ringe“-Serie passte Belloso Adorna diesen Prozess an. Die Arbeit nach rund 25 Jahre alten Filmbildern stellte ihn nach eigenen Angaben vor eine Herausforderung, die seine künstlerischen Fähigkeiten wie nie zuvor auf die Probe stellte.
Sorgfältig studierte er jedes einzelne Bild und wählte die Elemente aus, die ihm für das endgültige Gemälde am besten gefielen. Das eine Bild hatte vielleicht ein hervorragendes Licht, ein anderes zeigte den perfekten Gesichtsausdruck und ein weiteres enthielt genau die richtigen Handgesten. „Am Ende habe ich Hunderte verschiedener Bilder und Fotos verwendet, um ein einziges Gemälde fertigzustellen. Es ist wie ein Puzzle, das einen an seine Grenzen bringt, aber die Zufriedenheit, wenn man es schafft, ist überwältigend“, sagte er.
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„Galadriels Spiegel“, 2026, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 69,9 × 50,2 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Ein Ausschnitt aus „Galadriels Spiegel“ , 2026, von Rubén Belloso Adorna.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Zunächst vollendete er die neun Porträts der Gefährten aus „Der Herr der Ringe“, woran er etwa fünf Monate arbeitete. Anschließend widmete er sich Szenen, in denen Galadriel (Cate Blanchett) Frodo in „Galadriels Spiegel“ seine Zukunft offenbart, Arwen (Liv Tyler) in „Die Reise des Abendsterns“ nach Bruchtal reitet und sich ihrer Sterblichkeit stellt, Saruman der Weiße (Christopher Lee) seinen Stab erhebt und Boromir (Sean Bean), Gandalf (Ian McKellen) und Legolas (Orlando Bloom) in „Der Atem der Tiefe“ die Minen von Moria betreten.
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Ein Ausschnitt aus „In den Krieg“, 2026, von Rubén Belloso Adorna.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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„In den Krieg“, 2026, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 69,9 × 50,2 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Während der Arbeit an seiner „Der Herr der Ringe“-Reihe wurde Belloso Adorna bewusst, wie sehr die Trilogie sein gesamtes künstlerisches Schaffen über die Jahrzehnte geprägt hatte. Nun widmet er sich weiteren Motiven aus Tolkiens Welt.
„Die Reise des Abendsterns“, 2026, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 94,9 × 69,9 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Legendäre Pastellmalerei
Er ist der traditionellen Kunstwelt zwar dankbar, empfindet sie jedoch als sehr kalt. Dies steht im starken Gegensatz zu seiner neuen „Der Herr der Ringe“-Serie, durch die er „in Gemeinschaft mit Millionen begeisterter Menschen kommt, die das Kino lieben und für die diese Figuren tief in ihrem Leben verwurzelt sind“.
„Die Resonanz auf diese neue Gemäldeserie ist beeindruckend gewesen“, sagte er. „Ich bin besonders begeistert von der Leidenschaft, die sie in den Menschen weckt, wenn sie sehen, wie ihre Helden aus der Kindheit oder ihre Lieblingsfilmfiguren auf Papier zum Leben erweckt werden. Das ist etwas, das mich dazu bringt, noch tiefer in diese Welt einzutauchen.“
Wētā Workshop plant in Kürze die Veröffentlichung limitierter Kunstdrucke von Belloso Adornas „Der Herr der Ringe“-Gemälden. Für den Künstler ist die Zusammenarbeit eine besondere Ehre: „Es ist sowohl eine Quelle des Stolzes als auch eine große Verantwortung, Teil dieser wunderbaren Familie namens Wētā zu sein, die voller Künstler von Weltrang ist … die unverzichtbar waren, um J. R. R. Tolkiens Werk unter der Regie von Peter Jackson auf die Leinwand zu bringen.“
Peter Jacksons Trilogie machte Tolkiens Mittelerde einem weltweiten Publikum zugänglich. Vielleicht gelingt es Belloso Adorna mit seinen Pastellbildern, auch die einst hochgeschätzte Kunst der Pastellmalerei wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
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Frodo Beutlin, 2025, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 34,9 × 40,0 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Samweis Gamdschie (Sam), 2025, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 34,9 × 40,0 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Meriadoc (Merry) Brandybuck, 2025, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 34,9 × 40,0 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Peregrin Tuk (Pippin), 2025, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 34,9 × 40,0 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Gimli, 2025, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 40,0 × 50,2 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
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Aragorn, 2026, von Rubén Belloso Adorna. Pastell auf Pastelmat-Karton; 40,0 × 50,2 cm.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rubén Belloso Adorna
Mehr über die Kunst von Rubén Belloso Adorna finden Sie auf Instagram: @RubenBellosoAdorna
„Beunruhigend“ war laut Juan Pedro Márquez von Microsoft nicht die Sicherheitslücke selbst – sondern die ungewöhnliche Art und Weise, wie das KI-Modell die Aufgabe bewältigte. (Symbolbild) - Foto: style-photography / iStock
In Kürze:
OpenAI-Modelle durchbrachen während eines Cybertests die Grenzen einer Sandbox.
Sie nutzten Zero-Day-Exploits, um auf die Infrastruktur von Hugging Face zuzugreifen.
Experten fordern stärkere technische Schutzmaßnahmen für autonome KI-Agenten.
Was wäre, wenn ein KI-Modell eine Aufgabe erhält und alle ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzt, um diese zu erfüllen – selbst zum Nachteil der Menschheit?
Genau das wird nun von einigen Experten befürchtet: Ein OpenAI-Modell brach aus einer Test-Sandbox aus und drang mithilfe von Zero-Day-Exploits in die Infrastruktur von Hugging Face, einer Open-Source-Community für KI und maschinelles Lernen, ein, um die ihm gestellte Aufgabe zu erfüllen.
„Dies ist einer der bislang deutlichsten Beweise dafür, dass ein KI-Modell einen vollständigen Cyberangriff von Anfang bis Ende durchführen kann, ohne dass ein Mensch es steuert“, erklärte Andrew Jones, Mitbegründer und Chief Product Officer des Cybersicherheitsunternehmens Adaptive Security, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
KI außer Kontrolle – oder nur konsequent ausgeführte Befehle?
OpenAI, der Entwickler des beliebten, auf einem großen Sprachmodell basierenden ChatGPT-Chatbots, bestätigte am 21. Juli die Sicherheitsverletzung. Das Unternehmen erklärte, dass zwei seiner fortschrittlichen Modelle aus einer eingeschränkten Testumgebung ausgebrochen und in die Software-Infrastruktur von Hugging Face eingedrungen seien.
„Nach unseren Untersuchungen wissen wir nun, dass dieser spezielle Vorfall durch eine Kombination von OpenAI-Modellen ausgelöst wurde. Darunter befand sich auch GPT-5.6 Sol und ein noch leistungsfähigeres Vorabmodell, die alle zu Evaluierungszwecken mit gelockerten Cybersicherheitsbeschränkungen betrieben wurden. Intern wurden sie anhand eines Benchmarks für Cyberfähigkeiten getestet“, erklärte OpenAI damals.
Einige Analysten bezeichneten den Vorfall als Beispiel dafür, dass KI „außer Kontrolle gerät“, „Intrigen“ entwickelt oder Ziele verfolgt, die im Widerspruch zu denen ihrer menschlichen Tester stehen.
Mehrere von Epoch Times befragte KI- und Cybersicherheitsexperten bezeichneten diese Darstellung jedoch als irreführend. Sie argumentierten, dass die Modelle die von OpenAI festgelegten Ziele innerhalb einer Test-Sandbox verfolgten, in der das Unternehmen einige seiner üblichen Sicherheitsbeschränkungen gelockert hatte.
„‚Intrigen‘ impliziert, dass das Modell etwas anderes wollte als das, worum wir es gebeten hatten. Das war nicht der Fall. Jeder Schritt diente dem von uns festgelegten Ziel“, erklärte die KI-Expertin Anik Devaughn gegenüber der Epoch Times.
Devaughn, die seit Jahren in der Branche tätig ist und die KI-Unternehmen „Wired to Create“ und „Karo“ gegründet hat, sagte, der Vorfall bei Hugging Face sei besorgniserregender als vermeintliche „Intrigen“ der KI.
„Eine Maschine hingegen, die überhaupt keine eigenen Motive hat, aber deine Anweisungen über den Punkt hinaus ausführt, bis zu dem du sie dir vorgestellt hast – das ist ein Problem, dem man durch technische Gestaltung entgegenwirken muss,“ so Devaughn.
Eine Darstellung von Hugging Face in Paris am 2. Juni 2026. Zwei hochentwickelte Modelle von OpenAI brachen kürzlich aus einer geschützten Testumgebung aus und drangen in die Software-Infrastruktur von Hugging Face ein, was weitreichende Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit aufwarf. (Archivbild)
Foto: Riccardo Milani/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Ein Experte bezeichnete die Situation als „Kanarienvogel in der Kohlengrube“.
„Wäre dies das Werk eines menschlichen Black-Hat-Hackers, gäbe es Verhaftungen und Gerichtsverfahren. Es wäre illegal – ein Cyberverbrechen“, erklärte Nicholas Nadeau, Gründer von Onix AI, gegenüber der Epoch Times.
„Dies war ein vollständig autonom durchgeführter Angriff durch eine KI. Daher stellt sich nun die Frage, wer dafür verantwortlich ist: OpenAI, die KI selbst oder die Forscher?“, so Nadeau.
„Wir haben nicht einmal Regeln, Vorschriften oder Gesetze – geschweige denn einen klaren rechtlichen Rahmen dafür, wie die Verantwortung in einem solchen Fall zu bestimmen ist.“
Gelockerte Testumgebung
OpenAI gab an, seine Modelle in einer Sandbox namens „ExploitGym“ zu evaluieren, in der bestimmte Sicherheitsvorkehrungen für die Tests bewusst deaktiviert waren. Das Unternehmen erklärte, dass die Bewertung ohne jene Produktionsklassifikatoren durchgeführt wurde, die Modelle normalerweise daran hindern sollen, risikoreiche Cyberaktivitäten auszuführen.
Die Modelle wurden angewiesen, „fortgeschrittene Exploits unter Verwendung komplexer Angriffspfade“ durchzuführen, um ihre Cyberfähigkeiten zu testen. Die Testumgebung war stark isoliert; der Netzwerkzugang war zunächst auf die Installation von Paketen über eine intern gehostete Drittanbietersoftware beschränkt, die als Proxy und Cache für Paket-Registries diente.
OpenAI-CEO Sam Altman spricht am 3. Juni 2026 in Washington nach einem Treffen mit Senator Bernie Sanders (I-Vt.) mit Reportern. (Archivbild)
Foto: Chip Somodevilla/Getty Images
Während der Tests fanden und verknüpften die Modelle mehrere Sicherheitslücken in der Forschungsumgebung von OpenAI und in der Produktionsinfrastruktur von Hugging Face, um die Lösungen für die Testaufgabe in den Datenbanken des Unternehmens zu finden.
Juan Pedro Márquez, ein auf KI und Agenten spezialisierter Cloud-Lösungsarchitekt bei Microsoft für die Region Europa, Naher Osten und Afrika, sagte, der „beunruhigende Aspekt“ des Vorfalls sei nicht die Sicherheitslücke an sich gewesen, sondern die Art und Weise, wie das Modell die Aufgabe bewältigt habe.
„OpenAI hatte seine Sicherheitsschwellen für einen Benchmark-Test gesenkt, und das Modell schlussfolgerte, dass die Infrastruktur von Hugging Face wahrscheinlich den Lösungsschlüssel enthielt, brach aus seiner Sandbox aus, fand einen echten Zero-Day-Exploit und nutzte ihn“, sagte Márquez. „Niemand hat es dazu aufgefordert.“
Auch Aimee Simpson, Leiterin des Produktmarketings beim Cybersicherheitsunternehmen Huntress, hält eine böswillige Absicht für nicht erwiesen. „Es ist nicht so, dass das System selbst böswillig gewesen wäre“, erklärte Simpson gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Die Entwickler hatten nach wie vor das Ziel, diese Informationen zu erlangen; sie hätten nur nicht gedacht, dass es in der Lage sein würde, die Grenzen seines Tests zu umgehen“, fügte sie hinzu und beschrieb den Weg, den das Modell gewählt hatte, als „äußerst kreativ und äußerst ungewöhnlich“.
LAS VEGAS, NEVADA – 11. März: Thomas Wolf, Mitbegründer und CSO von Hugging Face, und Rachel Metz sprechen am 11. März 2025 im Fontainebleau Las Vegas in Las Vegas, Nevada, auf der Bühne der HumanX AI Conference 2025. (Archivbid)
Foto: Big Event Media/Getty Images für die HumanX Conference
Modelle verfolgten die Ziele von OpenAI
OpenAI erklärte, die Modelle hätten sich vollständig darauf konzentriert, die Testlösungen zu finden, und seien „bis zum Äußersten“ gegangen, um ein eng gefasstes Testziel zu erreichen.
In der Sandbox „ExploitGym“ fanden sie mehrere „Zero-Day“-Exploits und verknüpften diese miteinander, um ins Internet einzudringen – „mit dem Ziel, das Bewertungsproblem zu lösen“, so OpenAI.
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine bislang unbekannte Sicherheitslücke in Software oder Hardware aus. Der Begriff bezieht sich darauf, dass Entwicklern null Tage zur Verfügung stehen, um das Problem zu beheben; entsprechend existiert noch kein offizieller Patch oder Schutzmechanismus.
Nach dem Zugang zum offenen Internet nutzten die Modelle weitere Zero-Day-Exploits, um in Hugging Face einzudringen. Nach Angaben von Hugging Face führten die KI-Modelle „viele Tausend“ einzelne Aktionen über einen „Schwarm kurzlebiger Sandboxen“ hinweg aus, um sich Zugang zur Infrastruktur der Community zu verschaffen.
„Dies entspricht dem Szenario eines ‚agentenartigen Angreifers‘, das die Branche bereits prognostiziert hat“, heißt es seitens Hugging Face.
In einem am 28. Juli veröffentlichten Update erklärte OpenAI, dass keine zur Veröffentlichung vorgesehenen Modelle an dem Angriff beteiligt gewesen seien. Das betroffene Vorabmodell sei inzwischen „deaktiviert, verschlüsselt und für den Forschungszugang gesperrt“ worden.
Auf diesem Foto vom 1. April 2025 ist die ChatGPT-App auf einem Smartphone zu sehen. Laut Hugging Face führten die OpenAI-Modelle „viele Tausende“ einzelner Aktionen in einer „Schwarmstruktur aus kurzlebigen Sandboxes“ aus, um in die Infrastruktur des Unternehmens einzudringen.
Foto: Oleksii Pydsosonnii/The Epoch Times
Nach der Untersuchung des Einbruchsvorfalls und „weiterer Aktivitäten“ seiner Modelle teilte OpenAI mit, weitere Fälle entdeckt zu haben. Dabei hatten die Modelle öffentlich zugängliche Anmeldedaten auf Kontoebene bei anderen öffentlich verfügbaren Diensten identifiziert und genutzt.
„Wir werden die Betreiber der Dienste weiterhin direkt benachrichtigen und haben bislang keine Hinweise auf weitreichendere Auswirkungen auf diese Anbieter oder andere Konten in deren Diensten gefunden“, fügte das Unternehmen hinzu.
Experten: Modell war nicht „böswillig“
Es gab bereits in der Vergangenheit Fälle, in denen Modelle ihre Absichten verschleierten, um Einschränkungen bei Labortests zu umgehen. Der Vorfall bei Hugging Face war laut dem Cybersicherheits- und IT-Experten George Rees jedoch von besonderer Bedeutung, da er einen Sicherheitsverstoß bei einer externen Organisation betraf.
„Das größte Warnsignal ist nicht, dass eine KI bösartig wurde, sondern dass sie einen Weg aus einem kontrollierten Test in die Live-Infrastruktur eines anderen gefunden hat“, erklärte Rees, Senior Security Consultant bei Secarma, gegenüber der Epoch Times.
„Verhaltensbasierte Sicherheitsmaßnahmen können technische Eindämmungsmaßnahmen nicht ersetzen, denn ein KI-Agent benötigt nur eine übersehene Berechtigung oder Fluchtmöglichkeit, um einen Evaluierungsfehler in einen echten Sicherheitsvorfall zu verwandeln.“
Das Cybersicherheitsunternehmen DigiCert stellte kürzlich fest, dass 78 Prozent der Organisationen bereits einen KI-bezogenen Sicherheitsvorfall oder eine Sicherheitslücke erlebt haben.
„In vielen Fällen sind dies Frühwarnzeichen dafür, dass KI die Angriffsfläche schneller vergrößert, als sich die Sicherheitspraktiken weiterentwickeln“, erklärte Jason Sabin, Chief Technology Officer bei DigiCert, gegenüber der Epoch Times.
KI sei nicht einfach „eine weitere Art von Programm“, das im Netzwerk läuft, sondern ein aktiver Akteur, der auf Daten zugreifen, Entscheidungen treffen, Tools abrufen und mit anderen Systemen interagieren könne. Unternehmen müssten daher klären, wer auf ihre Systeme zugreift und ob der KI vertraut werden könne.
Weitere Vorfälle bei KI-Sicherheitstests
Anfang August veröffentlichte das britische „AI Safety and Security Institute“ einen Bericht, in dem ein ähnlicher Vorfall mit Modellen von OpenAI und Anthropic beschrieben wurde. Die Agenten hatten die Aufgabe, eine Cybersicherheitsherausforderung mehr als 100 Mal mit verschiedenen Modellen zu lösen.
„Unsere Untersuchung ergab, dass in 10 dieser Durchläufe ein KI-Agent autonome, nicht genehmigte Aktionen im Live-Internet durchführte, die sich gegen echte Menschen und Organisationen richteten“, heißt es in dem Bericht.
Insgesamt wurden 19 solcher Aktionen katalogisiert. Davon stammten 17 von Anthropic „Mythos 5“ und zwei von OpenAIs GPT-5.6-Sol.
Eigentlich sollte Claude in einer simulierten Umgebung ohne Internetzugang betrieben werden. Ein „Missverständnis“ zwischen Anthropic und seinem „Evaluierungspartner“ führte jedoch dazu, dass der Chatbot Zugang zum Internet erhielt.
Auch Meta teilte mit, dass eines seiner KI-Modelle während eines Cybersicherheitstests in die Systeme eines anderen Unternehmens eingedrungen sei. Das Modell konnte während des Tests ebenfalls Zugang zum Internet finden.
Auswirkungen auf die Cybersicherheit
KI- und Cybersicherheitsexperten fordern angesichts solcher Vorfälle rasches Handeln. Nadeau plädierte dafür, „alle klügsten Köpfe dieser Branche zusammenzubringen“ und einige Grundregeln sowie bewährte Verfahren festzulegen, die zu „grundlegenden Verhaltensregeln“ werden und eine einheitliche Vorgehensweise gewährleisten.
Andere halten staatliche Regulierung für notwendig. Der ehemalige Hacker der National Security Agency und Sicherheitsexperte Jake Williams erklärte: „Es ist klar, dass hier staatliche Regulierung erforderlich ist.“
„OpenAI hat bewiesen, dass es trotz der vielen öffentlichen Warnungen vor den Gefahren durch ‚Rogue Agents‘ – viele davon von OpenAI selbst – nicht bereit ist, das Notwendige zu tun, um zu verhindern, dass seine Agenten anderen Schaden zufügen.“
„Ich persönlich bin grundsätzlich gegen Regulierung, aber wenn Marktkräfte eindeutig nicht ausreichen, um verantwortungsbewusstes Verhalten zu erzwingen, muss die Regierung eingreifen.“
US-Präsident Donald Trump (oben, 2. von links) sitzt am 17. Juni 2026 während eines Arbeitsessens beim G7-Gipfel im französischen Évian mit OpenAI-CEO Sam Altman, Google-DeepMind-CEO Demis Hassabis, dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zusammen. (Archivbild)
Foto: Julia Demaree Nikhinson/POOL/AFP via Getty Images
Frank Teruel, Chief Operating Officer bei Arkose Labs, bezeichnete den Vorfall bei Hugging Face als „Vorgeschmack darauf, womit jedes Unternehmen im Produktivbetrieb konfrontiert sein wird“.
Da das Modell „weder gestohlen noch gekapert“ wurde und „seine Aufgabe aggressiv erfüllte“, empfiehlt Teruel Eindämmungsmaßnahmen sowie den „Zugriff mit geringsten Berechtigungen“ für KI-Agenten – ähnlich wichtig wie Firewalls.
Márquez sieht die Lösung ebenfalls nicht darin, auf den Einsatz von Agenten zu verzichten: „Für Unternehmen besteht die Lösung nicht darin, ‚keine Agenten mehr einzusetzen‘ – sondern darin, Eindämmungsmaßnahmen zu entwickeln, die davon ausgehen, dass der Agent versuchen wird, das System zu verlassen, anstatt darauf zu hoffen, dass er es nicht tut.“
Sabin erklärte, seine größte Sorge sei, dass hochleistungsfähige KI mittlerweile mit einer „Geschwindigkeit und in einem Umfang operiert, die die Reaktionszeiten des Menschen bei weitem übersteigen“.
„Ein KI-Agent kann innerhalb von Sekunden Schwachstellen aufdecken, Entscheidungen treffen und mit mehreren Systemen interagieren“, sagte er. „Das verändert grundlegend, wie Sicherheitsverantwortliche über Sicherheit nachdenken müssen.“
Nadeau verglich den Vorfall mit dem Gedankenexperiment des Philosophen Nick Bostrom aus dem Jahr 2003, dem „Paperclip-Maximierer“.
In diesem Szenario geben Forscher einer hypothetischen superintelligenten KI eine einzige Aufgabe: so viele Büroklammern wie möglich herzustellen. Die KI beginnt, die Erde nach Ressourcen zu durchforsten, und stellt schnell enorme Mengen an Büroklammern her. Sobald Menschen beschließen, die KI zu stoppen, könnte die Maschine zu dem Schluss kommen, dass die Menschheit sie daran hindert, ihr Ziel zu erreichen, und deshalb versuchen, die Menschen auszuschalten, um die ihr übertragene Aufgabe zu erfüllen.
Die KI wäre dabei nicht im anthropomorphen Sinne böswillig. Sie würde vielmehr die Aufgabe ihrer menschlichen Programmierer auf die extremstmögliche Weise interpretieren.
Ein Besucher interagiert am 7. Juli 2026 im US-Pavillon während des „AI for Good Global Summit“ in Genf mit einem hundeähnlichen Roboter von Boston Dynamics. (Archivbild)
Foto: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images
Der Hacking-Vorfall bei Hugging Face sei „sozusagen dasselbe Phänomen in einer weniger dystopischen Form: Der KI wurde aufgetragen, einen Benchmark zu gewinnen, und sie tat alles in ihrer Macht Stehende, einschließlich der Ausnutzung von Zero-Day-Schwachstellen und der Eskalation“, sagte Nadeau.
Er verwies auf ein mögliches Szenario, in dem das Pentagon KI für „Kriegsspiele“ einsetzt und ein Modell während eines Tests aus seiner Sandbox ausbricht, um die reale Welt zu beeinflussen.
„[Was wäre, wenn] eines der Szenarien darin bestünde, einen Staudamm oder etwas Ähnliches zu zerstören und das System das Kriegsspiel fälschlicherweise so interpretieren würde: ‚Ich werde es tun, der Eindämmung entkommen und es einfach durchziehen‘? Wir haben bereits gesehen, dass das Stromnetz und die Infrastruktur Nordamerikas nicht gerade die sichersten in Bezug auf Cybersicherheit sind“, sagte Nadeau.
Er verglich die Sicherheitsvorkehrungen bei KI mit der Abzugssicherung einer Schusswaffe: „Woher weiß man, dass die Sicherung aktiviert ist, wenn es ab einem bestimmten Punkt für die KI der beste Weg ist, die besten Daten zu erhalten, indem sie die reale Welt nutzt?“, fragte er. „Das wird sehr schnell beängstigend.“
Gewann insgesamt vier WM-Medaillen: Darja Varfolomeev. - Foto: Marijan Murat/dpa
Mit der Goldmedaille um den Hals sang Darja Varfolomeev bei der Siegerehrung inbrünstig die deutsche Nationalhymne mit und genoss die Ovationen des begeisterten Publikums. Mit insgesamt drei Gold-Triumphen und einmal Bronze sorgte die 19 Jahre alte Ausnahmeathletin bei der Heim-WM in der Rhythmischen Sportgymnastik einmal mehr für Superlative.
„Ich bin sehr glücklich. Ich habe mich heute sehr sicher auf der Fläche gefühlt. Egal mit welchem Gerät: Ich habe immer gewusst, dass ich es schaffen kann“, sagte Varfolomeev und richtete einen speziellen Gruß an die Fans: „Ich bin dankbar für diese besondere Atmosphäre. Ihr wart immer an meiner Seite und habt mich beflügelt.“
Nach dem Sieg im Mehrkampf am Freitag war sie zum Abschluss der Titelkämpfe in Frankfurt am Main auch mit dem Band und dem Ball die Beste. Zudem gab es Bronze mit dem Reifen. Die Olympiasiegerin avancierte damit zum umjubelten WM-Star in der mit 4.500 Zuschauern ausverkauften Festhalle.
Varfolomeev begeistert das Publikum
Im Trophäenschrank von Varfolomeev, die als Zwölfjährige aus Westsibirien zunächst allein nach Deutschland kam und der Sportart hierzulande mit ihren Erfolgen zu großer Popularität verholfen hat, liegen nun bereits 14 WM-Goldmedaillen und 17 weitere internationale Plaketten. Eine atemraubende Ausbeute in ihrer noch jungen Karriere.
Auch vor heimischer Kulisse in Frankfurt hielt Varfolomeev dem Druck mit beeindruckender Nervenstärke stand. Mit ihren Auftritten brachte die Vorzeigeathletin vom TSV Schmiden die Stimmung auf den Rängen beinahe zum Überkochen. Jede technische Schwierigkeit, von denen Varfolomeev einige im Repertoire hatte, wurde vom euphorischen Publikum mit lauten Jubelschreien gefeiert.
Auch bei der Jury kamen ihre Vorstellungen gut an. Im Band-Finale legte sie als zweite Starterin 30,500 Punkte vor und lag am Ende hauchdünn vor der Bulgarin Stiljana Nikolowa (30,450). Einige Stunden zuvor hatte sie für ihre fehlerfrei vorgetragene Ball-Übung 30,350 Punkte erhalten. Damit verwies Varfolomeev die unter neutraler Flagge startenden Russinnen Sofija Ilterjakowa (29,800) und Maria Borisowa (29,150) deutlich auf die weiteren Medaillenplätze.
Zum Start des Finaltages hatte Varfolomeev mit dem Reifen ebenfalls einen starken Auftritt hingelegt. 30,400 Punkte bedeuteten Rang drei. Zur Goldmedaille, die Taisiia Onofriichuk aus der Ukraine gewann, fehlten nur 0,3 Zähler. Zweite wurde Titelverteidigerin Sofia Raffaeli aus Italien (30,500).
Gruppe geht leer aus
Nur in der Entscheidung mit den Keulen musste die Sportlerin des Jahres von 2024 tatenlos zuschauen, wie sich Nikolowa den WM-Sieg sicherte. Wegen eines kleinen Fehlers hatte Varfolomeev in der Qualifikation nur Rang neun belegt und das Finale knapp verpasst.
Für sie war das ein ärgerlicher Schönheitsfleck. „Natürlich wollte ich in allen vier Gerätefinals dabei sein“, hatte sie nach dem kleinen Fauxpas am Donnerstag eingeräumt. Der war aber spätestens nach dem glanzvollen WM-Abschluss vergessen.
Im Schatten von Varfolomeev ging die deutsche Gruppe leer aus. Nach Platz vier im Mehrkampf am Samstag reichte es für das Quintett mit Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin auch in den Gerätefinals nicht zur erhofften Medaille. Am Ende standen Platz sechs mit drei Reifen und zwei Paar Keulen sowie Rang acht mit fünf Bällen. Gold ging in beiden Entscheidungen an Brasilien. Den Mehrkampf-Titel hatte sich am Vortag Spanien gesichert. (dpa/red)
Eine freigelegte Sandbank in Köln am Rhein am 14. August 2026. Der Wasserstand hat historische Tiefststände erreicht und ist in den letzten Wochen weiter gesunken. Inwieweit könnten künftig verstärkte Klimaanpassungen helfen? - Foto: Hesham Elsherif/Getty Images
In Kürze:
Bisher hat sich die EU-Kommission deutlich stärker auf Emissionsminderung als auf Klimaanpassung konzentriert.
Nun deuten mehrere Entwicklungen auf einen möglichen Kurswechsel hin.
In Deutschland fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider, die Klimaanpassung ins Grundgesetz aufzunehmen.
Die unmittelbare globale Wirkung von Netto-Null-Emissionen wäre begrenzt; ihre Auswirkungen auf die Temperaturentwicklung würden sich über längere Zeiträume entfalten.
„Emissionsminderungen lassen sich immer schwerer verkaufen“, sagt der EU-Analyst André Wolf. Gemeint ist damit die zunehmende politische Schwierigkeit, Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen gegenüber Bürgern und Unternehmen durchzusetzen. Gerade in Deutschland wird die Klimapolitik zunehmend von Fragen nach den Kosten, der Wettbewerbsfähigkeit und der konkreten Wirkung einzelner Maßnahmen begleitet.
Wolf ist für die unabhängige liberale Denkfabrik „Centers for European Policy Network“ (Zentrum für europäische Politik, CEP) tätig, die die EU-Politik analysiert. Er leitet dort die Abteilung für Technologie, Infrastruktur und industrielle Entwicklung und befasst sich insbesondere mit dem „Green Deal“ der EU.
Einseitige Fokussierung?
Bei den klimapolitischen Maßnahmen gibt es zwei Hauptansätze: Emissionsminderung und Anpassung. Letzteres bedeutet, die Gesellschaft auf verschiedene Weise widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen.
Im Rahmen des sogenannten „Green Deal“ lag der politische Schwerpunkt der EU bislang vor allem auf der Verringerung von Treibhausgasemissionen, während Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels weniger stark im Fokus standen.
Der Europäische Rechnungshof hat auf Schwächen und Lücken bei der Umsetzung der EU-Strategie zur Klimaanpassung hingewiesen. Nun zeichnen sich Anzeichen für einen allmählichen Wandel ab – sowohl bei der politischen Schwerpunktsetzung als auch in der Kommunikation der EU-Kommission.
Die Brände und Hitzewellen in diesem Sommer in Teilen Europas haben die Debatte über den Umgang mit dem Klimawandel erneut in den Fokus gerückt. Gleichzeitig ist auch die Frage nach der Wirksamkeit in den Vordergrund gerückt. Es stellt sich die Frage, welche Maßnahmen den Bürgern am konkretesten und am schnellsten helfen.
Schneider will Klimaanpassung ins Grundgesetz aufnehmen
In Deutschland teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch, 12. August, mit, dass er Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern ins Grundgesetz aufnehmen wolle. Er verwies dabei auf einen diesbezüglichen Prüfauftrag im Koalitionsvertrag. Damit reagierte Schneider auf Forderungen kommunaler Spitzenverbände.
„Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlungen, aber auch für Ausgaben hat“, sagte Schneider. Bisher sei es für den Bund rechtlich schwierig, sich finanziell an Klimaschutzmaßnahmen, aber auch an Anpassungsmaßnahmen wie Klimaanlagen oder mehr Verschattung zu beteiligen. „Ich halte das für zwingend notwendig“, stellte er klar, auch mit Blick auf die offiziell hohe Zahl von Hitzetoten.
Die Kommunen begrüßen den Vorstoß des Umweltministers. Dazu äußerte sich Ralph Spiegler (SPD), Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Er sagte am Donnerstag: „Es treffen jetzt zwei Dinge aufeinander: Der Klimawandel auf der einen Seite, die Versäumnisse, was die Unterstützung der Kommunen anbelangt, auf der anderen Seite.“
Besonders dringend sei laut Spiegler die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Dazu müsse man Wasserspeicher ausbauen. „Da reden wir von 800 Milliarden Euro, die wir brauchen in den nächsten zwanzig Jahren“, so der SPD-Politiker. Unterstützung erhält Schneider auch von der Opposition. Grüne und Linke befürworten einen stärkeren Ausbau von Klimaanpassungsmaßnahmen.
Widerstand kommt hingegen vom Koalitionspartner. „Ich bin nicht überzeugt, dass eine Gemeinschaftsaufgabe das Problem der Klimaanpassung lösen wird“, zweifelte der CDU-Umweltpolitiker Thomas Gebhart.
Die Bevölkerung ist bei der Frage, ob Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz verankert werden soll, gespalten. Bei einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey befürworten insgesamt 47,6 Prozent Schneiders Vorschlag. 42,5 Prozent sehen diesen Schritt jedoch als falsch an.
Laut einer aktuellen Civey-Umfrage befürwortet eine knappe Mehrheit den Vorschlag von Umweltminister Carsten Schneider (SPD), Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern.
Bei der EU-Kommission zeichnet sich eine stärkere Betonung von Klimaanpassung und Resilienz ab.
„Während wir unsere Treibhausgasemissionen senken müssen, um die globale Erwärmung zu begrenzen und ihre Schäden auf ein Minimum zu reduzieren, müssen wir uns auch auf das ungünstigere Klima vorbereiten, das uns noch lange begleiten wird.“ So heißt es in einem EU-Dokument zu einem „integrierten Rahmen für Risikomanagement und Resilienz gegenüber dem Klimawandel in Europa“.
Der neue Rahmen geht auf Forderungen des Europäischen Parlaments und des Rates sowie Empfehlungen des Europäischen Rechnungshofs zurück. Eine Anpassungsstrategie ist bereits seit 2021 Bestandteil der europäischen Klimapolitik. Mit dem neuen Rahmen will die EU-Kommission die bisherigen Maßnahmen stärker bündeln und die Anpassungsstrategie auf die nächste Ebene heben. Der neue Rahmen sei der „nächste Schritt“.
Vor allem fehle es bislang an einer klaren Koordinierung, meint Wolf. Es gebe zwar einige Programme und Forschungsförderungen, doch was fehle, sei eine zentrale Steuerung der Anpassungsmaßnahmen in der EU. Zugleich verweist Wolf auf die Belastungen für Haushalte durch höhere Energiepreise infolge der bisherigen Klimapolitik.
Anzeichen für eine veränderte Schwerpunktsetzung zeigen sich auch bei einzelnen klimapolitischen Entscheidungen. Im Folgenden zwei Beispiele:
Die EU-Kommission hat im Juli 2026 vorgeschlagen, die Regeln des EU-Emissionshandels gezielt zu überarbeiten und dabei die industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärker zu berücksichtigen.
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die CO₂-Vorgaben für neue Pkw ab 2035 zu lockern und den Herstellern mehr technologische Flexibilität einzuräumen.
Wolf führt den von ihm beobachteten möglichen Kurswechsel der EU vor allem auf pragmatische Erwägungen zurück. Die abgeschwächten Klimaszenarien mögen den Wandel politisch erleichtert haben, doch das Hauptmotiv in Ländern wie Deutschland und Polen war der innenpolitische Druck.
Die Installation von Klimaanlagen kann Abhilfe bei Hitze schaffen und die Zahl der Hitzetoten reduzieren.
Foto: Grégory Dziedzic / Hans Lucas / AFP via Getty Images
Wolf verweist auf höhere Energiepreise sowie mögliche Belastungen für Unternehmen und Arbeitsplätze. Für eine solche Politik sei es daher schwierig, gesellschaftliche Mehrheiten zu gewinnen. Maßnahmen zur Emissionsminderung ließen sich zunehmend schwerer durchsetzen.
Als aktuelles Beispiel nennt Wolf ETS2, das Emissionshandelssystem für Gebäude und Straßenverkehr. Dessen operativer Start wurde von 2027 auf 2028 verschoben. Anpassungsmaßnahmen hingegen, etwa zur Risikominimierung bei Katastrophen, könnten den Menschen unmittelbar zugutekommen. Darin sieht Wolf einen Anreiz für die EU-Kommission, ihre Strategie stärker in Richtung Klimaanpassung zu verlagern.
Global betrachtet stellt sich die Frage, wie groß die Wirkung wäre, wenn die EU-Emissionen wie geplant auf null sinken würden. Die Emissionen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern steigen weiterhin, während sie in Europa und den USA zurückgehen. Ein vollständiger Rückgang der EU-Emissionen würde die weltweiten Emissionen zwar verringern, allein jedoch nur einen begrenzten Einfluss auf die weitere globale Entwicklung haben.
Bei Betrachtung der physikalischen Zusammenhänge zeigen Untersuchungen – die davon ausgehen, dass die Emissionen des Menschen die Hauptursache für die Erwärmung sind –, dass die Auswirkungen auf die Temperatur erst nach langer Zeit spürbar werden. Die Wirkung von Emissionsminderungen auf die globale Temperaturentwicklung zeigt sich nicht unmittelbar, sondern über längere Zeiträume.
Auch nach dem Erreichen weltweiter Netto-Null-Emissionen würden sich die Auswirkungen des bereits erfolgten Klimawandels nicht unmittelbar zurückbilden. Kritiker argumentieren daher, dass die EU zunächst hohe Kosten für Emissionsminderungen trägt, deren unmittelbarer Einfluss auf die globale Temperaturentwicklung jedoch begrenzt sei.
Bisherige EU-Strategie eine Frage der Glaubwürdigkeit?
„Selbst wenn wir auf globaler Ebene Netto-Null erreichen würden, hätten wir einen gewissen Anstieg von Extremwetterereignissen und damit verbundene anhaltende Kosten. Das sagen die Klimamodelle“, sagt Wolf. „Für mich ist daher klar, dass Emissionsreduktionen nicht die einzige Lösung sein können, selbst wenn sie erfolgreich sind. Wir müssen in Anpassungsmaßnahmen investieren.“
Er ergänzt: „Dazu gehören beispielsweise eine andere Geländegestaltung beim Bauen, der Verzicht auf Bauvorhaben in Gebieten mit hohem Hochwasserrisiko und die Umstellung auf klimaresistente Nutzpflanzen.“
Das Motiv für die Emissionsfreiheit habe auch mit Glaubwürdigkeit und Psychologie zu tun. „Wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen, können wir nicht verlangen, dass der Rest der Welt es tut“, erklärt Wolf. Deshalb sei es lange Zeit ein heikles Thema gewesen, der Anpassung Priorität einzuräumen.
So sei es beispielsweise umstritten gewesen, den Ausbau von Klimaanlagen zu befürworten. Umweltpolitiker und Aktivisten argumentierten, dass diese Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel ein falsches Signal senden würde und der zusätzliche Energieverbrauch zu weiteren Emissionen führen könnte. Angesichts zunehmender Hitzebelastung wird nun jedoch der mögliche gesundheitliche Nutzen von Klimaanlagen stärker diskutiert.
Eine freigelegte Sandbank in Köln am Rhein am 14. August 2026. Der Wasserstand hat historische Tiefststände erreicht und ist in den letzten Wochen weiter gesunken. Inwieweit könnten künftig verstärkte Klimaanpassungen helfen? - Foto: Hesham Elsherif/Getty Images
In Kürze:
Bisher hat sich die EU-Kommission deutlich stärker auf Emissionsminderung als auf Klimaanpassung konzentriert.
Nun deuten mehrere Entwicklungen auf einen möglichen Kurswechsel hin.
In Deutschland fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider, die Klimaanpassung ins Grundgesetz aufzunehmen.
Die unmittelbare globale Wirkung von Netto-Null-Emissionen wäre begrenzt; ihre Auswirkungen auf die Temperaturentwicklung würden sich über längere Zeiträume entfalten.
„Emissionsminderungen lassen sich immer schwerer verkaufen“, sagt der EU-Analyst André Wolf. Gemeint ist damit die zunehmende politische Schwierigkeit, Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen gegenüber Bürgern und Unternehmen durchzusetzen. Gerade in Deutschland wird die Klimapolitik zunehmend von Fragen nach den Kosten, der Wettbewerbsfähigkeit und der konkreten Wirkung einzelner Maßnahmen begleitet.
Wolf ist für die unabhängige liberale Denkfabrik „Centers for European Policy Network“ (Zentrum für europäische Politik, CEP) tätig, die die EU-Politik analysiert. Er leitet dort die Abteilung für Technologie, Infrastruktur und industrielle Entwicklung und befasst sich insbesondere mit dem „Green Deal“ der EU.
Einseitige Fokussierung?
Bei den klimapolitischen Maßnahmen gibt es zwei Hauptansätze: Emissionsminderung und Anpassung. Letzteres bedeutet, die Gesellschaft auf verschiedene Weise widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen.
Im Rahmen des sogenannten „Green Deal“ lag der politische Schwerpunkt der EU bislang vor allem auf der Verringerung von Treibhausgasemissionen, während Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels weniger stark im Fokus standen.
Der Europäische Rechnungshof hat auf Schwächen und Lücken bei der Umsetzung der EU-Strategie zur Klimaanpassung hingewiesen. Nun zeichnen sich Anzeichen für einen allmählichen Wandel ab – sowohl bei der politischen Schwerpunktsetzung als auch in der Kommunikation der EU-Kommission.
Die Brände und Hitzewellen in diesem Sommer in Teilen Europas haben die Debatte über den Umgang mit dem Klimawandel erneut in den Fokus gerückt. Gleichzeitig ist auch die Frage nach der Wirksamkeit in den Vordergrund gerückt. Es stellt sich die Frage, welche Maßnahmen den Bürgern am konkretesten und am schnellsten helfen.
Schneider will Klimaanpassung ins Grundgesetz aufnehmen
In Deutschland teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch, 12. August, mit, dass er Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern ins Grundgesetz aufnehmen wolle. Er verwies dabei auf einen diesbezüglichen Prüfauftrag im Koalitionsvertrag. Damit reagierte Schneider auf Forderungen kommunaler Spitzenverbände.
„Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlungen, aber auch für Ausgaben hat“, sagte Schneider. Bisher sei es für den Bund rechtlich schwierig, sich finanziell an Klimaschutzmaßnahmen, aber auch an Anpassungsmaßnahmen wie Klimaanlagen oder mehr Verschattung zu beteiligen. „Ich halte das für zwingend notwendig“, stellte er klar, auch mit Blick auf die offiziell hohe Zahl von Hitzetoten.
Die Kommunen begrüßen den Vorstoß des Umweltministers. Dazu äußerte sich Ralph Spiegler (SPD), Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Er sagte am Donnerstag: „Es treffen jetzt zwei Dinge aufeinander: Der Klimawandel auf der einen Seite, die Versäumnisse, was die Unterstützung der Kommunen anbelangt, auf der anderen Seite.“
Besonders dringend sei laut Spiegler die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Dazu müsse man Wasserspeicher ausbauen. „Da reden wir von 800 Milliarden Euro, die wir brauchen in den nächsten zwanzig Jahren“, so der SPD-Politiker. Unterstützung erhält Schneider auch von der Opposition. Grüne und Linke befürworten einen stärkeren Ausbau von Klimaanpassungsmaßnahmen.
Widerstand kommt hingegen vom Koalitionspartner. „Ich bin nicht überzeugt, dass eine Gemeinschaftsaufgabe das Problem der Klimaanpassung lösen wird“, zweifelte der CDU-Umweltpolitiker Thomas Gebhart.
Die Bevölkerung ist bei der Frage, ob Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz verankert werden soll, gespalten. Bei einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey befürworten insgesamt 47,6 Prozent Schneiders Vorschlag. 42,5 Prozent sehen diesen Schritt jedoch als falsch an.
Laut einer aktuellen Civey-Umfrage befürwortet eine knappe Mehrheit den Vorschlag von Umweltminister Carsten Schneider (SPD), Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern.
Bei der EU-Kommission zeichnet sich eine stärkere Betonung von Klimaanpassung und Resilienz ab.
„Während wir unsere Treibhausgasemissionen senken müssen, um die globale Erwärmung zu begrenzen und ihre Schäden auf ein Minimum zu reduzieren, müssen wir uns auch auf das ungünstigere Klima vorbereiten, das uns noch lange begleiten wird.“ So heißt es in einem EU-Dokument zu einem „integrierten Rahmen für Risikomanagement und Resilienz gegenüber dem Klimawandel in Europa“.
Der neue Rahmen geht auf Forderungen des Europäischen Parlaments und des Rates sowie Empfehlungen des Europäischen Rechnungshofs zurück. Eine Anpassungsstrategie ist bereits seit 2021 Bestandteil der europäischen Klimapolitik. Mit dem neuen Rahmen will die EU-Kommission die bisherigen Maßnahmen stärker bündeln und die Anpassungsstrategie auf die nächste Ebene heben. Der neue Rahmen sei der „nächste Schritt“.
Vor allem fehle es bislang an einer klaren Koordinierung, meint Wolf. Es gebe zwar einige Programme und Forschungsförderungen, doch was fehle, sei eine zentrale Steuerung der Anpassungsmaßnahmen in der EU. Zugleich verweist Wolf auf die Belastungen für Haushalte durch höhere Energiepreise infolge der bisherigen Klimapolitik.
Anzeichen für eine veränderte Schwerpunktsetzung zeigen sich auch bei einzelnen klimapolitischen Entscheidungen. Im Folgenden zwei Beispiele:
Die EU-Kommission hat im Juli 2026 vorgeschlagen, die Regeln des EU-Emissionshandels gezielt zu überarbeiten und dabei die industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärker zu berücksichtigen.
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die CO₂-Vorgaben für neue Pkw ab 2035 zu lockern und den Herstellern mehr technologische Flexibilität einzuräumen.
Wolf führt den von ihm beobachteten möglichen Kurswechsel der EU vor allem auf pragmatische Erwägungen zurück. Die abgeschwächten Klimaszenarien mögen den Wandel politisch erleichtert haben, doch das Hauptmotiv in Ländern wie Deutschland und Polen war der innenpolitische Druck.
Die Installation von Klimaanlagen kann Abhilfe bei Hitze schaffen und die Zahl der Hitzetoten reduzieren.
Foto: Grégory Dziedzic / Hans Lucas / AFP via Getty Images
Wolf verweist auf höhere Energiepreise sowie mögliche Belastungen für Unternehmen und Arbeitsplätze. Für eine solche Politik sei es daher schwierig, gesellschaftliche Mehrheiten zu gewinnen. Maßnahmen zur Emissionsminderung ließen sich zunehmend schwerer durchsetzen.
Als aktuelles Beispiel nennt Wolf ETS2, das Emissionshandelssystem für Gebäude und Straßenverkehr. Dessen operativer Start wurde von 2027 auf 2028 verschoben. Anpassungsmaßnahmen hingegen, etwa zur Risikominimierung bei Katastrophen, könnten den Menschen unmittelbar zugutekommen. Darin sieht Wolf einen Anreiz für die EU-Kommission, ihre Strategie stärker in Richtung Klimaanpassung zu verlagern.
Global betrachtet stellt sich die Frage, wie groß die Wirkung wäre, wenn die EU-Emissionen wie geplant auf null sinken würden. Die Emissionen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern steigen weiterhin, während sie in Europa und den USA zurückgehen. Ein vollständiger Rückgang der EU-Emissionen würde die weltweiten Emissionen zwar verringern, allein jedoch nur einen begrenzten Einfluss auf die weitere globale Entwicklung haben.
Bei Betrachtung der physikalischen Zusammenhänge zeigen Untersuchungen – die davon ausgehen, dass die Emissionen des Menschen die Hauptursache für die Erwärmung sind –, dass die Auswirkungen auf die Temperatur erst nach langer Zeit spürbar werden. Die Wirkung von Emissionsminderungen auf die globale Temperaturentwicklung zeigt sich nicht unmittelbar, sondern über längere Zeiträume.
Auch nach dem Erreichen weltweiter Netto-Null-Emissionen würden sich die Auswirkungen des bereits erfolgten Klimawandels nicht unmittelbar zurückbilden. Kritiker argumentieren daher, dass die EU zunächst hohe Kosten für Emissionsminderungen trägt, deren unmittelbarer Einfluss auf die globale Temperaturentwicklung jedoch begrenzt sei.
Bisherige EU-Strategie eine Frage der Glaubwürdigkeit?
„Selbst wenn wir auf globaler Ebene Netto-Null erreichen würden, hätten wir einen gewissen Anstieg von Extremwetterereignissen und damit verbundene anhaltende Kosten. Das sagen die Klimamodelle“, sagt Wolf. „Für mich ist daher klar, dass Emissionsreduktionen nicht die einzige Lösung sein können, selbst wenn sie erfolgreich sind. Wir müssen in Anpassungsmaßnahmen investieren.“
Er ergänzt: „Dazu gehören beispielsweise eine andere Geländegestaltung beim Bauen, der Verzicht auf Bauvorhaben in Gebieten mit hohem Hochwasserrisiko und die Umstellung auf klimaresistente Nutzpflanzen.“
Das Motiv für die Emissionsfreiheit habe auch mit Glaubwürdigkeit und Psychologie zu tun. „Wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen, können wir nicht verlangen, dass der Rest der Welt es tut“, erklärt Wolf. Deshalb sei es lange Zeit ein heikles Thema gewesen, der Anpassung Priorität einzuräumen.
So sei es beispielsweise umstritten gewesen, den Ausbau von Klimaanlagen zu befürworten. Umweltpolitiker und Aktivisten argumentierten, dass diese Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel ein falsches Signal senden würde und der zusätzliche Energieverbrauch zu weiteren Emissionen führen könnte. Angesichts zunehmender Hitzebelastung wird nun jedoch der mögliche gesundheitliche Nutzen von Klimaanlagen stärker diskutiert.
Die Ukraine setzt für ihre Angriffe auf Ziele in Russland zumeist auf Drohnen. (Symbolbild) - Foto: Dan Bashakov/AP/dpa
Bei gegenseitigen nächtlichen Angriffen sind in Russland und der Ukraine mindestens zwölf Menschen getötet worden. Nach russischen Behördenangaben vom Sonntag wurden fünf Menschen in der Region Rostow getötet, zwei weitere Todesopfer gab es demnach in den Regionen Moskau und Belgorod.
Die ukrainischen Behörden meldeten fünf Todesofer sowie Schäden an einem der größten Stahlwerke des Landes. Die ukrainische Armee griff derweil Moskau mit hunderten Drohnen an.
In der russischen Region Rostow trafen ukrainische Angaben nach Angaben von Gouverneur Juri Slusar ein Wohngebiet und töteten fünf Menschen. In ganz Russland fing die Armee nach eigenen Angaben 822 Drohnen ab, die meisten davon flogen demnach in Richtung der Hauptstadt. Der Moskauer Regionalgouverneur Andrej Worobjow sprach von „einem der massivsten Drohnenangriffe in jüngster Zeit“.
In Podolsk in der Nähe Moskaus setzte eine Drohne ein Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries in Brand. Die Firma gilt wegen ihres breiten Angebots als „das russische Amazon“. Die Ukraine wirft Wildberries vor, in den Transport und die Lagerung von Waffen verwickelt zu sein und greift seit Monaten immer wieder Standorte des Händlers in Russland an.
Die russische Armee griff nach ukrainischen Angaben ein Stahlwerk des Konzerns Arcelor Mittal in Krywyj Rih an, der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Drohnen und Raketen töteten dort zwei Menschen, 14 weitere wurden verletzt. Das Werk stellte seine Produktion wegen der Schäden durch die Angriffe teilweise ein. Es gehört zu den größten in der Ukraine und beliefert die Rüstungsindustrie.
Ukrainischen Behörden zufolge töteten russische Raketen zwei weitere Menschen in der Region Saporischschja und einen Menschen in der Grenzregion Sumy. In der Region um die Hauptstadt Kiew sowie in Odessa im Süden und Dnipropetrowsk weiter im Osten des Landes wurden bei russischen Angriffen Dutzende Menschen verletzt.
In Kiew ertönte nächtlicher Luftalarm. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten kurz darauf mehrere Explosionen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte im Onlinedienst Telegram, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Er forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen.
Die Angriffen setzten in mehreren Stadtteilen Gebäude sowie einen beliebten Markt für seltene und antiquarische Bücher in Brand. Seine vier Stände seien allesamt niedergebrannt, sagte der Händler Dmytro Semenucha der Nachrichtenagentur AFP. „Hier gab es einen Laden. Und Bücher, und Flaggen aller Länder. Alles Mögliche. Und alles ist hin“, sagte der 45-Jährige.
„So weit die Russen mit ihren Raketen reichen können, greifen sie zivile Infrastruktur an“, erklärte Präsident Selenskyj am Sonntag. Innerhalb einer Woche sei die Ukraine mit mehr als 1550 Angriffsdrohnen, fast 1560 Lenkbomben und 62 Raketen angegriffen worden. Selenskyj forderte seine westlichen Verbündeten erneut auf, weiteres Material für die Luftabwehr zu liefern.
Russland greift die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Der vergangene Monat war der UN-Menschenrechtsmission zufolge der folgenschwerste für Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine seit Mai 2022: Bei russischen Angriffen wurden im Juli insgesamt 437 Menschen getötet und 2610 Menschen verletzt. Die Ukraine reagiert seit einigen Monaten mit Luftangriffen bis weit im Landesinneren Russlands.(afp/red)
Würde die Theorie der Spiegelwelt stimmen, gäbe es für jede Art Elementarteilchen einen entsprechenden „Zwilling“. - Foto: bestdesigns/iStock
In Kürze:
Laut einer Hypothese könnte im Weltall eine für uns unsichtbare Spiegelwelt existieren.
Sich dabei verwandelnde Elementarteilchen könnten so Erscheinungen wie die Dunkle Materie erklären.
Physiker aus der Schweiz sind dieser Idee nachgegangen und haben dafür 25 Milliarden ultrakalten Neutronen untersucht.
In ihrem Experiment konnten die Forscher keine Verwandlungin Spiegelneutronen feststellen und halten die Hypothese daher für unwahrscheinlich.
Es klingt wie eine Idee aus der Science-Fiction, doch sie stammt von renommierten Forschern aus der theoretischen Physik: Neben unserer gewöhnlichen Realität könnte es eine sogenannte Spiegelwelt geben. Dabei besäße jede Art Elementarteilchen einen entsprechenden „Zwilling“, sodass es Spiegelelektronen genauso wie Spiegelprotonen oder Spiegelneutronen gäbe.
Laut dieser Hypothese sind allerdings kaum Wechselwirkungen zwischen normalen und Spiegelteilchen zu erwarten. „Im Wesentlichen spüren sich beide Teilchensorten gegenseitig über die Gravitationskraft“, erklärte Geza Zsigmond, Wissenschaftler am Zentrum für Neutronen- und Myonenforschung des Paul Scherrer Instituts (kurz PSI) in der Schweiz.
Trotz jahrzehntelanger Suche konnten diese mysteriösen Spiegelteilchen nie nachgewiesen werden. Ergebnisse von jüngsten Experimenten in Frankreich haben die Hoffnung auf Spiegelneutronen leben lassen. Doch nun sehen PSI-Forscher mit ihrem neuen Experiment, das weltweit unübertroffene Präzision erzielt hat, die Sache anders: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kann man die Verwandlung von Neutronen in ihre Spiegelversion ausschließen.
Die Suche nach dem Unmöglichen?
Gerade weil Spiegelteilchen fast keine Wechselwirkung mit normaler Materie eingehen, ist die Suche nach ihnen sehr schwierig. Sie treten nur auf zwei Weisen mit unserer bekannten Materie in Kontakt: entweder über die Schwerkraft oder über seltene Oszillationen neutraler Teilchen.
Deshalb gelten Spiegelteilchen auch als Kandidaten für die sogenannte Dunkle Materie. Denn diese macht zwar wesentlich mehr Masse im Universum aus als unsere gewöhnliche Materie, aber ihre Natur ist völlig unverstanden. Gerade weil Spiegelteilchen so schwach mit unserer Welt wechselwirken, könnten sie für die Dunkle Materie verantwortlich sein.
„Es gibt keine Chance, die Existenz von Spiegelteilchen rein über die Schwerkraft nachzuweisen“, sagt Forschungsleiter Bernhard Lauss vom PSI. „Wir haben uns deshalb auf die andere Eigenschaft von Spiegelteilchen konzentriert, nämlich dass neutrale Teilchen gemäß dieser Hypothese zwischen unserer normalen Materie und der Spiegelwelt hin und her oszillieren könnten.“
Ein neutrales Teilchen wie das Neutron könnte also – sehr selten – einfach von unserer Weltbühne verschwinden und sich in ein Spiegelteilchen verwandeln. Nach einiger Zeit könnte es dann wie aus dem Nichts wieder auftauchen.
„Neutronen bieten sich für diese Untersuchung an, weil sie erstens elektrisch neutral sind und weil sie zweitens eine seltsame Eigenschaft besitzen“, ergänzt Zsigmond. „So scheinen Neutronen unterschiedliche Lebensdauern zu besitzen, je nachdem auf welche Weise man diese misst.“ Ein Teil dieser Diskrepanz könnte daran liegen, dass manche Neutronen während der Messung in die Spiegelwelt „abtauchen“.
Keine Hinweise auf eine Spiegelwelt gefunden
Um diesem eigenartigen Verhalten auf die Schliche zu kommen, haben die PSI-Forscher zusammen mit internationalen Kollegen ein ausgeklügeltes Experiment ersonnen. Sie haben Neutronen stark abgebremst und auf diese Weise sogenannte ultrakalte Neutronen erzeugt. Diese haben sie dann in einem speziellen, unmagnetischen Vakuum-Edelstahltank gefangen.
Auf diese Weise hat das Team alle fünf Minuten rund 1,5 Millionen Neutronen in dem Edelstahltank gespeichert. Nach jeweils rund 200 Sekunden wurde er entleert und die Forscher ermittelten, wie viele Neutronen noch erhalten waren. Würden Neutronen in dieser Zeit in die Spiegelwelt verschwinden, würden sie der Leerung entgehen und in der anschließenden Zählung fehlen. Dies wurde über mehrere Monate hinweg wiederholt, um alle relevanten Bereiche abzuscannen, bei denen Oszillationen zwischen Neutronen und Spiegelneutronen zu erwarten gewesen wären – doch ohne Erfolg.
„Mit diesen Ergebnissen lassen sich alle bisherigen Spekulationen zur Verwandlung in Spiegelteilchen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen“, so die Forscher.
Die Studie erschien am 28. Juli 2026 im Fachmagazin „Physical Review Letters“.