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Trump: Straße von Hormus soll „schon bald“ US-Territorium werden – Iran widerspricht

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und spielt eine zentrale Rolle im aktuellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die strategisch wichtige Meerenge nach einem Sieg über den Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen.
Bei einer politischen Veranstaltung in New York kündigte Trump an, dieser Schritt werde „schon bald“ erfolgen. „Nachdem wir den Iran besiegt haben, der gerade sehr deutlich besiegt wird, werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte der US-Präsident.
Trump machte zunächst keine Angaben dazu, wie ein solcher Gebietsanspruch rechtlich oder praktisch umgesetzt werden soll. Die Äußerung dürfte jedoch den Streit um die Kontrolle der Meerenge weiter verschärfen.

Trump beansprucht Kontrolle über wichtige Handelsroute

Trump hatte bereits zuvor erklärt, die USA hätten „vollständige Kontrolle“ über die Meerenge. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Ich denke, wir werden sie behalten.“ Die US-Seeblockade bezeichnete er als „eine Mauer aus Stahl“ und fügte hinzu: „Es gibt nichts, was der Iran dagegen tun kann.“
Bei seiner Rede verteidigte Trump zudem den US-Militäreinsatz gegen den Iran. Washington könne „nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt“. Den Iran bezeichnete er als „den weltweit führenden staatlichen Sponsor des Terrorismus“. Zugleich erklärte Trump, die Amerikaner zahlten „ein winziges bisschen mehr für ihr Benzin“, damit „ein sehr böses Land“ keine Atomwaffe bekomme.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Öl und Gas weltweit. Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots passieren die Meerenge auf dem Weg zu den internationalen Märkten.
Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Foto: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Iran weist Trumps Anspruch zurück

Die iranische Führung wies Trumps Äußerungen entschieden zurück. Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte: „Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.“ Die für die Weltwirtschaft wichtige Meerenge werde „nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen“.
Teheran betrachtet die Straße von Hormus als Teil seiner Hoheitsgewässer. Nach internationalem Recht gilt die Meerenge jedoch als internationale Wasserstraße, durch die Schiffe grundsätzlich frei passieren können.
Zuletzt versuchte der Iran, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Zudem drohte Teheran damit, die Meerenge geschlossen zu halten, solange die USA mehrere Forderungen nicht erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Beendigung der US-Angriffe, das Ende der Seeblockade und die Aufhebung der Sanktionen.

Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt

Seit Beginn des Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel ist der Schiffsverkehr in der Meerenge erheblich gestört. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde zuletzt erneut ein Schiff des staatlichen Ölkonzerns Adnoc angegriffen. Verletzte wurden dabei nicht gemeldet.
Die Störungen haben die Energiepreise weltweit beeinflusst. In den USA lag der durchschnittliche Benzinpreis am 14. August laut dem amerikanischen Automobilverband bei 4,08 Dollar (rund 3,50 Euro) pro Gallone (rund 4 Liter). Vor Beginn des Konflikts Ende Februar waren es demnach 2,98 Dollar (rund 2,55 Euro).

Waffenruhe und Verhandlungen unter Druck

Trumps Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Bemühungen um ein Ende des Konflikts ins Stocken geraten sind. Eine vereinbarte 60-tägige Waffenruhe läuft am Wochenende aus. Ob sie verlängert wird oder eine neue Vereinbarung zustande kommt, ist bislang offen.
Die Straße von Hormus ist an ihrer schmalsten Stelle nur rund 39 Kilometer breit. Iran und Oman beanspruchen jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone. Dadurch überschneiden sich die Hoheitsgewässer der beiden Anrainerstaaten.
Die US-Regierung hat zuletzt signalisiert, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter erhöhen zu wollen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Washington strebe eine „wirtschaftliche Isolation“ des Landes an.
„Wir sind von Epic Fury zu Economic Fury übergegangen. Und auf Anweisung des Präsidenten haben wir das Niveau noch einmal erhöht“, sagte Bessent. Zugleich kündigte er weitere Maßnahmen an: „Wir werden Maßnahmen ergreifen, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gesehen wurden.“
Nach seinen Angaben sollen verstärkter wirtschaftlicher Druck und anhaltende Seebeschränkungen miteinander verbunden werden. Diese sollen den Warenverkehr in den Iran und aus dem Land heraus verhindern.

US-Finanzminister Scott Bessent spricht bei einem Treffen im US-Finanzministerium in Washington, D.C. am 29. Mai 2025. Bessent nahm an einer öffentlichen Sitzung der Kommission für Finanzbildung und -aufklärung teil.

Foto: Anna Moneymaker/Getty Images.

Umsetzung von Trumps Vorstoß unklar

Ob Trump seinen angekündigten Gebietsanspruch tatsächlich umsetzen will, bleibt offen. Bereits zuvor hatte er eine stärkere Kontrolle der Straße von Hormus gefordert und zeitweise eine Maut für die Durchfahrt in Aussicht gestellt. Eine weitere Eskalation könnte den internationalen Schiffsverkehr beeinträchtigen und die Öl- und Energiepreise weltweit weiter steigen lassen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Says He’ll Declare the Hormuz Strait a US Territory ‘Pretty Soon’“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Taiwan bestätigt KI-gestützten Cyberangriff auf Behörden

Taiwan hat einen KI-gestützten Cyberangriff aus dem Ausland auf staatliche Behörden bestätigt. Die Cyberüberwachung habe den „ungewöhnlichen Angriff“ im Juli entdeckt, teilte das Digitalministerium mit. Seit dem 20. Juli seien Warnungen herausgegeben sowie Untersuchungen und Gegenmaßnahmen eingeleitet worden.
Die Hacker hätten manuelles Vorgehen mit KI-Agenten wie Open Claw kombiniert. Welche Behörden betroffen waren und ob Daten gestohlen wurden, teilte das Ministerium nicht mit.
Auch China, dem Taiwan immer wieder Hackerangriffe vorwirft, wurde nicht erwähnt. Die betroffenen Stellen hätten ihre Maßnahmen inzwischen abgeschlossen.

KI-Agenten arbeiten wie ein Hackerteam

Die britische Zeitung „Financial Times“ hatte einen Tag zuvor unter Berufung auf das israelische Cybersicherheitsunternehmen Dream über einen neuartigen Angriff mutmaßlich mit China verbundener Hacker berichtet.
Dream zufolge bauten die Angreifer aus frei verfügbaren KI-Agenten ein weitgehend autonom arbeitendes Werkzeug, das sich wie ein koordiniertes Hackerteam verhalten habe.
Anfang Juli habe das System über vier Tage zeitweise bis zu acht KI-Agenten gleichzeitig eingesetzt. Sie hätten 21 Netzwerke staatlicher Stellen erfasst, nach Schwachstellen gesucht und bei Widerstand ihre Vorgehensweise verändert.
Mindestens 85 Regierungskonten seien geknackt und mehr als 2.500 Personaldatensätze abgezogen worden. Der Angriff habe sich auch gegen Taiwans Atomaufsicht und mindestens sieben Energieunternehmen gerichtet.

Verdacht auf Verbindung nach China

Dream ordnete die Attacke keiner bestimmten Hackergruppe zu. Vereinfachte chinesische Schriftzeichen in der internen Kommunikation deuteten den Forschern zufolge jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Betreiber mit Verbindung zur Volksrepublik hin.
China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und will die demokratisch regierte Insel notfalls mit militärischer Gewalt mit dem Festland vereinigen. (dpa/red)
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Israelische Siedler belagern Palästinenser – US-Botschafter spricht von „Terrortat“

Eine seit Tagen andauernde Belagerung von Palästinensern im Westjordanland durch extremistische israelische Siedler hat eine unüblich scharfe Kritik des US-Botschafters in Israel hervorgerufen. Die israelische Armee ging gegen die Siedler vor, diese blieben Augenzeugenberichten zufolge jedoch vor Ort.
„Die Handlungen derjenigen, die diese schreckliche Terrortat verübt haben, um diese Familie einzuschüchtern und zu drangsalieren, sind widerlich“, schrieb der US-Botschafter Mike Huckabee im Onlinedienst X. Huckabee ist sonst ein Befürworter israelischer Siedlungen im Westjordanland.
Er bezeichnete das Verhalten der israelischen Siedler als „Rowdytum“ und erklärte, die israelische Armee habe auf Ersuchen Washingtons hin in dem Fall eingegriffen.

Siedler belagern Bewohner seit 9. August

Seit Sonntag blockieren Siedler im Dorf Kusra nahe der palästinensischen Stadt Nablus im Norden des Westjordanlandes palästinensische Häuser, darunter eines im Besitz eines US-Bürgers.
Bewohner berichteten, sie seien von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern abgeschnitten. „Bisher konnte niemand Lebensmittel und Vorräte zu uns bringen, weil das Gebiet von der Armee völlig abgeriegelt ist“, sagte Aisha Hassan, die in einem der belagerten Häuser eingeschlossen ist. „Die Siedler sind in den umliegenden Gebieten auf dem angrenzenden Hügel verteilt.“
Am 12. August zerstörte das Militär zunächst ein Zelt der Siedler, die ungeachtet dessen vor Ort blieben. In der Nacht zum 13. August ging die Armee nach eigenen Angaben erneut gegen die Siedler vor. Dabei seien zwei Außenposten abgebaut und ein israelischer Bürger festgenommen worden. Die Siedler setzten ihre Belagerung Augenzeugen zufolge jedoch weiterhin fort.
Laut der israelischen Epoch verstärkte das Militär seine Kräfte vor Ort und schickte ein neues Bataillon in die Region.
Der Bürgermeister von Kusra, Abdel Asim Wadi, erklärte, die israelische Armee habe vorübergehende Räumungsanordnungen für die belagerten palästinensischen Häuser erlassen.

Am 11. August 2026 zerstörte Israel das Haus des Palästinensers Farouk Ramadan, der am 24. Juli in Zusammenstößen mit israelischen Siedlern im palästinensischen Dorf Tell im Westjordanland beteiligt war und dabei ums Leben kam. Damals wurden zwei Menschen getötet.

Foto: Jaafar Ashtiyeh/AFP via Getty Images

Früherer deutsche Botschafter kritisiert die Siedlungspolitik

Am 12. August hatte der frühere deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, die israelische Siedlungspolitik scharf kritisiert. „Das ist Vertreibung mit Mitteln der psychologischen und der realen Gewalt“, sagte Seibert dem „Magazin“ der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Die deutsche Staatsräson gelte für Israel in seinen international anerkannten Grenzen, betonte Seibert. „Aber das gilt nicht gegenüber den Siedlern im Jordantal.“
Huckabees scharfe Kritik ist vor allem aufgrund seiner Befürwortung des israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland bemerkenswert. Der evangelikale Pastor hat in der Vergangenheit außerdem einen palästinensischen Staat abgelehnt.

Das Westjordanland ist in drei Zonen geteilt

Der Vorfall nahe Nablus fand laut der israelischen Epoch in der Zone B statt. Während des Oslo-Friedensprozesses in den neunziger Jahren stand eine Zwei-Staaten-Lösung im Fokus der Bemühungen. Der damalige israelische Ministerpräsident Jizchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat unterzeichneten das Abkommen im September 1995 in Washington.
Unter „Oslo II“ wurde das Westjordanland in die Zonen A, B und C aufgeteilt. Die A-Zone steht seither völlig unter palästinensischer Kontrolle, die B-Zone unter palästinensischer Zivilverwaltung und israelisch-palästinensischer Sicherheitskontrolle und die C-Zone unter zivil- und sicherheitsrechtlicher Kontrolle Israels.
Das Interimsabkommen sollte 1999 auslaufen, wurde seither jedoch von beiden Seiten stillschweigend beibehalten.

Israelische Siedlung wiedereröffnet

Zeitgleich zu der Belagerung nahe Nablus wurde in Ganim im Norden des Westjordanlandes die Wiedereröffnung einer israelischen Siedlung gefeiert. Die Siedlung war vor mehr als 20 Jahren im Rahmen eines Rückzugsplans der damaligen israelischen Regierung abgebaut worden.

Israelische Siedler am 13. August 2026 nach der Wiedereröffnung einer Siedlung in Ganim im Westjordanland. Die Siedlung war vor mehr als 20 Jahren im Rahmen eines Rückzugsplans der damaligen Regierung abgebaut worden, die durch den Rückzug aus dicht besiedelten palästinensischen Gebieten Spannungen abbauen wollte.

Foto: Ilia Yefimovich/AFP via Getty Images

An der Eröffnungsfeier nahmen mehrere Vertreter der israelischen Regierung teil, unter ihnen Verteidigungsminister Israel Katz. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben. (afp/red)
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Iran an Trump: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert“

Der Iran hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus hätten.
Die Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus änderten nichts an der Realität, erklärte Irans neue Behörde für die Meerenge (PGSA) auf der Plattform X. „Die Straße von Hormus bleibt blockiert und wird erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen des Irans akzeptiert werden.“
Trump hatte zuletzt wiederholt erklärt, die USA hätten die volle Kontrolle über die Meerenge. „Sie gehört uns“, sagte er am Dienstagabend. Die Iraner hätten keine Kontrolle. Irgendwann würden die Iraner „vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt“.

UKMTO: Zahl der Schiffspassagen durch Hormus weiter gering

Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) berichtete zuletzt, Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an.
Sie zeigten, dass der Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen. Handelsschiffe verkehrten nur auf reduziertem Niveau.
Die Kriegsparteien ringen schon länger um die vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Straße von Hormus.
Der Iran verlangte dafür zuletzt neben einem Ende sämtlicher US-Drohungen gegen das Land, einer Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen sowie einem Abzug der US-Streitkräfte aus der Region unter anderem eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden. (dpa/red)
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Küstenwache: Sechs Tote bei Huthi-Angriffen auf Frachter vor der Küste des Jemen

Bei zwei aufeinanderfolgenden Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz auf einen Frachter nahe der Meerenge Bab al-Mandab sind der jemenitischen Küstenwache zufolge mindestens sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden.
Zunächst seien vier Besatzungsmitglieder der „Tihamah“ bei einer ersten Attacke ums Leben gekommen. Anschließend seien bei einem zweiten Angriff zwei Angehörige der Rettungskräfte getötet worden.

Frachter gerät in Brand

Die erste Attacke habe einen Brand auf dem mit Nahrungsmitteln beladenen Frachter ausgelöst, erklärte die Küstenwache. Bei den vier getöteten Besatzungsmitgliedern handelte es sich demnach um drei Pakistaner und einen Indonesier.
Der zweite Angriff traf laut Küstenwache den Ort des Rettungseinsatzes und forderte dort „Tote und Verletzte unter den beteiligten Kräften“.

Widersprüchliche Angaben zur Ladung

Medien der Huthis bestätigten einen Angriff vor der jemenitischen Küste. Demnach transportierte das Schiff saudiarabische Militärausrüstung. Eine offizielle Stellungnahme der Huthi-Miliz lag zunächst nicht vor.
Das jemenitische Verkehrsministerium machte die „Huthi-Terrormilizen“ für die Toten, Verletzten und Schäden an dem Schiff verantwortlich. Das Schiff sei beim Durchqueren der Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden angegriffen worden.

Unterschiedliche Angaben zu den Opferzahlen

Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard nannte unterdessen eine niedrigere Opferzahl von drei Toten. Demnach wurden beim ersten Angriff zwei Besatzungsmitglieder getötet und vier weitere verletzt.
Die zur Unterstützung des Schiffes entsandte Küstenwache sei anschließend unter Beschuss geraten. Dabei sei ein weiterer Mensch getötet worden.

Huthis kündigten Seeblockade gegen Saudi-Arabien an

Die Huthi-Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff sie nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an.
Vergangene Woche waren bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen Dutzende Menschen getötet worden.
Die Angriffe auf die Schifffahrt und saudiarabische Ölanlagen erfolgen parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus. (afp/red)
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Israel und Libanon setzen Friedensgespräche im September fort

In der italienischen Hauptstadt Rom soll es im September eine neue Gesprächsrunde über ein Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon geben. „Die politischen Vertreter werden Anfang September in Rom zusammenkommen – bis dahin werden die Gespräche in Beirut, Jerusalem und Washington fortgesetzt“, erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Dienstag, den 11. August.
Die US-Regierung zeigte sich „zuversichtlich“ hinsichtlich des weiteren Verlaufs.

Rahmenabkommen sieht Entwaffnung der Hisbollah vor

Israel und der Libanon hatten sich im Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Vorgesehen sind die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, ein schrittweiser Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon sowie die Stationierung der libanesischen Armee in der Region.
Zunächst soll dies in zwei sogenannten Pilotzonen umgesetzt werden. Später sollen weitere Gebiete folgen. In Rom fand vergangene Woche bereits die siebte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon statt.

Erste Schritte bereits umgesetzt

Nach Angaben des US-Diplomaten wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Die libanesische Armee sei inzwischen in den beiden Pilotzonen aktiv. Zudem hätten die Arbeitsgruppen ihre Formulierungen, Karten und Verfahren aufeinander abgestimmt.
Als nächsten Schritt soll die libanesische Regierung „detaillierte Fahrpläne für die Sicherung neuer Gebiete vorlegen“.

Hisbollah lehnt Gespräche ab

Während die libanesische Regierung mit Israel verhandelt, lehnt die pro-iranische Hisbollah die Gespräche ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Die Miliz hatte den Libanon in den Irankrieg hineingezogen. Kurz nach Beginn des Krieges feuerte sie Raketen auf Israel. Israel reagierte mit Angriffen und einer Bodenoffensive. (afp/red)
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Warum die Gewalt im Jemen wieder aufflammt

Im Krieg in Nahost droht sich eine weitere Front zu öffnen. Immer wieder gibt es derzeit Angriffe im Jemen, einem Land auf der Arabischen Halbinsel. Der Konflikt dort ist im Zuge des Irankriegs wieder eskaliert. Das sind die Hintergründe:

Anerkannte Regierung gegen Huthi

Die international anerkannte Regierung im Jemen kämpft zusammen mit dem Nachbarland Saudi-Arabien seit mehreren Jahren gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz. Diese hatte den Jemen 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt.
Die Huthi kontrollieren seitdem vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer – einschließlich der Hauptstadt. Dort setzt die Miliz, die sich offiziell als „Ansar Allah“ („Unterstützer Gottes“) bezeichnet, ihre Ideologie gewaltsam durch.
Ziel der Angriffe der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition war es, die jemenitische Regierung zu unterstützen und den Einfluss der Huthi – und damit des Irans – im Land zurückzudrängen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
In dem Krieg kamen durch direkte militärische Folgen mehr als 150.000 Menschen ums Leben.

Was hat die aktuellen Angriffe ausgelöst?

Die aktuelle Eskalation wurde im Juli durch Luftangriffe in der von den Huthi kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa ausgelöst.
Die international anerkannte Regierung des Landes wollte eigenen Angaben zufolge die Landung eines iranischen Flugzeugs auf jemenitischem Boden verhindern. Die Koalition mit Saudi-Arabien kontrolliert den Zugang zum jemenitischen Luftraum und schränkt dabei insbesondere den internationalen Flugverkehr zum Flughafen Sanaa stark ein.
Mit dem Vorhaben, ein iranisches Flugzeug in der Hauptstadt landen zu lassen, wollten die Huthi Fachleuten zufolge die Kontrolle über den jemenitischen Luftraum infrage stellen.
Beobachter wie die Denkfabrik International Crisis Group gehen davon aus, dass die Huthi sich durch den Verlauf des Irankriegs gestärkt sehen. Der Iran habe den Plan der Miliz unterstützt. Die Denkfabrik sprach von einem „Kurswechsel“, da sich Teheran in den vergangenen Jahren für eine Entspannung der Lage im Jemen eingesetzt habe.
Die Huthi machten Saudi-Arabien für den Angriff auf den Flughafen in Sanaa Mitte Juli verantwortlich und erklärten eine „Blockade“ der Seefahrt für den einflussreichen Golfstaat. Die vom Iran unterstützte Miliz griff seitdem auch mehrere saudische Schiffe sowie Ziele in dem Golfstaat an.

Huthi kooperieren eng mit dem Iran

Ohne die Hilfe aus Teheran hätten die Huthi ihr Waffenarsenal – darunter Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern – nach Einschätzung von Experten nicht aufbauen können. Die Waffen sollen auf dem Seeweg in den Jemen geschmuggelt worden sein.
Eine Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte soll zudem auch Kämpfer der Huthi ausgebildet haben. Der Iran hat in der Vergangenheit bestritten, die Huthi finanziell oder mit Waffen zu unterstützen.
Für die Huthi bestimmte Waffen aus dem Iran sollen Beobachtern zufolge über den Seeweg in den Jemen geschmuggelt werden. (Archivbild)

Für die Huthi bestimmte Waffen aus dem Iran sollen Beobachtern zufolge über den Seeweg in den Jemen geschmuggelt werden. (Archivbild)

Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa

Teheran hat seit den 1990er Jahren mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine „Achse des Widerstands“ gegen Israel aufgebaut, zu der neben den Huthi auch die Hamas gehört. Nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 erklärten die Huthi ihre Solidarität mit der Terrororganisation und griffen seitdem auch Israel sowie Handelsschiffe im Roten Meer an.

Ist eine weitere Eskalation zu erwarten?

Beobachter halten eine weitere Eskalation für wahrscheinlich. Sie könnte weit über den Jemen hinaus Folgen haben.
Weitere Angriffe auf Schiffe könnten den Verkehr durch das Rote Meer und die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab erneut beeinträchtigen. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.
Sie hat als Umgehungsroute für die durch den Iran-Krieg bereits stark beeinträchtigte Straße von Hormus etwa bei Ölexporten Saudi-Arabiens zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Huthi-Miliz hatte den Welthandel durch Angriffe im Roten Meer in Solidarität mit der Hamas im Gazastreifen ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt.
Zugleich könnte ein neuer Krieg die ohnehin schwierigen Bemühungen um eine politische Lösung im Jemen um Jahre zurückwerfen. Der Konflikt droht damit erneut zu einem Schauplatz der regionalen Auseinandersetzung zwischen Iran und seinen Gegnern zu werden.

Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Der Krieg hat nach 2014 im Jemen in eine humanitäre Katastrophe ausgelöst – Millionen Menschen sind dort auf Hilfe angewiesen. Trotz eigener Öl- und Gasvorkommen ist der Jemen eines der ärmsten und am schlechtesten entwickelten Länder der Welt. Zudem flammte der Konflikt auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf.
Der Jemen ist seit Jahrzehnten geplagt von Spaltungen entlang konfessioneller, regionaler und Stammesgruppen. Das Land war von 1967 bis 1990 zweigeteilt. Auch sind Extremisten in dem Land aktiv, immer wieder gibt es Anschläge und Entführungen. (dpa/red)
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Syrien verhängt Todesstrafe gegen Baschar al-Assad

Ein syrisches Gericht hat den gestürzten Präsidenten des Landes Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihm wurde vorsätzlicher Mord an mehreren Menschen, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. 
Die Richter begründeten ihr Urteil mit „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.
Assad hält sich derzeit in Russland auf, das ihn bislang nicht an Syrien ausgeliefert hat. Das Urteil des vierten Strafgerichts in der Hauptstadt Damaskus wurde live im syrischen Staatsfernsehen verlesen.

Der Prozess begann im April

Der Prozess gegen den früheren Machthaber selbst und dessen Umfeld war im April eröffnet worden. Die neue syrische Führung will die früheren Verantwortlichen von Assads Sicherheits- und Regierungsapparat zur Verantwortung ziehen.
Während des 13-jährigen Bürgerkriegs in Syrien wurden zwischen 2011 und 2024 mehr als eine halbe Million Menschen getötet. Im Dezember 2024 stürzten Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz den langjährigen Machthaber.
Der ehemalige HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa führt die derzeitige syrische Übergangsregierung als Präsident an.
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich in einer Pressekonferenz mit Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa.

Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich in einer Pressekonferenz mit Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa im März 2026.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Weitere Urteile

Zum Tode verurteilt wurde auch der frühere hochrangige Sicherheitsverantwortliche Atef Nadschib, ein Cousin Assads. Nadschib wurde wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ schuldig gesprochen, die er nach Überzeugung der Richter als Leiter der Sicherheitsbehörden in der syrischen Provinz Daraa begangen hatte.
Unter anderem wurden ihm die „vorsätzliche Tötung von Kindern unter 15 Jahren“ und „Folter mit Todesfolge“ zur Last gelegt.
In Daraa hatten 2011 die Aufstände gegen Assad begonnen, nachdem Jugendliche regierungskritische Graffiti an die Wände ihrer Schule gesprüht hatten und festgenommen wurden. Daraus entwickelte sich der fast 14-jährige Bürgerkrieg.
Nadschib ist einer der wenigen Schlüsselfiguren der Assad-Regierung, die selbst in Syrien vor Gericht steht. Er war im Januar 2025, wenige Wochen nach dem Sturz der Assad-Regierung, in der syrischen Hafenstadt Latakia festgenommen worden.

Syrische Kurden, die in Vertriebenenlagern in der Stadt Hasakeh gelebt haben, bereiten sich am 10. August 2026 darauf vorb, nach Jahren der Vertreibung in die nordöstliche Grenzstadt Ras al-Ain zurückzukehren.

Foto: Delil Souleiman/AFP via Getty Images

Menschen trafen sich vor dem Gerichtsgebäude

Auch Assads Bruder Mahir al-Assad sowie weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihnen wurden vorsätzlicher und geplanter Mord sowie Folter mit Todesfolge zur Last gelegt.
Vor dem Justizpalast in Damaskus versammelten sich während der Urteilsverkündung Dutzende Menschen. Nach dem Todesurteil gegen Nadschib brachen Jubel und Freudenschreie aus, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete.
Einige Menschen hielten Bilder von Personen hoch, deren Tod Nadschib vorgeworfen wird. Auch in Daraa hat es Augenzeugenberichten zufolge Freudenbekundungen gegeben.
Bisher scheint eine Vollstreckung der Strafen unwahrscheinlich. Sollten sie jemals gefasst oder ausgeliefert werden, wartet auf sie in Damaskus umgehend der Strafvollzug oder ein neuer Prozess. (dpa/afp/red)
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Zeitung: Trump heimlich im Catering-Wagen aus Jet geschleust

Für US-Präsident Donald Trumps Rückflug nach dem NATO-Gipfel in der Türkei hat das Weiße Haus wegen einer vom Iran ausgehenden Bedrohung Berichten zufolge zu einer höchst ungewöhnlichen List gegriffen.
Der Präsident stieg in Ankara vor laufenden Kameras in eine alte Air-Force-One-Präsidentenmaschine ein, wie die „Washington Post“ unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter berichtet.
Er habe sich dann aber in einen an das Flugzeug angedockten Catering-Container begeben. In diesem sei er zu einer kleineren C-32A-Maschine gebracht worden und mit dem kleineren US-Militärflugzeug nach Großbritannien abgereist, hieß es weiter.
Auch die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten über das Täuschungsmanöver. Solche Catering-Lastwagen werden auf Flughäfen zum Verladen von Mahlzeiten für die Passagiere genutzt.
Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war.
Der Präsident stieg dort auch in die Maschine um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe, berichtete die „Washington Post“. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.

Zeitung: Selbst Mitarbeiter des Weißen Hauses wussten nichts

Der Zeitung zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war.
Auch eine Journalistengruppe, die den Präsidenten regelmäßig auf seinen Reisen begleitet, war an Bord der Maschine. Laut dem Bericht sollen sie nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt worden sein.
Die „Washington Post“ beruft sich in ihrem Bericht auf eingesehene Dokumente sowie auf Angaben eines mit dem Manöver vertrauten US-Beamten und einer weiteren Person, der Einzelheiten zu der Präsidentenreise bekannt sein sollen.
Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage nicht direkt zu dem Zeitungsbericht. Kommunikationsdirektor Steven Cheung verwies darauf, dass es – wie Trump kürzlich gesagt habe – viele Feinde Amerikas gebe, die es auf ihn abgesehen hätten. Man setze „jedes uns zur Verfügung stehende Mittel“ ein, um diesen Bedrohungen zu begegnen.
(dpa/afp/red)
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Russland: Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind in Nischnekamsk in der russischen Teilrepublik Tatarstan laut Behörden mindestens 13 Menschen getötet worden. Es seien auch 48 Menschen verletzt worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Kasan mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte offiziell Trauer in Tatarstan.
Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, hatte zuvor von einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen auf Industrieanlagen und zivile Objekte sowie von Toten berichtet.
Ukrainische Medien meldeten, dass dort eine der größten Ölraffinerien angegriffen worden sei. Später bestätigte der Generalstab in Kiew den Angriff auf die Raffinerie „Taneko“ in Nischnekamsk.

Ukrainische Drohnen auch über Westsibirien

Auch im westsibirischen Gebiet Tjumen kam es zu ukrainischen Drohnenangriffen. Nach Angaben des Gebietsgouverneurs Alexander Moor brach nach dem Absturz von „mehreren Drohnen“ auf dem Territorium eines Industrieunternehmens ein Brand aus.
Konkrete Aussagen zum Ort machte er nicht. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten allerdings Medienberichten zufolge Flammen um eine Raffinerie in Tobolsk. Die Industriestadt ist mehr als 2.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Kiew greift immer wieder Anlagen der russischen Ölindustrie an. Ziel sei es, der Kriegsmaschinerie Moskaus so die wichtigen Einnahmen etwa aus dem Export der Energie zu nehmen. Bei den ukrainischen Angriffen kamen zuletzt auch vermehrt Zivilisten ums Leben. (dpa/red)
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Bulgarien: Explosion mutmaßlich ukrainischer Drohne sorgt für Unmut

Die Explosion einer mutmaßlich ukrainischen Drohne nahe einer strategisch wichtigen Gaspipeline in Bulgarien hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Sofia und Kiew geführt. Nach einer ersten Untersuchung der Trümmer erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium am Samstag, es handle sich um einen Drohnentyp, der von den ukrainischen Streitkräften „häufig verwendet“ werde.
Kiew bestritt, vorsätzlich ein Fluggerät nach Bulgarien gelenkt zu haben. Derweil warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Kriegsbeginn vor den Folgen der verstärkten russischen Angriffe für den kommenden Winter.

Ursprung der Drohne unklar

„Derzeit deutet nichts darauf hin, dass es sich um einen vorsätzlichen Vorfall handelt“, erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium zu dem Drohnenvorfall. Die Ukraine stehe „in engem Kontakt mit der bulgarischen Seite, um die Umstände zu klären“, sagte der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj. „Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte kein Fluggerät vorsätzlich nach Bulgarien gelenkt haben.“
Ob die Drohne tatsächlich ukrainisch war, bestätigte Tychyj indes nicht. Außenministerin Welislawa Petrowa bestellte die ukrainische Botschafterin Olessia Ilaschtschuk für Montag ein.
Die mit Sprengstoff beladene Drohne war am Samstag nahe der Grenze Bulgariens zum EU- und Nato-Nachbarland Rumänien explodiert. Nach Angaben von Ministerpräsident Rumen Radew stürzte sie bei Kardam nahe dem Schwarzen Meer in ein Sonnenblumenfeld. Die Explosion ereignete sich demnach rund tausend Meter von einer Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline entfernt, die die Türkei mit der Ukraine verbindet. Verletzt wurde niemand.

Drohnen überfliegen zunehmend Nachbarländer

Radew zufolge führte die Drohne eine „erhebliche“ Menge Sprengstoff mit sich. Das Geräusch des Fluggeräts war zuvor von der rumänischen Grenzpolizei aufgezeichnet worden. Eine bulgarische Grenzpatrouille bemerkte anschließend eine laute Explosion und schwarzen Rauch. Weder Rumänien noch Bulgarien hatten die Drohne zuvor geortet. Radew sagte, Bulgarien habe seine Überwachung verstärkt.
In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern gegeben. Rumänien registrierte seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrfach Drohnenüberflüge und auch Abstürze auf seinem Staatsgebiet.

Selenskyj fordert in Serbien mehr Druck gegen Russland

Bulgarien hatte seine Militärhilfe für die Ukraine im Juni eingestellt. Der als pro-russisch geltende Radew erklärte damals, sein Land gehöre nicht zu der Koalition von Unterstützerstaaten, die Kiew mit Waffen versorge, und setze stattdessen auf diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Kriegs.
Der ukrainische Präsident Selenskyj besuchte unterdessen Serbien. Dort warnte er vor den Folgen der verstärkten russischen Angriffe für den kommenden Winter: Die Ukraine habe „praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr“, sagte Selenskyj nach Gesprächen mit Präsident Aleksandar Vucic in Belgrad.
„Die russischen Raketen zielen ganz konkret darauf ab, das Leben der Ukrainer unerträglich zu machen“, sagte der ukrainische Präsident. Wärmekraftwerke erzeugen Strom durch die Verbrennung von Kohle oder Gas und ergänzen in der Ukraine die Stromproduktion der Atomkraftwerke.

US-Unterstützung für Ukraine noch offen

Am Sonntag forderte Selenskyj nach neuen russischen Angriffen mit mehreren Toten „mehr Druck, mehr Sanktionen gegen Russland und mehr Luftabwehr für die Ukraine“.
Der US-Senat stimmte am Freitag zwar für verschärfte Sanktionen gegen Russland. Das Paket enthält Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, eine Reihe russischer Beamter, Oligarchen und Banken sowie gegen die sogenannte Schattenflotte, mit der Russland bestehende Sanktionen umgeht. Es geht nun ans US-Repräsentantenhaus, das wegen der Sommerpause erst im September über die Sanktionen abstimmen dürfte.

Vucic schließt militärische Zusammenarbeit aus

Serbiens Präsident Vucic schloss derweil eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine vorerst aus. „Wir haben heute und derzeit über keinerlei militärische Zusammenarbeit gesprochen“, sagte er. Was nach einem Ende des Kriegs geschehe, sei eine andere Frage. Vucic bekräftigte aber die Unterstützung seines Landes für die territoriale Integrität der Ukraine.
Die Aussagen sind wegen der traditionell engen Beziehungen Serbiens zu Russland bedeutsam. Belgrad ist zudem stark von russischen Gaslieferungen abhängig und eines der wenigen europäischen Länder, die sich den Sanktionen gegen Moskau nicht angeschlossen haben.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus gab unterdessen bekannt, dass ein Lager für medizinische Hilfsgüter in der ukrainischen Stadt Dnipro zerstört worden sei. Opfer seien zunächst nicht verzeichnet worden. Die WHO machte niemanden für die von ihr registrierten Angriffe verantwortlich. (afp/red)
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Treffen in Belgrad: Ukraine hat keine intakten Wärmekraftwerke mehr, sagt Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Beginn des Ukrainekriegs vor den Folgen der russischen Angriffe für den kommenden Winter gewarnt.
Die Ukraine habe „praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr“, sagte Selenskyj am Samstag nach Gesprächen mit Präsident Aleksandar Vucic in Belgrad. Vucic schloss eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine vorerst aus, bekräftigte aber die Unterstützung Serbiens für deren territoriale Integrität.
Der Besuch Selenskyjs in Serbien ist politisch komplex. Belgrad ist traditionell eng mit Moskau verbunden und stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Den westlichen Sanktionen gegen Moskau hat sich Serbien nicht angeschlossen.
Zugleich unterhält Belgrad Beziehungen zu Kiew und hat die Ukraine mit ziviler Hilfe unterstützt. Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter hatte AFP vor Selenskyjs Reise gesagt, Kiew wolle „die Serben von der Seite Russlands wegziehen“.

Selenskyj forderte schärfere Sanktionen

„Die russischen Raketen zielen ganz konkret darauf ab, das Leben der Ukrainer unerträglich zu machen“, sagte der ukrainische Präsident. Wärmekraftwerke erzeugen Strom durch die Verbrennung von Brennstoffen wie Kohle oder Gas und ergänzen in der Ukraine die Stromproduktion der Atomkraftwerke. Mit Vucic habe er über die „Herausforderungen gesprochen, vor denen die Ukraine in diesem Winter stehen wird“.
Selenskyj forderte zugleich schärfere Sanktionen, um die Lieferung von Bauteilen für russische Raketen zu unterbinden. Solche Komponenten gelangten aus „fast allen Kontinenten, einschließlich von unseren engen Partnern“ nach Russland, sagte er.
Der US-Senat stimmte am 7. August mit großer Mehrheit für neue Sanktionen gegen Russland. Das Paket zielt insbesondere auf die russische Öl- und Gasindustrie und sieht auch Zölle gegen wichtige Abnehmer russischer Energieträger wie China und Indien vor.

Serbien stoppte Ausfuhr von Waffen

Bei den Gesprächen in Belgrad blieb eine militärische Zusammenarbeit nach Angaben Vucics außen vor. „Wir haben heute und derzeit über keinerlei militärische Zusammenarbeit gesprochen“, sagte der serbische Präsident.
Was nach einem Ende des Kriegs geschehe, sei eine andere Frage. Zugleich bekräftigte Vucic, die Unterstützung Serbiens für die territoriale Integrität der Ukraine bleibe unverändert.
Der russische Auslandsgeheimdienst SVR hatte serbischen Rüstungsunternehmen im Mai 2025 vorgeworfen, über Drittstaaten Munition an die Ukraine zu verkaufen. Vucic kündigte daraufhin an, verdächtige Lieferverträge zu stoppen, und erklärte später, Serbien habe sämtliche Ausfuhren von Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung eingestellt. (afp/red)
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Oman bezeichnet Hormus-Gespräche mit Iran als „positiv“

Oman hat die Gespräche mit dem Iran über die Schifffahrt in der Straße von Hormus als „positiv und konstruktiv“ bezeichnet, zugleich aber vor weiteren Angriffen auf Schiffe gewarnt.
Das Außenministerium in Maskat verurteilte die „wiederholten Angriffe“ auf Schiffe in der Meerenge, ohne den Iran ausdrücklich zu nennen. Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Angriffen, für die unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran verantwortlich machen.

Oman-Gespräche nähern sich der „Endphase“

Das omanische Außenministerium rief dazu auf, Handlungen zu unterlassen, die den diplomatischen Prozess gefährden könnten.
Der Iran hält die strategisch wichtige Meerenge, durch die vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verlief, faktisch blockiert.
Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Samstag, die Gespräche mit Oman näherten sich der „Endphase“. Dies sei jedoch „kein Zeichen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus“. Dafür müssten weitere Bedingungen erfüllt werden.
Auch die iranischen Revolutionsgarden betonten, die Öffnung der Meerenge sei von den Gesprächen mit Oman getrennt zu betrachten.

Schiffe beschossen

Am Samstag wurde unterdessen ein zweites Schiff in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Das Schiff sei von einem „Geschoss unbekannter Herkunft“ getroffen worden, teilte die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO mit. Ein dadurch ausgelöster Brand sei gelöscht worden. Die Besatzung sei unverletzt.
Wenige Stunden zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran für einen Raketenangriff auf einen Tanker des staatlichen Ölkonzerns ADNOC verantwortlich gemacht.
ADNOC zufolge wurden seit Beginn des Iran-Kriegs 15 Schiffe des Konzerns in der Straße von Hormus angegriffen, drei davon allein in dieser Woche. (afp/red)
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Selenskyj erstmals seit Beginn von Ukraine-Krieg in Serbien – Treffen mit Vucic

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukraine-Kriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.

Gespräche über Wirtschaft und Sicherheit

Offizielle Gespräche der beiden Präsidenten sind für Samstag im Präsidentenpalast geplant. Anschließend wollten sie nach Angaben des serbischen Präsidialamts vor die Presse treten. Selenskyj kündigte zudem Gespräche mit Regierungschef Djuro Macut an.
Themen seien eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Beziehungen zur EU und „Sicherheitsfragen“, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. Vucic hatte bereits zuvor gesagt, es solle auch um die Zusammenarbeit im Energiebereich gehen.
Der Besuch ist politisch heikel: Serbien gilt als eines der Moskau am nächsten stehenden Länder Europas und ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Den wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten westlichen Sanktionen gegen Russland hat sich Belgrad nicht angeschlossen.
Vucic stellte vor Selenskyjs Besuch klar, dass sich daran vorerst nichts ändern werde. Serbien habe seine Haltung „vor viereinhalb, fast fünf Jahren“ festgelegt und seitdem nicht geändert. „Das wird bis auf Weiteres so bleiben“, sagte der Präsident.

Kosovo als Verbindungspunkt

Ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Belgrad und Kiew ist allerdings die Kosovo-Frage. Die Ukraine erkennt die 2008 erklärte Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz Kosovo nicht an. Vucic hat diese Haltung Kiews in der Vergangenheit wiederholt gelobt.
Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter hatte AFP vor der Reise gesagt, Kiew wolle „die Serben von der Seite Russlands wegziehen“. Selenskyjs Besuch sei für Moskau „ein Schlag ins Gesicht“.
Als besonders heikel gelten mögliche Waffenlieferungen. Der russische Auslandsgeheimdienst SVR hatte serbischen Rüstungsunternehmen im Mai 2025 vorgeworfen, trotz der offiziellen Neutralität Belgrads über Drittstaaten Munition an die Ukraine zu verkaufen. Vucic kündigte daraufhin an, verdächtige Lieferverträge zu stoppen. Später erklärte er, Serbien habe sämtliche Ausfuhren von Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung eingestellt.

Belgrad hält Kontakt zu Kiew

Zugleich unterhält Belgrad weiterhin Kontakte zu Kiew. Vucic nahm im Juni 2025 an einem regionalen Gipfel in Odessa teil und reiste im Juli erneut nach Kiew. Serbien unterstützte die Ukraine zudem mit ziviler Hilfe, ohne sich einer gemeinsamen politischen Unterstützungserklärung anzuschließen.
Offiziell strebt Serbien einen Beitritt zur EU an. Die engen Beziehungen zu Moskau und die Weigerung, sich den Sanktionen gegen Russland anzuschließen, belasten jedoch das Verhältnis zu Brüssel. (afp/red)
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UN fordert Ende der Angriffe auf Wohngebiete in Russland und Ukraine

UN-Generalsekretär António Guterres hat Russland und die Ukraine zur sofortigen Einstellung ihrer Angriffe auf bewohnte Gebiete aufgerufen.
Die jüngsten Attacken folgten einem „alarmierenden Muster eskalierender Angriffe auf bewohnte Gebiete“, sagte Guterres‘ Sprecher Farhan Haq am Donnerstag, den 6. August, in New York. Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen eindeutig gegen das humanitäre Völkerrecht und müssten sofort unterbleiben.

UN verurteilt Angriffe beider Seiten

Guterres verurteile die jüngsten großangelegten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte ebenso wie die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf mehrere Regionen Russlands, sagte Haq weiter.
Bei einem russischen Angriff auf Kiew und die umliegende Region waren in dieser Woche mindestens 17 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Bei ukrainischen Angriffen auf Russland kamen mehrere Menschen ums Leben.

Angriffe zuletzt deutlich verstärkt

Beide Seiten hatten ihre gegenseitigen Angriffe zuletzt intensiviert. Die Ukraine attackierte nach eigenen Angaben unter anderem Raffinerien in den russischen Regionen Baschkortostan und Jaroslawl, die Hunderte Kilometer von der Front entfernt liegen.
Russland setzte seine Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur fort.

Zahl der getöteten Zivilisten steigt

Nach Angaben der UNO ist die Zahl der getöteten Zivilisten in dem Konflikt im laufenden Jahr gestiegen.
Der Krieg begann im Februar 2022 mit der großangelegten russischen Offensive gegen die Ukraine. Anzeichen für eine Friedensvereinbarung gibt es bislang nicht. (afp/red)
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Sprengstoff-Drohne am Flughafen: Dobrindt spricht von „hybridem Anschlagsszenario“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Dabei schließt er auch „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.
Es handele sich um ein „hybrides Anschlagsszenario“, sagte Dobrindt am Abend in einer Pressekonferenz am Flughafen. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden.
Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. Außerdem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um militärischen Sprengstoff handele.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.
Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
Die Sprengung des 800-Gramm-Sprengsatzes, gesprochen wird von einem Semtex-Sprengstoff, erfolgte laut der „Leipziger Landeszeitung“ kontrolliert gegen 17:15 Uhr auf einer Fläche auf dem Vorfeld der Südpiste.
Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, erklärte das sächsische Landeskriminalamt (LKA). An der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt.
Der Flughafen ist seit vielen Jahren ein wichtiger Wartungs- und Betriebsstandort für Antonow-Flugzeuge. Die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines betreibt hier seit 2006 eine Wartungsbasis, ein Großteil der An-124-Flotte wurde mit Beginn des Krieges nach Leipzig verlegt. Der Flughafen fungiert faktisch als deren europäische Basis, derzeit wird ein neuer Wartungshangar errichtet.

Lagebesprechung mit den Spitzen der Sicherheitsbehörden

Dobrindt hatte nach dem Vorfall seinen Sommerurlaub unterbrochen, um zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen Halle/Leipzig zu reisen.
In einer Pressekonferenz sagte er, alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Aber: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, so Dobrindt. Man habe es mit einem Wettbewerb zu tun, der „möglicherweise auch fremde Mächte“ mit einschließe, die offensichtlich zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten.
Mit hybriden Angriffen sind in der Regel Angriffe im Verborgenen gemeint, die nicht auf direkte Konfrontation abzielen, sondern Verunsicherung schaffen sollen. Dabei können verschiedene Instrumente wie Sabotage, wirtschaftlicher Druck oder Desinformation zusammenkommen.
Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Flughafenverband sieht Lücken

Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte etwa der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen.
In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.

Auf der Südpist des Flughafens Leipzig/Halle Airport.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Luftverkehrsexperte: Sicherheitslage noch nicht gut zu bewerten

Der Dresdner Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke sieht eine neue Dimension der Bedrohung für kritische Infrastruktur. Anders als bei bisherigen Drohnenvorfällen gehe es nicht mehr allein um die Gefahr einer Kollision mit einem Flugzeug oder Schäden durch die Drohne selbst.
Eine Sprengvorrichtung erhöhe das Gefahrenpotenzial erheblich, sagte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden dpa.
Die Ermittlungen müssten nun vor allem klären, woher die Drohne kam, wie sie unbemerkt in die Flugverbotszone des Flughafens gelangen konnte und warum sie erst auf der Start- und Landebahn entdeckt wurde. Zudem müsse überprüft werden, wie zuverlässig bestehende Sicherheitssysteme kleine Multicopter überhaupt erkennen können. Erst dann lasse sich die Sicherheitslage richtig bewerten.
Sollte sich ein gezielter Anschlagsversuch bestätigen, zeige der Vorfall, „dass wir in der Entdeckung derart kleiner Objekte an kritischen Infrastrukturen noch nicht gut sind“, sagte Fricke. Das gelte sowohl für die verfügbaren Technologien als auch für die Geschwindigkeit, mit der diese in der Praxis eingeführt würden.

Technik vorhanden – Einführung dauert zu lange

Grundsätzlich seien geeignete Technologien zur Drohnenerkennung verfügbar. Radar-, Laser-, Kamera- und Infrarotsysteme könnten miteinander kombiniert werden, um Drohnen möglichst früh zu entdecken. Mithilfe von Algorithmen lasse sich zudem ihre Flugbahn vorhersagen.
„Die Entwicklungen gehen auf prototypischer Ebene gut voran, aber die Implementierung am Markt beziehungsweise in den Einrichtungen muss schneller werden“, sagte Fricke. Aus Sicht Frickes sollten neue Systeme schneller aus der Forschung in die praktische Anwendung gelangen. Nicht alle Funktionen müssten dabei von Anfang an verfügbar sein. Stattdessen plädierte er für ein „gestaffeltes Implementieren“ neuer Technologien.
Als eine der größten technischen Herausforderungen bezeichnete Fricke die Vorhersage der Flugbahn einer bereits entdeckten Drohne. Gerade diese Fähigkeit sei entscheidend, um Sicherheitskräfte rechtzeitig reagieren zu lassen.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich der Luftverkehrsexperte wenig optimistisch. Auf die Frage, ob künftig häufiger mit vergleichbaren Vorfällen zu rechnen sei, antwortete er: „Leider ja, solange die Russland-Aggression nicht stoppt.“ (dpa/red)
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Sprengstoff-Drohne Am Flughafen: Dobrindt springt von „hybridem Anschlagsszenario“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Dabei schließt er auch „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.
Es handele sich um ein „hybrides Anschlagsszenario“, sagte Dobrindt am Abend in einer Pressekonferenz am Flughafen. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden.
Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. Außerdem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um militärischen Sprengstoff handele.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.
Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, erklärte das sächsische Landeskriminalamt (LKA). An der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt.

Lagebesprechung mit den Spitzen der Sicherheitsbehörden

Dobrindt hatte nach dem Vorfall seinen Sommerurlaub unterbrochen, um zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen Halle/Leipzig zu reisen.
In einer Pressekonferenz sagte er, alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Aber: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, so Dobrindt. Man habe es mit einem Wettbewerb zu tun, der „möglicherweise auch fremde Mächte“ mit einschließe, die offensichtlich zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten.
Mit hybriden Angriffen sind in der Regel Angriffe im Verborgenen gemeint, die nicht auf direkte Konfrontation abzielen, sondern Verunsicherung schaffen sollen. Dabei können verschiedene Instrumente wie Sabotage, wirtschaftlicher Druck oder Desinformation zusammenkommen.
Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Flughafenverband sieht Lücken

Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte etwa der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen.
In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.

Auf der Südpist des Flughafens Leipzig/Halle Airport.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Luftverkehrsexperte: Sicherheitslage noch nicht gut zu bewerten

Der Dresdner Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke sieht eine neue Dimension der Bedrohung für kritische Infrastruktur. Anders als bei bisherigen Drohnenvorfällen gehe es nicht mehr allein um die Gefahr einer Kollision mit einem Flugzeug oder Schäden durch die Drohne selbst.
Eine Sprengvorrichtung erhöhe das Gefahrenpotenzial erheblich, sagte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden dpa.
Die Ermittlungen müssten nun vor allem klären, woher die Drohne kam, wie sie unbemerkt in die Flugverbotszone des Flughafens gelangen konnte und warum sie erst auf der Start- und Landebahn entdeckt wurde. Zudem müsse überprüft werden, wie zuverlässig bestehende Sicherheitssysteme kleine Multicopter überhaupt erkennen können. Erst dann lasse sich die Sicherheitslage richtig bewerten.
Sollte sich ein gezielter Anschlagsversuch bestätigen, zeige der Vorfall, „dass wir in der Entdeckung derart kleiner Objekte an kritischen Infrastrukturen noch nicht gut sind“, sagte Fricke. Das gelte sowohl für die verfügbaren Technologien als auch für die Geschwindigkeit, mit der diese in der Praxis eingeführt würden.

Technik vorhanden – Einführung dauert zu lange

Grundsätzlich seien geeignete Technologien zur Drohnenerkennung verfügbar. Radar-, Laser-, Kamera- und Infrarotsysteme könnten miteinander kombiniert werden, um Drohnen möglichst früh zu entdecken. Mithilfe von Algorithmen lasse sich zudem ihre Flugbahn vorhersagen.
„Die Entwicklungen gehen auf prototypischer Ebene gut voran, aber die Implementierung am Markt beziehungsweise in den Einrichtungen muss schneller werden“, sagte Fricke. Aus Sicht Frickes sollten neue Systeme schneller aus der Forschung in die praktische Anwendung gelangen. Nicht alle Funktionen müssten dabei von Anfang an verfügbar sein. Stattdessen plädierte er für ein „gestaffeltes Implementieren“ neuer Technologien.
Als eine der größten technischen Herausforderungen bezeichnete Fricke die Vorhersage der Flugbahn einer bereits entdeckten Drohne. Gerade diese Fähigkeit sei entscheidend, um Sicherheitskräfte rechtzeitig reagieren zu lassen.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich der Luftverkehrsexperte wenig optimistisch. Auf die Frage, ob künftig häufiger mit vergleichbaren Vorfällen zu rechnen sei, antwortete er: „Leider ja, solange die Russland-Aggression nicht stoppt.“ (dpa/red)
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Israel-Libanon-Gepräche: Hisbollah-Tunnelsystem im Libanon wichtiges Thema in Rom

Inmitten anhaltender Spannungen kommen heute erneut israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens.
Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein.
Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär am Wochenende in mehreren Orten Sprengungen und gezielt Tunnel zerstört, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA.

Tunnel als Teil der Hisbollah-Militärstruktur

Die Hisbollah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet.
Das Tunnelnetzwerk der vom Iran unterstützten Organisation umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen.
Die Tunnel der Hisbollah sollen zentrales Thema bei den libanesisch-israelischen Gesprächen in Rom sein. (Archivbild)

Die Tunnel der Hisbollah sollen zentrales Thema bei den libanesisch-israelischen Gesprächen in Rom sein. (Archivbild)

Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Die Tunnel seien ein „äußerst wichtiger“ Bestandteil der militärischen Infrastruktur der Hisbollah, sagte der Libanon-Experte Nicolas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington dpa.
Kämpfer könnten sich durch sie unbemerkt unter der Erde bewegen. Das Tunnelsystem erstrecke sich über mehrere Landesteile bis in den nördlichen Teil der Bekaa-Ebene. Das Tunnelnetzwerk ist nicht landesweit miteinander verbunden.
Israel hat wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass Hisbollah-Kämpfer – auch unter Einsatz des Tunnelsystems – einen großangelegten Angriff auf den Norden Israels nach dem Vorbild des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verüben könnten.
Die „Washington Post“ berichtete bereits vor mehr als zwei Jahren unter Berufung auf einen Hisbollah-Vertreter, die Eliteeinheit Radwan sei für offensive Einsätze geschaffen worden, darunter auch grenzüberschreitende Angriffe auf Israel.

Tunnel-Strategie gegen Israels militärische Überlegenheit

Die Verlagerung militärischer Infrastruktur unter die Erde habe das Schlachtfeld grundlegend verändert, sagte der libanesische Militärfachmann Munir Schehadeh. Israel sei der Hisbollah überlegen und verfüge über eine Luftwaffe, Satellitenaufklärung, Drohnen, elektronische Überwachung und präzisionsgelenkte Waffen.

28. November 2025: ein Militärkonvoi auf dem Weg zu einem verlassenen Tunnel (nicht im Bild), der angeblich von der Hisbollah genutzt wurde, in einem bergigen Tal am Rande des südlichen Dorfes Zibqin (Libanon).

Foto: Anwar Amro/AFP via Getty Images

„Es ging darum, eine unterirdische militärische Infrastruktur aufzubauen, die Kämpfer, Waffen und Kommandozentren schützen und gleichzeitig den Betrieb auch unter intensiven Luftangriffen aufrechterhalten kann.“
Über Jahre hinweg habe die Hisbollah erheblich in ihre unterirdische Kriegsführung investiert. Das System habe viele seiner vorgesehenen Ziele erfüllt, auch wenn es Israel nicht daran hindern konnte, in den Südlibanon einzudringen und erhebliche Teile der militärischen Infrastruktur der Organisation zu zerstören.
Satellitenbilder zeigten, dass israelische Spreng- und Zerstörungsoperationen in einigen Dörfern im Südlibanon massive Zerstörung verursacht hätten, so Schehadeh.

Israel zerstört immer wieder Tunnel im Libanon

Das israelische Militär zerstört seit einigen Jahren immer wieder Tunnel der Hisbollah im Libanon – darunter auch einige, die bis nach Israel reichten. Bei den Einsätzen wurden nach libanesischen Angaben wiederholt auch Wohngebäude beschädigt.
Auch die UN-Friedenstruppen im Libanon entdeckten eigenen Angaben zufolge im Sommer 2025 ein umfangreiches Tunnelnetzwerk im Süden des Landes.
Zuletzt zerstörte Israels Armee eigenen Angaben zufolge einen Tunnel der Schiitenorganisation im Gebiet der historisch und strategisch wichtigen Burg Beaufort im Südlibanon. Dabei sollen rund 700 Tonnen Sprengstoff eingesetzt worden sein.
Die Burg soll israelischen und libanesischen Angaben zufolge dabei keinen Schaden genommen haben. Libanons Nachrichtenagentur berichtete, dass dabei ein 1.200 Meter langes Gebiet vom südlichen Ende der Burg „vollständig verwüstet“ worden sei.

Gespräche in Rom

Die libanesische und die israelische Regierung führen seit Mitte April erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Nachbarstaaten nicht. Vermittelt werden die Gespräche von den USA. Die Hisbollah nimmt daran nicht teil.
Trotz der Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin an einigen Stellen im Südlibanon stationiert und greift auch weiter aus der Luft an. Die Hisbollah selbst hat seit Beginn der jüngsten Waffenruhe keine Angriffe mehr gegen Israel unternommen.
Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah durch die libanesische Armee vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt.
Israel macht seine verbliebene Militärpräsenz von Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah abhängig. Die Hisbollah macht eine Kooperation von einem israelischen Abzug abhängig.
Die libanesische Regierung verfügt zugleich nur über begrenzte Möglichkeiten, die israelischen Forderungen umzusetzen. Die libanesischen Streitkräfte gelten als deutlich schwächer als die Hisbollah. Die Regierung will auch innenpolitische Spannungen vermeiden, sollte sie mit Gewalt gegen die Miliz vorgehen. (dpa/red)
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Militärschlag in letzter Sekunde gestoppt: Trumps finales Ultimatum an Teheran

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befinde sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben.
„Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran. Einmal mehr untermauerte er seine Worte dabei mit einer martialischen Drohung: „Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben“.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ des Irans gehen – das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Der US-Präsident hatte am Sonntag (Ortszeit) für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai informierte daraufhin allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Trump warf dem Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.
Im Weißen Haus bekräftigte Trump nun auch, dass eine wie auch immer geartete Lösung in der Straße von Hormus nicht beinhalten dürfe, dass der Iran dort Gebühren erhebe. (dpa/red)
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Trump über Iran-Gespräche: „letzte Chance“ für Teheran

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befände sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus.
Er bekräftigte, dass diverse Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus.
Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ des Irans gehen – das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Der US-Präsident hatte am Sonntag (Ortszeit) für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.
Aus dem Iran kam zunächst keine Bestätigung neuer Gespräche. „Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Gespräche führe sein Land mit dem Oman, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.
Bakaei bezeichnete die Verhandlungen mit dem Oman als „konstruktiv“. Sie zielten auf eine Einigung über eine neue Route durch die Meerenge ab. Solange die „US-Seeblockade“ iranischer Häfen andauere, werde sich an der Lage in der Meerenge jedoch nichts ändern, sagte der Sprecher.
Trump warf dem Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.

Diplomatisches Tauziehen am Golf und erneute Todesurteile im Iran

Der Iran kontrolliert die für den weltweiten Öl- und Gastransport wichtige Wasserstraße seit Beginn des Krieges Ende Februar. Er verlangt von Schiffen, eine von ihm festgelegte Route zu nutzen, eine Genehmigung einzuholen und Gebühren zu zahlen. Die USA lehnen dies ab.
Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel würden vorläufig auf weitere Angriffe auf den Iran verzichten. Der Iran und mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, weil es „Umrisse einer Vereinbarung“ gebe. Iranische Militärvertreter nannten aber die Darstellung, der Iran habe um einen Angriffsstopp gebeten, „nichts als eine neue Lüge“.
Noch am Freitag hatte Trump dem Iran mit neuen massiven Angriffen gedroht. Am Sonntag sagte er, der geplante Angriff wäre „der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“ gewesen. Neben dem Iran hätten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ihn gebeten, davon abzusehen.
Die USA und der Iran hatten im Juni ein Rahmenabkommen für den Weg zu einem dauerhaften Frieden geschlossen, das jedoch scheiterte. Mitte Juli nahmen die USA ihre Angriffe wieder auf. Der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi sagte am Sonntag, Vermittler bemühten sich um eine Wiederbelebung der Vereinbarung. Hauptstreitpunkt sei die Straße von Hormus.
In der Meerenge meldete unterdessen ein Tanker am Sonntagabend eine Explosion in unmittelbarer Nähe. Das Schiff und seine Besatzung seien in Sicherheit, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO.
Im Iran wurden erneut zwei Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet. Omid Behsad und Pouria Safvat seien am Montagmorgen gehängt worden, teilte das offizielle Justizportal „Misan“ mit. Nach Darstellung der iranischen Justiz sollen sie dem israelischen Geheimdienst Mossad Koordinaten heikler Militär- und Sicherheitsstandorte übermittelt haben. Angaben zu ihrer Festnahme und ihrem Prozess machte das Portal nicht.
Menschenrechtsgruppen zufolge vollstreckt nur China mehr Todesurteile als der Iran. Nach Angaben von Iran Human Rights und Gemeinsam gegen die Todesstrafe wurden im vergangenen Jahr mindestens 1639 Menschen im Iran hingerichtet. Amnesty International hatte zuletzt eine „Eskalation“ der Hinrichtungen beklagt.

Hoffnung auf Iran-Gespräche treibt Dax über 26.000 Punkte

Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien USA und Iran hat den Dax erstmals über die 26.000 Punkte getrieben. Der deutsche Leitindex stieg am Montagvormittag knapp über diese Marke.
Bereits kurz nach Handelsauftakt hatte der Dax das Anfang Juli erreichte Rekordhoch von 25.900,10 Punkten überschritten. Am Abend ging er mit einem Plus von 1,45 Prozent auf 26.001 Zähler aus dem Handel. Das Börsenbarometer wurde auch von Kursgewinnen der Schwergewichte SAP und Deutsche Telekom gestützt.
„Innerhalb von nur drei Wochen hat der deutsche Leitindex mehr als 1.300 Punkte gutgemacht. Den unmittelbaren Impuls liefert die geopolitische Entspannung“, sagte Birgit Henseler, Senior Analystin bei der DZ Bank. „Eine große Rolle spielt auch die Berichtssaison zum zweiten Quartal, die in den USA und in Europa bislang besser verläuft als erwartet.“
Dem Dax komme zudem seine Zusammensetzung zugute. Durch seinen Schwerpunkt unter anderem auf Industrie- und Finanzwerte sei der Index von der aktuellen Diskussion über eine mögliche KI-Blase weniger stark betroffen als reine Tech-Indizes.
Die Hoffnung auf weiterhin gute Bilanzen könnten in der neuen Woche zahlreiche Unternehmen erfüllen. Allein aus dem 40 Werte umfassenden deutschen Leitindex Dax stehen bei rund der Hälfte der Unternehmen Quartalszahlen zur Veröffentlichung an. Am Dienstag wollen Bayer, Continental, FMC und Zalando ihre Bücher öffnen.
Für Mittwoch stehen die Resultate von Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf auf der Agenda. Am Donnerstag folgen Commerzbank, Deutsche Telekom, Merck KGaA und Siemens mit Informationen zu ihrer Geschäftsentwicklung. Für Freitag sind die Kennziffern von Allianz, Daimler Truck und Munich Re terminiert.
(dpa/afp/red)