Energydrinks im Supermarktregal (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die SPD-Fraktion will den Verkauf von Energydrinks an Jugendliche unter 16 Jahren verbieten. Das geht aus einem geeinten Positionspapier hervor, über das das Magazin Politico berichtet.
Die Fraktion fordert auch strengere Regeln für den Alkoholkonsum und die Abschaffung des begleiteten Trinkens. Die Bedeutung der Prävention wurde zuletzt vermehrt diskutiert.
Nicht nur die Gesundheitsvorteile, sondern auch die Hoffnung auf eine langfristig entlastende Wirkung auf die Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung spielen dabei eine Rolle. Ein Beispiel ist die geplante Abgabe auf zuckerhaltige Softdrinks. Die SPD geht jetzt einen Schritt weiter.
Die Fraktion will „einen verbindlichen, bußgeldbewehrten Abgabe- und Verkaufsstopp für Energydrinks und vergleichbare Produkte an unter 16-Jährige sowie Einschränkungen jugendorientierter Werbung, insbesondere in sozialen Medien“, heißt es im Entwurf.
„Energydrinks enthalten sehr hohe Koffeinmengen, häufig kombiniert mit Zucker und weiteren Stimulanzien, und stehen im Zusammenhang mit gesundheitlichen Belastungen bei jungen Menschen“, schreiben die Sozialdemokraten weiter. Die Forderungen basierten auf den Empfehlungen der Verbraucherschutzministerkonferenz und des Bürgerrates Ernährung im Wandel.
Im Positionspapier listen die Sozialdemokraten insgesamt sieben Präventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auf. Darunter auch die Forderung nach einem entschlossenen Vorgehen gegen „neue Nikotinprodukte mit jugendaffinem Design“ und härteren Regeln beim Konsum von Alkohol.
„Alkohol soll ausnahmslos frühestens erst ab 16 Jahren erlaubt sein“, steht im Papier. Die SPD begrüße die geplante Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens und wolle den Verkauf womöglich stärker einschränken. „Einer Abgabe auch von Sekt, Wein und Bier nur an Volljährige stehen wir offen gegenüber.“ Die Gefahr, die von Alkohol ausgeht, werde immer noch „zu sehr unterschätzt“.
Das Papier entstand zwischen der Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, der Arbeitsgruppe Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Arbeitsgruppe Gesundheit. Der Entwurf ist auf den 3. Juni datiert. (dts/red)
Die Pharmabranche warnt aufgrund von steigenden Beschaffungskosten vor Liefer-Engpässen bei Medikamenten.(Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa
Die Pharmabranche warnt aufgrund von steigenden Beschaffungskosten vor Liefer-Engpässen bei Medikamenten. Der Verband Pharma Deutschland teilte am Freitag mit, dass Mitgliedsunternehmen von einer deutlich schwieriger und teurer gewordenen Beschaffung berichten.
So gebe es „massiv steigende Kosten“ bei der Lieferung von Roh- und Hilfsstoffen sowie der Beschaffung von Verpackungsmaterialien. Dazu tragen demnach auch die Kriege in der Ukraine und dem Iran bei.
Bei bestimmten Wirkstoffen befürchten die Unternehmen dem Verband zufolge auch Lieferausfälle, zu Lieferverzögerungen komme es bereits. Von Produktionsausfällen sei die Branche aktuell in Deutschland aber noch nicht betroffen, hieß es.
„Viele Unternehmen treffen in der aktuellen Krisensituation Vorkehrungen, um weiter die notwendigen Medikamente in Deutschland zu produzieren und anbieten zu können“, erklärte der Vorstandschef des Verbands, Jörg Wieczorek. „Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten.“
Klar sei aber: „Die Kosten für die Unternehmen steigen.“ Die Kostensteigerungen könnten aufgrund von Preismoratorien und Rabattverträgen kaum bis gar nicht weitergeben, betonte Wieczorek.
Der Verbandschef kritisierte vor diesem Hintergrund die von der Bundesregierung geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Der Gesetzgeber wolle „die Daumenschrauben für die Hersteller noch weiter anziehen“. Damit „gefährdet er nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Branche, sondern auch die Patientenversorgung“.
Bei der GKV werden Milliarden-Defizite erwartet, die Bundesregierung will das System deshalb reformieren. Mit einem Gesetzentwurf dazu befasst sich gerade der Bundestag. Die von vielen Seiten kritisierte Reform dürfte dabei spürbare Auswirkungen auf Versicherte, Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaindustrie haben.(afp/red)
Impfspritze wird aufgezogen. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Britische Forscher haben mithilfe „Künstlicher Intelligenz“ (KI) einen Impfstoff entwickelt, der gegen ein breites Spektrum von Viren schützen und künftige Pandemien verhindern soll. Das Team der Universität Cambridge spricht von einem grundlegend neuen Ansatz.
Erstmals wurde demnach ein zentraler Bestandteil eines Impfstoffs vollständig von einer KI entworfen, wie die BBC berichtet. Das Präparat ziele auf alle Coronaviren ab, einschließlich aller Covid-Varianten und solcher Viren, die von Tieren auf den Menschen übergehen könnten.
Die Arbeit befindet sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Parallel dazu arbeiten die Wissenschaftler bereits an Impfstoffen gegen Grippe und Ebola – auch hier soll KI zum Einsatz kommen.
Impfstoffe trainieren das Immunsystem, Erreger zu erkennen und abzuwehren. Viele Viren verändern jedoch ständig ihr Erscheinungsbild, sodass Impfstoffe schnell wirkungslos werden. Der neue Ansatz soll diesem Problem begegnen.
„Wir sind immer einen Schritt hinterher“, sagte Professor Jonathan Heeney von der Universität Cambridge laut BBC-Bericht. „Unser Ziel ist es, der Entwicklung voraus zu sein.“ Die KI ermögliche es, Impfstoffe zu entwickeln, die auch vor neu auftretenden Erregern schützen. (dts/red)
Neue Hilfen geplant: Pflegende Angehörige erhalten Anspruch auf Beratung und ein Notfall-Budget. (Archivbild) - Foto: Christoph Schmidt/dpa
Einsparungen bei Heimkosten, eine höhere Belastung von Gutverdienern und strengere Maßstäbe bei der Pflegebedürftigkeit – mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket soll die gesetzliche Pflegeversicherung zukunftsfest gemacht werden.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant laut einem am Donnerstag, 4. Juni veröffentlichten Gesetzentwurf teils schmerzhafte Einschnitte.
Bei Pflege- und Gesundheitsverbänden stößt das Vorhaben auf scharfe Kritik. Sie prangern insbesondere eine einseitige Belastung von Pflegebedürftigen und Angehörigen an.
Mit ihrem Entwurf für ein neues Pflegegesetz verfolgt Warken das Ziel, das Pflegesystem wieder auf finanziell stabile Füße zu stellen.
Laut ihrem Ministerium wird für 2027 in der Pflegeversicherung ein Defizit von rund 7,6 Milliarden Euro erwartet – ohne Reform würde die jährliche Deckungslücke bis 2028 auf rund 15,4 Milliarden Euro wachsen.
Strengere Regeln bei den Leistungszuschlägen
Zugleich sollen die Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Rahmen bleiben. „Weitere Anhebungen der Beitragssätze kommen hierbei nicht in Betracht“, heißt es dazu im Entwurf für das Reformgesetz.
Pflegebedürftige sollen demnach jeweils sechs Monate später höhere Zuschüsse aus der Pflegeversicherung zu ihren Heimkosten erhalten. Bei vollstationärer Pflege erhalten sie je nach Verweildauer gestaffelte Leistungszuschläge. Hier sollen die Verweildauerstufen verlängert werden.
Der höchste Zuschlag wird nicht mehr nach drei, sondern erst nach viereinhalb Jahren erreicht. Bei der Bewertung von Pflegebedürftigkeit soll eine neue Systematik eingeführt werden. Gleichzeitig soll die Prävention gestärkt werden, um Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.
Mehrbelastungen für Gutverdiener und Kinderlose
Gutverdiener sollen analog zur Krankenversicherung über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Außerdem sollen die Pflegekassen künftig geringere Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zahlen.
Die Beiträge werden dabei nicht mehr in voller Höhe, sondern nur noch zu 70 Prozent übernommen.
Der Pflege-Beitragssatz für Kinderlose soll um 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Beitragssatzpunkte steigen.
Künftig sollen zudem auch bei Mini-Jobs Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung anfallen.
Notfall-Budget für pflegende Angehörige
Pflegende Angehörige sollen gleichzeitig Anspruch auf fachliche Begleitung bekommen. Für Notfälle, wenn etwa pflegende Angehörige ausfallen, wird es ein neues Überbrückungsbudget eingeführt.
Außerdem soll die Digitalisierung in der Pflegebranche gefördert werden, dazu werden 1,7 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur bereit gestellt.
Die Bundesregierung strebt zudem eine Stärkung der privaten Pflegevorsorge an. Dazu könnten freiwillige Zusatzversicherungen oder die betriebliche Pflegevorsorge steuerlich begünstigt werden.
GKV-Chef: Zu viele Lasten für Beitragszahler
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) nannte den Gesetzentwurf „vor allem ein Spargesetz“. Zwar brauche die Pflegeversicherung Reformen und es sei richtig, Prävention und Rehabilitation zu stärken, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Besonders kritisch bewertet sie jedoch mögliche Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige. Dies wäre „ein fatales Signal an die Menschen, die die häusliche Pflege jeden Tag aufrechterhalten“.
Der Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Oliver Blatt, äußerte Verständnis dafür, dass angesichts der prekären Finanzsituation „auch zu unpopulären Maßnahmen gegriffen werden muss“. Allerdings sei das Gesamtpaket „unausgewogen“:
Zu viele Lasten kämen „einseitig bei den Pflegebedürftigen und den Beitragszahlenden an“.
Harte Kritik von Kirchen, CSU und Verdi
Scharfe Kritik übte auch die Caritas an der deutlichen Reduzierung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Dies sei „eine familien- und frauenfeindliche Fehlentscheidung“.
Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach von einem „harten Schlag für pflegende Angehörige“. „Viele reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben ihren Beruf ganz auf und nehmen erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“.
Ähnliche Kritik kommt aus der CSU. „Wer pflegende Angehörige stärken will, darf nicht gleichzeitig Kürzungen ihrer Renten in Kauf nehmen“, sagte CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek dem Münchner „Merkur“ (Freitagsausgabe).
Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. stößt sich insbesondere an der geplanten befristeten Aussetzung der Tariftreueregelung. Demnach sollen Lohnsteigerungen in der Pflegebranche gedeckelt werden.
Das Aussetzen der Tariflohnpflicht sei „ein Affront gegen diejenigen, die sich jeden Tag professionell um pflegebedürftige Menschen kümmern“, erklärte dazu auch die Gewerkschaft Verdi. (afp/red)
Die Pflegekassen sollen künftig unter anderem geringere Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zahlen (Symbolbild). - Foto: verbaska_studio/iStock
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant im Zuge der Pflegereform Einschnitte bei den Zuschüssen zu Heimkosten und höhere Belastungen für Gutverdiener. Das geht aus dem Gesetzentwurf für die Reform hervor, über den das Magazin „Politico“ berichtet.
Bei den Heimkosten sollen im kommenden Jahr demnach 2,6 Milliarden und im Jahr 2028 2,7 Milliarden Euro eingespart werden.
Am System gestaffelter Zuschüsse wird grundsätzlich festgehalten. Pflegebedürftige sollen jedoch jeweils sechs Monate später höhere Zuschüsse aus der Pflegeversicherung zu ihren Heimkosten erhalten.
Warken plant für 2027 höhere Einnahmen und Kürzungen in der Pflegeversicherung in einem Gesamtvolumen von 11,25 Milliarden Euro. Die jährliche Finanzwirkung der Reform steigt laut Entwurf bis 2030 auf 20,34 Milliarden Euro.
Die Pflegekassen sollen künftig unter anderem geringere Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zahlen.
Das soll die Pflegekassen 2027 um 1,8 Milliarden Euro entlasten und in gleichmäßigen Schritten bis 2030 auf 2,1 Milliarden ansteigen. Der Pflege-Beitragssatz für Kinderlose soll um 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Beitragssatzpunkte steigen.
Außerdem sollen Gutverdiener analog zur Krankenversicherung über eine außerplanmäßige Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
Dies soll im kommenden Jahr 1,6 Milliarden Euro und in den beiden Jahren darauf je 1,7 Milliarden mehr in die Pflegekassen spülen. (dts/red)
Eine Krankenschwester bereitet am 3. Februar 2025 in Kampala, Uganda, im Rahmen einer Ebola-Impfstoffstudie einen Impfstoff vor. - Foto: Badru Katumba/AFP via Getty Images
In Kürze:
CEPI finanziert die Beschleunigung der Entwicklung dreier potenzieller Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Ebolavirus.
CEPI begründet die Auswahl dieser drei Impfstoffprojekte damit, dass die Impfstoffe oder ihre Technologien bereits erfolgreiche Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben.
Der dritte Impfstoff – entwickelt von der Universität Oxford und dem Serum Institute of India – könnte laut WHO bereits innerhalb von zwei Monaten für klinische Tests bereitstehen.
Eine internationale Gesundheitsorganisation stellt rund 60 Millionen US-Dollar (rund 52 Millionen Euro) bereit, um die Entwicklung von drei potenziellen Impfstoffen gegen das Bundibugyo-Ebolavirus zu beschleunigen. Dies teilte die Impfstoffinitiative Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) am 1. Juni mit.
Das Bundibugyo-Ebolavirus ist für den aktuellen Ebola-Ausbruch in Zentralafrika verantwortlich.
CEPI, die bereits früh in den COVID-19-Impfstoff von Moderna investiert hatte, stellt dem US-Unternehmen rund 50 Millionen US-Dollar (rund 43 Millionen Euro) für präklinische Tests und klinische Studien der Phase 1 zur Verfügung. Phase 1 ist die erste klinische Studienphase am Menschen nach den präklinischen Tests im Labor und an Tieren. Der experimentelle Impfstoff basiert auf derselben mRNA-Technologie wie Modernas Corona-Impfstoff.
Weitere geförderte Impfstoffvarianten
Darüber hinaus fördert CEPI die Entwicklung eines Impfstoffs der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), der auf einem genetisch veränderten Virus basiert. Er baut auf früheren Forschungen zu einem bereits existierenden Impfstoff gegen das Zaire-Ebolavirus auf.
Zusätzlich unterstützt CEPI ein Impfstoffprojekt der Universität Oxford und des Serum Institute of India. Der Impfstoff nutzt die gleiche Technologie wie der Corona-Impfstoff, den Oxford gemeinsam mit AstraZeneca entwickelt hat.
„Da sich das Bundibugyo-Ebolavirus rasch ausbreitet und es bislang keine zugelassenen Impfstoffe gibt, zählt jeder Tag im Wettlauf gegen diese tödliche Krankheit“, erklärte CEPI-Chef Dr. Richard Hatchett in einer Stellungnahme.
Das Ziel der Förderung dieser drei Impfstoffvarianten sei es, „sichere und wirksame Impfstoffe voranzubringen“, um den Ausbruch einzudämmen.
Der im Mai in der Demokratischen Republik Kongo bestätigte Ebola-Ausbruch hat nach Angaben der kongolesischen und ugandischen Behörden bislang 291 bestätigte Infektionen sowie 43 bestätigte Todesfälle verursacht. Zudem gibt es mehrere Hundert Verdachtsfälle.
Laboruntersuchungen haben bestätigt, dass der Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht wird. Gegen diesen Virusstamm gibt es derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Behandlungen.
Herstellung von Impfstoffdosen während klinischer Prüfung
CEPI begründete die Auswahl der drei Impfstoffprojekte damit, dass entweder die Impfstoffe selbst oder die zugrunde liegenden Technologien bereits erfolgreiche Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben. Zudem hätten sie bereits Wirksamkeit gegen verwandte Viren gezeigt.
Sollten die Phase-I-Studien erfolgreich verlaufen, will CEPI gemeinsam mit Partnern weitere klinische Studien unterstützen, die zu einer Notfallzulassung führen könnten.
Das US-amerikanische Unternehmen Moderna erklärte, die Förderung ermögliche es dem Unternehmen, bereits während der klinischen Prüfung Impfstoffdosen herzustellen. Dadurch könne der Impfstoff bei positiven Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten rasch in Phase-II- und Phase-III-Studien überführt werden.
„Wir sind stolz darauf, unsere strategische Zusammenarbeit mit CEPI auszubauen und einen potenziellen Impfstoff gegen das Bundibugyo-Ebolavirus voranzutreiben“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel in einer Erklärung vom 1. Juni. Man werde mit hoher Dringlichkeit und wissenschaftlicher Sorgfalt arbeiten, um die betroffenen Regionen zu unterstützen.
Moderna-Impfstoff von WHO bislang nicht berücksichtigt
Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die mögliche Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Ebolavirus bewerten, haben den Impfstoff von Moderna bislang nicht erwähnt. Ende Mai bezeichnete die WHO den von der International AIDS Vaccine Initiative entwickelten Impfstoff als den derzeit vielversprechendsten Kandidaten. Allerdings werde es voraussichtlich sieben bis neun Monate dauern, bis dieser in klinischen Studien getestet werden kann.
Der dritte Impfstoff, der von der Universität Oxford und dem Serum Institute of India entwickelt wurde, könnte dagegen laut WHO bereits innerhalb von zwei Monaten für klinische Tests bereitstehen.
IAVI-Präsident Mark Feinberg erklärte, die finanzielle Unterstützung durch CEPI ermögliche es, die Entwicklung des Impfstoffkandidaten deutlich zu beschleunigen. Einen konkreten Zeitplan nannte er jedoch nicht.
Auch die Universität Oxford teilte mit, dass die Förderung die Vorbereitungen für Phase-1-Studien unterstützen werde. „Wir hoffen, dass wir durch eine koordinierte globale Anstrengung diesen Ausbruch eindämmen und das Virus stoppen können“, sagte Teresa Lambe von der Oxford Vaccine Group in einer Erklärung.
Serum Institute of India: Impfstoffproduktion in Kürze geplant
Ein Sprecher des Serum Institute of India hatte der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times am 24. Mai mitgeteilt, dass das Unternehmen plane, in 20 bis 30 Tagen mit der Produktion des Impfstoffs zu beginnen.
Unternehmenschef Adar Poonawalla erklärte, das Institut werde seine Produktionskapazitäten in die Zusammenarbeit mit CEPI und der Universität Oxford einbringen, um die Entwicklung des Impfstoffs möglichst schnell voranzutreiben und im Erfolgsfall einen erschwinglichen Zugang für betroffene Länder zu ermöglichen.
Die internationale Impfstoff-Initiative CEPI wurde 2017 nach einem schweren Ebola-Ausbruch in Afrika gegründet. Sie zählt heute mehr als 30 staatliche und private Geldgeber, darunter die Bill & Melinda Gates Foundation. Deutschland ist Gründungsmitglied und einer der größten Beitragszahler, wie aus einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt hervorgeht. Demnach hat Deutschland CEPI von 2017 bis 2025 mit 590 Millionen Euro unterstützt.
Die Pharmabranche warnt aufgrund von steigenden Beschaffungskosten vor Liefer-Engpässen bei Medikamenten.(Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa
Apotheken sollen mehr Geld bekommen. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch, 3. Juni, eine Verordnung, mit der das fixe Apothekenhonorar für Arzneimittel erhöht werden soll.
Honorar steigt in zwei Stufen
Es soll demnach in zwei Schritten von aktuell 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro verkauftem rezeptpflichtigen Medikament steigen – zum 1. Juli zuerst auf 9,00 Euro und zum 1. Januar 2027 dann auf 9,50 Euro.
Ziel der Honorarerhöhung sei es, die wirtschaftliche Grundlage der Apotheken zu stärken, heißt es in der Verordnung. Dies solle auch „zur langfristigen Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in Deutschland“ beitragen.
Die Bundesregierung setzt damit ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Eine Zustimmung von Bundestag oder Bundesrat ist nicht notwendig.
Apotheker begrüßen Entscheidung
Die Apotheker begrüßten die Pläne der Bundesregierung als „längst überfällig“. „Seit 13 Jahren wurde das Apothekenhonorar nicht angepasst – jede fünfte Apotheke musste seitdem schließen“, betonte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis.
„Die Verordnung ist ein richtiges Signal an die Apotheken, das viel früher hätte kommen müssen.“ Preis kritisierte allerdings, dass die Anpassung nur stufenweise erfolgt. Damit trete „eine gefährliche Verzögerung der Apothekenstabilisierung ein“. (afp/red)
Verschlechterung befürchtet: Knapp die Hälfte der Deutschen rechnet mit einem schwierigeren Zugang zu Hausarztpraxen und längeren Wartezeiten. (Symbolbild). - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa
Rund drei von vier Deutschen befürchten, dass sich die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen negativ auf die hausärztliche Versorgung auswirken werden.
Das geht aus einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Hausärzteverbands hervor, die der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe) vorliegen.
Demnach erwarten 77 Prozent der Befragten negative Auswirkungen der geplanten Sparmaßnahmen auf die hausärztliche Versorgung. Rund 13 Prozent sehen das eher nicht, knapp zehn Prozent sind unentschieden.
Befragte in den neuen Bundesländern äußern im Schnitt größere Sorgen als in den alten Ländern. So fürchten in Thüringen 87,8 Prozent eine schlechtere Versorgung, auch in Sachsen (85,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (84 Prozent) zeigen sich überdurchschnittlich viele Menschen besorgt.
In den westdeutschen Ländern liegen die Werte um knapp zehn Prozentpunkte niedriger.
Zu den häufigsten Befürchtungen gehört, dass Ärzte weniger Zeit je Patient aufbringen. Damit rechnen knapp 60 Prozent der Befragten.
Ebenfalls gehen rund sechs von zehn Menschen davon aus, dass längere Wartezeiten drohen. Einen schwierigeren Zugang zu Hausarztpraxen und eine schlechtere Behandlung befürchten rund 48 Prozent.
Für die Erhebung befragte das Institut Civey zwischen 22. und 25. Mai 5000 Menschen online. Die Fehlermarge wurde mit 2,6 Prozent angegeben.
„Größte politische Bedrohung …“
Die Vorsitzende des Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göpfarth, nannte das GKV-Spargesetz „die größte politische Bedrohung für die hausärztliche Versorgung der letzten zwei Jahrzehnte“.
Mit den geplanten Kürzungen lege die Politik „die Axt ohne Rücksicht auf Verluste an die Wurzel der hausärztlichen Versorgung“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Die konkreten Folgen seien „einiger Praxen, schlechtere Versorgung und längere Wartezeiten“.
Ein vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachtes Paket soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und höhere Zusatzbeiträge zu vermeiden. (afp/red)
Rolle der Rechtsaufsicht: Das Bundesgesundheitsministerium prüft die Beschlüsse des Bewertungsausschusses. (Archivbild) - Foto: Lilli Förter/dpa
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will laut einem Medienbericht die beschlossene Honorarkürzung für Psychotherapeutinnen und -therapeuten nicht anfechten.
„Nach ausführlicher Prüfung gibt es keine Anhaltspunkte für eine rechtliche Beanstandung“, zitierte die „Rheinische Post“ aus einem Papier des Ministeriums.
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hatte im März die Honorarkürzung um 4,5 Prozent ab 1. April beschlossen, was in der Ärzteschaft auf teils heftige Kritik stieß.
Hintergrund der Honorar-Entscheidung
Dem regulären Bewertungsausschuss gehören jeweils drei Vertreterinnen und Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie des GKV-Spitzenverbandes an. Das Gremium prüft jährlich, ob die Bewertungshöhe der psychotherapeutischen Leistungen angemessen ist.
Die GKV hatte sogar eine zehnprozentige Honorarkürzung gefordert, die KBV lehnte dies ab. Der darauf eingeschaltete Erweiterte Bewertungsausschuss mit zusätzlich drei unparteiischen Mitgliedern beschloss dann gegen die KBV-Stimmen die geringere Kürzung.
Das Bundesgesundheitsministerium hat die Rechtsaufsicht über das Gremium. Es hatte nach der Entscheidung laut „Rheinischer Post“ zusätzliche Informationen und eine ergänzende Stellungnahme angefordert.
In dem nun dazu erstellten Papier wird dem Bericht zufolge betont, die Aufsicht beschränke sich „auf die Prüfung von möglichen Gesetzesverstößen, insbesondere verfassungswidrige Regelungen“. Hingegen würden „rein fachliche Gründe oder Bedenken“ nicht geprüft.
Bedarfsplanung und Wartezeiten
Aktuell nehmen demnach 41.937 psychologische und ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung teil.
Dies seien 54,61 Prozent mehr als 2014, vor allem wegen der stark steigenden Anzahl von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten. Gleichwohl nehme das Ministerium Kritik an langen Wartezeiten für Termine sehr ernst, hieß es weiter.
Das Gesundheitsministerium werde daher „in einem geeigneten Gesetzgebungsverfahren die gesetzlichen Voraussetzungen für die gesonderte Bedarfsplanung psychotherapeutisch tätiger Ärzte sowie Psychotherapeuten, die überwiegend oder ausschließlich Kinder und Jugendliche behandeln, schaffen“, wird in dem Papier demnach angekündigt.
So könnten weitere Niederlassungsmöglichkeiten entstehen „und Wartezeiten auf ein wohnortnahes Therapieangebot verringert werden“.
Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeutinnen befürchtet durch die Kürzungen eine weitere Verschlechterung der ärztlichen Versorgung. Die KBV hatte eine Klage gegen die Maßnahme eingereicht. (afp/red)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat an Wirtschaft und Gesellschaft appelliert, an den bevorstehenden Reformen konstruktiv mitzuarbeiten.
„Wir wollen und müssen jetzt gemeinsam zeigen, dass wir in der Lage sind, die Probleme unseres Landes zu lösen“, sagte Merz am Dienstag beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow.
Zukunftsfeste Sozialsysteme gefordert
Deutschland müsse seine Sozialsysteme „jetzt zukunftsfest machen, (…) wenn sie eine Chance haben wollen, in dieser Form auch in Zukunft zu bestehen“.
Die Politik müsse in dieser Situation beweisen, dass sie in der Lage sei, „langfristige und tragfähige Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu finden und sie dann auch in einem vernünftigen Tempo umzusetzen“, sagte Merz.
Er wolle dafür „keinen Vertrauensvorschuss“. Er wolle aber „sehr wohl die Bereitschaft aller Bürgerinnen und Bürger in Anspruch nehmen, daran konstruktiv mitzuarbeiten“. Merz nannte dabei Belegschaften, Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, und andere gesellschaftliche Institutionen.
Abschaffung alter Gesetze geplant
Bei Rente, Krankenversicherung, Pflege würden die „lang überfälligen“ Reformen „nicht einfach“, sagte der Kanzler. Es gehe aber darum, das Fundament des Landes so zu erneuern, „dass es wieder für Jahre, vielleicht für ein ganzes Jahrzehnt ausreicht und stabil ist“.Dazu müssten alle „die sehr deutschen Reflexe des Schlechtredens“, „parteipolitische Spielchen“ und „das Hoffen auf einen großen Befreiungsschlag“ hinter sich lassen.
Merz kündigte für den 15. Juli auch erneut ein sogenanntes Entlastungskabinett an: Dafür habe er die Ministerinnen und Minister gebeten, „nicht neue Gesetze vorzuschlagen, sondern vorzuschlagen, welche alten Gesetze wir abschaffen können“.
Erstmals hatte es eine solche Kabinettsitzung am 25. November gegeben. Merz verwies darauf, dass nun auch Bürger über ein Portal der Regierung Vorschläge unterbreiten können, „wie wir Bürokratie in Deutschland zurückbauen“. (afp/red)
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die SPD droht mit einer Blockade des Sparpakets von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Es gehe darum, dass vor allem die Patienten und Versicherten am Ende nicht die Hauptlast tragen, sagte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf den Sendern RTL und ntv.
Bei der Familienmitversicherung, den Zuzahlungen und den Zahnarztbehandlungen wolle man noch einmal verhandeln.
Der aktuelle Vorschlag sieht vor, dass GKV-Mitglieder, deren Ehepartner bisher kostenlos mitversichert waren, künftig einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent auf ihr eigenes beitragspflichtiges Einkommen zahlen müssen.
Klüssendorf fordert Nachbesserungen
Ob die SPD diesen Prozentsatz nur absenken oder ganz streichen wolle, ließ Klüssendorf offen. Das werde jetzt miteinander zu besprechen sein. Er wolle jetzt keine rote Linie aufmachen, sondern es gehe vor allem darum, die aktuelle Lage der Menschen zu sehen, sagte der SPD-Politiker.
Viele Menschen ächzten unter steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität, und die Belastungen könnten infolge des Irankrieges noch weiter zunehmen.
„Und dann zu sagen, wir machen jetzt zusätzliche Belastungen für einen Großteil von Menschen – das ist mit uns schwer zu verhandeln“, so Klüssendorf.
Dementsprechend wolle die Partei an diesen Stellen nachhaken. Er wolle aber nicht sagen, wie das am Ende aussehen müsse, sondern dass man das zum Thema im parlamentarischen Verfahren mache. Das sei für die SPD klar. (dts/red)
Adipositas kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsformen auslösen. - Foto: Lino Mirgeler/dpa
Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland bringt zu viele Kilos auf die Waage. Im Jahr 2025 waren rund 53,4 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.
Männer waren deutlich häufiger übergewichtig als Frauen. Knapp zwei Drittel der Männer (62,6 Prozent) waren im vergangenen Jahr übergewichtig. Bei den Frauen waren es 43,8 Prozent.
Deutschland nimmt weiter zu
Übergewicht wird nach dem so genannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, bei dem das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird. Die WHO stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig, mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig ein.
Als stark übergewichtig beziehungsweise adipös galten den Angaben zufolge 17,9 Prozent der Menschen in Deutschland. Bei den Männern waren 19,9 Prozent stark übergewichtig, bei den Frauen 15,8 Prozent.
Dabei sind die Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren im Schnitt etwas schwerer geworden. Der Durchschnittsbürger wiegt demnach 78,3 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,73 Metern. Vier Jahre zuvor lag das Durchschnittsgewicht noch bei 77,7 Kilogramm.
Musterfrau und Mustermann
Frauen sind den Angaben zufolge im Schnitt 1,66 Meter groß und wiegen 69,7 Kilogramm, Männer kommen auf 1,79 Meter und 86,5 Kilogramm.
Mit Blick auf die Altersgruppen sind im Schnitt die 50- bis 59-jährigen Frauen und Männer mit 81,3 Kilogramm am schwersten. Die 18- bis 24-Jährigen sind mit 72,5 Kilo hingegen am leichtesten.
Die Angaben beruhen auf dem sogenannten Mikrozensus 2025, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Befragt wurde rund ein Prozent der Bevölkerung. (afp/red)
Adipositas kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsformen auslösen. - Foto: Lino Mirgeler/dpa
Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland bringt zu viele Kilos auf die Waage. Im Jahr 2025 waren rund 53,4 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.
Männer waren deutlich häufiger übergewichtiger als Frauen. Knapp zwei Drittel der Männer (62,6 Prozent) waren im vergangenen Jahr übergewichtig. Bei den Frauen waren es 43,8 Prozent.
Deutschland nimmt weiter zu
Übergewicht wird nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, bei dem das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird. Die WHO stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig, und mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig ein.
Als stark übergewichtig beziehungsweise adipös galten den Angaben zufolge 17,9 Prozent der Menschen in Deutschland. Bei den Männern waren 19,9 Prozent stark übergewichtig, bei den Frauen 15,8 Prozent.
Dabei sind die Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren im Schnitt etwas schwerer geworden. Der Durchschnittsbürger wiegt demnach 78,3 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,73 Metern. Vier Jahre zuvor lag das Durchschnittsgewicht noch bei 77,7 Kilogramm.
Musterfrau und Mustermann
Frauen sind den Angaben zufolge im Schnitt 1,66 Meter groß und wiegen 69,7 Kilogramm, Männer kommen auf 1,79 Meter und 86,5 Kilogramm.
Im Hinblick auf die Altersgruppen sind im Schnitt die 50- bis 59-jährigen Frauen und Männer mit 81,3 Kilogramm am schwersten. Die 18- bis 24-Jährigen sind mit 72,5 Kilogramm hingegen am leichtesten.
Die Angaben beruhen auf dem sogenannten Mikrozensus 2025, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Befragt wurde rund ein Prozent der Bevölkerung. (afp/red)
Sie sorgen für juckende Quaddeln auf der Haut und werden von vielen Menschen als lästig empfunden: Stechmücken. - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Die tödlichsten Tiere der Welt sind nicht Löwen oder Giftschlangen, sondern Mücken. Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten. Manche Arten sind so gefährlich, dass Wissenschaftler ernsthaft über ihre Ausrottung diskutieren. Laut der Forschungsplattform „Our World in Data“ sterben jährlich rund 760.000 Menschen an den Folgen eines Mückenstichs.
Mücken übertragen rund 17 Prozent aller Infektionskrankheiten, darunter Malaria, Zika, Dengue- und Gelbfieber. Längere und wärmere Sommer könnten die Gefahr durch Mücken vergrößern. Wie kann sich die Menschheit wehren? Ist es möglich, krankheitsübertragende Mücken auszurotten? Und welche Folgen hätte das für die Umwelt?
Tatsächlich müssten nicht alle Mücken vernichtet werden. Von rund 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 den Menschen. Und lediglich fünf Arten seien für rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich, sagt die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine.
Sie hält deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der übertragenen Krankheiten für „vertretbar“. Das hätte vermutlich keine gravierenden Auswirkungen auf das Ökosystem, argumentiert die Wissenschaftlerin. Andere, genetisch ähnliche und weniger gefährliche Arten würden ihre ökologische Rolle voraussichtlich rasch übernehmen.
Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einschätzung grundsätzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht. Über die ökologische Funktion vieler Mückenarten sei bislang zu wenig bekannt. Mücken transportieren Nährstoffe aus Gewässern in andere Lebensräume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise bestäuben sie auch Pflanzen.
Natürlich müsse es eine ethische Debatte über das Auslöschen von Arten geben, sagt Biologin Ranson. Sie verweist aber darauf, dass der Mensch bereits jetzt unbeabsichtigt eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten verdrängt oder vernichtet hat.
Wie könnte die Ausrottung in der Praxis funktionieren? Zu den Ansätzen zählt die sogenannte Gene-Drive-Technologie. Dabei werden Tiere genetisch so verändert, dass bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weitergegeben werden.
Forscher konnten Weibchen der Malariamücke Anopheles gambiae auf diese Weise unfruchtbar machen. Im Labor verschwand eine Population dadurch innerhalb weniger Generationen.
Das von der Gates-Stiftung finanzierte Projekt „Target Malaria“ plant bis zum Jahr 2030 erste Feldversuche in einem Malariagebiet. In Burkina Faso stoppte die Militärregierung im Jahr 2025 nach Kritik der Zivilgesellschaft einen Test mit gentechnisch veränderten Mücken.
Wolbachia-Bakterie reduziert Denguefieber
Eine weitere vielversprechende Strategie setzt auf das Bakterium Wolbachia. Werden Ägyptische Tigermücken damit infiziert, können sie Krankheiten wie Denguefieber deutlich schlechter übertragen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Mücken überhaupt getötet werden müssen. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Freisetzung von mit Wolbachia infizierten Mücken in der brasilianischen Stadt Niterói die Anzahl der Dengue-Fälle um 89 Prozent senkte.
Mehr als 16 Millionen Menschen in 15 Ländern seien inzwischen durch diese Methode geschützt worden – „ohne negative Folgen“, sagt Scott O’Neill, Gründer des World Mosquito Program.
Parallel arbeitet das Projekt „Transmission Zero“ daran, mithilfe von Gene-Drive-Technologie Anopheles gambiae so zu verändern, dass die Tiere keine Malaria mehr übertragen können. Forschungsergebnisse, die Ende vergangenen Jahres im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieses Ziel näher rückt.
Ein Feldversuch dazu soll im Jahr 2030 beginnen. Der Fall Burkina Faso habe jedoch gezeigt, dass solche Projekte politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz benötigen, sagt Studienautor Dickson Wilson Lwetoijera vom Gesundheitsinstitut Ifakara in Tansania.
Statt allein auf technologische „Wunderlösungen“ zu setzen, die meist von der Gates-Stiftung finanziert werden, plädiert Biologin Ranson für einen umfassenderen Ansatz im Kampf gegen durch Mücken übertragene Krankheiten. Dazu gehörten ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen. Das wird durch Kürzungen bei der internationalen Hilfe schwieriger. (afp/red)
Zeit im Freien zu verbringen, trägt nachweislich zu einer besseren psychischen Gesundheit und emotionalen Widerstandsfähigkeit von Kindern bei. Selbst einfache Aktivitäten sind wertvoll. - Foto: boggy22/iStock
Eines der besten Geschenke, die man Kindern machen kann, ist es, ihnen von klein auf eine Liebe zur Natur zu vermitteln. Doch dieses Geschenk wird immer seltener. Ein Bericht des Institute for Social Research der University of Michigan aus dem Jahr 2015 brachte eine beunruhigende Statistik ans Licht: Das durchschnittliche amerikanische Kind spielt nur 7 Minuten pro Tag unstrukturiert im Freien. Das ist ein Rückgang von 50 Prozent in nur 20 Jahren.
Dies ist aus vielen Gründen besorgniserregend.
Richard Louv schrieb in seinem Buch „Last Child in the Woods: Saving Our Children From Nature-Deficit Disorder“ („Das letzte Kind im Wald: Wie wir unsere Kinder vor dem Naturdefizit-Syndrom retten“): „Gerade in dem Moment, in dem die Bindung zwischen der Jugend und der Natur abbricht, belegt eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen einen direkten Zusammenhang zwischen unserer mentalen, physischen und spirituellen Gesundheit und unserer Beziehung zur Natur – und zwar auf positive Weise“.
Zeit in der Natur wurde mit besserer mentaler Gesundheit, mit gesteigerter Kreativität und Konzentration, einem stärkeren Immunsystem, besserer Herzgesundheit, verbessertem Schlaf und mehr körperlicher Bewegung in Verbindung gebracht. Kinder, die viel Zeit draußen verbringen, sind glücklicher, klüger und weniger ängstlich als Kinder, die überwiegend drinnen spielen. Danielle Cohen schrieb für das Child Mind Institute, dass das Spiel im Freien das Selbstvertrauen der Kinder, ihre Vorstellungskraft und die Motivation für körperliche Bewegung stärke.
Ein Blick in die Ordnung dieser Welt
Abgesehen von den physischen Vorteilen erhalten Kinder etwas Unfassbares, das jedoch ebenso wichtig ist: ein Gespür für die grundlegende Ordnung der Welt. Durch die Vertrautheit mit der Natur und eine Liebe zur wilden Natur lernen Kinder die Realitäten kennen, die der menschlichen Zivilisation zugrunde liegen.
Kinder, die viel Zeit in der Natur verbringen, verstehen intuitiv, wie die physische Welt funktioniert, und verfügen über feiner abgestimmte Sinne. Sie haben eine viszerale Begegnung mit dem sanften Streichen von Gras, hören das Trällern von Vogelgesang und das Fließen von Wasser. Sie spüren die rauen, harten Oberflächen von Steinen, Rinde und nackter Erde. All diese elementaren Dinge sind unsere Lebensquellen und die Rohmaterialien einer gesunden Vorstellungskraft.
Unstrukturiertes Spielen im Freien ermöglicht es Kindern, ihre Kreativität und ihre Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln.
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Gehen wir in die Natur
Ein einfacher und unterhaltsamer Weg, um Kinder wieder mit der natürlichen Welt in Kontakt zu bringen, sind Naturspaziergänge. Bei diesen langsamen, explorativen Streifzügen durch eine natürliche Umgebung werden Kinder ermutigt, Dinge aus der Natur zu bemerken, zu schätzen, zu entdecken und zu sammeln.
Naturspaziergänge können viele Formen annehmen. Der Schlüssel liegt darin, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Lernen, Neugier und Staunen zu fördern. Man kann auch einen Feldführer für die lokale Flora und Fauna mitnehmen und sich auf einen benachbarten Fußweg zu begeben. Eltern und Kinder können dabei gemeinsam so viele Arten wie möglich identifizieren.
Ein „wahrnehmender“ Naturspaziergang ist besonders vorteilhaft, um Kinder darin zu trainieren, ihre Sinne voll auszuschöpfen, um die Welt um sie herum geduldig und aufmerksam aufzusaugen. Der Erwachsene sollte dem Kind Fragen stellen, während sie umherschlendern. Was siehst du? Was riechst du? Wie würdest du den Geruch beschreiben? Was hörst du? Was fühlst du?
Sinneserfahrungen in der Natur wie das Berühren von Gras oder Wasser oder Tierbeobachtungen fördern Neugier und kognitive Entwicklung.
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Für Kinder, die etwas mehr Anleitung oder Wettbewerb benötigen, um sich motiviert zu fühlen, ist eine Naturschnitzeljagd eine gute Option. Eine Liste mit spezifischen Gegenständen, die gefunden oder gesammelt werden sollen, kann das Erlebnis spannender machen.
Naturspaziergänge gehen natlos in Aktivitäten zu Hause über. Gegenstände, die in der Natur gesammelt wurden, können in einem Kunstprojekt oder einem Naturdiorama verwendet werden. Wenn Sie verschiedene Proben gesammelt haben, können Kinder diese dokumentieren und anschließend eine Ausstellung erstellen. Das Schöpfen von Teichwasser bei einem Spaziergang in der Natur eröffnet die Möglichkeit, die darin lebenden Mikroorganismen und Kleinstlebewesen später zu Hause unter der Lupe oder sogar unter dem Mikroskop genauer zu untersuchen. Das Verfassen einer Reflexion oder das Zeichnen eines Bildes oder einer Karte im Zusammenhang mit Naturspaziergängen ermutigt Kinder, ihre Erfahrungen zu verstehen.
Lebendige Erfahrungen in der Natur sind die Basis für einige wunderschöne Erinnerungen.
„Wir haben eine so kurze Gelegenheit, unsere Liebe zu dieser Erde an unsere Kinder weiterzugeben und unsere Geschichten zu erzählen“, schrieb Louv. „Das sind die Momente, in denen die Welt wieder heil wird. In den Erinnerungen meiner Kinder werden die Abenteuer, die wir zusammen in der Natur erlebt haben, immer existieren.“
In der Kindheit begonnene Aktivitäten im Freien können lebenslange Gewohnheiten prägen. Auch viele Erwachsene suchen weiterhin die Natur auf, um sich zu erholen oder zu vergnügen.
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Zusätzlich zum Schaffen schöner Erinnerungen helfen Naturspaziergänge dabei, eine schöne Zukunft aufzubauen. Einen Geschmack für das Draußen zu entwickeln, dient Kindern ihr ganzes Leben lang. In der Natur werden sie Schönheit und Frieden finden, zu denen sie als Zuflucht zurückkehren können, wenn das Leben schwierig wird. Wenn sie wachsen, können sie lernen, dem Beispiel des Agrarschriftstellers Wendell Berry zu folgen, der schrieb:
„Wenn Verzweiflung für die Welt in mir wächst […] gehe ich und lege mich dorthin, wo der Erpel in seiner Schönheit auf dem Wasser ruht und der große Reiher frisst. Ich trete ein in den Frieden der wilden Natur, die ihr Leben nicht mit der Vorahnung von Gram belastet. Ich trete in die Gegenwart von stillem Wasser. Und ich fühle über mir die tagesblinden Sterne, die mit ihrem Licht warten. Für eine Zeit ruhe ich in der Gnade der Welt und bin frei.“
Diese Art von meditativer, erholsamer Beziehung zur Natur entwickelt sich nicht spontan. Bei so vielen modernen Ablenkungen ist es für Kinder leicht, Frieden oder Trost in Gadgets, Essen und Unterhaltung zu suchen. Aber diese Dinge haben nicht die Heilkraft – für Körper und Seele –, die die Natur besitzt. Deshalb ist es ein großes Geschenk, Kinder durch wiederholte positive Erfahrungen an die Natur heranzuführen. Es ist der Beginn einer lebenslangen Liebesaffäre mit der Schöpfung.
Das Kreuzfahrtschiff wurde desinfiziert. (Archivbild) - Foto: Patrick Post/AP/dpa
Knapp zwei Wochen nach Rückkehr des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes ist die „Hondius“ nach Angaben der Reederei desinfiziert und kann wieder in See stechen.
Das niederländische Schiff werde planmäßig am 6. Juni auslaufen nach Spitzbergen in der Arktik. Von dort soll es am 13. Juni zu einer Reise durchs Nordpolarmeer aufbrechen, wie die Reederei Oceanwide Expeditions mitteilte.
Spezialisten der niederländischen Gesundheitsbehörden hatten das Schiff umfassend gereinigt und desinfiziert. Am Wochenende hatten die Behörden es wieder freigegeben. Eine Infektionsgefahr bestehe nicht mehr.
Besatzung noch in Quarantäne
Erste Untersuchungen ergaben nach Angaben der Reederei, dass das Hantavirus mit Passagieren an Bord gekommen war und nicht vom Schiff stammte.
Alle Besatzungsmitglieder der vorigen Fahrt befinden sich noch Quarantäne, teilte die Reederei mit. „Es hat ein Besatzungswechsel stattgefunden, wobei kein Besatzungsmitglied an Bord Kontakt zu Personen hatte, die sich derzeit in Quarantäne befinden.“
Im Mai war bekanntgeworden, dass mehrere Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes mit dem Hantavirus infiziert worden waren. Drei Menschen starben, mehrere wurden infiziert. Passagiere und auch Besatzungsmitglieder wurden evakuiert. Das Schiff kehrte am 18. Mai nach Rotterdam zurück.
Keine Pandemie-Gefahr
Bei dem Virus ging es um die sogenannte Andes-Variante, die vor allem in Südamerika vorkommt und von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
Das Schiff war zum Zeitpunkt des Ausbruches unterwegs von Argentinien zu den Kanarischen Inseln. Auf Teneriffa konnten Passagiere und die meisten Besatzungsmitglieder an Land gehen und in ihre Heimatländer fliegen.
Die Weltgesundheitsorganisation hatte bekräftigt, dass keine Gefahr einer großen Ansteckungswelle oder Pandemie bestand. Eine Infizierung ist nach Aussagen von Experten weitaus schwieriger als etwa bei einem Grippevirus oder Corona. (dpa/red)
Krankenhaus (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
74 Prozent der Kliniken beurteilen ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als eher unbefriedigend, in größeren Häusern ab 600 Betten sind es sogar 95 Prozent. Das geht aus dem ersten Konjunkturbarometer für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor, über das die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtet.
Auch die Erwartungen sind trüb: In den nächsten sechs Monaten erwarten 59 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage eher verschlechtern wird. In ländlichen Regionen sind es bis zu 79 Prozent.
Nur neun Prozent der Krankenhäuser erklärten, sie könnten ihre durchschnittlichen Betriebsausgaben unbegrenzt aus vorhandenen liquiden Mitteln decken. In den übrigen Häusern reiche die Liquidität im Mittel für sechs Wochen aus, um die laufenden Betriebsausgaben zu finanzieren, hieß es.
DKG-Chef Gerald Gaß sagte der Zeitung, die Liquidität vieler Häuser reiche heute kaum noch für wenige Wochen. Er stellte ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollten. Eine solche Liquiditätsreserve von wenigen Wochen ermögliche kein normales Wirtschaften mehr.
Besonders alarmierend sei, dass diese Befragung entstanden sei, noch bevor das volle Ausmaß der Sparpläne der Bundesregierung wirklich voll bewusst wurde, sagte er. Die Befragung wurde vom 17.04. bis zum 22.04.2026 durchgeführt. „Es geht um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken“, mahnte Gaß die Bundesregierung. Wer jetzt nicht handele, riskiere eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland. (dts/red)
Ein Gesundheitshelfer in Schutzausrüstung hockt neben dem Sarg eines mutmaßlichen Ebola-Opfers während der Durchführung sicherer Bestattungsmaßnahmen vor einem Wohnhaus in der Gemeinde Mongbwalu am 24. Mai 2026 in Mongbwalu, Provinz Ituri, Demokratische Republik Kongo. (Archivbild) - Foto: Michel Lunanga/Getty Images
Der Geschäftsführer der humanitären Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, Christian Katzer, spricht hinsichtlich der Ebola-Epidemie im Osten des Kongo von einem „einmaligen Ausmaß“. Die Lage vor Ort sei extrem schwierig – wegen des Bürgerkriegs und weil staatliche Strukturen schwach seien. Die Hilfe werde zudem durch die massiven Kürzungen internationaler Hilfsgelder erschwert, sagte Katzer dem „Interview der Woche“ der ARD.
Schwierige Bekämpfung des Bundibugyo-Virus
Es handelt sich um das Bundibugyo-Virus, eine Variante aus der Ebola-Familie. Anders als bei früheren Ausbrüchen gebe es für diesen Virustyp keine zugelassenen Impfstoffe, erklärte Katzer. Außerdem fehlten schnelle Diagnosemöglichkeiten, dadurch breite sich das Virus auch unbemerkt aus.
Viele Erkrankungen würden zunächst nicht erkannt, „weil Tests nicht zuverlässig anschlagen und die Krankheitssymptome unspezifisch sind“. Ebola-Symptome ähneln denen einer normalen Grippe: Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost
Hinzu komme die schlechte Gesundheitsversorgung in der Region. „Wochenlang wurde nicht bemerkt, dass extrem viele Menschen an einer Krankheit sterben“, sagte Katzer.
Die betroffene Region im Osten des Kongos ist seit Jahren von bewaffneten Konflikten geprägt. Hunderttausende sind deshalb auf der Flucht. Millionen leben in Armut. Krankenhäuser sind schlecht ausgestattet, Medikamente fehlen. Deshalb gehen Menschen nicht gern in Gesundheitsstationen. „Menschen wissen, dass die Versorgung schlecht ist, dass sie dafür bezahlen müssen. Die Sterblichkeit in den Krankenhäusern ist extrem hoch“, so Katzer.
Auch deshalb könne sich ein Virus besonders schnell verbreiten. Gesundheitszentren würden selbst zu Infektionsorten, weil sich medizinisches Personal anstecke und das Virus unwissentlich weitertrage, erklärte der Geschäftsführer der humanitären Hilfsorganisation. Die Arbeitsbelastung sei wegen der vielen Todesopfer sehr hoch.
Kritik an Kürzungen und mangelnder Forschung
Katzer kritisierte, dass die Forschung an Ebola in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden sei. Die Verantwortung liege bei reichen Industrieländern. Länder wie die Demokratische Republik Kongo fielen bei Kürzungsmaßnahmen immer zuerst hinten runter. Die Pharmaindustrie habe wenig Interesse an Krankheiten, mit denen sich kaum Gewinne erzielen lassen. Deshalb müssten Staaten stärker investieren.
Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe hätten schwerwiegende Folgen. Zum Beispiel habe die US-Entwicklungsbehörde USAID ihre Hilfen für Kongo massiv gekürzt – von rund 1,4 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf nur noch 21 Millionen.
Auch wenn Ärzte ohne Grenzen von Kürzungen nicht selbst betroffen ist, weil die Organisation keine staatlichen Gelder erhält, spüre sie die Auswirkungen. Besonders betroffen seien Aufklärung und Kontaktverfolgung, sagte Katzer. Das seien zentrale Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Corona-Pandemie habe das gezeigt.
Herausforderungen vor Ort und Einsatz von MSF
Zusätzlich müssen Hilfsorganisationen gegen Gerüchte und Falschinformationen kämpfen. In den betroffenen Regionen der DR Kongo kursierten Behauptungen über Organentnahmen oder gestohlenes Blut. Viele Menschen hätten deshalb Angst vor medizinischer Behandlung. Das erschwere die Arbeit enorm, sagte Katzer.
Manchmal würden Gesundheitseinrichtungen oder Mitarbeitende von Hilfsorganisationen angegriffen. Im Kongo seien zum Beispiel Zelte angezündet und Steine geworfen worden. „Desinformation ist immer sehr einfach zu verbreiten“, sagte Katzer. Vertrauen aufzubauen, brauche dagegen Zeit und Personal.
Nach Bekanntwerden des Ausbruchs hat Ärzte ohne Grenzen innerhalb kurzer Zeit mehr als 100 internationale Mitarbeitende in die Region geschickt. Die Organisation finanziert ihre Einsätze durch Spenden und kann deshalb schnell reagieren.
Die Arbeit bleibt jedoch riskant. Humanitäre Helfer seien zunehmend Angriffen ausgesetzt, warnte Katzer. „Wir sehen, dass das humanitäre Völkerrecht, was vor allen Dingen medizinische Mitarbeitende und Gesundheitseinrichtungen schützt, immer mehr ausgehöhlt wird.“ Trotzdem sei medizinische Hilfe in solchen Krisengebieten unverzichtbar. „Es gibt Menschen auf dieser Welt, die keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben, obwohl das ein Recht jedes Menschen ist.“ (dts/red)
Die Prostata lebt nicht getrennt vom Rest des Körpers. Sie bekommt mit, wie viel Bauchfett vorhanden ist, wie oft Insulin ansteigt, wie der Darm arbeitet und so weiter. - Foto: M Isolation photo/iStock
In Kürze:
Männer werden früher oder später mit der Gesundheit ihrer Prostata konfrontiert.
Das Alter ist ein maßgeblicher Faktor, aber auch nicht die ganze Wahrheit.
Die Ursache ist selten ein einzelner Fehltritt, sondern vielmehr Ernährungsmuster, die den Stoffwechsel über Jahre in eine ungünstige Richtung schieben.
Vier Maßnahmen für den Alltag und sechs Mikronährstoffe für einen begrenzten Zeitraum können Männern langfristig helfen.
Die Prostata ist ein kleines Organ mit erstaunlichem Durchsetzungsvermögen. Jeder Mann hat sie, kaum einer kennt sie und die meisten interessieren sich erst dann für sie, wenn sie den Schlaf stört oder der Arzt bei der Vorsorge mit ernster Miene die Untersuchungshandschuhe überstreift.
Jahrzehntelang arbeitet sie unauffällig im Hintergrund. Sie sitzt unterhalb der Blase, umschließt die Harnröhre und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Doch irgendwann macht sie sich bemerkbar: schwächerer Harnstrahl, häufiger Harndrang, Nachtröpfeln, unruhige Nächte oder das Gefühl, die Blase werde nie ganz leer.
Viele Männer hören dann den Standardsatz: „Das ist in Ihrem Alter normal.“ Das ist zwar nicht falsch, aber es ist auch nicht die ganze Wahrheit. In meiner Praxis sehe ich seit vielen Jahren, dass die gutartige Prostatavergrößerung, kurz BPH, nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern in einem biologischen Milieu wächst.
Und dieses Milieu wird durch Ernährung, Bauchfett, Blutzucker, Insulin, Entzündung, Darmgesundheit, Bewegung und Stress stärker geprägt, als man früher dachte – selbst in der Naturheilkunde.
Die Prostata wächst in einem „Milieu“?
Lange wurde die BPH vor allem als Problem des Alters betrachtet. Hormone spielen zweifellos eine Rolle, besonders Dihydrotestosteron, ein Abbauprodukt des Testosterons. Doch das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte.
Die Prostata ist eine kleine Drüse, die aufgrund ihrer Lage direkt unterhalb der Blase zu Problemen führen kann.
Foto: nach Sakurra/iStock
Eine 2026 veröffentlichte Arbeit in „Frontiers in Nutrition“ untersuchte den Zusammenhang zwischen entzündungsfördernder Ernährung und gutartiger Prostatavergrößerung. Die Autoren werteten Daten von 3.517 Männern aus, ergänzten die Analyse durch genetische Verfahren und prüften die Befunde zusätzlich im Tiermodell.
Ein höherer Dietary Inflammatory Index, der sogenannte Entzündungsindex der Nahrung, war in der vollständig bereinigten Analyse mit einem höheren BPH-Risiko verbunden. Pro Punkt Anstieg lag die Risikoerhöhung bei etwa 7 Prozent. Im Tiermodell zeigten sich unter entzündungsfördernder Ernährung mehr Gewebeumbau, Kollageneinlagerung und höhere Entzündungsmarker wie IL-6, TNF-alpha und IL-1 beta. Das beweist keine einfache Ursache-Wirkung-Kette, macht aber plausibel, dass die Prostata auf ein entzündliches Stoffwechselmilieu reagiert.
Diese Befunde passen auch zu dem, was wir aus der Praxis kennen: Männer mit Bauchfett, Insulinresistenz, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und chronischer Entzündung haben oft nicht nur ein Herz-Kreislauf-Problem, sondern häufig auch ein Prostataproblem. Der Körper trennt diese Dinge nicht so ordentlich, wie es medizinische Fachabteilungen gerne tun.
Was heißt entzündungsfördernde Ernährung?
Gemeint ist kein einzelner Fehltritt, sondern ein Ernährungsmuster, das den Stoffwechsel über Jahre in eine ungünstige Richtung schiebt: viel Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Wurstwaren, frittierte Speisen, Omega-6-lastige Industrieöle und Alkohol bei gleichzeitig wenig Gemüse, Kräutern, Ballaststoffen, Bitterstoffen und Polyphenolen.
Daraus entsteht ein Milieu, in dem chronisch niedriggradige Entzündungen leichter unterhalten werden. Die Folge ist, dass Insulin häufiger erhöht bleibt, Bauchfett zunimmt, die Darmflora an Vielfalt verliert, die Darmbarriere anfälliger wird und das Immunsystem unterschwellig aktiviert bleibt. In Studien werden dabei immer wieder Botenstoffe wie IL-6, TNF-alpha und IL-1 beta diskutiert, genau jene Entzündungsmediatoren, die auch in der aktuellen BPH-Arbeit bei entzündungsfördernder Ernährung erhöht waren.
Und wieder einmal spielt das Bauchfett eine besondere Rolle. Es ist kein passiver Speicher, sondern ein hormonell und immunologisch aktives Gewebe. Es setzt Entzündungsbotenstoffe frei und verschlechtert die Insulinempfindlichkeit. Deshalb sehe ich den Bauchumfang als aussagekräftiger an als das Körpergewicht.
Und darum beginne ich bei beginnenden Prostatabeschwerden nicht mit der Frage nach der „besten Prostatapflanze“. Zuerst geht es um die Grundlagen, nämlich um Bauchfett, Blutzucker, Darm, Alkohol, Abendessen, Bewegung.
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Süßigkeiten, Kuchen, Pizza und Fertiggerichte sorgen dafür, dass sich reichlich Bauchfett ansammelt.
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Aus diesem Grund sagt der Bauchumfang oft mehr über die Ernährung aus als das Körpergewicht.
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Was Männer konkret tun können
1. Zucker, Weißmehl und schnelle Kohlenhydrate reduzieren
Gemeint sind vor allem Süßigkeiten, Kuchen, süße Getränke, Snacks, Pizza oder auch die Pasta aus Weißmehl. Nicht jedes Brot ist automatisch ein Problem. Ein echtes Sauerteigbrot oder gutes Vollkornbrot wirkt anders als ein Industriebrot. Entscheidend ist die Stoffwechselantwort, denn bei Bauchfett, Fettleber, Heißhunger oder erhöhtem Insulin werden schnelle Kohlenhydrate rasch zum Brandbeschleuniger.
2. Täglich Gemüse essen, am besten zwei große Portionen
Kreuzblütler wie Brokkoli, Rucola, Kohl und Radieschen liefern schwefelhaltige Pflanzenstoffe und unterstützen den Stoffwechsel. Auch Lycopin ist für die Prostata interessant. In einer kleinen randomisierten Studie mit Männern mit BPH zeigten 15 Milligramm Lycopin täglich über sechs Monate Hinweise auf eine gebremste Progression.
Tomatenmark oder gekochte Tomaten können eine Quelle sein, wenn sie gut vertragen werden. Da Tomaten zu den Nachtschattengewächsen gehören, empfehle ich sie aber nicht pauschal jedem. Bei empfindlichem Darm, Gelenkbeschwerden oder Unverträglichkeit ist ein Lycopinpräparat mit 10 bis 15 Milligramm täglich oft die bessere Lösung.
Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl, Margarinen, Frittierfette und viele Fertigprodukte verschieben das Fettsäuremuster häufig in Richtung Omega-6. Sinnvoller sind Olivenöl, etwas Butter oder Ghee und eine gezielte Versorgung mit Omega-3.
Entscheidend sind EPA und DHA. Sie kommen zwar vor allem in fettem Seefisch vor, doch Fisch ist heute leider nicht mehr die saubere Quelle, die er einmal war. Mikroplastik, Schwermetalle und Rückstände sind ein Problem. Deshalb bevorzuge ich ein geprüftes Fischöl oder Algenöl mit Analysezertifikat. Praktikabel sind meist 1 bis 2 Gramm EPA plus DHA täglich. Leinöl, Chia und Walnüsse sind wertvoll, liefern aber vor allem ALA, das nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt wird.
Heute nennt man das Intervallfasten, früher war es eine einfache Ernährungsregel. Wer abends um 21 Uhr noch Brot, Wurst, Chips und Wein nachschiebt, hält Insulin, Verdauung und Blase unnötig in Betrieb. Das rächt sich nicht nur am Bauchumfang, sondern oft auch in der Nacht.
Die Pflanzenheilkunde kann bei BPH ein sinnvoller Ansatz sein, vor allem dann, wenn man nicht auf einen einzelnen Extrakt setzt. Die Prostata reagiert nicht nur auf einen Schalter. Es geht um Entzündung, glatte Muskulatur, Hormonstoffwechsel, Gewebeumbau und Blasenreiz. Genau deshalb sind Kombinationen oft plausibler als die Suche nach dem einen „Prostatamittel“.
Sägepalme ist einen Versuch wert. Üblich sind 320 Milligramm eines standardisierten Extrakts täglich. Allerdings muss man auch sagen: Eine Cochrane-Auswertung fand für Sägepalme allein gegenüber Placebo nur geringe bis keine Vorteile. Die europäische Urologenleitlinie sieht für bestimmte (hexanische) Extrakte immerhin eine schwache Empfehlung, besonders bei Männern, die Nebenwirkungen klassischer Medikamente vermeiden wollen.
In der Praxis arbeite ich deshalb, wenn überhaupt, lieber mit Pflanzenkombinationen und klarer Erwartung: keine Wunder, sondern ein Versuch über mehrere Wochen. In der Phytotherapie ist eins plus eins oftmals mehr als zwei.
Wedel einer Sägepalme.
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Die Brennnesselwurzel gehört für mich fast immer in solch eine Kombination. Üblich sind hier 300 bis 600 Milligramm Extrakt täglich. Roggenpollenextrakt kann besonders bei nächtlichem Harndrang interessant sein. Häufig verwendete Dosierungen liegen bei 375 bis 750 Milligramm täglich.
Kürbiskerne oder Kürbiskernextrakte passen ebenfalls gut dazu, vor allem wegen ihrer Phytosterole und der guten Verträglichkeit. Wer es einfach halten will, nimmt täglich zwei Esslöffel Kürbiskerne über mindestens acht bis zwölf Wochen.
Bei den Mikronährstoffen denke ich vor allem an Zink und Selen – nicht blind hoch dosieren, sondern möglichst prüfen. Praktisch vertretbar sind oft 15 bis 25 Milligramm Zink täglich für acht bis zwölf Wochen. Bei längerer Einnahme sollte man außerdem an Kupfer denken. Selen nur bei Bedarf einnehmen, meist 100 bis 200 Mikrogramm täglich, nicht als Dauerhochdosis.
Fazit
Die Prostata wächst mit den Jahren bei vielen Männern. Die Älteren werden sich noch erinnern: Der Chirurg Julius Hackethal sprach beim langsam wachsenden Prostatakrebs einmal vom „gutartigen Haustierkrebs“. Er formulierte damit die Einsicht, dass nicht jede Veränderung an der Prostata sofort mit maximaler Härte bekämpft werden muss.
Manches muss kontrolliert, manches behandelt, manches vor allem biologisch verstanden werden. Bei der gutartigen Prostatavergrößerung gilt das erst recht. Und genau hier beginnt der Teil, den viele Männer unterschätzen.
Die Prostata lebt nicht getrennt vom Rest des Körpers. Sie bekommt mit, wie viel Bauchfett vorhanden ist, wie oft Insulin ansteigt, wie der Darm arbeitet, wie entzündlich das Gewebe gestimmt ist und ob der Körper nachts zur Ruhe kommt oder weiter mit Verdauung, Alkohol und spätem Essen beschäftigt wird.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Medikamente oder Eingriffe notwendig sind. Blut im Urin, Fieber, Schmerzen, Harnverhalt, rasch zunehmende Beschwerden oder auffällige PSA-Werte gehören urologisch abgeklärt. Naturheilkunde ersetzt hier keine Diagnostik.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist aber die wichtigste Botschaft: Wer seine Prostata entlasten will, sollte nicht nur nach dem besten Extrakt suchen. Er sollte den Boden verbessern, auf dem das Problem wächst.
Weniger Zucker, weniger Bauchfett, bessere Fette, mehr Pflanzenstoffe, mehr Bewegung, gezielte Phytotherapie, sinnvolle Mikronährstoffe – genau solche Maßnahmen entscheiden in der Praxis oft darüber, ob ein Mann mit 60 nachts einmal oder viermal aufsteht.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Für Informationen zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten von Heilpflanzen wird eine Beratung in der Apotheke empfohlen.
Sonja von Norwegen war wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben und erhielt im Januar einen Herzschrittmacher. (Archivbild). - Foto: Ole Hagen/Getty Images
Norwegens Königin Sonja ist nach einer Nacht im Krankenhaus wegen Herzproblemen wieder zu Hause. „So weit ich weiß, fühlt sie sich viel besser“, sagte ihr Ehemann, König Harald V., am Donnerstag, 28. Mai während einer Reise vor Journalisten.
Königin Sonja nach Klinikaufenthalt besser
Der 89-jährige Monarch zeigte sich zugleich sehr besorgt über den Zustand seiner lungenkranken Schwiegertochter, Kronprinzessin Mette-Marit.
Die 88-jährige Königin Sonja war am Mittwoch zur Beobachtung in eine Klinik in der Hauptstadt Oslo gebracht worden.
Dort werde sie „einige Tage“ lang bleiben, teilte der königliche Palast mit. König Harald sagte nun jedoch, seine Frau sei „auf dem Weg nach Hause“.
Der Monarch, der selbst gesundheitlich angeschlagen ist und auf Gehhilfen angewiesen ist, reist derzeit durch Norwegen.
Königin Sonja war am Sonntag wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben worden. Ihr war im Januar ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.
Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit
Über seine Schwiegertochter Mette-Marit sagte König Harald, diese sei „ernsthaft krank“. „Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte er vor Journalisten und fügte hinzu, dies sei „sehr traurig“.
Kronprinz Haakon hatte am Dienstag gesagt, Mette-Marits Zustand habe sich „in jüngster Zeit deutlich verschlechtert“. Er mache sich „Sorgen um ihre Gesundheit“.
Mette-Marit hatte 2018 bekannt gegeben, dass sie an einer seltenen Form von Lungenfibrose leidet, einer unheilbaren Krankheit. Diese führt zu Narbenbildung in der Lunge und damit zu Atemnot.
Kürzlich hatte sich die 52-Jährige erstmals öffentlich mit einem Sauerstoffgerät gezeigt. Ende Dezember hatte der Palast erklärt, dass sich Mette-Marit vermutlich in absehbarer Zeit einer Lungentransplantation unterziehen müsse.
Gesundheitliche und private Belastungen
„Sie nutzt täglich Sauerstoff, und das hilft ein wenig, aber es ist offensichtlich keine ganz zufriedenstellende Lösung“, sagte der 52-jährige Kronprinz.
Hinter Mette-Marit, die Haakon 2001 geheiratet hatte, liegen schwierige Monate. Ihr Sohn Marius Borg Hoiby, der aus einer früheren Beziehung stammt, musste sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten.
Das Urteil gegen ihn wird für Mitte Juni erwartet. Die Kronprinzessin steht zudem wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck. (afp/red)