Deepfake-Pornos sind zu einem wachsenden Problem geworden. (Symbolbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
Das Europaparlament hat einem Verbot von KI-Anwendungen, mit denen sexualisierte Deepfakes erstellt werden können, zugestimmt. Eine große Mehrheit von 423 Abgeordneten stimmte in Straßburg für eine entsprechende Änderung des europäischen KI-Gesetzes. 57 lehnten sie ab, 174 Parlamentarier enthielten sich.
Nun fehlt noch die formelle Zustimmung der EU-Staaten. Das Verbot würde dann ab 2. Dezember 2026 federführend vom KI-Amt der EU durchgesetzt werden, das vor zwei Jahren geschaffen wurde.
Täuschend echte Aufnahmen
Bei Deepfakes werden mit Hilfe Künstlicher Intelligenz täuschend echt wirkende Bild-, Video- oder Tonaufnahmen manipuliert oder erzeugt.
Das neue Verbot soll die bisherigen Regeln ergänzen, indem es neben den Nutzern auch die Anbieter der entsprechenden digitalen Werkzeuge ins Visier nimmt.
Die an den Verhandlungen beteiligten Abgeordneten hatten betont, dass das Verbot nicht dazu führen soll, die Erstellung oder Manipulation von Bildern übermäßig stark einzuschränken.
Dafür soll in dem neuen Gesetz genau definiert sein, was sexualisierte Inhalte sind und was nicht. Das Verbot zielt demnach auf KI-Anwendungen ab, die etwa die Erstellung von realistischen Bildern oder Videos vom Intimbereich erlauben – insbesondere von Genitalien, dem Anus, Po oder entblößten weiblichen Brüsten sowie von sexuell eindeutigen Handlungen.
Satirische Karikaturen sollen also ausgenommen bleiben. Auch nicht-einvernehmliche Bikini-Bilder, wie sie von Grok erstellt und auf X verbreitet wurden, könnten demnach erlaubt bleiben. Das neue Verbot soll explizit auch auf das Erstellen von Inhalten abzielen, die sexuellen Kindesmissbrauch darstellen.
Weitere Änderungen am KI-Gesetz sollen der KI-Branche zunächst zusätzliche Pflichten ersparen. Auch für die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft gibt es Regelvereinfachungen.
An Teile des Gesetzes, die das Europäische KI-Amt ursprünglich bereits ab August durchsetzen sollte, müssen sich die Firmen hinter ChatGPT, Claude und Co. erst ab Dezember 2026 halten.
Spätestens dann sollen die Anbieter KI-Inhalte etwa deutlich als solche kennzeichnen – generierte Bilder und Videos müssten sie also mit Wasserzeichen markieren. (dpa/red)
Hessens Innenminister Roman Poseck. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Innenminister von Hessen und Sachsen dringen vor der Innenministerkonferenz in Hamburg auf ein schärferes Vorgehen gegen linksextreme Gewalt.
Hessen fordert laut der „Welt“ unter anderem die Prüfung eines Verbots der Plattform „Indymedia“, Sachsen eine gemeinsame Datei Linksextremismus von Bund und Ländern.
Hessen nimmt „Indymedia“ ins Visier
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte der „Welt“, „Indymedia“ sei „das zentrale Propaganda-Medium der linksextremen Szene“. Auf der Plattform erscheinen regelmäßig Bekennerschreiben zu mutmaßlich linksextremen Straftaten. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass diese Plattform Straf- und Gewalttaten fördert“, sagte Poseck der „Welt“.
Die Zahl der politisch motivierten Kriminalität stieg zuletzt um rund 35 Prozent auf mehr als 13.000 Fälle an. Linksextreme Gewalttaten legten um 42,6 Prozent auf 1.087 Fälle zu, machen also nur einen kleinen Anteil aus. In Hessen hat sich die Zahl der Gewaltdelikte mit einem Anstieg von rund 153 Prozent von 19 auf 48 Fälle mehr als verdoppelt, so das hessische Innenministerium.
„Das sind keine abstrakten Zahlen. Hinter ihnen stehen Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und Anschläge auf kritische Infrastruktur“, sagte Poseck der „Welt“. Zuletzt hatte ein Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen zu einem großflächigen Stromausfall geführt, wobei die Hintergründe derzeit noch ermittelt werden.
Hessen fordert zudem ein aktuelles Bundeslagebild zum gewaltorientierten Linksextremismus, das „Vernetzungsstrukturen und Mobilisierungspotenziale transparent macht“. Poseck sagte der „Welt“: „Die notwendige Konzentration auf den Rechtsextremismus darf nicht dazu führen, den Linksextremismus zu verharmlosen.“
Außerdem schlägt Hessen vor, konsequente „Ein- und Ausreise-Untersagungen“ für mutmaßlich gewaltbereite Linksextremisten zu prüfen, die zu Aufmärschen und Ausschreitungen anreisen wollten.
Sachsen schlägt Extremismus-Datei vor
Auch Sachsen fordert eine stärkere Beobachtung der Szene. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus greifen Sicherheitsbehörden seit Jahren auf gemeinsame Informationssysteme zurück, etwa seit 2012 auf die Rechtsextremismus-Datei (RED). Sie entstand als Konsequenz aus den NSU-Morden.
Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der „Welt“: „Für die Ermittlungen und Fahndungen nach Tätern, zur Aufklärung von Netzwerken und Strukturen halte ich eine neue gemeinsame Datei Linksextremismus der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern für ein wichtiges Instrument, um weiße Flecken zu verringern.“ Angesichts der Lageentwicklung sei es nur konsequent, dass die Bundessicherheitsbehörden dem Linksextremismus eine höhere Priorität einräumten. (dts/red)
In einem Geschäft in Kalifornien werden am 13. März 2025 Flaschen französischen Weins ausgestellt. - Foto: Justin Sullivan/Getty Images
US-Präsident Donald Trump hat Frankreich mit hohen Zöllen auf Wein gedroht, sollte Paris nicht seine Digitalsteuer zurücknehmen. Er habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gebeten, „keine Abgaben von US-Unternehmen zu verlangen“, sagte Trump der „New York Post“ vom Montag. „Sollten sie dies dennoch tun, habe ich keine andere Wahl, als einen Zoll von 100 Prozent auf alle Champagner und Weine aus Frankreich zu erheben.“
Frankreich hatte 2019 eine Steuer von drei Prozent auf im Land generierte Umsätze von Digitalunternehmen eingeführt. Die Abgabe betrifft vor allem die großen US-Konzerne Facebook, Amazon, Apple, Google und Microsoft.
Die USA sind der wichtigste Abnehmer französischer Weine und Spirituosen. Im vergangenen Jahr entfielen 21 Prozent der Ausfuhren der Branche auf die USA, wie der französische Verband der Wein- und Spirituosenexporte mitteilte. Derzeit unterliegen diese Exporte einem Zollsatz von 15 Prozent.
Die 2019 eingeführte französische Digitalsteuer erhebt eine Abgabe von 3 Prozent auf die in Frankreich erzielten Umsätze großer Digitalunternehmen. Die Steuer gilt für Unternehmen mit einem französischen Umsatz von mehr als rund 29 Millionen US-Dollar und einem weltweiten Umsatz von etwa 870 Millionen US-Dollar.
Die Maßnahme stößt seit langem auf Kritik aus Washington, da die Vereinigten Staaten argumentieren, dass sie amerikanische Technologieunternehmen unverhältnismäßig stark trifft.
Macron empfängt seinen US-Amtskollegen am Montag vor Beginn des G7-Gipfels in Frankreich. „Er müsste nur die Umsatzbesteuerung abschaffen, dann stünde er nicht unter diesem Druck“, sagte Trump der Zeitung. Im Januar hatte der US-Präsident bereits mit Zöllen in Höhe von 200 Prozent auf französischen Wein gedroht. Hintergrund war Frankreichs Weigerung, Trumps „Friedensrat“ für die Lösung internationaler Konflikte beizutreten.
Digitalsteuerstreit
Die Vereinigten Staaten haben die von Frankreich und anderen Ländern eingeführten Digitalsteuern wiederholt angefochten. Während Trumps erster Amtszeit leitete das Büro des US-Handelsbeauftragten eine Reihe von Untersuchungen gemäß Abschnitt 301 zu Digitalsteuern ein, die Washington als diskriminierend gegenüber amerikanischen Unternehmen ansah.
„Präsident Trump ist besorgt darüber, dass viele unserer Handelspartner Steuermodelle anwenden, die darauf abzielen, unsere Unternehmen unrechtmäßig zu benachteiligen“, erklärte der damalige US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer in einer Stellungnahme vom Juni 2020. „Wir sind bereit, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Unternehmen und Arbeitnehmer vor jeglicher derartiger Diskriminierung zu schützen.“
Trump drohte bereits zuvor mit Zöllen auf französische Alkoholimporte. Im Januar kündigte er an, einen 200-prozentigen Zoll auf französische Weine und Champagner zu erheben, sollte Frankreich sich weigern, an der von den USA initiierten Friedensinitiative für Gaza teilzunehmen. Im März 2025 drohte er mit einem 200-prozentigen Zoll auf Alkoholimporte aus Frankreich und anderen EU-Ländern, nachdem Brüssel Pläne zur Einführung eines 50-prozentigen Zolls auf amerikanischen Whiskey bekannt gegeben hatte.
Junge Leute mit Smartphones (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die britische Regierung plant ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Das kündigte Premierminister Keir Starmer bei einer Pressekonferenz in London an.
„Soziale Medien machen Kinder unglücklich“, sagte der Premier. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, soziale Medien hätten Jugendlichen auch Vorteile gebracht. Ein vollständiges Verbot sei angesichts der Risiken und negativer Konsequenzen dennoch die richtige Entscheidung. „Heute ist ein großer Tag für unser Land“, so Starmer.
Das Vereinigte Königreich folgt damit dem Vorbild Australiens. Australien hatte im Dezember 2025 als erstes Land der Welt ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Mittlerweile wollen immer mehr europäische Länder dem Beispiel folgen.
Starmer kündigte auch „weltweit führende“ Maßnahmen im Bereich der Gaming- und Live-Streaming-Plattformen an. Fremde Erwachsene sollen demnach nicht mehr die Chatfunktion nutzen können, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen.
Auch in Deutschland steht Verbot zur Debatte
Kritiker eines Verbots fürchten unter anderem, dass dieses leicht von Teenagern umgangen werden kann. So konnten in Australien viele Jugendliche trotz des Verbots Plattformen weiter nutzen, indem sie etwa auf VPN-Dienste zugriffen oder Konten mit einem gefälschten Geburtstagsdatum anlegten.
Diskussionen um Einschränkungen von Social-Media-Plattformen für Minderjährige gibt es derzeit in vielen europäischen Ländern. Mehrere EU-Länder, darunter Frankreich, Spanien, Griechenland, Norwegen und Österreich, haben bereits angekündigt, ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen zu wollen. Auch deshalb steht die Europäische Union unter Druck, weil nur die EU-Kommission den großen Plattform-Betreibern Vorschriften machen darf.
Auch in Deutschland steht ein Verbot zur Debatte. Aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Wie Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) ankündigte, sollen die Ergebnisse Ende Juni vorgestellt werden und zahlreiche Empfehlungen enthalten. Diese werden sich an Schulen, Eltern, Kitas und Ärzte richten. (dpa/red)
Immer stärkere KI-Modelle bergen Sicherheitsrisiken. - Foto: Peter Steffen/dpa
Um einer Anordnung der US-Behörden wegen nationaler Sicherheitsbedenken nachzukommen, hat das Unternehmen Anthropic den Zugriff auf seine beiden leistungsstarken KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 sperren müssen. Nur drei Tage nach der öffentlichen Einführung von Fable 5 – einer abgespeckten Version von Mythos 5 – erklärte das US-Unternehmen für Künstliche Intelligenz (KI), es habe eine behördliche Anweisung erhalten, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden KI-Modelle untersage. Die Anweisung gelte auch für Ausländer, die für Anthropic arbeiten.
Da Anthropic seine Nutzer nicht nach ihrer Nationalität unterscheiden könne, sei die Folge, „dass wir Fable 5 und Mythos 5 für alle unsere Kunden unverzüglich deaktivieren müssen, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten“, erklärte der Konzern weiter.
Wie das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete, kam die Anordnung von US-Finanzminister Howard Lutnick. Sein Ministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme durch die Nachrichtenagentur AFP.
Anthropic kritisiert fehlende Begründung der US-Behörden
Der KI-Konzern Anthropic teilte mit, dass die Regierung in dem Schreiben nicht dargelegt habe, was ihre konkrete Sorge ist. Anthropics vermute jedoch, dass die Regierung Kenntnis von einer Methode erlangt habe, dass beim Modell Fable 5 die Sicherheitsmaßnahmen so umgangen werden könnten, dass es für Hackerangriffe genutzt werden könnte.
„Wir bestreiten, dass die Entdeckung einer potenziellen Umgehung der Sicherheitsmaßnahmen rund um Fable 5 den Rückruf eines Geschäftsmodells rechtfertigt, das bei Hunderten von Millionen Menschen im Einsatz ist“, erklärte Anthropic.
Anthropic hatte sein KI-Modell Fable 5 am Dienstag veröffentlicht. Aus Sicherheitsgründen wurde die allgemein zugängliche Version namens Fable 5 allerdings in ihren Funktionen eingeschränkt.
Das besonders leistungsstarke KI-Modell Mythos 5 hatte der Konzern der Öffentlichkeit vorenthalten, da Bedenken bestanden, dass die KI über beispiellose Fähigkeiten zur Identifizierung von Software-Schwachstellen – oder Lücken im Code, die Hacker ausnutzen könnten – verfüge. Mythos wurde erstmals im April vorgestellt, die testweise Nutzung aber auf wenige Partner beschränkt. Inzwischen ist die uneingeschränkte Version Mythos 5 rund 200 Firmen sowie der US-Regierung vorbehalten.
Als riskant gilt vor allem die militärische Nutzung von KI. Anthropic liefert sich dazu einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Dabei geht es um eine uneingeschränkte Nutzung der KI-Technologie, die Anthropic dem Pentagon verweigert hat.
Der Konzern erklärte, er wolle KI nicht zur „Massenüberwachung im Inland“ oder in vollautonomen Waffensystemen einsetzen lassen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin als „Sicherheitsrisiko in der Lieferkette“ ein, wogegen das Unternehmen sich juristisch wehrt.
Anthropic ist für seinen Chatbot Claude bekannt, Mythos ist dabei das fortschrittlichste Modell. (afp/red)
SpaceX-Chef Elon Musk, der per Videokonferenz aus dem SpaceX-Hauptquartier in Starbase, Texas, auf einer Leinwand zu sehen ist, hält am 12. Juni 2026 vor dem Börsengang von SpaceX im Nasdaq MarketSite in New York eine Rede. - Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP via Getty Images
Tech-Milliardär Elon Musk hat zum Börsenstart seines Raumfahrtkonzerns SpaceX eine Mars-Mission in Aussicht gestellt.
SpaceX wolle Menschen zum Mond bringen, „zum Mars und letztlich darüber hinaus“, sagte Musk am Freitag im SpaceX-Hauptquartier in Texas vor jubelnden Mitarbeitern. Sein Ziel sei es, „Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen“.
Das Aktiendebüt soll das mit Abstand größte der Welt werden. SpaceX will an der Technologiebörse Nasdaq mindestens 75 Milliarden Dollar (rund 65 Milliarden Euro) einsammeln.
Durch eine Option für Emissionsbanken zum Erwerb von bis zu 83 Millionen zusätzlichen Wertpapieren könnte sich der Erlös sogar auf bis zu 86 Milliarden Dollar erhöhen.
Der bisher größte Börsengang war der des saudiarabischen Ölriesen Saudi Aramco Ende 2019. Er brachte dem Konzern 25,6 Milliarden Dollar ein.
Fast ein Vierteljahrhundert nach Gründung von SpaceX im März 2002 dürfte Musk damit der weltweit erste Billionär werden. SpaceX hat mit seinen Trägerraketen lukrative Verträge mit der US-Raumfahrtagentur Nasa abgeschlossen.
Zu dem Unternehmen gehört unter anderem auch das Satellitennetzwerk Starlink. Wegen der Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz schrieb Musks Konzern zuletzt allerdings rote Zahlen.(afp/red)
Nach einem Urteil des Landgerichts München I haftet Google für die generierten KI-Übersichten in der Google-Suche. (Archivbild) - Foto: Frank Leonhardt/dpa
Der Suchmaschinenbetreiber Google kann für falsche Antworten, die von seiner hauseigenen Künstlichen Intelligenz (KI) generiert wurden, in die direkte Haftung genommen werden.
Das hat die auf Presse- und Äußerungsrecht spezialisierte 26. Zivilkammer am Landgericht München I entschieden. Das möglicherweise wegweisende Urteil für die digitale Welt ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da Google Rechtsmittel einlegen kann.
Im konkreten Fall hatten zwei Münchner Verlage gegen den Internetkonzern geklagt. Googles „Übersicht mit KI“ hatte die Unternehmen fälschlicherweise mit Betrugsmaschen, unseriösen Geschäftspraktiken und Abo-Fallen in Verbindung gebracht.
Die KI vermischte dabei Informationen über andere, tatsächlich dubiose Unternehmen mit den Klägerinnen und erfand Zusammenhänge, die selbst in den von Google verlinkten Quellen überhaupt nicht existierten.
KI-Antworten sind Googles eigene Worte
Im Zentrum des Rechtsstreits stand die Frage, ob eine KI-Übersicht rechtlich genauso zu behandeln ist wie klassische Suchergebnisse. Google hatte argumentiert, dass das Unternehmen nicht selbst für die Datenverarbeitung verantwortlich sei und sich die Inhalte Dritter in der Übersicht nicht zu eigen mache.
Das Landgericht wies diese Argumentation deutlich zurück. Es entschied, dass es sich bei der KI-Zusammenfassung nicht um eine bloße Anzeige oder Verlinkung von Suchergebnissen handelt, sondern um einen eigenen, der Suchmaschinenbetreiberin zurechenbaren Inhalt.
Da die KI die Ergebnisse in eigenen Worten zusammenfasse, inhaltlich auswerte und strukturiert präsentiere, schaffe Google damit völlig eigenständige, neue Aussagen, die über die bloßen Links hinausgingen. Entsprechend greife hier auch nicht die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), welche Suchmaschinenbetreiber bei der reinen Auflistung von Drittinhalten vor einer direkten Haftung schütze.
Nutzer sind keine Faktenprüfer für Google
Auch Googles Verteidigungslinie, die Nutzer könnten die Quellen ja selbst anhand der Links überprüfen und wüssten ohnehin, „dass den mit KI generierten Informationen nicht blind vertraut werden dürfe“, ließ das Gericht nicht gelten. Die Kammer betonte, dass die KI-Übersicht eine „abgeschlossene Aussage mit eigenständig verständlichem Inhalt“ darstelle.
Es gebe für den Leser keinerlei Hinweis auf inhaltliche Unzuverlässigkeiten, weshalb die bloße Möglichkeit zur Nachrecherche den Konzern nicht von seiner Haftung für Rufschädigungen befreie.
Das Gericht untersagte Google die weitere Verbreitung der falschen Behauptungen und verurteilte den Konzern zur Übernahme von 80 Prozent der Verfahrenskosten.
Ein Google-Sprecher erklärte dazu: „Wir investieren viel in die Qualität der KI-Übersichten, um sicherzustellen, dass die überwiegende Mehrheit der Antworten korrekte Informationen liefert.“ Man werde die noch nicht rechtskräftige Entscheidung sorgfältig prüfen. (dpa/red)
Tägliche digitale Gewohnheiten prägen Denkmuster und Aufmerksamkeitsspanne und lenken sogar das emotionale Wohlbefinden. Doch zu welchem Preis? - Foto: monkeybusinessimages/iStock
Es gibt einen Punkt, an dem ein Übermaß an Wahlfreiheit in Unfreiheit umschlagen kann. Zu viele Optionen lassen den Geist gelähmt und orientierungslos zurück, unfähig, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als im Reich der Technologie mit seiner glattpolierten, reibungslos funktionierenden Oberfläche. Sie verführt uns rund um die Uhr mit unzähligen Möglichkeiten, die nur einen Fingertipp entfernt sind.
Während du im beruhigenden blauen Schein des Bildschirms versinkst, läuft die Realität unbemerkt weiter, und das Leben zieht an dir vorbei. Erst wenn der Bildschirm schwarz wird, kehrst du in die wirkliche Welt zurück.
Man sollte meinen, das Internet biete der Menschheit mehr Freiheit als je zuvor. Doch oft ist das Gegenteil der Fall. Der uneingeschränkte Zugang zu Nachrichten, Informationen, Videos, Artikeln, Spielen, sozialen Medien und Filmen – ein scheinbar endloser geistiger Spielplatz – ist so verlockend, dass wir uns ihm leicht vollständig hingeben.
Das Internet – sorgfältig darauf ausgelegt, kontinuierliche Dopaminreize zu erzeugen – kann süchtig machen wie eine Droge. Wie ein digitaler Flaschengeist erfüllt es scheinbar jeden Wunsch. Man wird hineingezogen, oft ohne es zu bemerken. Die Zeit verliert ihre Konturen, der Geist zerfällt in Fragmente und stumpft ab. Das Wesentliche des Lebens rückt in den Hintergrund. Während du im beruhigenden blauen Schein des Bildschirms gefangen bist, läuft die wirkliche Realität unbeeindruckt weiter – und das Leben zieht an dir vorbei.
Wiederaufnahme des wahren Lebens
Wenn sie nicht bewusst begrenzt wird, kann Technologie unsere Freiheit einschränken, ein sinnvolles Leben zu führen. Diese Erkenntnis wurde mir im vergangenen Monat auf besonders eindringliche Weise bewusst, nachdem ich mich einem Internet-Detox unterzogen hatte. Um es klarzustellen: Es handelte sich nicht um ein vollständiges Abschalten des Internets. E-Mails und notwendige Aufgaben habe ich weiterhin erledigt und mir auch einzelne Pausentage erlaubt. Mein digitales Fasten war also weder vollständig noch perfekt konsequent. Dennoch hatte ich Nachrichten, Videos, Onlinekäufe, zielloses Surfen und andere unnötige Internetaktivitäten weitgehend aus meinem Alltag gestrichen.
Ich wusste, dass ich eine Pause brauchte und von einer digitalen Entlastung profitieren würde. Mir war jedoch nicht bewusst, wie dringend diese Pause tatsächlich nötig war und welche tiefgreifende Wirkung sie haben würde. Ich hatte nicht erkannt, wie stark die Technologie bereits in mein Leben eingedrungen war und es langsam zu ersticken drohte – ähnlich einer Weinrebe, die sich um einen Baum windet. Erst als ich innehielt, wurde mir das Ausmaß klar.
Wenn man nicht mehr dem Druck ausgesetzt ist, mit der Welt Schritt halten zu müssen, richtet sich die Aufmerksamkeit ganz natürlich wieder auf das Unmittelbare, Persönliche und Erreichbare.
Foto: PRUDENCIOALVAREZ/iStock
Geheimnisse der Zeit
Zunächst fiel mir auf, wie sehr mich der Fluss der Zeit an meine Kindheit erinnerte. Damals verging die Zeit in einem anderen Rhythmus als im Erwachsenenalter. Mit weniger Verpflichtungen schienen die Tage langsamer zu vergehen. Kinder leben leichter im Hier und Jetzt. Als Kind konnte ich stundenlang einen Ameisenhaufen oder einen Bach beobachten, mich von den kleinsten Dingen faszinieren lassen und meine Aufmerksamkeit vollständig auf das richten, was sich direkt vor mir befand.
Seit ich erwachsen bin, habe ich für diese Art von Muße kaum noch Raum – zumindest dachte ich das. Doch fast unmittelbar nach dem Abschalten des Internets bemerkte ich, wie sich die Zeit verlangsamte und wieder weiter wurde.
Die Uhr schien in einem anderen Takt zu schlagen. Ohne dass das Internet meine Zeit in kleine Stücke zerschnitt, stellte ich fest, dass mir viel mehr davon zur Verfügung stand, als ich angenommen hatte – Zeit, um mit meiner Familie zu sein, zu lesen, nachzudenken oder draußen in der Sonne zu sitzen, während meine Tochter auf der Schaukel spielte.
In der Kindheit beschäftigt man sich selten mit Nachrichten oder entfernten Ereignissen. Das Leben entfaltet sich im unmittelbaren Umfeld. Genau dorthin führte mich mein Detox zurück. Ohne soziale Medien oder Nachrichtenseiten richtete sich meine Aufmerksamkeit ganz natürlich wieder auf mein eigenes Leben, meinen Einflussbereich und meine alltäglichen Pflichten. Ich machte mir weniger Sorgen um Dinge, die ich nicht kontrollieren kann, und fühlte mich gelassener im Umgang mit dem Nahen und Greifbaren.
Natürlich muss man sich als Erwachsener gelegentlich mit Nachrichten und dem Weltgeschehen auseinandersetzen. Während meines Detox wurde mir jedoch klar, dass mich das Internet – zumindest in meinem Fall – oft von dem entfernte, was mir am nächsten liegt. Dabei verlor ich wertvolle Energie an Dinge, auf die ich ohnehin keinen Einfluss habe.
Manchmal scheint die Zeit nach eigenen Gesetzen zu spielen.
Foto: sommart/iStock
Endlich wieder frei im Denken
Es gab auch andere Veränderungen.
Sie zeigten sich in der Art und Weise, wie mein Geist arbeitet. Ohne das ständige Pingen und Piepen der Benachrichtigungen und ohne das zwanghafte Bedürfnis, online etwas Neues zu finden, erreichte ich eine größere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Die Algorithmen diktierten nicht mehr, worüber ich nachdachte und was mich beschäftigte. Sie gehörten wieder mir selbst.
Die Journalistin Lydia Belanger erklärt: „Von Push-Benachrichtigungen und Erinnerungen bis hin zu Bewertungen und Belohnungsprogrammen – Technologie besitzt die Macht, uns dazu zu bringen, zu bestimmten Zeiten auf bestimmte Weise zu denken und zu handeln.“ Und weiter: „Suchtstiftendes Design hält uns gefangen, Algorithmen filtern die Ideen und Optionen, denen wir ausgesetzt sind.“
Bis ich diese Einflüsse aus meinem Leben verbannt hatte, war mir nicht bewusst, wie wahr Belangers Worte wirklich waren. So viel geistiger Raum war von den neuesten Onlinediskussionen, den neuesten Politphrasen und der neuesten Krise beschlagnahmt worden. Jetzt war ich frei, darüber nachzudenken, worüber ich nachdenken wollte. Ganz ohne die tägliche Ration an Empörung und Angst, die mir von den algorithmischen Götzen vorgesetzt wurde.
Wenn der digitale Lärm nachlässt, können tiefere Gedanken und Gefühle an die Oberfläche treten. Das bietet Chancen für echtes Wachstum.
Foto: Sergey Dementyev/iStock
Das Wiedersehen mit einem alten Freund
Ich begann, meine Konzentrationsfähigkeit zurückzugewinnen. Die Stakkato-Onlineumgebung fördert sprunghaftes Denken. Das Internet bringt ständig neue Schlagzeilen, Links und Anzeigen, die einen überall anblinken. Es lässt den Geist von Thema zu Thema flitzen. Einen konstanten Kurs zu halten, wird fast unmöglich. Die Kürze der TikTok-Videos ist Ausdruck eines allgemeinen Onlinetrends: hin zu kürzeren, auffälligeren Inhalten, geprägt von unserem Bedürfnis nach sofortiger Befriedigung.
Doch als all dies ausgeblendet war, schien mein Geist zu einer älteren Denkweise zurückzukehren. Nicholas Carr, Autor von „The Shallows: What the Internet is Doing to Our Brains“ („The Shallows: Was das Internet mit unserem Gehirn macht“), nennt das „lineares Denken“. Ich erinnere mich an diese Art des Denkens aus der Zeit meiner Kindheit und Jugend, also aus der Zeit, bevor ich zu einem intensiven Internetnutzer wurde. Es ist die Art des Denkens, die vor dem Internetzeitalter wahrscheinlich allgegenwärtig war. Lineares Denken bedeutet, einem einzigen Gedankengang über einen langen Zeitraum hinweg von Anfang bis zum Ende mit Konzentration und Hingabe zu folgen. Im weiteren Verlauf meines Internetverzichts stellte ich fest, dass ich wieder über längere Zeit – bis zu zwei oder drei Stunden am Stück – ein Buch lesen konnte, was ich seit Jahren nicht mehr getan hatte. Plötzlich hatte ich sowohl die Zeit als auch die Aufmerksamkeitsspanne dafür. Das empfand ich als eine Art Erleichterung, wie das Wiedersehen mit einem alten Freund.
Das Lesen eines dicken Buches ist nur eine von vielen Aktivitäten im realen Leben, für die ich plötzlich Raum, Zeit und geistige Energie hatte. Der Autor und Informatikprofessor Cal Newport schreibt in „Digitaler Minimalismus: Ein fokussiertes Leben in einer lauten Welt wählen“ („Digitaler Minimalismus: Besser leben mit weniger Technologie“): „Zunehmend bestimmen sie [Technologien] unser Verhalten und unsere Gefühle und drängen uns dazu, sie stärker zu nutzen, als wir für gesund halten – häufig auf Kosten anderer Aktivitäten, die wir als wertvoller erachten.“
Während meiner Digitalpause wandte ich mich Aktivitäten zu, die ich mehr schätzte als das endlose Scrollen durch schlechte Nachrichten. Zu diesen geschätzten Dingen gehören die Arbeit auf meinem Grundstück, Spaziergänge, Basketballspielen, Lesen und Beten.
Der Unterschied zwischen Online- und Offlineaktivitäten zeigt sich oft im Unterschied zwischen dem Nachdenken über das Leben und dem tatsächlichen Leben. Ich möchte nicht erst am Ende meines Lebens feststellen, dass ich die meiste Zeit meines Lebens unter dem Bann der Bildschirme verbracht habe und mein Leben durch die Zwischenschaltung des Internets nur secondhand gelebt habe. Ich möchte mir die Hände schmutzig machen, den Wind im Gesicht spüren und echte Menschen treffen, von Angesicht zu Angesicht. Ein gelegentlicher oder vielleicht auch regelmäßiger Internet-Detox macht diese Lebensweise erst möglich.
Ich glaube, das Internet funktioniert ein wenig wie ein mentales Pflaster. Wenn uns etwas stört – das kann alles sein, von ein bisschen Langeweile über schwierige Emotionen bis zu einem ernsthafteren Trauma –, dann wenden wir uns oft der Technologie zu. Wir wollen uns ablenken, um das Unangenehme zu mildern und den Schmerz zu lindern. Aber natürlich ist es ein falsches Heilmittel. Es verhindert, dass wir uns unseren realen mentalen oder emotionalen Problemen stellen. Dadurch wird das Problem tatsächlich nur noch schlimmer. Das ist die unbequeme Wahrheit, über die wir nicht gerne sprechen.
Zu meiner eigenen Überraschung stellte ich einige Wochen nach Beginn meines Internet-Detox eine Traurigkeit fest, mit der ich kämpfte. Sie hing mit Veränderungen in meinem Leben zusammen, die ich noch nicht vollständig verarbeitet hatte. Die innere Stille, die durch den Internetentzug entstand, erlaubte es mir, die leisen Stimmen der Trauer zu hören. Dies war Teil eines wichtigen Wachstumsprozesses. Hätte ich die Ablenkungen des Internets nicht beiseitegeschoben, hätte ich dies vielleicht nie erlebt. Ich wäre vielleicht in den wirbelnden Strudeln der Ablenkung steckengeblieben, in der Charybdis der unaufhörlichen Onlineunterhaltung, die uns davon abhält, der Realität zu begegnen.
Teile der Realität sind schmerzhaft. Deshalb suchen wir nach technologischer Betäubung. Aber dieser Schmerz ist notwendig. Nur wenn wir ihn akzeptieren, werden wir wachsen – und gesunden. Eine der größten Freiheiten, die ich durch das Weglegen meines Laptops entdeckt habe, ist die Freiheit, Probleme durchzugehen, anstatt sie einfach nur zu ignorieren.
Die reale Welt, die weder reibungslos verläuft noch ein endloses Dopaminkarussell ist, hat so viel mehr zu bieten als die Pseudoerfahrung eines Lebens, das größtenteils online stattfindet. Ja, sie ist hart, aber aus demselben Grund, aus dem auch Steine und Bäume hart sind – weil sie real sind.
Ein schlichter Internet-Detox hat es mir ermöglicht, fester in der Realität zu stehen. Dafür bin ich zutiefst dankbar.
Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Siemens-Energy-Chef Christian Bruch warnt davor, dass Deutschland beim Aufbau von Rechenzentren den Anschluss verpasst. „Wenn wir die Rechenzentren und die dazugehörige Wertschöpfung nicht ins Land holen, wird das Konsequenzen für unseren Wohlstand haben“, sagte Bruch. Siemens Energy baut keine Rechenzentren, ist aber ein Zulieferer der Branche.
In Maintal bei Frankfurt hatte der US-Konzern Edgeconnex vor kurzem den Plan gestoppt, ein Rechenzentrum zu errichten. Im Mittelpunkt der Kritik einer Bürgerinitiative stand das Vorhaben, ein Gaskraftwerk zu errichten, das den Strom für das Rechenzentrum erzeugen sollte. Über den Streit und den Stopp sagte Bruch in Hamburg: „Solche Dinge machen mich ehrlich gesagt ratlos.“
Bruch sagte, wer zu spät komme, den bestrafe das Leben. „Diese Gefahr sehe ich ganz konkret beim Thema Rechenzentren und KI.“ Der Konzernchef glaubt nach eigener Aussage, dass Europa im KI-Bereich eine Chance haben kann. „Dafür müssen wir aber auch bereit sein, die notwendige Infrastruktur wie Rechenzentren tatsächlich zu bauen.“
Internationaler Wettbewerb um Rechenzentren
Rechenzentren werden zunehmend gebraucht, um Daten zu speichern und KI-Anwendungen zu betreiben. Unter anderem wegen des wachsenden Energiebedarfs der Branche gibt es Kritik an dem Bau der Anlagen.
Im Wettbewerb um Rechenzentrumskapazität sind die USA führend vor China. Deutschland verfügt über eine Kapazität von knapp drei Gigawatt, von denen rund 500 Megawatt auf KI entfallen.
Künftig soll die Kapazität in der Bundesrepublik auf mindestens sechs Gigawatt ausgebaut werden, von denen mindestens zwei Gigawatt KI-Anwendungen vorbehalten sein sollen. (dpa/red)
Insbesondere seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms ist SpaceX aktuell praktisch unverzichtbar für die US-Raumfahrt und das Militär. (Archivbild) - Foto: Eric Gay/AP/dpa
Obwohl das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk im vergangenen Jahr weniger als 19 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete und deutliche Verluste schrieb, peilt es für den bevorstehenden Börsenstart einen Marktwert von fast 1,8 Billionen Dollar an.
Mit erwarteten Einnahmen von rund 75 Milliarden Dollar bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie wird dies der bislang größte Börsengang weltweit.
Aufgrund der sehr hohen Investorennachfrage wird im Markt allgemein erwartet, dass die Bewertung nach dem offiziellen Handelsstart am Freitag noch weiter klettern könnte.
Unverzichtbar fürs US-Militär
Die von Musk bereits 2002 gegründete Firma ist vor allem bekannt für ihre Raketen. Der Plan des Tech-Milliardärs war, die Kosten von Raketenstarts drastisch zu senken und irgendwann eine Kolonie auf dem Mars aufzubauen.
Raumfahrt war damals die Domäne von Supermächten – und entsprechend wurden seine Aktivitäten zunächst belächelt. Doch SpaceX gelang es, günstigere Raketen zu bauen – und sie auch noch wiederverwendbar zu machen, was die Kosten noch einmal senkte.
Insbesondere seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms ist SpaceX aktuell praktisch unverzichtbar für die US-Raumfahrt und das Militär.
Mobiles Internet direkt aus dem All
Den Großteil der Erlöse – rund elf Milliarden Dollar – brachte im vergangenen Jahr der Satelliteninternet-Dienst Starlink ein. SpaceX brachte dafür rund 9.600 Satelliten in die Umlaufbahn.
Aktuell braucht man meist noch spezielle Antennen und Empfangsgeräte am Boden, mit den nächsten Generationen der Technik sollen Smartphones verstärkt direkt auf das Netz aus dem All zugreifen können.
Damit hätte man mobiles Internet auch überall dort, wo es kein Mobilfunk-Netz gibt. Starlink kam Ende März auf gut zehn Millionen Kunden.
Amazon baut einen Konkurrenzdienst auf, hat aber noch deutlich weniger Satelliten. Vor einigen Monaten ließ Musk zudem SpaceX seine KI-Firma xAI übernehmen, in der zuvor auch die Online-Plattform X aufging.
Rekord-Bewertung durch KI-Pläne
Die beim Börsengang angestrebte Bewertung ist mehr als 90 Mal höher als der vergangene Jahresumsatz – und das ist außergewöhnlich viel.
Beim derzeit wertvollsten Unternehmen, dem knapp fünf Billionen Dollar teuren Chipkonzern Nvidia liegt dieser Wert bei etwa 20, bei Apple bei rund 10. SpaceX erklärt die hohe Bewertung mit der Aussicht auf künftiges Geschäft.
Laut Börsenprospekt sieht das Unternehmen allein für Satelliten-Konnektivität einen Gesamtmarkt von 1,6 Billionen Dollar – für alle Anbieter allerdings.
Zudem kommt hier auch xAI ins Spiel: SpaceX will sich ein Stück des Geschäfts mit KI-Anwendungen für Unternehmen sichern, das insgesamt auf mehr als 22 Billionen Dollar geschätzt wird.
Musk plant unter anderem Rechenzentren in der Umlaufbahn – wobei bisher offen ist, ob das technisch funktioniert.
Musk ist oft zu optimistisch bei seinen Ankündigungen, die manchmal erst Jahre nach von ihm genannten Fristen erfüllt werden.
Bei dem ebenfalls von ihm geführten Elektroauto-Hersteller Tesla etwa funktioniert das autonome Fahren immer noch nicht so wie von ihm im Laufe der vergangenen zehn Jahre versprochen.
SpaceX: Musk setzt auf private Anleger
Bei traditionellen Börsengängen kommt meist vor allem institutionelle Investoren wie Banken und Fonds zum Zuge. Musk verlässt sich aber schon seit Jahren stark auf eine Armee von Fans unter privaten Anlegern.
Beim Börsengang von SpaceX soll ihnen voraussichtlich rund ein Fünftel der knapp 555,6 Millionen Aktien vorbehalten bleiben, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Üblicherweise liegt der Anteil bei fünf bis sieben Prozent.
Die Nachfrage der privaten Anleger dürfte das Angebot trotzdem weit übertreffen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg kamen von ihnen bereits Order im Volumen von 70 Milliarden Dollar.
Musk behält auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten.
Er dürfte auch zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar werden. Aktuell schätzt etwa Bloomberg sein Vermögen auf rund 700 Milliarden Dollar.
Index-Anbieter machen Ausnahme für SpaceX
Das SpaceX-Papier wird schnell in mehrere wichtige Aktienindizes einziehen. Die Index-Anbieter Nasdaq und FTSE Russell änderten dafür ihre Vorgaben kurzfristig, MSCI verwies im Mai auf 2007 eingeführte Regeln für große Börsengänge.
Die Aufnahme bedeutet automatisch eine frühzeitige zusätzliche Nachfrage von Fonds, die die Index-Zusammensetzung abbilden.
S&P Dow Jones unterdessen hält dagegen und bleibt dabei, dass die Aktie erst nach zwölf Monaten auf dem Markt in den Auswahlindex S&P 500 einziehen kann. (dpa/red)
Stellungnahme des Deutschen Ethikrats am 11. Juni 2026. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Ein gesetzliches Mindestalter für Soziale Medien und pauschale Verbote sind nach Ansicht des Deutschen Ethikrats „nicht geeignet“, um den Herausforderungen der digitalen Welt zu begegnen. Stattdessen sei ein ausgewogenes Schutzkonzept nötig, das die Risiken sämtlicher digitaler Angebote berücksichtigt, erklärte der Ethikrat.
In seiner Stellungnahme beschäftigen sich die Fachleute unter anderem auch mit Smartphones an Schulen und der Rolle der Eltern.
Mindestalter keine Lösung
„Kinder und Jugendliche wachsen heute mit vielen digitalen Angeboten auf, die eine wichtige Rolle bei der Erfüllung ihrer Kommunikations- und Informationsbedürfnisse spielen“, sagte der Vorsitzende des Ethikrats, Helmut Frister. Es gehe um das Kindeswohl, und das schließe auch gesellschaftliche Teilhabe mit ein.
Dabei sei aber wichtig, den nötigen Schutz junger Menschen mit ihren Interessen und der Befähigung für digitale Angebote in Ausgleich zu bringen.
Dafür sei ein gesetzliches, umfassendes Mindestalter für Soziale Medien aus Sicht des Ethikrats aber „nicht geeignet“. Keine Beschränkung sei komplett unumgänglich und viele junge Menschen seien kompetent darin, sie zu umgehen.
Ethikrat für umfassenderes Schutzkonzept
Ohnehin greife der Fokus auf Soziale Medien zu kurz, warnte das Gremium. Denn Risiken wie Sucht, Gewalterfahrungen und Cybermobbing gingen von Inhalten und Funktionen aus, die es nicht nur dort gebe, sondern etwa auch bei Streamingdiensten und frei zugänglichen Messengern.
Außerdem nutzten viele Kinder und Jugendliche bereits KI wie Chatbots und Bildgeneratoren und diese seien noch unzureichender reguliert. Ein Mindestalter für Soziale Medien ignoriere diese Gefahren und berge das Risiko, dass sich Kinder und Jugendliche verstärkt diesen Angeboten zuwendeten.
Nötig sei also ein umfassendes Schutzkonzept, und dafür bilde das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) zur Regulierung von Plattformen bereits eine gute Grundlage. „Die Vorgaben, um Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz zu reduzieren, müssen aber noch wesentlich effektiver umgesetzt und Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden“, sagte Frister dazu.
Grundsätzlich komme den Familien und Eltern eine große Verantwortung zu und diese Erziehungsfreiheit müsse der Staat „respektieren und unterstützen“, forderte der Ethikrat.
Eltern bräuchten aber leicht zugängliche, seriöse Informationen über Gefahren im Netz und „bessere technische Werkzeuge“, mit denen sie die Aktivitäten ihrer Kinder begleiten könnten, etwa Apps zur Bildschirmzeit und zum Kinderschutz.
Nicht zuletzt müssten auch die jungen Menschen stärker einbezogen werden – von den Eltern selbst, aber auch bei politischen Entscheidungen. Der Ethikrat spricht sich außerdem dafür aus, dass die private Nutzung digitaler Endgeräte an Schulen „weitgehend eingeschränkt werden“, so wie es bereits in einigen Ländern gelte.
Klöckner: Flucht in die digitale Parallelwelt verhindern
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die den Ethikrat um die Stellungnahme gebeten hatte, sagte ebenfalls, digitale Medien seien „mittlerweile ein selbstverständlicher Teil beim Aufwachsen junger Menschen“.
Das habe auch Schattenseiten, dazu gehörten auch „digitale Ausgrenzung, problematische Schönheitsideale und auch die Gefahr von Radikalisierung“. Viele flüchteten sich in eine digitale Parallelwelt. Es bestehe Handlungsbedarf.
Parallel arbeitet derzeit eine von Familienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzte Kommission an an Empfehlungen für einen besseren Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Ende Juni will das Gremium konkrete Handlungsempfehlungen vorstellen und im September einen Abschlussbericht vorlegen. (afp/red)
Beim Netzausbau soll es nach dem Willen der Bundesregierung schneller gehen. - Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
Zur Beschleunigung des Glasfaserausbaus hat das Bundeskabinett eine Reform des Telekommunikationsgesetzes auf den Weg gebracht.
Die Neuregelungen, die noch die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat brauchen, sollen nach Angaben des zuständigen Bundesdigitalministeriums Bürokratie reduzieren und Verfahren vereinfachen.
Wildberger: „Glasfaser in jede Wohnung“
Im digitalen Zeitalter sei schnelles und stabiles Internet Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Wohlstand, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU).
Die Reform bündele eine Vielzahl an gezielten Maßnahmen, „um Glasfaser bis in jedes Gebäude und jede Wohnung zu bringen“.
Oft endet Glasfaser bisher am Haus. Die Neuregelungen sollen Telekommunikationsfirmen gegenüber Gebäudebesitzern ein sogenanntes Recht auf Vollausbau einräumen.
Liegt Glasfaser an, aber im Gebäude fehlt noch die Infrastruktur, sollen Anbieter auch dort die entsprechende Verkabelung legen dürfen. Alternative: Gebäudeeigentümer kümmern sich innerhalb einer bestimmten Frist selbst um die hausinterne Glasfaser-Verkabelung.
Schnellere Genehmigungsverfahren
Beschleunigt werden sollen zudem Verfahren bei der Glasfaserverlegung in der Fläche durch kürzere Genehmigungsfristen und die Möglichkeit für Bauunternehmen, früher mit den Arbeiten zu beginnen.
Außerdem sollen Eisenbahnunternehmen beim Ausbau schneller Funknetze entlang von Bahnstrecken zur Mitwirkung verpflichtet werden können. (dpa/red)
Europas Wettbewerbshüter garantieren per Beschluss die freie Wahl externer KI-Dienste bei WhatsApp. (Symbolbild). - Foto: Imen Ben Youssef / Hans Lucas / AFP via Getty Images
Die EU-Kommission zwingt den Messengerdienst WhatsApp, KI-Assistenten anderer Anbieter in der Europäischen Union wieder kostenlos zuzulassen.
Der US-Konzern Meta, zu dem WhatsApp gehört, müsse die einstweiligen Maßnahmen innerhalb von fünf Werktagen umsetzen, teilte die EU-Kommission mit.
Sie fürchtet ansonsten „ernsthaften und nicht wieder gutzumachenden Schaden“ für den Wettbewerb im wachsenden Markt für universelle KI-Assistenten.
Dort hätten kleinere Anbieter und neue Marktteilnehmer derzeit die Chance, etablierte Großunternehmen herauszufordern. Parallel untersucht die Behörde weiter, ob der Konzern mit den Einschränkungen gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt.
WhatsApp sei für KI-Unternehmen ein wichtiger Zugangspunkt zu Verbrauchern in Europa, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit.
„Mit der heutigen Entscheidung bewahren wir auch die Wahlfreiheit der Bürger in ganz Europa hinsichtlich der KI-Assistenten, die sie mit WhatsApp nutzen möchten, ohne dass diese Entscheidung für sie getroffen wird.“ Die EU-Kommission wacht in der EU über die Einhaltung des Wettbewerbsrechts.
Andere Anbieter wurden ausgeschlossen
Die EU-Kommission untersucht den Fall seit Dezember 2025. Hintergrund ist, dass Meta im vergangenen Oktober Drittanbietern den Zugang zu Schnittstellen sperrte, über die Unternehmen ihre Dienste mit WhatsApp verknüpfen.
Das Vorgehen führt laut EU-Kommission dazu, dass für Nutzerinnen und Nutzer nur Metas eigene KI („Meta AI“) zur Verfügung stehe.
Nachdem die Kommission schon einmal mit Zwangsmaßnahmen gedroht hatte, öffnete Meta im März den Zugang zwar formal wieder, führte jedoch eine Gebühr ein.
Dies werten die Wettbewerbshüter in Brüssel als faktische Fortsetzung der Zugangssperre. Die nun gefallene Entscheidung verpflichte Meta, den Zugang zu denselben Bedingungen wiederherzustellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten, hieß es.
Meta drohen Strafen
Bei einem Verstoß gegen die Maßnahmen drohen dem Konzern Bußgelder in Höhe von bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes im vorausgegangenen Geschäftsjahr.
Außerdem kann die Kommission zur Durchsetzung der Entscheidung tägliche Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes verhängen.
Die Untersuchung in dem Fall ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Es gibt keine gesetzliche Frist, bis wann Ermittlungen abgeschlossen sein müssen.
Ein Sprecher von Meta hatte im Februar mitgeteilt, es gebe keinen Grund für die EU, einzugreifen.
„Es gibt viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden können“, argumentierte der Sprecher.
Die EU-Kommission gehe fälschlicherweise davon aus, dass die Schnittstelle bei WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für diese Chatbots sei.
Weitere Verfahren
Gegen den WhatsApp-Mutterkonzern Meta unter Leitung von Mark Zuckerberg laufen unabhängig davon Verfahren der EU wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze.
So schützen Facebook und Instagram Kinder nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen nicht ausreichend vor den Gefahren ihrer Angebote, wie die EU-Kommission Ende April mitgeteilt hatte.
Die Brüsseler Internetwächter verlangen von den Plattformen, das Mindestalter von 13 Jahren durchzusetzen, das sie selbst in ihren Nutzungsbedingungen festgelegt haben.
Ansonsten droht eine empfindliche Strafe – bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes. Auch tägliche Strafen wären möglich, um das US-Unternehmen zum Einlenken zu bewegen. (dpa/red)
Digitale Brieftasche ohne Inhalt: Zum geplanten Start der Eudi-Wallet müssen Nutzer auf zentrale Funktionen wie digitale Signaturen verzichten. (Symbolbild). - Foto: Thitima Uthaiburom / iStock
Der Zeitplan für Deutschlands geplante digitale Brieftasche, die sogenannte Eudi-Wallet, gerät zunehmend ins Wanken.
Weniger als sieben Monate vor dem avisierten Starttermin am 2. Januar 2027 mehren sich die Anzeichen, dass das Prestigeprojekt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann.
Das berichtet der „Tagesspiegel“ nach Gesprächen mit zahlreichen am Projekt beteiligten Akteuren. Demnach leidet das Projekt unter chaotischem Projektmanagement und ständig verschobenen Fristen.
Interessenkonflikte und ignorierte Risiken
Die federführende Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) hatte 2024 den Auftrag übernommen – obwohl sie für die operative Umsetzung eines solchen Großprojekts nicht konzipiert ist.
Hinzu kommen Interessenkonflikte: Der Projektleiter arbeitete parallel für die Open Wallet Foundation (OWF), eine Lobbyorganisation der Digitalidentitäts-Branche, deren CTO zugleich in der Sprind-Jury saß. Die Sprind sieht darin kein Problem.
Sorgen gibt es auch, was die technische Sicherheit betrifft. Intern sollen Sicherheitsbedenken aufgetaucht sein, die weit über Verfahrensfragen hinausgehen, berichten Insider. Im Hintergrund sei zu hören, dass diese Bedenken sowohl von der Sprind als auch der BSI-Hausleitung ignoriert worden sein sollen.
Verbraucherschützer warnen vor Daten-Risiko
Das BSI zieht sich auf die Aussage zurück, man könne eine abgeschlossene Sicherheitsbewertung erst abgeben, wenn die Entwicklung vollständig vorliegt.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) warnt vor einem „Cookie-Banner 2.0“: Ohne technische Schutzmechanismen müssten Nutzer bei jeder Datenabfrage selbst entscheiden, ob diese legitim ist – mit weit sensibleren Daten als bisher.
Zudem bleibt die Wallet zum geplanten Starttermin inhaltlich weit hinter den Erwartungen zurück. Verfügbar sein sollen zunächst nur Basisdaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse sowie einfache digitale Nachweise.
Qualifizierte elektronische Signaturen, Pseudonyme, Zahlungsautorisierung und Datenportabilität fehlen zum Start. Auch der sogenannte Zero-Knowledge-Proof wird nicht rechtzeitig einsatzbereit sein – ein Verfahren, das etwa den Nachweis des Mindestalters ermöglicht, ohne das Geburtsdatum selbst preiszugeben. (dts/red)
Während der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026 im Apple Park in Cupertino, Kalifornien. - Foto: Josh Edelson / AFP via Getty Images
Apple wirft der EU-Kommission vor, mit Forderungen nach einer vollständigen Öffnung seiner iPhones und iPads für KI-Assistenten anderer Anbieter die Privatsphäre der europäischen Nutzer zu gefährden.
Der Konzern entschied, stattdessen die neue Version seiner Assistenzsoftware Siri mit Künstlicher Intelligenz auf iPhone und iPad nicht in der Europäischen Union verfügbar zu machen.
Auf Mac-Computern und der Computer-Brille Vision Pro werden auch europäische Nutzer darauf zugreifen können, weil Apple in diesen Segmenten nicht als „Gatekeeper“ mit viel Marktmacht eingestuft wurde.
Appel erklärt EU die Gefährlichkeit
Apple habe der Kommission die Risiken eines „wirklich uneingeschränkten“ Zugangs von Assistenten anderer Anbieter zum gesamten Betriebssystem und allen Informationen erklärt, sagte Marketingchef Greg Jozwiak. „Aber sie haben unsere Bedenken komplett zurückgewiesen.“
Apple habe auch bereits im vergangenen Jahr einen konkreten Vorschlag für eine technische Lösung vorgelegt, mit der aus Sicht des Konzerns die Zugangsanforderungen erfüllt und zugleich der Datenschutz gewahrt geblieben wäre. Die Kommission habe ihn jedoch abgelehnt, ohne sich damit auseinanderzusetzen.
Bei der WWDC gibt Apple traditionell einen Ausblick auf kommende Software und Dienste.
Foto: Noah Berger/FR34727 AP/AP/dpa
Das EU-Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) schreibt unter anderem vor, dass als Gatekeeper eingestufte Unternehmen Konkurrenten den gleichen Zugang zu ihren Plattformen bieten müssen wie ihren eigenen Diensten.
Apple argumentiert, die neue KI-Siri sei so datenschutzfreundlich umgesetzt, dass der Konzern selbst dabei keinen Zugriff auf die Informationen der Nutzer bekomme.
Der Apple-Vorschlag für andere Anbieter sieht demnach vor, dass nach einem ähnlichen Muster deren KI-Modelle zwar Anfragen der Nutzer erfüllen könnten, aber keine Daten behielten. Dieser Plan sei weiterhin auf dem Tisch.
Apple stellte die neue Siri mit Künstlicher Intelligenz am 8. Juni auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC vor. Die Software soll sich von anderen KI-Angeboten dadurch abheben, dass sie besonders tief ins Leben der Nutzer eingebettet ist.
Als ein Beispiel einer Frage, die man der neue Siri stellen könne, nennt Apple etwa: „Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?“
Um dies zu beantworten, muss die Software unter anderem die E-Mail oder Textnachricht kennen, in der der Name des Podcasts gefallen sein könnte, richtig die Unterhaltung verstehen – und zunächst einmal wissen, wer in den Kontakten die Schwester ist.
Es ist die letzte WWDC für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.
Foto: Josh Edelson/AFP via Getty Images
Apple schürt Nutzer-Erwartungen
„Wenn das alles funktioniert, ist es die KI, die die Leute wollen“, sagt Branchenexperte Avi Greengart von der Analysefirma Techsponential.
Die Vorsicht ist nicht unbegründet: Ursprünglich kündigte Apple eine Siri mit ähnlichen Fähigkeiten bereits auf der WWDC vor zwei Jahren an. Doch im Jahr darauf musste der Konzern einräumen, dass die Software nicht verlässlich genug sei.
Danach wurde die technische Basis umgebaut – unter anderem mit Verwendung von KI-Modellen des Rivalen Google. Apple betont aber, dass Google dabei keinen Zugang zu Nutzerdaten bekomme.
Analyst Francisco Jeronimo von der Marktforschungsfirma IDC sieht in der neuen KI-Siri eine strategische Weichenstellung für Apple: Sie könne der neue Weg werden, über den Nutzer mit iPhones und künftigen Gerätekategorien des Konzerns interagieren.
Zugleich müsse Apple nun aber auch die Erwartungen der Nutzer erfüllen: Kunden werden Siri danach bewerten, ob sie sie verstehe, und die Personalisierung sich nützlich und nicht aufdringlich anfühle.
Eine App für Siri
Erstmals bekommt Siri, die vor rund 15 Jahren als Sprachassistentin auf iPhones kam, eine eigenständige App.
Apple-Manager Mike Rockwell zeigte in einer aufgezeichneten Demonstration, wie die neue Siri den Termin des nächsten Konzerts einer Musikerin in der Nähe sowie Informationen zum Ticket-Verkauf heraussuchen, eine Erinnerung erzeugen und danach auf Wunsch einen ihrer neuen Songs abspielen kann.
Zunächst wird die neue KI-Siri nur auf Englisch angeboten. Weitere Sprachen sollen „schnell“ folgen, sagte Software-Chef Craig Federighi. Zunächst gibt es eine Testversion der neuen Software für Entwickler. Allgemein eingeführt werden die neuen Programme und Funktionen traditionell ab Herbst.
Die Teilnehmer verfolgen die Rede von Apple-CEO Tim Cook bei seiner letzten Worldwide Developers Conference (WWDC) im Apple Park in Cupertino, Kalifornien, am 8. Juni 2026.
Während Apple mit den Siri-Problemen kämpfte, überboten sich Google als Entwickler des konkurrierenden Mobil-Betriebssystems Android und der große iPhone-Rivale Samsung mit Ankündigungen immer neuer KI-Assistenzfunktionen.
Gemessen daran wirkte Apple im Rückstand – den Kunden schien das jedoch egal zu sein. Die Verkäufe der Apple-Geräte stiegen weiter und das iPhone schubste nach Berechnungen von Marktforschern Samsung nach vielen Jahren vom Smartphone-Thron.
Federighi erlaubte sich zugleich einen Seitenhieb gegen Unternehmen die in einem Wettlauf „KI im Namen von KI“ verfolgten und dabei nicht die Interessen der Nutzer beachteten. (dpa/red)
Minister Wildberger: KI wird Programmierer und Callcenter-Beschäftigte ersetzen. (Archivbild) - Foto: Lilli Förter/dpa
Ein breiter Schulterschluss zwischen Staat und Wirtschaft soll den Netzausbau in Deutschland spürbar beschleunigen. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und der Telekommunikationsbranche haben dafür das weitreichende Memorandum of Understanding (MoU) „Bestes Netz für Deutschland“ unterzeichnet.
„Wir wollen mehr Tempo, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk in Deutschland spürbar vorankommt“, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU).
Indem man den Fortschritt mit konkreten Kenngrößen transparent mache, schaffe man mehr Verbindlichkeit für Investitionen, Genehmigungsprozesse und die Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Ziele.
Milliarden für Glasfaser und schnellen Mobilfunk
Die Vereinbarung wurde von Wildberger, Vertretern der Bundesländer und Kommunen, den Chefs (CEO) der größten Telekommunikationsunternehmen sowie Verbandsvertretern unterzeichnet.
In dem Papier macht die Industrie massive finanzielle Zusagen: Allein im Jahr 2026 plant die Telekommunikationsbranche, rund 8,5 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau und 2,4 Milliarden Euro in Mobilfunknetze zu investieren.
Mit diesen Mitteln sollen im laufenden Jahr 3,2 Millionen direkt nutzbare Glasfaseranschlüsse („Homes Connected“) und 2,5 Millionen vorbereitete Anschlüsse („Homes Passed“) realisiert werden. Auch für die kommenden Jahre sind bereits weitere Milliardeninvestitionen fest eingeplant, etwa mindestens 6,6 Milliarden Euro für Glasfaser und 2,4 Milliarden Euro für Mobilfunk im Jahr 2027.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Um die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ausbauziele sicherzustellen, setzt das Bündnis auf strenge, halbjährliche Erfolgskontrollen anhand konkreter Kennzahlen. Diese Indikatoren erfassen unter anderem den tatsächlichen Ausbaufortschritt, die konkreten Investitionshöhen und die Dauer der behördlichen Genehmigungsverfahren. Dabei soll primär auf bereits bestehende Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) zurückgegriffen werden, um keine neuen bürokratischen Hürden für die beteiligten Unternehmen zu schaffen.
Die Bundesnetzagentur erhält im Zuge des Memorandums zudem eine neue, stärkere Kontrollfunktion: In einem standardisierten Verfahren nimmt die Behörde künftig Hinweise aus den Kommunen entgegen, wenn vor Ort erhebliche Zweifel an der Fachkunde oder Zuverlässigkeit einzelner Bau- und Telekommunikationsunternehmen bestehen. Die Netzagentur kann daraufhin weitere Überprüfungsschritte einleiten, um die Erfüllung der Verpflichtungen sicherzustellen.
Wettbewerber sollen Infrastruktur gemeinsam nutzen
Ein weiterer zentraler Baustein des Papiers ist das klare Bekenntnis der Branche zu „Open Access“. Offene und diskriminierungsfreie Netzzugänge sollen den Anbietern ermöglichen, auf derselben Infrastruktur aktiv zu werden. Das stärkt den Wettbewerb um die Endkunden, senkt die Investitionsrisiken für die Ausbauer und verbessert die wirtschaftliche Auslastung der neu gebauten Netze.
Aufseiten der öffentlichen Hand verpflichten sich Länder und Kommunen im Gegenzug, die Genehmigungsverfahren drastisch zu beschleunigen und konsequent zu digitalisieren. Hierfür sollen standardisierte digitale Anwendungen wie das OZG-Breitbandportal flächendeckend zum Einsatz kommen, um die Bearbeitungs- und Umsetzungszeiten für Bauprojekte spürbar zu verkürzen.
Marcel de Groot, der CEO von Vodafone Deutschland, sagte: „Vor allem die zügigeren und digitalen Genehmigungsverfahren für neue Mobilfunk-Masten und Gigabit-Leitungen, die die Vereinbarung mit Bund, Ländern und Kommunen für alle Regionen in Deutschland vorsieht, helfen uns schnelle Verbindungen zu allen Menschen und Unternehmen zu bringen.“ Denn genau hier verliere man heute oft noch zu viel Zeit. (dpa/red)
Der Pontifex spricht im spanischen Parlament Klartext. - Foto: César Vallejo Rodríguez/EUROPA PRESS/dpa
Papst Leo XIV. hat im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen gewarnt. Es sei „besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt“, sagte der Papst am dritten Tag seines Spanien-Besuchs.
Die Welt befinde sich in einer „tiefen geistigen und kulturellen Krise“, die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äußere. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken forderte deshalb mehr Orientierung an Diplomatie und Völkerrecht. Aufrüstung und Kriege seien keine Lösung.
Wahre Sicherheit entstehe durch Gerechtigkeit, Dialog, die Achtung des Völkerrechts und eine Politik, die das Wohl der Menschen über Kriegsinteressen stelle, sagte der 70 Jahre alte US-Amerikaner. Mit Blick auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz betonte er, Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden.
Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia begrüßen Papst Leo XIV. bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Madrid-Barajas am 6. Juni 2026.
Foto: Stefano RELLANDINI / AFP via Getty Images
Papst fordert humane Migrationspolitik
Mit Verweis auf seine jüngst veröffentlichte Enzyklika „Magnifica humanitas“ betonte Leo, technologische Entwicklung sei niemals neutral. Sie nehme „die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen“. Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme.
Leo sprach auch die „tragische Migrationskrise“ an. Die Situation von Migranten und Flüchtlingen erfordere eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und Fluchtursachen bekämpfe. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache oder sozialer Lage verletze den Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen.
Das Thema sei keine bloße demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Der Papst forderte sichere und legale Zugangswege sowie eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen. Zum Abschluss seines Spanien-Besuchs will er auf den Kanarischen Inseln Migranten treffen.
Wie in Madrid sind auch in Barcelona und auf den Kanarischen Inseln Großveranstaltungen mit Papst Leo XIV. geplant.
Foto: A. Pérez Meca/EUROPA PRESS/dpa
Minutenlange Standing Ovations und zahlreiche „Bravo“-Rufe
Zudem warnte Leo vor gesellschaftlicher Polarisierung und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf. Unterschiede dürften nicht zur Abwertung politischer Gegner führen, sondern müssten demokratisch ausgehandelt werden.
Nach der Rede erhielt der Papst minutenlangen Applaus, begleitet von „Bravo“- und „Viva“-Rufen. Die Standing Ovations hätten laut Medien sieben Minuten gedauert. Kommentatoren des Senders RTVE und weiterer Medien bezeichneten den Auftritt als „historisch“ und verwiesen auf die erste Rede eines Papstes im spanischen Parlament. Zudem habe Leo gezeigt, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzen wolle und klare Worte zu den drängendsten Problemen der Gegenwart finde, hieß es. (dpa/red)
Computer-Nutzer (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der britische Informatiker Stuart Russell warnt vor den existenziellen Gefahren der künstlichen Intelligenz. Die Menschheit sei dabei, die Kontrolle über die Technologie zu verlieren, sagte Russell dem „Spiegel“. Er forscht seit 50 Jahren an KI-Systemen und zählt zu den Geburtshelfern der Technologie.
„Die Menschheit ist in einer schlechten Lage. Alle Tests schlagen Alarm, die Sirenen heulen. Und wir ignorieren das einfach. Das ist Wahnsinn“, so Russell. Schon heute wüssten die KI-Entwickler im Silicon Valley nicht mehr, welche Ziele ihre Supersysteme hätten und wie sie planten, diese zu erreichen.
„Wir wissen nicht, was sie `denken`. Wir verstehen nicht einmal ihre genaue Funktionsweise“, sagte er dem Magazin. Sobald es Systeme gebe, die im Wesentlichen fähiger seien als Menschen, „haben wir Menschen kein Mitspracherecht mehr“.
Natürlich werde die Menschheit, sobald sie das Gefühl habe, die Kontrolle zu verlieren, versuchen, die KI abzuschalten. „Die Frage ist, ob die Maschinen uns noch lassen. Wenn sie mitbekommen, dass wir sie abschalten wollen, haben sie allen Grund, das zu verhindern.
Sie müssen uns auslöschen. Wenn wir also weiter Superintelligenz entwickeln, ohne sie an unsere Interessen anzupassen, ohne sie zu verstehen, ohne Sicherheitsgarantien, dann halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass wir die Kontrolle verlieren.“
Laut Russell, der an der Eliteuniversität Berkeley in Kalifornien forscht und zu den renommiertesten KI-Experten der Welt zählt, dürften die Computer irgendwann einen Konflikt mit der Menschheit antizipieren. Sobald das geschehe, „werden sie sich in vielerlei Hinsicht reproduzieren, millionenfach kopieren“.
Allein der Zugriff aufs Internet gebe ihnen mehr Einfluss auf menschliches Verhalten, als Adolf Hitler je hatte. „Hitler konnte nur zu einem Zeitpunkt in ein einziges Mikrofon sprechen, nur eine Botschaft gleichzeitig senden. Er hat dennoch die Massen aufgehetzt.
Diese Systeme könnten das Internet fluten, fünf Milliarden Gespräche gleichzeitig führen, fünf Milliarden einzelne Menschen beeinflussen. Was Hitler getan hat, könnte die KI schneller, besser, effektiver.“
Über Millionen Roboter, die weltweit schon heute im Einsatz seien, bekomme eine solche Super-KI zudem Zugriff auf die physische Welt. Sie könne in teilautonome Waffensysteme eindringen oder Biolabore kontrollieren, so Russell. Noch sei es nicht zu spät, das zu verhindern.
Dafür brauche es aber schnellstmöglich eine gesetzliche Regulierung der Technologie. Zudem eine KI, deren einziges Ziel es sei, „menschliche Interessen zu fördern“. Derlei zu etablieren, „könnte leicht ein Jahrzehnt dauern“, so Russell. Deshalb brauche es ein Entwicklungs-Moratorium der Technologie.
Man drücke „gewissermaßen auf `Pause` und arbeite an der Sicherheit“. Dies sei laut Russell die einzige Chance für die Menschheit, ihre Existenz zu sichern. „Langfristig gibt es nur drei Zukünfte: sichere KI, keine KI oder keine Menschen.“ (dts/red)
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX wird in den kommenden Jahren jeden Monat 920 Millionen Dollar von Google für vermietete Rechenleistung kassieren. Google braucht die Computer-Kapazität für seine Dienste mit Künstlicher Intelligenz. Die Vereinbarung läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029. In einem ähnlichen Deal bezieht auch die KI-Firma Anthropic für 1,25 Milliarden Dollar pro Monat in einem mehrjährigen Deal Rechenleistung von SpaceX.
Musk ließ in SpaceX seine eigene KI-Firma xAI aufgehen, für die mehrere Rechenzentren gebaut wurden. Nach der vor einigen Wochen bekanntgegebenen Abmachung mit Anthropic erklärte er, dass für die KI-Aktivitäten von SpaceX eines der Rechenzentren ausreiche. Bei xAI und nun SpaceX wird der KI-Chatbot Grok entwickelt, der weniger genutzt wird als ChatGPT von OpenAI, Anthropics Claude und Googles Konkurrenzsoftware Gemini.
Indem Musk Anthropic und Google dringend benötigte Rechenleistung vermietet, hilft er den Unternehmen zugleich im Wettbewerb mit dem Konkurrenten OpenAI, gegen den er als einstiger Mitgründer seit Jahren eine Fehde führt. KI-Infrastruktur ist teuer. Google stellte allein für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von bis zu 190 Milliarden Dollar in Aussicht, die vor allem in Rechenzentren gehen sollen.
SpaceX war kürzlich mit Musks KI-Unternehmen xAI fusioniert, das mit Anbietern wie Anthropic und OpenAI bei generativen KI-Werkzeugen konkurriert. (Archivbild)
Foto: Eric Gay/AP/dpa
SpaceX kann das Geld gut gebrauchen
SpaceX will kommende Woche an die Börse gehen und strebt dabei eine Gesamtbewertung von 1,7 Billionen Dollar sowie Rekordeinnahmen von 75 Milliarden Dollar an. Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in einem krassen Kontrast zu dem angestrebten Börsenwert – die Anleger sollen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge zahlen. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Allein schon die Vermietung der Rechenzentren wird diese Zahlen deutlich aufbessern. (dpa/red)
Das Ifo-Institut befragt im Rahmen seiner Konjunkturerhebungen monatlich mehrere tausend Unternehmen. (Archivbild) - Foto: Leonie Asendorpf/dpa
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz verbreitet sich in der deutschen Wirtschaft in schnellem Tempo.
Nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts nutzen mittlerweile 54,4 Prozent der Unternehmen KI-Software – vor einem Jahr lag der Anteil erst bei knapp 41 Prozent.
„Die Dynamik bei der Einführung ist hoch“, sagte Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe.
Großunternehmen liegen vorn
Deutlich wird in der Umfrage aber auch, dass Konzerne schneller bei der KI-Einführung sind als der Mittelstand: Laut Ifo setzen mittlerweile mehr als zwei Drittel (67,2 Prozent) der Großunternehmen KI ein, aber nur gut 47 Prozent der mittleren und 51,2 Prozent der kleinen Firmen.
Besonders häufig genutzt wird KI demnach unter anderem in Verwaltung, Datenanalyse, Programmieren, Schriftverkehr und Informationssuche.
Viele Unternehmen verwenden KI darüber hinaus auch für Aufgaben in Planung, Controlling oder der Kommunikation mit den Kunden. „Besonders bei Routineaufgaben und der Verarbeitung großer Informationsmengen eröffnet KI neue Möglichkeiten“, sagte Wohlrabe.
Besonders weit verbreitet ist KI laut Ifo mittlerweile in der Industrie mit einem Anteil von 58,7 Prozent. Das Ifo-Institut befragt im Rahmen seiner Konjunkturerhebungen monatlich mehrere tausend Unternehmen. (dpa/red)