In der Nähe des Tatorts, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade, einer Stadt etwa 50 Kilometer westlich von Hamburg, fünf Menschen getötet wurden. - Foto: Ibrahim Ot/AFP via Getty Images
Bei Schüssen in Stade westlich von Hamburg sind sechs Menschen gestorben. „Es wurde in der Nähe einer Jugendeinrichtung in der Innenstadt geschossen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen laufen.
HEUTE8:55 Uhr
CDU-Innenpolitiker: Absolute Sicherheit nicht möglich
Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Alexander Throm, fordert eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse in Stade. Zugleich warnt er vor der Illusion eines vollständigen Schutzes.
„Eine absolute Sicherheit, das müssen wir ehrlicherweise sagen, können wir nicht schaffen“, sagte Throm den Sendern RTL und ntv. Man müsse vielmehr früher hinschauen, ob es bei einem späteren Täter bereits Hinweise gegeben habe, „die in eine solche Richtung hindeuten“, und dann konsequenter handeln.
Throm forderte eine vollständige Aufklärung der Tat. Noch sei zu wenig über die Hintergründe des Täters sowie mögliche persönliche und kriminelle Hintergründe bekannt. Die Tat müsse „mit aller Härte des Gesetzes geahndet werden“.
Es sei fürchterlich und schrecklich, wenn Menschen morgens zur Arbeit gingen, um anderen helfen zu wollen, und dann Opfer einer solchen Tat würden. „Das berührt mich zutiefst“, so Throm.
GESTERN20:52 Uhr
Polizeipräsidentin: Vermutlich ein Sorgerechtsstreit
Erste Details zum mutmaßlichen Täter und seinem Motiv kommen ans Licht. Hintergrund der Tat war vermutlich ein Sorgerechtsstreit, wie die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol auf einer Pressekonferenz sagte.
Beim Verdächtigen – bereits festgenommen – handelt es sich demnach um einen in Deutschland geborenen, 45-jährigen Mann mit türkischen Wurzeln aus dem Raum Hannover.
Der mutmaßliche Täter hatte den Angaben nach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter – zusammen mit vielen seiner Opfer. Das Kind und die Mutter sind nicht unter den insgesamt sechs Toten.
Gegen den Mann lägen polizeiliche Erkenntnisse vor, unter anderem aus dem Bereich der Bedrohung, führte Schuol am Abend aus. Sie sagte, er habe bislang nicht als „absolut gewalttätig“ im polizeilichen System gegolten.
Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wurde bisher kein Haftbefehl für den Mann erlassen. Es sei noch offen, ob und wann dieser am Dienstag beantragt werde. Das hänge von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab.
Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet. Über eine Website können Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittler übermitteln, wie die Polizei mitteilte. „Jeder Hinweis kann für die laufenden Ermittlungen von Bedeutung sein.“
Die Spurensicherung der Polizei ist am Tatort im Einsatz, an dem am 29. Juni 2026 bei einer Schießerei in Stade; die Polizei erklärte, die tödliche Schießerei sei wahrscheinlich auf „eine Tragödie innerhalb einer Großfamilie“ zurückzuführen.
Foto: Ibrahim Ot/AFP via Getty Images
GESTERN20:50 Uhr
Innenministerin: „Kaltblütige“ Tat
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sprach auf der Pressekonferenz von einer „kaltblütigen“ Tat. Sie bezeichnete die Tat zudem als singulären Fall. Es gebe keine Verbindungen zu anderen Bereichen.
In der Stadt westlich von Hamburg hatten zuletzt im vergangenen Jahr Ausschreitungen zwischen zwei Großfamilien bei einem Mordprozess für Schlagzeilen gesorgt.
Dieser Fall habe nichts mit früheren Fällen zu tun, sagte die SPD-Politikerin am Abend und betonte: „Ich bin mir sicher, dass diese schreckliche Tat Stade lange beschäftigen wird. Und sie wird auch Spuren hinterlassen.“
GESTERN20:16 Uhr
Die Opfer: Zwei Männer und vier Frauen der Einrichtung
Die Polizei vermutet als Motiv hinter den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade einen Sorgerechtsstreit.
Wie die Lüneburger Polizei am Abend mitteilte, gilt ein 45-jähriger Mann als mutmaßlicher Täter. Der Mann soll in einem Mercedes geflüchtet sein, wurde jedoch von der Polizei gestellt.
Die Fahrerin des Fahrzeugs, eine Frau, habe laut Ermittlern eine enge Verbindung zur Familie des Täters.
Die Opfer der Tat sind zwei Männer und vier Frauen, die alle Mitarbeiter der Einrichtung waren.
Die Ermittler sprachen von einer „extrem kaltblütigen Gewalttat“ aus familiären Motiven. Der mutmaßliche Täter war polizeibekannt, jedoch bislang nicht als gewalttätig verzeichnet.
Er besaß keine Erlaubnis zum Führen einer Waffe, und die Herkunft der Tatwaffe ist bisher unbekannt.
Die Polizei setzt einen Hund ein, während sie am 29. Juni 2026 in der Nähe des Tatorts in Stade ermittelt.
Foto: Ibrahim Ot/AFP via Getty Images
GESTERN19:13 Uhr
Niedersachsens Ministerpräsident „tief betroffen“
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat den Schusswaffenangriff in Stade als „erschütternd“ bezeichnet. Die Tat mache „die gesamte Landesregierung tief betroffen“, erklärte Lies in Hannover.
Zugleich bat er darum, „jetzt keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und den Ermittlungen den nötigen Raum zu geben“. Es sei „die Zeit für Trauer, Anteilnahme und sachliche Ermittlungsarbeit und nicht für Spekulationen und Verunsicherung“.
„Wir sind in Gedanken bei den Opfern, deren Familien und Freunden und bei allen, die das furchtbare Geschehen miterleben mussten“, erklärte Lies und ergänzte: „Wir trauern um die Menschen, die ihr Leben verloren haben. Wir wünschen den Verletzten eine möglichst schnelle und vollständige Genesung.“
Lies dankte „allen Einsatzkräften, die in dieser schwierigen Situation, schnell und entschlossen gehandelt sowie Trost gespendet und Hilfe geleistet haben“. Die zuständigen Behörden arbeiteten „intensiv daran, die Hintergründe dieser schockierenden Tat aufzuklären“.
GESTERN17:34 Uhr
Polizei spricht von „Familientragödie“
Bei dem Schusswaffenangriff in Stade hat es sich nach Polizeiangaben um eine „erweiterte Familientragödie“ gehandelt.
Es gehe „nicht in Richtung Femizid oder auch politischer Hintergrund“, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg der Nachrichtenagentur AFP.
Das Motiv für die Gewalttat liege vielmehr „im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet“.
Laut den Ermittlern wurde „ein Haupttäter“ festgenommen. Zwei weitere Menschen befänden sich „in polizeilichen Maßnahmen“, darunter auch eine „weibliche Begleitperson“. Ihre Tatbeteiligung sei Gegenstand der Ermittlungen.
Für den Abend wurde eine Pressekonferenz von Polizei, Staatsanwaltschaft und Landkreis mit Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) in Stade angekündigt.
Wie geht es mit dem Hauptverdächtigen weiter?
Foto: NWM-TV/dpa
GESTERN17:25 Uhr
Sechstes Todesopfer
Nach den Schüssen in Stade ist ein weiterer Mensch gestorben. Wie die Polizei mitteilte, starben fünf Menschen vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.
GESTERN16:41 Uhr
Was Zeugen berichten
Was genau sich gegen 12:10 Uhr in den Räumen der Einrichtung mit Mutter-Kind-Wohngruppen geschah, werden die Ermittler erst nach und nach rekonstruieren.
„Ich hab’ Schüsse gehört“, berichtet Zeuge Vitali Martens dem „Stader Tageblatt“. Zum Zeitpunkt des Geschehens sei er gerade vom Einkaufen gekommen.
Ein anderer Zeuge schildert „Focus Online“, was sich kurze Zeit später auf der Straße ereignet haben soll: Eine Frau und ein junger Mann hätten versucht, vom Tatort wegzufahren.
Ein Polizist habe gebrüllt: „Anhalten, stehen bleiben“, berichtet der Mann dem Magazin. Das Auto sei weitergefahren. Mehrere Beamte sollen das Feuer eröffnet haben. Mindestens zehn, fünfzehn Schüsse seien gefallen, schätzt der Zeuge.
Durch sein geöffnetes Fenster habe er den Polizeifunk aufgeschnappt, wie er weiter berichtet. Er habe nur Fetzen gehört wie „Brustschuss“ und „Kopfschuss“. Worte, die er nicht einordnen könne. Dann hätten Einsatzkräfte eine Person auf einer Trage aus dem Haus gehoben – und versucht zu reanimieren.
Kriminaltechniker der Polizei sind im Einsatz, um Spuren zu sichern.
Foto: Fabian Höfig/NEWS5/dpa
GESTERN16:30 Uhr
Behörden warnen vor „Fehlinformationen“
Polizei und Stadt riefen die Menschen auf, keine ungeprüften Nachrichten mit Gerüchte zu verbreiten. Es kursierten bereits „Fehlinformationen“. „Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Tatablauf dauern an“, teilten die Beamten mit.
GESTERN15:43 Uhr
Stadtrat: Kita und Grundschule unversehrt
„Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage“, sagte Stades Stadtrat Carsten Brokelmann in einer Mitteilung.
Der Stadtrat sprach zudem im Namen der Stadtverwaltung seine Anteilnahme aus. „Gleichzeitig gilt unser tiefes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie deren Hinterbliebenen.“
Noch seien die Hintergründe der Tat nicht bekannt. Er vertraue darauf, dass diese bald ermittelt würden, sagte Brokelmann in der Mitteilung weiter.
GESTERN15:28 Uhr
Keine Hinweise auf Clankriminalität
Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind fünf Erwachsene getötet worden. „Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden“, sagte eine Polizeisprecherin der dpa. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige.
Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen. Auch Kriminaltechniker in weißen Overalls waren vor Ort.
GESTERN14:59 Uhr
Mutmaßlicher Schütze festgenommen
Neben fünf Toten seien mehrere weitere Menschen verletzt worden, teilte die Polizei über WhatsApp mit. Zwei Verdächtige, darunter der mutmaßliche Schütze, seien demnach festgenommen worden.
Weitere Einzelheiten des Geschehens waren zunächst unklar. „Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Tatablauf dauern an“, teilten die Beamten mit.
Die Polizei sprach unter Berufung auf erste Ermittlungserkenntnisse von einem „Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung“.
Die Verdächtigen seien im Zuge sofort eingeleiteter Fahndungs- und Einsatzmaßnahmen festgenommen worden, hieß es weiter. Darunter sei auch der mutmaßliche Schütze. Details zur Identität wurden nicht genannt.
GESTERN14:45 Uhr
Keine Gefahr für Bevölkerung
Nach den Schüssen in Stade mit fünf Todesopfern besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Das teilte die Polizei mit.
Die Schüsse sind in einer Jugendeinrichtung gefallen. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht, wie eine Polizeisprecherin auf dpa-Anfrage bestätigte.
GESTERN14:01 Uhr
Polizei meldet Einsatz
Es komme zu einer „großen polizeilichen Einsatzlage“ im Bereich Dankersstraße, teilte die örtliche Polizei in den sozialen Netzwerken mit. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie ein Polizeisprecher bestätigte.
+++ACHTUNG – Polizeieinsatz in der Dankersstraße in Stade+++ Derzeit kommt es in Stade zu einer polizeilichen Einsatzlage. Meidet den Bereich weiträumig! Einsatzbegleitende Informationen erhaltet ihr auf dem WhatsApp-Kanal der Polizei Stade unter:https://t.co/LeoOTiCZOzpic.twitter.com/12fvSVxH8I
— Polizeidirektion Lüneburg (@Polizei_LG) June 29, 2026
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Stade gehört zur Metropolregion Hamburg und ist auch als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt. Sie hat knapp 50.000 Einwohner.
Am 29. Juni 2026 sind Rettungskräfte in Monaco in der Nähe des Ortes einer Explosion in einem Wohnhaus in Monaco, nahe der französischen Grenze, im Einsatz. - Foto: Valery Hache/AFP via Getty Images
Im Fürstentum Monaco ist „sehr wahrscheinlich“ ein Anschlag verübt worden, bei dem der ukrainische Oligarch Wadym Jermolajew und zwei weitere Menschen verletzt wurden. Das teilte der Regierungschef mit.
Wie die monegassischen Behörden mitteilten, erlitten durch eine heftige Explosion in einem Wohngebäude am Montagabend zwei Erwachsene lebensgefährliche Verletzungen. Zudem ist ein 13-Jähriger leicht verletzt. Aus Kreisen der Ermittler erfuhr AFP, dass Jermolajew unter den Opfern war.
Verdächtiger Richtung Frankreich geflohen
Der in Monaco lebende Multimillionär unterliegt seit Dezember 2023 Sanktionen aus Kiew. Medienberichten zufolge gelten diese, weil er seinen Alkoholhandel auf der Krim weiterführt.
Die Regierung des Fürstentums erklärte, die „starke Explosion“ sei durch eine „Paketbombe“ verursacht. „Ein Verdächtiger wurde von der Videoüberwachung aufgenommen, wie er in Richtung der Gemeinde Beausoleil in Frankreich floh“, hieß es in der im Onlinedienst X veröffentlichten Erklärung.
Aus dem Umfeld des französischen Innenministers Laurent Nuñez verlautete, es sei eine Fahndung eingeleitet worden.
Polizisten aus Monaco patrouillieren am 29. Juni 2026 in der Nähe des Ortes einer Explosion in einem Wohnhaus in Monaco, nahe der französischen Grenze.
Foto: Valery Hache/AFP via Getty Images
Schock für Monaco
Fürst Albert II. bezeichnete den Vorfall als „abscheuliches Verbrechen“ und „Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“. Der Staatsminister und Regierungschef des Fürstentums, Christophe Mirmand, sagte, der Sprengsatz habe offenbar Schrauben und Schrot enthalten. „Dies ist meines Wissens das erste Mal in der Geschichte, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt wurde“, sagte Mirmand.
Nun komme es darauf an, mit den Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten, „um das Umfeld der Opfer zu identifizieren“ und um festzustellen, ob womöglich weitere Menschen bedroht sein könnten, sagte er.
Dutzende Feuerwehrleute und Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und den Explosionsort zu sichern, der sich an einer Straße entlang der Grenze zu Frankreich befand.
Staatsanwalt Stéphane Thibault sagte, vor der Explosion habe ein Verdächtiger eine Tasche oder ein Paket in der Eingangshalle des Wohngebäudes deponiert. Für den Dienstag ist eine Pressekonferenz Thibaults angesetzt.
Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich lediglich die drei Opfer im Gebäude. Die drei Verletzten wurden in Krankenhäuser ins 20 Kilometer entfernte Nizza gebracht. Der Bürgermeister von Nizza, Eric Ciotti, sprach auf X von einer „Tragödie“ für Monaco. (afp/red)
Ryanair. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat einer Verbraucherorganisation zufolge zahlreiche von der irischen Billig-Airline Ryanair erhobene Gebühren für rechtswidrig erklärt.
„Der OGH stellt klar, dass Zusatzgebühren transparent darzustellen sind und Konsument:innen nicht unsachlich benachteiligen dürfen“, erklärte am Montag, 29. Juni, der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die Organisation war im Auftrag des Sozialministeriums mit einer Verbandsklage gegen 15 Gebührenklauseln der Fluglinie vorgegangen.
Es handele sich um „55 Euro Check-In-Gebühr, 25 Euro Kleinkindgebühr, Gebühren für obligatorische Familiensitze, 15 Euro für die Ausstellung einer Bordkarte“ und zehn weitere Zusatzgebühren, erklärte der VKI weiter.
Teils könnten diese Gebühren selbst dann verrechnet werden, „wenn der Grund für ihr Anfallen Ryanair selbst zuzurechnen ist“.
Kunden können Geld zurückfordern
„Betroffene Konsument:innen, die auf Basis dieser oder sinngleicher Klauseln Gebühren bezahlt haben, können diese zurückfordern“, erklärte Petra Leupold von VKI. „Wer einen Flug bucht, muss wissen, was er wirklich kostet“, zitierte die Organisation Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP reagierte Ryanair zunächst nicht. (afp/red)
Polizei (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bei Schüssen in Stade westlich von Hamburg sind fünf Menschen gestorben. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage bestätigte.
Es komme zu einer „großen polizeilichen Einsatzlage“ im Bereich Dankersstraße, teilte die örtliche Polizei in den sozialen Netzwerken mit. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage bestätigte.
+++ACHTUNG – Polizeieinsatz in der Dankersstraße in Stade+++ Derzeit kommt es in Stade zu einer polizeilichen Einsatzlage. Meidet den Bereich weiträumig! Einsatzbegleitende Informationen erhaltet ihr auf dem WhatsApp-Kanal der Polizei Stade unter:https://t.co/LeoOTiCZOzpic.twitter.com/12fvSVxH8I
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Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen die Schüsse in einer Jugendeinrichtung abgefeuert worden sein.
Weitere Details werden in wenigen Momenten gesendet.
In der Hybrid-Weißwurst ist weniger Fett - dafür aber Insektenmehl. Das Archivbild zeigt eine original Weißwurst aus Fleisch. Würste mit Insektenmehl sind dunkler. - Foto: iStock/AlexRaths
In Kürze
Bis zu 20 Prozent von Kalbfleisch und Schweinerückenspeck werden durch Mehlwurm-Protein ersetzt.
Ziel ist ein nachhaltigeres und proteinreicheres Lebensmittel mit geringerem Fettgehalt.
Die Akzeptanz in der Bevölkerung beim Verzehr von Insekten bleibt verhalten
Die Weißwurst ist in Bayern mehr als ein Lebensmittel. Sie ist Frühstück, Brauchtum, Stammtischthema und Identität zugleich. Wer an ihrer Rezeptur rüttelt, bewegt sich auf vermintem Gelände. Jetzt haben Forscher der Universität Bayreuth am Campus Kulmbach eine Weißwurst vorgestellt, bei der ein Teil der tierischen Zutaten mit Protein aus dem Gelben Mehlwurm (Tenebrio molitor) ersetzt wird.
Bis zu 20 Prozent der klassischen Zutaten, Kalbfleisch und Schweinerückenspeck, werden dabei durch das Insektenprotein ersetzt. Das Ergebnis ist eine sogenannte Hybrid-Wurst: weniger Fett, mehr Protein, ein etwas besserer Nutri-Score – und ein leichter Grauschleier statt des gewohnten Weiß. Die Forschung zu alternativen Proteinquellen wie Insekten ist laut der Universität Bayreuth, ein zentraler Baustein für die Ernährungssysteme der Zukunft.
Seit knapp einem halben Jahr hat das Forscherteam der Uni daran getüftelt, wie sie die pulverisierten und gefrorenen Mehlwürmer in bereits bekannte Lebensmittel, wie jetzt die Weißwurst, mischen bzw. integrieren können.
Die Weißwurst dient als Testobjekt für eine größere Forschungsfrage: Können alternative Proteinquellen, wie Insekten, künftig einen Teil der klassischen Tierhaltung ersetzen? Für die Forscher soll der Mehlwurm das Protein der Zukunft sein – nachhaltig, nährstoffreich und klimafreundlicher als klassisches Fleisch. Der Mehlwurm soll vom Schädling zum Klimaretter auf dem Teller werden.
Die EU hat den Weg für die Krabbeltiere geebnet
Die EU jedenfalls hat dafür den Weg frei gemacht: Seit Januar 2025 hat sie Mehlwurmlarven bzw. UV-behandeltes Larvenpulver in die Liste der „neuartigen Lebensmittel“ der EU aufgenommen (Durchführungsverordnung (EU) 2025/89). Seit dem 10. Februar 2025 ist die Beimischung in Lebensmitteln als Zutat zulässig.
Das Thema ist nicht neu: Die EU treibt bereits seit Jahren neuartige Lebensmittel (Novel Food) voran. Dabei gelten Kennzeichnungspflichten: Verbraucher müssen erkennen können, wenn ein Produkt Mehlwurmprotein enthält. Zusätzlich müssen Hinweise auf mögliche allergische Reaktionen angebracht werden, insbesondere für Menschen mit Allergien gegen Krebstiere oder Hausstaubmilben. Epoch Times berichtete.
„Hemmschwelle gegenüber Insekten-Lebensmitteln senken“
Die Mehrheit der Europäer lehnt das Essen von Insekten ab. Eine aktuelle Yougov-Umfrage ergab, dass in Deutschland fast zwei Drittel (62 Prozent) der Verbraucher keine Insekten probieren möchten. Der größte Ablehnungsgrund sind Ekel und Angst vor Krankheiten. Nur 14 Prozent der Deutschen würden sich laut der Umfrage für Würmer, Insekten und andere Krabbeltiere in alltäglichen Lebensmitteln entscheiden.
Ziel der Forschungen der Uni Bayreuth an der Insekten-Weisswurst ist es nach Angaben der Universität, „die Hemmschwelle gegenüber nachhaltigen Insekten-Lebensmitteln zu senken, indem sie in bereits bekannte Lebensmittelarten wie Snacks, Gebäck oder Proteinsupplements integriert werden.“ Das Forschungsprojekt wird von der Simon-Nüssel-Stiftung, gegründet im Jahr 2000 vom ehemaligen bayerischen Landwirtschaftsminister Simon Nüssel, gefördert.
„Mit meiner Forschung möchte ich zeigen,“ erklärte Solomon Nkaka, Doktorand am Lehrstuhl für Biochemie der Ernährung an der Universität Bayreuth, „dass sie nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch technologisch und ernährungsphysiologisch hochwertig sind – und sich problemlos in vertraute Lebensmittel integrieren lassen“.
Aus Sicht der Lebensmittelwissenschaft ist die Weißwurst somit ein geeignetes Testprodukt. Sie ist bekannt, stark verarbeitet und erlaubt es, alternative Proteine in ein vertrautes Produkt einzubauen. Aus bayerischer Sicht ist die Weißwurst jedoch weit mehr als eine Brühwurst. Der Begriff des „Weißwurstäquators“ wird seit Jahrzehnten als scherzhafte kulturelle Grenze zwischen Bayern und dem übrigen Deutschland verwendet. Die Weißwurst steht damit nicht nur für Ernährung, sondern auch für regionale Identität. Wer die Weißwurst verändert, verändert nicht nur ein Lebensmittel, sondern berührt ein Stück bayerische Identität.
Die Metzgerei Stürmer hat sich dazu bereits positioniert: In einem Post auf Facebook lässt das bayerische Unternehmen aus Haßfurt verlautbaren: „Wenn es um ein bayerisches Kulturgut wie die Weißwurst geht, dann reden wir nicht über irgendein Laborprodukt. Dann reden wir über Tradition, Handwerk, Vertrauen und ein Lebensmittel, das in Bayern nicht einfach gegessen wird – sondern gelebt wird. (…) Deshalb sagen wir ganz klar: Bei uns kommt kein Madenmehl, Mehlwurm-Pulver oder Insektenmehl in die Wurst. Niemals.“
Die Gluthitze weicht in Deutschland, die Abkühlung wird aber von Gewittern begleitet. - Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Hitzewelle ist für den Großteil Deutschlands erst einmal vorbei. Von Westen und Südwesten ziehen am Montag Gewitter in Richtung Nordosten, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Die Kaltfront eines Tiefs bei Island greife auf Deutschland über, etwas kühlere und trockenere Luft fließe ein.
Im Bereich der Gewitter kann es demnach Starkregen und Sturmböen geben, auch Hagel schloss der Wetterdienst nicht aus. Im Osten und Süden bleibe es dagegen vorerst noch schwül und warm bis heiß. In der Nacht zum Dienstag sollen die Gewitter dann im Osten abziehen, für den Süden werden örtlich kräftige Gewitter erwartet.
Die Höchsttemperaturen liegen am Montag bei 29 Grad Celsius, im Osten und Südosten kann es bis zu 32 Grad warm werden. Für den Dienstag erwartet der Wetterdienst 25 bis 30 Grad für den Großteil des Landes. Im Südwesten könne es bis zu 32 Grad warm werden, im äußersten Norden werden dagegen nur 21 bis 25 Grad erwartet.
In einer ersten Zwischenbilanz sprach der Wetterdienst am Sonntag von einem Extremereignis. „Noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen von Europa, eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben“, teilte er mit. In einigen Regionen habe sie elf Tage angehalten. (afp/red)
Manche Kleidung bei Shein ist stark mit Chemikalien belastet - zu diesem Ergebnis kommen Tests im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe. (Archivbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa
Auf der Online-Plattform Shein verkaufte Kleidung ist zum Teil stark mit Chemikalien belastet – und reißt damit europäische Grenzwerte. Das geht aus Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor.
Die Testergebnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 7 von 18 getesteten Kleidungsstücken verstießen demnach gegen EU-Grenzwerte.
Shein will Produkte vorerst aus Sortiment nehmen
„Wir nehmen die von der DUH vorgebrachten Vorwürfe sehr ernst“, erklärte Shein auf dpa-Anfrage. Man prüfe den Sachverhalt nun. „Bis die Untersuchung abgeschlossen ist, nehmen wir die betroffenen Produkte, entsprechend unseren Produktsicherheitsrichtlinien weltweit aus dem Angebot. Gleichzeitig führen wir eine unsere gesamte Seite umspannende Prüfung vergleichbarer Produkte durch.“
Nicht nur Shein fällt bei Tests von Verbraucherschützern negativ auf. Das betrifft auch andere Online-Billigplattformen wie Temu. Die EU-Kommission brummte Temu zuletzt eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro auf, unter anderem wegen Sicherheitsbedenken bei Ladegeräten und zu viel Chemikalien in Kinderspielzeug.
Temu kritisierte die Strafe in einem Statement als unproportional. Zudem beziehe sich die Entscheidung auf die Risikoabwägung von 2024 und spiegele nicht den aktuellen Stand der Systeme wider.
„Wir haben in letzter Zeit häufig Grenzwertüberschreitungen, auch gerade was die PFAS angeht“, sagt Ulrike Siemers, Co-Geschäftsführerin des Umweltinstituts. „Häufig auch bei Plattformen, wo man die Textilien und die Produkte eben auch online bestellen kann.“
„Bunter Cocktail an Chemikalien“
Bei den aktuellen Labor-Untersuchungen der Shein-Produkte wurden laut Labor teils erhebliche Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt. „Wir haben in den Produkten eine Vielzahl von verschiedenen Chemikalien gefunden, von den Schwermetallen über die Weichmacher, über einige PFAS“, so Siemers. „Das ist ein bunter Cocktail an Chemikalien, auch welche, die eben vielleicht nicht unbedingt reglementiert sind, aber trotzdem eben auch ein gesundheitsgefährdendes Potenzial aufweisen können.“
So wurde in einer getesteten Kinderjacke ein Grenzwert für eine Chemikalie aus der PFAS-Gruppe um mehr als das 1.100-Fache überschritten, in einer für Teenager angebotenen Jacke sogar um mehr als das 12.000-Fache. PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese Stoffe werden eingesetzt, um unter anderem Kleidung wasser-, fett- und schmutzabweisend zu machen.
Massive Überschreitungen von Grenzwerten
Als sogenannte Ewigkeitschemikalien reichern sich PFAS in Mensch und Umwelt an. Manche PFAS können laut Umweltbundesamt Effekte auf Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Immunsystem haben, manche stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.
In einem Paar Damen-Schnürstiefel wiederum wurde eine Konzentration von 179.000 Milligramm pro Kilogramm des Weichmachers DEHP gefunden. Erlaubt wären allenfalls Werte von unter 1.000 Milligramm. Die Stiefel enthalten also das 179-Fache des zugelassenen Wertes.
Was Phthalate auslösen können
Sogenannte Phthalate – dazu gehört DEHP – haben hormonähnliche Eigenschaften und können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Insgesamt verstießen von 18 untersuchten Produkten 7 gegen EU-Grenzwerte. Shein vertreibt sowohl eigene Produkte als auch Waren von anderen Anbietern. Alle getesteten Kleidungsstücke sind nach Angaben der DUH Shein-Produkte.
Shein betonte, Händler und Lieferanten seien verpflichtet, sich an interne Produktsicherheitsstandards sowie die jeweils geltenden Produktsicherheitsstandards zu halten. Zudem arbeite man mit international anerkannten Prüf- und Inspektionsunternehmen zusammen, darunter der TÜV Süd.
Umwelthilfe schickt Abmahnung an Shein
Die Deutsche Umwelthilfe hat Shein nun eine Abmahnung geschickt. „Das bedeutet erstens, dass wir eine Unterlassungserklärung einfordern, also diese ganzen gefährlichen Chemikalien und Produkte müssen vom Markt, und zwar weltweit“, sagt Viola Wohlgemuth, Textilexpertin von der DUH. Zudem werde man der EU-Kommission die Testergebnisse zur Verfügung stellen.
Hintergrund ist ein Verfahren, das die EU-Kommission im Februar gegen Shein einleitete. Die Brüsseler Behörde verdächtigt das Unternehmen, nicht genug gegen den Vertrieb illegaler Produkte auf seiner Plattform zu tun und den Verbraucherschutz zu vernachlässigen.
EU-Untersuchung läuft
Für Aufsehen hatte der Verkauf kindlich aussehender Sexpuppen gesorgt, auch genehmigungspflichtige Waffen sowie Medikamente konnte man auf dem Online-Marktplatz erwerben. Das Unternehmen hatte die Angebote nach Kritik selbst von seiner Seite genommen.
Grundlage für das Verfahren der EU-Kommission ist das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA). Große Online-Plattformen müssen sich wegen des DSA an deutlich strengere Vorschriften halten, die vor allem die Internetnutzer in der EU schützen sollen.
Die Verfahren ziehen sich oft über Jahre. Gegen Shein laufen die Ermittlungen noch. Im nächsten Schritt würde die EU-Kommission vorläufige Ergebnisse präsentieren und erst danach – sollte Shein nicht einlenken und sich bessern – würde Brüssel eine Strafe verhängen.
Privatpersonen und Organisationen können auf Missstände hinweisen
Umweltaspekte stehen zwar nicht direkt im Fokus des DSA. Der Verkauf von Produkten, die nicht dem EU-Recht oder dem nationalen Recht eines Mitgliedslandes entsprechen, aber schon. Als illegal können also auch Produkte verstanden werden, die gegen Umweltvorschriften verstoßen.
Das Gesetz sieht dabei explizit auch vor, dass Privatpersonen oder zivilgesellschaftliche Organisationen die EU-Kommission auf Missstände hinweisen können. Die Bremer Laborergebnisse will die Umwelthilfe nun der EU-Kommission für ihr weiteres Vorgehen gegen Shein als eben ein solches Beweismittel an die Hand geben.
Verbraucherschützer haben immer wieder etwas zu bemängeln
Auch Stiftung Warentest stellte bei Tests von Spielzeug, Schmuck und elektronischen Geräten, die bei Temu und Shein verkauft wurden, fest, dass 110 von 162 Produkten EU-Standards nicht erfüllten. Oekotest fand bei Tests von über Shein verkaufter Kleidung bedenkliche Chemikalien. Die Arbeiterkammer Oberösterreich kam bei von Temu und Shein verkaufter Kleidung zu ähnlichen Ergebnissen.
Auch Tests, die die Verwaltung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul in Auftrag gab, fanden fragwürdige Substanzen bei Produkten, die unter anderem über Temu und Shein vertrieben wurden. Zu all diesen Tests äußerte sich Shein in seiner Antwort an die dpa nicht.
Was Fachleute raten
Online-Shoppern rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen zu besonderer Vorsicht beim Einkaufen auf Online-Marktplätzen, auf denen vor allem chinesische Händler Produkte anbieten. Bei sicherheitsrelevanten Waren wie Spielzeug, Elektrogeräten und Kosmetika raten die Experten zum Kauf in der EU. Zudem solle man auf komplette Angaben zu Hersteller, Importeur und Sicherheitskennzeichen wie das CE-Zeichen achten. Bei extrem günstigen Angeboten könnten schlechte Qualität oder mangelnde Sicherheit dahinterstecken.
Die Umwelthilfe wünscht sich generell ein stärkeres Vorgehen gegen Fast Fashion, also gegen sehr günstige Mode mit extrem schnell wechselnden Kollektionen. Bei der anstehenden Reform des Textilgesetzes sollten Umweltkriterien eine Rolle spielen. Nach den bisher bekannten Plänen von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sollen sich Hersteller künftig an Organisationen für Herstellerverantwortung beteiligen, die sich aus Beiträgen der Hersteller finanzieren und um Sammlung und Verwertung von Alttextilien kümmern sollen.
„Wenn Unternehmen giftige, kurzlebige und schwer recycelbare Fast-Fashion-Produkte auf den Markt bringen, dann sollten diese drastisch höhere Beiträge zahlen müssen als Hersteller langlebiger, schadstoffarmer und kreislauffähiger Textilien“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. (dpa/red)
Wegen eines Waldbrandes am Chiemsee wurde die A8 gesperrt. - Foto: Wolfgang Gasser/Kreisfeuerwehrverband Traunstein/dpa
Weil am Chiemsee in Bayern Tausende Quadratkilometer Wald und Moor in Flammen stehen, ist die nahegelegene A8 komplett gesperrt. Durch den aufsteigenden Rauch komme es zu Sichtbehinderungen, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr warnt auch die Bevölkerung und bittet, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Wie lange die Sperrung der Autobahn zwischen Übersee und Bernau noch dauert, war zunächst unklar. Das hänge vor allem von der Windrichtung und der Geschwindigkeit der Löscharbeiten ab, so der Sprecher weiter. Am Morgen soll auch ein Hubschrauber der Polizei bei den Löscharbeiten helfen und Wasser über dem brennenden Gebiet abwerfen. Auf beiden Seiten der Sperrung bildeten sich am Morgen laut Kartendienst Google Maps längere Staus.
Seit dem späten Sonntagabend versuchen rund 200 Feuerwehrleute, den Flammen Einhalt zu gebieten. Bei den Löscharbeiten wurde demnach ein Feuerwehrmann leicht verletzt.
Laut der Feuerwehr stehen 5,5 Hektar Wald und Moor in Flammen, das entspricht einer Fläche von knapp acht Fußballfeldern. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Was den Brand verursacht hat, blieb zunächst unklar. (dpa/red)
Die Polizei fahndete nach dem Täter. - Foto: Hüneke/dpa
Nach der Tötung zweier Menschen in Bremen hat die Polizei am Sonntag einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Im Zuge ihrer Großfahndung spürten Spezialeinsatzkräfte den 22-Jährigen am Abend in einem Maisfeld im niedersächsischen Schwanewede auf und nahmen ihn fest, wie die Polizei mitteilte.
Hinweise aus der Bevölkerung sowie die enge Zusammenarbeit mit der Polizei in Niedersachsen hätten die Einsatzkräfte zum Aufenthaltsort des Mannes geführt. Der Tatverdächtige wurde demnach mit lebensgefährlichen Verletzungen aufgefunden, von den Beamten wiederbelebt und dann in ein Krankenhaus gebracht.
Am Freitag waren im Bremer Stadtteil Vegesack ein Mann und eine Frau getötet worden. Die Polizei entdeckte den durch Stiche und Schnitte schwer verletzten Mann auf der Straße; er erlag seinen Verletzungen. Im Keller eines nahegelegenen Mehrfamilienhauses entdeckten die Beamten eine tote Frau. Die Hintergründe der Gewalttat blieben zunächst unklar. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Bremer Staatsanwaltschaft dauerten an. (afp/red)
Die Polizei fahndete nach dem Täter. - Foto: Hüneke/dpa
Nach der Tötung zweier Menschen in Bremen hat die Polizei am Sonntag einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Im Zuge ihrer Großfahndung spürten Spezialeinsatzkräfte den 22-Jährigen am Abend in einem Maisfeld im niedersächsischen Schwanewede auf und nahmen ihn fest, wie die Polizei mitteilte.
Hinweise aus der Bevölkerung sowie die enge Zusammenarbeit mit der Polizei in Niedersachsen hätten die Einsatzkräfte zum Aufenthaltsort des Mannes geführt. Der Tatverdächtige wurde demnach mit lebensgefährlichen Verletzungen aufgefunden, von den Beamten wiederbelebt und dann in ein Krankenhaus gebracht.
Am Freitag waren im Bremer Stadtteil Vegesack ein Mann und eine Frau getötet worden. Die Polizei entdeckte den durch Stiche und Schnitte schwer verletzten Mann auf der Straße; er erlag seinen Verletzungen. Im Keller eines nahegelegenen Mehrfamilienhauses entdeckten die Beamten eine tote Frau. Die Hintergründe der Gewalttat blieben zunächst unklar. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Bremer Staatsanwaltschaft dauerten an. (afp/red)
Entlastung beginnt manchmal mit einer einfachen Entscheidung: Weg damit! Kein Workshop. Kein Strategiepapier. Nur das Ende einer Arbeit, die ihre Wirkung verloren hatte. - Foto: fizkes/iStock
Entscheidungen werden meist mit Start verbunden. Wir entscheiden uns für ein Projekt, eine Maßnahme, eine neue Rolle, ein neues Tool oder einen neuen Prozess. Selten feiern wir die andere Seite: die Entscheidung, etwas zu beenden.
Dabei entsteht Überlastung oft nicht durch das Neue allein. Sie entsteht, weil das Alte weiterläuft. Jede neue Idee setzt sich oben auf die alten Gewohnheiten. So werden Organisationen schwer. Nicht durch einen großen Fehler, sondern durch viele kleine Nicht-Entscheidungen.
„Das machen wir noch nebenbei.“ Dieser Satz ist ein Warnsignal. „Nebenbei“ ist der Ort, an dem Qualität stirbt und Menschen müde werden.
In einem Unternehmen wurden über Jahre hinweg neue Berichte eingeführt. Jeder hatte einmal einen guten Grund. Aber niemand prüfte, ob sie noch gebraucht wurden. Als wir die Empfängerliste anschauten, stellte sich heraus: Zwei Berichte wurden von niemandem aktiv genutzt. Einer wurde gelesen, aber nie als Entscheidungsgrundlage verwendet. Trotzdem saßen Menschen jeden Monat daran.
Die Entlastung begann mit einer einfachen Entscheidung: weg damit. Kein Workshop. Kein Strategiepapier. Nur das Ende einer Arbeit, die ihre Wirkung verloren hatte.
Führung zeigt sich nicht nur darin, Arbeit zu verteilen. Führung zeigt sich darin, Arbeit zu schützen. Und Schutz bedeutet manchmal: Dieses Thema endet jetzt.
Drei Fragen helfen beim Beenden:
Würden wir diese Aufgabe heute neu einführen, wenn es sie noch nicht gäbe?
Wer nutzt das Ergebnis wirklich für eine Entscheidung?
Was passiert konkret, wenn wir es vier Wochen nicht tun?
Viele Führungskräfte fürchten, dass ein Stopp als Schwäche wirkt. Das Gegenteil ist oft der Fall. Ein sauber begründeter Stopp wirkt wie Klarheit. Er zeigt: Wir nehmen die Energie unserer Menschen ernst.
Genug gearbeitet. Nicht alles, was einmal sinnvoll war, verdient ein dauerhaftes Mandat.
Besonders bei Projekten ist das Beenden schwer. Weil schon Zeit investiert wurde. Weil Gesichter daran hängen. Weil ein Abbruch nach Scheitern klingt. Doch manchmal ist das Festhalten teurer als der ehrliche Schnitt.
Ein guter Stopp-Satz lautet: „Wir beenden das nicht, weil es falsch war. Wir beenden es, weil es jetzt nicht mehr die wichtigste Wirkung erzeugt.“ Das nimmt Schuld aus der Entscheidung und bringt Strategie hinein.
Wer beenden kann, gewinnt Tempo. Nicht Hektik, sondern Beweglichkeit. Denn ein Unternehmen, das alles mitschleppt, kann nicht gut auf Neues reagieren – auch nicht auf KI, Marktveränderungen oder politische Anforderungen.
Genug gearbeitet. Welche Aufgabe läuft bei Ihnen nur noch, weil niemand den Mut hatte, sie offiziell zu beenden?
Hierbei gibt es unterschiedlich teure und unterschiedlich effektive Arten.
Eine Frage ist auch ihr Effekt auf die Umwelt und das Erdklima.
In diesen Tagen ist das Thermometer in Deutschland auf über 30 bis teils 40 Grad Celsius geklettert. Millionen Menschen suchen in ihrem Zuhause Möglichkeiten zur Abkühlung. Besonders Bewohner von Dachgeschosswohnungen kämpfen oftmals mit der Hitze, da sich dort die Wärme besonders konzentriert.
Doch auch in anderen Wohnungen sind die Temperaturen deutlich angestiegen. Erleichterung kann da eine Klimaanlage bringen. Doch sollte man dabei einige Dinge beachten.
Welche Arten von Klimaanlagen gibt es?
Eine Klimaanlage arbeitet nach demselben Kältekreislauf wie ein Kühlschrank: Sie entzieht dem Raum Wärme und leitet diese nach draußen ab. Es gibt allerdings nicht die eine Klimaanlage, sondern verschiedene Arten. Es ist zu unterscheiden zwischen zentral oder dezentral, dazu zählen auch Mono- oder Multi-Splitgeräte
Zentrale Klimaanlage
Manche Neubauten besitzen eine zentrale Klimaanlage mit einem Zuluft-Abluft-Gerät, das sich normalerweise im Keller befindet. Über Kanäle entzieht es den Räumen Wärme, die Innentemperatur sinkt durch eine Steuerung auf die individuell gewünschte Temperatur.
Die zentrale Klimaanlage ist weitestgehend unsichtbar und kann mehrere Räume gleichmäßig kühlen. Allerdings ist diese Variante teuer und aufwendig zu installieren. Zudem benötigen die einzelnen Komponenten ausreichend Platz.
Dafür können praktisch beliebig viele Räume klimatisiert werden. Eine zentrale Klimaanlage ist jedoch nicht nur für die wenigen heißen Sommertage geeignet. Sie kann ganzjährig für eine angenehme Klimatisierung der Räume – einschließlich eines Heizeffekts im Winter – sorgen.
Am verbreitetsten in deutschen Wohnungen ist die Wand-Split- oder Mono-Split-Klimaanlage. Sie besteht aus einem Wandgerät, das als Kühlgerät fungiert, und einem Außengerät, das einen Kompressor enthält.
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Eine klassische Wand-Split-Klimaanlage in einem Wohnraum.
Das Wandgerät ist im Wohn- oder Schlafzimmer knapp unter der Decke montiert. Das Außengerät muss sich hingegen stets im Schatten befinden und sollte tiefer installiert sein als das Innengerät.
Ebenso gibt es Multi-Split-Klimaanlagen mit bis zu fünf Innengeräten, die mit einem Außengerät verbunden sind. Sie können mehrere Räume gleichzeitig kühlen.
Der Vorteil von Split-Klimaanlagen: Sie sind vergleichsweise leise im Betrieb und sorgen für eine gute und schnelle Raumkühlung. Dafür sind sie teuer und die Installation muss eine Fachfirma übernehmen.
Eine weitere und einfachere Variante für den nachträglichen Einbau sind mobile Klimaanlagen. Das sind meist rund 30 bis 80 Zentimeter hohe Geräte auf Rollen mit einem Schlauch. Ein mobiles Klimagerät saugt zunächst die Raumluft an, entzieht ihr die Wärme und leitet die kühlere Luft zurück in den Raum. Über den Schlauch leitet das Gerät die heiße Luft nach außen ab.
Diese Geräte sind meist günstig und man kann den Abluftschlauch mit etwas Geschick selbst am Fenster oder einer Tür anbringen. Dafür sind die Geräte laut und nur bedingt effizient.
Darüber hinaus gibt es auch mobile Klimageräte ohne einen Abluftschlauch. Das sind jedoch keine echten Klimaanlagen. Sie besitzen einen Wassertank und versuchen durch Verdunstungskälte den Raum abzukühlen. Die Luftfeuchtigkeit steigt und der Effekt ist eher gering. Es wird nur kurzzeitig das Hitzeempfinden reduziert. Das ist vergleichbar mit einfachen Ventilatoren, die lediglich die stehende Raumluft in Bewegung bringen.
Sind Klimaanlagen Klimasünder?
Eine Frage bei Klimaanlagen ist ihr Effekt auf die Umwelt und das Erdklima. Klassische Klimaanlagen enthalten ein Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert und unter bestimmten Umständen, etwa bei Beschädigungen oder Fehlbedienung, in die Umwelt entweichen kann.
Häufig kommt hier R32 beziehungsweise Difluormethan zum Einsatz, das einen rund 675-mal höheren Treibhauseffekt besitzt als Kohlenstoffdioxid (CO₂). Neuere Anlagen verwenden teilweise statt R32 auch natürliche Kältemittel wie Propan (R290). Beim Kauf eines Neugerätes lohnt es sich, darauf zu achten.
Hinzu kommt der Stromverbrauch. Bei hohen Temperaturen kann eine Klimaanlage den Großteil des Stromverbrauchs ausmachen. So kann eine Multi-Split-Klimaanlage in einem Einfamilienhaus im Hochsommer bei hoher Kühlleistung bis zu fünf Kilowattstunden verbrauchen. Kleinere Klimaanlagen kommen mit einem Bruchteil des Strombedarfs aus.
Weniger problematisch ist dieser Strombedarf, wenn auf dem Haus eine Solaranlage Strom erzeugt. Bei Hitze scheint meist entsprechend die Sonne, wodurch der Strom günstig dafür zur Verfügung steht.
Wirkungsvollere Anlagen sind auch teurer. Am günstigsten sind die mobilen Klimaanlagen mit Schlauch sowie Ventilatoren. Sie sind meist zu einem Preis im zwei- oder dreistelligen Eurobereich erhältlich.
Die Preise für die Split-Geräte sind hingegen deutlich höher. Sie beginnen bei rund 850 Euro, manche Versionen kosten auch rund 2.600 Euro. Dazu kommen die Kosten für eine Montagefirma.
Allerdings verbraucht ein Split-Gerät weniger Strom als ein Kompaktgerät. Pro Sommer liegt der Bedarf der Split-Geräte bei unter 100 Kilowattstunden (kWh). Bei 30 Cent pro kWh bedeutet das Betriebskosten von unter 30 Euro. Dafür fallen Wartungskosten durch Fachpersonal an. Der Verbrauch eines Kompaktgerätes liegt bei 140 bis 250 kWh, was pro Sommer 42 bis 75 Euro ausmacht.
Wer sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe zulegt oder bereits zugelegt hat, kann diese im Sommer als Split-Klimaanlage verwenden. Die Technik ist praktisch die Gleiche. Der Vorteil: Der Staat fördert diese Split-Klimaanlagen als Wärmepumpen wie üblich mit bis zu 70 Prozent Zuschuss.
Die staatlichen Förderungen für Wärmepumpen in der Übersicht.
Foto: mf/Epoch Times
Allerdings ist diese Förderung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der Bauherr muss die Anlage als Wärmepumpe eintragen und sie primär zum Heizen verwenden.
Ebenso muss die Anlage die Anforderungen an die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ETAs) einhalten. Bei Anlagen bis 12 Kilowatt (kW) Heizleistung muss die ETAs größer als 181 Prozent betragen, was der Effizienzklasse A++ oder A+++ entspricht. Bei Anlagen mit mehr als 12 kW muss die ETAs größer als 150 Prozent sein.
Zudem muss das Gerät auf der Liste der förderfähigen Wärmepumpen aufgeführt sein und die Anlage muss ein Fachbetrieb einbauen. Wie üblich muss der Bauherr den Förderantrag vor Installationsbeginn stellen.
Luxus oder Gesundheitsvorsorge?
Viele sehen eine Klimaanlage als ein Luxusgut an. Allerdings dient sie auch der Gesundheitsvorsorge. Gerade ältere, pflegebedürftige und erkrankte Menschen sowie Kinder können übermäßig hohe Temperaturen ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Ebenso ist durch Hitze die Arbeitsleistung eingeschränkt. Steigen die Temperaturen auf mehr als 30 Grad Celsius an, bedeutet das in Deutschland Wirtschaftseinbußen von rund 431 Millionen Euro pro Tag.
Eine ausreichende Klimatisierung von Wohn- und Arbeitsräumen kann folglich nicht nur Krankheitsfälle reduzieren, sondern auch die Wirtschaft stärken.
Die französische Polizei ist vor Ort. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bei einem Flugzeugabsturz im Osten Frankreichs sind elf Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des örtlichen Präfekten am Sonntag in der Nähe von Nancy.
Bei den Toten handele es sich um zehn Passagiere und den Piloten. Innenminister Laurent Nuñez wollte zum Unglücksort reisen.
Medien berichteten, dass eine Gruppe von Fallschirmspringern an Bord der Maschine gewesen sei. Die Polizei rief die Menschen auf, das Gebiet um den Flugplatz in Tomblaine strikt zu meiden. (afp/red)
Die französische Polizei ist vor Ort. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bei einem Flugzeugabsturz im Osten Frankreichs sind elf Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des örtlichen Präfekten am Sonntag in der Nähe von Nancy.
Bei den Toten handele es sich um zehn Passagiere und den Piloten. Innenminister Laurent Nuñez wollte zum Unglücksort reisen.
Medien berichteten, dass eine Gruppe von Fallschirmspringern an Bord der Maschine gewesen sei. Die Polizei rief die Menschen auf, das Gebiet um den Flugplatz in Tomblaine strikt zu meiden. (afp/red)
Am 28. Juni 2026 schlägt während eines Gewitters ein Blitz in einen Kanal in Sint-Pieters-Leeuw in der Nähe von Brüssel ein. - Foto: Nicolas Tucat/AFP via Getty Images
In Belgien ist ein Mann bei schweren Gewittern in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen. Belgischen Medienberichten zufolge wurde er getötet, als ein Baum in La Hulpe bei Brüssel auf sein Auto stürzte.
In der Hauptstadt selbst musste die Feuerwehr fast hundert Mal wegen umgestürzter Bäume oder überfluteter Straßen ausrücken. Menschen kamen in Brüssel laut einem Feuerwehrsprecher nicht zu Schaden.
In der Nacht vom 28. Juni 2026 tobte ein Gewitter über Brüssel. es gab weitreichende Schäden.
Foto: Marius Burgelmans/Belga/AFP via Getty Images
Belgien war in den vergangenen Tagen wie große Teile Europas von einer Hitzewelle mit Temperaturen von um die 40 Grad erfasst worden. Die nächtlichen Unwetter überzogen das ganze Land mit Blitzen und Hagelschauern.
Nahe dem Flughafen Charleroi wurden dem Königlichen Meteorologischen Institut zufolge Windböen von bis zu 108 Kilometer pro Stunde registriert.
Das „Couleur Café“-Musikfestival in Brüssel musste evakuiert werden, auch ein Auftritt von US-Popstar Katy Perry bei einem Festival in der Region Flandern wurde abgesagt. (afp/red)
In der Gorischheide ist die Feuerwehr auch mit Sonderfahrzeugen vor Ort. - Foto: Robert Michael/dpa
Waldbrände haben Feuerwehren in mehreren Ecken Deutschlands in Atem gehalten. In Rheinland-Pfalz brach ein Feuer in einem Gebiet mit Kampfmitteln im Boden aus, dort gab es Explosionen, ein Ort musste teilweise geräumt werden.
Ein größerer Einsatz lief auch in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg, wo Feuerwehren versuchten, einen erneuten Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Auch andernorts loderten Flammen.
Im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Kreuznach war der Waldbrand nach Kreisangaben am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der Nähe des Ortes Traisen ausgebrochen. Am späten Samstagabend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe geräumt, in der Folge entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil von Traisen zu räumen.
Menschen mussten bis 2:00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Der Kreis bot älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können.
Es bestehe derzeit keine Gefahr für die Häuser im Evakuierungsgebiet, die Räumung erfolge vorsorglich, betonte der Kreis. Es habe Explosionen in dem Gebiet gegeben, der herbeigerufene Kampfmittelräumdienst bewerte die Lage fortlaufend, berichtete eine Kreissprecherin.
Die Feuerwehr versuchte, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Dafür sollten laut Kreissprecherin Schneisen am Rand des Brandgebietes geschlagen werden. Außerdem sollte der Brand mit Hilfe von Bewässerung an der Feuerfront in Grenzen gehalten werden.
Böiger Wind bereitet Sorgen in der Gohrischheide
In der Gohrischheide in Ostdeutschland fürchtete man einen vorhergesagten böigen Wind, weil dieser zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann. Man habe das Feuer über Nacht auf einem eingeschlossenen Abschnitt halten können, teilte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos) am Sonntagmorgen mit.
Mit ansteigenden Temperaturen und aufkommendem Wind im Tagesverlauf gehe man aber davon aus, dass das Feuer noch einmal aufflammen werde.
Ein Waldbrand schwelt am 3. Juli 2025 in einem Wald bei Gohrischheide in der Nähe von Zeithain, Deutschland.
Foto: Norbert Millauer/Getty Images
Auch dieses Feuer war am Samstag ausgebrochen, in der Gohrischheide hatte es erst vor einem Jahr den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Auch das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunächst nicht bedroht.
Großbrand bei Neustrelitz
Bereits seit Mittwoch sind Einsatzkräfte mit einem Großbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Am Sonntag wollte die Feuerwehr hier unter anderem einen Randbereich des stark munitionsbelasteten ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatzes kühlen.
Seit 24. Juni brennt es auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz.
Foto: Manuel Genolet/dpa
Zumindest wanderten die Flammen nicht mehr weiter Richtung Norden, wo sich eine Strom- und dahinter eine Bahntrasse befinden. Der Stromnetzbetreiber Edis hatte die Leitung am Freitag vorsorglich abgeschaltet, das hatte aber keine Auswirkungen auf Verbraucher.
Auch hier kann die Feuerwehr wegen einer starken Belastung mit Altmunition das Areal nicht betreten, auch hier gab es bereits Explosionen.
Waldbrände auch in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt gilt ein Blitzeinschlag als mögliche Ursache für einen Waldbrand in einem Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal. Hier brannten rund 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald ab.
In Blankenburg im Landkreis Harz, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, ging die Feuerwehr auf einer Fläche von ungefähr 4,5 Hektar gegen Flammen vor. Auch Löschflugzeuge waren im Einsatz. (dpa/red)
Eine traditionelle Metzgerei bietet viele Produkte aus eigener Herstellung an, darunter Wurst, Braten, Salate und Suppen. - Foto: Lynn Wu/Epoch Times
Es ist kurz nach 11 Uhr an einem gewöhnlichen Wochentag in der Markthalle Berlin-Tegel. Die Halle wirkt sauber und geordnet. Einige Fachgeschäfte präsentieren ihre Waren liebevoll dekoriert. In den Gastronomien stehen die Stühle noch kopfüber auf den Tischen. In den Gängen sind bereits Kunden unterwegs. Gelegentlich wartet jemand kurz an einer Theke, bis die Bedienung fertig ist. Ansonsten schlendern die Besucher entspannt durch die Halle, mit Einkaufstrolley, Stoffbeutel oder Plastiktüten in der Hand. Die meisten sind deutlich über 50 Jahre alt. Sie wissen genau, zu welchem Stand sie gehen und was sie kaufen wollen.
Wolfgang Büttner (Name geändert) gehört zu ihnen. Der pensionierte Zollbeamte ist in Tegel aufgewachsen und kommt mindestens einmal pro Woche hierher. Gerade hat er Bratheringe und ein Fischbrötchen gekauft. Später will er noch zum Metzger und zum Feinkoststand.
„Diese speziellen Sachen bekommt man hier natürlich optimal, auch wenn sie teurer sind.“ Teurer als im Supermarkt oder Discounter, räumt er ein. „Aber es schmeckt anders.“ Und er sei froh, „dass es diese Geschäfte noch gibt“.
Er sagt das fast beiläufig und ahnt nicht, dass die Fischhändlerin, bei der er gerade eingekauft hat, nur noch wenige Monate weitermachen wird.
„Wir hören auf“
„Wir hören auf“, sagt Pamela Dieckmann nüchtern.
Seit 17 Jahren arbeitet sie im Fischhandel, seit zehn Jahren betreibt sie ihr „Fisch Tegel“ in der Markthalle. Lachs, Matjes, hausgemachte Fischsalate und belegte Fischbrötchen – vieles stellt sie selbst her. Doch Ende des Jahres soll Schluss sein.
Die Konkurrenz der Supermärkte sei spürbar. Dort gebe es inzwischen Fisch, Käse, Feinkost und immer häufiger Produkte, die früher Spezialgeschäften vorbehalten gewesen seien. Ausschlaggebend sei das jedoch nicht.
Pamela Dieckmann betreibt „Fisch Tegel“ seit zehn Jahren.
Foto: Lynn Wu/Epoch Times
„Es ist nicht so, dass sich das Geschäft nicht lohnt. Aber wir sind an unsere Grenzen gestoßen und haben einfach keine Möglichkeit, Personal zu finden.“
In diesem Moment steht sie allein hinter der Theke, wiegt Ware ab, verpackt und kassiert. Zeit für ein längeres Gespräch hat sie kaum. Im Betrieb arbeiten nur noch ihre Tochter und eine weitere Angestellte. Urlaub, Krankheit oder andere Ausfälle werden schnell zur organisatorischen Herausforderung.
„Immer weniger Menschen wollen im Einzelhandel arbeiten. Fachbereiche wie Fisch oder Käse machen es nicht einfacher. Die junge Generation hat andere Vorstellungen.“ Sie glaubt, dass dies der Hauptgrund dafür sei, dass viele Fachgeschäfte verschwinden.
Damit bestätigt sie die Befürchtung, die Wolfgang Büttner schon länger beschäftigt. Er kommt regelmäßig hierher, auch in der Hoffnung, die verbliebenen Fachgeschäfte unterstützen zu können. „Ich kenne die Markthalle noch von früher, bevor sie umgebaut wurde.“
Die ständige Fluktuation der Stände habe er über Jahre beobachtet. „Praktisch nur noch Imbisse und die wenigen Spezialisten sind übrig geblieben – Obst, Fisch und Fleisch.“ Und er fürchtet, dass auch diese irgendwann verschwinden könnten.
Probleme mit Personal
Ein paar Schritte weiter steht Marco Stark hinter seiner Fleischtheke. Der Familienbetrieb besteht seit 1997. Vor einigen Jahren hat Stark ihn von seinem Vater übernommen.
Seit halb sechs Uhr morgens ist er bereits im Markt. Vor seiner Theke bildet sich selten eine Schlange. Eine Pause kann er sich dennoch nicht gönnen. Alle paar Minuten tritt ein Kunde heran, fragt nach einer hausgemachten Wurstsorte oder möchte wissen, welches Stück Fleisch sich für den Sonntagsbraten eignet. Stark schneidet, wiegt und berät. Zwischendurch plaudert er mit Stammkunden.
Marco Stark hat die Familienmetzgerei von seinem Vater übernommen.
Foto: Lynn Wu/Epoch Times
„Mit Rewe oder Edeka kann man beim Preis kaum mithalten“, sagt er. Darum gehe es vielen Kunden aber gar nicht. „Vielen ist wichtig, was sie kaufen und wo sie es kaufen. Die Kunden merken den Unterschied.“
Mehr als 40 Wurstsorten, Schmalz, Kassler und verschiedene Braten stellt der Betrieb selbst her. Genau das unterscheidet handwerkliche Fachgeschäfte heute von den Kühlregalen der Supermärkte: Eigenproduktion, Fachwissen und persönliche Beratung.
An Kundschaft mangelt es ihm nicht. Sein Problem liegt woanders.
„Die Kunden kommen zu uns, weil sie eine fachkundige Beratung möchten.“
Menschen aus der jüngeren Generation, die sich für Lebensmittel interessieren und bereit sind, früh mit der Arbeit zu beginnen, seien trotz intensiver Suche immer schwerer zu finden.
Studie spricht vom „sterbenden Lebensmittelhandwerk“
Dass Lebensmittelhandwerk und Fachhandel unter Druck stehen, ist keine neue Entwicklung. Besonders im ländlichen Raum zeigt sich das Problem oft noch deutlicher.
Bereits 2022 berichtete die Bäckerin Sylvia Eckstein aus dem sächsischen Auerbach, dass sie ihren Familienbetrieb schließen musste. Als Gründe nannte sie steigende Rohstoff-, Energie- und Personalkosten, fehlenden Nachwuchs sowie zunehmende Bürokratie und zahlreiche Auflagen.
Szenen, in denen eine Bäckerin bereits um 1:30 Uhr nachts mit der Vorbereitung von Brot und Brötchen beginnt, werden immer seltener. In Städten ist dies aufgrund von Lärmschutzauflagen häufig nicht mehr möglich. Auch die Inhaberin, die genau weiß, wie viele Brötchen eine Familie benötigt und welche Kuchen- oder Brotsorten ihre Kunden bevorzugen, wird zur Ausnahme.
Rund um die Markthalle Berlin-Tegel dominieren inzwischen Bäckereiketten. Selbst dort, wo einzelne Geschäfte noch ihre ursprünglichen Namen tragen, gehören sie häufig zu größeren Unternehmensverbünden. Die Waren werden zentral produziert und morgens in die Filialen geliefert.
Bäckereien und Fleischereien dienen seit Generationen als Orte der Begegnung.
Foto: Lynn Wu/Epoch Times
Die Entwicklung wird auch durch eine Studie der Universität Freiburg belegt. Zwischen 1998 und 2023 sank die Zahl der handwerklichen Fleischereien um 47 Prozent, die Zahl der Bäckereien sogar um 57 Prozent. Die Forscher sprechen vom „sterbenden Lebensmittelhandwerk“.
Parallel dazu gingen Ausbildungszahlen und Beschäftigung zurück. Im Bäcker- und Fleischerhandwerk ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten um mehr als 75 Prozent gesunken.
Auch die Marktanteile verschieben sich. Während spezialisierte Fachgeschäfte Umsatz verlieren, bauen Supermärkte und Discounter ihre Position kontinuierlich aus.
Damit verschwindet nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern auch ein Stück gelebte Alltagskultur.
Die Freiburger Forscher betonen, dass kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe gerade im ländlichen Raum nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern, sondern auch zur Nahversorgung und sozialen Infrastruktur beitragen. Bäckereien und Fleischereien dienen seit Generationen als Orte der Begegnung und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Es wird nur abgepacktes Fleisch geben“
Eine Entwicklung, die auch Wolfgang Büttner mit Bedauern verfolgt:
„„Ich bin hier in Tegel groß geworden. Meine Mutter hatte in den 1950er-Jahren einen Marktstand. Damals gab es noch einen richtigen Wochenmarkt. Jeden Morgen wurden die Planen gespannt und die Stände aufgebaut. Und es gab sehr viele Einzelhandelsgeschäfte, einen Kartoffelhändler, einen Schuhmacher oder mehrere Obststände.“
Auch die alte Markthalle habe er noch erlebt. „Dann wurde alles abgerissen und neu gebaut. Es hat sich stark verändert und das Angebot ist deutlich kleiner geworden.“
Er vermutet, dass auch die Mieten eine Rolle spielen und sich viele kleine Betriebe die Kosten nicht mehr leisten können. Ein düsteres Szenario wäre für ihn: „Der Mieter geht hier raus und dann kommt ein Nagelstudio oder ein Friseur rein.“ Im Märkischen Viertel nebenan sei genau das bereits zu beobachten.
„„Es wäre schade, wenn es so weit kommt. Dann wäre man nur noch auf Supermärkte angewiesen. Abgepacktes Fleisch, in Folie eingeschweißt oder Ähnliches.“
Noch nicht ganz hoffnungslos?
Die Freiburger Studie nennt mehrere Ursachen für den Strukturwandel. Kleine Handwerksbetriebe leiden unter hohen Hygiene-, Dokumentations- und Bürokratieauflagen, die ursprünglich für industrielle Produktionsstrukturen entwickelt wurden. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten. Immer mehr Verbraucher greifen zu schnell verfügbaren Convenienceprodukten, was großen Handels- und Lebensmittelkonzernen zugutekommt.
Hinzu kommen Wettbewerbsnachteile bei Personal, Kapital und Innovationen.
Seit Jahren fordern Branchenverbände mehr Entbürokratisierung, Innovationsförderung sowie bessere Folgen- und Kostenabschätzungen neuer Regelungen statt zusätzlicher Detailvorgaben. Die seit 2020 geltende Bonpflicht sowie in einigen Kommunen eingeführte Verpackungssteuern gelten in vielen Betrieben als Beispiele für einen wachsenden bürokratischen Aufwand, der kleine Fachgeschäfte überproportional belastet.
Um Beschäftigte in Mangelberufen zu halten, sind laut Bertelsmann Stiftung höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Aufstiegsmöglichkeiten nötig. Darüber hinaus könne eine stärkere gesellschaftliche Wertschätzung beruflicher Ausbildung entscheidend sein, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Ganz hoffnungslos sehen die Freiburger Forscher die Entwicklung jedoch nicht. Immer wieder gelingt es Bäckereien, Fleischereien und anderen Handwerksbetrieben, Wege zu finden, sich im Strukturwandel neu aufzustellen.
„Wir sind ein Luxussegment“
Christian Görs ist einer von ihnen. Mit einer Erweiterung seines Geschäftsmodells, familiärer Unterstützung und viel Beharrlichkeit blickt der Metzgermeister überraschend optimistisch in die Zukunft. Trotz aller Herausforderungen glaubt er sogar an eine Renaissance seines Berufs.
Seit fast 30 Jahren ist er in der Branche tätig und betreibt inzwischen zwei Metzgerfachgeschäfte in den westlichen Berliner Bezirken.
Etwas optimistischer blickt Christian Görs in die Zukunft.
Foto: Lynn Wu/Epoch Times
Hinter den Verkaufstheken befindet sich noch eine kleine Manufaktur. Kutter, Kochkessel, Kühlräume und Wurstfüller gehören zum Maschinenpark, mit dem Görs seine Produkte selbst herstellt. Handwerk bedeutet für ihn heute nicht den Verzicht auf Technik. Die kontinuierliche Modernisierung des Betriebs erfordere jedoch gerade für Unternehmen seiner Größe Mut und Investitionsbereitschaft.
Vor einigen Jahren hat er sein Angebot zudem um einen Cateringservice erweitert. Das sei eine Reaktion auf den Konsumwandel, den er in fast drei Jahrzehnten in der Branche erlebt habe.
„Was an der Bedientheke weniger geworden ist, hat man beim Catering mehr. Wenn eine Fleischerei sagt, so etwas machen wir nicht, dann ist das falsch. Man muss sich den Bedürfnissen der Kundschaft von heute anpassen.“
Der Preis sei heute oft nicht mehr das entscheidende Argument. „Das Drumherum wird wichtiger. Denn wir sind ein Luxussegment.“
Damit meint er auch, dass er in seinem Bezirk inzwischen fast der einzige verbliebene Fleischer sei. Kunden, denen Qualität und persönliche Nähe wichtig seien, kämen gezielt zu ihm.
In seinem Betrieb arbeiten rund ein Dutzend Mitarbeiter. Das Personalproblem, das andere Betriebe beklagen, kennt er kaum.
„„Wir haben in der Familie das Glück, dass wir Nachwuchs haben. Ich habe drei Söhne, zwei arbeiten bereits mit. Dieses Glück hat nicht jeder.“
Zugleich achte er sehr auf das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter. Nach eigener Aussage zahlt er bessere Löhne als viele Supermärkte.
Ein Tellerwäscher kann „der glücklichste Mensch sein“
Allerdings berichtet auch er von Problemen bei der Ausbildung junger Menschen. „Viele wollen den ganzen Tag aufs Handy schauen und fragen als Erstes: Wann ist Feierabend?
Deshalb würden manche Kollegen nur noch Lehrlinge aus dem Familien- oder Bekanntenkreis einstellen. „Es ist schlimm. Die Gesellschaft verliert an Disziplin, Respekt und Ordnung.“
Auch bei seinen Söhnen beobachte er eine veränderte Einstellung zur Arbeit. „Ich habe früher mit einer 80-Stunden-Woche angefangen. Heute ist Work-Life-Balance wichtig. Nach 35 oder 40 Stunden ist Schluss. Es ist nicht mehr wie zu meiner Zeit, von morgens bis abends, von Montag bis Sonntag.“
Gleichzeitig sieht er einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Früher hätten sich deutlich mehr junge Menschen für einen Handwerksberuf entschieden. Heute wollten viele studieren und stellten erst nach dem Abschluss fest, dass sie dennoch keinen passenden Job fänden.
Für Görs spiegelt sich darin ein Wandel der Werte wider. Jungen Menschen werde häufig vermittelt, dass gute Noten und ein Studium der entscheidende Weg zum Erfolg seien.
„Aber kaum jemand sagt dir, dass du glücklich werden musst mit dem, was du tust.“ Seiner Ansicht nach könne sogar ein Tellerwäscher „der glücklichste Mensch sein“, wenn Familie, Gesundheit und Lebenszufriedenheit stimmten.
Deshalb appelliert er an die Politik, das Handwerk stärker zu fördern und jungen Menschen wieder Perspektiven in diesen Berufen aufzuzeigen.
Seine Söhne habe er überzeugen können, weil er ihnen vorgelebt habe, dass sich Fleiß lohnen könne. „Die sehen ja, dass es funktionieren kann, wenn man fleißig ist und auch ein bisschen Glück hat.“
„Es wird eine Renaissance geben“
Görs ist überzeugt, dass das Ansehen des Handwerks bereits wieder steigt.
„Es ist gerade am Kippen.“
Auch in seinem persönlichen Umfeld habe er solche Erfahrungen gemacht, dass wieder junge Menschen vom Studium ins Handwerk wechselten.
Görs glaubt, dass viele junge Menschen die positiven Seiten des Handwerks wiederentdecken werden, „dass es Spaß macht, mit Kunden zu arbeiten, nette Kollegen zu haben und stolz auf das eigene Produkt zu sein“.
Für ihn gilt noch immer die alte Redewendung, dass Handwerk goldenen Boden habe. Ein Fliesenleger, der nach Feierabend auf seine Arbeit blicke und sagen könne, dass er gute Arbeit geleistet habe, empfinde Zufriedenheit und Stolz.
„„Das ist ein Stück Glück.“
Ein Stück Glück bedeutet die Fleischerei auch für seinen Kunden Frank Meißner. Seit rund 20 Jahren kauft er hier jede Woche ein und möchte Görs als letzte verbliebene Fleischerei in seiner Umgebung nicht missen.
„Hier wird noch eigene Wurst hergestellt, die sehr lecker schmeckt. Das würde man vermissen.“ Doch nicht nur die Produkte seien wichtig, auch die Gespräche mit dem Metzger und den Mitarbeitern. „Da hat man immer etwas zu lachen.“
Frank Meißner ist froh, dass er seit 20 Jahren bei der Metzgerei Görs einkaufen kann – und hoffentlich noch viele Jahre lang.
Foto: Lynn Wu/Epoch Times
Genau darin sieht Christian Görs die Zukunft des Fleischerhandwerks. Mit Fleiß, familiärer Unterstützung und einer bodenständigen Haltung könne ein solcher Betrieb weiterhin bestehen. „Das hat alles Hand und Fuß. Man hat eine Daseinsberechtigung.“
Wenige Kilometer entfernt kauft Wolfgang Büttner an diesem Vormittag seine Bratheringe, sein Fischbrötchen und später noch Fleisch für das Wochenende. Die Stände, die er seit Jahrzehnten kennt, gibt es noch, die Menschen hinter den Theken ebenfalls – noch.
Baden und Schwimmen solle verantwortungsbewusst angegangen werden – es sind bereits einige Menschen ertrunken (Symbolbild). - Foto: Thomas Warnack/dpa
Seit dem 26. Juni sind mehrere Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Gestern ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg, ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim.
Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen wurde zudem ein Kind vermisst. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen.
Bereits am 26. Juni war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus.
Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit.
Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am 26. Juni im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.
In Heidelberg waren Polizei, Rettungskräfte und Taucher im Einsatz, um den 27-Jährigen aus dem Neckar zu bergen. Die anschließende Reanimation blieb erfolglos. Der 30-Jährige war in der Nähe von Mannheim mit Freunden an einem Badesee und ging allein ins Wasser. Nachdem die Freunde den Mann aus den Augen verloren hatten, alarmierten sie die Rettungskräfte. (dpa/red)
Der Gourmetführer „Gault-Millau“ kürte Witzigmann zum “Koch des Jahrhunderts“. Bis heute wurde diese Ehre nur vier Köchen weltweit zuteil - und keinem weiteren Koch in Deutschland (Symbolbild). - Foto: AnnaNahabed/iStock
Als Eckart Witzigmann in den 70er Jahren als einer der ersten die Nouvelle Cuisine aus Frankreich nach Deutschland brachte, schlug dem Koch viel Missmut entgegen.
Große Teller, kleine Portionen, hohe Preise – das Münchner Restaurant „Tantris“ war anfangs kaum besucht. Doch dann folgten die ersten guten Zeitungskritiken und ein Stern des „Guide Michelin“ – und Witzigmanns Karriere nahm Fahrt auf.
Als erster Koch in Deutschland erarbeitete er sich drei Sterne und wurde zum „Koch des Jahrhunderts“ gekürt. Am Samstag wird der Österreicher 85 Jahre alt.
Eigentlich sollte er Schneider werden
Geboren wurde Witzigmann am 4. Juli 1941 in Hohenems im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Der Vater war erfolgreicher Schneidermeister und schickte den Sohn mit 14 in die Handelsschule, um ihn zu seinem Nachfolger zu machen. Doch Witzigmann hatte andere Pläne.
1957 begann er eine Lehre zum Koch im Hotel „Straubinger“ im Alpenkurort Bad Gastein. Dort habe er einen großartigen Lehrmeister gehabt, erinnerte sich Witzigmann später in einem Interview.
Dieser sei nicht nur ein guter Pädagoge gewesen, sondern habe ihn auch „raus in die Welt bugsiert“. So folgten weitere Lehrstationen etwa im bayerischen Bad Reichenhall, im schweizerischen Pontresina oder im nordrhein-westfälischen Königswinter.
Mit 24 Jahren gelang Witzigmann der erste Coup: als erster Ausländer überhaupt wurde er im berühmten Restaurant der Gebrüder Haeberlin im Elsass eingestellt. Im „Auberge de l’Ill“ lernte der junge Österreicher die Nouvelle Cuisine kennen. „Das war für mich eine andere Welt, was die Qualität, die Großzügigkeit, die Mengen betraf“, sagte Witzigmann im vergangenen Jahr im Sender Servus TV.
Der österreichische Koch und Kochlegende Eckart Witzigmann am 7. November 2013 in Berlin anlässlich der Vorstellung der Ausgabe 2014 des Michelin-Führers.
Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images
Harter Anfang in München
Es folgten Stationen in bekannten Restaurants in Stockholm, London oder Washington, bis Witzigmann eines Tages einen Anruf aus München erhielt. Der Bauunternehmer Fritz Eichbauer berichtete ihm von seinem Plan, ein Gourmetrestaurant in der bayerischen Landeshauptstadt zu schaffen, für das er noch einen Chefkoch brauchte.
Witzigmann sagte zu, zog nach München und konnte nun erstmals sein gesammeltes Wissen über die moderne produktfokussierte Küche einsetzen.
Doch der Anfang war hart. „Diese Art von Küche war damals verschrien“, erinnerte sich Witzigmann einst in einem Interview mit dem Sender „München TV.“
„Es hat mich wahnsinnig viel Mühe gekostet, durchzuhalten.“
Doch es lohnte sich. Nach den ersten wohlwollenden Zeitungsberichten folgten 1973 der erste und 1974 der zweite Stern für das „Tantris“ – die seinerzeit höchste vergebene Auszeichnung in Deutschland.
Das „Tantris“ brummte, doch 1979 zog Witzigmann weiter und machte sich mit einem eigenen Restaurant in München selbstständig. Schon im Jahr der Eröffnung des „Aubergine“ erkochte er drei „Michelin“-Sterne – als erster Koch in Deutschland überhaupt.
Die kommenden Jahre waren geprägt von viel Ruhm, viel Arbeit und auch der ein oder anderen ausschweifenden Feier. Die Familie – mit seiner Frau Monika hatte Witzigmann 1970 eine Tochter und 1974 einen Sohn bekommen – kam dabei zu kurz, wie er später oftmals sagte. 1988 folgte die Scheidung.
Die Chefköche der Regierungen: Eckart Witzigmann (2. Reihe 4.r) bei einem Treffen in Berlin am 19. Juli 2012. Der Chefkoch des deutschen Bundeskanzlers war damals Ulrich Kerz (1. Reihe 2.r).
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Die höchste Auszeichnung, die sich ein Koch erträumen kann
Ein weiterer Tiefpunkt für Witzigmann folgte 1993, als er mit Kokain erwischt und zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde. Unmittelbar nach der Verurteilung entzog ihm die Stadt München die Konzession für das „Aubergine“, Witzigmanns einstiger Schüler Alfons Schuhbeck sprang ein.
Doch nach zwei Jahren musste das Nobelrestaurant wegen finanzieller Probleme für immer schließen.
Ausgerechnet in dieser turbulenten Lebensphase erhielt Witzigmann 1994 die höchste Auszeichnung, die sich ein Koch erträumen kann: Der Gourmetführer „Gault-Millau“ kürte ihn zum „Koch des Jahrhunderts“. Bis heute wurde diese Ehre nur vier Köchen weltweit zuteil – und keinem weiteren Koch in Deutschland.
Er kocht noch selbst für sich
In den 90er Jahren versuchte sich Witzigmann dann unter anderem mit einem Theater- beziehungsweise Zirkusrestaurant, das Projekt endete rund zehn Jahre später mit einem Insolvenzantrag. Seit 2003 fungiert er als Patron für das Restaurant „Ikarus“ im österreichischen Salzburg, wo im Monatswechsel unterschiedliche Starköche das Sagen haben.
Seinen Wohnsitz hat Witzigmann immer noch in München, regelmäßig ist er beim Einkaufen auf dem Viktualienmarkt anzutreffen. Für sich und seine Lebensgefährtin kocht er oft selbst, wie er vor einigen Jahren einem Prominentenmagazin verriet. „Das ist für mich keine Strafe.“
Was die Gerichte angeht, ist Witzigmann privat offenbar sehr genügsam. Rahmspinat mit Spiegelei könne ihn zum Beispiel beglücken, sagte er bei „Servus TV“. „Oder ein einfacher Teller Spaghetti.“ (afp/red)
Bäume spenden Schatten und Abkühlung. - Foto: Marcus Brandt/dpa
Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Es besteht Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel.
Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet.
Temperaturen von 32 bis 42 Grad
Die Höchstwerte im Osten und Südosten erreichen 39 bis 41 Grad, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste kühler.
Die Meteorologen registrierten nach vorläufigen Angaben mit 41,5 Grad die höchste Temperatur in Deutschland. Den vorläufige Höchstwert maßen sie um 16:20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.
Der Temperaturrekord für Deutschland fiel am 26. Juni in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad. Es handelt sich ebenfalls um einen vorläufigen Wert – bei neuen Rekorden erfolgt automatisch noch eine Kontrolle der Messstation.
Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen gab es mindestens 40,0 Grad, an insgesamt 250 Stationen so hohe Temperaturen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. (dpa/red)