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12.08.2026 | Geheimdienstreform vor Verabschiedung | Waldbrand in Südhessen war wohl Brandstiftung | EU verbietet PFAS in Fast-Food-Verpackungen

HEUTE6:31 Uhr

Warken verteidigt Geheimdienstreform – Scharfe Kritik von Kubicki

Das Bundeskabinett will heute die Geheimdienstreform verabschieden. Laut Kanzleramtschefin Nina Warken ist dies die umfangreichste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen. Ziel sei, Verfassungsschutz und BND zu stärken und mehr Möglichkeiten zu geben. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nennt dies einen „historischen Tabubruch“ und will in Deutschland keine Geheimpolizei.

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HEUTE6:18 Uhr

Polizei: Waldbrand in Südhessen war offenbar Brandstiftung

Der Waldbrand bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern dürfte laut Ermittlern vorsätzlich ausgelöst worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und sicherte verdächtige Spuren. Nach mehreren Feuern wurden die Menschen zum Wassersparen aufgerufen, um genug Reserven für die Löscharbeiten zu haben.

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HEUTE6:05 Uhr

EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden – es gelten neue Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ab 2030 greifen weitere Verpackungsregeln.

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HEUTE5:45 Uhr

Rund 40 Staaten warnen vor Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen

Die USA und rund 40 weitere Staaten warnen gemeinsam vor den Gefahren unangekündigter Tests atomwaffenfähigen ballistischer Raketen. Sie erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und bedrohten Frieden und Sicherheit. Ohne China direkt zu nennen, verweisen sie auf „jüngste Raketentests“ im Pazifik, bei denen Standards „nicht eingehalten“ worden seien. Gefordert wird, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 

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Winzige Plasmawirbel auf der Sonne entdeckt


In Kürze:

  • Ein Solar-Teleskop auf Hawaii entdeckt kleine Wirbel auf der Sonnenoberfläche.
  • Forscher werten das als Anzeichen von Instabilitäten im Sonnenplasma.
  • Die Entdeckung soll dazubeitragen explosive Sonnenausbrüche besser zu verstehen.

 
Forschern des US-amerikanischen Sonnen- und des Höhenobservatoriums sowie des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen sind erstmals Aufnahmen kleinster wirbelartiger Strukturen auf der Sonnenoberfläche gelungen. Sie nutzten dafür das weltgrößte Sonnenteleskop, das NSF Daniel K. Inouye Solar Telescope auf Hawaii, und verglichen diese Bilder mit denen aufwendiger Computersimulationen.

Kleinste sichtbare Wirbel auf der Sonne

Die Wirbel treten an den Rändern zwischen sogenannten Granulen auf, welche die sichtbare Oberfläche der Sonne dicht an dicht überziehen. Sie messen zwischen 500 und 2.000 Kilometern im Durchmesser. In ihrer Gesamtheit bilden sie die sogenannte Granulation der Sonne: ein Muster, das an die blubbernden Blasen in einer siedenden Flüssigkeit erinnert. Die Granulation entsteht jedoch durch Plasmaströme, die aus dem heißen Innern der Sonne aufsteigen, abkühlen und wieder in die Tiefe sinken.
In der neuen Studie gelang es erstmals, ausgefranst wirkende Strukturen an den Rändern dieser Granulen sichtbar zu machen, die stellenweise verwirbeln und dabei anmuten wie sich brechende Meereswellen. Die „Fransen“ sind stellenweise kaum mehr als 20 Kilometer breit. Diese feinen Strukturen abzubilden, ist vergleichbar damit, eine Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 180 Kilometern zu erkennen.
„Das ist an der Grenze dessen, was selbst das weltgrößte Sonnenteleskop und modernste Simulationen leisten können“, weiß Michiel van Noort vom MPS.
Van Noort trug als Teil des Teams zu den Beobachtungen auf Hawaii bei und verantwortete die Datenreduktion und Bildrekonstruktion. Die Forscher nutzen eine Breitband-Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.
Ein Vergleich einer Beobachtung des Inouye Solar Telescope (oben links) mit einem Bild, das mit Hilfe modernster Computersimulationen erzeugt wurde (oben rechts). Die bemerkenswerte Übereinstimmung beider Bilder ermöglicht es Forschenden, den Ursprung der Kelvin-Helmholtz-Instabilität zu bestätigen – ein universelles physikalisches Phänomen, das auftritt, wenn benachbarte Flüssigkeits- oder Gasschichten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und an ihrer Grenzfläche Wirbelmuster erzeugen. Eine simulierte Karte des Magnetfeldes an der Sonnenoberfläche (unten rechts) bestätigt, dass diese Prozesse die Grenzen der magnetischen Elemente physikalisch krümmen und verformen. Foto: © NSF/NSO/AURA/HAO

Beobachtungen des Inouye Solar Telescope (o.l., u.l.) zeigen eine „bemerkenswerte Übereinstimmung“ mit Simulationen von Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten (o.r., u.m.), einem universellen physikalischen Phänomen, das auftritt, wenn benachbarte Flüssigkeits- oder Gasschichten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Eine simulierte Karte des Magnetfeldes an der Sonnenoberfläche (u.r.) bestätigt, dass diese Prozesse die Grenzen der magnetischen Elemente physikalisch krümmen und verformen.

Foto: NSF/NSO/AURA/HAO

Instabilitäten im Sonnenplasma

Die Forscher werten die wirbelartigen Plasmaströme als Anzeichen von sogenannten Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten. Dies ist ein bekannter Effekt aus der Dynamik von Flüssigkeiten. Er tritt auf, wenn zwei Fluide mit verschiedenen Geschwindigkeiten aneinander vorbeiströmen. Dabei kommt es an der Grenzfläche zu Scherkräften, durch die kleinste Störungen zu wellen- oder wirbelartigen Strömen anwachsen.
Der Effekt kommt in unterschiedlichsten Bereichen und auf verschiedenen Größenskalen zum Tragen. Man sieht ihn etwa an der Oberfläche von Seen oder bei Meereswellen und bei der Wolkenbildung. Auch in den Atmosphären der riesigen Gasplaneten Jupiter und Saturn ist er zu sehen. Es gibt ihn auch bei der Wechselwirkung des Sonnenwindes mit den Magnetosphären von Planeten.
Offenbar entstehen auch an den Rändern der Sonnengranulen Bereiche, in denen aneinander angrenzende Plasmaschichten mit verschiedenen Geschwindigkeiten strömen und so die notwendigen Voraussetzungen für Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten schaffen.
Die nun entdeckten, im Vergleich zur Sonnenoberfläche, winzigen Plasmawirbel erlauben damit einen völlig neuen Blick auf Prozesse, durch welche die Sonne Energie in ihrem Magnetfeld speichert und freisetzt. Dies geschieht etwa in Form kleinster Strahlungsausbrüche, sogenannter Nano-Flares. Gemäß der gängigen Theorie baut die Sonne magnetische Energie auf, indem sich Magnetfeldlinien verdrillen und verdrehen – ähnlich wie die mechanische Energie, die in einer eng gewunden Metallfeder gespeichert ist.

Verdrillte Magnetfeldlinien an der Grenze des heute Sichtbaren

So entsteht eine sehr energiereiche, aber auch instabile Magnetfeld-Architektur. Die aufgestaute Energie kann sich schlagartig entladen. Dabei reißen die verdrillten Magnetfeldlinien auf und verbinden sich neu. Der Vorgang wird als magnetische Rekonnektion bezeichnet.
Allerdings war bisher unklar, wodurch sich die Magnetfeldlinien überhaupt verdrillen. Die neue Entdeckung könnte einen Teil der Antwort auf diese Frage liefern. Da die Wirbel offenbar ständig und überall dort auftreten, wo das Magnetfeld stark genug ist, könnten sie der Motor sein, der das Verdrillen routinemäßig in Gang setzt. Sami K. Solanki, Direktor des MPS und Koautor der neuen Veröffentlichung erklärte:
„Die neu entdeckten Plasmawirbel zeigen auf beeindruckende Weise, wie kleinste Prozesse – an der Grenze dessen, was wir mit allen Mitteln der Kunst auflösen können – maßgeblich das Wesen unseres Sterns bestimmen.“
Die Auswertungen zeigen zudem, dass die Mini-Wirbel magnetisiertes und nicht magnetisiertes Plasma an der Sonnenoberfläche effizient vermischen. Dies könnte dazu beitragen, dass sich das Magnetfeld von der Oberfläche rasch in die Atmosphäre der Sonne ausbreitet.
Das ist wichtig, um zu verstehen, warum die Sonnenaktivität im elfjährigen Rhythmus ansteigen und wieder abfallen kann. Denn ein Wechsel von niedriger zu hoher Aktivität ist begleitet von einem raschen Wechsel des magnetischen Grundgerüsts der Sonne von einem relativ geordneten Dipol-Magnetfeld zu einem chaotischen Feld und wieder zurück.
Diese Veränderungen sind nur möglich, wenn magnetischer Fluss effizient durch die Sonnenatmosphäre „abtransportiert“ wird. Bisherige Modelle können eine solch schnelle „Diffusion“ nicht erklären. Die neu entdeckten Wirbel könnten das Verständnis des Sonnenzyklus einen entscheidenden Schritt voranbringen.
Mit Material der Max-Planck-Gesellschaft
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Sonnenfinsternis in Spanien im Livestream


In Kürze:

  • Heute Abend schiebt sich der Neumond vor die Sonne und erzeugt eine Sonnenfinsternis.
  • Ein schmaler Streifen von Oviedo an der spanischen Atlantikküste bis Mallorca verschwindet bis knapp zwei Minuten in totaler Dunkelheit.
  • In weiten Teilen Europas lässt sich eine partielle Sonnenfinsternis beobachten.
  • Von Deutschland aus gesehen, schiebt sich der Mond ab kurz nach 19:00 Uhr vor die Sonne und wird sie – je nach Standort – zu 84 bis 90 Prozent verdecken.
  • Sowohl die Europäische Weltraumagentur ESA als auch die NASA senden aus Nordspanien live.

 
Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die totale Sonnenfinsternis am Mittwochabend ist riesig. „Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.

Wettrennen um Betten und Brillen

Hinzu kommt, für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Obwohl extrem kurz, verschafft das astronomische Ereignis der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Besucher werden erwartet, von denen einige ihre Zimmer bereits vor Jahren gebucht haben. Falls noch Unterkünfte verfügbar sein sollten, ist mit Mondpreisen zu rechnen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass auch diese schon vergeben sind und es zwischen Oviedo im Norden und Palma de Mallorca in diesen Tagen keine freien Betten gibt.

Von Oviedo im Norden bis Palma de Mallorca ist die totale Sonnenfinsternis sichtbar.

Der Mondschatten wird mit rund 2.500 Kilometer pro Stunde – über 40 Kilometer pro Minute – über Spanien ziehen, bevor der sich im Mittelmeer mit dem Sonnenuntergang trifft und verschwindet.

Und Betten sind nicht das einzige knappe Gut: Zwei Millionen spezielle Sonnenfinsternisbrillen hat die spanische Regierung in einer gemeinsamen Kampagne mit einer Organisation für Sehbehinderte bereitgestellt, damit das Himmelsspektakel nicht zu massenhaften Augenschäden führt. Trotzdem ist der zertifizierte Sehschutz kaum zu bekommen.
An vielen Ausgabestellen wie Kiosken oder Museen sind die Gratis-Brillen vergeben, in einigen Apotheken in der Hauptstadt Madrid war der Sehschutz am Dienstag noch zum Preis zwischen drei und vier Euro zu haben. In anderen Ländern ist es nicht anders.
„Es ist verrückt“, sagte ein Apotheker in Paris. Sein Lieferant sei von der Nachfrage so überwältigt, dass er die Brillen nicht mehr selbst ausliefern könne und die Bestellungen stattdessen mit einem Uber kämen. Verkaufspreis: 10 Euro pro Brille. Auch Fouad Mehdaoui, Ladenbesitzer in der belgischen Hauptstadt Brüssel, berichtete, dass er in letzter Minute noch eine Lieferung von hundert Brillen bekommen habe. „Alle waren innerhalb von 30 Minuten weg“, sagte er.
Zudem erfüllen nicht alle auf dem Markt erhältlichen Brillen die notwendigen Schutzstandards. In Spanien zogen die Behörden am Montag sechs Modelle aus dem Verkehr, da ihre Nutzung laut einer Verbraucherschutzorganisation „das Risiko von Augenschäden“ mit sich bringe.

Nicht mit bloßen Augen in die Sonne schauen

Dennoch ist es wichtig, nicht ohne eine Schutzbrille in die Sonne zu sehen, denn sonst kann man es genau zweimal tun: einmal mit dem linken Auge, einmal mit dem rechten, heißt es scherzhaft unter Astronomen. Die Warnung dahinter ist jedoch äußerst ernst und gilt auch bei weitgehender Verfinsterung sowie einsetzender Dämmerung.
Wer ungeschützt in die Sonne blickt, läuft Gefahr, zu erblinden, denn unsere Augen bündeln das Licht wie ein Brennglas – und haben keine Schmerzrezeptoren. Ersteres führt dazu, dass binnen kürzester Zeit bleibende Schäden an der lichtempfindlichen Netzhaut drohen. Letzteres ist trügerisch, denn wenn Betroffene es bemerken, ist es bereits zu spät.
Eine sichere Beobachtung ist laut Bundesamt für Strahlenschutz daher nur mit genormten (ISO 12312-2:2015) und entsprechend gekennzeichneten Spezialbrillen für Sonnenfinsternisse möglich. Auch indirekte Beobachtung durch Projektion auf eine Fläche etwa mittels Lochkamera sind möglich.
Auf keinen Fall darf jedoch mit Ferngläsern oder Kameras ohne Sonnenfilter in die Sonne geschaut werden; die Optik bündelt das Licht zusätzlich und verstärkt Augenschäden. Eindringlich gewarnt wird zudem vor improvisierten Hilfsmitteln wie gefalteten Rettungsdecken, Gletscherbrillen oder schwarzen Filmstreifen.

Es bleibt eine schmale Sichel

Vollkommen dunkel wird es in Deutschland nicht, aber die Sonnenfinsternis ist auch hierzulande gut zu sehen. Laut Astronomen werden während des Maximums je nach Standort etwa zwischen 84 und 90 Prozent der Sonne verdeckt – es bleibt also eine schmale Sichel. Grundsätzlich ist die partielle Sonnenfinsternis aber überall in Deutschland zu sehen.
Das Ereignis wird insgesamt fast zwei Stunden dauern und mit dem beginnenden Sonnenuntergang zusammenfallen. Der Mond schiebt sich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ab 19:11 Uhr allmählich vor die Sonne. In den Bundesländern weiter südlich beginnt das kosmische Spektakel einige Minuten später, in Bayern etwa um 19:19 Uhr. Der Höhepunkt mit der maximalen Sonnenbedeckung wird etwa eine Stunde später erreicht, wobei es ebenfalls abermals eine leichte Zeitverzögerung in Nord-Süd-Richtung gibt.

Verlauf und Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis am 12. August 2026.

Foto: Grzegorz Nykiel/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Maximum stellt sich nach Angaben des Heidelberger Hauses der Astronomie in Kiel und Rostock um 20:07 Uhr ein, in Berlin um 20:09 Uhr, in Dresden um 20:11 Uhr, in Köln um 20:13 Uhr, in München und Stuttgart um 20:16 Uhr und in Freiburg um 20:18 Uhr. Je später, desto größer ist die Bedeckung. In Freiburg beispielsweise ist die Sonne zu über 90 Prozent verdeckt, in Berlin sind es noch knapp 85 Prozent.
Danach gibt der Mond nach und nach die Sonne wieder frei, bis die partielle Finsternis zwischen 20:48 Uhr und 21:03 Uhr überall in Deutschland beendet sein wird. Dies fällt mit dem Sonnenuntergang zusammen. Das heißt, die Sonne geht noch teilweise verfinstert unter.

Der beste Blick: in Deutschland, in Spanien, auf dem Sofa

Wegen des Zeitpunkts kurz vor Sonnenuntergang benötigen Beobachter unbedingt einen freien Blick auf den Horizont in Richtung Westen. Zu Beginn der partiellen Finsternis steht die Sonne dem Haus der Astronomie zufolge noch etwa zwölf Grad über dem Horizont, während des Höhepunkts der Verfinsterung aber nur noch etwa vier Grad. Häuser, Bäume oder Hügel können schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Das Wetter hingegen eher nicht:
Dank des vorherrschenden Hochdruckeinflusses werde die Sonnenfinsternis „fast landesweit hervorragend zu beobachten sein“, teilte der Deutsche Wetterdienst am Dienstag mit. Nur den Norden überziehen dann zeitweise ein paar hohe Wolkenfelder.
In Spanien ist vor allem direkt an der Atlantikküste mit Wolken zu rechnen. Ideale Beobachtungsbedingungen herrschen daher eher im Landesinneren. Auch an der Mittelmeerküste ist ein leichter Schleier nicht ausgeschlossen. Auf den Balearen hingegen ist wiederum mit klarem Himmel zu rechnen, dafür ist hier die Dauer kürzer. Der nordöstlichste Zipfel Portugals versinkt sogar nur für wenige Sekunden in kompletter Dunkelheit.
Noch besser als vor Ort ist die Sonnenfinsternis nur mittels Profiausrüstung zu beobachten. Die Europäische Raumfahragentur verfolgt die Sonnenfinsternis gleich an drei Standorten: am Observatorio Astrofísico de Javalambre, in Leon und in Frómista (Palencia). Ab 19:30 überträgt sie die Bilder der Teleskope des Observatorium live.

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Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde wird die Sonnenfinsternis aus Island und Spanien beobachten und beginnt seine Übertragung bereits 19:15 Uhr. Außerdem wird ein Höhenforschungsflugzeug den Schatten des Mondes verfolgen.

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Angesichts der technisch erheblich besser ausgestatteten Raumfahrtbehörden verzichtet Epoch Times auf eine eigene Liveübertragung aus Nordspanien. Unsere Reporter vor Ort wird Sie stattdessen mit exklusiven Bildern und einem Bericht aus erster Hand versorgen.

Sonne und Mond kehren zurück

Etwa ein- bis zweimal pro Jahr gibt es eine Sonnenfinsternis. Da der Streifen der absoluten Verdeckung jedoch nur wenige hundert Kilometer breit ist, kann es bis zu 400 Jahre dauern, bis am selben Ort wieder eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Spanien kann sich dennoch über drei Finsternisse in drei Jahren freuen:
Am 2. August kommenden Jahres wird in Südspanien, Nordafrika und der arabischen Halbinsel eine besonders lang andauernde totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein. Sechs Minuten und 23 Sekunden lang wird die Sonne dann im Kernschatten des Mondes liegen. Eine ähnlich lange Sonnenfinsternis wird es danach bis 2114 nicht mehr geben.
Ganz so lange muss Deutschland nicht warten. Der Mondschatten erreicht uns „schon“ im Jahr 2081 wieder. Während alte Kulturen dieses merkwürdiges Phänomen als Zeichen der Apokalypse oder Botschaften der Götter betrachteten, wissen wir heute also sehr genau, was, wann und wo passiert – und dennoch ist es immer wieder faszinierend.
Oder um es mit den Worten Enrique Bordallos zu sagen: „Wir können es kaum erwarten, dass es endlich so weit ist, und hoffen auf gutes Wetter.“
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Küstenwache: Sechs Tote bei Huthi-Angriffen auf Frachter vor der Küste des Jemen

Bei zwei aufeinanderfolgenden Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz auf einen Frachter nahe der Meerenge Bab al-Mandab sind der jemenitischen Küstenwache zufolge mindestens sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden.
Zunächst seien vier Besatzungsmitglieder der „Tihamah“ bei einer ersten Attacke ums Leben gekommen. Anschließend seien bei einem zweiten Angriff zwei Angehörige der Rettungskräfte getötet worden.

Frachter gerät in Brand

Die erste Attacke habe einen Brand auf dem mit Nahrungsmitteln beladenen Frachter ausgelöst, erklärte die Küstenwache. Bei den vier getöteten Besatzungsmitgliedern handelte es sich demnach um drei Pakistaner und einen Indonesier.
Der zweite Angriff traf laut Küstenwache den Ort des Rettungseinsatzes und forderte dort „Tote und Verletzte unter den beteiligten Kräften“.

Widersprüchliche Angaben zur Ladung

Medien der Huthis bestätigten einen Angriff vor der jemenitischen Küste. Demnach transportierte das Schiff saudiarabische Militärausrüstung. Eine offizielle Stellungnahme der Huthi-Miliz lag zunächst nicht vor.
Das jemenitische Verkehrsministerium machte die „Huthi-Terrormilizen“ für die Toten, Verletzten und Schäden an dem Schiff verantwortlich. Das Schiff sei beim Durchqueren der Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden angegriffen worden.

Unterschiedliche Angaben zu den Opferzahlen

Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard nannte unterdessen eine niedrigere Opferzahl von drei Toten. Demnach wurden beim ersten Angriff zwei Besatzungsmitglieder getötet und vier weitere verletzt.
Die zur Unterstützung des Schiffes entsandte Küstenwache sei anschließend unter Beschuss geraten. Dabei sei ein weiterer Mensch getötet worden.

Huthis kündigten Seeblockade gegen Saudi-Arabien an

Die Huthi-Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff sie nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an.
Vergangene Woche waren bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen Dutzende Menschen getötet worden.
Die Angriffe auf die Schifffahrt und saudiarabische Ölanlagen erfolgen parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus. (afp/red)
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Israel und Libanon setzen Friedensgespräche im September fort

In der italienischen Hauptstadt Rom soll es im September eine neue Gesprächsrunde über ein Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon geben. „Die politischen Vertreter werden Anfang September in Rom zusammenkommen – bis dahin werden die Gespräche in Beirut, Jerusalem und Washington fortgesetzt“, erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Dienstag, den 11. August.
Die US-Regierung zeigte sich „zuversichtlich“ hinsichtlich des weiteren Verlaufs.

Rahmenabkommen sieht Entwaffnung der Hisbollah vor

Israel und der Libanon hatten sich im Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Vorgesehen sind die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, ein schrittweiser Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon sowie die Stationierung der libanesischen Armee in der Region.
Zunächst soll dies in zwei sogenannten Pilotzonen umgesetzt werden. Später sollen weitere Gebiete folgen. In Rom fand vergangene Woche bereits die siebte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon statt.

Erste Schritte bereits umgesetzt

Nach Angaben des US-Diplomaten wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Die libanesische Armee sei inzwischen in den beiden Pilotzonen aktiv. Zudem hätten die Arbeitsgruppen ihre Formulierungen, Karten und Verfahren aufeinander abgestimmt.
Als nächsten Schritt soll die libanesische Regierung „detaillierte Fahrpläne für die Sicherung neuer Gebiete vorlegen“.

Hisbollah lehnt Gespräche ab

Während die libanesische Regierung mit Israel verhandelt, lehnt die pro-iranische Hisbollah die Gespräche ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Die Miliz hatte den Libanon in den Irankrieg hineingezogen. Kurz nach Beginn des Krieges feuerte sie Raketen auf Israel. Israel reagierte mit Angriffen und einer Bodenoffensive. (afp/red)
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Faucis SMS veröffentlicht: Bedenken zu Corona-Impfung für Schwangere


In Kürze:

  • Fauci und andere US-Gesundheitsbeamte diskutierten Anfang 2021 über fehlende Daten zu Corona-Impfungen bei Schwangeren.
  • Fauci verwies einerseits auf theoretisch mögliche Risiken im ersten Schwangerschaftsdrittel, andererseits aber auch auf erste verfügbare Erkenntnisse.
  • Diese Nachrichten wurden von den republikanischen Senatoren Ron Johnson und Rand Paul im Rahmen einer Untersuchung veröffentlicht.

 
Neu veröffentlichte SMS-Nachrichten aus den USA werfen ein Schlaglicht auf die damalige Unsicherheit bezüglich der Corona-Impfung während der Schwangerschaft. Anfang 2021 diskutierten hochrangige US-Gesundheitsvertreter untereinander über die noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken für Schwangere.
Zwei republikanische Senatoren veröffentlichten am Montag, 10. August, Nachrichten von Dr. Anthony Faucis Diensthandy. Die Nachrichten stammen aus dem Januar 2021, als Fauci das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) leitete. Sie sind Teil eines Bestands von mehr als 34.000 Nachrichten, die von dem Gerät abgerufen wurden.
Neben Fauci waren an dem Austausch die damalige Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Dr. Rochelle Walensky, sowie Dr. Vivek Murthy, der unter US-Präsident Joe Biden der oberste medizinische Berater der US-Regierung in Gesundheitsfragen war, beteiligt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erkenntnisse zur Sicherheit der Corona-Impfung in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft damals vorlagen.

Fehlende Daten zur Impfung in der Schwangerschaft

Murthy fragte in einer Nachricht vom 25. Januar 2021, ob es „Daten oder theoretische Gründe“ dafür gebe, eine Corona-Impfung eher zu Beginn oder eher gegen Ende der Schwangerschaft vorzuziehen. Zudem wollte er wissen, wann umfangreichere Daten zu möglichen Impfrisiken für Schwangere verfügbar sein würden.
Walensky antwortete, nach ihrem damaligen Kenntnisstand gebe es zu den Impfstoffrisiken für Schwangere noch keine ausreichende Datenbasis. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass mehr als 15.000 Schwangere am Sicherheitsüberwachungssystem der CDC teilgenommen hätten und dadurch weitere Daten gesammelt würden.
Fauci erklärte, es lägen keine Daten vor, um zu bestimmen, ob eine Impfung zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft vorzuziehen sei. Er wies darauf hin, dass Zytokinreaktionen und Fieber nach einer zweiten Dosis „theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester in Verbindung stehen könnten“, was sowohl Walensky als auch Murthy als berechtigten Einwand anerkannten.
In einem weiteren Austausch vom 26. Januar 2021 ging es um eine damalige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in der aufgrund der begrenzten Datenlage von einer Moderna-Impfung während der Schwangerschaft abgeraten wurde.
Fauci erklärte, bei Impfstoffen, für die Daten zu Schwangeren fehlten, müssten die möglichen Risiken gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden. Schwangere waren nicht in die ursprünglichen Impfstoffstudien aufgenommen worden. Gleichzeitig hätten sich nach seinen Angaben bereits mehr als 10.000 Schwangere für eine Impfung entschieden.
„Es sind keine Probleme aufgetreten. Tierexperimentelle toxikologische Studien haben keine Warnsignale ergeben“, sagte Fauci.

Senatoren sehen offene Fragen

Johnson und Paul erklärten, die veröffentlichten Nachrichten könnten Auswirkungen auf die damalige Gesundheitspolitik haben. Aus ihrer Sicht stelle sich dabei auch die Frage, ob Menschen bei ihren Impfentscheidungen ausreichend über die zu diesem Zeitpunkt noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken informiert worden seien.
Die Senatoren veröffentlichten zudem öffentliche Aussagen von Fauci, Walensky und Murthy, in denen diese trotz der damals begrenzten Datenlage eine Corona-Impfung für Schwangere empfahlen.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times bat Faucis Rechtsbeistand um eine Stellungnahme. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag jedoch keine Antwort vor.

Faucis dienstliches iPhone im Fokus

Fauci leitete das NIAID von 1984 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2022 und stand damit fast 39 Jahre an der Spitze der US-Bundesbehörde. Anfang 2020 wurde er weltweit bekannt, als er während der Corona-Pandemie regelmäßig in Pressekonferenzen und Medieninterviews auftrat.
In der vergangenen Woche erhielt der Ständige Unterausschuss für Untersuchungen des US-Senats, dem Senator Ron Johnson vorsitzt, vom US-Gesundheitsministerium eine Kopie von Faucis dienstlichem iPhone. Fauci hatte das Gerät während seiner amtlichen Tätigkeit genutzt. Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer Untersuchung seines Umgangs mit der Corona-Pandemie.
Am 29. Juli verweigerte Fauci bei einer Senatsanhörung die Beantwortung von Fragen und berief sich dabei auf sein verfassungsmäßiges Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Die Anhörung folgte auf die Veröffentlichung von Tagebucheinträgen, die Fauci während seiner Tätigkeit als zentraler Berater der US-Regierung in der Pandemie geführt hatte.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „GOP Senators Release Fauci’s Texts on COVID Vaccine Concerns for Pregnant Women“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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11. August: Doktortitel entzogen | AfD 20 Punkte vor CDU | Todesstrafe gegen Assad

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Doktortitel entzogen

Die Technische Universität Chemnitz hält an ihrer Entscheidung fest, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktorgrad zu entziehen. Voigt wird vorgeworfen, in seiner Dissertation unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Voigt kündigte an, gegen die Entscheidung zu klagen.

Gutes Wetter für Sonnenfinsternis

Morgen Abend gibt es auch in Deutschland gute Chancen, eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet vielerorts einen klaren Himmel. Ab etwa 19:15 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne, die bis zu 90 Prozent bedeckt sein wird. Den Höhepunkt erwarten Experten gegen 20 Uhr.

AfD 20 Punkte vor CDU

Die AfD ist einer möglichen Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt erneut ein Stück nähergekommen. Eine INSA-Umfrage sieht die Partei bei 42 Prozent – fast doppelt so stark wie die CDU. Offen bleibt, ob die AfD einen Koalitionspartner findet. Das BSW stellt Bedingungen für eine Zusammenarbeit. Die AfD sieht sich durch die neuen Zahlen hingegen auf dem Weg zu einer absoluten Mehrheit bei der Wahl.

Todesstrafe gegen Assad

In Syrien ist der frühere Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht macht ihn für „Kriegsverbrechen“ und “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ während des Bürgerkriegs seit 2011 verantwortlich. Auch weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden verurteilt. Assad selbst lebt im Exil in Russland. Eine Vollstreckung des Urteils gilt daher als unwahrscheinlich.

E-Auto-Boom

Immer mehr Autofahrer steigen auf E-Autos um. Laut HUK Coburg wechselten im zweiten Quartal 12 Prozent der Kunden vom Verbrenner zum Stromer – doppelt so viele wie im Jahresdurchschnitt 2025. Hohe Spritpreise und die neue Förderung treiben den Trend. Der E-Auto-Anteil am Gesamtbestand liegt allerdings erst bei 3,7 Prozent.
 
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„Terafab“: Musks Chipfabrik soll „größte und wertvollste Gebäude auf der Erde“ werden

US-Tech-Milliardär Elon Musk plant, eine Halbleiterfabrik von gigantischen Ausmaßen zu bauen.
Laut dem Raumfahrtunternehmen benötigen SpaceX und Tesla gemeinsam voraussichtlich mehr als 1 Terawatt (TW) an Rechenleistung pro Jahr in Form von Computerchips. Das liege deutlich über dem aktuell weltweit verfügbaren Angebot, das bei rund 0,02 TW liege.
Terfab soll die Lücke zwischen heutiger Ch…
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5 unscheinbare Schritt-Veränderungen, die auf schwere Hirnerkrankungen hinweisen können

Erste Anzeichen für neurologische Erkrankungen, wie Demenz oder Parkinson, können sich statt im Gedächtnis in den Beinen zeigen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist ein unsicherer oder verlangsamter Gang im Alter kein reines Verschleißsymptom.

Denn das Gehen erfordert die blitzschnelle Zusammenarbeit zahlreicher Gehirnareale. Das Gehirn steuert nicht nur die Schritte, sondern analysiert kontinuierlich Umwelt, Balance und Körperhaltung. Subtile Abweichungen in Koordination und Geschwindigkeit können deshalb Jahre vor Gedächtnisstörungen auf Probleme im Hirn hinweisen. Sobald das neuronale Zusammenspiel gestört ist, verlangsamt sich der Schritt.

3 Hirnerkrankungen, die sich zuerst auf Ihren Gang auswirken können

Wenn der Körper altert, einen Mini-Schlaganfall erleidet oder degenerative neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Demenz entwickelt, ist das erste Anzeichen ein instabiler Gang.

1. Frühe Demenz

Eine 2023 in „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie analysierte die Gehgeschwindigkeit von fast 2.000 älteren Menschen und stellte fest, dass diejenigen mit eingeschränkter kognitiver Funktion im Alltag langsamer gingen. Selbst Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung zeigten zu bestimmten Zeitpunkten eine Abnahme der Gehgeschwindigkeit, noch bevor es zu einer signifikanten Verschlechterung des Gedächtnisses kam.

2. Parkinson-Krankheit

Das Gehirn von Patienten mit der Parkinson-Krankheit verliert allmählich seine Fähigkeit, Dopamin zu produzieren, was zu schmaleren Schritten, einem schleppenden Gang und einem verminderten Armschwung führt. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass dies lediglich ein Zeichen des Alterns ist, und verpassen so die Gelegenheit für eine frühzeitige Behandlung.

3. Kleingefäßerkrankung

Ein Schlaganfall in den tiefen Kleingefäßen des Gehirns kann die Leitungsbahnen der weißen Substanz beeinträchtigen, wodurch die Signalübertragung gestört wird und es zu einem langsamen und unsicheren Gang kommt. Da jedoch keine offensichtlichen Symptome einer einseitigen Lähmung vorliegen, wird diese Erkrankung oft übersehen.

Auch chronische Entzündungen beeinträchtigen das Gehen

Neben Hirnerkrankungen wie Demenz und Parkinson „verbrennt“ eine chronische Entzündung still und leise das Gehirn, erklärt Dr. Ping-Hsien Hsieh, leitender Neurochirurg am National Chiao Tung University Hospital in Taiwan, gegenüber Epoch Times.
Studien haben ergeben, dass ältere Erwachsene mit höheren Konzentrationen von Entzündungsfaktoren im Blut tendenziell langsamer gehen und ein höheres Risiko für zukünftige motorische Beeinträchtigungen haben. Eine chronische, schwach ausgeprägte Entzündung ist wie ein kleines, anhaltendes Feuer, das im Gehirn brennt. Man spürt es normalerweise nicht, aber der Schaden summiert sich täglich:
  • Schädigung von Nervenzellen: Entzündungsfaktoren wie die proinflammatorischen Zytokine IL-6 und TNF-α können Nervenzellen angreifen und so die Übertragung von Nervensignalen verlangsamen.
  • Läsionen der weißen Substanz: Die „Leitungen“ im Gehirn, die für die Übertragung motorischer Befehle zuständig sind, werden geschädigt, was die Gangsteuerung beeinträchtigt.
  • Dopaminmangel: Chronische Entzündungen hemmen die Dopaminausschüttung, wodurch die Einleitung von Bewegungen langsamer und mühsamer wird.
  • Störungen der Muskelkoordination: Verzögerte Signale aus dem Gehirn stören das Timing der Muskelkontraktionen, was zu einem langsameren und unsicheren Gang führt.
Es gibt eine Reihe von Ursachen, die zu chronischen Entzündungen führen, darunter anhaltender Schlafmangel, das metabolische Syndrom, ein Ungleichgewicht der Darmflora und langfristiger psychischer Stress – all dies kann, ohne dass man es merkt, die Degeneration des Gehirns und den Rückgang der motorischen Fähigkeiten beschleunigen, sagte Hsieh.

5 Veränderungen beim Gehen, die Sie nicht ignorieren sollten

Eine Verlangsamung des Gehens tritt in der Regel nicht plötzlich auf, so Hsieh. Das Gehirn sendet oft schon im Vorfeld viele Warnsignale, wie zum Beispiel:
  • Beim Gehen auf den Boden zu schauen: Normalerweise sollte der Blick beim Gehen ganz natürlich nach vorne gerichtet sein. Wenn Sie anfangen, gewohnheitsmäßig auf den Boden zu schauen, kann dies auf eine Verschlechterung des Gleichgewichts und des räumlichen Urteilsvermögens hindeuten.
  • Mehr Schritte zum Abbiegen benötigen: Da die Reaktion des Gehirns auf Richtungswechsel langsamer wird, muss das Abbiegen in mehrere kleine Schritte unterteilt werden.
  • Schwierigkeiten, beim Gehen und Sprechen das Gleichgewicht zu halten: Wenn Sie beim Gehen und Sprechen leicht das Gleichgewicht verlieren, spricht man von einer „Dual-Task-Störung“; dies deutet auf eine nachlassende Fähigkeit des Gehirns hin, zwei Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Es ist ein deutliches Warnzeichen für einen kognitiven Rückgang.
  • Zunehmend kürzere Schritte: Wenn Ihre Schritte merklich kürzer und langsamer werden, insbesondere morgens oder in ungewohnter Umgebung, könnte dies ein Warnzeichen sein.
  • Asymmetrischer Armschwung: Wenn ein Arm normal schwingt, der andere jedoch nicht, kann dies auf ein Problem mit der einseitigen Nervenleitung hindeuten.
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, insbesondere wenn Sie kürzlich eine Kopfverletzung, einen Sturz oder heftiges Schütteln erlitten haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich von einem Neurochirurgen untersuchen lassen, so Hsieh.

Förderung der Gehirngesundheit durch den Lebensstil

Zwar lässt sich nicht jede neurologische Erkrankung verhindern, doch gesunde Lebensgewohnheiten, die Entzündungen reduzieren und die Gehirnfunktion unterstützen, können dazu beitragen, die Mobilität im Alter zu erhalten.
Der japanische Neurowissenschaftler Nobusada Shinoura empfiehlt Knoblauchöl als wirksames Nahrungsergänzungsmittel für kognitive Langlebigkeit und Neuroprotektion.
Eine in „ACS Chemical Neuroscience“ veröffentlichte Übersichtsarbeit ergab, dass verschiedene chemische Bestandteile des Knoblauchs, insbesondere Organoschwefelverbindungen, therapeutisches Potenzial bei der Parkinson-Krankheit haben. Diese Komponenten können oxidativen Stress reduzieren, die Mitochondrienfunktion wiederherstellen und neuroinflammatorische Reaktionen verringern, was zum Schutz der Nervenzellen im Gehirn beiträgt.
Knoblauchöl kann über Gemüsesalate, Miso-Suppe oder gekühlten Tofu geträufelt oder mit Brot verzehrt werden. Shinoura pflegt seit vielen Jahren die Gewohnheit, vor Operationen Knoblauchöl einzunehmen. Nach der Einnahme habe er das Gefühl, dass seine Nervenaktivität lebhafter werde und er sich insgesamt energiegeladener fühle, schrieb er.
Der Schutz des Gehirns könne nicht allein auf ein einziges Lebensmittel beruhen; eine ganzheitliche Ernährung sei wichtiger, meint Shinoura.
Die Ernährung sollte in erster Linie aus Gemüse und Vollkornprodukten bestehen, ergänzt durch reichlich fermentierte Lebensmittel, Meeresfrüchte und Pilze. Er empfiehlt insbesondere Blauflossenbrasse, Makrelenhecht und Sardinen, die reich an den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sind, da diese der Gesundheit des Gehirns zuträglich sind.
Neben der Ernährungstherapie schlägt Shinoura auch Ausdauertraining wie Tai Chi und zügiges Gehen vor. Die Intensität der Bewegung sollte so sein, dass man leicht ins Schwitzen kommt und der Puls unter 110 bis 120 Schlägen pro Minute bleibt; übermäßig anstrengende Übungen sind nicht erforderlich.
Gedächtnisverlust ist nicht immer der erste Hilferuf des Gehirns. Manchmal zeigen sich die frühesten Anzeichen in der Art, wie man geht.
Wenn Sie bemerken, dass Sie langsamer gehen, ungewöhnlich kurze Schritte machen, Schwierigkeiten beim Wenden haben oder häufiger das Gleichgewicht verlieren, sollten Sie diese Veränderungen nicht einfach als Zeichen des Älterwerdens abtun.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Before Memory Fades, Your Walk May Reveal 5 Hidden Brain Disorders“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Die Bedeutung der Sonnenfinsternis im alten Rom


In Kürze:

  • Eine Sonnenfinsternis sorgt seit jeher für Staunen und Furcht bei den Menschen – auch bei den Gebildeten und Gewöhnlichen des Römischen Reiches.
  • Zwar kannten sie die kosmische Ursache des Naturphänomens, aber dennoch glaubten sie, dass ihnen damit die Götter eine Botschaft vermitteln wollten.
  • Römische Politiker deuteten sie oft als schlechte Omen, Missfallen der Götter oder ungünstige Zeitpunkte für ihre Bestrebungen.

 
Am 12. August wird Europa – und insbesondere Spanien – den Blick zum Himmel richten, um eine historische Sonnenfinsternis zu beobachten. Wir wissen bereits, wann sie beginnt, wie lange sie dauern wird und welcher Teil der Sonne hinter dem Mond verborgen sein wird. Mit Apps auf unseren Smartphones können wir den genauen Zeitpunkt der maximalen Bedeckung berechnen und uns die besten Beobachtungsorte anzeigen lassen.
Doch während eines Großteils der Menschheitsgeschichte waren Sonnenfinsternisse weit mehr als nur eine astronomische Kuriosität. Tatsächlich galten sie als mächtige Ereignisse, die in der Lage waren, die Welt selbst neu zu ordnen. Das antike Rom bildete hier keine Ausnahme, da die Sonne in seiner vorchristlichen Religion eine wichtige Rolle spielte.

Frühe Erforschung der Sonnenfinsternis

Das Wort Sonnenfinsternis leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Verschwinden der Sonne“. Obwohl Gelehrte und frühe Astronomen wissenschaftliche Erklärungen lieferten, deutete man Sonnenfinsternisse weithin als Zeichen der Götter. In der religiösen Gesellschaft Roms wurden sie deshalb aufmerksam verfolgt.
Die beiden Weltanschauungen – wissenschaftlich und empirisch sowie abergläubisch – existierten jahrhundertelang nebeneinander. Für uns bieten sie heute einen Einblick, wie die Römer das Verhältnis zwischen Natur, Religion und Macht verstanden. Die Synthese dieser Ideen ist bis heute gebräuchlich, wenn wir das aus dem Lateinischen stammende Wort „Omen“ verwenden, um ein Zeichen zu beschreiben, das sowohl ein Ereignis vorhersagt, als auch etwas darüber aussagt.
Zwei Philosophen beobachten eine Sonnenfinsternis

Das Werk von Pierre Brébiette (1598–1650) zeigt zwei Philosophen beim Beobachten einer Finsternis.

Es waren babylonische Astronomen, die entdeckten, dass Sonnenfinsternisse zyklisch auftreten. Ihre Methoden zur Vorhersage wurden von den alten Griechen und anschließend von den Römern übernommen.
Römische Gelehrte wie Plinius der Ältere (um 23–79) und Seneca (um 1–65) stellten in ihren jeweiligen Werken „Naturalis historia“ und „Thyestes“ Theorien zu Sonnenfinsternissen auf. Damit war die römische Astronomie alles andere als rudimentär.
Ein bemerkenswertes Beispiel fand zur Zeit von Kaiser Claudius (10 v. Chr.–54 n. Chr.) statt. Der römische Historiker Cassius Dio (um 163–235) berichtet, dass der Kaiser seine Bevölkerung vor einer Sonnenfinsternis am 1. August des Jahres 45 n. Chr. warnte, damit diese nicht in Panik geriet.
Offensichtlich waren sich die kaiserlichen Behörden bewusst, dass sie die vorübergehende Dunkelheit vorhersagen konnten, und kannten die tiefe Angst, die ihr unheilvoller Charakter in der Bevölkerung auslöste.

Zeichen der Götter

Zwar kannten die Römer die astronomischen Zusammenhänge hinter Sonnenfinsternissen, doch schloss dies religiöse Deutungen nicht aus. Für einen Römer wurde das Universum von den Göttern beherrscht. Ein Naturphänomen konnte daher eine physikalische Ursache haben und zugleich eine göttliche Botschaft vermitteln.
In „Vitae parallelae“ berichtet der Historiker Plutarch (um 45–125), wie im Juni 708 v. Chr. der Tod des ersten Königs von Rom damit einhergegangen sein soll, dass der Tag zur Nacht wurde. Vielleicht wurden Sonnenfinsternisse daher oft als „prodigia“ eingestuft – Omen, die auf eine Störung des Gleichgewichts zwischen Göttern und Menschen hindeuteten und eine Reaktion der Staatsreligion erforderten.
Die Werke des Historikers Livius (um 59 v. Chr.–17 n. Chr.) sind voller weiterer Beispiele. So sollen sich im Jahr 340 v. Chr. gleichzeitig eine Sonnenfinsternis und ein Hagelsturm ereignet haben. Als Reaktion darauf, ordnete der Senat umgehend Rituale an, um den Frieden mit den Göttern wiederherzustellen.
Eine weitere Sonnenfinsternis soll Rom am 17. Juli des Jahres 188 v. Chr. für fast zwei Stunden in Dunkelheit gestürzt haben. Laut Livius löste dies solche Besorgnis aus, dass eine dreitägige Reinigung des heiligen Aventinhügels angeordnet wurde.

Sonnenfinsternis aus der Sicht römischer Politiker

Sonnenfinsternisse, die mit Zeiten politischer Krisen zusammenfielen, verstärkten ihren unheilvollen Charakter. Während der Jahre der römischen Expansion nach Mazedonien wurde eine Sonnenfinsternis als Vorbote der Niederlage der Griechen in der Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. gedeutet.
Im Jahr 49 v. Chr. erwähnte Cassius Dio eine totale Sonnenfinsternis als Teil einer Reihe von Omen, die Unglück für Rom vorhersagten. Die Auswirkungen waren so groß, dass einige Magistrate sogar den Antritt ihres Amtes verschoben, da sie den Zeitpunkt für ungünstig hielten. Der Politiker und Philosoph Cicero (106–43 v. Chr.) deutete die partielle Sonnenfinsternis vom 18. Mai 63 v. Chr. als schlechtes Omen für sein Konsulat, das in jenem Jahr beginnen sollte.

Das Relief am Konstantinsbogen in Rom zeigt den römischen Sonnengott Sol mit seinem Himmelswagen.

Sonnenfinsternisse werden sogar in der Bibel beschrieben. So soll eine von ihnen den Himmel nach dem Tod Jesu verdunkelt haben und war der Ausdruck des Wunders, das nach der Kreuzigung auftrat.
In Rom lag das Interesse an Sonnenfinsternissen nicht nur in der Tatsache, dass sie den Himmel für einige Minuten verdunkelten, sondern in der Bedeutung, die dieser Dunkelheit beigemessen wurde. Der Kosmos und die Geschichte waren Teil derselben Ordnung, und jede Störung am Himmel musste richtig gedeutet werden. Man glaubte, dass die Zukunft, Gesundheit und Wohlergehen des Volkes – und vor allem des Staates – in hohem Maße davon abhingen, wie zutreffend diese Deutungen waren.

Zur Zeit der Kreuzigung Jesu soll sich eine Sonnenfinsternis ereignet haben.

Foto: Timacoch/iStock

Die Erfahrung der einfachen Menschen

Die überwiegende Mehrheit der römischen Bevölkerung hatte indes weder Aristoteles gelesen, noch hatte sie Zugang zu den Werken von Seneca oder Plinius dem Älteren. Ihre Erfahrung mit der Sonnenfinsternis war daher eine ganz andere.
Für sie verschwand die Sonne – die Ursache für Licht, den Kalender und den Tagesablauf – einfach unerwartet am helllichten Tag. Es war nur natürlich, diese Dunkelheit als eine furchterregende kosmische Störung zu deuten.
Es gibt Berichte über abergläubische Volksvorstellungen, die Rom von anderen Kulturen übernommen hatte. Dazu gehörte das Lärmmachen durch das Schlagen auf Töpfe und Pfannen, um der Sonne zu helfen, ihr Licht wiederzuerlangen, oder um die Kräfte zu vertreiben, die sie zu bedrohen schienen, indem sie sie vom Himmel verschwinden ließen.
Auf diese Weise glaubten die Menschen, sie trügen dazu bei, ein Phänomen abzuwehren, das die natürliche Ordnung störte und das, wie alle unbekannten Dinge, Angst und Unsicherheit hervorrief.
Das Gemälde „Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis“ von Antoine Caron

Das Gemälde „Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis“ von Antoine Caron (1521–1599).

Angesichts der Sonnenfinsternis am 12. August wird unsere eigene Reaktion nicht von Angst oder Unbehagen geprägt sein. Wenn uns die Verdunklung jedoch dazu veranlasst, zum Himmel aufzublicken, können wir uns daran erinnern, dass dies auch bereits die Römer taten. Dabei stellten sie sich wohl eine Frage, die die Astronomie niemals beantworten konnte: Was wollen uns die Götter damit sagen, dass sie die Sonne so plötzlich verschwinden lassen?
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „Science, religion, and political omens: the meaning of eclipses in ancient Rome“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)The Conversation
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Bei gesellschaftlichen Events: Vom Überleben zum Aufblühen

Abschlussfeiern, Hochzeiten, Straßenfeste, Festivals, Familientreffen. Der Sommer bringt bekanntlich mehr soziale Termine im Kalender mit sich als alle anderen Jahreszeiten. Nicht für jeden ist das angenehm.
Insbesondere Introvertierte und Menschen mit sozialen Ängsten empfinden dahingehend einen intensiven Druck. Ein Ereignis, das ein Extrovertierter als fantastische Party betrachtet, lässt bei einem introvertierten Menschen die Hors d’oeuvres im Magen umdrehen, während er oder sie sich nervös in der Menge umschaut, um ein bekanntes Gesicht zu finden.

Angst vor gesellschaftlichen Anlässen verringern

„Große Menschenmengen sind normalerweise laut, was nicht mein Vibe ist“, erklärt Lori Downs gegenüber Epoch Times. Die Autorin, Ingenieurin und selbsternannte „Introvertierte mit einem Hauch von Angst“ sagt: „Ich mache mir auch Sorgen, dass ich Aufmerksamkeit auf mich ziehe, wenn ich am Ende alleine herumstehe und mit niemandem interagiere. Ich fühle mich genauso, wenn ich mit jemandem gekommen bin oder andere dort kenne.“
Introvertierte kämpfen sich auf Partys aus vielen Gründen ab, unter anderem wegen des Bombardements der vielen gleichzeitig stattfindenden Gespräche und des Drucks, Smalltalk machen zu müssen. Introvertierte fühlen sich auch unwohl bei dem Gedanken, dass (möglicherweise) viele Augen auf sie gerichtet sind, weil sie es nicht mögen, so „aufzutreten“, wie es Extrovertierte tun.
Sie empfinden es als ermüdend und zehrend, ein Lächeln auf dem Gesicht zu behalten, sich wiederholt vorzustellen, sich Sorgen darüber zu machen, wie sie aussehen oder ob sie etwas Falsches gesagt haben. Sie mögen es auch nicht, sich mit Smalltalkthemen zu beschäftigen, die sie nicht besonders interessant finden.
Nicht jeder fühlt sich bei gesellschaftlichen Anlässen wohl in seiner Haut. Doch dieser Zustand lässt sich durchbrechen. Foto: nullplus/iStock

Nicht jeder fühlt sich bei gesellschaftlichen Anlässen wohl in seiner Haut. Doch dieser Zustand lässt sich durchbrechen.

Foto: nullplus/iStock

Diese Angst vor gesellschaftlichen Anlässen lässt sich jedoch verringern. Dazu bedarf es eines klaren Planes, bevor man sich in die soziale Situation begibt. Zunächst sollte man die Angelegenheit in überschaubare soziale Ziele unterteilen und sich mögliche Fragen und Antworten im Voraus überlegen. Dabei sollte man die Erwartungen an sich selbst auf ein realistisches und erreichbares Maß beschränken.
„Ein Großteil davon spielt sich in unseren Köpfen ab“, sagt Downs. „Spiele es, wenn nötig, um in Gang zu kommen. Sei nicht unecht, aber wenn du dich selbst aufpuschst, dich von den anfänglichen Schwierigkeiten des Kennenlernens distanzierst oder deine schauspielerischen Fähigkeiten einsetzt, kannst du leichter in den natürlichen Fluss der Dinge kommen, sobald es läuft.“

Früh ankommen und sich Mikroziele setzen

Viele Experten raten dazu, eine einschüchternde soziale Interaktion in kleinere, besser handhabbare Stücke zu zerlegen. Der Psychologe und klinische Leiter Rod Mitchell gab im Gespräch mit Epoch Times ein paar Tipps für Introvertierte.
Er rät, zu Beginn der Party zu erscheinen, innerhalb der ersten 20 bis 30 Minuten. Zu dieser Zeit bilden sich noch kleine Gruppen von zwei oder drei Personen. Es ist weniger einschüchternd, ein Gespräch mit nur wenigen anderen zu beginnen, anstatt mit einer größeren Gruppe.
Dies ist eine Möglichkeit, es „aufzuteilen“. Mitchell schlägt außerdem vor, dass sich Introvertierte kleine Aufgaben stellen, wie etwa ein Wasserglas nachzufüllen. So haben sie einen vorgefertigten Einstieg und vermeiden unangenehmes Herumstehen.
Frühzeitiges Erscheinen kann gesellschaftliche Veranstaltungen weniger einschüchternd wirken lassen , da Gespräche meist in kleinen Gruppen beginnen, bevor die Gruppe größer wird. Foto: Deagreez/iStock

Frühzeitiges Erscheinen kann gesellschaftliche Veranstaltungen weniger einschüchternd wirken lassen. Gespräche beginnen meist in kleinen Gruppen, noch bevor die Gruppe größer wird.

Foto: Deagreez/iStock

Ein Teil der Partynervosität bei Introvertierten entsteht aus dem Gefühl, in einem Raum voller fremder Leute zu sein. Mit denen müsse man dann auch noch irgendwie interagieren. Wenn man dies jedoch in erreichbarere Ziele unterteilt, kann die Angst reduziert werden. „Lass es langsam angehen“, rät der Psychiater Dr. Vinay Saranga von der Saranga Comprehensive Psychiatry in einem Interview mit Epoch Times.
„Es gibt keinen Grund, zum Mittelpunkt der Party werden zu wollen. Und du musst auch nicht jeden im Raum treffen. Setze dir ein kleines Ziel, ein Gespräch mit zwei oder drei Personen zu beginnen, anstatt mit jedem auf der Party.“
Das Festlegen dieses realistischeren Ziels nimmt viel Druck weg – und das Erreichen eines Ziels kann es erleichtern, mehr zu erreichen.
„Die andere Sache, an die man sich erinnern sollte, ist, dass mit jedem Erfolg deine Angst nachlässt“, sagt Saranga.

Feste folgen in der Regel einem räumlichen Schema

In ähnlicher Weise ermutigt Diane Brandon Moody, eine Datingtrainerin für Frauen über 50, Introvertierte, ihr anfängliches Unbehagen zu überwinden.
„Das Erlernen einer neuen Fähigkeit verursacht ein gewisses Unbehagen, egal ob du lernst, wie man auf andere zugeht, oder ob du versuchst, Surfen oder Schlittschuhlaufen zu lernen“, erläutert Moody.
Auch hier erleichtert das Aufteilen des Prozesses in kleinere Häppchen und das Festlegen von Zwischenzielen den Prozess. Sie empfiehlt, eine Mindestzeit festzulegen, die man auf einer Party bleibt, beispielsweise 1 Stunde. Natürlich, wenn man Spaß hat, kann die Stunde auch verlängert werden. Wenn man sich aber die Erlaubnis gibt, nach 1 Stunde zu gehen, nimmt das den Druck weg.
Schon eine kurze Vorbereitung kann vieles erleichtern. Wer sich vorab Gedanken über mögliche Gespräche und sogar über die räumliche Situation macht, kann seine Anspannung deutlich verringern.
Partys – ob Grillfeste im Sommer oder ein Silvestertanz – folgen im Allgemeinen einem gleichen räumlichen Schema. Vanessa Van Edwards hat ein wissenschaftlich fundiertes System zur Entwicklung von zwischenmenschlichen Fähigkeiten entwickelt. Sie identifizierte drei Zonen bei diesen Arten von Veranstaltungen: die Startzone, die Sozialzone und die Nebenzone.
Die Startzone ist der Bereich am Eingang, in dem Menschen dazu neigen, am nervösesten zu sein, während sie sich auf die Situation einstellen. Die Sozialzone befindet sich in der Nähe von Essen und Trinken, denn dort fühlen sich Menschen tendenziell wohler. Die Nebenzone umfasst alle Bereiche, in denen Gäste ins Abseits geraten und es versäumen, neue Leute kennenzulernen.
Van Edwards empfiehlt einen Platz am Ende der Essensschlange oder an der Bar – dort, wo die anderen hinströmen werden, wenn sie sich einen Martini oder ein Stück Bruschetta geholt haben. Partygänger sind eher entspannt und bereit für ein Gespräch, sobald sie ein Getränk in der Hand haben.
Im Gegensatz dazu sollten Introvertierte vermeiden, die ganze Nacht direkt beim Essen zu bleiben oder in der Nähe des Badezimmers herumzuhängen. Beide sind klassische Nebenzonen. Eine weitere zu vermeidende Nebenzonenfalle – und vielleicht die hinterlistigste von allen – ist es, nur mit Leuten zu sprechen, die man bereits kennt.
Kleinere Gruppen fördern oft längere Gespräche und ermöglichen es den Teilnehmern , Erfahrungen ausführlicher auszutauschen. Foto: monkeybusinessimages/iStock

Kleinere Gruppen fördern oft längere Gespräche und ermöglichen es den Teilnehmern, sich ausführlicher über Erfahrungen auszutauschen.

Foto: monkeybusinessimages/iStock

Es ist wichtig, sich schnell aus der Startzone herauszubewegen. Introvertierte könnten durch im Voraus überlegte Gesprächsstrategien die potenzielle Unbeholfenheit der ersten Sekunden beim Eintreten vermeiden, dann, wenn man von einer (scheinbar) feindseligen Ansammlung von Gesichtern umgeben ist.

Skripte deinen Gesprächseinstieg

Die Vorbereitung einiger Einstiegsvarianten in Gespräche und entsprechende Folgefragen können die Unbeholfenheit am Anfang und die Kluft zu einem substanzielleren Gespräch überbrücken.
Viele Introvertierte mögen keinen Smalltalk, weil sie tiefere Verbindungen suchen und es als erschöpfend empfinden, thematisch ständig an der Oberfläche zu kratzen. Während der Introvertierte eher eine ruhige Ecke und einen einzelnen Gesprächspartner sucht, mit dem er sich intensiver über Werte, Philosophie oder persönliche Geschichten austauschen kann, entstehen auf vielen Partys vor allem größere Gesprächsgruppen, die über oberflächlichere Themen reden.
Der klinische Psychologe Matthew „Dr. Matt“ Zakreski von The Neurodiversity Collective hat ein Mittel gegen diese Art von Frustration. Er schlägt vor, sich daran zu erinnern, dass Smalltalk nur ein Schritt zum größeren Ziel ist, nämlich tiefere Freundschaften und Nähe aufzubauen.
„Für einen introvertierten Menschen gehört es zum Umgang mit sozialen Kontakten im Sommer, zu verstehen, dass Smalltalk ein Mittel zum Zweck für tiefere soziale Verbindung ist. Wir versuchen, dabei eine Regel zu befolgen: die des kleinsten gemeinsamen Nenners“, sagt Zakreski.
Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, über Smalltalk hinauszugehen und in anregendere Gesprächsbereiche einzutauchen.
„Wenn du den Smalltalk hinter dir lassen und zu den tiefgehenderen Themen kommen willst, empfehle ich, dem Gesprächspartner eine etwas größere Frage zu stellen“, rät der Psychologe Rod Mitchell. „Man kann die Frage auch selbst beantworten. ‚Was hat dich in letzter Zeit am meisten beschäftigt?‘ ist eine gute Frage, die man ausprobieren kann. Eine solche tiefgründige Frage lädt zu einer echten Antwort ein.“
Andere gewichtige Fragen, die man stellen kann, sind: „Was war das Highlight deines Tages?“ und „An welchem persönlichen Projekt arbeitest du?“ Weitere Beispiele von Fragen, mit deren Hilfe man tiefgründigere Gespräche anregen kann, findest du hier.

Stell dich deiner sozialen Paranoia

Manchmal aber brauchen Introvertierte einfach einen Realitätscheck, um sich zu beruhigen.
Da sie dazu neigen, in sich zu gehen, verschwenden Introvertierte viel Energie damit, sich Gedanken darüber zu machen, was andere von ihnen denken könnten und ob sie einen guten Eindruck hinterlassen oder nicht. Die Wahrheit ist laut Psychiater Saranga, dass der Introvertierte wahrscheinlich mehr über sich selbst nachdenkt als jeder andere.
„Eine der größten Sorgen von Introvertierten auf Partys oder in großen Gruppen ist, dass sie denken, dass die Leute jede ihrer Bewegungen und Worte beurteilen würden“, erklärt er.
„Erinnere dich daran, dass das einfach nicht stimmt.“
Saranga ergänzt zudem, dass er Introvertierte dazu auffordere, von sich selbst keine perfekte soziale Kompetenz zu erwarten.
„Sei realistisch mit dir selbst. Was ist schon dabei, wenn du über deine Worte stolperst? Was ist schon dabei, wenn dich jemand nicht mag? Lass den Druck los und erkenne, dass es in Ordnung ist, nicht immer perfekt zu sein. Und du musst auch nicht immer jeden beeindrucken, den du triffst“, sagt er.
Soziales Selbstvertrauen entwickelt sich durch wiederholtes Üben; man muss nicht warten, bis man sich vollkommen wohlfühlt. Foto: nicoletaionescu/iStock

Soziales Selbstvertrauen entwickelt sich durch wiederholtes Üben. Man muss nicht warten, bis man sich vollkommen wohlfühlt.

Foto: nicoletaionescu/iStock

Soziale Unvollkommenheit zu akzeptieren, kann tatsächlich zum Vorteil des Introvertierten werden – eine Art sozialer Judotrick: Der Introvertierte kann sich durch soziale Fehltritte daran erinnern lassen, er selbst zu sein, was letztendlich der reibungsloseste Weg zu sozialem Selbstvertrauen und Verbundenheit ist. Es geht natürlich nicht darum, soziale Signale zu ignorieren, Manieren aufzugeben oder ungesittete Gewohnheiten auszuleben. Vielmehr geht es um Authentizität.
„Echte Beziehungen entstehen daraus, dass man der ist, der man ist“, sagt Saranga.
Also ist manchmal der effektivste Weg, soziale Angst zu bekämpfen, sie anzuerkennen. Rod Mitchell bringt ein konkretes Beispiel: „Einer meiner Klienten erzählt mir gern, dass er sich auf Partys unwohl fühlt. Solche kleinen, aber verletzlichen Offenbarungen helfen anderen, sich wohler zu fühlen und selbst offener ihre Verletzlichkeit zu zeigen“, sagt er.

Nutze deine natürlichen Stärken

Ein Teil des Drucks für Introvertierte, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, stammt aus den kulturellen Verschiebungen der letzten Jahrhunderte, die extrovertierte Geselligkeit höher bewerten als ruhige Reflexion. Extrovertiertheit wird heute gesellschaftlich erwartet. Und das kann Introvertierte verängstigen.
Das Erreichen dieser Art von Verletzlichkeit erfordert ein gewisses Maß an Selbstakzeptanz, was wiederum ein gewisses Maß an Selbstverständnis voraussetzt. Sowohl Introvertierte als auch Extrovertierte können von einem besseren Verständnis dieser beiden Persönlichkeitsarchetypen in sozialen Situationen profitieren.
C. G. Jung führte 1921 die Begriffe „Introvertierter“ und „Extrovertierter“ ein. Er beobachtete, dass Introvertierte von einer inneren Welt des Denkens, der Reflexion und der Emotion angezogen werden, während Extrovertierte nach externer Stimulation dürsten. Heute wird dies oft damit beschrieben, wie man sich „auflädt“. Introvertierte „laden ihre Batterien“ in der Abgeschiedenheit auf, während Extrovertierte Energie aus dem Umgang mit Menschen und Gruppen schöpfen.
Extrovertiertheit hat in den letzten Jahrzehnten mehr Anerkennung gefunden – schließlich ziehen Extrovertierte fast per Definition mehr Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings gibt es in letzter Zeit auch Kritik an dieser Betonung des Nach-außen-gerichtet-Seins.
Die gesellschaftliche Bewunderung für Extrovertiertheit mag mit einem kulturellen Wandel um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zusammenhängen.
Der Kulturhistoriker Warren Susman argumentierte, dass ein Übergang von einer „Kultur des Charakters“ zu einer „Kultur der Persönlichkeit“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts stattfand – parallel zum Wandel von der Agrar- zur Industrie- und Städtegesellschaft.
Vor einem Jahrhundert, als die Menschen von beschaulichen Bauernhöfen in überfüllte Städte zogen, verschoben sich auch die Qualitäten, die die Gesellschaft schätzte. Anstatt Menschen dafür zu loben, ruhig, ernst und fleißig zu sein (Charakter), belohnte die Kultur diejenigen, die laut, charmant und geschickt im Selbstmarketing waren (Persönlichkeit). Deshalb wirkt die moderne Gesellschaft oft wie geschaffen für Extrovertierte.
Natürlich haben beide Temperamentsarchetypen ihren Wert und ihre Bedeutung, ebenso wie ihre Fehler und Schwächen. Introvertierte können ein größeres Selbstvertrauen aufbauen, indem sie verstehen, wie sie ticken, und dies akzeptieren, während sie gleichzeitig daran arbeiten, ihre Schwächen wie etwa eine übermäßige Schüchternheit zu überwinden.
Laut Saranga lohnt sich die Mühe durchaus.
„Wenn sich Introvertierte wirklich bemühen, ihre natürliche Schüchternheit zu überwinden, warten oft viele wunderbare Dinge auf der anderen Seite, wie Freundschaften, Romantik, berufliche Möglichkeiten und – vielleicht am wichtigsten – gesteigertes Selbstvertrauen“, führt er aus.
Introvertiertheit muss nicht bedeuten, ungesellig und schüchtern zu sein. Ängste zu überwinden und echte menschliche Beziehungen aufzubauen – etwas, das Introvertierte in der Regel sehr schätzen –, ist durchaus möglich.
Indem man den Prozess in überschaubare Schritte unterteilt, im Voraus ein paar einfache Pläne schmiedet und realistische Erwartungen formuliert, kann man die Freude an den diesjährigen Sommerpartys und Geselligkeiten rundum genießen.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „An Introvert’s Guide to Surviving and Thriving at Social Gatherings“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Sind unser Obst und Gemüse noch gesund?

Immer wieder sorgen Rückrufe von Lebensmitteln für öffentliche Aufmerksamkeit. Zu den jüngsten Fällen zählt unter anderem der Rückruf einer tiefgefrorenen Biobeerenmischung, die über Aldi, Lidl und Netto vertrieben wurde, nachdem Noroviren nachgewiesen wurden.
Eine Untersuchung der Verbraucherorganisation foodwatch, die im April veröffentlicht wurde, zeigte zudem: Von 64 in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Österreich untersuchten Produkten enthielten 45 Proben – rund 67 Prozent – Rückstände von Pestiziden, die in Europa nicht zugelassen sind. (Das heißt nicht unbedingt, dass die EU-Grenzwerte überschritten wurden. Foodwatch und andere Verbraucherorganisationen fordern, dass die Schwellenwerte für nicht zugelassene Pestizide auf null gesetzt werden.)
Solche Fälle werfen die Frage auf, wie sich die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln in Deutschland langfristig entwickelt haben. Sind unser Obst und Gemüse heute tatsächlich häufiger von Qualitätsproblemen betroffen als früher? Oder haben sich ihre Qualität und die Lebensmittelsicherheit in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt sogar verbessert?

„Die gute alte Zeit“ – war sie auch gut für die Lebensmittelproduktion?

Die moderne Landwirtschaft entstand im Zuge der Industrialisierung ab etwa 1850, gewann in Deutschland aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung – durch Mechanisierung, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie moderne Züchtungsmethoden.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Pflanzenschutzmaßnahmen, etwa auf Basis von Kupferpräparaten oder anderen damals bekannten Mitteln gegen Krankheiten und Schädlinge. Die Landwirtschaft war also auch damals nicht frei von chemischen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung, wie wir es heute im Bioanbau verstehen.

Die Grüne Revolution

Nach 1950 begann die Grüne Revolution, die durch eine starke Intensivierung der Landwirtschaft zwischen etwa 1965 und 1980 mit Hochleistungssorten, Mineraldünger, Pflanzenschutz und Bewässerung geprägt war. Diese Entwicklung erhöhte die Nahrungsmittelproduktion weltweit erheblich und prägt die moderne Landwirtschaft bis heute.
Vor der Grünen Revolution besaßen viele Kulturpflanzen vermutlich eine etwas höhere Nährstoffdichte als heutige Hochleistungssorten. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen für einige Obst- und Gemüsesorten Rückgänge bei Mineralstoffen und Vitaminen im Verlauf des 20. Jahrhunderts.
Als Ursache gilt unter anderem der sogenannte Verdünnungseffekt, bei dem höhere Erträge zu geringeren Nährstoffkonzentrationen führen können. Gleichzeitig verbesserte die Grüne Revolution die weltweite Ernährungssicherheit erheblich, da die Erträge von Grundnahrungsmitteln stark anstiegen und Millionen Menschen vor Hunger bewahrt wurden.
Die Grüne Revolution führte zugleich zu einem deutlich höheren Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel als in der traditionellen Landwirtschaft zuvor. Die neuen Hochertragssorten waren häufig auf den Schutz durch Pflanzenschutzmittel angewiesen, um ihre Leistungsfähigkeit auszuschöpfen.
So stiegen zwar Erträge und Ernährungssicherheit vieler Länder erheblich, gleichzeitig entstanden jedoch neue Umwelt- und Gesundheitsdebatten über den Pestizideinsatz. Einige damals verwendete Wirkstoffe wie das Insektizid DDT gelten heute als umwelt- oder gesundheitsschädlich und wurden inzwischen verboten oder stark eingeschränkt.

Die Wurzeln des Ökolandbaus

Wer annimmt, die ökologische Landwirtschaft sei erst als Reaktion auf die Probleme der Grünen Revolution entstanden, irrt sich. Sie entstand in Deutschland bereits in den 1920er-Jahren als Reaktion auf die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft.
Als Geburtsstunde des modernen Biolandbaus gilt der „Landwirtschaftliche Kurs“ von Rudolf Steiner, eine Reihe von Vorträgen über die biologisch-dynamische Landwirtschaft im Jahr 1924. Die Biobewegung wollte Bodenfruchtbarkeit, Tiergesundheit und Lebensmittelqualität erhalten und setzte deshalb auf natürliche Kreisläufe statt auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel.
Größere wirtschaftliche Bedeutung erlangte der ökologische Landbau in Deutschland ab den 1970er-Jahren mit der Gründung von Anbauverbänden wie Bioland. 1991 schuf die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 den ersten gemeinschaftsweiten Rechtsrahmen für den ökologischen Landbau.

Sind Biolebensmittel gesünder?

Untersuchungen zeigen, dass Biolebensmittel bei bestimmten Inhaltsstoffen wie Antioxidantien und Polyphenolen sowie teilweise bei Vitamin C, Eisen und Magnesium höhere Konzentrationen aufweisen können. Die Unterschiede lassen sich jedoch nicht bei allen Lebensmitteln und Nährstoffen nachweisen.
Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass Bioprodukte tendenziell eine etwas höhere Nährstoffdichte bestimmter Inhaltsstoffe besitzen können, ohne dass grundsätzlich alle Biolebensmittel deutlich nährstoffreicher sind als konventionell erzeugte.
Ein möglicher Grund liegt im langsameren Wachstum der Pflanzen, da im Bioanbau ohne Kunstdünger gearbeitet wird – das wirkt dem Verdünnungseffekt in der Nährstoffdichte entgegen.

Haben die Rückstände in Obst und Gemüse abgenommen?

In der EU gelten heute deutlich strengere Zulassungs- und Kontrollverfahren als noch vor 20 bis 30 Jahren. Viele ältere, als besonders problematisch geltende Wirkstoffe wurden verboten oder stark eingeschränkt.
Aktuelle Daten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für das Berichtsjahr 2024 zeigen:
  • Es wurden mehr als 9.000 Lebensmittelproben analysiert.
  • Rund 99 Prozent der Proben lagen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
  • Das gesundheitliche Risiko durch Pestizidrückstände wird von der EFSA als niedrig eingestuft.
Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Rückstände vorhanden sind. Rund 55 Prozent der Obst- und Gemüsesorten enthielten messbare Rückstände; diese lagen jedoch meist unter den gesetzlichen Höchstwerten.
Zudem können sich Stoffe, die für sich innerhalb der zulässigen Grenzwerte liegen, aufgrund von Wechselwirkungen untereinander gegenseitig verstärken.

Nicht nur die Anbaumethode

Viele Ernährungswissenschaftler sehen heute nicht die Anbaumethode allein als entscheidend an, sondern:
  • Bodengesundheit
  • Sortenauswahl
  • Reifegrad bei der Ernte
  • Lagerdauer
  • Frische des Produkts
Eine frisch geerntete Karotte vom regionalen Bauern kann deshalb nährstoffreicher sein als eine Biokarotte, die mehrere Wochen gelagert wurde oder einen langen Transport hinter sich hat. Umgekehrt kann ein Bioprodukt geringere Pestizidrückstände und mehr sekundäre Pflanzenstoffe enthalten als ein Produkt, das nicht biologisch angebaut wurde.
Obst und Gemüse sind heute im Hinblick auf Schadstoffe, Hygiene und Lebensmittelsicherheit besser kontrolliert als jemals zuvor. Die Belastung durch problematische Pflanzenschutzmittel konnte durch strengere gesetzliche Vorgaben und umfangreiche Kontrollen reduziert werden.
Gleichzeitig weisen einige moderne Kulturpflanzen bei bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen teilweise geringere Konzentrationen auf als ältere Sorten. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass Obst und Gemüse heute grundsätzlich gesünder oder ungesünder sind. Die Lebensmittel sind heute sicherer, während die Nährstoffdichte einzelner Pflanzenarten teilweise zurückgegangen sein kann.
Als Fazit, kann man sagen: Durch die Technologisierung in der Landwirtschaft, den An- und Ausbau der Biolandwirtschaft sowie die ungeheure Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten und die starke Lebensmittelkontrollen hat der Verbraucher eine größere Auswahl an gesunden und sicheren Lebensmitteln, als er sie jemals zuvor hatte.
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Raiffeisen-Millionenskandal: Ex-Chef Vincenz erneut vor Gericht


In Kürze:

  • Pierin Vincenz und Beat Stocker wurden 2022 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
  • Im Zentrum stehen private Beteiligungen an Firmen, die später von Raiffeisen übernommen wurden.
  • Das Obergericht Zürich prüft nun die Vorwürfe und die verhängten Freiheitsstrafen.

 
Pierin Vincenz präsentierte sich als oberster Geschäftsführer der Schweizer Raiffeisen Genossenschaftsbank gerne als bodenständiges Gegenbeispiel zu Konkurrenten wie UBS oder Credit Suisse, die im Investmentbank-Bereich teilweise hoch risikoreiche Geschäfte abwickelt haben. Er galt laut dem Schweizer Fernsehen SRF als „erfolgreich und beliebt“.

Ermittlungen gegen Vincenz

Doch 2017 leitete die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) ein Verfahren gegen die Raiffeisen-Gruppe und Pierin Vincenz ein. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Corporate Governance und nicht deklarierte Interessenkonflikte während seiner Amtszeit.
Aufgetauchte Chat-Nachrichten und Notizbuch-Einträge dokumentierten unter anderem verdeckte Beteiligungen und umstrittene Spesenabrechnungen. Dazu gehörten teure Restaurantbesuche, Reisen mit teilweise genutztem Privatjet sowie Ausgaben für Besuche im Rotlichtmilieu.
Bei der Verurteilung von Vincenz im Jahr 2022 wegen Betrugs, Untreue und passiver Bestechung ging es unter anderem um private Beteiligungen, die er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Beat Stocker an Unternehmen hielt, die später unter anderem von Raiffeisen übernommen wurden. Dabei sollen beide Millionen verdient haben, ohne die entsprechenden Interessenkonflikte offenzulegen.

Streit um Schaden für Raiffeisen

Der ehemalige Raiffeisen-Chef, der bereits 2015 von seinem Posten zurückgetreten war, wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Beat Stocker erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Beide legten Berufung ein.
Die Verteidigung argumentiert, die Firmenkäufe seien für Raiffeisen strategisch sinnvoll und wirtschaftlich vorteilhaft gewesen. Zudem seien die Übernahmen von den zuständigen Kontrollgremien der Bank bewilligt worden und zu Marktpreisen erfolgt.
Die Staatsanwaltschaft sieht dagegen einen finanziellen Schaden beziehungsweise einen entgangenen Gewinn für die Bank.
Das Obergericht des Kantons Zürich prüft nun, ob die Vorwürfe und die verhängten Freiheitsstrafen in dieser Form Bestand haben. (os)
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Frühstartrente: Kapitalbildung für das Alter von Kindheit an

Mit der Frühstartrente will die Bundesregierung Kinder bereits ab dem sechsten Lebensjahr an die kapitalgedeckte Altersvorsorge heranführen. Sie soll als Teil der privaten Altersvorsorge das Rentensystem stärken helfen. Eckpunkte hatte das Bundeskabinett bereits Ende des vergangenen Jahres beschlossen. An diesem Mittwoch will das Kabinett den Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) billigen. Was nach den bisher veröffentlichten Plänen vorgesehen ist:

Wie funktioniert die Frühstartrente?

Der Staat zahlt bis zum 18. Geburtstag eines Kindes monatlich zehn Euro in ein zertifiziertes Vorsorgeprodukt ein. Dieser Betrag kann beispielsweise von Eltern oder Großeltern durch freiwillige Einzahlungen von bis zu 6840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln ergänzt werden. Das Depot können die Eltern bei einem privaten Anbieter ihrer Wahl eröffnen.

Gibt es dafür Vorgaben?

Das Finanzministerium schreibt für die Verträge einen Deckel bei den tatsächlichen Kosten von einem Prozent vor. Zudem dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten entstehen, bis das Kind 18 Jahre alt wird. Die staatliche Förderung soll automatisch über den Anbieter des Vorsorgedepots beantragt werden. Berechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen, die ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben.

Ab wann gibt es die Frühstartrente?

Die Frühstartrente soll mit dem Geburtsjahrgang 2020 beginnen, rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu. Für frühere Geburtsjahrgänge der unter 18-Jährigen können ebenfalls Verträge geschlossen werden, jedoch ohne staatliche Zuwendungen. Ab der Volljährigkeit kann das Altersvorsorgedepot eigenständig weiter bespart werden. Auch ein Wechsel zu einem anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag ist möglich.

Was passiert, wenn Eltern nichts unternehmen?

Eröffnen Eltern kein eigenes Vorsorgedepot für ihr Kind, soll die Förderung nicht verfallen. Stattdessen fließt das Geld in ein neu geschaffenes Sondervermögen des Bundes, das von der Bundesbank verwaltet und breit gestreut am Kapitalmarkt investiert werden soll. Bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Betroffene das angesparte Vermögen in einen eigenen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen.

Gibt es steuerliche Vorteile?

Während der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei, die staatlichen Einzahlungen unterliegen nicht der Einkommensteuer. Für etwaige Aufstockbeträge der Eltern sind allerdings keine Steuervorteile vorgesehen. Ausgezahlt werden soll das geförderte Kapital grundsätzlich aber nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahrs.

Kombination mit Kapitalrente

Die von der Regierung eingesetzte Kommission für die Rentenreform hat empfohlen, die Ausgestaltung der Frühstartrente mit der von ihr generell vorgeschlagenen gesetzlichen Kapitalrente zu verzahnen. Dies solle Synergien und besonders lange Ansparzeiten ermöglichen und Doppelstrukturen vermeiden.

Lohnt sich die Frühstartrente?

Aus den staatlichen Zahlungen bis zum 18. Lebensjahr ergibt sich eine Einzahlsumme von 1440 Euro. Nach Berechnungen des Ratgebers „Finanztip“ würde dies bei einer durchschnittlichen Verzinsung abzüglich der Kosten in dem Zeitraum auf 2200 Euro anwachsen. Würde dieses Geld in ein Altersvorsorgedepot übertragen und weiter verzinst, stünde demnach beim Renteneintritt ein Vermögen von schätzungsweise 25.000 Euro zur Verfügung. (afp/red)
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Jedes dritte Einfamilienhaus in Metropolen kostet über eine Million Euro

Mehr als jedes dritte angebotene Einfamilienhaus in einer der acht größten deutschen Städte kostet einer Auswertung des Immobilienportals ImmoScout24 zufolge mehr als eine Million Euro. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach diesen Immobilien geringer als das Angebot, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Im ländlichen Raum zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Dort gibt es vor allem in der niedrigsten Preisklasse ein großes Angebot, während die Nachfrage vergleichsweise gering ist.

Besonders gefragt: Häuser zwischen 500.000 und 750.000 Euro

In den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig entfallen 34 Prozent aller Inserate für Einfamilienhäuser auf die höchste Preisklasse von mehr als einer Million Euro. Auf diese Objekte beziehen sich jedoch nur 24 Prozent der Kontaktanfragen über das Portal.
Am stärksten gefragt sind Einfamilienhäuser zwischen 500.000 und 750.000 Euro. Auf diese Preisklasse entfallen 30 Prozent der Anfragen. Ihr Anteil am Angebot liegt mit 27 Prozent etwas darunter.

Im Umland der Metropolen übersteigt die Nachfrage nach Häusern zwischen 250.000 und 500.000 Euro das Angebot deutlich. (Archivbild)

Foto: Thomas Starke/Getty Images

Auf dem Land sind Häuser bis 500.000 Euro besonders gefragt

Im ländlichen Raum konzentriert sich die Nachfrage vor allem auf Einfamilienhäuser zwischen 250.000 und 500.000 Euro. 49 Prozent aller Kontaktanfragen betreffen Immobilien in dieser Preisklasse. Gleichzeitig machen sie 44 Prozent der Inserate aus.
Anders sieht es bei den günstigsten Häusern aus: 31 Prozent der angebotenen Einfamilienhäuser kosten weniger als 250.000 Euro. Auf diese Objekte entfallen jedoch nur 26 Prozent der Kontaktanfragen.

Auch im Umland klaffen Angebot und Nachfrage auseinander

Auch im Umland der Metropolen und in kreisfreien Städten gibt es laut ImmoScout24 teils deutliche Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage. Besonders ausgeprägt sind diese in der Preisklasse zwischen 250.000 und 500.000 Euro.
Im Umland der Metropolen entfällt knapp die Hälfte aller Anfragen auf Häuser in diesem Preisbereich. Ihr Anteil am Angebot liegt dagegen bei lediglich 39 Prozent. In kreisfreien Städten zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings fällt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage dort geringer aus.

Günstige Häuser auf dem Land oft mit Sanierungsbedarf

„Einfamilienhäuser sind in den Metropolen knapp und entsprechend meist hochpreisig“, erklärte ImmoScout24-Chefin Gesa Crockford. Auf dem Land gebe es zwar deutlich mehr günstige Angebote. Diese seien jedoch häufig älter, sanierungsbedürftig oder lägen in Regionen mit geringerer Nachfrage.
Daher entfalle auch im ländlichen Raum ein großer Teil der Nachfrage auf höherpreisige Immobilien.  (afp/red)
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„Vermummt, mit brennenden Fackeln“

Das Café Stay im Leipziger Stadtteil Reudnitz hat Ende Juni nach drei Jahren seinen Betrieb eingestellt. Geleitet wurde es von der christlichen Freikirche Zeal Church.
Nach ihren eigenen Worten will die Zeal Church „Menschen für Gott begeistern und zurüsten, ihm von ganzem Herzen nachzufolgen und dadurch zu der Person zu werden, zu der Gott sie geschaffen hat“. Eine Freikirche ist eine Kirchengemeinde, die von Mitgliedsbeiträgen und Spenden lebt und weder der katholischen noch der evangelischen Landeskirche angehört.
Nach 26 Anschlägen, darunter mit Buttersäure, Farbbeuteln, Fäkalien und Hammerschlägen, gab die Gemeinde „aus Sicherheits- und finanziellen Gründen“ das Café nun auf. Doch das reichte den Tätern nicht. Im Juli kam es zu einem erneuten Anschlag.

„An alle, die zusehen“

Darauf antwortete die Zeal Church mit einer Stellungnahme auf ihrer Website, in der es heißt: „Wir bleiben. Auch ohne Café, auch ohne Angst vor euch.“
Adressiert an die Täter heißt es dort weiter: „Wir haben euer Foto gesehen. Vermummt, mit brennenden Fackeln, mit Transparenten vor der Fassade eines Ortes, den ihr über drei Jahre zerstört habt. Wir haben gelesen, wie ihr die Schließung als Sieg feiert und ankündigt, weiter ‚wachsam‘ zu bleiben.“
Auf der von Linksextremisten genutzten internationalen Plattform „Indymedia“ beschreibt ein anonymer Autor die Zeal Church als „fundamentalistisch“ und wirft ihr vor, „menschenfeindlichen Ideologien in Leipzig zu verbreiten“ und „queerfeindlich“ zu sein.
Zur Schließung des Kirchencafés nach Angriffen von „autonomen Aktivist*innen“ heißt es in dem mutmaßlichen Bekennerschreiben: „Wir werten das als klaren Gewinn für die autonomen Queers und Allies in Leipzig und freuen uns über die Schließung.“ Die Täter bekennen zudem, dass sie „weiterhin widerständig leben“ und sich „Raum nehmen“ wollen.
Das leitende Pastorenehepaar der Zeal Church gibt sich überzeugt: Die Täter würden sich auf ihrer Webseite nur deshalb zeigen, weil sie wüssten, dass ihnen nichts passiert. Nach jedem Aufräumen und nach jeder Anzeige habe die Gemeinde „jedes Mal dasselbe Ergebnis bekommen: nichts“, heißt es in der Stellungnahme weiter.
Die „Ostdeutsche Allgemeine“ war eine der wenigen überregionalen Zeitungen, die über diese Angriffe berichtete, und schrieb: „Die Täter stammen offenkundig aus einem Milieu, das für sich stets Toleranz einfordert, aber Andersdenkende mit aller Härte verfolgt, schikaniert und terrorisiert.“

Stadt Leipzig sieht keinen Angriff auf Religionsfreiheit

Nach dem 24. Anschlag auf das christliche Café veröffentlichte die Stadt Leipzig im Januar dieses Jahres in ihrem Ratsinformationssystem eine Stellungnahme in Form einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage zu den linksextremistischen Angriffen.
Dort betont die Stadt mehrfach, dass die Attacken auf das christliche Café „nicht die Religionsfreiheit“ angreifen würden. „Angegriffen wurde ein kommerziell betriebenes Café, welches zur Finanzierung einer Religionsgemeinschaft dient.“
An anderer Stelle verweist das Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und Sport darauf, dass „der thematisierte Angriff […] die im Bekennerschreiben angegriffene Haltung u. a. zu Homosexualität mit einer Haltung“ übereinstimme, „welche auch in anderen Religionsgemeinschaften gelebt“ würde. Und die Stadt räumt ein: „Diese sind in der Tat ebenfalls Ziel unterschiedlichster Angriffe.“
Die Stadt Leipzig kommt in ihrer Erklärung zu dem Schluss: „Im Rahmen von städtischen Förderrichtlinien und der Partnerschaft für Demokratie ‚Leipzig: Ort der Vielfalt‘ werden [bereits] Maßnahmen“ gegen Hass und „jegliche Form von Diskriminierung“ umgesetzt.

Kirchenbrand, zerstörte Orgel, Stahlkugeln während Gottesdienst

Zur ähnlichen Zeit wie die Schließung des Zeal-Church-Cafés in Leipzig kam es im Siegerland im Südosten von Nordrhein-Westfalen zu einem Brandanschlag auf die katholische St.-Marien-Kirche in Freudenberg. Wie die „Siegener Zeitung“ am 29. Juni berichtete, brannte im Eingangsbereich eine Holzbank. Außerdem seien rohe Eier und Mehl sowie Informationsflyer der Kirche auf dem Boden verstreut worden.
Ebenfalls Ende Juni berichtete die „Nordwest-Zeitung“ in Oldenburg von Vandalismus in der katholischen St.-Marien-Kirche von Friesoythe im Landkreis Cloppenburg. Dort wurden Kunstgegenstände und die Orgel verwüstet. In Verdacht steht ein 25-jähriger Mann, der über ein Baugerüst und eine eingeschlagene Scheibe in das Kirchengebäude eingedrungen sein soll.
Der Täter wurde vor Ort festgenommen und laut NWZ in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die historische Sauer-Orgel ist unbespielbar; eine Reparatur würde Hunderttausende Euro kosten. Die Kirche musste zeitweilig schließen.
Mitte Mai wurde laut „hessenschau“ während eines sonntäglichen Gottesdienstes von Unbekannten in Hanau mit Stahl- und Plastikkugeln auf Kirchenfenster der katholischen Heilig-Geist-Kirche geschossen. Ein Gottesdienstteilnehmer wurde leicht verletzt.

„Sämtliche Tabus gefallen“

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat im August 2025 festgestellt, dass die „Qualität der Kirchenvandalismen“ zugenommen habe, wie die „Rheinische Post“ berichtete.
In Altarräumen würde Brandstiftung verübt, würden Exkremente in Beichtstühlen hinterlassen oder Christusfiguren enthauptet. Ein Sprecher der Konferenz sah in den vergangenen Jahren eine „verschärfte Dimension“, bei der „sämtliche Tabus gefallen“ seien.
Nach Angaben der Bischofskonferenz gebe es ein „Dunkelfeld polizeistatistisch nicht erfasster Kirchenvandalismen“, da viele Fälle in den Statistiken lediglich als Sachbeschädigung aufgeführt würden.

Was die Polizeigewerkschaft sagt

„Eine merkliche zahlenmäßige Zunahme von Fällen des Kirchenvandalismus“ sei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) „nicht bekannt“, sagt Tanja Richter, GdP-Geschäftsführerin, gegenüber Epoch Times. „Allerdings ist eine gestiegene Intensität der Vorfälle festzustellen.“
Zu den Motiven der Tatbeteiligten lägen keine statistisch belastbaren Erhebungen vor. Die Fälle von Kirchenvandalismus fügten sich jedoch ihrer Erkenntnis nach „in die allgemeine Tendenz einer Zunahme von Vandalismus- und Sachbeschädigungsdelikten im öffentlichen Raum ein“.
Hierzu nannte die GdP-Vertreterin etwa die Störung der Totenruhe sowie Vandalismus und Diebstähle auf Friedhöfen sowie im öffentlichen Nahverkehr und an Schulen.
Nach Einschätzung der Gewerkschaftsvertreterin sei „davon auszugehen, dass bei Fällen von Kirchenvandalismus weniger (anti-)religiöse Motive als vielmehr Frustration, eine allgemeine Zerstörungswut oder eine geringe Hemmschwelle gegenüber Sachbeschädigungen eine Rolle spielen“.
Kirchen stellten aufgrund ihrer „prägenden und weithin sichtbaren Stellung innerhalb einer Gemeinde“ ein auffälliges und damit „potenziell lohnendes Ziel“ dar. Richter bemerkte, dass Kirchengebäude „vielfach weniger umfassend gegen Vandalismus geschützt“ seien als „andere prominente Einrichtungen“; es fehle etwa an Alarmanlagen oder Videoüberwachung.

Kein Meldeportal für Christenfeindlichkeit

Im Dezember 2024 stellten mehrere AfD-Bundestagsabgeordnete eine Kleine Anfrage zu dem Thema an die damalige Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD). In der Anfrage wurde darauf hingewiesen, dass es seit Juli 2023 ein bundesweites, von der EU gefördertes Online-Meldeportal für Muslimfeindlichkeit gebe. „Ein solches Meldeportal gibt es für Christenfeindlichkeit jedoch nicht“, so die AfD.
So habe sich die Zahl der Angriffe auf christliche Kirchen „innerhalb eines Jahres von 135 Fällen im Jahr 2022 auf 277 Fälle im Jahr 2023 verdoppelt“, schrieb die Fraktion.
In ihrer Antwort bestätigte die Scholz-Regierung im Januar 2025, dass nur politisch motivierte Straftaten durch die zuständigen Landeskriminalämter an das Bundeskriminalamt (BKA) übermittelt und in einer zentralen Datei erfasst würden. Delikte ohne erkennbare politische Motivation seien „nicht Bestandteil dieser Statistik“.
Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, wurden im Jahr 2024 bis zum 10. Dezember im Bereich „Christenfeindlich“ insgesamt 228 Straftaten registriert, darunter ein Tötungsdelikt, 14 Körperverletzungen und 52 Sachbeschädigungen. Zudem würden erst seit dem Jahr 2019 für „politisch motivierte Straftaten“ die Unterbegriffe „Christenfeindlich“ (gegen Christen und ihre Einrichtungen gerichtete Delikte) sowie explizit „Kirche“ erfasst.
Was das fehlende Meldeportal für christenfeindliche Angriffe angeht, erklärte die damalige Scholz-Regierung: „Aus Sicht der Bundesregierung lässt sich keine erhöhte Gefährdung für Christen oder christliche Einrichtungen in Deutschland ableiten.“ Daher sei die Notwendigkeit eines solchen Meldeportals „bislang […] noch nicht gesehen“ worden.

Organisation: Christenfeindlichkeit unterschätzt

Anders sieht dies die Wiener Dokumentationsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christinnen und Christen in Europa (OIDAC Europe). In ihrem Jahresbericht 2025 hat sie für das Jahr 2024 2.211 antichristliche Straftaten aufgelistet und dokumentiert.
Die OIDAC-Leiterin Anja Tang gibt sich davon überzeugt, dass die Christenfeindlichkeit in Deutschland unterschätzt werde. Gegenüber Epoch Times erklärt sie, wie sie überprüfbare Nachrichten von antichristlichen Vorfällen erreicht. OIDAC werte täglich Medien in allen europäischen Sprachen aus. Hinzu kämen Meldungen lokaler Partnerorganisationen und Kirchengemeinden sowie Hinweise von Betroffenen oder Zeugen.
„Unsere Statistik basiert auf drei Datenquellen“, erklärt Tang. Dazu zählen: Fälle, die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) registriert werden, offizielle Polizeistatistiken jener europäischen Staaten, die christenfeindliche Hasskriminalität gesondert erfassen, sowie Fälle, „die wir selbst nach den Kriterien der OSZE dokumentieren“. Um Doppelzählungen zu vermeiden, würde sie für jedes Land nur „jeweils den belastbarsten verfügbaren Datensatz“ verwenden.

Gläubige während eines Rosenkranzgebets. (Archivfoto)

Foto: Kerstin Joensson/AFP via Getty Images

Ländervergleiche problematisch

„Frankreich weist seit vielen Jahren die höchste Zahl registrierter christenfeindlicher Straftaten in Europa auf“, erklärt Tang zur Lage in Europa. Sie beobachte dort „sowohl ausgeprägte antikirchliche und antiklerikale Einstellungen als auch islamistisch motivierte Gewalt gegen Christen“. Ein anderer Grund für die hohen Fallzahlen bestehe jedoch auch darin, dass Frankreich „über eine umfassende Polizeistatistik zu christenfeindlichen Hassverbrechen“ verfüge.
Vergleiche man jedoch die von ihrer Organisation erfassten Fälle, „liegt Deutschland auf einem ähnlichen Niveau wie Frankreich“, sagt Tang.
Insgesamt seien Ländervergleiche problematisch. Dies werde etwa am Beispiel Spaniens deutlich. „Dort werden antisemitische und antimuslimische Hassverbrechen gesondert ausgewiesen, christenfeindliche Straftaten dagegen nicht. Sie werden lediglich unter der Sammelkategorie ‚andere religiös motivierte Straftaten‘ erfasst.“
Ein weiteres Beispiel sei Polen. Eine Studie unter rund 1.000 katholischen Priestern habe ergeben, dass etwa die Hälfte der Befragten von verbalen oder körperlichen Aggressionen innerhalb eines Jahres berichtet habe. „Mehr als 80 Prozent der Betroffenen erstatteten jedoch keine Anzeige bei der Polizei. Rund 40 Prozent gaben außerdem an, sich beim Tragen geistlicher Kleidung in der Öffentlichkeit heute deutlich unsicherer zu fühlen.“

Großbritannien: Kirchen als „andere religiöse Stätten“

Ihr geht es jedoch nicht nur darum, Daten zu sammeln, „sondern diese auch politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen“, sagt sie. So sei OIDAC beim Menschenrechtsbüro der OSZE als „Mitwirkender aus der Zivilgesellschaft“ anerkannt. „Unsere Daten fließen jährlich in den offiziellen „Hate Crime Report“ der OSZE ein.“
Aber auch bei der UN und beim EU-Parlament finde ihre Beobachtungsstelle Gehör. Aufgrund ihrer Datenerhebung fordere etwa die „Interfraktionelle Arbeitsgruppe für Religions-, Weltanschauungs- und Gewissensfreiheit“ des EU-Parlaments „die Einrichtung eines EU-Koordinators zur Bekämpfung christenfeindlicher Hasskriminalität“.
Ein weiterer Erfolg sei, dass die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens „in den vergangenen Jahren“ reagiert und „zusätzliche Mittel für den Schutz von Kirchen bereitgestellt“ hätten.
Die britische Regierung hat am 19. Februar dieses Jahres angekündigt, dass sie „Rekordmittel zum Schutz religiöser Gemeinschaften“ ausgebe. Für die beiden Jahre 2026 und 2027 seien umgerechnet insgesamt 85,6 Millionen Euro „für Sicherheitsmaßnahmen an jüdischen, muslimischen und anderen religiösen Stätten“ vorgesehen.
„In Großbritannien fällt allerdings auf, dass der weitaus überwiegende Teil der Mittel zum Schutz religiöser Einrichtungen jüdischen (28,4  Millionen Pfund) und muslimischen (40 Millionen Pfund) Einrichtungen zugutekommt, während für Kirchen, hinduistische, Sikh- und andere Religionsgemeinschaften gemeinsam ein viel kleinerer Fördertopf (5 Millionen Pfund) vorgesehen ist“, bedauert Tang.
In der Ankündigung werden dabei christliche Kirchen nur einmal erwähnt; sie fallen sonst unter „andere religiöse Stätten“.

Islamistische Gewalt gegen Christen

Pauschale Aussagen über Tätergruppen könnten nicht getroffen werden, sagt die OIDAC-Chefin. Dort jedoch, „wo Täter identifiziert werden oder sich selbst zu ihren Motiven bekennen“, gäbe es folgende Phänomene:
Zum einen linksextrem motivierte Angriffe auf christliche Einrichtungen, „etwa die Anschläge auf das christliche Café in Leipzig oder eine ganze Reihe von Angriffen auf Kirchen und einen Gottesdienst rund um den Marsch für das Leben vergangenes Jahr in Wien, zu denen sich linksradikale Gruppen öffentlich bekannten“, erklärt Tang.
„Daneben dokumentieren wir islamistisch motivierte Gewalt, insbesondere gegen christliche Konvertiten oder arabischsprachige Christen.“ Ein besonders tragisches Beispiel hierfür sei die Ermordung des assyrischen Christen Ashur Sarnaya in Frankreich im September 2025 gewesen, „der durch ein dschihadistisches Attentat ums Leben kam, während er sein Glaubenszeugnis online teilte“.

Gesamtgesellschaftlicher Ansatz gefordert

Neben den konkreten Straftaten bereite der Beobachtungsstelle „vor allem das gesellschaftliche Klima Sorgen“. Hasskriminalität entstehe „nicht im luftleeren Raum“ und „politische Debatten und gesellschaftliche Narrative“ könnten laut Tang „Einfluss auf das Entstehen von Hassverbrechen haben“.
Sie führt an, dass eine repräsentative Umfrage in Deutschland im vergangenen Jahr offenbart habe, „dass 36 Prozent der Bevölkerung und sogar fast jeder Zweite unter den unter 30-Jährigen christenfeindliche Einstellungen als weit verbreitet wahrnehmen“.
Studien aus Polen und Spanien würden belegen, dass rund 90 Prozent der befragten katholischen Priester den Eindruck hätten, dass einseitige oder stereotype Darstellungen des Christentums in den Medien zu einer christenfeindlichen Entwicklung beitrügen.
Diese Entwicklung betreffe nicht nur Straftaten. „Viele Christen berichten zunehmend von Benachteiligungen im Berufsleben, im Bildungsbereich oder davon, ihren Glauben im öffentlichen Raum nur noch zurückhaltend zu zeigen“, sagt die OIDAC-Direktorin.
Um diesen Formen der Intoleranz „sowie der wachsenden Selbstzensur unter Christen“ im öffentlichen Raum zu begegnen, brauche es ihrer Meinung nach „einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz“. Und sie empfiehlt: „Christenfeindliche Hasskriminalität sollte mit derselben Ernsthaftigkeit behandelt werden wie jede andere Form religiös motivierter Gewalt.“
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11.08.2026 | Rheinpegel in Koblenz einstellig | Drei Viertel von England trocken | Niedersachsen wählt am 26. September 2027

HEUTE13:47 Uhr

Niedersachsen wählt am 26. September 2027

Die nächsteLandtagswahl in Niedersachsen findet am 26. September 2027 von 8 bis 18 Uhr statt. Grundlage für diesen Termin ist eine Verordnung des Innenministeriums, die vom niedersächsischen Kabinett beschlossen wurde. Der Termin liegt innerhalb der verfassungsrechtlichen Frist.

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HEUTE13:27 Uhr

Südkorea nimmt zwei Chinesen wegen Militär-Spionage fest

In Südkorea nahm zwei frühere Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee fest. Einer soll in nahe dem Flughafen Gunsan professionell den Funkverkehr zwischen südkoreanischen und US-amerikanischen Kampfjets abgehört haben. Der zweite Verdächtige soll eine Südkoreanerin angeworben haben, die auf dem US-Militärstützpunkt Camp Humphreys in Südkorea geheime Mitteilungen beschaffte. Ihnen wird „Begünstigung des Feindes“ vorgeworfen, es droht lebenslange Haft.

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Kind erlitt Verbrennungen: Französische Behörde warnt vor „Squishy“-Spielzeugen

Die französische Verbraucherschutzbehörde hat eine Warnung vor Squishy-Spielzeugen ausgegeben – Figuren und Bälle aus weichem Schaumstoff. Die Staatsanwaltschaft Saint-Omer ermittelt dazu wegen „fahrlässiger Körperverletzung“. Ein 8-jähriger Junge zog sich Verbrennungen im Gesicht und auf der Brust zu, als beim Spielen ein Squishys-Ball platzte. Smyths Boys nahm das Produkt vorsorglich aus dem Verkauf, Untersuchungen laufen.

Auch das sind Squishis: Traditionelle, farbenfrohe Bällchen in einem Tempel in Kyoto (Symbolbild).

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Niedrigwasser macht Sprit teurer – lokale Engpässe möglich

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erklärte auf dpa-Anfrage, dass bei sinkenden Pegelstände die Wahrscheinlichkeit von vorübergehenden und regional beschränkten Versorgungsengpässen steige. Dank laufender Anpassung der Logistik laufe der Tankstellenbetrieb bisher auf normalem Niveau.

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BGH bestätigt Haftstrafe für falsche Narkoseärztin aus Hessen

Der Bundesgerichtshof hat eine 15-jährige Freiheitsstrafe gegen eine falsche Narkoseärztin wegen Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen bestätigt. Die Revision einer Nebenklägerin wurde abgewiesen, die eine Verurteilung wegen Mordes anstrebte. Der BGH hat noch über eine zweite Revision der Angeklagten zu entscheiden.

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HEUTE12:44 Uhr

Rheinpegel in Koblenz einstellig

Der Rheinpegel in Koblenz lag heute früh bei 8 Zentimetern und damit nahe an dem bisher niedrigsten bekannten Wasserstand von 6 Zentimetern im Jahr 1929. Der Pegel in Emmerich liegt bereits trocken. In Mainz näherte sich der Rheinpegel mit 116 Zentimetern ebenfalls der bisher niedrigsten bekannten Marke von 110 Zentimetern aus dem Jahr 1947. Einzelne Schauer und Gewitter ändern die Lage nicht wesentlich.
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Mehr als 2.000 Ebola-Tote im Kongo

Im Kongo sind nach Regierungsangaben knapp drei Monate nach der offiziellen Bekanntgabe des Ebolausbruchs 2.011 Menschen gestorben. 4.381 Menschen erkrankten an dem Erreger Bundibugyo, die Sterblichkeitsrate beträgt 45,9 Prozent. Bisher ist kein Impfstoff und keine spezielle Therapie verfügbar. Rund 86 Prozent der neuen Ebola-Fälle sind nicht auf nachverfolgte Kontakte zurückzuführen. 

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HEUTE11:45 Uhr

Tödliche Zwangsräumung – Zehn Jahre Haft wegen Mordes

Im Prozess um die Ermordung eines Gerichtsvollziehers in Bexbach hat das Landgericht Saarbrücken einen 42-jährigen Deutschen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Gerichtsvollzieher (58) wurde bei der Zwangsräumung erstochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Prozess in Saarbrücken hatte am 20. Mai begonnen. (Archivbild)

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Foto: Laszlo Pinter/dpa

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Trump verlängert Lockerung der Schifffahrtsregeln in den USA

Angesichts der hohen Ölpreise wegen des Irankriegs verlängert US-Präsident Donald Trump die Vorschrift, dass Frachtgut zwischen US-Häfen nur von reinen US-Schiffen transportiert werden darf, um 90 Tage. Konkret geht es um den sogenannten Jones Act aus dem Jahr 1920.

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Wärmster Juli in den USA seit 130 Jahren

Der Juli war laut NOAA in den 48 Bundesstaaten ohne Alaska, Hawaii und den US-Überseegebieten der wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren – mit durchschnittlich 24,9 Grad Celsius. Laut einer Analyse der Copernicus-Daten durch AFP erlebten insgesamt 33 Länder weltweit Rekordwerte.

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Mehrere Tote bei nächtlichen Angriffe auf die Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind laut Kiew mindestens neun Menschen getötet worden. In den Regionen Kiew, Saporischschja und Dnipropetrowsk gebe es dutzende weitere Verletzte. In Saporischschja seien nordkoreanische ballistische Raketen, Zirkons und gelenkten Luftbomben verwendet worden, so Wolodymyr Selenskyj. Moskau spricht von Angriffen auf militärisch-industrielle Betriebe sowie Transport- und Logistikzentren.

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Türkei bringt PKK-Gesetz auf den Weg

Das türkische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die Freilassung zahlreicher Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zur Folge haben könnte. Das Gesetz sieht unter anderem einen Strafaufschub unter bestimmten Bedingungen vor. PKK-Chef Abdullah Öcalan würde nicht profitieren. Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz dringt auf eine rasche Entwaffnung und Auflösung der PKK.

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Klingbeil streicht Kürzung von Steuerfreibeträgen für Vereine

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nimmt die geplante Kürzung von Steuerfreibeträgen für Vereine zurück. Die Bundesregierung reagiert damit auf die massive Kritik. Kleine Vereine seien nicht Ziel der Pläne gewesen.
Klingbeil kündigt ab 2028 einen schärferen Sparkurs an.

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Foto: Fabian Sommer/dpa

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HEUTE10:02 Uhr

Elektrobranche mit Auftragsplus

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnete im erste Halbjahr 9,5 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahreszeitraum. Dafür sorgten Großaufträge aus der Informations- und Kommunikationstechnologie im Inland (+60,7 Prozent). Bestellungen aus dem Ausland gingen im Juni um 11,3 Prozent zurück. Die Produktion stieg laut Branchenverband ZVEI um 0,7 Prozent, das Jahresziel liegt bei plus 2 Prozent.

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NRW-Minister: Lkw-Sonntagsfahrten nicht schön – aber nötig

NRW-Verkehrsministers Oliver Krischer (Grüne) hält die Aussetzung des Fahrverbots für Lkw an Sonn- und Feiertagen wegen des derzeitigen Niedrigwassers im Rhein für nötig. Die Aussetzung des Fahrverbots helfe vor allem in der Chemie-, Metall- und Papierindustrie. Es sei eine kurzfristige Notlösung, da sonst einige Unternehmen nicht mehr funktionieren.

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Großteil England von Trockenheit betroffen

Fast drei Viertel Englands (71,3 Prozent) sind laut der Regierung in London mittlerweile zu trocken. „Nirgendwo“ im Vereinigten Königreich herrsche noch der Normalzustand. Wegen sinkender Flusspegel und drohender Missernsten gelten für 27 Millionen Briten Wasserbeschränkungen.

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HEUTE9:27 Uhr

Russische Oppositionspartei will gegen Ausschluss von Wahl kämpfen

Russland wählt vom 18. bis 20. September neue Parlamentsvertreter für die Duma. Die liberale Oppositionspartei Jabloko wurde von der Wahl aufgrund einer Klage der kremltreuen Partei Rodina ausgeschlossen und kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Jabloko stellt sich gegen den Ukrainekrieg und wollte mit den Losungen „Für Frieden und Freiheit“ sowie für ein „Leben ohne Angst“ bei der Wahl antreten.

Der Vorsitzende der liberalen russischen Partei „Jabloko“, Nikolai Rybakov, am 10. August 2026 in Moskau bei einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof.

Foto: Igor Ivanko/AFP via Getty Images

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HEUTE9:19 Uhr

Straße von Hormus: Ölpreise steigen deutlich

Faktisch bleibt die Straße von Hormus blockiert, die Ölpreise sind um rund 10 Prozent gestiegen. Am Dienstag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent im asiatischen Handel 87,97 Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate 82,40 Dollar. Analyst Stephen Innes von Quintex Intel sagte, dass beide Seiten Öl als Waffe einsetzen, ohne einen weiteren Schuss abzufeuern.

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HEUTE8:56 Uhr

China warnt Pazifisches Inselforum nach Einladung an Taiwan zu Gipfeltreffen

China fordert das Pazifischen Inselforums nachdrücklich auf, sich „strikt an das Ein-China-Prinzip zu halten“. Das Gipfeltreffen des Inselforums findet vom 30. August bis 4. September in Palau statt. 2025 war Taiwan auf chinesischen Druck ausgeschlossen worden. Der Generalsekretär des Inselforums sagte, dass Taipeh in diesem Jahr teilnehmen werde. Taiwan sei ein sehr wichtiger Entwicklungspartner.

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HEUTE8:47 Uhr

Niedrigwasser verteuert regional Benzin und Diesel

Das Niedrigwasser am Rhein verteuert laut ADAC regional den Kraftstofftransport und macht das Tanken teurer. Normalerweise wird die Region durch große Tankschiffe mit Öl, Benzin und Diesel versorgt. Es sei aber nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die aktuellen Spritpreise. Derzeit ist Benzin in NRW, Hessen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am teuersten.

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HEUTE8:24 Uhr

Social-Media-Sucht: Erster Prozess vor US-Bundesgericht gegen Meta

Morgen beginnt in Oakland der erste US-Bundesprozess gegen Meta wegen des Vorwurfs, es mache Minderjährige bewusst süchtig und psychisch krank. Vier Bundesstaaten fordern Beschränkungen bei den Instagram- und Facebook-Funktionen und bis zu 1,4 Billionen Dollar Strafe. Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg soll in dem Prozess befragt werden. Konkret geht es um Endlos-Scrollen, sehr häufige Benachrichtigungen und das Zählen von „Gefällt mir“-Reaktionen.
HEUTE7:54 Uhr

Extremschwimmerin in Main und Rhein unterwegs

Extremschwimmerin Nathalie Pohl (31) hat ihre rund 200 Kilometer lange Schwimm-Challenge von Frankfurt nach Köln begonnen. Sie will in vier Tagen schwimmend den Main und Rhein durchqueren und auf die Bedeutung des sicheren Schwimmens für Kinder aufmerksam machen. Das Niedrigwasser sieht sie gelassen – es sei genug Wasser da und die geringere Strömung könnte das Vorankommen verlangsamen. 
Innerhalb von vier Tagen will sie schwimmend den Main und Rhein bis zum Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln erreichen.

Innerhalb von vier Tagen will sie schwimmend den Main und Rhein bis zum Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln erreichen.

Foto: Jennifer Brückner/dpa

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HEUTE7:13 Uhr

Riesiger Benzin-Lagertank in Libyen brennt

Unbekannte haben in Sawija westlich von Tripolis (Libyen) einen Benzin-Lagertank angegriffen und einen Großbrand ausgelöst. Der Tank des Ölkonzerns Bregg enthielt rund 4,5 Millionen Liter Benzin. Er brach nach dem Angriff in sich zusammen. Feuerwehrleute sind damit beschäftigt, den Brand einzudämmen. Bislang gibt es keine Schwerverletzten. Der Tank befindet sich auf dem Gelände der zweitgrößten Ölraffinerie Libyens.

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HEUTE6:36 Uhr

Straße von Hormus laut Trump wieder offen

Die Straße von Hormus ist laut US-Präsident Donald Trump nach einer Minenräumung wieder befahrbar. Sie werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Er verlangte Entschädigungszahlungen vom Iran. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) sieht die Bedrohungslage in der Meerenge weiterhin als ernst an.

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HEUTE6:22 Uhr

Retter in Kolumbien suchen nach Überlebenden des Erdbebens

Kolumbien hat nach dem Erdbeben mit mindestens 111 Toten den Notstand ausgerufen. Die Opferzahl könnte noch steigen. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Mehr als 1.500 Wohnhäuser wurden schwer beschädigt, rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Sechs Flughäfen sind derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. Auch Soldaten helfen bei den Bergungsarbeiten.

Ein eingestürztes Gebäude im Stadtteil „Primero de Febrero“ nach einem Erdbeben der Stärke 7,4, das Kolumbien am 10. August 2026 in Pereira, Kolumbien.

Foto: Gabriel Aponte/Getty Images

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HEUTE6:00 Uhr

Über zehn Kunden für Schnellzugang zu Trumps Online-Posts

Das Online-Netzwerk Truth Social hat mehr als zehn Kunden für einen Schnellzugang gewonnen, vor allem Firmen zum Hochfrequenzhandel an Börsen. Sie zahlen meist 60.000 bis 100.000 US-Dollar monatlich. Für TMTG (Trump Media & Technology Group) könnte das eine lukrative neue Erlösquelle werden. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt 238,1 Millionen Dollar Verlust.

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HEUTE5:30 Uhr

Hitzetage: Handel fordert Abkühlung der Innenstädte

Der Handelsverband Deutschland fordert Maßnahmen zur Abkühlung der Innenstädte wie mehr Bäume oder Sonnensegel. Auch öffentliche Trinkwasserspender seien eine gute Anregung. Die Kommunen müssten dafür finanziell in die Lage versetzt werden – da die Hitze die Attraktivität des Einzelhandels mindere.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Warum die Gewalt im Jemen wieder aufflammt

Im Krieg in Nahost droht sich eine weitere Front zu öffnen. Immer wieder gibt es derzeit Angriffe im Jemen, einem Land auf der Arabischen Halbinsel. Der Konflikt dort ist im Zuge des Irankriegs wieder eskaliert. Das sind die Hintergründe:

Anerkannte Regierung gegen Huthi

Die international anerkannte Regierung im Jemen kämpft zusammen mit dem Nachbarland Saudi-Arabien seit mehreren Jahren gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz. Diese hatte den Jemen 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt.
Die Huthi kontrollieren seitdem vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer – einschließlich der Hauptstadt. Dort setzt die Miliz, die sich offiziell als „Ansar Allah“ („Unterstützer Gottes“) bezeichnet, ihre Ideologie gewaltsam durch.
Ziel der Angriffe der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition war es, die jemenitische Regierung zu unterstützen und den Einfluss der Huthi – und damit des Irans – im Land zurückzudrängen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
In dem Krieg kamen durch direkte militärische Folgen mehr als 150.000 Menschen ums Leben.

Was hat die aktuellen Angriffe ausgelöst?

Die aktuelle Eskalation wurde im Juli durch Luftangriffe in der von den Huthi kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa ausgelöst.
Die international anerkannte Regierung des Landes wollte eigenen Angaben zufolge die Landung eines iranischen Flugzeugs auf jemenitischem Boden verhindern. Die Koalition mit Saudi-Arabien kontrolliert den Zugang zum jemenitischen Luftraum und schränkt dabei insbesondere den internationalen Flugverkehr zum Flughafen Sanaa stark ein.
Mit dem Vorhaben, ein iranisches Flugzeug in der Hauptstadt landen zu lassen, wollten die Huthi Fachleuten zufolge die Kontrolle über den jemenitischen Luftraum infrage stellen.
Beobachter wie die Denkfabrik International Crisis Group gehen davon aus, dass die Huthi sich durch den Verlauf des Irankriegs gestärkt sehen. Der Iran habe den Plan der Miliz unterstützt. Die Denkfabrik sprach von einem „Kurswechsel“, da sich Teheran in den vergangenen Jahren für eine Entspannung der Lage im Jemen eingesetzt habe.
Die Huthi machten Saudi-Arabien für den Angriff auf den Flughafen in Sanaa Mitte Juli verantwortlich und erklärten eine „Blockade“ der Seefahrt für den einflussreichen Golfstaat. Die vom Iran unterstützte Miliz griff seitdem auch mehrere saudische Schiffe sowie Ziele in dem Golfstaat an.

Huthi kooperieren eng mit dem Iran

Ohne die Hilfe aus Teheran hätten die Huthi ihr Waffenarsenal – darunter Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern – nach Einschätzung von Experten nicht aufbauen können. Die Waffen sollen auf dem Seeweg in den Jemen geschmuggelt worden sein.
Eine Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte soll zudem auch Kämpfer der Huthi ausgebildet haben. Der Iran hat in der Vergangenheit bestritten, die Huthi finanziell oder mit Waffen zu unterstützen.
Für die Huthi bestimmte Waffen aus dem Iran sollen Beobachtern zufolge über den Seeweg in den Jemen geschmuggelt werden. (Archivbild)

Für die Huthi bestimmte Waffen aus dem Iran sollen Beobachtern zufolge über den Seeweg in den Jemen geschmuggelt werden. (Archivbild)

Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa

Teheran hat seit den 1990er Jahren mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine „Achse des Widerstands“ gegen Israel aufgebaut, zu der neben den Huthi auch die Hamas gehört. Nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 erklärten die Huthi ihre Solidarität mit der Terrororganisation und griffen seitdem auch Israel sowie Handelsschiffe im Roten Meer an.

Ist eine weitere Eskalation zu erwarten?

Beobachter halten eine weitere Eskalation für wahrscheinlich. Sie könnte weit über den Jemen hinaus Folgen haben.
Weitere Angriffe auf Schiffe könnten den Verkehr durch das Rote Meer und die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab erneut beeinträchtigen. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.
Sie hat als Umgehungsroute für die durch den Iran-Krieg bereits stark beeinträchtigte Straße von Hormus etwa bei Ölexporten Saudi-Arabiens zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Huthi-Miliz hatte den Welthandel durch Angriffe im Roten Meer in Solidarität mit der Hamas im Gazastreifen ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt.
Zugleich könnte ein neuer Krieg die ohnehin schwierigen Bemühungen um eine politische Lösung im Jemen um Jahre zurückwerfen. Der Konflikt droht damit erneut zu einem Schauplatz der regionalen Auseinandersetzung zwischen Iran und seinen Gegnern zu werden.

Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Der Krieg hat nach 2014 im Jemen in eine humanitäre Katastrophe ausgelöst – Millionen Menschen sind dort auf Hilfe angewiesen. Trotz eigener Öl- und Gasvorkommen ist der Jemen eines der ärmsten und am schlechtesten entwickelten Länder der Welt. Zudem flammte der Konflikt auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf.
Der Jemen ist seit Jahrzehnten geplagt von Spaltungen entlang konfessioneller, regionaler und Stammesgruppen. Das Land war von 1967 bis 1990 zweigeteilt. Auch sind Extremisten in dem Land aktiv, immer wieder gibt es Anschläge und Entführungen. (dpa/red)
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Anwohner in Südhessen sollen Wasser sparen – wegen Waldbrand

Nach anhaltender Hitze und Trockenheit halten Wald- und Vegetationsbrände in mehreren Bundesländern die Einsatzkräfte auf Trab.
Bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern kämpften diese nach Behördenangaben seit Montag gegen mehrere Feuer, die sich zu einem größeren Brandgeschehen entwickelt hatten. Menschen wurden per App zum Wassersparen aufgerufen, weil die Reserven für die Löscharbeiten benötigt wurden.

Wasser sparen zugunsten der Waldbrände

Nach Angaben des Landkreises Main-Kinzig waren Feuerwehren aus rund einem Dutzend Gemeinden im Einsatz, um die Feuer in teilweise schwer zugänglichem Gebiet einzudämmen.
Einsatzkräfte aus dem benachbarten Bayern halfen. Ein Polizeihubschrauber unterstützte die Löscharbeiten durch Wasserabwürfe aus der Luft, wie die Polizei Offenbach mitteilte.
Die Feuerwehr kämpft im Tagesverlauf gegen Glutnesters.

Die Feuerwehr kämpft im Tagesverlauf gegen Glutnesters.

Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Kreiswerke Main-Kinzig riefen die Menschen am späten Montagabend über Warn-Apps dazu auf, ihren Wasserverbrauch „ab sofort auf das absolut Notwendigste zu reduzieren“.
Grund sei der hohe Wasserbedarf bei den Waldbrandlöscharbeiten. Auf Duschen, Baden und das Bewässern von Gärten sollte verzichtet werden. „Jeder Liter zählt“, hieß es.
„Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten.“ Der Aufruf richtet sich an die Bewohner von Freigericht, Bruchköbel sowie Langenselbold und Umland.

Brandstiftung als Ursache nicht ausgeschlossen

Die Warnung vom Abend galt heute zunächst weiter. Grund für die Situation sei zum einen die große Ausdehnung des Brandes und damit verbunden der hohe Wasserbedarf gewesen, aber auch die angespannte Versorgungslage angesichts der wochenlangen Trockenheit in der Region, sagte der Landkreis-Sprecher.
Mittlerweile laufe zwar wieder mehr Wasser in die Hochbehälter, als ausfließe, dennoch gelte die Warnung vorläufig weiter.
Der Großbrand nahe Rodenbach hatte auf einer Waldfläche von rund 55 Hektar gewütet, ist aber mittlerweile unter Kontrolle. Nun stehe für die Feuerwehr die Bekämpfung von Glutnestern an, sagte der Sprecher.

Waldbrände an der A7, in NRW und anderswo

Waldbrände gab es auch anderswo. Die Polizei sperrte die Autobahn 7 bei Hannoversch Münden in Südniedersachsen zeitweise voll wegen der starken Rauchentwicklung eines Feuers. Erst im Laufe der Nacht zum Montag kam die Aufhebung der Sperrungen.
Bei Olsberg in Nordrhein-Westfalen kämpfen Einsatzkräfte nach Angaben der örtlichen Feuerwehr am Dienstag weiter gegen einen Waldbrand, der am Montag ausgebrochen und durch starke Winde angefacht worden war. Zeitweise waren demnach 180 Helfer mit 36 Fahrzeugen im Einsatz und konnten ein Übergreifen der Flammen auf hohe Baumbestände verhindern.
Weitere Feuer loderten unter anderem bei Volkach in Nordbayern und bei Bad Schwalbach in Südhessen und bei Hilgert in Rheinland-Pfalz.
Auch im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis gab es einen Waldbrand. Hier standen zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck rund 8.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Laut Brand- und Katastrophenschutz kam es zu einem Großeinsatz, drei Feuerwehrleute sind leicht verletzt. (dpa/afp/red)
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Neue Zahlen zur Rente: 45 Jahre versichert – trotzdem Niedrigrente


In Kürze:

  • 23 Prozent der Männer und 52 Prozent der Frauen mit mindestens 45 Versicherungsjahren lagen 2025 unter 1.446 Euro Nettorente.
  • Besonders bei Männern zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle.
  • Union und SPD suchen bei der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach Härtefall- und Übergangsregelungen.

 
Wer 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann im Alter trotzdem mit einer vergleichsweise niedrigen gesetzlichen Rente dastehen. Neue Zahlen aus einer Regierungsantwort zeigen, wie groß die Unterschiede sind: 2025 erhielten bundesweit 23 Prozent der Männer mit mindestens 45 Versicherungsjahren eine Nettorente von weniger als 1.446 Euro im Monat. Bei den Frauen lag der Anteil sogar bei 52 Prozent.
Die Summe von 1.446 Euro entspricht der Armutsgefährdungsschwelle für das Jahr 2025. Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen Ost und West bei den Männern aus. Während in Baden-Württemberg rund 16 Prozent der langjährig Versicherten unter dieser Grenze lagen, waren es in den ostdeutschen Flächenländern zwischen 36 und 41 Prozent.
Die Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung über die Zukunft der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren streitet. Die sogenannte „Rente mit 63“ soll im Zuge der geplanten Rentenreform abgeschafft werden. Innerhalb der Koalition zeichnet sich inzwischen jedoch die Bereitschaft ab, die Reform durch Härtefall- und Übergangsregelungen abzufedern.

Neue Zahlen zur Niedrigrente

Die Zahlen gehen auf eine Anfrage der Linken im Bundestag zurück. Gefragt wurde unter anderem danach, wie viele Menschen nach mindestens 45 Versicherungsjahren eine vergleichsweise niedrige gesetzliche Nettorente beziehen.
Bei Männern zeigt sich ein deutliches regionales Gefälle. Deutschlandweit lag der Anteil unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle bei 23 Prozent. In den ostdeutschen Flächenländern erreichte er dagegen Werte zwischen 36 und 41 Prozent. In Baden-Württemberg waren es rund 16 Prozent.
Bei den Frauen sind die Unterschiede zwischen den Regionen deutlich geringer. Bundesweit lagen 52 Prozent der Frauen mit mindestens 45 Versicherungsjahren unterhalb der Schwelle von 1.446 Euro. In Sachsen-Anhalt waren es beispielsweise rund 54 Prozent.
Die Zahlen dürfen allerdings nicht mit der tatsächlichen Altersarmut gleichgesetzt werden. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass eine niedrige gesetzliche Rente allein nichts über das gesamte Alterseinkommen aussagt. Weitere Einkünfte, Vermögen oder das Einkommen eines Partners werden in der Betrachtung nicht berücksichtigt.
Auch 45 Versicherungsjahre bedeuten nicht zwangsläufig 45 Jahre durchgehende Beitragszahlungen aus einer Beschäftigung. Für die Wartezeit können unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Zeiten berücksichtigt werden, etwa bestimmte Anrechnungs- oder Ersatzzeiten.

Deutscher Bundestag (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Koalition sucht Ausweg bei „Rente mit 63“

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Streit über die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren an Bedeutung. Unionsfraktionschef Thorsten Frei hält weiterhin am grundsätzlichen Ende der Regelung fest, spricht sich aber zugleich für soziale Abfederungen aus.
Eine Härtefallregelung sei bei der Abschaffung der „Rente mit 63“ notwendig, sagte Frei. Auch über eine Übergangsregelung müsse gesprochen werden. Damit nähert sich die Union einer Forderung an, die zuvor vor allem aus der SPD gekommen war.
Die SPD hatte unter anderem vorgeschlagen, besonders belastende Tätigkeiten bei der vorzeitigen Rente stärker zu berücksichtigen. Als Beispiele gelten schwere körperliche Arbeit, Schichtarbeit oder Tätigkeiten unter gesundheitlich belastenden Bedingungen.
Auch die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission sieht Härtefall- und Übergangsregelungen vor. Sie verweist insbesondere auf Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur regulären Altersgrenze arbeiten können, sowie auf Vertrauensschutz für Versicherte, die kurz vor dem Ruhestand stehen.

Streit innerhalb der Union

Die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente stößt nicht nur bei der SPD auf Widerstand. Auch mehrere CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland haben Änderungen gefordert. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt haben auf die besondere Bedeutung der Regelung für Menschen mit langen Erwerbsbiografien hingewiesen.
Voigt hält die derzeitige Regelung zugleich nicht für optimal. Er argumentiert, dass die Rente nach 45 Versicherungsjahren nicht immer zielgenau sei und es Mitnahmeeffekte gebe. Deshalb setzt er ebenfalls auf Übergangs- und Härtefallregelungen.
Wirtschaftswissenschaftler Martin Werding warnt dagegen davor, die geplante Rentenreform durch Änderungen an einzelnen Bestandteilen grundsätzlich infrage zu stellen. Aus seiner Sicht profitieren von der abschlagsfreien Frührente teilweise auch Menschen, die finanziell gut abgesichert sind.

Mehrheit gegen Abschaffung

Auch in der Bevölkerung ist die geplante Reform umstritten. Einer INSA-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ zufolge lehnen 68 Prozent der Befragten eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab. 24 Prozent befürworten das Ende der Regelung, acht Prozent machten keine Angabe.
56 Prozent erklärten zudem, die Regelung selbst bereits genutzt zu haben oder sie künftig nutzen zu wollen. Für die Erhebung wurden am 6. und 7. August 2026 insgesamt 1.005 Personen befragt.
Gewerkschaften kritisieren die geplante Abschaffung ebenfalls. Sie argumentieren, dass Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben, nicht pauschal länger arbeiten sollten. Besonders bei körperlich belastenden Berufen sei ein früherer Renteneintritt für viele Beschäftigte von Bedeutung.

Niedrige Rente trotz langer Versicherungszeit

Die neuen Zahlen liefern zusätzlichen Stoff für die politische Debatte über die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren. Eine lange Versicherungszeit allein garantiert keine hohe gesetzliche Rente – zugleich lässt sich aus einer niedrigen gesetzlichen Rente nicht automatisch auf Altersarmut schließen, weil weitere Einkommen und die finanzielle Situation des Haushalts unberücksichtigt bleiben.
Damit dürfte die Frage, unter welchen Bedingungen Versicherte künftig nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen können, zu einem der umstrittensten Punkte der Rentenreform werden. (dpa/red)