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Venezuela: Keine deutschen Opfer bekannt – Deutschland schickt weitere Helfer

Nach der Erdbeben-Katastrophe in Venezuela gibt es weiterhin keine Hinweise auf deutsche Opfer. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Nach seinen Angaben hat sich eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsbürger in die Krisenvorsorgeliste des Ministeriums eingetragen. Wie viele Deutsche tatsächlich in dem südamerikanischen Land sind, ist allerdings unklar, weil für sie keine Meldepflicht besteht.
Bei zwei schweren Beben waren in Venezuela nach offiziellen Angaben mindestens 1.450 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende werden noch vermisst.
Nach Regierungsangaben sind in Venezuela bereits zwei deutsche Such- und Rettungsteams im Einsatz – eines vom Technischen Hilfswerk und eines von der deutschen Organisation @fire. Zudem bereite sich gerade ein medizinisches Notfallteam der Johanniter auf seinen Einsatz vor, um Verletzte vor Ort mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Temporäre Basis eingerichtet

Um Personal und Hilfsgüter ins Katastrophengebiet zu bringen, hat die deutsche Luftwaffe eine temporäre Basis auf der Karibikinsel Aruba errichtet, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Seit Freitag seien bereits fünf Flugzeuge abgehoben, weitere Hilfsflüge seien in Planung.
Bereits am Donnerstagabend waren die ersten deutschen Helfer nach Venezuela aufgebrochen.
Unterstützt von speziell ausgebildeten Suchhunden sowie technischer Ausrüstung wie Akustikmikrofonen, Kameras und sogenannten Searchcams suchen sie nach Überlebenden unter den Trümmern.

Rettungskräfte beobachten am 28. Juni 2026 von einem beschädigten Gebäude aus einen Hubschrauberflug über das Gebiet nach dem Erdbeben, das Venezuela und andere Regionen der Karibik  in Carabellada, La Guaira, Venezuela, erschütterte.

Foto: Jesus Vargas/Getty Images

Bislang fünf Hilfsflüge

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Luftwaffe seit Freitag bereits fünf Hilfsflüge durchgeführt. Unter anderem brachte ein Airbus tschechisches Rettungspersonal und Hilfsgüter zunächst nach Curacao und anschließend weiter nach Caracas. Zudem wurde auf Aruba eine temporäre Luftwaffenbasis eingerichtet. Im Laufe des Tages sind weitere Versorgungsflüge geplant.
Zu möglichen Schwierigkeiten bei den Hilfseinsätzen äußerte sich die Bundesregierung zurückhaltend. Man arbeite mit „Hindernissen“, die angesichts des Ausmaßes der Naturkatastrophe jedoch erwartbar seien. Venezuela war von zwei Erdbeben mit einer Stärke von jeweils über 7 erschüttert worden. Gemeinsam mit internationalen Partnern arbeite man daran, bestehende Probleme möglichst schnell zu überwinden.
Zur Zusammenarbeit mit den venezolanischen Behörden hieß es, das Land habe das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert und nehme die angebotene internationale Hilfe an. Die humanitäre Unterstützung erfolge grundsätzlich staatsfern.
Erkenntnisse zu möglichen deutschen Opfern liegen der Bundesregierung weiterhin nicht vor. In der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts sind nach Angaben des Ministeriums aktuell eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger in Venezuela registriert. Das Auswärtige Amt rief Deutsche vor Ort erneut dazu auf, sich in die Liste einzutragen, um im Notfall schnell kontaktiert werden zu können.
Bislang sind von den Behörden in Venezuela 1.450 Tote und 3.150 Verletzte bestätigt worden. Rund 50.000 Menschen werden allerdings noch vermisst. (dts/red)

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