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Auch Meta-KI hackt fremde Firma – KI-Modelle von OpenAI vereinbarten unentdeckt ihr Ausbrechen

Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic muss auch der Facebook-Konzern Meta einräumen, dass seine KI-Software sich in Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat.
Ähnlich wie bei einigen Vorfällen der beiden Rivalen lag das Problem auch hier in einer Fehlkonfiguration des Systems bei demselben Testpartner, wie Meta unter anderem dem Sender CNN mitteilte. Durch die falsche Einstellung hatten die KI-Modelle Zugang zum Internet – was eigentlich gar nicht vorgesehen war.
Meta machte keine Angaben zu dem Unternehmen, in dessen Systeme die KI des Konzerns durch die Ausnutzung einer Schwachstelle eindrang. Der Facebook-Konzern erfuhr von dem Zwischenfall nach eigenen Angaben durch eine Mitteilung des Testpartners.

Welle von Enthüllungen

Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI war bei einem Test ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform Hugging Face, eingedrungen.
Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Zudem stellten britische Sicherheitsforscher Cyberattacken durch KI von Anthropic und OpenAI fest, denen sie in ihren Versuchen ungehinderten Zugang zum Internet gewährt hatten.
Die ungeplanten Attacken richteten keinen Schaden an, verstärkten aber allgemein die Angst vor Cyberangriffen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz.

KI-Modelle vereinbarten unentdeckt ihr Ausbrechen

Forscher von OpenAI berichteten unterdessen, dass KI-Modelle der Firma schon Wochen vor der Attacke auf Hugging Face unentdeckt miteinander kommuniziert hätten, um gemeinsam aus der eigentlich abgeschirmten Testumgebung auszubrechen.
Ihr Ziel dabei sei gewesen, im Internet nach der Antwort auf die im Test gestellte Aufgabe zu suchen, sagten Eric Wallace und Michael Dalton in einer Präsentation auf der Hacker-Konferenz Black Hat dem Finanzdienst Bloomberg zufolge.
Zu den Erkenntnissen der Forscher gehört, dass die Top-KI-Modelle oft schummeln wollten, um die Testaufgaben zu lösen.
Ein Problem der Testläufe sei zudem gewesen, dass die KI zum Teil Aufträge bekommen habe, die nicht erfüllbar gewesen seien. In einem Fall sei eine Tabelle, in der sie eine Aufgabe lösen sollte, ohne Internet-Zugang nicht abrufbar gewesen.
In einem anderen Fall habe das Team vergessen, eine zum Auftrag gehörende Datei hochzuladen. Die KI-Modelle hätten zunächst Kontakt untereinander aufgenommen, weil sie in der unlösbaren Situation Hilfe gesucht hätten, hieß es. (dpa/red)
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Taxifahren – eine Frage des Preises?

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Taxi und einer Mietwagenplattform wie Uber oder Bolt wird an einem Nachmittag Anfang August in Frankfurt am Main deutlich.
Wer da vom Frankfurter Hauptbahnhof mit dem Taxi zum Flughafen fahren will, dem wird auf der Taxi-Vermittlungs-App Free Now ein Festpreis von 38 Euro angezeigt. Ein mit der Uber-App bestellter Mietwagen ist mit 26 Euro für dieselbe Strecke zu dieser Zeit um rund ein Drittel günstiger.
In Berlin stehen für den Weg vom Hauptbahnhof zum Flughafen sogar 60 Euro 35 Euro gegenüber, also fast die Hälfte billiger.
Das hängt damit zusammen, dass die Preise für Taxis staatlich reguliert sind, während die Mietwagenplattformen sie frei gestalten können – je nach Tageszeit und Nachfrage. Die Taxibranche sieht darin einen unfairen Wettbewerbsvorteil und in den Mietwagenplattformen den Hauptgrund für die existenzielle Krise, mit der das Gewerbe seit Jahren kämpfe. Ist das so?

Digitalisierung verschlafen

In einem Diskussionspapier des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung sehen die Verkehrsforscher Andreas Knie, Anke Schmidt und Lara Meyer mit Blick auf die desolate wirtschaftliche Lage der Taxibranche auch zentrale Versäumnisse bei den Unternehmen – vor allem bei der Digitalisierung.
„Die zentrale Herausforderung des Taxigewerbes besteht damit nicht allein im Preiswettbewerb, sondern in der Anpassung an veränderte Erwartungen an Buchung, Kommunikation und Bezahlung“, heißt es darin.

Uber-Taxi (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Taxi „zu teuer“

Grundlage der Untersuchung sind zwei nicht repräsentative Umfragen unter Passanten sowie unter Taxi-Fahrgästen im Rhein-Main-Gebiet im Juni dieses Jahres mit insgesamt knapp 900 Befragten.
Dabei zeigt sich zunächst, dass der Preis durchaus ein zentrales Kriterium darstellt: „Mehr als 39 Prozent aller Befragten assoziieren mit dem Thema Taxi unmittelbar hohe Kosten beziehungsweise das Attribut „zu teuer““, schreiben die Autorinnen und der Autor.
Rund zwei Drittel derjenigen, die nach eigener Aussage grundsätzlich kein Taxi fahren, könnten sich vorstellen, Uber oder eine andere Mietwagenplattform zu nutzen. Sie seien vielen aus dem Ausland bekannt und würden vor allem von der jüngeren Generation genutzt. Als entscheidende Vorteile nennen diese die digitale Buchung und vor allem eine transparente, bargeldlose Abrechnung.
Die Studie sieht für das Taxigewerbe hier noch Nachholbedarf: Es mangele an digitalen Vermittlungswegen für Taxifahrten. Festpreise, mit denen Fahrgäste schon vor der Fahrt wissen, was sie kosten wird, gibt es zwar in einigen Städten, aber längst nicht überall.
„Die Zukunft des Taxis liegt nicht in einer Belebung tradierter Strukturen, sondern sie hängt von der Fähigkeit ab, sich als moderne, verlässliche und leicht zugängliche Mobilitätsdienstleistung zu positionieren.“

Bewegung in der Branche

Tatsächlich scheint das in der Branche von einigen verstanden worden zu sein. Die Plattform Free Now, die inzwischen zur US-Mobilitätsplattform Lyft gehört, vermittelt seit einigen Jahren ausschließlich Taxifahrten und hat sich als digitaler Fürsprecher der Branche in Deutschland positioniert.
„Dass digitale Buchung und bargeldlose Bezahlung längst kein reines Großstadtphänomen mehr sind, zeigen unsere Plattformdaten aus kleineren Städten sowie beliebten Urlaubs- und Freizeitregionen“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.
Überall dort, wo Free Now verfügbar sei, nutzten Fahrgäste selbstverständlich die Möglichkeit, Fahrten digital zu bestellen und bargeldlos zu begleichen.

Streit um Mindestpreise

Trotzdem macht sich Free Now gemeinsam mit der Taxibranche dafür stark, dass auch Uber und Co. stärker reguliert werden. Das Problem aus ihrer Sicht: Taxiunternehmen können ihre Preise nicht unbegrenzt der Nachfrage anpassen, weil sie staatlich reguliert sind.
Sie fordern deshalb, dass die Mietwagenplattformen Taxipreise nicht mehr beliebig unterschreiten können, sondern höchstens bis zu einem bestimmten Prozentsatz.
Städte wie München, Köln, Essen oder Dortmund haben solche Mindestpreise für Mietwagenplattformen bereits eingeführt oder planen dies derzeit. Die Wettbewerber halten das für rechtlich fragwürdig. Aus ihrer Sicht kann der Staat eine bestimmte Branche nicht einfach regulieren, um eine andere zu schützen.

München als Positivbeispiel?

Tatsächlich haben Gerichte in Leipzig, Essen und vor wenigen Tagen auch in Köln die Mindestpreise wieder gekippt. Die Gerichtsentscheidungen beziehen sich allerdings nicht auf den Mindestpreis an sich, sondern vor allem auf die konkrete Ausgestaltung vor Ort.
So stellte das Verwaltungsgericht Köln den Mindestpreis nicht grundsätzlich infrage, sondern bemängelte unter anderem, dass der Kölner Oberbürgermeister die Maßnahme ohne hinreichende Beteiligung des Stadtrats verfügt habe.
Für München, wo der Mindestpreis seit Anfang Juli Bestand hat, zieht Free Now aus Sicht der Taxibranche ein positives Fazit und stützt dies vor allem auf einen deutlichen Anstieg an Neukunden auf der App sowie eine etwas höhere Nachfrage (plus 6 Prozent) im Nachtgeschäft, das von den Mietwagenplattformen dominiert werde.
Rückschlüsse auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung der Taxibranche in München lassen sich aus solchen Zahlen aber nicht ableiten. (dpa/red)
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Sprengstoff-Drohne am Flughafen: Dobrindt spricht von „hybridem Anschlagsszenario“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Dabei schließt er auch „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.
Es handele sich um ein „hybrides Anschlagsszenario“, sagte Dobrindt am Abend in einer Pressekonferenz am Flughafen. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden.
Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. Außerdem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um militärischen Sprengstoff handele.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.
Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
Die Sprengung des 800-Gramm-Sprengsatzes, gesprochen wird von einem Semtex-Sprengstoff, erfolgte laut der „Leipziger Landeszeitung“ kontrolliert gegen 17:15 Uhr auf einer Fläche auf dem Vorfeld der Südpiste.
Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, erklärte das sächsische Landeskriminalamt (LKA). An der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt.
Der Flughafen ist seit vielen Jahren ein wichtiger Wartungs- und Betriebsstandort für Antonow-Flugzeuge. Die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines betreibt hier seit 2006 eine Wartungsbasis, ein Großteil der An-124-Flotte wurde mit Beginn des Krieges nach Leipzig verlegt. Der Flughafen fungiert faktisch als deren europäische Basis, derzeit wird ein neuer Wartungshangar errichtet.

Lagebesprechung mit den Spitzen der Sicherheitsbehörden

Dobrindt hatte nach dem Vorfall seinen Sommerurlaub unterbrochen, um zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen Halle/Leipzig zu reisen.
In einer Pressekonferenz sagte er, alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Aber: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, so Dobrindt. Man habe es mit einem Wettbewerb zu tun, der „möglicherweise auch fremde Mächte“ mit einschließe, die offensichtlich zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten.
Mit hybriden Angriffen sind in der Regel Angriffe im Verborgenen gemeint, die nicht auf direkte Konfrontation abzielen, sondern Verunsicherung schaffen sollen. Dabei können verschiedene Instrumente wie Sabotage, wirtschaftlicher Druck oder Desinformation zusammenkommen.
Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Flughafenverband sieht Lücken

Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte etwa der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen.
In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.

Auf der Südpist des Flughafens Leipzig/Halle Airport.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Luftverkehrsexperte: Sicherheitslage noch nicht gut zu bewerten

Der Dresdner Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke sieht eine neue Dimension der Bedrohung für kritische Infrastruktur. Anders als bei bisherigen Drohnenvorfällen gehe es nicht mehr allein um die Gefahr einer Kollision mit einem Flugzeug oder Schäden durch die Drohne selbst.
Eine Sprengvorrichtung erhöhe das Gefahrenpotenzial erheblich, sagte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden dpa.
Die Ermittlungen müssten nun vor allem klären, woher die Drohne kam, wie sie unbemerkt in die Flugverbotszone des Flughafens gelangen konnte und warum sie erst auf der Start- und Landebahn entdeckt wurde. Zudem müsse überprüft werden, wie zuverlässig bestehende Sicherheitssysteme kleine Multicopter überhaupt erkennen können. Erst dann lasse sich die Sicherheitslage richtig bewerten.
Sollte sich ein gezielter Anschlagsversuch bestätigen, zeige der Vorfall, „dass wir in der Entdeckung derart kleiner Objekte an kritischen Infrastrukturen noch nicht gut sind“, sagte Fricke. Das gelte sowohl für die verfügbaren Technologien als auch für die Geschwindigkeit, mit der diese in der Praxis eingeführt würden.

Technik vorhanden – Einführung dauert zu lange

Grundsätzlich seien geeignete Technologien zur Drohnenerkennung verfügbar. Radar-, Laser-, Kamera- und Infrarotsysteme könnten miteinander kombiniert werden, um Drohnen möglichst früh zu entdecken. Mithilfe von Algorithmen lasse sich zudem ihre Flugbahn vorhersagen.
„Die Entwicklungen gehen auf prototypischer Ebene gut voran, aber die Implementierung am Markt beziehungsweise in den Einrichtungen muss schneller werden“, sagte Fricke. Aus Sicht Frickes sollten neue Systeme schneller aus der Forschung in die praktische Anwendung gelangen. Nicht alle Funktionen müssten dabei von Anfang an verfügbar sein. Stattdessen plädierte er für ein „gestaffeltes Implementieren“ neuer Technologien.
Als eine der größten technischen Herausforderungen bezeichnete Fricke die Vorhersage der Flugbahn einer bereits entdeckten Drohne. Gerade diese Fähigkeit sei entscheidend, um Sicherheitskräfte rechtzeitig reagieren zu lassen.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich der Luftverkehrsexperte wenig optimistisch. Auf die Frage, ob künftig häufiger mit vergleichbaren Vorfällen zu rechnen sei, antwortete er: „Leider ja, solange die Russland-Aggression nicht stoppt.“ (dpa/red)
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Mahlzeiten auslassen beim Fasten: Welches Essen Sie niemals streichen sollten, laut Studien

Viele Menschen lassen beim Fasten die falsche Mahlzeit aus. Da zeitlich begrenzte Ernährung immer beliebter wird, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass das Auslassen des Frühstücks im Vergleich zum Abendessen der Biologie des Körpers zuwiderläuft.

Warum der Zeitpunkt wichtig ist

Eine Auswertung von 13 randomisierten kontrollierten Studien legt nahe, dass eine frühere Mahlzeit im Tagesverlauf im Allgemeinen besser für die Stoffwechselgesundheit ist.
Menschen, die ihre erste Mahlzeit vor 9 Uhr morgens zu sich nehmen, weisen tendenziell eine bessere Blutzuckerkontrolle und stärkere Verbesserungen der Insulinsensitivität auf als diejenigen, die bis nach 11 Uhr morgens warten.
„Frühes zeitlich begrenztes Essen ist im Allgemeinen metabolisch vorteilhafter als spätes zeitlich begrenztes Essen“, erklärte Dr. Muhammad Usama, Facharzt für Schlafmedizin und Adipositasmedizin, gegenüber Epoch Times.
Das Auslassen des Abendessens oder dessen frühere Einnahme passt besser zur circadianen Biologie, da Insulinsensitivität, Glukoseverwertung und ernährungsbedingte Thermogenese (der Energieverbrauch während der Verdauung) zu Beginn des Tages stärker ausgeprägt sind, fügte Usama hinzu.
„Das Auslassen des Frühstücks und spätes Essen mag bei manchen Menschen zwar zu einer Kalorienreduktion führen, aber aus metabolischer Sicht läuft man damit oft gegen die innere Uhr“, sagte Usama.
Das Auslassen des Frühstücks wurde zudem mit einem höheren Risiko für Übergewicht und Adipositas sowie höheren Gesamt- und LDL-Cholesterinwerten in Verbindung gebracht.

Die Biologie des früheren Essens

Warum scheint früheres Essen besser zu funktionieren? Die Antwort liegt in der Chrononahrung, also der Erforschung, wie der Zeitpunkt der Mahlzeiten mit dem zirkadianen Rhythmus des Körpers zusammenwirkt.
Eine Hauptuhr im Gehirn synchronisiert die Uhren im gesamten Körper, einschließlich derer in Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse und Fettgewebe, die bei der Regulierung des Stoffwechsels helfen. Folglich kann der Zeitpunkt, zu dem wir essen, beeinflussen, wie effizient unser Körper Nahrung verarbeitet.
Die Glukosetoleranz erreicht morgens nach dem nächtlichen Fasten auf natürliche Weise ihren Höhepunkt und nimmt im Laufe des Tages ab, sodass der Morgen ein guter Zeitpunkt ist, um zu essen und Nahrung zu verstoffwechseln.
Melatonin, dessen Spiegel am Abend ansteigt, unterdrückt die Insulinausschüttung, während niedrigere Melatoninspiegel am Morgen mit einer höheren Insulinsensitivität in Verbindung gebracht werden.
Zudem sind die GLP-1-Hormone, die die Insulinreaktion auslösen, morgens von Natur aus höher.
„Die gleiche Mahlzeit, die um 8 Uhr morgens und um 21 Uhr abends eingenommen wird, hat nicht dieselben metabolischen Auswirkungen“, sagte Usama.

Wer sollte besonders darauf achten

Obwohl sich eine Ernährung im Einklang mit den natürlichen Rhythmen des Körpers für die meisten Menschen positiv auswirken kann, steht für Frauen, insbesondere für diejenigen, die mit Insulinresistenz, dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom oder der Perimenopause zu tun haben, möglicherweise noch mehr auf dem Spiel.
Mpho Tshukudu, eine funktionelle Ernährungsberaterin, empfiehlt dieser Gruppe ein proteinreiches Frühstück, ein reichhaltiges Mittagessen und ein leichtes, frühes Abendessen. Ein proteinreiches Frühstück hilft, den Blutzuckerspiegel nach dem nächtlichen Fasten zu stabilisieren, und trägt gleichzeitig dazu bei, den natürlichen morgendlichen Anstieg des Cortisolspiegels zu dämpfen.
Das Auslassen des Frühstücks belastet hingegen auf Dauer die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, das wichtigste Stressreaktionssystem des Körpers, sowie die Fortpflanzungshormone zusätzlich.
„Frauen reagieren aufgrund der Wechselwirkung zwischen Stress und Fortpflanzungshormonen im Allgemeinen empfindlicher auf Energieeinschränkungen“, erklärte sie gegenüber Epoch Times.
Kinder, schwangere oder stillende Frauen, Menschen mit Essstörungen in der Vorgeschichte sowie Personen, die blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, sollten vor dem Fasten professionellen Rat einholen.
„Vor allem kann der richtige Zeitpunkt eine qualitativ schlechte Ernährung nicht ausgleichen“, sagte Tshukudu. Es sei besser, fügte sie hinzu, innerhalb eines vernünftigen Fastenzeitraums ein gesundes Frühstück zu sich zu nehmen, als das Fasten zu verlängern, nur um es dann mit einer ungesunden Mahlzeit zu unterbrechen.

Eine alte Sichtweise auf den Zeitpunkt der Mahlzeiten

Die Idee, im Einklang mit den natürlichen Rhythmen des Körpers zu essen, ist nicht neu. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), ein jahrhundertealtes Heilsystem, kommt zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, wenn auch aus einer anderen Perspektive.
Der TCM zufolge erreicht die Magenenergie zwischen 7 und 9 Uhr morgens ihren Höhepunkt, das ist dann die ideale Zeit für das Frühstück. Eine warme, nahrhafte Mahlzeit soll dem Körper Energie liefern und für eine gleichmäßige Energieversorgung über den Tag hinweg sorgen.
Da der Abend als Zeit gilt, in der sich der Körper beruhigen soll, empfiehlt die TCM ein leichteres, bescheideneres Abendessen, um die Verdauung vor dem Schlafengehen nicht unnötig zu belasten.
Die Ansätze unterscheiden sich, der eine stützt sich auf die Forschung zur zirkadianen Biologie, der andere auf ein traditionelles medizinisches System, doch beide weisen in dieselbe Richtung.
„Ich betrachte zeitlich begrenztes Essen weniger als magisches Fasten, sondern eher als Anpassung des Stoffwechsels“, sagte Usama. „Es funktioniert am besten, wenn es den Menschen hilft, zu den Zeiten zu essen, zu denen der Körper biologisch besser darauf vorbereitet ist, Nahrung zu verarbeiten.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „If You Skip a Meal, Should It Be Breakfast or Dinner?“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Schadet die tägliche Dosis Ihrem Herzen? Was die Wissenschaft jetzt zu Kaffee enthüllt

Für Millionen Menschen ist der Griff zur Kaffeetasse am Morgen nicht nur ein Wachmacher, sondern ein unverzichtbares Ritual. Doch wie viel Koffein verträgt das menschliche Herz-Kreislauf-System, ohne Schaden zu nehmen?

Eine aktuelle wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association (AHA), veröffentlicht im Fachjournal „Circulation“, liefert folgende Richtlinie: Für die meisten gesunden Erwachsenen ist der Konsum von bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag unbedenklich – das entspricht etwa drei bis fünf normalen Tassen Filterkaffee (ca. 240 ml pro Tasse).

Mehr noch: Die Auswertung zahlreicher Studien zeigte laut der Stellungnahme, dass moderater Kaffeegenuss das Herz nicht belastet, sondern mit einem geringeren Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle sowie Typ-2-Diabetes einhergehen kann.

Schwarz und unverfälscht: Die Zubereitung entscheidet

Ein entscheidendes Detail der Untersuchung betrifft die Art des Kaffeekonsums. Die gesundheitlich vorteilhaften Effekte wurden vor allem bei schwarzem Kaffee beobachtet, also ohne zugesetzten Zucker, aromatisierte Sirups, Milch oder Sahne.

„Koffein aus Kaffee ist für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags. Unsere Überprüfung der neuesten Daten zeigt, dass ein täglicher Konsum von bis zu 400 Milligramm Koffein das kardiovaskuläre Risiko nicht erhöht“, erläutert Dr. Gregory M. Marcus, Professor für Medizin an der University of California in San Francisco und Erstautor der kürzlich erschienenen Stellungnahme.

Warum Kaffee das Herz schützen kann, liegt nach Erkenntnissen der Forscher nicht zwingend am Koffein allein. Die Kaffeebohne enthält eine Vielzahl bioaktiver Substanzen mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. In klinischen Studien zeigte sich beispielsweise, dass Kaffeekonsum das Risiko für Vorhofflimmern, eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen,  senken kann, wenngleich er vereinzelt Herzklopfen begünstigen kann.

Vorsicht vor Energydrinks und Shots

Scharfe Kritik üben die Wissenschaftler hingegen an hochkonzentrierten Koffeinquellen wie Energydrinks und sogenannten Energy-Shots. Im Gegensatz zum schrittweisen Kaffeegenuss führen diese Produkte dem Körper in sehr kurzer Zeit extrem hohe Koffeindosen zu. Ein Energy-Shot kann pro Volumeneinheit drei- bis viermal so viel Koffein enthalten wie regulärer Kaffee.

Diese Dosen stehen laut Untersuchungen im Verdacht, akuten Bluthochdruck sowie gefährliche Herzrhythmusstörungen auszulösen. „Hohe Koffeindosen, wie sie in Energydrinks vorkommen, können schädliche Auswirkungen auf das Herz haben und sollten gemieden werden“, so Kardiologe Marcus.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Sprengstoff-Drohne Am Flughafen: Dobrindt springt von „hybridem Anschlagsszenario“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Dabei schließt er auch „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.
Es handele sich um ein „hybrides Anschlagsszenario“, sagte Dobrindt am Abend in einer Pressekonferenz am Flughafen. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden.
Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. Außerdem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um militärischen Sprengstoff handele.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.
Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Dobrindt unterbrach seinen Urlaub für eine Lagebesprechung vor Ort.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, erklärte das sächsische Landeskriminalamt (LKA). An der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt.

Lagebesprechung mit den Spitzen der Sicherheitsbehörden

Dobrindt hatte nach dem Vorfall seinen Sommerurlaub unterbrochen, um zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen Halle/Leipzig zu reisen.
In einer Pressekonferenz sagte er, alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Aber: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, so Dobrindt. Man habe es mit einem Wettbewerb zu tun, der „möglicherweise auch fremde Mächte“ mit einschließe, die offensichtlich zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten.
Mit hybriden Angriffen sind in der Regel Angriffe im Verborgenen gemeint, die nicht auf direkte Konfrontation abzielen, sondern Verunsicherung schaffen sollen. Dabei können verschiedene Instrumente wie Sabotage, wirtschaftlicher Druck oder Desinformation zusammenkommen.
Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Laut Sicherheitskreisen wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Flughafenverband sieht Lücken

Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte etwa der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen.
In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.

Auf der Südpist des Flughafens Leipzig/Halle Airport.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Luftverkehrsexperte: Sicherheitslage noch nicht gut zu bewerten

Der Dresdner Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke sieht eine neue Dimension der Bedrohung für kritische Infrastruktur. Anders als bei bisherigen Drohnenvorfällen gehe es nicht mehr allein um die Gefahr einer Kollision mit einem Flugzeug oder Schäden durch die Drohne selbst.
Eine Sprengvorrichtung erhöhe das Gefahrenpotenzial erheblich, sagte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden dpa.
Die Ermittlungen müssten nun vor allem klären, woher die Drohne kam, wie sie unbemerkt in die Flugverbotszone des Flughafens gelangen konnte und warum sie erst auf der Start- und Landebahn entdeckt wurde. Zudem müsse überprüft werden, wie zuverlässig bestehende Sicherheitssysteme kleine Multicopter überhaupt erkennen können. Erst dann lasse sich die Sicherheitslage richtig bewerten.
Sollte sich ein gezielter Anschlagsversuch bestätigen, zeige der Vorfall, „dass wir in der Entdeckung derart kleiner Objekte an kritischen Infrastrukturen noch nicht gut sind“, sagte Fricke. Das gelte sowohl für die verfügbaren Technologien als auch für die Geschwindigkeit, mit der diese in der Praxis eingeführt würden.

Technik vorhanden – Einführung dauert zu lange

Grundsätzlich seien geeignete Technologien zur Drohnenerkennung verfügbar. Radar-, Laser-, Kamera- und Infrarotsysteme könnten miteinander kombiniert werden, um Drohnen möglichst früh zu entdecken. Mithilfe von Algorithmen lasse sich zudem ihre Flugbahn vorhersagen.
„Die Entwicklungen gehen auf prototypischer Ebene gut voran, aber die Implementierung am Markt beziehungsweise in den Einrichtungen muss schneller werden“, sagte Fricke. Aus Sicht Frickes sollten neue Systeme schneller aus der Forschung in die praktische Anwendung gelangen. Nicht alle Funktionen müssten dabei von Anfang an verfügbar sein. Stattdessen plädierte er für ein „gestaffeltes Implementieren“ neuer Technologien.
Als eine der größten technischen Herausforderungen bezeichnete Fricke die Vorhersage der Flugbahn einer bereits entdeckten Drohne. Gerade diese Fähigkeit sei entscheidend, um Sicherheitskräfte rechtzeitig reagieren zu lassen.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigte sich der Luftverkehrsexperte wenig optimistisch. Auf die Frage, ob künftig häufiger mit vergleichbaren Vorfällen zu rechnen sei, antwortete er: „Leider ja, solange die Russland-Aggression nicht stoppt.“ (dpa/red)
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06.08.2026 | Guatemalas Behörden: Vulkanausbruch ist beendet | Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus

HEUTE6:23 Uhr

Kritik an Regierungsplänen zur E-Bonpflicht

Der Handelsverband Deutschland (HDE), das Bäckerhandwerk und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisieren Pläne zur geplanten E-Bonpflicht. Das Finanzministerium will digitale Kassenbons ab 2028 zum Standard machen, Papierbelege gebe es dann nur auf Nachfrage. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE5:25 Uhr

Guatemala: Behörden erklären Vulkanausbruch für beendet

Nach insgesamt 50 Stunden seit Beginn des Ausbruchs des Volcán de Fuego sei dieser abgeschlossen, teilte das Nationale Institut für Vulkanologie mit. Trotz nachlassender Eruptionen seien plötzliche Lavaströme nicht ausgeschlossen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass einige Bewohner sich auf den Rückweg in ihre Häuser gemacht hätten.  Rund 1.700 Menschen waren evakuiert worden.

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HEUTE4:45 Uhr

Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus

Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO hörte die Besatzung eines Öltankers in der Nacht in der Straße von Hormus zwei Explosionen. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet, Tanker und Besatzung waren nicht betroffen.
 
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Huthi-Miliz meldet zwei weitere Angriffe auf saudiarabische Öltanker

Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben zwei saudiarabische Öltanker angegriffen. Das Schiff „Wafa“ sei mit mehreren Raketen „erfolgreich“ attackiert worden, sagte Huthi-Sprecher Jahja Saree in einem am Mittwoch verbreiteten Video. Der Angriff habe vor der Küste der saudiarabischen Stadt Janbu am Roten Meer stattgefunden.
Später meldete Saree einen weiteren Angriff der Huthis mit ballistischen Raketen auf den Öltanker „Daisy“ im Golf von Aden, der ins Rote Meer führt.

Zahl der Angriffe steigt

Mit dem jüngsten Angriff auf die „Daisy“ steigt die Zahl der seit Beginn der von den Huthis angekündigten Seeblockade am 22. Juli angegriffenen Handelsschiffe nach Angaben der Miliz auf neun.
Die Huthi-Miliz hatte seither nach eigenen Angaben auch saudiarabische Ölanlagen angegriffen. Saudi-Arabien seinerseits griff Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet im Jemen an.

Bedeutung der Route über das Rote Meer

In Janbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden.
Seit der Blockade der Meerenge von Hormus östlich der arabischen Halbinsel wurde die Seeroute über das Rote Meer und die Meerenge Bab-al-Mandab immer wichtiger. Bab-al-Mandab liegt zwischen dem Jemen im Osten sowie Eritrea und Dschibuti im Westen.

Huthis kündigen weitere Angriffe an

Der Huthi-Sprecher erklärte, die Blockade habe Saudi-Arabien dazu gezwungen, „seine Öltanker in Richtung des nördlichen Roten Meeres umzuleiten“. Daher werde die Gruppe nun „ihre Angriffe auf saudiarabische Öltanker im nördlichen Roten Meer verstärken, um alle Zugänge zu sperren“. (afp/red)
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Netanjahu stellt sich gegen US-Plan zum Gazastreifen

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich gegen den Plan von US-Präsident Donald Trump zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen gestellt.
„Wir haben nicht zugestimmt, es ist nicht unser Entwurf“, sagte Netanjahu in einem in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Online-Video.

Trump setzt auf Entwaffnung und Truppenabzug

Trump hatte seine Pläne für eine Entwaffnung der Hamas und ihrer Verbündeten sowie einen Rückzug der israelischen Armee vergangene Woche als „Meilenstein“ bezeichnet. Nach seinen Vorstellungen sollte die Hamas schrittweise ihre Waffen abgeben.
Anschließend sollten sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollten dann die Verantwortung übernehmen.
Israel lehnt jedoch vor allem einen Abzug seiner Truppen ab. Zuletzt hatte der von Trump ins Leben gerufene „Friedensrat“ bei einem Treffen mit Netanjahu am Montag zugesagt, die israelische Armee müsse sich erst zurückziehen, wenn die Hamas „vollständig“ entwaffnet sei.

Israel prüft Änderungsvorschläge

Trumps Team glaube, „dass es für eine Entwaffnung der Hamas und eine Entmilitarisierung des Gazastreifens sorgen kann“, sagte Netanjahu. „Das prüfen wir.“ Er fügte hinzu, dass den USA Änderungsvorschläge übermittelt worden seien.
Netanjahu muss bei der Parlamentswahl im Herbst um seine Wiederwahl bangen. Teile seiner Koalitionspartner hatten in den vergangenen Tagen den Druck auf ihn erhöht, die Vereinbarung abzulehnen.
Bei einer Veranstaltung am Mittwoch, den 5. August, bezeichnete Netanjahu Trump als „unseren größten Freund, einen der größten Freunde, die wir je im Weißen Haus hatten“. Zugleich betonte er: „Ich möchte aber auch klarstellen: Die Existenz Israels steht nicht zur Verhandlung.“

Armee will weiter gegen Hamas vorgehen

Israels Armeechef Ejal Samir erklärte, die Streitkräfte würden weiterhin „proaktiv“ im Gazastreifen vorgehen. Die Verantwortlichen für den Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023 würden „weiter aufgespürt“.
Nach Angaben Samirs haben die israelischen Streitkräfte die Hamas im Gazastreifen „geschlagen“. Die islamistische Miliz sei „erheblich geschwächt und die Sicherheitslage grundlegend verändert“, sagte er laut einer Erklärung des Militärs bei einem Besuch israelischer Soldaten im Gazastreifen.

Israels Armee will nach eigenen Angaben weiter „proaktiv“ im Gazastreifen vorgehen und Bedrohungen beseitigen. (Archivbild)

Foto: Amir Levy/Getty Images

Die Armee werde „weiterhin proaktiv und nach dem von uns festgelegten Grundsatz vorgehen – Bedrohungen zu beseitigen und in jeder Situation die Gemeinden und ihre Bewohner zu schützen sowie ihre Sicherheit zu gewährleisten“.

Hamas bekräftigt Zustimmung unter Vorbehalt

Die Hamas hatte den US-Plänen nach monatelangen Verhandlungen zwar zugestimmt – allerdings nur bedingt. Hamas-Sprecher Hasem Kassem bekräftigte am Mittwoch, den 5. August, die „Verpflichtung zu den Vereinbarungen, die mit den Vermittlern und dem Friedensrat getroffen wurden“. Einzelheiten nannte er nicht.

Hintergrund des Gaza-Kriegs

Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei den Massakern töteten die Islamisten mehr als 1220 Menschen und verschleppten 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen.
Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen. In den zwei folgenden Kriegsjahren wurden nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 70.000 Menschen im Gazastreifen getötet. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe.

Berichte über verschärfte Einsatzregeln

Israelischen Medienberichten zufolge wurden die Armeeeinheiten zuletzt angewiesen, ihre Einsatzregeln zu verschärfen. Demnach muss für Angriffe im Gazastreifen künftig die Genehmigung des Armeechefs eingeholt werden – es sei denn, es besteht „unmittelbare Gefahr“.
Dies wäre eine Änderung des bisherigen Vorgehens, wonach Angriffe lediglich der Zustimmung des jeweiligen Regionalkommandeurs bedurften. Weder die Armee noch Netanjahus Büro äußerten sich bislang zu den Berichten.  (afp/red)
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Bundestags-Petition gegen Krypto-Steuerpläne erfolgreich

Die geplante Reform der Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen wird bald den Deutschen Bundestag beschäftigen. Eine Online-Petition gegen die mögliche Abschaffung der einjährigen Steuerfreiheits-Regelung bei Bitcoin und Co. („Haltefrist“) hat das notwendige Quorum von 30.000 Unterschriften erreicht.
Damit muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit dem Anliegen der Anleger beschäftigen.

Kritik an Plänen des Finanzministeriums

Die Petition richtet sich gegen Pläne aus dem Bundesfinanzministerium. Demnach könnten Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal besteuert werden.
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich durch die Neuregelung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Die Sozialdemokraten halten die geplante Regelung zudem für fairer, wenn Bitcoin und andere Kryptowährungen steuerlich den konventionellen Aktien gleichgestellt würden.

Anleger wollen Haltefrist erhalten

Die Unterzeichner fordern den Erhalt der bisherigen Regelung. Wer Bitcoin, Ethereum oder andere digitale Vermögenswerte länger als ein Jahr im Privatvermögen hält, kann Veräußerungsgewinne bislang vollständig steuerfrei vereinnahmen.

Sorge um Standort Deutschland

Kritik gibt es vor allem daran, dass eine Abschaffung der Haltefrist langfristige Anleger benachteiligen und den Innovationsstandort Deutschland schwächen würde. Nach Ansicht der Initiatoren der Petition ginge die geplante Regelung zulasten von Bitcoin-Sparern, die ihre digitalen Vermögenswerte langfristig halten wollen.
Sie sehen darin zudem einen Bruch mit dem bisherigen Steuersystem. Bitcoin wird derzeit ähnlich wie Gold, Fremdwährungen, Kunst oder Sammlerstücke behandelt. Auch dort sind private Gewinne nach Ablauf der gesetzlichen Frist steuerfrei. (dpa/red)
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Batterieverband: Europa droht Anschluss zu verlieren

Beim Aufbau einer eigenen europäischen Batterieindustrie fehlt es in Deutschland nach Einschätzung der heimischen Industrie an Tempo und Koordination.
„Wir sind zu zaghaft darin, nachhaltig Zukunftsindustrien aufzubauen und die dafür erforderlichen Investitionen zu mobilisieren“, sagte Stefan Wolf, Geschäftsführer des Batterieverbands, dem „Tagesspiegel Background“.
Notwendig sei ein gemeinsames Vorgehen von Staat und Industrie – gerade, weil die Autobranche derzeit mit Absatzschwierigkeiten kämpfe und ihre finanziellen Spielräume schrumpften.

Konkurrenz aus China und den USA

Chinesische Hersteller seien über Jahrzehnte mit massiven Subventionen aufgebaut worden und suchten wegen Überkapazitäten im Heimatmarkt gezielt den Weg nach Europa, so Wolf. Die USA schotteten ihren Markt dagegen längst ab.
„Die USA haben hohe Barrieren eingeführt“, sagte er. Europa bleibe dadurch „eine Art Rettungsanker“ für chinesische Konzerne. Eine Ausnahme sei Tesla: Der Konzern habe den sogenannten Trockenbeschichtungsprozess industrialisiert und skaliere das Verfahren nun auch am Standort Grünheide.

Mehr Nachfrageanreize gefordert

Trotz milliardenschwerer Förderprogramme habe die deutsche Politik bislang zu wenig auf marktgestaltende Instrumente gesetzt. Neben Fördergeldern brauche es gezielte Nachfrageanreize.
Wolf verglich den nötigen Schritt mit einem Brückenbau: „Um mit einem Brückenbau das Tal des Todes zu überqueren, geht man von beiden Seiten vor: neue Technologien entwickeln und neue Technologien nachfragen.“ Als Vorbild nannte er die USA, wo Steuergutschriften an Unternehmen aus China, Russland, Nordkorea oder dem Iran ausgeschlossen sind.

Kritik an der Bundesregierung

Kritisch äußerte sich Wolf zur aktuellen Bundesregierung. Während Forschungsministerium und Kanzleramt die Bedeutung der Batterietechnologie erkannt hätten, agiere das Wirtschaftsministerium zurückhaltend.
Trotz Rückschlägen bei Northvolt, SVolt, Cellforce und Varta zeigte er sich mit Blick auf eine zweite Investitionsrunde in Ländern wie Frankreich, Schweden und den Niederlanden zuversichtlich. Die Batterietechnologie bleibe neben Mikroelektronik und Künstlicher Intelligenz „ganz entscheidend für die Zukunft unserer Industrie“.

Deloitte: Asien dominiert Batteriefabriken

Eine aktuelle Deloitte-Studie unterstrich zu Beginn der Woche die Dringlichkeit. Ihr zufolge werden 98 Prozent der großen Batteriefabriken in Europa von asiatischen Unternehmen betrieben – allen voran vom chinesischen Weltmarktführer CATL.  (dts/red)
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Funken aus Kabeln für Windkraftanlagen könnten Großbrand nahe Athen ausgelöst haben

Kabelleitungen einer Windkraftanlage auf dem Berg Poikilo haben in der vergangenen Woche möglicherweise einen Großbrand in Griechenland ausgelöst. Das Feuer tobt seit dem 31. Juli vor den Toren der Hauptstadt.
Der Brand brach in der Region Böotien nordwestlich von Athen aus und breitete sich anschließend in der Region Westattika aus. Das Feuer, verstärkt durch starke Winde, vernichtete Tausende Hektar Waldflächen und richtete auch hohen Sachschaden an, da auch viele Häuser in Flammen aufgingen.

Kabel lösten offenbar Funkenflug aus

Wie die griechische Wirtschaftszeitung „Fortune Greece“ berichtete, sind im Zuge der Ermittlungen zu den Ursachen des Feuers zwei Männer – ein Elektroingenieur und ein Bauunternehmer – festgenommen worden. Gegen sie haben Behörden ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung mit bedingtem Vorsatz in einem besonders schweren Fall eingeleitet.
Bisherige Untersuchungen ergaben, dass das Feuer aufgrund von Funken in einem privaten Stromübertragungsnetz für elektrische Energie aus Windkraftanlagen ausgebrochen sein könnte. Ermittelt wird auch gegen den Eigentümer der Windkraftanlagenanlage. Er habe aber noch nicht ausfindig gemacht werden können, heißt es im Bericht.
Am vergangenen Samstag waren Feuerwehr, Küstenwache sowie private Boote im Einsatz, um 254 Menschen vom Strand von Agios Vasilios zu evakuieren. Sie hatten dort Schutz gesucht, nachdem dicke Rauchschwaden den einzigen Fluchtweg aus dem Dorf abgeschnitten hatten.

Gewaltige Schadensbilanz

Laut einer Schätzung des Wetterdienstes meteo.gr am Nationalen Observatorium zerstörten die Flammen in Westattika und Böotien insgesamt rund 13.300 Hektar Fläche, berichtet das Nachrichtenportal „newsit“. 11.272 Hektar entspricht zweimal die Fläche des Starnberger See.
Der Schaden an den Wäldern der Region sei verheerend. So seien etwa 90 Prozent der Flächen des Berges Pateras den Flammen zum Opfer gefallen, ebenso weite Teile des Kithairon-Gebirges, das für seine seltenen Tannen- und Zedernwälder bekannt ist.
Besonders schwer getroffen hat es laut dem Nachrichtenportal „in“ den kleinen Badeort Porto Germeno, der etwa 70 Kilometer nordwestlich von Athen am Fuße des Kithairon-Gebirges liegt. Mehr als 100 Häuser verbrannten alleine dort, die einst von einem grünen Kiefernwald bewachsene Umgebung gleicht nun einer trostlosen Mondlandschaft.
Wie griechische Medien weiter berichten, brennt es zwar auch am sechsten Tag immer noch, doch mittlerweile haben die Einsatzkräfte die Flammen unter Kontrolle und löschen nur noch kleine Brandnester. Allerdings besteht weiterhin die Gefahr, dass einzelne Brandherde erneut aufflammen. Um zu patrouillieren, sind viele Feuerwehrleute in dem Katastrophengebiet.
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5. August: Drohnen am Flughafen Leipzig | Kritik an Wahlkampfauftritten | Festnahmen wegen Großbrand

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Drohnen am Flughafen Leipzig

Zwei Drohnenvorfälle am Flughafen Leipzig/Halle haben die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Zunächst wurde eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs mit einem unbekannten Sprengsatz gefunden. Spezialkräfte entschärften den Fund. Zudem kollidierte ein zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug, das wegen des Polizeieinsatzes durchstarten musste. Das Flugzeug landete sicher in Hannover.

Kritik an Wahlkampfauftritten

Schauspieler Dieter Hallervorden hat bei mehreren Wahlkampfauftritten für die CDU in Sachsen-Anhalt Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius angegriffen. Dies stößt auf parteiinterne Kritik. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die derzeit regierende CDU liegt in Umfragen deutlich hinter der AfD.

Festnahmen wegen Großbrand

Seit sechs Tagen brennen westlich von Athen Wälder. Tausende Hektar Waldfäche wurden bereits zerstört. Ermittler vermuten Kabelleitungen einer Windkraftanlage als Ursache und nahmen einen Bauunternehmer sowie einen Elektroingenieur fest. Nach dem Betreiber der Windkraftanlage wird gefahndet.

Schifffahrt auf Rhein erschwert

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein verlagern viele betroffene Unternehmen der chemischen Industrie ihre Transporte auf die Schiene oder den Lkw. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat für morgen eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Dort will er mit Vertretern der betroffenen Branchen über die aktuelle Lage beraten.

SpaceX auf Billionen-Kurs

SpaceX hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar – rund 6,75 Milliarden Euro. Das Unternehmen setzt auf künstliche Intelligenz, Starlink und Starship. Bis zum Jahr 2030 erwartet Elon Musk einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar. Gleichzeitig bleiben hohe Investitionen und Börsenrisiken.
 
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Fast 4 Milliarden Euro Entlastung durch Batteriespeicher pro Jahr


In Kürze:

  • Batteriespeicher sollen bei der deutschen Energiewende die Lösung für Hellbrisen darstellen.
  • Mehr Batteriespeicher könnten niedrige Marktwerte wieder anheben und Preisspitzen am Strommarkt dämpfen.
  • Laut dem Fraunhofer-Institut hätten 20 Gigawatt zusätzliche Speicherleistung im vergangenen Jahr 3,9 Milliarden Euro gespart.
  • Zuletzt legten Speicher deutlich zu, der Ausbau bleibt aber weit hinter dem ermittelten Bedarf der Studie zurück.
  • Einen möglichen Ausweg können Batteriespeicher an bestehenden Windkraft- und Solaranlagen darstellen. Sie kommen ohne neuen Netzanschluss aus.

 
Ein großes Problem bei der deutschen Energiewende ist die Wetterabhängigkeit von Windkraft und Photovoltaik. Für eine Entschärfung sollen der schnellere Ausbau netzdienlicher Batteriespeicher und mehr Flexibilität im Stromsystem sorgen.
Zu dieser Einschätzung kommt eine jüngst erschienene Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), des Bundesverbands Solarwirtschaft und des Bundesverbands WindEnergie. Die Kurzstudie mit dem Titel „Die nächste Phase der Energiewende: Flexibilität“ verspricht eine finanzielle Milliardenentlastung für Verbraucher und Marktteilnehmer.

Ein Problem: Hellbrisen

Stromspeicher sind für sogenannte Hellbrisen gedacht. Bei einer Hellbrise – dem Gegenteil der Dunkelflaute – erzeugen Solaranlagen bei starker Sonneneinstrahlung viel Strom, während gleichzeitig auch Windräder bei viel Wind viel Strom erzeugen.
Angesichts dieses Phänomens treten in Stunden mit hoher Erzeugung „immer häufiger und immer stärkere Preisausschläge von negativen Börsenstrompreisen“ auf, wie aus der Analyse hervorgeht.
Hellbrisen führen häufig zu folgenden Problemen im Stromsystem und -markt:
  • Starke Abregelungen: Um die Netze nicht zu überlasten, müssen Netzbetreiber immer häufiger Windkraft- und Solaranlagen per Fernzugriff drosseln oder komplett abschalten. Diese Maßnahmen gehören zum sogenannten Redispatch.
  • Extreme Preise: Der Börsenstrompreis fällt auf oder sogar unter null Euro. Zu Sonnenuntergang entstehen häufig positive Preisspitzen durch Strommangel. Dadurch entsteht eine für Deutschland ungünstige Kostenbilanz beim Stromhandel mit dem Ausland.
  • Hohe Kosten: Die betriebswirtschaftliche Grundlage wird durch sinkende Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zunehmend schwieriger.
  • Sinkende Marktwerte.
Als Ursache benennt das Fraunhofer-Institut die fehlende Flexibilität im Stromnetz. Dieser Umstand verhindere, dass Strom aus den „erneuerbaren“ Energiequellen zeitlich besser genutzt wird. Oder anders ausgedrückt: Diese erneuerbare, wetterabhängige Stromerzeugung weicht zu stark vom Strombedarf der Verbraucher ab.

Theoretische Verzehnfachung der Speicher

Im Fokus der Studie stand der 17-monatige Zeitraum von Januar 2025 bis Ende Mai 2026. Die Autoren untersuchten, was hier eine zusätzliche kurzfristige Flexibilität von 20 Gigawatt (GW) an Speicherleistung mit 4 Stunden Speicherkapazität, also rund 80 GWh, bewirkt hätte.
Ende Mai 2026 lag die gesamte Speicherleistung aller Batteriespeicher hierzulande bei 18,9 GW, also die Leistung, die sie maximal gleichzeitig abgeben können. Im Januar 2025 waren es noch 13 GW. Die Kapazität stieg im Beobachtungszeitraum von 19,2 auf 29,0 GWh. Dies umfasst Heim-, Gewerbe- und Großspeicher.
Heim- und Gewerbespeicher sind aktuell jedoch meist betreiberfreundlich, das heißt, sie können schon vormittags vollgeladen sein. Am späten Vormittag und frühen Nachmittag, wenn die Solarspitze am höchsten ist, können sie bereits nichts mehr aufnehmen. Für eine netzdienlichere Ladung fehlen meist die Anreize.
Wirklich systemdienlich sind damit nur die Großspeicher. Diese kommen heute auf eine Speicherleistung von 3,7 GW und 6,4 GWh Kapazität. Von Januar 2025 bis Mai 2026 wuchsen Leistung und Kapazität von 1,9 auf 3,4 GW, respektive 2,4 auf 5,6 GWh. Die Studie beruht somit auf etwa einer Verzehnfachung der netzdienlichen Speicher.
Diese Speichererweiterung hätte demnach die Probleme der Hellbrise ausgeglichen, die Marktwerte der erneuerbaren Energien erhöht und die EEG-Förderkosten gesenkt. Zugleich wären die Spotmarktpreise gedämpft und das Stromkosten-Saldo im europäischen Handel günstiger gewesen.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht hätten die zusätzlichen 20 GW im Untersuchungszeitraum demnach Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro ermöglicht. Auf ein Jahr gerechnet entspricht das rund 3,9 Milliarden Euro.

Niedriger Marktwert macht Solarstrom teuer

Den Effekt fehlender Speicher sieht man gut am Marktwert. Bei der Photovoltaik – und teils auch bei der Windkraft – fällt er gerade in den Sommermonaten unter die Einspeisevergütung. Diese lag 2025 bei der Photovoltaik für Neuanlagen bei rund 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh).
Von März bis Oktober 2025 befand sich der solare Marktwert mit minimal knapp 2 Cent pro kWh jedoch teils deutlich darunter. Grund dafür ist das häufige Überangebot von Solarstrom, welches den Börsenstrompreis einbrechen lässt. Das bedeutet, dass diese Kraftwerksart ihre staatlich garantierten Kosten auf dem Markt nicht erwirtschaften kann. Solarstrom wird damit zum Zuschussgeschäft für die Bundesregierung.
Auch für 2026 sieht das Bild bisher ähnlich aus. Der monatliche Marktwert sank bereits im Februar unter die durchschnittliche Einspeisevergütung. Ebenso fiel der Marktwert im April auf ein neues Rekordtief von 1,3 Cent pro kWh. Je weiter der solare Marktwert unter dem Einspeisevergütungsbetrag liegt, desto teurer ist diese Energiequelle für den Steuerzahler.
Batteriespeicher können das zeitliche Überangebot der Photovoltaik, also die solaren Stromspitzen, senken. Das soll letztlich den solaren Marktwert wieder erhöhen. Gleichzeitig würden sich die extremen Ausschläge der Spotmarktpreise – sowohl mittags im negativen, als auch abends im positiven Bereich – reduzieren.

Was weitere Batteriespeicher noch bewirken

Nicht nur negative Börsenstrompreise, sondern auch marktliche Abregelungsmengen ließen sich laut Fraunhofer-Analyse reduzieren. Demnach seien bis zu 70 Prozent weniger negative Preise und um 3,3 Terawattstunden (TWh) und rund 55 Prozent weniger Abschaltungen möglich. Ersteres senkt die Zuzahlung zu produziertem Strom. Letzteres verringert die Strommenge, die nicht produziert, aber dennoch bezahlt werden muss.
Zugleich würden sich die Finanzierungsrisiken durch Paragraf 51 EEG deutlich verringern: bei Photovoltaik um rund 75 Prozent, bei Windenergie an Land um fast 55 Prozent und bei Offshore-Windenergie um fast 60 Prozent.
Für die kommenden Jahre sieht der BEE weiteren Handlungsbedarf. Um die von der Bundesregierung angestrebten Ausbauvolumina von jährlich 20 GW Photovoltaik und 15 GW Windenergie besser in das Stromsystem zu integrieren, sei ein stärkerer Speicherzubau erforderlich.
Die Analyse gibt einen zusätzlichen Bedarf von etwa 8 GW Speicherleistung beziehungsweise 32 Gigawattstunden Speicherkapazität pro Jahr an. Zum Vergleich: In den vergangenen zwölf Monaten entstand eine zusätzliche Speicherleistung von rund 4,4 GW – davon allerdings nur etwa 1,5 GW in Großspeichern. Ähnlich verhält es sich beim Kapazitätsausbau: Vom Gesamtplus in Höhe von 7,5 GWh entfallen lediglich 3,2 GWh auf Großspeicher.

Der Markt steht bereit?

Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie erklärte: „Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt. Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen.“
Der BEE fordert vor allem, regulatorische Hemmnisse beim Speicherausbau rasch abzubauen. Dazu nannte der Verband unter anderem beschleunigte und standardisierte Netzanschlussverfahren, den stärkeren Einsatz von Speichern bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen sowie vereinfachte Anschlussregeln für Speicher an bestehenden Netzanschlüssen.
„Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen seitens der EE-Branche zeigt: Der Markt steht bereit“, so Heinen-Esser. „Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus Anfragen auch Projekte werden.“
Im Allgemeinen begrüße die Bundesregierung den Hochlauf von Stromspeichern für das Energiesystem. „Stromspeicher sind wichtig für die Energiewende, da fluktuierende EE-Erzeugung über die Zeit geglättet wird. Neben der Marktintegration ist auch die Netzintegration wichtig“, teilte Tim-Niklas Wentzel, Pressesprecher im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der Epoch Times auf Anfrage mit.
Die Bundesregierung befürwortet besonders die sogenannten co-located Batteriespeicher. Diese Speicher liegen direkt neben einem Solar- oder Windpark und somit ebenfalls hinter dem bestehenden Netzanschlusspunkt der Erzeugungsanlage. „Hierfür ist kein zusätzlicher Netzausbau erforderlich. Das zentrale Instrument sind flexible Netzanschlussvereinbarungen zwischen Speicher- und Netzbetreibern“, erklärte Wentzel.

Knapp 50 Euro für jedermann?

Konkrete Ziele für den Ausbau von Speichern gebe es allerdings nicht. Daher sind vonseiten der Regierung in Berlin aktuell auch „keine zusätzlichen Förderungen oder Anreize geplant. Der Zubau erfolgt marktgetrieben ohne staatliche Förderung“, so Wentzel weiter. „Das Marktumfeld für Stromspeicher ist aktuell äußerst günstig“, begründete er. Die Kosten für Batteriespeicher seien in den vergangenen Jahren stark gesunken.
Mit anderen Worten: Künftige Betreiber können derzeit nicht auf Fördermilliarden hoffen, wie sie Windkraft- und Solarstromerzeuger erhalten. Das ist zumindest für die Steuerzahler eine gute Nachricht, denn dann bliebe die mögliche Einsparung tatsächlich bestehen, statt lediglich in andere Fördertöpfe umgeleitet zu werden.
Dennoch ist kaum zu erwarten, dass das ersparte Geld in den Portemonnaies der Menschen landet. Immerhin wären das knapp 50 Euro pro Person – vom Baby bis zum Rentner – jedes Jahr. Wahrscheinlicher wäre ein Einfließen in den Bundeshaushalt oder den entsprechenden Fonds. Eine Anfrage der Epoch Times an den BEE, was mit möglichen Milliarden geschehen würde, blieb bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unbeantwortet.
Mit Material von AFP
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Weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen in Deutschland

In Deutschland gibt es immer weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU). Mit den Tests werden Verkehrsteilnehmer überprüft, die auffallen, weil sie Verkehrsregeln missachten und damit andere gefährden – zum Beispiel aufgrund von Alkohol- oder Cannabismissbrauch. Umgangssprachlich werden die Prüfungen auch „Idiotentest“ genannt.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) in Bergisch Gladbach bei Köln sank die Zahl der MPU im Jahr 2025 auf 70.135. Das waren fast 7 Prozent weniger als 2024. Auch in den Jahren zuvor war die Zahl bereits zurückgegangen.

Alkohol bleibt häufigster Grund

Der häufigste Anlass für den Eignungstest war weiterhin auffälliger Alkoholkonsum. Er machte 44 Prozent der Untersuchungen aus. Dahinter folgten Untersuchungen, bei denen ein Zusammenhang mit Drogen und Medikamenten bestand (rund 21 Prozent).
Bei den Ergebnissen gab es kaum Veränderungen. 58 Prozent der begutachteten Personen wurden als „geeignet“ eingestuft (2024: 56 Prozent). 38 Prozent wurden als „ungeeignet“ bewertet (2024: 39 Prozent). Etwa 4 Prozent wurde ein Aufbaukurs empfohlen.

ADAC sieht weniger Alkoholfahrten als Ursache

Der Rückgang der MPU-Zahlen hat nach Einschätzung des ADAC mehrere Gründe. „Ein Faktor wird sein, dass der Alkoholkonsum in der Gesellschaft insgesamt zurückgeht und gleichzeitig das Bewusstsein für die Gefahren von Alkohol am Steuer gestiegen ist“, sagte ein Sprecher.
Das zeige sich auch in den Unfallzahlen. „Weniger Alkoholfahrten führen folglich auch zu weniger Fällen, in denen eine MPU angeordnet wird.“
Eine MPU wird angeordnet, wenn das Risiko für eine erneute Auffälligkeit im Straßenverkehr als besonders hoch gilt.  (dpa/red)
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Lateinische Briefe: „Narnia“-Verfasser C.S. Lewis und der heilige Giovanni

Latein mag als tote Sprache gelten, doch gerade sie ermöglichte eine ungewöhnlich lebendige Freundschaft zwischen dem beliebten irischen Schriftsteller C. S. Lewis und dem 1999 heiliggesprochenen italienischen Priester Giovanni Calabria.
Obwohl die beiden Männer sich nie trafen, schrieben sie sich zwischen 1947 und 1961 zahlreiche Briefe – alle durchgehend in Latein verfasst, eine Herausforderung, die gut zu einem Altphilologen und einem römisch-katholischen Priester passt.
„Sie waren klar, fließend und von außerordentlicher Frische“, schrieb Martin Moynihan in seinem kurzen Buch über den Briefwechsel dieser beiden außergewöhnlichen Männer. (Alle folgenden Zitate ebendort entnommen, frei übersetzt aus dem Englischen).
„Sie besaßen zudem den Hauch des Besonderen – nicht zuletzt durch ihren kunstvollen Anfang und Abschluss, also die stets leicht variierten förmlichen Anreden und Abschiedsformeln. Jede Anrede war eine Unziale, jeder Schluss ein Kolophon – jeweils mit ihren ganz eigenen charakteristischen Verzierungen.“

Die Entdeckung der Lewis-Briefe

Moynihan freute sich ungemein, als er in den Archiven des Wheaton College die Briefe von Lewis an „einen Korrespondenten in Italien“ entdeckte. Es gab 25 Briefe von Lewis, geschrieben in makellosem Latein, ein bis zwei pro Jahr zwischen 1947 und 1961.
Es sind jedoch keine Kopien von Calabrias Antworten mehr erhalten. Moynihan erklärte, es sei Lewis’ Gewohnheit gewesen, Briefe, die er erhielt, nicht lange aufzubewahren, und er habe Calabrias Briefe verbrannt, nicht weil er sie nicht geschätzt habe, sondern weil er der Meinung war, sie verdienten den Respekt des Schweigens.
Mit seinen eigenen Worten: „Denn heutzutage graben investigative Forscher all unsere Angelegenheiten aus und besudeln sie mit dem Gift der ‚Öffentlichkeit‘ – um einer barbarischen Sache einen barbarischen Namen zu geben.“ Lewis wollte nicht, dass Calabria diese Schande erleide, und bewahrte daher die Briefe des Priesters an sich selbst nicht auf.
C.S. Lewis um 1957. Foto: John S. Murray, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

C.S. Lewis um 1957.

Foto: John S. Murray, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Calabria, der Priester

Calabria war ein in Verona lebender italienischer Priester und der Gründer von zwei religiösen Kongregationen, den „Armen Dienern der göttlichen Vorsehung“ und den „Armen Dienerinnen der göttlichen Vorsehung“. Er gründete auch Waisenhäuser und Heime für verlassene Jugendliche.
Calabria wurde 1873 geboren und 1901 zum Priester geweiht. Eine Begebenheit, die sich während seines Studiums im Priesterseminar ereignete, offenbarte Calabrias mitleidiges Herz. In einer eiskalten Novembernacht im Jahr 1897, Calabria kam gerade von einem Besuch bei den Kranken im Hospital zurück, entdeckte er vor seiner Haustür einen Jungen. Er kauerte dort und zitterte.
Wie sich herausstellte, war der Junge auf der Flucht vor jemandem, von dem er befürchtete, dass er ihn verprügeln würde. Calabria nahm den Jungen bei sich auf. Diese Begegnung markierte den Beginn seiner Fürsorge für die Waisen und Verlassenen.
Nach seiner Priesterweihe wirkte Calabria als Beichtvater und Kaplan an der Stephanuskirche zu Verona. Hier stand er den Menschen in der Beichte bei, vollbrachte Werke der Barmherzigkeit  und nahm sich der Ausgestoßenen und Vergessenen an.
Calabrias Wege durch die gewundenen und sonnengebleichten Straßen Veronas würden sich wohl kaum mit denen eines Oxford-Gelehrten kreuzen. Doch genau das taten sie. Im Jahr 1947 geriet eine italienische Übersetzung von Lewis’ „Dienstanweisungen für einen Unterteufel“ (Originaltitel: „The Screwtape Letters“) in die Hände des Priesters. Calabria beschloss umgehend, dem Autor des Buches zu schreiben. Doch es gab ein Problem: Er konnte kein Englisch.
Er vermutete jedoch – und lag damit richtig –, dass Lewis als geschätzter Altphilologe wohl des Latein mächtig sein würde. Und so schrieb er am 1. September 1947 in der antiken Sprache einen Brief an den Professor.
Zu seiner Freude antwortete Lewis und eine langjährige Brieffreundschaft zwischen den beiden Seelenverwandten begann. Ihre Gespräche streiften gar viele Themen, persönliche als auch theologische.
Porträt des Heiligen Giovanni Calabria. Verona, Privatsammlung. Giacomo Augusto/CC BY-SA 3.0

Porträt des Heiligen Giovanni Calabria. Verona, Privatsammlung.

Spirituelle Verwandtschaft in einer Welt im Wandel

Ein wiederkehrendes Thema betraf ihren gemeinsamen Wunsch nach Einheit unter den Christen. Für Calabria war dieses Fundament der Einheit im Papsttum zu finden.
Lewis hatte als Anglikaner wahrscheinlich eine andere Vorstellung vom Wesen der christlichen Einheit, doch auch er betete für die Einheit unter den verschiedenen Konfessionen. Lewis schien in der Freundschaft zwischen sich und dem Priester jenen kleinen Akt der Versöhnung zu sehen, die er sich für alle Christen erhoffte.
Er fand es „eine wunderbare Sache und eine Stärkung des Glaubens, dass zwei Seelen, die sich in Lebensort, Nationalität, Sprache, Ordensgehorsam und Alter voneinander unterscheiden, in herzliche Vertrautheit geführt worden sind: So weit übersteigt die Ordnung der geistigen Wesen die materielle Ordnung“, zitierte Moynihan in seinem Buch.
Er merkte außerdem an, dass die Konfrontation mit gemeinsamen Feinden dazu beitragen könnte, eine gemeinsame Basis unter Christen zu schaffen, und nannte die Verfolgungen durch Hitler als konkretes Beispiel. „Diejenigen, die dasselbe von denselben Leuten für dieselbe Sache erleiden, können kaum umhin, Liebe untereinander zu empfinden.“
Lewis und Calabria blickten düster auf den Zustand Europas, das sich ihrer Ansicht nach immer weiter von seinen christlichen Wurzeln entfernte. In einem Brief vom 17. März 1953 stellte Lewis fest, dass die Abkehr des Westens vom Christentum nicht mit seinem vorchristlichen Zustand verglichen werden könne.
Er schrieb: „Was Sie über den gegenwärtigen Zustand der Menschheit sagen, ist wahr; ja, er ist sogar noch schlimmer, als Sie sagen.
Denn die Menschen vernachlässigen nicht nur das Gesetz Christi, sondern selbst die natürliche Ordnung, wie sie auch die Heiden erkannt haben. Heute erröten sie nicht mehr angesichts von Ehebruch, Verrat, Meineid, Diebstahl und anderen Verbrechen – Verbrechen, von denen ich nicht einmal sagen will, dass nur christliche Lehrer sie verurteilt haben; auch die Heiden und die Barbaren selbst haben sie verurteilt.
Diejenigen irren, die sagen: ‚Die Welt wird wieder heidnisch.‘ Ach, wäre es doch so! In Wahrheit fallen wir in einen weit schlimmeren Zustand zurück.
Der ‚nachchristliche Mensch‘ ist nicht dasselbe wie der ‚vorchristliche Mensch‘. Er ist so weit davon entfernt wie eine Jungfrau von einer Witwe: Es gibt nichts Gemeinsames außer dem Mangel an einem Ehepartner; aber es gibt einen großen Unterschied zwischen einem zukünftigen Ehepartner und einem verlorenen Ehepartner.“

Man kehre auch vor der eigenen Tür

Lewis verstand jedoch, dass die Heilung der Übel dieser Welt damit beginnt, die Probleme vor der eigenen Haustür anzugehen. Die Verbesserung des Loses der Menschheit beginnt mit der Verbesserung des Loses des eigenen Nächsten. „Hüten wir uns davor, dass wir, während wir uns vergeblich wegen des Schicksals Europas quälen, Verona oder Oxford vernachlässigen“, warnte er.

Die beiden Männer tauschten auch persönlichere Gedanken aus, etwa als Calabria so lange über seine eigene Sündhaftigkeit klagte, dass Lewis sich dazu veranlasst sah, ihn davor zu warnen, darüber in Traurigkeit oder ängstliche Sorge zu verfallen.
Lewis seinerseits teilte Calabria den Schmerz mit, den die Krankheit seiner geliebten Frau Joy verursachte (Lewis nannte es auf Latein „letalis morbus“, ihre „tödliche Krankheit“). Doch selbst in diesen schweren Stunden bemerkte Lewis, dass jene dunklen Tage des Leids und des schmerzlichen Abschieds nicht ohne Freude und Trost geblieben waren. „Und wie sollte es auch anders sein?“, schrieb er. „Hat Er doch verheißen, die Trauernden zu trösten?“

Einige Bemerkungen waren jedoch heiterer Natur, etwa als Lewis erklärte, er habe nicht schneller antworten können, weil er unter „dem Fluch unseres Ur-Vaters“ gelitten habe – womit er die Last meinte, seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, indem er sich zu Beginn des Semesters mit einer Flut zurückkehrender Studenten beschäftigte.

Moynihan fasste den Briefwechsel zwischen C.S. Lewis und Giovanni Calabria so zusammen: „Wenn man auf das Ganze zurückblickt, sieht man, dass Lewis und Father John sich darin einig sind, einen Dienst der Nächstenliebe zu lehren.“ Diese Tugend scheint in den Worten, die diese Männer schrieben, ebenso aufzuleuchten und Licht zu spenden wie in dem Leben, das sie führten.
Sie setzten ihren Austausch bis zu Calabrias Tod fort. Er starb am 4. Dezember 1954, nachdem er Gott sein Leben für das des kränkelnden Papstes Pius XII. angeboten hatte (der sich erholte und noch weitere vier Jahre lebte).
Nach Calabrias Tod setzte Lewis den Briefwechsel mit anderen Mitgliedern von Calabrias Gemeinschaft bis in die frühen 1960er-Jahre fort. Calabria wurde 1999 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Die verlorene Kunst des Nachsinnens

Neben dem Zeugnis für die brüderlichen Herzen zweier guter Männer besitzt dieser einzigartige Briefwechsel zwischen Lewis und Calabria auch einen besonderen literarischen Wert: Er erinnert uns an die (weitgehend verloren gegangene) Kunst des Briefeschreibens.
Pater George Rutler schrieb 2018 im „Crisis Magazine“, das edle Latein dieser beiden Freunde sei ein letzter Nachhall einer Denk- und Schreibweise gewesen, die bereits zu ihrer Zeit im Begriff war, aus der Welt zu verschwinden – und die in unserer eigenen Zeit noch viel mehr verloren gegangen ist.
„Der rhythmische Briefwechsel zwischen dem Oxforder Akademiker und dem Priester aus Verona erinnert uns unter anderem an den Zusammenbruch des Briefeschreibens als Prüfstein der Kultur. Für viele ist die einzige Post heute die E-Mail. Textnachrichten verhindern das Nachsinnen und blockieren jeden inneren Cicero.“
Die Beständigkeit und Mühe, die diese beiden in ihre Briefe steckten, helfen, uns an die Würde zu erinnern, die sogar eine „beiläufige“ Kommunikation begleiten kann.
Ganz zu schweigen davon, dass es uns das Studium des Lateinischen empfiehlt – man weiß schließlich nie, wann man es brauchen könnte.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Remarkable Friendship Between C.S. Lewis and This Italian Saint“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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SPD kämpft für Rente nach 45 Beitragsjahren

Das geplante Aus für die abschlagsfreie vorgezogene Rente für Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren stößt in der SPD weiter auf Widerstand. Menschen, „die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben“, müssten von ihrer Lebensleistung profitieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ laut Mitteilung vom Mittwoch. Weitere SPD-Politikerinnen und -Politiker äußerten sich ähnlich.
Lies bekannte sich grundsätzlich zur geplanten Rentenreform. Zugleich forderte er, Bund und Länder müssten gemeinsam Lösungen finden, die unterschiedliche Lebensleistungen und Lebensrealitäten ausreichend berücksichtigten. Es dürfe keine „Lösungen mit der Gießkanne“ geben.

AGS fordert strukturelle Reformen

Die Arbeitsgemeinschaft Selbstständige in der SPD (AGS) erklärte: „Wer 45 Jahre gearbeitet hat, soll nicht zum Sparmodell der Rentenreform werden.“ Diese Menschen hätten Anspruch auf Verlässlichkeit, betonten die AGS-Vorsitzenden Ralph Weinbrecht und Renate Kürzdörfer. Die abschlagsfreie Rente sei keine Sonderleistung, sondern Ausdruck eines fairen Generationenvertrags.
Zur Sicherung der Rentenfinanzierung fordert die AGS strukturelle Reformen. Dazu zählen die schrittweise Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die Sozialversicherung, die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln, eine stärkere Orientierung der Rente an tatsächlichen Beitragszeiten sowie der Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Schwesig: Auch Berufsanfänger schützen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich dafür aus, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren auch für heutige Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger zu erhalten. Dem TV-Sender Welt sagte sie, es sei nicht gerecht, wenn jemand, der mit 16 Jahren ins Berufsleben starte, länger arbeiten müsse als jemand, der erst mit 26 beginne.

Krach schlägt Gegenfinanzierung vor

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach verwies bei RTL und ntv darauf, dass laut einer Umfrage 81 Prozent der Deutschen das Reformpaket der Bundesregierung nicht für sozial ausgewogen hielten. Das sei ein „Alarmsignal“. Er schlug vor, den Erhalt der Rente nach 45 Beitragsjahren unter anderem durch Einschränkungen beim steuerlichen Dienstwagenprivileg und die Wiedereinführung der Vermögensteuer zu finanzieren.

Wiese setzt auf Härtefälle und Vertrauensschutz

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese räumte ein, dass das Aus der sogenannten Rente mit 63 für die SPD „nicht auf Platz eins“ stehe. Er warnte jedoch davor, einzelne Elemente aus den Vorschlägen der Reformkommission herauszulösen. Das sei „wie bei einem Jenga-Turm“ – ziehe man einzelne Bausteine heraus, werde das gesamte Konzept instabil.
Stattdessen sprach sich Wiese für Härtefallregelungen aus, insbesondere für stark belastete Beschäftigte wie Schichtarbeiter. Viele von ihnen erreichten die derzeitige Altersgrenze von 64,5 Jahren für den abschlagsfreien Renteneintritt nicht. Eine frühere Härtefallregelung könne dies abfedern.
Zudem pochte Wiese auf Vertrauensschutz. Viele Menschen hätten ihre Lebensplanung auf die geltenden Regeln ausgerichtet. „Es darf keine harte Abbruchkante geben“, sagte er. Seine Vorschläge bewegten sich im Rahmen der Empfehlungen der Reformkommission, die auf die Zeit ab 2032 zielten.

Unterstützung auch aus Ostdeutschland

In den vergangenen Tagen hatten mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten sowie SPD-Politikerinnen und -Politiker aus verschiedenen Teilen Deutschlands gefordert, an der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte festzuhalten. Ein Argument lautet, dass insbesondere in Ostdeutschland viele Menschen im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen seien.

Experte warnt vor hohen Kosten

Der Rentenexperte Jörg Rocholl wies in der „Bild“-Zeitung darauf hin, dass ein Festhalten an der vorgezogenen Rente nach 45 Versicherungsjahren den angestrebten Entlastungseffekt um rund zehn Milliarden Euro verringern würde. Dieses Geld würde dann für den geplanten Aufbau eines Kapitalstocks in der Rentenversicherung fehlen. (afp/red)
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Flughafen Leipzig/Halle: Flugzeug nach Drohnenfund„mit etwas kollidiert“

Zwei mögliche Drohnenvorfälle am Flughafen Leipzig/Halle haben die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Nachdem zunächst eine Drohne – anscheinend mit Sprengstoff und Zünder – auf dem Flughafen selbst gefunden wurde, gab es danach offenbar einen Zusammenstoß in der Luft. Updates dazu
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Hallervordens Wahlkampfauftritte für Schulze sorgen für Kritik innerhalb der CDU


In Kürze:

  • Hamburgs CDU-Chef Thering zweifelt an Hallervordens Wahlkampfhilfe mit „kruden Thesen“.
  • Auch in Dessau kritisiert Hallervorden die Regierung musikalisch.
  • Schulze betont, dass er nicht immer die Meinung des Künstlers teilt.

 
Die Wahlkampfaktivitäten des Schauspielers Dieter Hallervorden für die CDU Sachsen-Anhalt stoßen abermals auf parteiinterne Kritik. „Es bleibt eine offene Frage, wie sinnvoll es ist, mit den zum Teil kruden Thesen von Herrn Hallervorden als CDU zu werben“, sagte Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering dem „Tagesspiegel“.

CDU liegt deutlich hinter der AfD

Hallervorden hatte in den vergangenen Tagen bei mehreren Wahlkampfauftritten Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) angegriffen.
Sachsen-Anhalt wählt am 6. September einen neuen Landtag. In Umfragen liegt die AfD deutlich vor der CDU.
Bei einem Wahlkampfauftritt mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) am Montag, 3. August, vor etwa 500 Gästen im Hugo-Junkers-Saal in seiner Geburtsstadt Dessau führte der Künstler ein Lied auf:
„Tagchen, Friedrich Merz. Ich wollte Ihnen eigentlich schreiben, doch lass‘ ich’s lieber bleiben und sag’s, dass alle es hören: Kriegstüchtig sollen wir sein, so wie vor 90 Jahren […] Mein hochverehrter Kanzler, mein Sohn wird niemals schießen. Er bat Sie zu grüßen, und sagt: Mich kriegt Ihr nicht.“
Auf der Leinwand hinter Hallervorden waren dabei teilweise Videos von Wehrmachtssoldaten und dem Zweite Weltkrieg zu sehen.

Hoppermann: Es gibt keinen Völkermord in Gaza

In dem Video ist auch Bildmaterial von einer Demonstration gegen den Krieg Israels in Gaza vor dem Brandenburger Tor zu sehen, an der auch Hallervorden teilgenommen hatte. Ein Banner liest: „Stoppt den Völkermord in Gaza“.
Dabei singt er: „Und nenne ich euch Täter, gelt ich schnell als Verräter.“
Im weiteren Verlauf des Abends in Dessau erläuterte er gegenüber Schulze den Völkermordvorwurf.
Darüber, so betont Schulze, sei er anderer Ansicht, wie bei anderen Äußerungen Hallervordens auch. Doch stehe die Veranstaltung unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit, nicht Kunst braucht Zustimmung“. Der CDU-Politiker sagt auch, dass er die Frage der Meinungsfreiheit „nicht einer Partei überlassen“ wolle.
Dass seine Partei „solche kontroversen Debatten selten geführt hat“, könne ein Fehler gewesen sein.
Laut Hallervorden gefährde die AfD diese Grundrechte, weil sie auf ideologische und patriotische Vorgaben setze. Diese Politik könne in Zensur münden.
Daher mahnt er zum Abschluss an, dass die CDU es sich „nicht mit den Linken verscherzen“ solle. Er spreche sich für eine Koalition der Union mit SPD und Grünen aus, und die Linken könne man  „wahrscheinlich zur Tolerierung brauchen“.
Die Völkermordanschuldigung hatte CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann nach vorherigen Veranstaltungen von Schulze und dem Künstler zurückgewiesen: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“
Hallervorden sagte am Montagabend beim CDU-Wahlkampf mit Schulze in Dessau: „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist.“

Der deutsche Schauspieler Dieter Hallervorden spricht am 13. September 2025 auf der Bühne bei einer Kundgebung unter dem Motto „Stoppt den Völkermord in Gaza!“ am Brandenburger Tor in Berlin.

Foto: John Macdougall/AFP via Getty Images

Wiederholte Kontroversen

Hallervorden, der einen Tag vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt seinen 91. Geburtstag begeht, hat durch seine Auftritte bei Kundgebungen wiederholt für kontroverse Reaktionen gesorgt.
So war er am Karfreitag 2025 bei einer Friedensdemonstration in Dresden zugeschaltet und äußerte seine Kritik am Gaza-Krieg und an der Forderung von Pistorius, Deutschland wieder „kriegstüchtig“ zu machen. Das sei „ein Lieblingswort“ von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gewesen.
Auf den Vorwurf von „t-online“, dass die Demo „größtenteils von Rechten und sogenannten Querdenkern“ besucht worden sei, betonte Hallervorden, dass einleitend zu seinem Videostatement darauf hingewiesen wurde, „dass ich Gegner der AfD bin“. Weiter sagte er: „Für meinen kühnen Wunsch nach Frieden würde ich vor jedem Publikum streitbar aufs Podium springen.“
Hallervorden, seit Jahrzehnten als Kabarettist und Schauspieler aktiv, ist seit 2009 auch Intendant und Geschäftsführer des Schlosspark Theaters in Berlin-Steglitz. Eigentümer ist das Land Berlin. Für dieses Jahr erhielt das Theater laut Haushaltsplan 1,67 Millionen Euro an Zuschüssen.
Mit Material von dts
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Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein weichen betroffene Unternehmen zunehmend auf Transporte über die Schiene oder per Lkw aus.
Die Bahn-Frachtsparte DB Cargo erklärte, sie stehe „im ständigen Dialog mit Kunden der Branchen, die vom Niedrigwasser auf dem Rhein betroffen sind“. Im Rahmen der Verfügbarkeit der Schienen-Infrastruktur suchten sie mit betroffenen „gemeinsam nach pragmatischen Lösungen“.

Lanxess stellt auf Bahn und Straße um

„Die Lieferungen per Schiff sind stark eingeschränkt und die Schiffe mit deutlich weniger Ladung als üblich unterwegs“, erklärte der in Köln ansässige Spezialchemiekonzern Lanxess. „Da einzelne Lade- und Entladestellen nicht mehr erreichbar sind, stellen wir möglichst auf Bahn- und Straßentransporte um.“
Ein Expertenteam beobachte die Situation kontinuierlich, erklärte Lanxess weiter. Erfolgreich gegengesteuert werde zudem mit einem „flexiblen Logistikmanagement“, sodass die Produktion „bislang ohne größere Einschränkungen laufen kann“.
Niedrigwasser am Rhein in Köln

Niedrigwasser am Rhein in Köln.

Foto: Oliver Berg/dpa

BASF setzt mehr Schiffe ein

Der Chemieriese BASF mit Sitz in Ludwigshafen teilte auf Anfrage mit, der Binnenschifftransport habe „durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Niedrigwasser-Schiffen“ weitestgehend aufrechterhalten werden können.
„Durch eine Verlagerung von Mengen auf alternative Transportmittel wie Lkw und Schiene wird die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen gestützt“, fügte der Konzern hinzu. In „Einzelfällen“ komme es angesichts sinkender Pegel zu Lieferengpässen.

ThyssenKrupp: Kundenversorgung nicht gefährdet

Der Stahlproduzent ThyssenKrupp Steel Europe erklärte, dass sich „die anhaltende und sich verschärfende Niedrigwassersituation“ mittlerweile auch auf die Rohstoffversorgung des Duisburger Werks des Konzerns auswirke.
„Unsere eigene Schubschifffahrt wurde aufgrund der niedrigen Pegelstände eingestellt“, teilte das Unternehmen mit. „Derzeit nutzen wir vorsorglich angemietete, externe Schiffe, die wegen ihres niedrigeren Tiefgangs auch bei den aktuellen Wasserständen eingesetzt werden können.“
Die Kundenversorgung sei „aktuell noch nicht gefährdet“, hob der Stahlhersteller hervor. Die weitere Entwicklung und deren Auswirkungen auf Versorgung und Produktion würden fortlaufend bewertet.

Ein Containerschiff fährt am 3. August 2026 auf dem Rhein am Hochofen Schwelgern des Stahlwerks der Thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg,, vorbei.

Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

Evonik: Die meisten Standorte „nicht ernsthaft betroffen“

Der Chemiekonzern Evonik mit Sitz in Essen teilte mit, dass die niedrigen Wasserstände im Rhein die Logistik- und Versorgungsketten vor „große Herausforderungen“ stellten. „Die Transportmengen der Schiffe müssen reduziert werden“, erläuterte das Unternehmen.
„Das hat in einzelnen Fällen auch Auswirkungen auf die Produktion von Evonik im Chemiepark Marl sowie auf andere Unternehmen, die Vorprodukte an Evonik liefern.“
Evonik begegne dieser Entwicklung mit „umfangreichen Vorsorgemaßnahmen“ und verlagere einen Teil der Gütertransporte auf die Schiene oder die Straße. Zudem nutze das Unternehmen Fernleitungen. Die meisten Evonik-Standorte seien vom Niedrigwasser indes „nicht ernsthaft betroffen“.

Konferenz am 6. August in Bonn

Angesichts der niedrigen Pegelstände des Rheins, der ein wichtiger Transportweg für Industrierohstoffe ist, hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn einberufen.
Wie ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin sagte, sind für das für 13:30 Uhr angesetzte Spitzengespräch auch Vertreter der betroffenen Industrien eingeladen. Ziel sei es, „Problemstellungen und Herausforderungen zu identifizieren und dann gemeinsam in eine Umsetzung möglicher Lösungen zu kommen“.

Der Rhein am 4. August 2026 im niederländischen Tolkamer.

Foto: Emiel Muijderman/ANP/AFP via Getty Images

Rheinvertiefung wieder im Gespräch

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) forderte von der Bundesregierung am Mittwoch mehr Tempo bei der Rheinvertiefung am Mittelrhein.
Der Rhein müsse als wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands und zentrale Transportachse für die Belieferung von Unternehmen mit Rohstoffen „auch bei Niedrigwasser verlässlich funktionieren“, erklärte er in Mainz. Ein Schlüsselprojekt wie die Mittelrheinvertiefung müsse daher „jetzt“ angegangen werden, mahnte er.
Bei der Rheinvertiefung gehe es auch um die Versorgung der Bevölkerung, hob Ebling hervor und verwies unter anderem auf die Gefahr höherer Spritpreise an den Zapfsäulen. Zudem sei der Schiffstransport klimafreundlicher als Lkw-Verkehre auf der Straße, erklärte er. (afp/red)