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Goldrausch: Zentralbanken haben im Juli 23 Tonnen Gold gekauft


In Kürze:

  • Zentralbanken, besonders aus China, haben zuletzt mehr Gold aufgekauft.
  • Das kostbare Edelmetall gilt besonders in unsicheren Zeiten als wichtige Bankreserve.
  • Laut Goldman Sachs fördern die riesigen Goldkäufe den Anstieg des Goldpreises.

 
Laut dem World Gold Council (WGC) haben Zentralbanken weltweit im Juli netto 23 Tonnen Gold gekauft. Das entspricht dem allgemeinen Jahrestrend. Der größte Käufer im vergangenen Monat war China, das laut einem WGC-Bericht vom 3. September 20 Tonnen erwarb.
„Insbesondere die Aktivitäten der People’s Bank of China (PBoC) haben in den vergangenen Monaten an Fahrt gewonnen, mit zweistelligen monatlichen Goldkäufen seit Mai 2026“, heißt es in dem Bericht. Polen kaufte acht Tonnen und war damit der zweitgrößte Käufer.
Russland war mit sechs verkauften Tonnen der größte Nettoverkäufer. Dahinter folgten die Türkei, Usbekistan und Jordanien, die jeweils eine Tonne verkauften.

Wichtige Bankreserve

Seit Jahresbeginn meldeten die Zentralbanken weltweit den Kauf von 130 Tonnen Gold, was einem Rückgang gegenüber den rund 160 Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht. Polen hat in diesem Jahr 90 Tonnen hinzugewonnen, während China 60 Tonnen gekauft hat. Die Türkei hat 85 Tonnen verkauft, während sich die Verkäufe Russlands auf 50 Tonnen belaufen.
Laut dem WGC entfallen rund 20 Prozent des gesamten historisch geförderten Goldes auf Zentralbanken.
Goldbarren dienen als wichtige Bankreserve und werden wegen ihrer Liquidität, Sicherheit und potenziellen Renditen geschätzt. In Zeiten der Unsicherheit steigt die Nachfrage nach Gold tendenziell an.
Laut einem WGC-Bericht vom 16. Juni ergab eine Umfrage unter Zentralbanken, dass 89 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken im Laufe des Jahres steigen werden.
Was die Finanzierung angeht, gab die Hälfte der Befragten an, dass sie das Gold vor Ort unter Verwendung der jeweiligen Landeswährung beschaffen würden. 38 Prozent gaben an, sie würden andere Reserveanlagen verkaufen, um Gold zu kaufen.

Goldkäufe stützen Goldpreisanstieg

„Mit 74 Prozent rechnet die Mehrheit der Befragten in den nächsten fünf Jahren mit einem moderaten oder deutlich geringeren Anteil des US-Dollars an den globalen Reserven“, heißt es in dem Bericht.
„Die Befragten gehen zudem davon aus, dass der Anteil anderer Währungen wie des Euro und des Renminbi im gleichen Zeitraum unverändert bleiben wird, während die Goldbestände zunehmen werden.“
Goldman Sachs prognostiziert laut einem Bericht vom 28. August, dass die Käufe der Zentralbanken den Anstieg der Goldpreise stützen werden. Diese Käufe werden durch die Notwendigkeit getrieben, ihre Reserven zu diversifizieren.
Im Jahr 2022 froren die G-7-Staaten Russlands in Europa gehaltene Vermögenswerte aufgrund des Einmarsches Moskaus in die Ukraine ein. Seitdem kaufen die Zentralbanken laut Goldman Sachs in verstärktem Maße Gold.
Der Spotpreis für Gold schloss am Freitag bei rund 4.430 US-Dollar (3.812 Euro) pro Unze, nach etwa 4.329 US-Dollar (3.726 Euro) zu Jahresbeginn. Ende Januar erreichte Gold einen Höchststand von rund 5.595 US-Dollar (4.815 Euro).

Gold kann nicht abgehoben werden

Der WGC-Bericht vom 3. September erwähnt einen Konflikt zwischen Venezuela und der Bank of England bezüglich der Goldreserven.
Die venezolanische Regierung hat bei der Bank Gold im Wert von rund 4 Milliarden US-Dollar (3,44 Milliarden Euro) gelagert und versucht, dieses abzuheben. Da das Vereinigte Königreich sich jedoch weigert, die sozialistische Regierung Venezuelas anzuerkennen, ist es dem Land nicht gelungen, seine Goldreserven in Besitz zu nehmen.
Laut dem WGC-Bericht vom 16. Juni diversifizieren die Zentralbanken weiterhin die Standorte ihrer Goldreserven. Während die Bank of England weiterhin die erste Wahl war, lag die Lagerung im Inland knapp an zweiter Stelle, gefolgt von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich auf Platz drei.

Niederlande verlagert 86 Tonnen

Diese Woche verlagerte die niederländische Zentralbank rund 86 Tonnen Gold aus den Vereinigten Staaten und Kanada nach London. Diesen Schritt begründete sie mit geopolitischen Risiken und um schneller auf die Reserven zugreifen zu können.
Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei der ING Bank, hob in einem Kommentar vom 4. September auf der Website des Unternehmens das Risiko hervor, dem bestimmte Nationen ausgesetzt sind, die Gold im Ausland lagern, und verwies dabei auf die Unfähigkeit Venezuelas, sein Gold von der Bank of England zurückzuerhalten.
„Dieser Fall ist zwar außergewöhnlich, aber er zeigt, dass die Gerichte des Gastlandes und politische Anerkennungsentscheidungen den Zugang zu den Reserven beeinträchtigen können“, sagte Manthey.
„Das bei der Bank of England gelagerte Gold bleibt Eigentum der ausländischen Zentralbank, befindet sich jedoch physisch im Vereinigten Königreich und unterliegt daher der britischen Gerichtsbarkeit.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Central Banks Bought 23 Tonnes of Gold in July“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)

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