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Totgesagte leben länger – Gold ist zurück!

Die Warteschlangen an der Klagemauer wurden in den vergangenen Wochen immer länger – die Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, erlebten nach monatelanger Rallyephase starke Rücksetzer.
Im vergangenen Jahr war Gold noch einer der großen Überflieger und rückte in den Fokus vieler Anleger. Hätte man nun doch auf die Verbraucherzentrale hören sollen, die Gold nicht als sichere Geldanlage einstufte? Und Gold bringt ja ohnehin keine Zinsen und Renditen.
Zur Einordnung: Mit einem Plus von rund 60 Prozent lieferte der Goldpreis 2025 eine herausragende Performance. Vom Allzeithoch, das das Edelmetall Ende Januar 2026 mit 5.586,20 US-Dollar erreichte, liegt Gold aktuell circa 21 Prozent entfernt.
Aber ist dies die Anlegerrealität? Sicher nicht! Denn auf 12-Monats-Basis liegen wir im Euro bei einem satten Plus von knapp 34 Prozent. Also doch nicht so schlecht, wie es viele Aktienjunkies dem Edelmetall zurechnen wollen. Dabei werden auch die weiteren Anlagemetalle nicht vergessen. Silber verzeichnet mehr als 72 Prozent, Platin 32 Prozent und Palladium 19 Prozent auf Jahresbasis.
In den vergangenen 30 Tagen ist sich der Goldkurs um 9 Prozent gestiegen. Ist es nun kurzfristige Stärke oder langfristige Konsolidierung?
Die langfristigen Prognosen der globalen Banken zeigen, wie uneinig sich die Analysten über die Bandbreite und die weitere Richtung sind. So hat JPMorgan seine Prognose für das vierte Quartal von 6.000 auf 4.500 Dollar pro Feinunze gesenkt. Morgan Stanley prognostiziert für das zweite Halbjahr 5.200 Dollar. Goldman Sachs sieht Gold zum Jahresende bei 4.900 Dollar, die Commerzbank bei 4.500 Dollar.

An den Notenbanken orientieren?

Viele Einflussfaktoren spielen bei der Preisbildung eine Rolle. Aktuell ist die physische Nachfrage in China eingebrochen – die Zahl der Käufer von Investmentbarren hat laut „Börse Global“ um rund 60 Prozent abgenommen.
Anders soll sich das Bild bei der chinesischen Zentralbank darstellen: Laut chinesischen Medien hat die Chinesische Volksbank ihre Goldreserven im Mai um 320.000 Unzen aufgestockt. Das soll der 19. Monat in Folge mit Zukäufen gewesen sein. Der Goldanteil an Chinas Devisenreserven lag laut den Berichten somit Ende Mai bei 3,44 Billionen Dollar (2,97 Billionen Euro).
Zusätzlich berichtet die Europäische Zentralbank laut „Financial Times“, dass Gold US-Staatsanleihen als größten Bestandteil der offiziellen Reserven der Notenbanken Ende 2025 überholt hat. 27 Prozent bei Gold, 22 Prozent bei US-Staatsanleihen. Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis noch bei 20 Prozent Gold und 25 Prozent Staatsanleihen.
Im zweiten Quartal 2026 kauften die Notenbanken der Welt laut dem World Gold Council 289 Tonnen Gold netto zu. Satte 62 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausgerechnet in einem Zeitraum des stärksten Rücksetzers im Goldpreis seit einem Jahrzehnt.
Also an den Privatkäufern orientieren oder an den Notenbanken? Die globale Ebene bestimmt den Goldpreis!
Die London Bullion Market Association führte im Juli eine Umfrage zur Lage des Goldpreises durch. Die befragten 16 Marktexperten sehen beim Goldpreis weiteres Potenzial bis zum Jahreswechsel 2026. So berichte „Kitco News“.
Einige Experten sahen optimistisch nach vorn und erwarteten den Preis bei bis zu 5.100 Dollar – im Mittel lagen die Prognosen für das Gesamtjahr 2026 bei 4.604 Dollar pro Feinunze. Der Jahresdurchschnitt lag im Jahr 2025 bei rund 3.439,37 Dollar. Das würde wiederum ein Plus von mehr als 33 Prozent bedeuten.
Auf globaler Ebene sind auch weiterhin viele Faktoren maßgeblich. An erster Stelle sind da die geopolitischen Krisenherde zu nennen. Aber auch der Inflationsverlauf und die Arbeitsmarktdaten aus den USA und die Entscheidungen der US-Notenbank. Und nicht zuletzt die künftigen Goldkäufe der Zentralbanken und die globale Staatsverschuldung.

Schuldenorgie läuft ungebremst weiter

Anleger sollten immer im Fokus haben, dass Gold nach wie vor der sichere Anlagehafen in Phasen wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit ist. Die Schuldenorgie mit dem Sumpf der Defizite sollte uns allen Schweiß auf die Stirn treiben. In Frankreich und den USA wächst die Staatsverschuldung ungebremst weiter.
Die USA zahlen erstmals pro Tag 3 Milliarden Dollar (2,59 Milliarden Euro) Zinsen. Bei der Gesamtverschuldung – also Bundesstaat, Kommunen, Unternehmen und private Haushalte – ist die 50-Billionen-Dollar-Schulden-Marke (43 Billionen Euro) laut „FinanzNachrichten.de“ in Sichtweite. Das Land des omnipräsenten Präsidenten Donald Trump ist in die Schuldenfalle geraten. Das Land kann es sich nicht mehr leisten, die Zinsen anzuheben, um die Inflation zu bekämpfen.
Die Spirale von explodierenden Schulden und gefährlicher Gebundenheit an kurzfristige Finanzierungen kann das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen. Viele meiner Expertenkollegen sehen die USA ohne den KI-Boom in einer tiefen Rezession.
Die Vorzeichen für Gold sind weiterhin positiv. Anleger sollten aber auch die anderen Anlagemetalle wie Silber, Platin, Palladium und Technologiemetalle mit den Seltenen Erden nicht außer Acht lassen.
Die Prognosen für den weiteren Preisverlauf sehen bei Silber Kursziele von bis zu 150 Dollar.
Kein Wunder – die wachsende Nachfrage wird durch Photovoltaik, Elektrifizierung, Stromnetze, moderne Elektronik und zunehmend auch die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz befeuert. Gleichzeitig kann das Minenangebot die Nachfrage nicht decken. Seit mehreren Jahren sehen wir im Silber strukturelle Angebotsdefizite. Platin und Palladium profitieren vom allgemeinen Edelmetalltrend und ihrer industriellen Nutzung.
Für Gold sollten wieder Preise von 5.000 Dollar möglich sein. Allein im Juli sammelten laut dem World Gold Council weltweit mit Gold hinterlegte börsengehandelte Fonds (ETFs) 3 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) ein. Mit einer Bestandssteigerung um 23 Tonnen halten sie inzwischen 4.068 Tonnen.
Schwächephasen können sich als Gelegenheit zum Aufbau und zur Erweiterung eines strategischen Portfolios erweisen. Eine nennenswerte Volatilität (Schwankungsbreite) ist inzwischen regelmäßiger Begleiter des Preises.
Wie bei vielen Anlageklassen bleibt laut „Plattform J“ die Entwicklung des Goldpreises letztlich von einer Vielzahl an Faktoren abhängig: „Physische Nachfrage, der Wunsch nach Sicherheit, die Entwicklung des Dollars sowie Inflation und Zinslandschaft werden den Preis weiter bestimmen.“
Weiterhin wird der Preis nachhaltig von den Zentralbanken beflügelt. Eine Umfrage durch das Investmenthaus Invesco weist aus, dass ein Drittel der Zentralbanken in den kommenden drei Jahren ihre Goldbestände weiter aufstocken wollen. Die drei Jahre zuvor waren es noch rund 50 Prozent der Zentralbanken.
Im Wettbewerb der Währungen hat das Edelmetall ohnehin den entscheidenden Vorteil: Es ist als einziges Zahlungsmittel physisch hinterlegt. Und mehr noch: Es ist ein effizienter Diversifikationsbaustein und bietet zusätzlich Enteignungsschutz.

Edelmetalle gehören ins Zollfreilager

Edelmetalle gehören nicht in den Garten. Depot statt Garten ist das Motto! Auch nicht in den Banktresor. Ich meine hier nicht Gelsenkirchen – ich meine die Enteignungsgelüste eines Staates im Verschuldungsstrudel.
In einem Zollfreilager, etwa in der Schweiz, können neben Gold auch Weißmetalle steuerfrei erworben und gelagert werden. Außerhalb der EU und der Brüssel-Regulierungen, zudem zugriffsgeschützt. Ein Metalldepot eignet sich besonders für alle, die Edelmetalle als Vermögensschutz, Wertspeicher und Depotbestandteil sicher lagern möchten. Es bietet vollen Versicherungsschutz und höchstmögliche Sicherheitsstandards. Somit ist ein optimaler Kundenschutz gewährleistet. Die Lagerung erfolgt professionell als „insolvenzgeschütztes Sondervermögen“.
Nur wenige Anbieter bieten im Idealfall auch Portfoliofunktion. Das bedeutet, dass die Metalle innerhalb des Lagers getauscht werden können – ohne zusätzliche Zahlungsströme. Somit kann die Allokation jederzeit verändert und neu gewichtet werden. Täglich liquide, diskret und im Bestfall analog durchgeführt – so muss ein Metalldepot ausgestattet sein!
Laut einer Studie aus dem Jahr 2024 besitzen die privaten Haushalte in Deutschland zusammen mehr als 9.000 Tonnen Gold. Das ist fast dreimal so viel wie der Bestand der Deutschen Bundesbank, die mit rund 3.400 Tonnen die zweitgrößten offiziellen Goldreserven der Welt verwaltet. Wie „FinanzNachrichten.de“ berichtet, sind das nach einer Studie der Reisebank mit dem Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin annähernd 6 Prozent aller weltweit vorhandenen Goldvorräte.
Wäre doch schade, wenn der Staat hier zugreift, wenn die Staatsschulden aus dem Ruder laufen und die politischen Akteure nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen.
Und zusätzlich fügen sich die Zutaten für eine gigantische Finanzkrise mehr und mehr zusammen. Vielleicht kaschiert – ich sage sogar verstärkt – durch die KI-Blase. Ich sehe fundamentale Fehlentwicklungen in den Märkten. Und viele Warnzeichen. Die Risiken im System wachsen dynamisch an. In diesem brandgefährlichen Umfeld mit erhöhten geopolitischen Risiken sollten Anleger mit langfristigem Anlagehorizont bei der Portfoliozusammensetzung zunehmend physische Elemente wie die Edel- und Technologiemetalle zugriffsgeschützt einsetzen.
Absicherung vor Gier ist angesagt. Wer sein Portfolio gegen geopolitische Risiken und Marktschwankungen absichern möchte, kommt an Gold und den Edelmetallen jedenfalls nicht vorbei. Es bringt keine laufenden Erträge, aber es bringt Sicherheit – und das ist in unsicheren Zeiten unbezahlbar.
Der physische Besitz ermöglicht Ihnen eine große Unabhängigkeit von der Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte genauso wie von Emittenten und Finanzintermediären. Wahre Werte entstehen nicht durch Buchungssysteme oder Zahlungsversprechen, sondern durch ihre physische Masse. Machen Sie es einfach wie die Zentralbanken, die offen ihr Misstrauen in die Finanzmärkte zeigen.
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29. Mai: Fahrerüberwachung | Pflegefinanzierung | Tankrabatt nicht verlängern

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Fahrerüberwachung

Ab Juli 2026 müssen alle neu zugelassenen Autos in der EU mit dem Fahrerkontrollsystem ADDW ausgestattet sein. Mithilfe von Kameras und Warnsignalen soll erkannt werden, wenn Fahrer abgelenkt oder unaufmerksam sind. Das Ziel der EU ist mehr Verkehrssicherheit. Kritiker warnen jedoch vor Datenschutzproblemen und zusätzlicher Ablenkung. Auch der ADAC berichtet von teils störenden Systemen.

Pflegefinanzierung

Der CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann fordert, dass Pflegebedürftige vor Inanspruchnahme staatlicher Hilfe ihr eigenes Vermögen und ihr Eigenheim stärker einsetzen müssen. SPD, Linke und Sozialverbände kritisieren diesen Vorschlag scharf, da er die Altersvorsorge und das Zuhause vieler Familien gefährdet. Hintergrund sind die massiven Defizite der Pflegeversicherung und die geplante Reform.

Tankrabatt nicht verlängern

Die Verbraucherzentrale lehnt eine Verlängerung des Tankrabatts ab. Sie bezeichnete die Maßnahme als teuer und ineffizient. Ein Teil der Entlastung sei bei den Mineralölkonzernen statt bei den Verbrauchern angekommen. Auch Union und ADAC äußern Zweifel. Stattdessen werden gezielte Hilfen für Pendler, den Mittelstand und die Logistikbranche diskutiert.

Wertsachen nach Millionen-Coup zurück

Fünf Monate nach dem Millionen-Coup in einer Sparkasse in Gelsenkirchen erhalten die ersten Schließfachkunden ihre Wertsachen zurück. Unter diesen befinden sich Schmuck, Edelmetalle und Bargeld, die die Täter Ende 2025 im Tresorraum zurückgelassen hatten. Der Schaden liegt laut Polizei bei mindestens einem zweistelligen Millionenbetrag.

Bedingungen für Iran

US-Präsident Trump hat neue Bedingungen für ein Abkommen mit dem Iran bekannt gegeben. In einem Beitrag auf Truth Social schreibt er, dass Teheran die Straße von Hormuz sofort in beide Richtungen ohne Gebühren öffnen, Minen räumen und auf Atomwaffen verzichten müsse. Trump will heute eine endgültige Entscheidung treffen. Zudem wird die US-Seeblockade aufgehoben.
 
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Neuer Steuerhammer trifft strategische Anleger

Anleger, die im sicheren Hafen mit Käufen von Edel- und Technologiemetallen ihr Vermögen langfristig sichern wollen, nutzen für ihre Käufe oftmals ein Zollfreilager. Besondere Rohstoffe, insbesondere die Weißmetalle wie Palladium und Platin, sowie Technologiemetalle und seltene Erden wurden wie selbstverständlich fester Bestandteil der Diversifikation, ohne dass Umsatzsteuer anfiel. Die aktuelle Umsatzsteuer von 19 Prozent wird erst dann fällig, wenn im Inland die Metalle das Lager verlassen.
Also gab es für strategische Anleger nur eine Handlungsmaxime: Verkauf zurück an den Händler. Dann sind nach zwölf Monaten alle Kursgewinne steuerfrei, ohne die Umsatzsteuer berücksichtigen zu müssen, denn die Steuern werden nur fällig, wenn die Ware beim Verkauf das Lager im Inland verlässt.
Viele Käufer haben in den vergangenen Jahren auch Silber als spannendes Investment für sich entdeckt – zeitweise mit höheren Kursgewinnen als beispielsweise bei Gold. Im hohen zweistelligen Prozentbereich können sich mitunter die Wertsteigerungen sehen lassen – steuerfrei und ohne fiskale Belastungen.
Damit ist nun Schluss! Aufgrund einer Neuregelung entfällt diese Art der Umsatzsteuerbefreiung per sofort. Mit einem Rundschreiben aus dem Haus von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vom 9. April wurde dieses beliebte Anlegermodell abrupt beendet.
Der Kauf wird nun direkt mehrwertsteuerpfllichtig. Somit wird die Hürde für Anleger zum Gewinnbereich deutlich höher und die Einstiegskosten steigen überproportional. Beim aktuellen Silberpreis bedeutet dies für die Unze, um in den Gewinnbereich zu drehen, etwa ein Fünftel mehr an Wertvermehrung.

Neue Regelungen treffen Gold vorerst nicht

Diese neuen Regelungen treffen Gold – vorerst – nicht. Viele Investoren denken nun über einen Wechsel zu Gold nach. Investmentgold hat in der gesamten Europäischen Union eine Mehrwertsteuerbefreiung. Erhält Gold nun einen Attraktivitätsschub? Eher nicht.
Anleger, die einen sicheren Hafen suchen, zweifeln ohnehin an der Rechtssicherheit, wenn es um ihre Vermögenswerte geht. Die neue Regelung für Zollfreilager liefert einen guten Beweis, dass Anleger zu Recht die Vertrauenswürdigkeit der deutschen Steuerpolitik zunehmend kritisch beäugen.
Kein Wunder, denn entgegen vollmundiger Aussagen zur Schuldenbremse zeigt sich das politische Elend täglich mehr. Haushaltsdefizite, neue Schulden, Sondervermögen, Rentendesaster, Reichensteuer, Vermögensregister, digitaler Euro und Angriffe auf das Bargeld – der Staat zeigt starke Tendenzen zur Übergriffigkeit.
Aber es gibt auch die gute Nachricht. Die neue Lösung greift nicht für Zollfreilager im EU-Ausland. Mit einer Lagerlösung in der Schweiz beispielsweise kann man weiterhin effektiv und ohne Steuersorgen Edelmetalle, Technologiemetalle und Seltene Erden lagern – zugriffsgeschützt und maximal diskret.
Wie schon die Börsenlegende André Kostolany gesagt haben soll: „Es ist keine gute Idee, in dem Land, in dem man sein Einkommen bezieht, den Großteil seines Vermögens zu haben.“ Wie recht er hat!
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China erhöht Goldreserven – US-Staatsanleihen werden abgestoßen


In Kürze:

  • Die Goldreserven der Chinesischen Volksbank stiegen auf 74,19 Millionen Feinunzen
  • Der Wert der Goldreserven beträgt nun 369,58 Milliarden USD 
  • Gold macht etwa 9 Prozent der chinesischen Währungsreserven aus
  • Der Rohstoffboom hält an, vor allem bei Gold, Öl und Metallen für KI-Technologie.

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Chinas massive Nachfrage nach Gold treibt den globalen Metallmarkt weiter an, sagt Michael Howell, Gründer von CrossBorder Capital, einem führenden Analyseunternehmen für Gold- und Edelmetallmärkte.
Ende Januar lagen die Goldbestände der Chinesischen Volksbank bei 74,19 Millionen Feinunzen, leicht gestiegen gegenüber 74,15 Millionen im Vormonat. Der Wert der Goldreserven stieg deutlich auf 369,58 Milliarden US-Dollar (circa 311 Milliarden Euro) nach 319,45 Milliarden US-Dollar (circa 269 Milliarden Euro) im Dezember.
Laut Schätzungen des World Gold Council macht Gold damit rund 9 Prozent der gesamten chinesischen Währungsreserven aus.

Starke Schwankungen am Metallmarkt

Der Metallmarkt schwankt in den vergangenen Monaten stark.
Der Goldpreis an der COMEX, einer Sparte der New York Mercantile Exchange, liegt derzeit bei rund 5.000 US-Dollar (circa 4.200 Euro) pro Unze – ein Anstieg von 17 Prozent seit Jahresbeginn. Silber, das „Schwestermetall“ des Goldes, notiert bei etwa 80 US-Dollar (circa 68 Euro) pro Unze und liegt damit deutlich unter seinem Allzeithoch von 121 US-Dollar (circa 102 Euro).
Der Rohstoffboom werde anhalten, insbesondere bei Öl und Gold, erklärte Michael Howell in einem Interview mit Siyamak Khorrami von EpochTV.
Die globalen Finanzmärkte erleben derzeit einen Rohstoffaufschwung, besonders im Industriesektor – begünstigt durch den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI). Auch der Energiesektor verzeichnet deutliche Zuwächse.
„Eine stärkere weltweite Konjunktur wird die Ölpreise von ihrem derzeit gedämpften Niveau anheben“, sagte Michael Howell. „Gold hat in den vergangenen 18 Monaten eine enorme Rallye hingelegt, viele Prognosen übertroffen – und steigt weiterhin.“

Chinas überproportionale Rolle

China spielt bei dem aktuellen Goldpreisanstieg eine überproportionale Rolle. Während Privatanleger weiterhin massiv in Gold investieren, verfolgt China im Rahmen seiner Entdollarisierungsstrategie seit Jahren einen gezielten Goldkaufkurs.
Seit mehr als einem Jahrzehnt diversifiziert Peking seine Devisenreserven, um die Abhängigkeit vom US-Dollar und amerikanischen Vermögenswerten – insbesondere US-Staatsanleihen – zu verringern. Im Oktober sanken Chinas Bestände an US-Staatsanleihen laut US-Finanzministerium auf 688,7 Milliarden US-Dollar (circa 579 Milliarden Euro), ein Rückgang von fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Berichten zufolge haben chinesische Aufsichtsbehörden Banken aufgrund der Marktvolatilität geraten, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu reduzieren. Sollte sich dies in den kommenden Monaten in den offiziellen Zahlen widerspiegeln, würde dies Chinas langfristige Strategie, den Dollar zu meiden und stärker auf Gold zu setzen, weiter bestätigen.

Einflussreiche Kraft auf dem Goldmarkt

Da China weiterhin zu den weltweit größten Goldkäufern gehört, wird das Land laut Michael Howell auch künftig erheblichen Einfluss auf die globalen Goldmärkte ausüben. „Der Grund, warum Gold steigt, liegt in dem, was in China geschieht“, sagte er.
China prägt den Metallmarkt seit Langem durch seine physische Nachfrage – sowohl industriell als auch im Einzelhandel. Jüngste Aktivitäten an der Shanghai Futures Exchange deuten jedoch darauf hin, dass Peking auch über Terminmärkte die Preise beeinflusst, erklärt Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING.
„Steigende Handelsumsätze und offene Positionen zeigen die wachsende Rolle spekulativer Strategien. Auffällig ist, dass wichtige Preisdurchbrüche bei Gold und Silber zunehmend während der asiatischen Handelszeiten stattfinden, während Europa und die USA eher folgen“, schrieb Manthey am 6. Februar.
Manthey fügte hinzu, dass inländische Investoren zunehmend auf Rohstoff-Futures setzen, um makroökonomische Einschätzungen umzusetzen und Risiken abzusichern – vor dem Hintergrund schwacher Immobilienmärkte, uneinheitlicher Aktienmärkte und strengerer Kapitalverkehrskontrollen.
In diesem von wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit geprägten Umfeld haben sich Metalle – Industrie- wie Edelmetalle – zu einem wichtigen alternativen Anlagekanal entwickelt. Der in China mit Aufschlag gehandelte Goldpreis signalisiert zudem, dass im Inland Vorräte aufgebaut werden, was auf eine mögliche Verknappung und sinkende weltweite Verfügbarkeit hindeutet.
Auch wenn langfristige fundamentale Faktoren Edelmetalle stützen, können kurzfristige spekulative Einflüsse zu erhöhter Volatilität und abrupten Preiskorrekturen führen.

Die große Geldentwertung

Ein langfristiger Treiber für steigende Goldpreise ist die expansive Geldpolitik Chinas. Über Jahre hinweg hat die chinesische Regierung wiederholt aggressive Konjunkturprogramme aufgelegt, die faktisch zu einer Abwertung der Währung führten. Howell schätzt, dass die Behörden dabei mehr als 1 Billion US-Dollar (circa 840 Milliarden Euro) an Liquidität in das Finanzsystem gepumpt haben, um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt angesichts schwacher Binnennachfrage, Handelskonflikten und nachlassender Industrieproduktion zu stabilisieren.
Gleichzeitig belastet China ein enormer Schuldenberg, insbesondere im Immobiliensektor. Selbst wenn Unternehmen wie Evergrande oder Country Garden zuletzt weniger Aufmerksamkeit auf sich zogen, wirken die Folgen des Platzens der Immobilienblase noch nach und haben erhebliche Verluste verursacht. Die Gesamtverschuldung des Staates liegt mittlerweile bei über 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und verdeutlicht die jahrelange Abhängigkeit von kreditfinanziertem Wachstum.
Dieses Zusammenspiel aus hoher Verschuldung und massiver Geldschöpfung hat nicht nur Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft, sondern stützt auch die Nachfrage nach Gold. In Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit suchen Investoren verstärkt nach stabilen Werten, und Edelmetalle wie Gold profitieren von dieser Entwicklung.
Um eine durch hohe Schulden ausgelöste Krise zu verhindern, bleibt den chinesischen Behörden nach Einschätzung von Michael Howell letztlich kaum eine andere Wahl, als neue Geldmittel in das Finanzsystem zu pumpen. Zwar wären Zahlungsausfälle grundsätzlich denkbar, doch würden sie das Kreditsystem massiv destabilisieren – im schlimmsten Fall sogar zerstören.
„Was also passiert, ist, dass die Zentralbanken eingreifen und Geld drucken. Rückblickend war dies die Lösung für jede Finanzkrise, die man sich vorstellen kann – und es wird auch die Strategie für zukünftige Krisen sein“, erklärte Howell.
Die Schuldenstände steigen Jahr für Jahr weiter, ohne dass Politiker die Ausgaben konsequent kontrollieren. Stattdessen setzen sie auf das einfachste Mittel: noch mehr Schulden aufnehmen oder weiteres Geld schaffen. In einem Umfeld, in dem Vermögenswerte sowohl für institutionelle Investoren als auch für Privatanleger zur bevorzugten Anlage geworden sind, rückt Gold als stabiler Wert in den Fokus.
„Man sollte derzeit kein Gold verkaufen“, betonte Howell. „Strategisch gesehen ist es essenziell, Gold zu halten.“

Langfristiges Potenzial des Goldes

Nach Einschätzung von Michael Howell könnte der Goldpreis in den kommenden zehn Jahren auf 10.000 US-Dollar (circa 8.400 Euro) pro Unze steigen – und er ist mit dieser optimistischen Prognose nicht allein. Auch Yardeni Research rechnet bis zum Ende des Jahrzehnts mit einem Goldpreis von 10.000 US-Dollar (circa 8.400 Euro).
„Dieser Anstieg steht vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, die ein militärisches Wettrüsten antreiben. Rüstungsunternehmen benötigen Metalle, um ihre Produktion auszuweiten“, erklärte Yardeni Research in einer Analyse vom 25. Januar.
Darüber hinaus beschleunige das globale Wettrennen im Bereich künstlicher Intelligenz die Investitionen in Technologie, was die Nachfrage nach Metallen weiter steigere und somit die Preise nach oben treibe.
Gleichzeitig stützen „tiefgreifende strukturelle Strömungen“ die Goldrallye, darunter die hohen Haushaltsdefizite der USA sowie die anhaltenden Goldkäufe der Zentralbanken, erklärte David Miller, Seniorportfoliomanager bei Catalyst Funds.
„Diese Kräfte sind äußerst stark und werden den Goldpreis in den kommenden drei, fünf oder sogar zehn Jahren voraussichtlich deutlich steigen lassen“, schrieb Miller in einer E-Mail an die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times.
 

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „China’s Central Bank Keeps Buying Gold—and Dumping US Debt“. (redaktionelle Bearbeitung il)