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Zeitumstellung: Warum wir die dauerhafte Normalzeit brauchen


In Kürze:

  • Am Morgen des 25. Oktobers werden die Uhren im Rahmen der halbjährlichen Zeitumstellung um 3 Uhr auf 2 Uhr eine Stunde zurückgestellt.
  • Die „Sommerzeit“ wurde 1980 eingeführt, um Energie zu sparen, der tatsächliche Effekt ist bis heute umstritten.
  • Dass Sonnenstand und Uhrzeit ein halbes Jahr voneinander abweichen, hat spürbare Folgen.
  • Unsere innere Uhr orientiert sich vor allem am Licht und nicht daran, was auf dem Zifferblatt steht.
  • Für die Zeit nach der breit und lang diskutierten Abschaffung der Zeitumstellung kommt nur eine in Frage: die dauerhafte, vielfach zur „Winterzeit“ verkommenen, mitteleuropäische Normalzeit.

 
Am 25. Oktober werden die Uhren wieder zurückgestellt. Seit 1980 geht das jetzt so. Die Älteren werden sich noch erinnern: das war unter der Regierung von Helmut Schmidt. Wer jünger als 50 ist, kann sich daran schon nicht mehr erinnern, dass wir mal nur eine Uhrzeit hatten – und das war die Normalzeit, die wir ab dem 25.10. wieder haben.
Dann wird es um drei Uhr wieder zwei Uhr. Eine Stunde mehr Schlaf heißt es dann. Schön wär’s. Wer gewöhnlich um sechs Uhr aufwacht, kann nach der Umstellung bereits um fünf Uhr hellwach sein. Auf dem Wecker mag eine andere Uhrzeit stehen, aber verstanden hat ihr Körper das dann noch nicht.
Seit vielen Jahren setze ich mich dafür ein, diesen Irrsinn zu beenden und dauerhaft bei der mitteleuropäischen Normalzeit (MEZ) zu bleiben. Umgangssprachlich wird daraus oftmals die „Winterzeit“. Auch ARD und ZDF verwenden diesen Begriff, obwohl es sich um die MEZ handelt.
Für mich hat das Züge von Neusprech im Sinne George Orwells. Bereits die Wortwahl lenkt die Vorstellung: Wer will schon dauerhaft Winter? Das klingt nach Dunkelheit, Kälte und Verzicht. „Sommerzeit“ dagegen nach Grillabend und Lebensfreude.

Die Sonne lässt sich nicht umstellen

Das beliebteste Argument der Befürworter: „Ich möchte, dass es abends länger hell ist“. Was dabei übersehen wird: Die Sonne scheint durch das Verstellen der Uhr keine Minute länger. Wir verschieben nur unseren Tagesablauf gegenüber dem Sonnenstand.
Unsere innere Uhr orientiert sich vor allem am Licht und nicht daran, was auf dem Zifferblatt steht. Morgendliches Licht hilft dieser, sich auf den Tag einzustellen. Helligkeit am Abend kann jedoch dafür sorgen, dass wir später müde werden. Hinzu kommen die warmen Sommerabende, an denen man gerne länger draußen sitzt.
Durch die vorgestellte Uhr bleibt es scheinbar noch länger warm. Zusätzliche Wärme erzeugt die Zeitumstellung natürlich ebenso wenig wie zusätzliches Sonnenlicht. Gehen wir später ins Bett (während der Wecker weiterhin früh klingelt), wird die Schlafzeit kürzer. So können sich über die Tage unter der Woche Schlafdefizite aufbauen. Und was Schlafmangel bedeutet sollte eigentlich mittlerweile klar sein.
Für unsere Kinder und Jugendlichen ist es noch schlimmer. Während der Sommerzeit (MESZ) entspricht sieben Uhr morgens erst sechs Uhr Normalzeit. Der Schulbeginn wird gegenüber dem Sonnenstand also um eine Stunde vorgezogen. Dabei wäre gerade für Jugendliche das Gegenteil sinnvoll. In der Pubertät verschiebt sich der natürliche Schlafrhythmus nach hinten. Sie werden später müde und brauchen morgens länger, um wach zu werden. Das ist Biologie.
Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass ein späterer Schulbeginn Jugendlichen mehr Schlaf ermöglichen und ihre Tagesmüdigkeit verringern kann. Wir erklären Bildung zu unserem wichtigsten Kapital in Deutschland und organisieren den Unterricht gegen deren biologischen Rhythmus. Mit der Sommerzeit verschärfen wir dieses Problem zusätzlich. Das muss man erst einmal fertigbringen.

Normalzeit ist keine Winterstrafe

Die Herbstumstellung fällt vielen leichter als das Vorstellen der Uhr im Frühjahr. Für die Frühjahrsumstellung sind auch gesundheitliche Risiken, etwa mehr Herzinfarkte in zeitlicher Nähe zum Wechsel, besser dokumentiert.
Trotzdem bleibt der wiederkehrende Eingriff völlig unnötig. Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin spricht sich ausdrücklich für eine dauerhafte Normalzeit aus. Sie passt besser zur menschlichen Tagesrhythmik.
Wer lediglich den Wechsel abschaffen und dafür die dauerhaft falsche Zeit (MESZ) festschreiben möchte, übersieht den entscheidenden Punkt, denn dann würde uns die vorgezogene Uhrzeit auch durch den Winter begleiten. Wo die Sonne im Dezember nach Normalzeit ungefähr um 8:30 Uhr aufgeht, erschiene sie bei dauerhafter MESZ erst um 9:30 Uhr.

Was jetzt beim Umgewöhnen hilft

Wer empfindlich auf die Herbstumstellung reagiert, kann Schlafenszeit und Aufstehen schon an den Tagen davor schrittweise um jeweils zehn bis fünfzehn Minuten nach hinten verschieben. Auch Mahlzeiten lassen sich etwas später legen. Nach dem Wechsel hilft ein regelmäßiger Tagesablauf. Der Versuch, die gewonnene Stunde unbedingt schlafend auszunutzen, erzeugt dagegen bei manchen Menschen zusätzlichen Druck.
Und wer ohnehin früh müde und früh wach wird, sollte nicht schon am frühen Abend auf dem Sofa einschlafen. Ein Spaziergang am späteren Nachmittag kann helfen, wach zu bleiben. Tageslicht und Bewegung gehören überhaupt zu den einfachsten Maßnahmen für einen stabilen Rhythmus. Den ganzen Tag im Halbdunkel sitzen und abends unter voller Beleuchtung auf den Bildschirm schauen? Genau das gibt dem Körper ziemlich widersprüchliche Anweisungen.
Für den gewöhnlichen Alltag empfehle ich Tageslicht am Morgen – sobald es verfügbar ist – und Bewegung im Freien. Abends darf die Wohnung dann allmählich dunkler werden. Bildschirmhelligkeit reduzieren, Blaulichtfilter am PC, Handy, etc. aktivieren und grelles Deckenlicht ausschalten.

Gedimmtes Licht und analoge Tätigkeiten am Abend helfen dem Körper herunterzufahren und sich auf den Schlaf vorzubereiten.

Foto: Pressmaster/iStock

Lange im Bett heißt noch nicht „gut geschlafen“

Mit zunehmendem Alter wird der Schlaf häufig leichter und störanfälliger. Kurzes Erwachen gehört dennoch zu einer normalen Nacht. Wer sich morgens an zwei Wachmomente erinnert, hat deshalb noch keine behandlungsbedürftige Schlafstörung.
Der Schlaf verläuft sowieso in wechselnden Stadien. In der ersten Nachthälfte liegt meist mehr Tiefschlaf, gegen Morgen werden die REM-Phasen länger, in denen lebhafte Träume besonders häufig sind. Es kommt deshalb auch darauf an, wie ungestört diese Abläufe stattfinden.
Und bitte verwechseln Sie Erschöpfung nicht mit Schläfrigkeit. Wer nach einem belastenden Tag völlig erledigt ist, kann trotzdem innerlich auf Hochtouren laufen. Sich dann vorsorglich zwei Stunden früher ins Bett zu legen, verlängert womöglich nur die Wachzeit auf dem Kissen. Entscheidend ist, ob ihre innere Uhr bereits auf Schlaf eingestellt ist.
Ein Klassiker aus der Praxis lautet: „Mit einem Glas Wein schlafe ich besser“. Häufig bedeutet das lediglich: Ich werde schneller schläfrig. Alkohol verändert jedoch die Schlafarchitektur, kann den späteren Schlaf unruhiger machen und Schnarchen sowie Atemaussetzer verstärken. Eine systematische Auswertung von 27 Studien fand Beeinträchtigungen des REM-Schlafs bereits bei niedrigen Alkoholmengen. Der Schlummertrunk hat also wie auch die Sommerzeit eine ziemlich geschickte Werbeabteilung.
Mein Vorschlag: Zwei Wochen keinen Alkohol am Abend und beobachten, wie erholt Sie morgens sind. Bei Einschlafproblemen lohnt außerdem ein Versuch ohne Koffein nach dem Mittagessen. Auch ein langer Sofaschlaf am späten Nachmittag kann die Nacht verkürzen. Dieser baut bereits einen Teil des Schlafdrucks ab, den wir abends brauchen.
Ausschlafen ist gut fürs Herz

Erwachsene sollten in der Regel 7 bis 9 Stunden schlafen.

Foto: oatawa/iStock

Melatonin stellt keine Uhr auf Knopfdruck

Beim Thema Schlaf wird inzwischen schnell nach Melatonin gefragt. Dieses körpereigene Hormon signalisiert die biologische Nacht. Helles Licht am Abend kann dessen Ausschüttung unterdrücken. Bevor ich über eine Einnahme nachdenken würde, frage ich eher nach der „Beleuchtung“ des Alltags, sprich Innenraum, Aufenthalt im Freien, usw.
Melatonin kann manchen Menschen beim Einschlafen helfen. Bei verschobenen Schlafrhythmen hängt seine Wirkung besonders vom Einnahmezeitpunkt ab. Mehr Milligramm bedeuten außerdem keineswegs zuverlässig mehr Erholung. Benommenheit am Morgen ist möglich – bei empfindlichen Menschen auch bei unter drei Milligramm. Deshalb würde ich eher mit einer niedrigen Dosis beginnen und zunächst prüfen, ob Melatonin zum jeweiligen Schlafproblem passt. Wer nach der Herbstumstellung ohnehin zu früh einschläft und zu früh aufwacht, sollte es nicht einfach möglichst früh am Abend nehmen. Das kann den Rhythmus weiter in die unerwünschte Richtung verschieben.

Mit dem zirkadianen Rhythmus sollen wiederkehrende körperliche Tätigkeiten wie Schlaf und Nahrungsaufnahme relativ konstant bleiben.

Foto: ger/Epoch Times; nach Pikovit44/iStock

Wenn nachts das Gedankenkarussell beginnt

„Noch vier Stunden bis zum Wecker.“ Später: „Jetzt nur noch drei.“ Wer nachts so rechnet, macht sich zusätzlichen Stress. Schlaf lässt sich sowieso nicht erzwingen, also drehen Sie die Uhr weg. Werden Sie zunehmend unruhig, stehen Sie vorübergehend auf, lesen bei gedämpftem Licht etwas Ruhiges und gehen zurück, sobald Sie schläfrig werden. Unerledigte Aufgaben lassen sich schon abends aufschreiben. Ich schätze außerdem das autogene Training nach Professor Schultz. Es braucht natürlich Übung und einen Lehrer, der es einem beibringt.
Lautes Schnarchen mit Atemaussetzern, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Schmerzen oder ständiger nächtlicher Harndrang verlangen dagegen eine Untersuchung. Bei anhaltender Schlaflosigkeit ist eine speziell darauf abgestimmte kognitive Verhaltenstherapie eine wirksame Behandlung. Sie geht über allgemeine Schlaftipps hinaus und hilft unter anderem, die Verbindung zwischen Bett, Grübeln und angestrengtem Einschlafen zu lösen.
Hilfreich kann zuvor ein einfaches Schlaftagebuch sein: morgens Schlafenszeit, längere Wachphasen und das Befinden am Tag grob notieren. Dazu Kaffee, Alkohol und Nickerchen festhalten. Keine nächtliche Buchführung, keine Jagd nach perfekten Messwerten. Nach zwei Wochen werden manche Zusammenhänge deutlicher.

Fazit

Guter Schlaf beginnt lange vor dem Zubettgehen. Mit dem Licht, dem Tagesablauf und der Frage, was uns wach hält. Die Politik könnte wenigstens mal aufhören, uns zweimal jährlich dazwischenzufunken und uns endlich die Normalzeit wiedergeben. Und wer es Abends länger hell möchte, darf seine Uhrzeit gerne alleine umstellen und nicht alle Bürger dazu verdammen das falsche Zeitsignal dauerhaft erdulden zu müssen.
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Umfrage: Widerstand gegen Zeitumstellung in Deutschland nimmt ab

Der Widerstand in der Bevölkerung gegen die halbjährliche Zeitumstellung nimmt einer Umfrage zufolge ab. 71 Prozent fordern laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit die Abschaffung.
Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und ist der niedrigste Wert seit 2016, wie die Krankenkasse mit Sitz in Hamburg mitteilte. Am stärksten war die Ablehnung der Zeitumstellung 2018 mit 80 Prozent gewesen.
In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Rückgang der Ablehnung von 66 Prozent auf 50 Prozent der Befragten am stärksten. In dieser Altersgruppe gibt es mit 39 Prozent auch die größte Zustimmung zum Wechsel von Sommer- und Winterzeit.

Frauen haben häufiger Probleme mit der Umstellung als Männer

29 Prozent der Befragten hatten den Angaben zufolge schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung, entweder gesundheitlich oder psychisch. Frauen sind mit 36 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.
Unter den 30- bis 59-Jährigen berichtete rund ein Drittel, schon einmal der Probleme nach der Umstellung gehabt zu haben. Bei jüngeren Erwachsenen und Personen ab 60 Jahren sind es weniger als drei von zehn Befragten.
Am häufigsten nennen Betroffene nach DAK-Angaben Müdigkeit oder Schlappheit (80 Prozent) als Problem. 63 Prozent berichten von Einschlafproblemen oder Schlafstörungen, gefolgt von Konzentrationsproblemen (41 Prozent) und Gereiztheit (37 Prozent).
Rund jeder fünfte Betroffene bringt laut der Umfrage zudem depressive Verstimmungen mit der Zeitumstellung in Verbindung.

Zeitumstellung ist umstritten

Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt – mit dem Ziel, das Tageslicht besser auszunutzen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Tageslicht unser Wohlbefinden positiv beeinflusst.
Doch es gibt auch Kritik: In einer Online-Befragung der Europäischen Kommission hatten sich 2018 80 Prozent der Teilnehmer dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in der EU zu beenden. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa 3 Millionen aus Deutschland.
Eine europaweite Lösung für die Abschaffung ist jedoch nicht in Sicht, da die EU-Staaten sich seit Jahren nicht auf eine Position einigen können.
2018 legte die Kommission einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Allerdings herrscht Uneinigkeit, welche Zeit sich durchsetzen soll – die sogenannte Normalzeit oder die Sommerzeit. Derzeit liegt das Vorhaben auf Eis.
Forsa befragte den Angaben zufolge im Auftrag der DAK-Gesundheit vom 28. bis 30. September 2026 bundesweit 1.009 Personen. Die Angaben zu einzelnen Beschwerden beziehen sich auf Befragte, die schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung hatten. Die Zeitvergleiche beziehen sich auf die jeweils im Herbst erhobenen Werte.
Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben mit rund 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse in Deutschland. (dpa/red)
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Niedrigere Spritpreise, Alkoholverbot an Bahnhöfen: Das ändert sich im Oktober


In Kürze:

  • Führungszeugnisse können ab Oktober auch digital beantragt werden.
  • Hecken dürfen wieder geschnitten werden.
  • EU untersagt Verwendung mancher Ewigkeitschemikalien.
  • Mehr Geld für Dachdecker und Gerüstbauer.

 
Im Oktober kommt das Alkoholverbot an Bahnhöfen, Kraftstoff soll wieder billiger werden, außerdem endet die Sommerzeit. Nachfolgend ein Blick auf die Neuerungen im kommenden Monat.

Tanken soll wieder billiger werden

Nach monatelangem Frust an der Zapfsäule gibt es für Autofahrer einen Lichtblick: Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember soll die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 14 Cent pro Liter gesenkt werden. Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich laut Regierung eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Bundestag und Bundesrat brachten dies unmittelbar vor dem letzten Septemberwochenende auf den Weg. Bereits im Frühjahr hatte es einen zweimonatigen Tankrabatt gegeben.

Alkoholverbot an Bahnhöfen

Bis Mitte Oktober soll an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland ein Alkoholverbot eingeführt werden. Die Deutsche Bahn hatte im September mit der Anpassung der Hausordnungen in einigen Bahnhöfen begonnen. Inzwischen ist der Konsum von Alkohol etwa am Berliner Hauptbahnhof sowie an den Bahnhöfen in Kiel und Braunschweig verboten. Ausgenommen von dem Verbot bleibt der Ausschank in der Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von verschlossenen alkoholischen Getränken in Taschen bleibt erlaubt. Die Einhaltung sollen DB-Sicherheitskräfte und Bundespolizei überwachen. Bei Verstößen drohen Platzverweise und Hausverbote.

Elektronische Speicherung von Vollmachten und Verfügungen

Ab dem 1. Oktober können auf Wunsch der Vollmachtgeber elektronische Abschriften von Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) der Bundesnotarkammer hinterlegt werden. Bislang können für registrierte Vorsorgeverfügungen nur wesentliche Angaben im Register eingetragen werden. Die Vorsorgedokumente selbst sind jedoch nicht einsehbar. Künftig kann etwa ein Arzt eine Patientenverfügung sofort elektronisch abrufen und entsprechend handeln. Die Registrierung im ZVR ist nach Angaben der Bundesnotarkammer kostenlos.

Elektronischer Immobilienhandel

Auch der Kauf und Verkauf von Immobilien wird digitaler. Künftig sollen Notare, Gerichte und Behörden die erforderlichen Dokumente und Daten vollständig elektronisch austauschen können. Papierunterlagen und Postwege sollen dadurch weitgehend entfallen. Die entsprechenden Regelungen beschloss der Bundestag in diesem Jahr. Ab dem 1. Januar 2027 wird der elektronische Austausch bundesweit Pflicht.

EU-Verbot von Ewigkeitschemikalien

Seit Oktober 2024 gilt eine EU-Verordnung, die schrittweise den Einsatz bestimmter per- und polyfluorierter Alkylverbindungen (PFAS) einschränkt. Diese Stoffe sind biologisch nicht abbaubar und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Ab dem 10. Oktober wird die Verwendung bestimmter Stoffe in Textilien, Leder- und Schuhwaren, in Papierverpackungen für Lebensmittel wie Pizzakartons sowie in verschiedenen Kosmetika verboten.

Zeitumstellung

Ende Oktober wird die Uhr umgestellt. Die Winterzeit beginnt in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober, um 3.00 Uhr morgens werden die Uhren dann um eine Stunde zurückgedreht. Diese Nacht ist also eine Stunde länger. Im Anschluss an die Zeitumstellung wird es morgens früher hell, während die Sonne am Nachmittag früher untergeht.

Heckenschnitt-Verbot endet

Am 30. September läuft die im Bundesnaturschutzgesetz geregelte jährliche Schonzeit für Hecken und andere Gehölze aus. Ab dem 1. Oktober dürfen Hecken demnach wieder zurückgeschnitten werden. Ab dem 1. März des kommenden Jahres gilt dann wieder die Schonzeit, die dem Artenschutz dienen soll.

Microsoft stellt Support für bestimmte Produkte ein

Für zahlreiche Microsoft-Produkte und -Dienste endet im Oktober der Support. Ein wichtiger Termin für Nutzer ist der 13. Oktober: An diesem Tag endet unter anderem der Support für Office 2021 sowie für Windows 11 Home und Pro in der Version 24H2. Daneben stellt Microsoft den Support für eine Reihe von Unternehmensprodukten, Entwicklerwerkzeugen und Azure-Diensten ein. Danach gibt es für diese Produkte keine Sicherheitsupdates und keinen technischen Support mehr.

Digitales Führungszeugnis

Wer ein Führungszeugnis benötigt, kann es ab dem 1. Oktober auch digital beantragen und elektronisch ausstellen lassen. Es kann aber auch weiterhin persönlich bei einer Meldebehörde beantragt und in Papierform ausgestellt werden. Die Gebühr beträgt in beiden Fällen 13 Euro. Kostenlos ist es, wenn es für die Ausübung eines Ehrenamts benötigt wird.

Mehr Lohn für Dachdecker und Gerüstbauer

Laut einer Tarifeinigung der IG BAU mit den Arbeitgeberverbänden aus dem Jahr 2024 steigen die Tariflöhne für Dachdecker im Oktober dieses Jahres um 3,4 Prozent. Die Ausbildungsvergütung steigt um 50 Euro für Auszubildende im ersten und zweiten Lehrjahr und um 60 Euro im dritten Lehrjahr. Auch die Ecklöhne für Gerüstbauer steigen einer Einigung aus dem vergangenen Jahr zufolge um 4,4 Prozent.

Zwangsvollstreckung digitaler

Ab Oktober wird auch die Zwangsvollstreckung digitaler. So sollen künftig Gerichte, Gerichtsvollzieher, Anwälte, Behörden und Banken Dokumente in deutlich größerem Umfang elektronisch austauschen. Unter anderem müssen Kreditinstitute einen sicheren digitalen Übermittlungsweg für Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse bereitstellen. Der Bundestag hatte im März eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen. Die Neuregelung soll Papier einsparen und die beteiligten Stellen dazu anhalten, stärker digital zusammenzuarbeiten.

Heizperiode beginnt

Sie ist zwar nicht gesetzlich festgelegt, doch in vielen Mietverhältnissen gilt der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April als Heizperiode. In dieser Zeit muss der Vermieter grundsätzlich dafür sorgen, dass die Wohnung ausreichend beheizbar ist. Das gilt auch bei niedrigen Temperaturen außerhalb dieses Zeitraums.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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15. Juli: Wassersparen in München | Merz vor Presse | Bürokratieabbau

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Wassersparen in München

Wegen Trockenheit, steigendem Wasserverbrauch und „strapazierten“ Ressourcen hat die Stadt München eine Allgemeinverfügung erlassen. Zwischen 9 und 19 Uhr ist die Entnahme von Wasser aus dem öffentlichen Netz u. a. zur Poolbefüllung, Gartenbewässerung oder privaten Autowäsche verboten. Bußgelder reichen von 50 bis 50.000 Euro. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 1. August.

Merz vor Presse

Bundeskanzler Friedrich Merz lässt bei der Sommerpressekonferenz persönliche Konsequenzen nach den Landtagswahlen im Herbst offen, falls die AfD stark abschneidet. Er zeigt sich zuversichtlich, AfD-Erfolge durch Reformpolitik verhindern zu können. Außerdem verteidigte Merz die hohe Neuverschuldung mit der Sicherheitslage und betonte Reformen in Rente, Pflege und Krankenkassen.

Bürokratieabbau

In Berlin hat die Regierung einige Maßnahmen zum Bürokratieabbau verabschiedet. Beschlossen wurde beispielsweise die Digitalisierung von ärztlichen Überweisungen zu Fachärzten. Zudem gelten Lkw-Fahrverbote nur noch an bundesweit einheitlichen Feiertagen. Und über die Pflicht zur Ortskenntnis für Taxis sollen künftig die Bundesländer entscheiden.

Kein automatischer Schutz

Wehrfähige ukrainische Männer sollen es schwerer haben, in der EU Schutz zu bekommen und zu arbeiten. Darauf einigten sich die EU-Innenminister in Brüssel. Zukünftig sollen sie einen Nachweis der Ukraine erbringen müssen, dass sie rechtmäßig ausgereist oder vom Wehrdienst befreit sind. Männer, die sich bereits in der EU aufhalten, sind davon nicht betroffen.

Für immer Sommerzeit

Das US-Repräsentantenhaus hat ein Gesetz verabschiedet, das die zweimal jährliche Zeitumstellung abschaffen und die Sommerzeit dauerhaft einführen soll. Der „Sunshine Protection Act“ muss nun den Senat passieren. Befürworter sprechen von mehr Alltagstauglichkeit, Kritiker warnen vor dunkleren Wintermorgen.
 
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USA vor dauerhafter Sommerzeit: Ende der Zeitumstellung geplant


In Kürze:
  • Das US-Repräsentantenhaus stimmt mit 308 zu 117 Stimmen für eine dauerhafte Sommerzeit.
  • Der „Sunshine Protection Act“ beendet die Umstellung zwischen Sommer- und Normalzeit.
  • Der Gesetzentwurf muss noch den Senat passieren und könnte anschließend Präsident Donald Trump vorgelegt werden.

 
Das US-Repräsentantenhaus hat den Weg für eine dauerhafte Sommerzeit freigemacht. Mit dem verabschiedeten „Sunshine Protection Act“ soll die zweimal jährliche Zeitumstellung beendet werden. Die Uhren würden künftig im Herbst nicht mehr auf die Normalzeit zurückgestellt.
Der Gesetzentwurf wurde am Dienstag mit 308 zu 117 Stimmen angenommen und muss nun noch den Senat passieren. Dort entscheidet sich, ob die USA tatsächlich dauerhaft bei der Sommerzeit bleiben.

Befürworter wollen Ende der Zeitumstellung

Für viele Amerikaner würde die Regelung bedeuten, dass sie künftig keine Stunde Schlaf mehr durch die jährliche Umstellung verlieren. Die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst soll nach Ansicht der Befürworter nicht mehr zeitgemäß sein.
„Seit Jahrzehnten stellen sich die Amerikaner eine einfache Frage: Warum zwingen wir Familien, Unternehmen und Gemeinden dazu, jedes Frühjahr und jeden Herbst ihre Zeitpläne anzupassen?“, sagte der republikanische Abgeordnete Gus Bilirakis aus Florida, der das Gesetz unterstützt.
Die zweimal jährliche Umstellung sei ein „Relikt der Vergangenheit“, das nicht mehr widerspiegele, wie Menschen im 21. Jahrhundert lebten und arbeiteten.
Auch Demokraten unterstützen den Vorstoß. Der Abgeordnete Frank Pallone aus New Jersey erklärte, viele Amerikaner seien sich bei diesem Thema einig. Nur wenige würden die zweimalige Zeitumstellung im Jahr bevorzugen, während viele sie als störend empfänden.

US-Senat.

Foto: Stefan Zaklin/Getty Images

Frühere Initiative scheiterte

Bereits 2022 hatte der US-Senat ein ähnliches Gesetz einstimmig verabschiedet. Der Vorschlag kam damals jedoch im von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus nicht weiter und erhielt keine sichere Unterstützung der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden.
Dieses Mal unterstützt das Weiße Haus den Gesetzentwurf und bezeichnet ihn als eine praktische Lösung.
Historisch wechseln die USA zwischen der Normalzeit von November bis März und der Sommerzeit von März bis Oktober. Während der Sommerzeit bleibt es abends länger hell, dafür sind die Morgenstunden dunkler.
Kritiker warnen, dass eine dauerhafte Sommerzeit besonders für Menschen problematisch sein könnte, die früh zur Arbeit oder zur Schule müssen. In den Wintermonaten könnte der Weg dorthin häufiger noch bei Dunkelheit stattfinden.

Die Entscheidung liegt beim Senat

Sollte der Senat zustimmen, könnte das Gesetz anschließend Präsident Donald Trump vorgelegt werden. Auch der demokratische Senator Ed Markey aus Massachusetts, der bereits die frühere Version des Gesetzes unterstützt hatte, verwies auf die Auswirkungen der Zeitumstellung. Sie habe „echte Folgen für unsere Wirtschaft und unser tägliches Leben“, sagte er.
 
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „House Passes Legislation to Make Daylight Saving Time Permanent“. (Deutsche Bearbeitung: zk)