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Europa und die verlorenen Kinder


In Kürze

  • Die Zahl der Geburten ist auf einen historischen Tiefstand gefallen.
  • Der Rückgang ist in ganz Europa zu erkennen.
  • Familienförderung konnte den Trend bisher nicht stoppen.
  • Als Ursachen gelten wirtschaftliche Unsicherheit, späte Familiengründung und gesellschaftliche Veränderungen.
  • Auch Unfruchtbarkeit durch COVID-Impfstoffe wird diskutiert.

Wenn Luise an ihre Kindheit denkt, denkt sie zuerst an Lärm. An einen Esstisch, der nie groß genug war, an fünf Kinder, die sich ein Badezimmer teilten, an Ferien, in denen immer jemand weinte, lachte oder lautstark protestierte. Luise wuchs mit vier Geschwistern auf – eine Familiengröße, die in den 1970er-Jahren als „kinderreich“ galt, an der aber nichts Ungewöhnliches war.
Heute ist Luise über fünfzig. Kinder hat sie keine. Ihre ältere Schwester ebenfalls nicht. Der älteste Bruder bekam zwei Kinder. Ihr jüngerer Bruder wurde erst mit 50 Jahren Vater. Die jüngste Schwester brachte mit fast 40 ihre Tochter zur Welt. Aus fünf Geschwistern wurden am Ende vier Kinder – und die meisten kamen deutlich später zur Welt als noch eine Generation zuvor.
Luises Familie steht für einen Trend, der sich in den amtlichen Statistiken widerspiegelt. Deutschland bekommt immer weniger Nachwuchs. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts lag die zusammengefasste Geburtenziffer 2025 bei nur noch 1,32 Kindern je Frau. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem weiteren Rückgang um 2,7 Prozent. Bereits seit 2022 sinkt die Geburtenrate kontinuierlich. Ein ähnlich niedriges Niveau wurde zuletzt 2006 erreicht. Noch niedriger lag sie lediglich nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den 1990er-Jahren mit 1,24 Kindern je Frau.
Kurt Starke, ehemaliger Forschungsdirektor am Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig, analysiert dies in der „Berliner Zeitung“:
„1991 wurden in den neuen Bundesländern 40 Prozent weniger Kinder als 1990 geboren; 1992 auf 1991 nochmals 19 Prozent weniger. Der Rückgang der ostdeutschen Geburtenrate seit 1990 übertraf also den in den beiden Weltkriegen bei weitem.“
Damals gingen viele Ostdeutsche Frauen in den Westen und Kinderkriegen stand nicht mehr so hoch im Kurs. Die Kinder der 1990er sind heute selbst im typischen Alter für eine Familiengründung – eine vergleichsweise kleine Generation, was den Rückgang zusätzlich verstärkt.
Das Statistische Bundesamt notiert dazu:
„Die Zahl der Geburten war im Jahr 2025 infolge dieser Entwicklung auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gesunken: Nach endgültigen Ergebnissen wurden im Jahr 2025 in Deutschland 654 241 Kinder geboren.“

Teure Familienpolitik

Zu den möglichen Gründen der sinkenden Geburten sagt Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), gegenüber „Tagesschau“:
„Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten, Inflation und andere Belastungen führen dazu, dass viele Menschen verunsichert sind und sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Das kann dazu führen, dass sie ihre Kinderwünsche aufschieben oder gar nicht umsetzen.“
Längere Ausbildungszeiten, hohe Wohnkosten, berufliche Unsicherheit und veränderte Lebensentwürfe verschieben den Kinderwunsch. Manche verzichten bewusst auf Kinder, andere können ihren Kinderwunsch aufgrund biologischer oder persönlicher Faktoren nicht verwirklichen.
Kindergeld, Elterngeld, steuerliche Freibeträge, der Ausbau der Kinderbetreuung und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – Deutschland gibt jedes Jahr Milliarden für Familienpolitik aus und leistet sich eines der teuersten Familienfördersysteme Europas.
Dennoch werden so wenige Kinder geboren wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Das legt die Frage nahe, ob die Maßnahmen an den eigentlichen Problemen vorbeigehen.
Doch so wenig, wie Luises Familie für Deutschland ein Einzelfall ist, steht Deutschland mit seiner Entwicklung in Europa allein. Von Lissabon bis Helsinki, von Dublin bis Bukarest werden weniger Kinder geboren. Fast alle europäischen Staaten liegen inzwischen deutlich unter der sogenannten Bestandserhaltungsgrenze von 2,1 Kindern je Frau.
Was lange als nationales Problem einzelner Länder galt, hat sich zu einer gesamteuropäischen Thematik entwickelt.

COVID-Impfstoffe als Ursache?

Der ehemalige Pfizer-Toxikologe Helmut Sterz zieht als Erklärung auch Unfruchtbarkeit durch mRNA-COVID-Impfstoffe in Erwägung. In der Corona-Enquete-Kommission des Bundestages erklärte er, die Geburtenrate habe seit der Impfkampagne in allen EU-Ländern im Mittel um 17 Prozent abgenommen.
Der ehemalige SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte gegenüber Epoch Times, die Aussage von Sterz sei eine Einzelmeinung und wissenschaftlich nicht anerkannt.
Bei einer Sachverständigenanhörung in der Enquete-Kommission „Pandemie“ im sächsischen Landtag verwies Prof. Dr. Werner Bergholz als Experte für Qualitätsmanagement auf tschechische Untersuchungen von geimpften Frauen im gebärfähigen Alter. Laut den Ergebnissen hätten diese Frauen in Tschechien 60 Prozent ihrer Fruchtbarkeit im Vergleich zu ungeimpften Frauen eingebüßt.
Die Antworten der Politik auf die Geburtenkrise sind unterschiedlich. Sexualwissenschaftler Kurt Starke wundert sich, warum das Thema bisher so wenig in Politik und Öffentlichkeit reflektiert wird. Er fasst es kurz:
„Deutschland stirbt aus!“
Sparpläne der Bundesregierungen sehen sogar eine Verkürzung der Bezugsdauer des Kindergeldes vor (künftig von 14 auf zwölf Monate).
Als Vorreiter einer offensiven Familienpolitik gilt Ungarn. Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán hat in den vergangenen 15 Jahren mehr als 30 familienpolitische Maßnahmen eingeführt. So sind Frauen mit mindestens drei Kindern lebenslang von der Einkommensteuer befreit. Schrittweise soll diese Regelung auch für Mütter mit zwei Kindern geltend gemacht werden. Hinzu kommen zinsgünstige Darlehen, Wohnbauförderungen und weitere finanzielle Vergünstigungen.

Rezepte für’s Kinderkriegen

Italien verfolgt einen anderen Ansatz. Die Regierung von Giorgia Meloni – die Ministerpräsidentin ist die erste Frau und Mutter in diesem Amt – hat Familienpolitik zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt.
Familien sollen unter anderem durch Steuererleichterungen und kostenlose Kita-Plätze ab dem zweiten Kind entlastet werden. Die bezahlte Elternzeit wurde auf zehn Monate ausgedehnt und ein „Geburtenbonus“ von 1.000 Euro pro Geburt eingeführt.
Besonders weit geht die Türkei. Präsident Recep Tayyip Erdoğan fordert seit Jahren, Familien sollten mindestens drei Kinder bekommen. 2025 erklärte seine Regierung zum „Jahr der Familie“.
Neben zinslosen Krediten und Geldhilfen für junge Familien wurde in privaten Kliniken ein Verbot medizinisch nicht notwendiger Kaiserschnitte eingeführt. Die Regierung begründet dies unter anderem damit, dass Frauen nach einer natürlichen Geburt schneller erneut schwanger werden könnten.
Auch in Schweden ist der Geburtenrückgang inzwischen zu einem politischen Thema geworden. Die bürgerlich-konservative Regierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson hat die Familien- und Fruchtbarkeitspolitik im Vorfeld der Parlamentswahl in den Mittelpunkt gerückt und erklärt, Paare mit unerfülltem Kinderwunsch stärker zu unterstützen.

Der rechtsbürgerliche Ministerpräsident von Schweden, Ulf Kristersson, macht Familienpolitik zum Wahlkampfthema. Der Schwedische Reichstag soll am 13. September neu gewählt werden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Regierung hat die Zahl der staatlich finanzierten künstlichen Befruchtungen (IVF-Behandlungen) für Paare ohne Kinder von bislang drei auf sechs Versuche verdoppelt. Für den Fall einer Wiederwahl kündigte Kristersson zudem an, die Kostenübernahme künftig auch auf Behandlungen für weitere Kinder auszuweiten.

„Demografische Aufrüstung“ in Frankreich

Staatliche Priorität hat die Geburtenrate auch in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron kündigte 2024 eine „demografische Aufrüstung“ an. Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa hat Frankreich eine relativ hohe Geburtenrate. Das Land betreibt seit längerer Zeit eine aktive Familienpolitik. Dazu gehören Prämien für Familien mit mindestens zwei Kindern oder Steuervorteile. Neu ist, dass die französische Regierung jungen Menschen eine Fruchtbarkeits­untersuchung bezahlt.
Den französischen „Plan National Fertilité“, die staatliche Strategie, die dem Rückgang der Geburtenzahlen entgegenwirken soll, hat Samir Hamamah, 71, Gynäkologe und Professor für Reproduktionsmedizin am Universitätsspital Montpellier, mitentwickelt. Für den Mediziner ist die Babykrise „eine der größten Gefahren unserer Zeit“, wie er im Interview mit der „Aargauer Zeitung“ erklärt. Hamamah stellt sich grundsätzliche Fragen:
„Wer wird die Gesellschaft tragen? Wer wird in Zukunft die Renten finanzieren? Wer wird in den Spitälern arbeiten? Wer wird Lebensmittel produzieren, Häuser bauen oder Maschinen bedienen?“

Migration als Lösung?

Migration zu fördern, um fehlende Arbeitskräfte auszugleichen, reicht für den Mediziner als Antwort auf die demografische Krise nicht aus. Es verlagere nur das Problem, so Hamamah, und entziehe anderen Ländern die kostspielig ausgebildeten Fachkräfte.
Migration kann zwar Folgen des demografischen Wandels kurzfristig abmildern, ersetzt aber keine langfristige Lösung für dauerhaft niedrige Geburtenraten. Denn auch bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sinken die Geburtenzahlen seit Jahren – auch in Deutschland.
Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit bekamen 2025 im Schnitt 1,20 Kinder. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate bei 1,78 Kindern. Im Jahr zuvor lag sie noch um 3,3 Prozent höher bei 1,84. Das Bundesamt für Statistik fasst zusammen:
„Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück.“
Der demografische Wandel lässt sich nicht nur in den Statistiken der Behörden ablesen. Er ist auch sichtbar im Esszimmer von Luise. Wenn heute ihre Familie zu Festen zusammenfindet, braucht sie den Esstisch nicht mehr auszuziehen.
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26.07.2026 | Massenkarambolage auf A9 in Thüringen | 21-Kilometer-Feuer in Spanien | Rumänische Armee schießt nächste Drohne ab

HEUTE11:43 Uhr

Rumänische Armee schießt nächste Drohne ab

Rumänien hat den dritten Tag in Folge eine Drohne abgeschossen. Sie wurde am Sonntag über dem Schwarzen Meer von einem Kampfjet F-16 abgefangen und fünf Minuten nach Eindringen in der Luftraum zerstört. Die Herkunft wird untersucht.

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HEUTE11:25 Uhr

Neues Weltkulturerbe: D-Day-Strände

Auch die fünf D-Day-Strände in der Normandie wurden von der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen, dort landeten die Alliierten im Juni 1944. Einen Eintrag in die Liste erhielten auch die sogenannten Katharerburgen im Süden Frankreichs, die als Festungen des Languedoc bekannt sind.

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HEUTE10:38 Uhr

Spanien: Neuer Waldbrand bei Valencia – 15.000 Menschen sollen flüchten

Wegen eines neuen Waldbrandes in der Nähe der ostspanischen Großstadt Valencia wurden 15.000 Menschen zur Evakuierung aufgefordert. „Das Feuer übersteigt unsere Löschkapazitäten; es hat einen Umfang von etwa 21 Kilometern“, erklärte Regionalpräsident Juanfran Pérez Llorca.

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HEUTE10:08 Uhr

Massenkarambolage: Mehr als 30 Verletzte auf Autobahn in Thüringen

Bei einer Massenkarambolage auf der A9 bei Bad Lobenstein in Thüringen wurden am Samstagabend etwa 34 Menschen verletzt – dabei fuhr ein Wohnmobil auf ein Stauende auf. Neun Fahrzeuge seien beschädigt, darunter zwei Kleinbusse einer Kinderreisegruppe. Auslöser des Staus war ein umgekippter Pferdeanhänger. Die Autobahn blieb stundenlang gesperrt.

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HEUTE10:01 Uhr

Iran wirft Ukraine Angriff auf Frachtschiff vor

Der Iran macht die Ukraine für den Angriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer verantwortlich. Dabei starb ein Crewmitglied, ein weiteres wurde verletzt. Teheran bestellte den ukrainischen Geschäftsträger ein und kündigte eine Reaktion an.

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HEUTE9:30 Uhr

Medien: Europaweite Fahndung nach CSD-Tatverdächtigen

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD fahnden die Ermittler mittlerweile europaweit nach dem 21-jährigen Abdul B. Das BKA habe die Behörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich um Mithilfe ersucht, berichtet „Focus Online“.
HEUTE8:52 Uhr

Taifun „Noul“ trifft in China auf Land

Taifun „Noul“ traf am Sonntagmorgen nahe Pinghai in Guangdong mit bis zu 162 Stundenkilometern auf Land. Mehr als 340.000 Menschen wurden evakuiert. Hongkong meldete neun Verletzte und mindestens 350 gestrichene Flüge. Der Sturm zieht weiter in die Regionen Jiangxi, Hunan und Hubei.
HEUTE7:48 Uhr

Vorbereitungen auf ESC 2027

Nach Bulgariens erstem Sieg im Eurovision Song Contest soll der Wettbewerb im Mai 2027 in Bulgarien stattfinden. Im Finale der Standortwahl stehen die Hauptstadt Sofia und die maritime Partyzone Burgas. Die Entscheidung soll bei Ende Juli fallen.
Dara aus Bulgarien hat mit dem Titel „Bangaranga“ den 70. ESC gewonnen.

Dara aus Bulgarien hat mit dem Titel „Bangaranga“ den 70. ESC gewonnen.

Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

HEUTE6:52 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten

Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fünf Bundeswehrsoldaten. Sie werden verdächtigt, während der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in Kabul Diebstähle begangen zu haben. Ein erster Verdacht auf Plünderung wurde ausgeräumt.
HEUTE6:27 Uhr

Deutlicher Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber

Die Europäische Gesundheitsbehörde registrierte 2026 bis 22. Juli 81 in Europa erworbene West-Nil-Fälle, davon 46 in Italien. Dort sind 20 Regionen betroffen. In Deutschland wurden zwei Fälle nach Auslandsreisen erfasst. Das Virus wird laut WHO meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen.
HEUTE6:18 Uhr

USA: So viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr

In diesem Jahr sind in den USA bereits mehr als 2.300 Masernfälle in 45 Bundesstaaten dokumentiert – mehr als im gesamten Jahr 2025. Mehr als die Hälfte betraf Kinder und Jugendliche. Auch Kanada verzeichnet eine deutliche Zunahme der Krankheit.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Waldsiedlung Zehlendorf wird Unesco-Welterbe

Ein weiteres Kapitel deutscher Architekturgeschichte hat weltweite Anerkennung erfahren: Die Waldsiedlung Zehlendorf im Berliner Südwesten ist in die begehrte Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Dies beschloss das Unesco-Komitee während seiner Sitzung im südkoreanischen Busan.
Es handelt sich dabei um keinen neuen Eintrag in die Welterbeliste, sondern eine Erweiterung des bereits 2008 anerkannten Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“.
Zu dieser zählen nun insgesamt sieden Siedlungen, darunter die bekannte Hufeisensiedlung im Bezirk Neukölln und die Weiße Siedlung in Reinickendorf.
„Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette“, sagte die deutsche Unesco-Botschafterin Kerstin Pürschel über die Entscheidung in Busan.
Die Wohnsiedlung gilt mittlerweile als sehr gut instandgesetzt.

Die Wohnsiedlung gilt mittlerweile als sehr gut instandgesetzt.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Visionäre Wohnkonzepte

Laut Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission zeigen die Siedlungen der Berliner Moderne bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt.
„Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind“, sagte Böhmer.
Erbaut wurde die Waldsiedlung Zehlendorf von 1926 bis 1932 unter der federführenden Planung von Architekt Bruno Taut gemeinsam mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg. Die Gebäude im Bauhausstil lösten während ihrer Entstehung heftige Widerstände innerhalb politisch konservativer Kreise aus.

Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“

Unter dem Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“ stellt die Waldsiedlung die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen während einer Zeit in den Mittelpunkt, als dies noch kaum üblich war.
Bruno Tauts Vision verbindet moderne, offene Architektur in einem von Grünflächen und Bäumen geprägten Umfeld. Ebenfalls wollte man bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten schaffen.
Eine Besonderheit der Waldsiedlung ist, dass sie flächenmäßig die größte aller Siedlungen der Berliner Moderne ist. Inmitten der Waldsiedlung befindet sich auch die Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – das revolutionäre Konzept, ein Einkaufszentrum direkt an einen Bahnhof anzubinden, war damals weltweit einmalig.
Wegen der bunten Fassaden wird die Siedlung auch Papageiensiedlung genannt.

Wegen der bunten Fassaden wird die Siedlung auch Papageiensiedlung genannt.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Spitzname Papageiensiedlung

Hinzukommen die bunten Wände – gelbe, blaue, grüne oder bordeauxrote Fassaden, dreifarbige Fensterrahmen, farbenfrohe Eingangstüren -, die der Waldsiedlung auch den Spitznamen Papageiensiedlung im Volksmund verliehen haben.
Etliche Prominente haben einst in der Siedlung gewohnt, darunter Schauspieler Theo Lingen oder der SPD-Politiker Julius Leber.
Von den 4.000 Menschen, die heute in der Waldsiedlung Zehlendorf beheimatet sind, freut sich allerdings nur ein Teil über die Entscheidung des Unesco-Komitees.
So sind einige Anwohner besorgt darüber, dass mit der Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe die Mieten steigen könnten sowie die ohnehin bereits hohen Denkmalschutzauflagen noch weiter verschärft werden könnten.
Das Unesco-Welterbekomitee tagt noch bis zum 29. Juli im südkoreanischen Busan, Südkorea. Insgesamt hat das Gremium über rund 30 Nominierungen für die Welterbeliste entschieden.
Ein weiteres Thema ist die Erhaltung von bestehenden Kultur- und Naturstätten, die von kriegerischen Konflikten, Naturkatastrophen und zunehmend von den Folgen des Klimawandels gefährdet werden. Etwa 60 Welterbestätten gelten derzeit als bedroht. In Deutschland befinden sich insgesamt 55 Welterbestätten. (dpa/red)
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Spionagevorwurf: NATO-Praktikantin chinesischer Herkunft in Belgien festgenommen

Eine kanadische Staatsbürgerin chinesischer Herkunft, die im strategischen Militärhauptquartier der NATO in Belgien tätig war, wurde am 24. Juli festgenommen. Laut der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft steht sie „im Verdacht, im Auftrag eines Drittstaates Spionage betrieben zu haben und Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein“.
Die NATO nannte im Zusammenhang mit der Festnahme kein Land.

Praktikantin im strategischen Hauptquartier

Die Frau arbeitete als Praktikantin bei SHAPE – das strategische Hauptquartier der NATO in Mons. Ermittler führten Durchsuchungen in ihrer Wohnung und am Arbeitsplatz durch, unterstützt von Partnerbehörden und der Abteilung für Computerkriminalität.
Die Bundesstaatsanwaltschaft werde sich im Rahmen der laufenden Ermittlungen nicht weiter äußern, hieß es.
Ein NATO-Vertreter sagte, dass die Sicherheit des Bündnisses nicht gefährdet sei und dass „SHAPE seine Aufgaben weiterhin ohne Unterbrechung wahrnimmt“. Das Verteidigungsministerium reagierte bisher nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
SHAPE hat die Aufgabe, militärische Operationen der NATO und andere Missionen im Einklang mit den strategischen Zielen der NATO zu planen und durchzuführen. Kanada und Belgien gehören beide zu den 32 Mitgliedstaaten des NATO-Militärbündnisses.

Brüssel ist besorgt über Chinas Ambitionen

Die NATO-Staats- und Regierungschefs sagten, sie seien besorgt über Chinas „Zwangsmaßnahmen“ und aggressive Handlungen.
„Chinas erklärte Ambitionen und sein selbstbewusstes Auftreten stellen systemische Herausforderungen für die regelbasierte internationale Ordnung und für Bereiche dar, die für die Sicherheit des Bündnisses relevant sind“, heißt es in einem gemeinsamen Kommuniqué der Staats- und Regierungschefs des Bündnisses aus dem Jahr 2021.
„China baut sein Atomwaffenarsenal rasch aus – mit mehr Sprengköpfen und einer größeren Anzahl hochentwickelter Trägersysteme –, um eine nukleare Triade zu etablieren. Die Umsetzung seiner militärischen Modernisierung und seiner öffentlich verkündeten Strategie der zivil-militärischen Verschmelzung ist undurchsichtig.“
Die Regierungschefs fügten hinzu, dass China eine militärische Zusammenarbeit mit Russland pflegt und dass sie besorgt sind über Pekings „häufigen Mangel an Transparenz und den Einsatz von Desinformation“.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Canadian NATO Intern of Chinese Origin Arrested on Espionage Charges in Belgium“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Nach CSD-Todesfahrt: Merz verspricht schnelle Aufklärung – Politiker reagieren bestürzt

Nach der Todesfahrt beim Christopher Street Day in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schnelle Aufklärung versprochen.
„Wir sind offen und freiheitsliebend – und das werden wir auch bewahren und verteidigen“, schrieb der Kanzler am Sonntagmorgen beim Kurznachrichtendienst X. Die Tat werde aufgeklärt und „mit aller Härte“ verfolgt.
Merz sprach im Zusammenhang mit der Attacke erneut von einer „abscheulichen Tat“ in Berlin. „Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.“
Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Bundeskanzler Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet.
„Bundeskanzler und Innenminister sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen.“

Berlins Bürgermeister: „Angriff auf weltoffene Gemeinschaft“

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte die Tat als einen „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.
„Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, schrieb Bürgermeister Wegner im Kurzbotschaftendienst X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.“

Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner (m) spricht mit den Medien, während Polizeisprecher Florian Nath (l) in der Nähe des Tatorts zuhört.

Foto: Ralf Hirschberger/AFP via Getty Images

Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.“

Parteiübergreifend verurteilen Politiker die Gewalttat

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich bereits in der Nacht zu Wort gemeldet. „Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst“, sagte er. Es wird erwartet, dass Dobrindt sich im Laufe des Tages am Tatort ein Bild von der Lage machen wird.
CSU-Chef Markus Söder sprach von einem „feigen Anschlag“ auf den Berliner CSD. „Es macht fassungslos, dass friedlich feiernde Menschen angegriffen, verletzt und sogar aus dem Leben gerissen werden“, schrieb er bei X. „Wir werden entschlossen handeln, um unsere Freiheit zu schützen. Wir werden uns dem Terror nicht beugen.“
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nannte die Attacke einen „abscheulichen Angriff auf unsere Freiheit“ und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sprach offen von einem „Terroranschlag“, bei dem es sich „um einen Angriff auf das freiheitliche Leben in Deutschland insgesamt“ handele. „Terrorismus, egal aus welcher Richtung, müssen wir mit maximaler Härte bekämpfen.“
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) erklärte: „Wer Menschen angreift, die für Vielfalt, Freiheit und gegenseitigen Respekt einstehen, greift uns alle an – unsere offene und tolerante Gesellschaft und damit das Herz unserer Demokratie.“ Die Gewalttat erschüttere sie zutiefst.

Auto fährt bei CSD in Menschenmenge am 26.07.2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Auch aus der AfD kamen Reaktionen. Parteichefin Alice Weidel schrieb auf X: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und Hinterbliebenen“ des Anschlags beim CSD. Der AfD-Politiker Sven W. Tritschler erklärte, er lehne den CSD „als Schwuler“ zwar ab, betonte aber, in Deutschland müsse jeder für seine Anliegen auf die Straße gehen können. Zugleich machte er den Islamismus für die Tat verantwortlich. „Das Gift des Islamismus stellt diese Grundüberzeugungen infrage“, schrieb er.
Die Grünen-Fraktionschefinnen Britta Haßelmann und Katharina Dröge sprachen am Sonntag von einer „entsetzlichen Terrortat“ gegen „queere Menschen und ihre Freundinnen und Freunde, die für gleiche Rechte und gegen Hasskriminalität demonstriert haben“. In einer gemeinsamen Erklärung schrieben sie: „Es handle sich um einen „Angriff auf das ganzes Land, auf unseren freiheitlich-liberalen Rechtsstaat und alles, was ihn ausmacht“.
Ähnlich äußerte sich Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei: „Es ist ein Anschlag auf eine offene Welt“, erklärte Ramelow. Für die Betroffenen werde der Anschlag „bittere Spuren“ hinterlassen. Der Linken-Politiker forderte einen Einsatz gegen queerfeindliche Intoleranz.
Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki äußerte sich „wütend, dass die Gefahr des Islamismus in Deutschland noch immer nicht mit der notwendigen Entschlossenheit bekämpft“ werde. „Es kann nicht sein, dass wir nach solchen Anschlägen immer wieder erfahren, die Täter seien bereits ‚polizeibekannt‘ gewesen oder schon seit Längerem als Extremisten in Erscheinung getreten“, sagte Kubicki der „Bild“. „Die Diskussionen wiederholen sich – und die Taten leider auch.“
Auch aus der EU kamen Beileidsbekundungen. „Der CSD steht für Freiheit, Würde und Gleichberechtigung – die grundlegenden Werte der EU“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Jeder Mensch solle ohne Angst leben, lieben und für seine Rechte einstehen können. „Hass und Gewalt haben keinen Platz in unseren Gesellschaften. Wir stehen geschlossen an der Seite der LGBTQI+-Community.“

Polizeieinsatz am 26. Juli 2026 in der Nähe des Fahrzeugs im Berliner Tiergarten, das mutmaßlich am Vortagin eine Menschenmenge gerast war. Die Christopher-Street-Day-Parade in Berlin wurde anschließend vorfristig beendet.

Foto: Ralf Hirschberger/AFP via Getty Images

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot“ am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Den Abschluss bildete am Abend ein Showprogramm am Brandenburger Tor.
Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten. (afp/dpa/red)
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220.000 Menschen evakuiert: Waldbrand in der französischen Gironde breitet sich weiter rasch aus

Der Waldbrand im südwestfranzösischen Département Gironde breitet sich nach Angaben der Behörden weiter „rasch“ aus. Grund dafür seien trockene Vegetation und böiger Wind, erklärte die zuständige Präfektur am frühen Sonntag.
In der Gironde sind mittlerweile 220.000 Menschen vom Evakuierungsaufruf betroffen. Er ist damit einer der bislang größten in Frankreich infolge von Bränden.
Die Behörden des Départements hatten zuvor 55.000 weitere Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Autobahn gesperrt, Bahnverkehr ausgesetzt

42.000 Hektar seien in der Gironde bislang den Flammen zum Opfer gefallen, erklärte die Präfektur. Damit zählen die Brände in der Gegend zu den größten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. 1949 hatte ein Großbrand im Gebiet der Gascogne etwa 50.000 Hektar zerstört.
Jérôme Steffe, Bürgermeister von Cestas südwestlich von Bordeaux, sagte dem Sender BFMTV, die Stadt sei „glücklicherweise menschenleer“. Es gebe allerdings einige Menschen, die ihr Haus nicht verlassen wollten. Die Stadtverwaltung stehe deswegen mit der Präfektur in Verbindung.
 
Die Autobahn A63 zwischen der Großstadt Bordeaux und Spanien wurde laut der Präfektur wegen der Brände auf einer Länge von 60 Kilometern für den Autoverkehr gesperrt.
Der Bahnverkehr in Gegenden südlich von Bordeaux wurde ausgesetzt, wie die Bahngesellschaft SNCF mitteilte.

Brände außer Kontrolle

Ein Brand im Département Landes im Südwesten war am Sonntagmorgen laut der zuständigen Präfektur „besser“ eingedämmt, aber noch nicht gelöscht.
Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor erklärt, mehrere Brände in ganz Frankreich seien weiter nicht unter Kontrolle. Besonders stark ist der Südwesten betroffen. Aber auch im Département Var im Südosten loderten Flammen. (afp/red)
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Mutmaßlicher CSD-Todesfahrer soll IS-Anhänger sein

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD gehen die Ermittler offenbar davon aus, dass der Täter ein Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sein soll. Das berichten am Sonntag mehrere Medien unter Berufung auf Behördenangaben.
Ob der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt, ist unterdessen noch unklar. Er soll sich aber bereits mit den örtlichen Behörden in Verbindung gesetzt haben.
Nach dem mutmaßlichen Täter wird mittlerweile europaweit gefahndet Das BKA soll die Behörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich um Mithilfe ersucht haben, berichtet „Focus Online“.

Mehrere Täter und Stichwaffen möglich

Der 21-jährige Abdul B. soll am Samstag gegen 22 Uhr mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten gerast sein, wo CSD-Teilnehmer gerade feierten.
Dabei fuhr er schließlich gegen einen Baum und flüchtete. Ob er einen Mittäter hatte, ist noch unklar.
Die Behörden sprechen mittlerweile davon, dass „eine oder mehrere Personen“ sich aus dem Fahrzeug entfernt haben sollen. Des Weiteren sollen mehrere Personen „durch Stichwerkzeuge verletzt“ worden sein.
Die Veranstaltung war nach der Tat abgebrochen worden, über eine Stunde lang war aber öffentlich kaum bekannt, was passiert war – offensichtlich sollte damit Panik vermieden werden.
Vorübergehend setzte die Polizei bei der Suche auch einen Hubschrauber über dem Tiergarten ein, dabei soll dem Vernehmen nach auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz gekommen sein. Nach letzten Angaben waren bei der Tat am Samstagabend eine Frau getötet und 16 weitere verletzt worden. (dts/red)
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26.07.2026 | Medien: Europaweite Fahndung nach CSD-Tatverdächtigen | Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten

HEUTE9:30 Uhr

Medien: Europaweite Fahndung nach CSD-Tatverdächtigen

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD fahnden die Ermittler mittlerweile europaweit nach dem 21-jährigen Abdul B. Das BKA habe die Behörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich um Mithilfe ersucht, berichtet „Focus Online“.
HEUTE8:52 Uhr

Taifun „Noul“ trifft in China auf Land

Taifun „Noul“ traf am Sonntagmorgen nahe Pinghai in Guangdong mit bis zu 162 Stundenkilometern auf Land. Mehr als 340.000 Menschen wurden evakuiert. Hongkong meldete neun Verletzte und mindestens 350 gestrichene Flüge. Der Sturm zieht weiter in die Regionen Jiangxi, Hunan und Hubei.
HEUTE7:48 Uhr

Vorbereitungen auf ESC 2027

Nach Bulgariens erstem Sieg im Eurovision Song Contest soll der Wettbewerb im Mai 2027 in Bulgarien stattfinden. Im Finale der Standortwahl stehen die Hauptstadt Sofia und die maritime Partyzone Burgas. Die Entscheidung soll bei Ende Juli fallen.
Dara aus Bulgarien hat mit dem Titel „Bangaranga“ den 70. ESC gewonnen.

Dara aus Bulgarien hat mit dem Titel „Bangaranga“ den 70. ESC gewonnen.

Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

HEUTE6:52 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten

Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fünf Bundeswehrsoldaten. Sie werden verdächtigt, während der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in Kabul Diebstähle begangen zu haben. Ein erster Verdacht auf Plünderung wurde ausgeräumt.
HEUTE6:27 Uhr

Deutlicher Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber

Die Europäische Gesundheitsbehörde registrierte 2026 bis 22. Juli 81 in Europa erworbene West-Nil-Fälle, davon 46 in Italien. Dort sind 20 Regionen betroffen. In Deutschland wurden zwei Fälle nach Auslandsreisen erfasst. Das Virus wird laut WHO meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen.
HEUTE6:18 Uhr

USA: So viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr

In diesem Jahr sind in den USA bereits mehr als 2.300 Masernfälle in 45 Bundesstaaten dokumentiert – mehr als im gesamten Jahr 2025. Mehr als die Hälfte betraf Kinder und Jugendliche. Auch Kanada verzeichnet eine deutliche Zunahme der Krankheit.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Womit Stromkunden 2027 bei den Netzentgelten rechnen müssen

Stromkunden müssen im kommenden Jahr mit einer geringeren Entlastung bei den Netzentgelten rechnen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises. Ein Zuschuss der Bundesregierung zu den Übertragungsnetzkosten soll 2027 geringer ausfallen als in diesem Jahr.
Nach dem Regierungsentwurf zum Wirtschaftsplan des Klima- und Transformationsfonds (KTF) ist im kommenden Jahr ein Zuschuss von rund 5,5 Milliarden geplant – nach 6,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Das wäre eine Kürzung um fast 15 Prozent.
Für Verbraucher bedeute dies, dass die Entlastung bei den Netzentgelten 2027 wegen des geringeren Volumens etwas schwächer ausfallen dürfte als 2026, heißt es vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. „Wie sich die Strompreise im Einzelfall entwickeln, kann erst beurteilt werden, wenn die konkreten Netzentgelte berechnet wurden und die übrigen Preisbestandteile feststehen.“
Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Um den Kern-Bundeshaushalt zu entlasten, soll es im KTF Kürzungen geben.

Vergleichsportal: Anstieg zu erwarten

Der Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten von 6,5 Milliarden Euro für das Jahr 2026 habe die durchschnittlichen Niederspannungsnetzentgelte für Haushalte um rund 1,7 Cent pro Kilowattstunde netto sinken lassen, so das Vergleichsportal Verivox.
Falle beim Zuschuss eine Milliarde Euro weg, sei ein Anstieg von etwa 0,25 Cent netto pro Kilowattstunde zu erwarten. Das entspreche einem Anstieg der durchschnittlichen Stromnetzgebühren für Haushalte von rund 3 Prozent. Die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte würden dadurch voraussichtlich um rund 1 Prozent ansteigen.
Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) zahle dann rund 12 Euro mehr, Paare mit einem Jahresverbrauch von 2.800 kWh würden um rund 8 Euro mehr belastet, bei einem Single-Haushalt mit 1.500 kWh seien es rund 5 Euro mehr.
„Je nach Wohnort kann die Erhöhung der Netzentgelte deutlich stärker, aber auch gar nicht ins Gewicht fallen“, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.
„Denn Netzgebiete, in denen selbst viel Strom erzeugt wird, sind weniger abhängig von den Übertragungsnetzentgelten. Dort käme entsprechend weniger von der Mehrbelastung an als in Netzgebieten, in denen eine geringere Stromerzeugung anfällt.“

Netzentgelte steigen seit Jahren

Netzentgelte sind Gebühren, die Netzbetreiber für die Nutzung der Stromnetze erheben. Sie fließen vor allem in den Betrieb, die Wartung und den Netzausbau. Die Entgelte sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, vor allem wegen der hohen Kosten für den Netzausbau.
Im Zuge der Energiewende sind tausende Kilometer neue Stromleitungen geplant, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in den Süden gelangt.
Wie stark sich der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten auf Haushalte, Gewerbe und Industrie konkret auswirke, lasse sich derzeit nicht pauschal beziffern, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
Er reduziere zunächst die Netzentgelte der Übertragungsnetze. Dies wirke sich positiv auf die direkt am Übertragungsnetz angeschlossenen Industriekunden sowie auf die nachgelagerten Verteilnetze aus. Die Verteilnetzbetreiber geben laut dem Verband die Kostensenkung über entsprechend geringere Netzentgelte weiter. Das ist regional unterschiedlich.
Für die Höhe der Netzentgelte seien auch die Entwicklung der Kapitalkosten für den Netzausbau und der Kosten für das Engpassmanagement relevante Faktoren.

34 Cent Steuern, Abgaben, Umlagen

Mehr als die Stromnetzentgelte machten für den Endverbraucher Steuern, Abgaben und Umlagen aus, mit einem Anteil von im Durchschnitt 34 Prozent am Strompreis.
„Für eine direkt preissenkende Wirkung sollte die Stromsteuer für alle, und somit auch Haushaltskunden, auf das europäische Mindestmaß von 0,1 Cent pro Kilowattstunde (derzeit 2,05 Cent pro Kilowattstunde) gesenkt werden. So kämen die Erleichterungen unmittelbar und auf gleichem Niveau bei allen Verbrauchern an.“ Forderungen nach einer Senkung der Stromsteuer für alle gibt es seit längerem.
Eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers Tennet sagte, es wäre für die Stromkunden „zuträglich“, wenn die Zuschüsse für Netznetzentgelte längerfristig zugesagt werden.
Zu den Auswirkungen auf die Netzentgelte könne derzeit keine Prognose abgeben werden, da ihre Höhe von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werde. Die vorläufigen Netzentgelte für 2027 sollten am 1. Oktober veröffentlicht werden.

Kritik aus der Industrie

„Gerade erst wurde der explosionsartige Anstieg der Netzentgelte wieder rückgängig gemacht und das Niveau des Jahres 2023 wiederhergestellt“, sagte Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
„Die geplanten Einschnitte würden diese Erleichterung erneut infrage stellen. Allein für die Stahlindustrie drohen dadurch zusätzliche Netzkosten von rund 50 Millionen Euro pro Jahr – ein Anstieg um rund 20 Prozent.“
Der Haushaltszuschuss von 6,5 Milliarden Euro müsse nicht nur vollständig erhalten, sondern auch für die Folgejahre verlässlich verstetigt werden. Weiter hieß es vom Verband, die „Netzentgeltexplosion“ der letzten Jahre habe die Branche in vollem Maße getroffen.
Um energieintensive Unternehmen zu entlasten, hat die Bundesregierung unter anderem einen staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis beschlossen. (dpa/red)
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Bundeskanzler Merz verspricht schnelle Aufklärung

Nach der Todesfahrt beim Christopher Street Day in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schnelle Aufklärung versprochen.
„Wir sind offen und freiheitsliebend – und das werden wir auch bewahren und verteidigen“, schrieb der Kanzler am Sonntagmorgen beim Kurznachrichtendienst X. Die Tat werde aufgeklärt und „mit aller Härte“ verfolgt.
Merz sprach im Zusammenhang mit der Attacke erneut von einer „abscheulichen Tat“ in Berlin. „Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.“
Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Bundeskanzler Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet.
„Bundeskanzler und Innenminister sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen.“
Dobrindt erklärte, die „feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst“.

Berlins Bürgermeister: „Angriff auf weltoffene Gemeinschaft“

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte die Tat als einen „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.
„Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, schrieb Bürgermeister Wegner im Kurzbotschaftendienst X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.“

Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner (m) spricht mit den Medien, während Polizeisprecher Florian Nath (l) in der Nähe des Tatorts zuhört.

Foto: Ralf Hirschberger/AFP via Getty Images

Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.“
Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot“ am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Den Abschluss bildete am Abend ein Showprogramm am Brandenburger Tor.
Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten. (afp/dpa/red)
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Tote und Verletzte beim CSD – Was wir wissen und was nicht

Der Christopher Street Day in Berlin ist gestern gegen 22:00 Uhr abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist.
Mindestens eine Frau wurde getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt – mehrere davon lebensbedrohlich.

Was wir wissen:

  • Nach Angaben der Polizei kam es im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz zu einem größeren Polizeieinsatz.
  • Wie ein Polizeisprecher berichtete, war ein weißer Wagen dort über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und fuhr mehrere Menschen an oder um, bevor er einen Baum rammte.
  • Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Laut Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten 3 lebensbedrohlich und 8 schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.
  • Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh.
  • „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
  • In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert. Sprecher Florian Nath: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.“
  • Die Polizei sucht öffentlich mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, hieß es.
  • Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.
  • Die Polizei prüft, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gab, während der Personen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet, sagte Nath.
  • Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.

Was wir nicht wissen:

  • Der genaue Ablauf des Geschehens und die Hintergründe der Tat inklusive des Motivs waren am Morgen noch unklar.
  • Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt.
  • Ob eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei zwar geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt.
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„Verdacht eines Anschlags“: Ermittler fahnden nach 21-Jährigem

Wegen des „Verdachts eines Anschlags“ mit mindestens einem Todesopfer haben die Ermittler einen 21-jährigen Tatverdächtigen öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben.
Die Polizei Berlin warnte am Sonntag davor, den mutmaßlich islamistischen Verdächtigen Abdul B. anzusprechen. Er sei „möglicherweise bewaffnet und gefährlich“. 16 weitere Menschen waren am Samstagabend im Tiergarten verletzt worden, drei von ihnen lebensgefährlich.
Die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft Berlin baten in einer im Onlinedienst X veröffentlichten Erklärung um Unterstützung bei der Suche nach dem flüchtigen Tatverdächtigen.
Der Mann habe eine schlanke Statur, sei etwa 1,90 Meter groß und habe schwarze Haare, erklärte die Polizei. Sie veröffentlichte im Internet ein Foto des Verdächtigen.
Abdul B. sei verdächtig, am Samstagabend gegen 22 Uhr im Bereich des Tiergartens mehrere Menschen mit einem fahrenden Fahrzeug verletzt zu haben, erklärte die Polizei. „Eine oder mehrere Personen“ hätten sich anschließend aus dem Fahrzeug entfernt. Des Weiteren seien möglicherweise „mehrere Personen durch Stichwerkzeuge verletzt“ worden.

Großaufgebot der Polizei im Einsatz

Die Polizei fahndete unter „Hochdruck“ mit einem Großaufgebot nach dem Täter oder den Tätern, wie ein Polizeisprecher am späten Samstag sagte. Der Verdächtige sei „polizeibekannt als Angehöriger des islamistischen Milieus hier in Berlin“.
Er fügte hinzu: „Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe oder auch den genauen Ablauf oder seinen Tatbeitrag als solchen.“
Die Polizei sprach von „mehreren hundert Einsatzkräften“, die teils schwer bewaffnet seien. Bei der Suche wurden in der Nacht auch Hubschrauber mit Wärmekameras eingesetzt. (dts/dpa/red)
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Investitionsstopp? Chemie im Osten hadert mit dem Standort

Ob Düngemittel, Kunststoffe oder chemische Grundstoffe für zahlreiche Industrieprodukte: Die Chemieindustrie liefert Produkte für viele Bereiche des Alltags.
Nach einer aktuellen Mitgliederumfrage des Verbands der Chemischen Industrie will jedes zweite ostdeutsche Unternehmen seine Investitionen in Deutschland 2026 und 2027 zurückfahren. Mehr als jedes dritte plant, Investitionen ganz oder teilweise ins Ausland zu verlagern.
An der bundesweiten Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge rund 250 Chemie- und Pharmaunternehmen. Der Verband vertritt insgesamt etwa 2.000 Unternehmen.

Kritik an Bundesregierung und EU

Für die regionale Auswertung wurden die Antworten von gut 20 ostdeutschen Teilnehmern gesondert betrachtet. Welche Unternehmen Investitionen kürzen oder verlagern wollen, teilte der Verband nicht mit. Die Befragung fand vor wenigen Wochen statt.
Auch die Wirtschaftspolitik bewerten viele ostdeutsche Teilnehmer kritisch. 65 Prozent geben der Bundesregierung die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“, bei der EU-Kommission sind es 75 Prozent.
„Deutschland kann sich im internationalen Wettbewerb dauerhaft hohe Standortkosten nicht leisten“, sagt Schmidt-Kesseler. Politik müsse Investitionen ermöglichen statt behindern.

Krise trifft die Branche unterschiedlich

Die Ergebnisse passen zu Entwicklungen, die sich in Teilen der ostdeutschen Chemieindustrie bereits seit längerem abzeichnen.
Der Düngemittelhersteller SKW Piesteritz warnt etwa, dass die besonders energieintensive Düngemittelproduktion in Deutschland wegen hoher Energiepreise an Wettbewerbsfähigkeit verliert.
Auch in Leuna bleibt die Lage angespannt: Die als Auffanggesellschaft für die insolventen Domo-Werke gegründete Polyamid GmbH kämpft nach ihrer eigenen Insolvenz weiter um eine langfristige Zukunft des Standorts.
Nicht alle Teile der Branche sind jedoch gleichermaßen von der Krise betroffen. Vergleichsweise robust zeigt sich die Pharmasparte. So kündigte der Pharmakonzern Merz jüngst an, mehr als 100 Millionen Euro in seinen Standort Dessau-Roßlau zu investieren und dort rund 150 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Hohe Kosten bremsen Investitionen

Die unterschiedlichen Beispiele spiegeln die Lage der Branche wider. Während einzelne Unternehmen investieren, sehen viele Betriebe hohe Hürden. Als größtes Investitionshemmnis nennen die Unternehmen in der Umfrage die hohen Kosten in Deutschland.
Neun von zehn bewerten sie als eher oder stark negativen Einfluss, drei Viertel sehen auch die Energie- und Klimapolitik kritisch. Nur jedes zehnte Unternehmen möchte seine Investitionen im Inland ausweiten.
„Unsere Unternehmen verlieren nicht den Mut zu investieren – sie verlieren das Vertrauen in die Standortbedingungen“, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Chemieverbandes Nordost. Um Investitionen in Deutschland zu halten, seien verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und wettbewerbsfähige Energiepreise notwendig.

Bürokratie belastet, Erwartungen bleiben verhalten

Laut Umfrage empfinden 85 Prozent der Unternehmen Bürokratie und Regulierung als schwere oder sehr schwere Belastung. Sieben von zehn sehen darin zugleich das größte Innovationshemmnis.
Jeweils 60 Prozent nennen hohe Rohstoffkosten sowie Steuern und Abgaben, 55 Prozent die Genehmigungspraxis und 50 Prozent die Energiekosten.
Entsprechend bleiben auch die Geschäftserwartungen verhalten. Die Hälfte rechnet mit sinkenden Erträgen, nur jedes fünfte Unternehmen mit einer Verbesserung. Bei den Umsätzen erwarten jeweils 45 Prozent einen Anstieg oder einen Rückgang.
Ein ähnlich schwieriges Bild zeigt sich auch bundesweit. Nach Angaben des Verbandes lag die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie im ersten Halbjahr drei Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Investitionen gingen bereits das dritte Jahr in Folge zurück. (dpa/red)
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26.07.2026 | Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten | West-Nil-Fieber in Italien

HEUTE6:42 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten

Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fünf Bundeswehrsoldaten. Sie werden verdächtigt, während der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in Kabul Diebstähle begangen zu haben. Ein erster Verdacht auf Plünderung wurde ausgeräumt.

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HEUTE6:27 Uhr

Deutlicher Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber

Die Europäische Gesundheitsbehörde registrierte 2026 bis 22. Juli 81 in Europa erworbene West-Nil-Fälle, davon 46 in Italien. Dort sind 20 Regionen betroffen. In Deutschland wurden zwei Fälle nach Auslandsreisen erfasst. Das Virus wird laut WHO meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen.

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HEUTE6:18 Uhr

USA: So viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr

In diesem Jahr sind in den USA bereits mehr als 2.300 Masernfälle in 45 Bundesstaaten dokumentiert – mehr als im gesamten Jahr 2025. Mehr als die Hälfte betraf Kinder und Jugendliche. Auch Kanada verzeichnet eine deutliche Zunahme der Krankheit.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Lieferketten und Kosten: Wie ist Rheinmetall von Chinas Sanktionen betroffen?


In Kürze:

  • China reagiert auf das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland mit Exportkontrollen gegen 14 europäische Unternehmen, darunter Rheinmetall sowie zwei weitere deutsche Firmen.
  • Die Maßnahmen betreffen Dual-Use-Güter und könnten die Versorgung der betroffenen Unternehmen mit wichtigen Rohstoffen und Technologien aus China erheblich erschweren.
  • Experten erwarten zunehmenden Druck auf europäische Lieferketten, da Unternehmen ihre Abhängigkeit von chinesischen Vorprodukten und strategischen Rohstoffen weiter reduzieren müssen.

 
Das 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland vom Donnerstag, 23. Juli, trifft neben russischen Unternehmen auch mehrere aus Drittstaaten. Betroffen sind unter anderem Unternehmen aus China, einschließlich Hongkong, Indien, Kasachstan und Kirgisistan. Es ist damit zu rechnen, dass aus den betroffenen Staaten Gegensanktionen kommen – und China hat den Anfang gemacht. Von diesem sind offenbar auch deutsche Unternehmen wie Rheinmetall betroffen.

China begründet Gegensanktionen mit „Schutz nationaler Interessen“

Insgesamt 51 Unternehmen und Einrichtungen sind neu auf der Sanktionsliste. Diese sollen künftig Exportbeschränkungen für Dual-Use-Güter und Technologien unterliegen. Die EU zufolge unterstützt diese Russlands Militär- und Rüstungsindustrie durch die Lieferung entsprechender zivil und militärisch verwendbarer Güter.
Schon tags darauf, am Freitag reagierte die Führung in Peking mit der Ankündigung von Exportkontrollen. Diese begründet China mit dem „Schutz der nationalen Sicherheit und der nationalen Interessen“ – und setzt sie mit sofortiger Wirkung in Kraft. Betroffen sind auch drei deutsche Unternehmen.
Bei diesen handelt es sich um Rheinmetall, die Duisburger Antraco Chemie-Handelsgesellschaft und Sindlhauser Materials aus Kempten. Die übrigen betroffenen Unternehmen kommen aus Italien, Frankreich, Polen, den Niederlanden und weiteren europäischen Staaten.

Auch ausländische Partner chinesischer Unternehmen sind daran gebunden

Für chinesische Unternehmen bedeutet dies, dass sie den betroffenen Firmen keine Dual-Use-Güter mehr liefern dürfen. Darüber hinaus sind ausländische Unternehmen durch ihre chinesischen Geschäftspartner vertraglich dazu angehalten, keine Waren chinesischen Ursprungs mit Dual-Use-Eigenschaft an diese Firmen weiterzugeben.
Die Gegensanktionen können sich auch auf bereits vereinbarte oder laufende Lieferungen auswirken oder diese erschweren. Chinesische Unternehmen können diese unter Verweis auf die Maßnahmen stoppen. Eine detaillierte Begründung, warum man ausgerechnet diese Unternehmen belangt, gibt es aus Peking noch nicht. Der Zusammenhang ergibt sich jedoch aus dem Sanktionspaket der EU.
Bei Dual-Use-Gütern handelt es sich um Produkte, Software oder Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können. Beispiele dafür sind etwa Güter aus dem Bereich der Mikroelektronik, Sensoren, Spezialchemikalien, Maschinen, Materialien für Luft- und Raumfahrt und bestimmte Fertigungstechnologien. Sowohl die EU als auch China verfügen über darauf ausgerichtete Exportkontrollsysteme.

Wie sich die Gegensanktionen auf Rheinmetall auswirken könnten

Rheinmetall könnte angesichts der Gegensanktionen in mehrerlei Hinsicht vor erheblichen Herausforderungen stehen. Dies betrifft in erster Linie kritische Rohstoffe, wie sie bei der Fertigung von Rüstungsgütern benötigt werden. So ist Antimon für die Herstellung von Munition relevant oder Wolfram für jene von Panzerung und Penetratoren.
Für die Verwendung von Elektronik, Magneten und Sensoren für militärische Güter ist Rheinmetall auf Seltene Erden angewiesen. Im Bereich Leichtbau benötigen Unternehmen wie der Düsseldorfer Rüstungshersteller Magnesium, dazu Gallium und Germanium für Halbleiter. In mehreren dieser Bereiche ist China ein wichtiger Player auf dem Weltmarkt.
Absehbare Folgen sind unterbrochene Lieferketten und steigende Kosten für Beschaffung und die Suche nach alternativen Lieferanten. Die Produktionszeiten könnten sich verlängern, die Lagerhaltungskosten steigen und die Fertigstellung von Rüstungsprojekten könnte sich verzögern. Gleiches gilt auch für andere europäische Rüstungsunternehmen.

Bereits im April verhängte China Sanktionen gegen Taiwan-Lieferanten

Chinesische oder sonstige betroffene Unternehmen haben zwar grundsätzlich die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu beantragen. Diese gelten allerdings als bürokratisch, zeitaufwendig und der Ausgang des Unterfangens ist ungewiss. Über Ausnahmegenehmigungen entscheiden letztlich die zuständigen chinesischen Behörden.
Die Entwicklung illustriert die nach wie vor erhebliche Abhängigkeit europäischer Unternehmen von Lieferketten, die nach China reichen. Diese betreffen vor allem Industriegüter und strategische Rohstoffe. Für europäische Industrieunternehmen dürfte der Druck, Lieferketten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von chinesischen Vorprodukten zu reduzieren, weiterwachsen.
China hat seit 2020 sein Instrumentarium, Sanktionen gegen Unternehmen und Einheiten, die man als Risiko für die eigene Sicherheit betrachtet, kontinuierlich erweitert. Erst im April 2026 hat China den deutschen Rüstungselektronikhersteller Hensoldt auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Dazu kamen sechs weitere EU-Unternehmen. Das Handelsministerium begründete den Schritt mit der Lieferung von Radarsystemen durch die betroffenen Unternehmen an Taiwan. Die nunmehrigen Gegensanktionen sind die ersten Maßnahmen Chinas gegen die EU im Kontext des Ukrainekriegs.
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Auto rast in Menschenmenge – Tatverdächtiger aus „islamistischem Milieu“

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD sucht die Polizei einen Tatverdächtigen aus dem „islamistischen Milieu“.
Der Mann sei identifiziert worden und „polizeibekannt“, aber noch nicht festgenommen, sagte ein Polizeisprecher Florian Nath gegen 2:20 Uhr in der Nacht vor Journalisten am Tatort. Die Fahndung laufe auf Hochtouren. Der Sprecher kündigte an, dass wahrscheinlich in Kürze eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet werde.
Vorübergehend setzte die Polizei bei der Suche auch einen Hubschrauber über dem Tiergarten ein, dabei soll dem Vernehmen nach auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz gekommen sein.

Ein Auto fährt bei CSD in Menschenmenge am 26.07.2026.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Ein Toter und 16 Verletzte

Nach letzten Angaben waren am Samstagabend eine Person getötet und 16 weitere verletzt worden, als eine Person gegen 22 Uhr mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten raste, wo CSD-Teilnehmer gerade feierten. Dabei fuhr er schließlich gegen einen Baum und flüchtete. Die Veranstaltung wurde abgebrochen.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.
Vertreter der Bundesregierung zeigten sich unterdessen betroffen. „Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Nacht.
Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, Dobrindt stehe „in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und des Landes Berlin“, er lasse sich „fortlaufend über die Lage in Berlin berichten und hat dem Land Berlin die volle Unterstützung des Bundes angeboten“. Zuvor sprach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) von einer „abscheulichen Tat“.
Rettungskräfte versorgten die Verletzten.

Rettungskräfte versorgten die Verletzten.

Foto: Andreas Rabenstein/dpa

Was wir wissen:

  • Kurz vor 22:00 Uhr wurde das Fest abgebrochen. Nach Angaben der Polizei kam es im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz zu einem größeren Polizeieinsatz.
  • Wie ein Polizeisprecher berichtete, war ein weißer Wagen dort über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und fuhr mehrere Menschen an oder um, bevor er einen Baum rammte.
  • Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Laut Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten 3 lebensbedrohlich und 8 schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.
  • Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh.
  • „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
  • In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert. Sprecher Florian Nath: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.“ Nach dem 21-Jährigen soll mit einem Foto öffentlich gefahndet werden.
  • Die Polizei prüft, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gab, während der Menschen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet, sagte Nath.

Was wir nicht wissen:

  • Der genaue Ablauf des Geschehens und die Hintergründe der Tat inklusive des Motivs waren am Morgen noch unklar.
  • „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagt ein Polizeisprecher kurz vor Mitternacht.
  • Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt und ob aktuell noch von einer konkreten Gefahr auszugehen ist. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt.
  • Ob eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt.
Der Christopher Street Day ist ein Festtag von Lesben, Schwulen und anderen „queeren“ Personen, der seit Jahrzehnten zu verschiedenen Terminen begangen wird. Die größten Umzüge anlässlich des CSD gibt es jedes Jahr in Berlin und Köln. (dts/dpa/red)
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Lieferwagen fährt bei Berliner CSD in Menschenmenge – Mindestens ein Toter

Am Rande des Christopher Street Day in Berlin hat ein Lieferwagenfahrer mindestens eine Person getötet. 14 weitere Menschen würden wegen Verletzungen derzeit behandelt, sagte Polizeisprecher Florian Nath am Abend. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei im Bereich des Tiergartens. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.
„Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Nath in einem veröffentlichten Video bei X. Die Polizei sei mit zahlreichen Polizisten und Rettungskräften im Einsatz. Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen.
Polizisten leuchteten den Bereich zwischen Potsdamer Platz und der Südseite des Tiergartentunnels aus, wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie suchten nach Spuren.
„Wir haben eine Polizeilage“, sagte der Polizeisprecher. „Bitte meiden Sie den Bereich und umfahren ihn weiträumig“, hieß es von der Polizei.
Hunderttausende Menschen feierten in der Hauptstadt den CSD. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf.
Gegen 22.00 Uhr wurde das Fest dann abrupt abgebrochen. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt. (dpa/red)
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Auto fährt bei Berliner CSD in Menschenmenge – Mehrere Verletzte

Der Christopher Street Day in Berlin ist am Samstag Abend abgebrochen worden. Nach Angaben der Polizei gibt es eine Lage mit mehreren Verletzten.

Was wir wissen:

  • Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin den Christopher Street Day gefeiert.
  • Gegen 22.00 Uhr wird das Fest plötzlich abgebrochen. Nach Angaben der Polizei kommt es zu dem größeren Polizeieinsatz im Tiergarten.
  • Die Polizei berichtet, ein Fahrzeug habe mehrere Menschen angefahren. Man behandele mehrere verletzte Personen.
  • Alle Besucherinnen und Besucher werden gebeten, den Bereich zu verlassen.
  • „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, erklärt Polizeisprecher Florian Nath in einem Video auf X.
  • Die Polizei ist mit zahlreichen Polizisten und Rettungskräften im Einsatz.
(dpa/dts)
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25.07.2026: CSD abgebrochen, offenbar Auto in Menge gefahren | Bayreuther Festspiele eröffnet | Bolsonaros Sohn tritt bei Präsidentenwahl an

HEUTE22:54 Uhr

Verletzte am Rande von CSD in Berlin – Möglicherweise Auto in Menge gefahren

Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist offenbar ein Auto in eine Menschenmenge gefahren und hat mehrere Menschen verletzt. Es gibt mehrere Verletzte. Die Polizei sei mit „starken Polizeikräften im Einsatz“ und fahnde nach möglichen Tatverdächtigen. Die Veranstalter brachen den CSD ab.

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HEUTE21:12 Uhr

Taifunwarnung in China: 340.000 Menschen evakuiert

Wegen des Taifuns „Noul“ hat China mehr als 340.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Behörden riefen die höchste Taifunwarnstufe Rot aus. „Noul“ sollte am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) mit Wind bis zu 173 Stundenkilometern in der Provinz Guangdong zwischen Shenzhen und Haifeng an Land treffen. Die Warnung gilt auch für Hongkong.

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HEUTE20:27 Uhr

Ansah sprintet 100 Meter in 10,0 Sekunden

Der deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah (25) siegte trotz des Wirbels um ein Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur bei den Leichtathletik-Titelkämpfen die 100 Meter in 10,00 Sekunden. Seinen nationalen Rekord hatte er jüngst auf 9,98 Sekunden gesteigert. Zweiter wurde Heiko Gussmann mit 10,06 Sekunden.

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HEUTE19:51 Uhr

Bolsonaros Sohn tritt bei Präsidentenwahl an

Der brasilianische Politiker Flávio Bolsonaro ist von seiner Partei zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden. Der älteste Sohn des früheren Staatschefs Jair Bolsonaro wird bei den Wahlen am 4. Oktober gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva antreten.

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HEUTE19:08 Uhr

INSA: Grüne deutlich vor SPD – AfD bleibt stärkste Kraft

Im INSA-„Sonntagstrend“ für die „Bild am Sonntag“ legen die Grünen um einen Prozentpunkt zu und erreichen 14 Prozent. Damit liegen sie zwei Punkte vor der SPD, die auf 12 Prozent kommt (-1). Stärkste Kraft bleibt die AfD mit 28 Prozent (-1). Die Union stagniert bei 21 Prozent. Die Linke (11 Prozent) und das BSW legen je um einen Punkt zu.

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HEUTE18:58 Uhr

Ein Toter bei Waldbrand im Osten Spaniens nahe Valencia

Nahe der Großstadt Valencia im Osten Spaniens ist bei Waldbränden ein Mensch ums Leben gekommen. Das Rathaus der westlich von Valencia gelegenen Gemeinde Manises erklärte im Kurzbotschaftendienst X, die Feuerwehr habe den Brand unter Kontrolle bringen können.

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HEUTE18:35 Uhr

Polit-Prominenz und Beethoven-Symphonie: Bayreuther Festspiele eröffnet

Zur Eröffnungsfeier der Bayreuther Festspiele im 150. Jahr ihres Bestehens waren auch Bundeskanzler Friedrich Merz, Altkanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor Ort. Aufgeführt wurde Beethovens neunter Symphonie – das Werk spielte im Leben Richard Wagners eine besondere Rolle.
HEUTE17:22 Uhr

Tour de France wegen Waldbränden verkürzt

Wegen der heftigen Waldbrände im Südwesten Frankreichs wird die Schlussetappe der Tour de France am Sonntag 44 Kilometer verkürzt. Aus „nationaler Solidarität mit den betroffenen Gebieten und Gemeinden“ sei beschlossen worden, die „Route der letzten Etappe von Thoiry nach Paris anzupassen“, erklärten die Organisatoren.

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HEUTE16:34 Uhr

Kasachischer Präsident fordert Putin zum Stopp des Ukrainekriegs auf

Bei einem russisch-kasachischen Gipfeltreffen im sibirischen Omsk schlug der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew im Beisein Putins ein „Einfrieren” des Konflikts mit der Ukraine vor. Kasachstan ist ein Verbündeter Russlands, hat jedoch nie seine Unterstützung für Moskaus Offensive in der Ukraine signalisiert.

Kassym-Schomart Tokajew (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE16:03 Uhr

Erstmals wieder ein UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien

Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren ist wieder ein UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien. Er sei zu einem „Solidaritätsbesuch“ in Damaskus, schrieb António Guterres auf der Plattform X. Dort kommt er mit Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa zusammen. Geplant sind noch Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft.

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HEUTE15:13 Uhr

Indische „Kakerlaken“-Bewegung beendet Proteste

Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung (CJP) in Indien hat nach tagelangen Kundgebungen gegen die Missstände im Bildungssystem ihren Protest eingestellt. Die Regierung habe alle ihre Forderungen „akzeptiert“, erklärte CJP-Sprecher heute. Davor hatte der indische Bildungsminister seinen Rücktritt erklärt.
HEUTE14:47 Uhr

Mindestens 35 Tote bei Busunglück in Syrien

Bei einem Busunglück in Syrien sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Reisebusse stießen in einer Wüstenregion im Osten des Landes zusammen, wie die Nachrichtenagentur Sana berichtete. Weitere 30 Menschen seien bei dem Unfall verletzt worden.

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HEUTE13:54 Uhr

Chip-Lieferung an die USA im Wert von 950 Milliarden Dollar

Die südkoreanischen Chipkonzerne Samsung Electronics und SK Hynix wollen US-Technologieunternehmen Halbleiter und Dienstleistungen im Wert von insgesamt 950 Milliarden Dollar (ca. 835 Milliarden Euro) liefern. Entsprechende Vereinbarungen sind mit Unternehmen wie Nvidia und Broadcom geplant.

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HEUTE13:16 Uhr

Polizei ermittelt nach Fund von zwei Toten in Südbrandenburg

Heute gegen 2:30 Uhr wurde die Polizei nach Ortrand im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Südbrandenburg gerufen. Die Einsatzkräfte fanden in einem „Nebengebäude eines Wohngrundstücks“ einen 57 Jahre alten Mann und eine 45-jährige Frau – beide tot, einen 80-Jährigen schwer verletzt. Die Mordkommission ist eingeschaltet.

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HEUTE12:39 Uhr

Indiens Bildungsminister tritt nach Protesten zurück

Indiens Bildungsminister Dharmendra Pradhan ist zurückgetreten. Er habe großen Respekt vor den berechtigten Erwartungen der Jugend dieses Landes, schrieb Pradhan auf X. Der Schritt war eine Kernforderung der jungen „Kakerlaken“-Partei und ihren Anhängern.

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HEUTE12:35 Uhr

Kleinflugzeug stürzt in Wohnhaus

Ein Kleinflugzeug ist in Ganderkesee in Niedersachsen in ein Einfamilienhaus gestürzt. Ob es bei dem Unglück nahe Bremen Verletzte oder Tote gab, konnte ein Sprecher der Polizei zunächst nicht gesichert sagen.
HEUTE12:15 Uhr

Rumänien schießt zweiten Tag in Folge Drohne ab

Rumänien hat am zweiten Tag in Folge eine Drohne im eigenen Luftraum abgeschossen. Ein F-16-Kampfjet fing das Fluggerät nahe der Grenze zur Ukraine ab. Bereits am Freitag war erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine Drohne über Rumänien zerstört worden.

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HEUTE10:55 Uhr

UN-Generalsekretär Guterres besucht Syrien erstmals seit 15 Jahren

UN-Generalsekretär António Guterres besucht erstmals seit mehr als 15 Jahren Syrien. In Damaskus trifft er Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sowie Vertreter der Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen humanitäre Hilfe und der Wiederaufbau des Landes.

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HEUTE10:40 Uhr

Blockade iranischer Häfen: US-Armee beschießt Tanker

Die US-Armee hat einen Tanker beschossen, der laut CENTCOM die Blockade iranischer Häfen durchbrechen wollte. Nachdem die Besatzung mehrfach Warnungen ignoriert hatte, wurde der Maschinenraum unter Beschuss genommen. Das Schiff wurde außer Gefecht gesetzt.
Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild)

Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild)

Foto: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

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HEUTE10:20 Uhr

Venezuela tritt aus Internationalem Strafgerichtshof aus

Venezuela hat den Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angekündigt. Die Regierung wirft dem Gericht politische Voreingenommenheit vor. Der Schritt erfolgt während laufender Ermittlungen zu mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter dem Maduro-Regime.

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HEUTE9:50 Uhr

DIW-Ökonomin: Ölversorgung in Europa gesichert

Trotz des starken Anstiegs der Ölpreise infolge des Iran-Kriegs sieht das DIW die Versorgung mit Rohöl, Benzin und Diesel in Deutschland und Europa als gesichert an. Sorgen bereitet vor allem Kerosin. Mit sinkenden Ölpreisen wird vorerst nicht gerechnet.

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HEUTE9:10 Uhr

Taifun „Noul“: Über 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Vor dem Taifun „Noul“ haben die Behörden im Süden Chinas mehr als 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Zugverkehr wird eingeschränkt, Schulen bleiben geschlossen und Fischerboote liegen in den Häfen. Der Wirbelsturm soll bis Sonntag auf Land treffen.

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HEUTE8:24 Uhr

Weimer fordert europäisches TikTok – Plattform soll in EU-Hände

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordert eine europäische Eigentümerstruktur für TikTok. Damit sollen Datenschutz, Medienregeln und Jugendschutz besser durchgesetzt werden. Zudem verlangt er eine finanzielle Beteiligung großer Plattformen an der Medienlandschaft.

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HEUTE7:40 Uhr

Autofahrer aus Deutschland stirbt in Tunnel in Österreich – Beifahrerin stoppt Wagen

Ein 74-jähriger Autofahrer aus Deutschland ist in einem Tunnel in Vorarlberg während der Fahrt bewusstlos geworden und gestorben. Seine Beifahrerin konnte das Lenkrad übernehmen und das Fahrzeug stoppen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

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HEUTE7:27 Uhr

DHL will für schwere Pakete branchenweit Zustellung zu zweit

DHL fordert gesetzliche Regeln für schwere Pakete und will Sendungen über 23 Kilogramm nur noch durch zwei Zusteller ausliefern lassen. Der Konzern begründet den Vorstoß mit dem Gesundheitsschutz der Mitarbeiter. Konkurrenten lehnen eine neue Gewichtsgrenze ab.
Ein Paketbote schleppt in einem DHL-Standort ein schweres Paket. (Archivbild)

Ein Paketbote schleppt in einem DHL-Standort ein schweres Paket. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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HEUTE7:20 Uhr

Sozialverband fordert von Linnemann Überdenken der Gesundheitsreform

Der Sozialverband Deutschland fordert vom neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann eine Neuausrichtung der Gesundheits- und Pflegepolitik. Der Verband warnt vor Leistungskürzungen und verlangt Entlastungen für Versicherte sowie eine stärkere Unterstützung pflegender Angehöriger.

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HEUTE7:14 Uhr

Mandat von UN-Menschenrechtskommissar Türk um vier weitere Jahre verlängert

Die UN-Generalversammlung hat die Amtszeit von Menschenrechtskommissar Volker Türk bis 2030 verlängert. Eine große Mehrheit stimmte für den Vorschlag von UN-Generalsekretär António Guterres. Die USA, Russland und Israel lehnten die Verlängerung ab.

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HEUTE6:33 Uhr

Studie warnt vor steigenden Heizkosten durch neue Gasheizungen

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft warnt, dass neue Gas- oder Ölheizungen in bestehenden Wohngebäuden die jährlichen Heizkosten bis 2040 deutlich erhöhen könnten. Wärmepumpen würden demnach Kostenrisiken senken und langfristig günstiger bleiben. Das IW sieht im neuen Heizungsgesetz zudem mögliche Fehlanreize.

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HEUTE6:30 Uhr

Verfassungsschutz warnt vor rechtsextremen „Active Clubs“

Der Verfassungsschutz beobachtet die Ausbreitung rechtsextremer „Active Clubs“ in Deutschland. Die Sportgruppen sollen laut Behörden gezielt junge Männer über Kampfsport und eine Ideologie „weißer Überlegenheit“ radikalisieren. Sicherheitsbehörden sehen Verbindungen ins rechtsextreme Spektrum und warnen vor einem steigenden Gewaltpotenzial.

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HEUTE6:15 Uhr

Kanada weiht Grenzbrücke zu USA im Alleingang ein

Kanada hat die neue Gordie-Howe-Brücke zwischen Windsor und Detroit ohne gemeinsame Feier mit den USA eingeweiht. Die ursprünglich geplante bilaterale Eröffnung war nach einem neuen Zollstreit abgesagt worden. Die rund vier Milliarden Euro teure Hängebrücke soll den Verkehr ab Montag aufnehmen und den grenzüberschreitenden Handel stärken.
Trump kündigt neue Zölle gegen Nachbar Kanada an. (Archivbild)

Trump kündigt neue Zölle gegen Nachbar Kanada an. (Archivbild)

Foto: Jonathan Hayward/The Canadian Press/AP/dpa

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HEUTE6:06 Uhr

Verbraucherschützer: Zuckersteuer für Prävention nutzen

Die Verbraucherzentralen fordern, Einnahmen aus einer möglichen Zuckersteuer gezielt für Prävention zu nutzen. VZBV-Chefin Ramona Pop verlangt eine ressortübergreifende Gesundheitsförderung unter Leitung des Kanzleramts. Auch höhere Tabak- und Alkoholsteuern seien als Finanzierung denkbar.

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HEUTE6:00 Uhr

Historischer Rückblick: Was geschah am 25. Juli

2025 – Der Chiphersteller Intel stoppt die geplanten Großfabriken in Magdeburg. Damit entfällt eine angekündigte Investition von rund 30 Milliarden Euro und mehrere Tausend Arbeitsplätze.
2001 – Das Rabattgesetz von 1933 tritt außer Kraft. Händler dürfen fortan frei mit Preisnachlässen und Werbegeschenken werben, Kunden können Preise stärker aushandeln.
1996 – Das Hamburger Oberlandesgericht verurteilt den Burda-Verlag wegen falscher Berichte über Prinzessin Caroline von Monaco zu einer Entschädigung von 180.000 Mark – damals ein Rekord im deutschen Presserecht.
1966 – Ein belgischer Reisebus stürzt bei Limburg an der Lahn von einer Autobahnbrücke auf eine Landstraße. 30 Kinder und drei Erwachsene kommen ums Leben.
1961 – Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm eröffnet den Kanaltunnel Rendsburg unter dem Nord-Ostsee-Kanal. Die 1.280 Meter lange Verbindung ersetzt eine frühere Drehbrücke.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Polit-Prominenz, Beethoven und kritische Töne: Bayreuther Festspiele eröffnet

Politiker im feinen Zwirn, Musik von Beethoven und kritische Töne: Die Bayreuther Festspiele sind am Samstagabend im 150. Jahr ihres Bestehens mit vielen prominenten Gästen eröffnet worden.
An der Jubiläumsveranstaltung auf dem Grünen Hügel nahmen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Altkanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teil.
Die Politik spricht mit bei den Bayreuther Festspielen.

Die Politik spricht mit bei den Bayreuther Festspielen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

9. Sinfonie von Beethoven zur Eröffnung

Anders als üblich gab es zur Festspieleröffnung im Jubiläumsjahr keine Inszenierung einer Wagner-Oper, sondern eine Aufführung von Beethovens neunter Symphonie. Die musikalische Leitung hatte Dirigent Christian Thielemann.
Das Werk spielte nach Angaben der Stadt Bayreuth im Leben Richard Wagners eine besondere Rolle und wurde etwa bei der Grundsteinlegung des Festspielhauses gespielt.
Mit der Jubiläumsspielzeit erinnern die Bayreuther Festspiele an ihre Gründung im Jahr 1876, als Richard Wagner im eigens errichteten Festspielhaus erstmals den vollständigen „Ring des Nibelungen“ aufführen ließ und damit Musikgeschichte schrieb.
Das Werk bildet auch einen der Schwerpunkte der diesjährigen Festspiele. Unter der musikalischen Leitung von Thielemann geht die Inszenierung neue Wege: Mithilfe Künstlicher Intelligenz, die auf 150 Jahren Rezeptionsgeschichte des Werks basiert, sollen nach Angaben der Festspiele für jede Aufführung „neue visuelle Assoziationen und Bildwelten“ entstehen.
Katharina Wagner und Michel Friedmann stehen vor dem Start der Festspiele am Königsportal.

Katharina Wagner und Michel Friedmann warten vor dem Start der Festspiele am Königsportal.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Merz äußert sich zu Wagner

Kanzler Merz setzte sich am Samstag in seiner Eröffnungsrede kritisch mit der Person Wagner (1813 bis 1883) auseinander – der Komponist war Antisemit.
„Richard Wagners Person und Werk stehen beispielhaft für Größe und Abgründigkeit der deutschen Verhältnisse in Kunst und Geschichte“, sagte der Kanzler laut Redetext. „Sie stehen für die sehr deutsche Kombination von höchst Bewunderungswürdigem und höchst Fragwürdigem in unserer Vergangenheit.“
Wagners Werk sei „vom Antisemitismus seines Schöpfers nicht zu trennen“ – das bedeute aber nicht, sich dieser Kunst nicht auszusetzen, sagte Merz. „Canceln ist jedenfalls auch hier keine Lösung.“
Ähnlich äußerte sich Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU). Er wies wies auf die ambivalente Geschichte der Festspiele hin: „150 Jahre Bayreuther Festspiele erzählen von den größten Sternstunden der Oper und sie erzählen von den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte – beides gehört untrennbar zu Bayreuth“, erklärte Blume. Richard Wagner sei „ein musikalisches Genie, zugleich aber ein erbitterter Antisemit“ gewesen.
„Sein antisemitisches Denken ging in Teilen weit über die Vorurteile seiner Zeit hinaus“, erklärte Blume. „Bei aller Bewunderung für sein Werk dürfen wir davor niemals die Augen verschließen.“
Die Bayreuther Festspiele gehören zu den bekanntesten Opernfestivals der Welt und ziehen Jahr für Jahr viel Prominenz an. (afp/red)