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Deutsche Industrie steigert Patentanmeldungen – China drängt mit Markenanmeldungen nach Europa

Deutschlands Industrie reagiert mit verstärkter Forschung und Entwicklung auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen Nationen. Die Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Neuentwicklungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet als 2024. Das teilte die Münchner Bundesbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 4,7 Prozent auf 62.050.
Der Großteil – 42.349 Anmeldungen – stammte nach wie vor von heimischen Unternehmen, ein Plus von 5,6 Prozent. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität hat“, erklärte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Ausländische Firmen reichten 19.701 Patentanmeldungen ein, das war ein niedrigerer Anstieg von 2,8 Prozent.

Bosch auf Platz eins

Die zehn Unternehmen mit den meisten Anmeldungen waren sämtlich Autohersteller und -zulieferer, darunter acht deutsche Firmen. An erster Stelle lag Bosch, gefolgt von Mercedes-Benz, BMW, Audi, VW, Porsche und Schaeffler. Auf den Plätzen acht und neun lagen die US-Konzerne General Motors und Ford, auf dem zehnten Platz dann mit dem Zulieferer ZF wieder ein deutsches Unternehmen.
Zahlenmäßig stärkster Technologiesektor war der Maschinenbau mit 24.338 in- und ausländischen Anmeldungen (+2,2 Prozent), gefolgt von der Elektrotechnik mit 19.436 (+ 9,1 Prozent).
Die alljährliche Bilanz des Patent- und Markenamts ist ein Indikator der Entwicklungstätigkeit der deutschen Industrie. Ein vollständiges Bild liefern die Zahlen nicht, da Siemens und manche anderen deutschen Unternehmen ihre Neuentwicklungen bevorzugt beim ebenfalls in München sitzenden Europäischen Patentamt einreichen.

Welle der Markenanmeldungen aus China

Dass die deutsche Industrie nicht zuletzt wegen des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas mit einer grundlegend veränderten Situation zu kämpfen hat, lässt sich am deutlichsten in einem anderen Bereich der Statistik ablesen: den Markenanmeldungen. Deren Zahl schoss um knapp 20 Prozent auf 96.328 nach oben.
Ein Hauptgrund war, dass chinesische Unternehmen die Zahl ihrer Markenanmeldungen im Vergleich zu 2024 fast verdreifachten: von 3.385 auf 10.027. Der Hintergrund: Viele chinesische Firmen haben in den vergangenen Jahren Überkapazitäten aufgebaut und sind dringend auf Exporte angewiesen, um ihre Produktion abzusetzen. Da die US-Regierung unter Präsident Donald Trump chinesische Importe begrenzen will, drängen Unternehmen aus der Volksrepublik verstärkt nach Europa. So haben chinesische Firmen auf Kundensuche auch ihre Präsenz auf europäischen Industriemessen stark erhöht.

Patente sind profitabel für den Staat

Für den Staat ist die Arbeit des Patentamts gewinnbringend: Die Behörde erwirtschaftete mit ihren Gebühren 2025 einen Überschuss von 232,6 Millionen Euro, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. (dpa/red)
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China steigt in internationales Wärmepumpengeschäft ein


In Kürze:

  • China kündigt an, sich aktiv am internationalen Wachstum der Wärmepumpenindustrie zu beteiligen.
  • Die EU äußert Bedenken wegen einer möglichen Marktüberdominanz durch günstigere chinesische Systeme.
  • Das chinesische Regime verspricht Qualität und die Einhaltung internationaler Umweltstandards, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Die Europäische Union setzt bei der Dekarbonisierung des Gebäudesektors zunehmend auf Wärmepumpen. Diese arbeiten zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie und sollen nach Angaben der EU einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.
China plant, als globaler Akteur an diesem Wachstum der Wärmepumpenindustrie in der EU zu profitieren. Dies geht aus Chinas „Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie“ hervor, der direkt von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) stammt.
Die Strategie erinnert an frühere Markteingriffe Chinas in Europa, etwa in der Solarbranche oder bei der Elektromobilität.

Neue Regeln und Marktentwicklung

In Kürze will die Bundesregierung neue Einzelheiten zum Heizungsgesetz vorstellen. Damit sollen Hausbesitzer und Verbraucher, aber auch die Branche mehr Orientierung erhalten.
Laut „Focus“ ist für den EU-Kommissar Stéphane Séjourné vor allem die Stabilität von zentraler Bedeutung. Er teilte mit: „Ohne eine ehrgeizige, wirksame und pragmatische Industriepolitik ist die europäische Wirtschaft dazu verdammt, nur ein Spielball für ihre Konkurrenten zu sein.“
Ähnlich warnende Worte äußerte Björn Schreinermacher, Leiter des Bereichs Politik beim Bundesverband Wärmepumpe. Im Vergleich zur damaligen Solarindustrie stehe die Wärmepumpenbranche heute besser da. „Wir sind Technologieführer in Europa und können selbstbewusst auftreten“, erklärte er. Die Ausgangslage sei allerdings vergleichbar: „Die Bedrohung ist ähnlich wie seinerzeit bei der Solarwirtschaft.“
Im Jahr 2023 registrierte der Bundesverband in Deutschland 356.000 neu installierte Wärmepumpen, 2024 waren es 193.000. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 299.000 Wärmepumpen installiert. Damit lagen sie erstmals über den Verkaufszahlen von Gasheizungen und wurden zur meistverkauften Heiztechnologie bei Neuinstallationen und beim Ersatz alter Heizungen.

Die jährlichen Absatzzahlen der Heizungswärmepumpen in Deutschland seit 2019.

Foto: BWP

Druck auf Europa: Chinas Expansion

Die Pläne der KPCh üben erheblichen Druck auf die europäische Wärmepumpenindustrie aus. Mit dem Ziel, eine dominierende Position auf den deutschen und europäischen Märkten zu erlangen, erinnert Chinas Vorgehen an frühere Markteintritte in der Solar- und Elektroautobranche. Bereits ab 2010 subventionierte China Solarmodule massiv und exportierte sie – viele davon nach Europa.
Dabei strebt China vor allem ein Ziel an: einen möglichst hohen Marktanteil, um dadurch die hiesige Konkurrenz zu verdrängen. Um dieses Ziel umzusetzen, verspricht China nicht nur konkurrenzfähige Qualität. Auch teils deutlich günstigere Preise und massive Exporte sichern den chinesischen Herstellern oftmals steigende Absatzzahlen.
Dasselbe Muster ist bei der Elektromobilität zu beobachten. Die chinesischen Hersteller agieren mit Überproduktionen und fluten die Märkte hierzulande mit günstigen Autos.

Fokus auf Qualität

Mit dem Aktionsplan verfolgt der KPCh das Ziel, die Wärmepumpenindustrie qualitativ hochwertig zu entwickeln, Energieeinsparungen und CO₂-Reduzierungen in Schlüsselbereichen zu fördern und grüne, kohlenstoffarme Wachstumsfelder auszubauen. Bis 2030 sollen die Produktionskapazitäten für Wärmepumpen kontinuierlich erweitert und die technologische Forschung sowie die Weiterentwicklung der Anlagen gezielt vorangetrieben werden. Gleichzeitig strebt die KPCh eine Steigerung der Energieeffizienz um über 20 Prozent an und setzt auf Durchbrüche bei Kerntechnologien wie Hochtemperatur-Wärmepumpen, hocheffizienten Kompressoren und neuartigen Kältemitteln.

Zugang zu internationalen Märkten

Durch die Qualitätsverbesserung der chinesischen Wärmepumpen und ihrer Komponenten will China einen entscheidenden Markt- und Wettbewerbsvorteil erzielen. Die Zielmärkte beschränken sich dabei nicht auf die EU: Laut Aktionsplan sollen die Anlagen internationale Energieeffizienzstandards, Prüfverfahren und Kennzeichnungszertifizierungen erfüllen, darunter auch die Vorgaben der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC).
Damit kommen auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen, die Schweiz, Großbritannien, die USA, Japan und Südkorea als potenzielle Märkte infrage. Innerhalb Chinas sollen die verbesserten Systeme ebenfalls flächendeckend installiert werden. Wärmepumpenanlagen, die länger als zehn Jahre in Betrieb sind, sollen geprüft und veraltete Systeme schrittweise durch modernere Anlagen ersetzt werden, um das Ziel der CO₂-Neutralität bis 2060 zu unterstützen.

Großflächige Anwendung geplant

Neben der Ausweitung in Wohngebäuden plant die KPCh vor allem die Installation von Wärmepumpen in öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern, Hotels und Bürogebäuden. Auch landwirtschaftliche Betriebe sowie Infrastruktureinrichtungen im Verkehrsbereich sollen ausgestattet werden.
Die Wahl der Technologie richtet sich nach den lokalen Gegebenheiten: Luftwärmepumpen sollen insbesondere in Regionen mit heißen Sommern und kalten Wintern eingesetzt werden. Gleichzeitig strebt die KPCh eine flächendeckende Nutzung von Erd- und Wasser-Wärmepumpen an, um den Heiz- und Kühlbedarf der Gebäude zuverlässig zu decken.