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„Extreme Gefahr“: Waldbrand in Hürtgenwald – Krisenstab einberufen, 1.800 evakuiert

Wegen eines sich ausbreitenden Waldbrandes im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald wird der Ortsteil Gey evakuiert. Die Gemeinde forderte die rund 1.800 Einwohner am frühen Morgen auf, den Ortsteil „sofort“ zu verlassen. Das Feuer bewegt sich weiter auf Gey zu.
Weil sich der Waldbrand immer weiter auf die Gemeinde zubewegt, wurde inzwischen der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Eine Sprecherin des Kreises bestätigte dies der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab soll nun die aktuelle Lage bewerten und über das weitere Vorgehen beraten.
Die Evakuierung von Gey mit gut 1.800 Einwohnern hat am frühen Morgen begonnen.
Die Warn-App NINA zeigt inzwischen die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Flammen rücken näher

Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Flammen zunächst etwa 500 Meter von Gey entfernt. Durch eine Änderung der Windrichtung verschärfte sich die Situation jedoch: Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an die Ortschaft heran. Daraufhin wurde kurz vor 4 Uhr die Evakuierung angeordnet.
Insgesamt stehen nach Angaben der Gemeinde rund 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage.

Rund 1.800 Menschen betroffen

Die Evakuierung von Gey verlief nach Angaben der Polizei zunächst ruhig und ohne Zwischenfälle. Die betroffenen Einwohner sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände, Ausweisdokumente und Medikamente mitnehmen.
Neben Gey ist auch der Ortsteil Großhau mit rund 500 Einwohnern gefährdet. Die Gemeinde hatte außerdem dazu aufgerufen, die Bereiche Kleinhau und Gey sowie die L25 zu meiden. Die B399 ist gesperrt.

Einsatzkräfte kämpfen gegen den Brand

Seit Donnerstagnachmittag sind zahlreiche Feuerwehrkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Löscharbeiten unter anderem durch einen Löschhubschrauber, der bei Dunkelheit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch während der Nacht weiter. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Wegen der sich zuspitzenden Lage wurde nun zusätzlich der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Dort sollen die weitere Entwicklung und die notwendigen Maßnahmen beraten werden.
Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey/dpa

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der Rauchentwicklung sollen Bewohner Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Eine Anlaufstelle für Betroffene wird in der Grundschule Straß eingerichtet.
Wer bei der Evakuierung Unterstützung benötigt, kann sich unter 02429 3090 melden. (dpa/afp/red)
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„Extreme Gefahr“: Waldbrand bedroht NRW-Ortsteil – 1.800 Menschen evakuiert

Wegen eines sich ausbreitenden Waldbrandes im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald wird der Ortsteil Gey evakuiert. Die Gemeinde forderte die rund 1.800 Einwohner am frühen Morgen auf, den Ortsteil „sofort“ zu verlassen. Das Feuer bewegt sich weiter auf Gey zu.
Die Warn-App NINA zeigt inzwischen die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Flammen rücken näher

Nach Angaben der „WELT“ waren die Flammen zunächst etwa 500 Meter von Gey entfernt. Durch eine Änderung der Windrichtung verschärfte sich die Situation jedoch: Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an die Ortschaft heran. Daraufhin wurde kurz vor 4 Uhr die Evakuierung angeordnet.
Insgesamt stehen nach Angaben der Gemeinde rund 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage.

Rund 1.800 Menschen betroffen

Die Evakuierung von Gey verlief nach Angaben der Polizei zunächst ruhig und ohne Zwischenfälle, so die Zeitung. Die betroffenen Einwohner sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände, Ausweisdokumente und Medikamente mitnehmen.
Neben Gey ist auch der Ortsteil Großhau mit rund 500 Einwohnern gefährdet. Die Gemeinde hatte außerdem dazu aufgerufen, die Bereiche Kleinhau und Gey sowie die L25 zu meiden. Die B399 ist gesperrt.

Einsatzkräfte kämpfen gegen den Brand

Seit Donnerstagnachmittag sind zahlreiche Feuerwehrkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Löscharbeiten unter anderem durch einen Löschhubschrauber, der bei Dunkelheit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch während der Nacht weiter. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Gleichzeitig wurde wegen der sich zuspitzenden Lage der Krisenstab des Kreises Düren einberufen, um die weitere Entwicklung und das Vorgehen zu beraten.
Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey/dpa

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der Rauchentwicklung sollen Bewohner Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Eine Anlaufstelle für Betroffene wird in der Grundschule Straß eingerichtet.
Wer bei der Evakuierung Unterstützung benötigt, kann sich unter 02429 3090 melden. (dpa/afp/red)
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Plötzlich wird es still am Trümmerberg in Cali

Cali im Südwesten Kolumbiens ist laut, voll und hektisch. Doch in diesen Tagen nach dem Erdbeben hängen Trauer und Verzweiflung über der Stadt – aber auch Hoffnung. Rund um die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes stehen Helfer und Anwohner dicht gedrängt, immer wieder gibt es Rufe und Anweisungen.
Dann hebt einer plötzlich die Hand – eine andere hält ein Plakat hoch. Sofort wird es still. Kein Rufen mehr, kein Motor, kein Gespräch. Hunderte Augen richten sich auf einen Trümmerhaufen.
Unter den Resten eines eingestürzten achtstöckigen Wohnhauses könnte ein Mensch liegen. Die Rettungskräfte versuchen, zu ihm vorzudringen. Es wird auf jedes Geräusch geachtet – vielleicht kann der Verschüttete etwas hören, vielleicht kann er noch antworten.
Es ist der dritte Tag nach dem schweren Erdbeben. Und damit für die Helfer eine besonders entscheidende Phase. Nach rund 72 Stunden sinken die Chancen erheblich, Menschen lebend aus den Trümmern zu retten. Trotzdem will hier niemand von Aufgeben sprechen.

„Die Hoffnung ist das Letzte, was verloren geht“

„Die Hoffnung ist das Letzte, was verloren geht“, sagt Pastor Jaime Mera der Deutschen Presse-Agentur. Er steht wenige Meter von den Trümmern entfernt. Zusammen mit seiner christlichen Gemeinde hat er einen Pavillon als „Gebetsort“ aufgebaut. Es gibt Wasser und Essen, zugleich kommen Menschen hierher, die nicht wissen, ob ihre Angehörigen noch leben.
Für seine eigene Familie ist das Beben glimpflich ausgegangen. Umso stärker fühlt er sich verpflichtet, zu helfen. „Der Wunsch, zu dienen, anderen zu helfen, ist immer im Herzen“, sagt er.
Auf dem Weg durch Cali ist vom Ausmaß der Katastrophe erst einmal wenig zu sehen. Erst im Süden der Stadt ändert sich das Bild: Beschädigte und eingestürzte Gebäude reihen sich aneinander.
Helfer verweisen auf eine geologische Bruchzone, auf der dieser Teil der Stadt liegt, sowie auf ältere Gebäude, die noch vor den heutigen Erdbebenvorschriften errichtet wurden.
An einer der Unglücksstellen drängen sich Feuerwehrleute, freiwillige Helfer, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen – und Menschen aus der Nachbarschaft, die auf Nachrichten warten. Wie geht es den Verschütteten?

Rettungskräfte und Helfer suchen in den Trümmern nach Verschütteten. (Archivbild)

Foto: Gabriel Aponte/Getty Images

Alle warten auf ein Zeichen

Und dann kommt eine neue Anweisung: Alle sollen sich auf den Boden setzen. Irgendwo in der Ferne habe es ein Nachbeben gegeben, heißt es. Es könnte auch hier zu spüren sein. Die Menschen setzen sich hin oder gehen in die Hocke und warten. Doch diesmal bleibt die Erde ruhig.
Auch die Handys sollen in den Flugmodus gesetzt werden, um Funkstörungen bei der Ortung von Überlebenden zu vermeiden. Aktive Signale stören sensible Suchgeräte und überlagern die leisen Hilferufe von Verschütteten.
Unter den Helfern ist auch Alejandro Ortiz. Für den 22-Jährigen ist der Einsatz besonders persönlich: Er kennt mehrere Menschen, die in dem eingestürzten Gebäude gewohnt haben.
Seit Montag kommt er immer wieder hierher. Inzwischen weiß er, dass einer seiner Bekannten gestorben sei, erzählt er mit glasigen Augen. Trotzdem hilft er, die Trümmer wegzuräumen.
„Es ist eine moralische Verpflichtung“, sagt er. „Auf keinen Fall kann ich angesichts dieser Situation gleichgültig bleiben.“ Er wolle bleiben, solange er gebraucht werde. „Bis sie die letzten Menschen herausholen“, sagt er.

Helfen, solange es noch Hoffnung gibt

Auch Fernando Acosta ist seit dem Beben vom Montag im Einsatz. Eigentlich arbeitet er in einer Firma für Klimaanlagen. Doch als die Erdstöße kamen, meldete er sich bei der Zivilverteidigung.
Seitdem arbeitet er an wechselnden Einsatzstellen, schläft wenig und versucht, Verschüttete zu finden. „Die letzten Stunden sind die wichtigsten, die kritischsten“, sagt er.
Acosta hat selbst erlebt, dass Rettung möglich ist. Zwei Menschen konnten nach dem Beben aus einem der Einsatzbereiche lebend geborgen werden. Jetzt hofft er, dass weitere folgen. „Es gibt Fälle, in denen Menschen viel länger überlebt haben“, sagt er. „Es sind Dinge wie Wunder.“
Während weiter nach Überlebenden gesucht wird, kümmern sich andere Helfer um diejenigen, die hier ausharren und mit anpacken. Diego Rivera gehört dazu. Seine Gemeinde und die Hilfsorganisation ADRA verteilen Essen und Trinken an die Menschen vor Ort – an Helfer, Einsatzkräfte und Anwohner gleichermaßen.
Mehr als 200 Mittagessen haben sie heute bereits verteilt. Doch Rivera sagt, es gehe nicht nur um Nahrung. Manche Menschen kommen völlig aufgelöst zu ihnen, nachdem sie Tote oder Schwerverletzte gesehen hätten. „Die Menschen kommen mit dieser Erschütterung, mit diesem Schmerz, mit dieser Angst“, sagt Rivera. „Wir versuchen, ihnen etwas Ruhe zu geben.“

Bange Stunden nach dem schwersten Beben seit Jahrzehnten

Hinter ihnen laufen die Rettungsarbeiten weiter. Nach dem Beben der Stärke 7,4 sind mindestens 273 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 3.800 wurden verletzt. Offiziell gelten 377 Menschen als vermisst. Angehörige suchen in einer inoffiziellen Datenbank allerdings nach rund 4.200 Vermissten.
Cali, Pereira und Manizales gehören zu den besonders schwer getroffenen Städten. Es ist das schwerste Beben in Kolumbien seit Jahrzehnten.
Rund um die Trümmerberge im Süden Calis geht die Suche weiter. Plötzlich bricht Jubel aus. Ein Mensch sei unter den Trümmern gefunden worden, heißt es. Doch geborgen werden kann er zunächst nicht.
Ein Feuerwehrmann bestätigt, dass die Rettungskräfte weiter versuchen, zu dem Verschütteten vorzudringen. Dann wird es wieder still. Es sind bange Stunden in Cali – am dritten und entscheidenden Tag nach dem Erdbeben. (dpa/red)
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Nach dem Erdbeben: Kolumbien vor kritischen Stunden

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien stehen die Rettungskräfte bei der Suche nach Überlebenden vor kritischen Stunden: Das entscheidende 72-Stunden-Zeitfenster, um unter Trümmern eingeschlossene Menschen noch lebend bergen zu können, schließt sich heute.
Danach sinken die Erfolgschancen deutlich. Die Regierung des südamerikanischen Landes hat angekündigt, den Einsatz mit Bergungsteams aus den USA und drei weiteren Ländern zu verstärken.
Bei dem Beben der Stärke 7,4 im Westen des Landes vom Montag sind mindestens 265 Menschen ums Leben gekommen und rund 3.500 weitere verletzt worden. Wie Präsident Abelardo de la Espriella mitteilte, gelten offiziell 496 Menschen als vermisst.
Deren Zahl könnte jedoch deutlich höher sein: Angehörige suchen laut einer inoffiziellen Datenbank nach rund 4.200 Menschen.
Helfer machen eine kurze Verschnaufpause.

Helfer machen eine kurze Verschnaufpause.

Foto: Philipp Znidar/dpa

„Das ist zweifellos eine Tragödie großen Ausmaßes“, sagte der Präsident in einer Ansprache. Mehr als 53.000 Menschen seien betroffen, 140 Gebäude seien komplett eingestürzt und Zehntausende Wohnungen beschädigt worden.
De la Espriella kündigte die Ausrufung eines „wirtschaftlichen Notstands“ an, um schneller über Mittel für den Wiederaufbau verfügen zu können.

Präsident ernennt einen neuen Katastrophenmanager

Der Präsident setzte einen neuen Leiter der Katastrophenschutzbehörde (UNGRD) ein. Der Staatschef ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Der bisherige Verantwortliche war von der linken Vorgängerregierung ernannt worden.
Der neue Leiter, David Tamayo, sagte, dass Such- und Rettungsteams aus den USA, Israel, Ecuador und El Salvador die Bergungsarbeiten unterstützen würden.
Die Teams würden die örtlichen Einsatzkräfte nach mehrtägigem Dauereinsatz ablösen, damit diese sich erholen könnten, sagte er.
Unter den Trümmern werden viele Menschen vermutet.

Unter den Trümmern werden viele Menschen vermutet.

Foto: Jorge Orozco/colprensa/dpa

Auslandshilfe „ohne politische Erwägungen“ willkommen

Laut Außenminister Omar Bula sind humanitäre Hilfsgüter aus verschiedenen Staaten unterwegs – und nicht nur aus Ländern, die der Regierung ideologisch verbunden sind wie jene vier, aus denen Suchteams entsendet werden.
„Wir arbeiten mit anderen Ländern zusammen, ohne dabei ideologische oder politische Erwägungen anzustellen, und nehmen ihre Hilfe dankbar an“, sagte Bula. Unter anderem kündigte die linksgerichtete Regierung Mexikos Hilfslieferungen an.
Das Beben ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit nahe San José del Palmar im Westen des Landes in einer Tiefe von rund 103 Kilometern. Im Anschluss wurden zahlreiche Nachbeben registriert. (dpa/red)
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Kolumbien: Verschütteter Vater rettete Baby in seinen Armen

Ein Baby und dessen Vater sind nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens lebend aus einem eingestürzten Haus gerettet worden.
Der Mann schützte das etwa zwei Monate alte Kind mit seinem Körper, als das fünfstöckige Gebäude kollabierte, wie kolumbianische Medien berichten. Die Details der Rettung am 10. August wurden jetzt bekannt.

Rettung durch Polizisten

Zwei Polizisten, die gerade in der Gegend waren, seien auf den Trümmerberg geklettert, berichtete der Sender „Caracol“. „Wir hörten Weinen und Stöhnen“, erzählte einer der Beamten, Ronald García. Es habe auch stark nach Gas gerochen.
„Ich bin selbst Vater und habe eine vierjährige Tochter. Ohne groß nachzudenken, haben wir angefangen, zu graben.“ Anwohner hätten dabei geholfen. Sie hätten schließlich zu dem Vater und seinem Sohn namens Salomón vordringen können.
Der noch halb vergrabene Mann hielt das Baby fest in seinen Armen, um es zu schützen, wie der Polizist weiter berichtete. „Er bat uns nur, sein Kind nicht sterben zu lassen.“ Schließlich konnten beide in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ihr Zustand sei stabil, heißt es in den Berichten. Die Mutter und deren Bruder seien aber noch unter den Trümmern. „Möge Gott, dass sie am Leben sind“, sagte der Polizist. Die Suche geht weiter.

Rettungskräfte und Freiwillige suchen am 11. August 2026 in Cali, Kolumbien, in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden.

Foto: Joaquin Sarmiento/AFP via Getty Images

Rettungskräfte bargen derweil auch am 11. August eine 32-jährige Frau lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes. Daniela Largo wurde in eine blaue Decke gehüllt aus den Trümmern getragen, während sich die Rettungskräfte umarmten und Angehörige vor Freude jubelten.

Bisher mindestens 216 Tote und über 2.500 Verletzte

Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte sich am 10. August ereignet. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Mehr als hundert Wohn- und Bürogebäude in mehreren Städten und Orten stürzten in sich zusammen.
Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige durchsuchen weiter eingestürzte Gebäude. In Pereira und in Cali setzten Rettungskräfte Kräne, Spürhunde und schwere Maschinen ein.
Freiwillige bildeten Menschenketten, um die Trümmer von Hand zu räumen, in der Hoffnung, unter den Trümmern verschüttete Menschen zu erreichen.
Bei dem Beben sind nach jüngsten Zahlen der Regierung mindestens 216 Menschen getötet und mehr als 2.500 verletzt worden. Die Behörden hatten die Zahl der Todesopfer zuvor mit 241 angegeben.
Allein in Cali, der Hauptstadt des Departments Valle del Cauca, gab es 95 Tote, mehr als 180 Menschen gelten noch als vermisst. Die Stadt hat rund 2,3 Millionen Einwohner. (dpa/afp/red)
 
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Großübung im ICE-Tunnel offenbart Probleme

Bei einem Großeinsatz im Sandbergtunnel in Thüringen sollte am Wochenende die Rettung von Passagieren aus einem brennenden ICE geübt werden – doch bei der Großübung kam es zu erheblichen Verzögerungen.
„Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD). „So etwas wie am Samstag darf es nicht noch einmal geben.“ Dafür müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten.
Wie das Innenministerium mitteilte, gab es nach vorläufigem Stand Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr. Zudem habe es einen technischen Defekt sowie reale Einsätze, darunter zwei schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn, gegeben.
Einzelne Einheiten hätten zudem aufgrund einer zuvor veränderten Einsatzplanung längere Anfahrtswege gehabt. Die genauen Abläufe würden weiter ausgewertet, hieß es.

Rettungstrupps erst nach Stunden vor Ort

Am Samstag hatte es bei der Übung mit mehr als 250 Einsatzkräften Probleme gegeben. Mehrere Medien berichteten. Simuliert wurde der Brand eines ICE, bei dem eingesetzten Komparsen als Passagiere gerettet werden sollten.
Im Mittelpunkt stand den Angaben nach die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren beteiligten Organisationen. Nach Angaben der Zeitung „Freies Wort“ dauerte es mehr als zwei Stunden, bis die ersten Rettungstrupps nach der Feuermeldung eintrafen.

Landrätin räumt Defizite ein

Auch die Landrätin des Ilm-Kreises sprach von Problemen bei der Übung. „Diese hat gezeigt, dass es noch große Defizite gibt“, sagte Petra Enders in einem Statement. Aus ihrer Sicht habe es erhebliche Probleme bei der Kommunikation gegeben.
Maier forderte, dass die Alarmierungswege künftig technisch und organisatorisch sowie auch praktisch regelmäßig getestet werden sollten. Eine ähnlich große Tunnelübung hatte zuletzt 2019 stattgefunden. (dpa/red)
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Waldbrände: Bei Madrid unter Kontrolle, bei Athen neue Brandherde

Immer wieder werden Orte evakuiert, brennen Wälder und Häuser, verenden Nutz- und Wildtiere: Westlich der griechischen Hauptstadt Athen sind weiterhin unzählige kleine und große Brandherde aktiv. Auch andere Regionen kommen nicht zur Ruhe.
In den Niederlanden brennt es in einem Naturschutzgebiet, im US-Bundesstaat Washington kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen Großbrände, rund 65.000 Menschen mussten sich dort bislang vor den Flammen in Sicherheit bringen.
In Frankreich bleibt die Alarmbereitschaft hoch – in Spanien entspannt sich die Lage. Ein Überblick:

Griechenland

23 Löschflugzeuge und elf Löschhubschrauber, dazu Hunderte Einsatzkräfte am Boden – und doch sind die Wald- und Buschbrände westlich von Athen bislang nicht in den Griff zu bekommen.
Die sehr starken Winde hatten die Flammen am Wochenende so weit ausgebreitet, dass die Rettungskräfte nun immer wieder auch in Regionen anrücken müssen, wo Glutnester neu entflammen. Satellitenbilder zeigen unzählige Brandherde auf einer Fläche von gut 30 mal 30 Kilometern.
Elf Ortschaften mussten am 3. August evakuiert werden, darunter der Küstenort Psatha am Golf von Korinth, wo die Flammen anschließend auch Häuser erreichten.
Schätzungen zufolge sind bislang 8.000 Hektar verbrannt, also eine Fläche von 80 Quadratkilometern – fast so groß wie die Stadt Weimar. Die Waldbrandgefahr bleibt hoch – auf Stufe vier von fünf in der betroffenen Region.
Ein Löschhubschrauber wirft Wasser über einem Waldbrand nordwestlich von Athen ab.

Ein Löschhubschrauber wirft Wasser über einem Waldbrand nordwestlich von Athen ab.

Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Niederlande

Im Osten der Niederlande nahe der deutschen Grenze brennt seit Montag in einem Naturschutzgebiet ein Großfeuer. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand in De Rosmolen bei der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Drei Löschhubschrauber der Armee sind im Einsatz. Ein Campingplatz mit etwa 300 Urlaubern wurde vorsorglich evakuiert. Der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray wurde eingestellt. Anwohner wurden aufgefordert, wegen des starken Rauches Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Frankreich

In Frankreich warnt der Wetterdienst für heute vor einer erhöhten Waldbrandgefahr im Nordwesten des Landes. Die Gefahr dürfte auch im Mittelmeerraum wegen zunehmender Winde im Verlauf der Woche erneut auf die höchste Alarmstufe ansteigen.
Generell sind die meisten Feuer unter Kontrolle, die Lage im Land gilt als stabil. Angespannt bleibt die Situation vor allem im südfranzösischen Département Var, wo 1.500 Feuerwehrleute gegen das Ausbreiten eines wieder aufgeflammten Brandes kämpfen.

Luftaufnahme einer abgebrannten Monokultur aus Seekiefern im Waldgebiet „Landes de Gascogne“ im Südwesten Frankreichs am 1. August 2026.

Foto: Pierre Larrieu/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Bei Bordeaux durften Bewohner weiterer Orte zurück nach Hause. Im Ort Le Porge an der Atlantikküste fand zuvor noch ein Einsatz zur Minenräumung statt, da der Kampfmittelräumdienst ein Arsenal von Weltkriegsmunition entdeckt hatte. Nach Angaben der Präfektur vom Montagabend wurden fast 400 Granaten und Munition geborgen.

Spanien

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter entspannt.
Nach Angaben des Waldbrandportals „Incendios Forestales“ waren am Abend landesweit 47 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Es handelte sich überwiegend um kleinere Feuer. Die meisten davon wurden aus den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet.
Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle.

US-Bundesstaat Washington

Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Großbrände ganze Wohngebiete verwüstet. Gent Welsh von der Nationalgarde in dem Westküstenstaat verglich die Zerstörung in der betroffenen Region rund um die Stadt Spokane mit einem „Kriegsgebiet“.
Behördenangaben zufolge brannten dort mehr als 700 Häuser und andere Gebäude ab. Verletzte oder Tote seien bislang nicht gemeldet worden, hieß es am Montag (Ortszeit).
Spokane im US-Bundesstaat Washington nach dem Waldbrand: Nur Schornsteine stehen noch

Spokane im US-Bundesstaat Washington nach dem Waldbrand: Nur Schornsteine stehen noch

Foto: Lindsey Wasson/AP/dpa

Die Feuer seien vermutlich die „schlimmste Naturkatastrophe“ in dieser Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. Dave Upthegrove, Beauftragter für staatliche Ländereien, sprach von einer „historischen Waldbrandsaison“, die schon relativ früh im Sommer verheerende Ausmaße erreicht habe.
Seinen Angaben zufolge brennen derzeit in dem Bundesstaat 17 größere Feuer auf einer Fläche von über 100.000 Hektar Land. Rund 5.000 Einsatzkräfte kämpften in dem Bundesstaat gegen die Brände an.
Allein im Raum Spokane waren mehr als 65.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung. (dpa/red)
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Unwetter über Deutschland: Toter und schwere Schäden durch Sturm

Schwere Unwetter sind in der Nacht über Deutschland gezogen und haben in der Sächsischen Schweiz ein Menschenleben gefordert. In Rathen wurde ein Mann laut Polizei von einem Baum erschlagen. Drei Menschen seien schwer verletzt worden. Zehn weitere Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle verletzt, 40 Menschen in Sicherheit gebracht.
„Es ist vor Ort sehr unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur am späten Abend. Die Dunkelheit erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte. Es werde vermutlich erst ein klares Lagebild geben, wenn es wieder hell sei, sagte der Polizeisprecher. Nach Angaben der Rettungsleitstelle soll der Einsatz am Morgen weitergehen.
Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit der Unterstützung von Drohnen nach Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht sagte, er habe den Eindruck, als seien ein Teil des Hanges abgestürzt und mehrere Bäume ins Tal gestürzt. „Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein“, sagte er.
Für die Einsatzkräfte war die Lage in der Dunkelheit unübersichtlich.

Für die Einsatzkräfte war die Lage in der Dunkelheit unübersichtlich.

Foto: Robert Michael/dpa

Weitere Schäden und Verletzte

Auch im Süden Deutschlands krachte es: Ein schweres Gewitter mit Sturm brachte in Stuttgart eine Reihe von Bäumen zu Sturz. „Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze. Unter anderem sorgte ein umgestürzter Baum für Unterbrechungen bei der Stadtbahn, ein anderer riss eine Stromleitung ab, wie die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mitteilte. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten zudem vorübergehend den Weg zu einem Klinikgelände.
Zuvor hatte die Hamburger Feuerwehr mitgeteilt, dass es wegen eines Unwetters derzeit viele Einsätze gebe. Ein Mitarbeiter des Feuerwehr-Lagezentrums zählte 85 Einsätze zwischen 18.30 und 21.00 Uhr, die mit Wasser zu tun hatten. Zwölf weitere fasste er unter dem Stichwort „droht zu fallen“ zusammen, damit gemeint waren etwa Zäune oder Dachziegel. Verletzte habe es nicht gegeben. Die vielen Einsätze seien gut zu bewältigen gewesen.
In Oberbayern hat ein Gewitter hingegen für einen Waldbrand gesorgt: Bei Bad Reichenhall schlug laut Polizei am Abend ein Blitz am Berg Hochstaufen ein und entfachte dort ein Feuer. Der Regen habe gegen die Flammen geholfen, aber es seien immer noch Glutnester da, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Hubschrauber könnten erst mit den Löscharbeiten beginnen, wenn es draußen wieder hell ist. In einer Warnmeldung wiesen die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr darauf hin, dass „beim Aufenthalt in diesem Bereich Gefahr für Leib und Leben“ bestehe.

Vorstellung an der Felsenbühne abgesagt

Zurück nach Sachsen: Ein Sprecher der Rettungsleitstelle Dresden sagte, das Unglück habe sich in einem Zugangsweg zur Felsenbühne in Rathen ereignet. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass mehrere Menschen von Bäumen eingeschlossen waren. Das Gelände dort ist felsig. Weitere Details waren zunächst unklar. Die Vorstellung „Der kleine Horrorladen“, die für Freitagabend dort geplant war, wurde abgesagt. Die Felsenbühne hat Platz für rund 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie zählt zu den größten Freilichttheatern Sachsens.
Ein Baum liegt nach einem Unwetter mit starken Stürmböen umgestürzt im Landkreis Lüneburg

Ein Baum liegt nach einem Unwetter mit starken Stürmböen umgestürzt im Landkreis Lüneburg

Foto: René Schröder/News5/dpa

Warnung vor Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor starken Gewittern gewarnt. Dabei könne es unter anderem zu Blitzschlag kommen, es könnten Bäume umstürzen und Gegenstände herabfallen. Auch für andere Bundesländer gab es Warnungen. (dpa/red)
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CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen der Berliner Abgeordneten

Vier Tage nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day sind viele Fragen zum Täter und zu seinem Motiv weiter offen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik sollen deswegen dem Abgeordnetenhaus Bericht erstatten.
Dazu kommt der Innenausschuss des Landesparlaments zu einer Sondersitzung zusammen. Spranger und Slowik müssen über die Maßnahmen der Polizei vor und nach dem Anschlag Auskunft geben und auf Fragen der Abgeordneten antworten.

Radikalisierung verhindern

In der politischen Debatte über den Anschlag rückt die Prävention in den Fokus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Radikalisierung verhindern lässt. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) stellt den Ländern dafür mehr Geld in Aussicht.
In der Sondersitzung des Berliner Innenausschusses dürfte es unter anderem darum gehen, ob beim Umgang mit dem polizeibekannten Islamisten und bei seiner Überwachung Fehler gemacht wurden.
Am Montag hatten Medien darüber berichtet, dass Abdul B. (21) vor der Tat vom Landeskriminalamt (LKA) beobachtet wurde. Die Kriminalpolizei überwachte ihn und eine gegenüber seinem Wohnhaus installierte Kamera filmte ihn auch kurz vor der Tat.
Das berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und die Sender NDR und WDR. Sein Verhalten soll nicht darauf hingedeutet haben, dass er einen konkreten Anschlag plante.

Tatort nach Todesfahrt beim CSD am 26.07.2026.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Bekennervideo mit Treueschwur auf IS

Bei dem Terroranschlag am Samstag am Rande des CSD fuhr Abdul B. nach derzeitigen Erkenntnissen mit einem Auto mehrere Menschen an. Danach soll er vermutlich mit einer Machete weitere Menschen verletzt haben.
Eine Frau wurde getötet und 31 Menschen teils schwer verletzt. Abdul B. wurde am Sonntagabend von Polizisten, die ihn gestellt hatten, erschossen.
Inzwischen wurde bekannt, dass die Polizei auf dem Handy des Attentäters ein islamistisches Bekennervideo fand. In dem Video sei zu sehen, wie „eine vermummte Person, vermutlich eben der Tatverdächtige“ einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leiste, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Ines Peterson, im ZDF.
Laut „Spiegel“ spricht der Mann in dem Video auf Arabisch. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte das Auffinden des Videos und weiteren Datenmaterials.

Radikalisierung verhindern – Prien stellt Geld in Aussicht

Bundesfamilienministerin Prien stellte den Ländern vor dem Hintergrund des CSD-Anschlags mehr Geld für Angebote gegen Radikalisierung in Aussicht. Konkret geht es um fünf Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Demokratie leben!“, die bisher nicht dafür vorgesehen waren. Sie sagte: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, diesen Betrag einzusetzen.“
„Für mich ist dieser erschütternde Anschlag Anlass, um die Ausrichtung von „Demokratie leben!“ bei der Extremismusprävention nachzuschärfen und dabei das Thema Deradikalisierung in den Fokus zu nehmen.“ Dabei will sich Prien mit den Ländern und mit Verbänden beraten, auch mit den muslimischen Gemeinschaften.
Deradikalisierungsprogramme zielen darauf, junge Leute mit intensiver Beratung von ihren radikalen Ansichten abzubringen. Die wissenschaftliche Begleitung zeige, dass solche Programme erfolgreich sein könnten, sagte die Ministerin.
Voraussetzung sei allerdings, dass die Betreffenden offen dafür seien. „Wenn junge Leute so stark radikalisiert sind wie dieser Täter, dann ist ein Deradikalisierungsprogramm mutmaßlich nicht die Methode der Wahl. Da geht es dann eher um Strafjustiz, Überwachung und Schutzmaßnahmen.“
Als eine andere Möglichkeit, Radikalisierung vorzubeugen, brachte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner Islamunterricht an Schulen ins Spiel. Er sagte: „Es gibt immer wieder Jugendliche, die durch radikal religiöse Kontakte in sogenannten Hinterhofmoscheen radikalisiert werden.“
„Religionsunterricht an staatlichen Schulen könnte einen großen Teil dazu beitragen, Jugendliche vor solchen Beeinflussungen zu schützen. Dazu gehört, dass auch der Islamunterricht an Schulen stattfindet, der dadurch staatlicher Kontrolle unterliegen würde“, sagte Wegner.

SPD-Abgeordneter: Auf Ursachen des Terrors konzentrieren

Auch der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir sprach sich für mehr Prävention aus.
„Wir sollten uns auf die Ursachen des Terrors konzentrieren und wo nötig, den Sicherheitsbehörden mehr Befugnisse geben und die Präventionsarbeit – namentlich die politische Bildung – ausbauen und nicht kürzen“, sagte er der dpa.„Wir müssen islamistischer Radikalisierung ebenso wie jeder anderen Radikalisierung hier in Deutschland entgegentreten.“

Ein Schild mit einem Fahndungsaufruf der Berliner Polizei nach Abdul B., dem mutmaßlichen Täter des Angriffs nahe dem CSD in Berlin am 25. Juli 2026.

Foto: AFP via Getty Images

Zu Aussagen von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze, aus dessen Sicht Gefährder keine doppelte Staatsbürgerschaft mehr haben sollten, sagte Demir, ihn wundere, „dass die Forderung jetzt aufkommt, nachdem ein deutscher Islamist mit Migrationsgeschichte und einem Pass“ den schrecklichen Anschlag am Rande des Berliner CSD begangen habe. Er sagte:
„Mit der SPD wird es keine Reform der doppelten Staatsangehörigkeit geben. Wenn Menschen Verbindungen zu mehr als einem Land haben, ist es richtig, dass sie auch mehrere Staatsangehörigkeiten haben dürfen.“

Antisemitismusbeauftragter: Sympathiebekundung strafbar machen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, forderte eine Verschärfung des Strafrechts.
„Seit langem setze ich mich dafür ein, dass etwa Sympathiebekundungen für Terrororganisationen wieder strafbar sind, so wie es bereits bis 2002 der Fall war“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Den Anschlag bezeichnete Klein als „Angriff auf unsere demokratische Grundordnung und unsere vielfältige, freiheitliche und offene Gesellschaft“.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass von islamistischen Gefährdern eine tödliche Bedrohung für Minderheiten in unserem Land ausgeht.“ Zu diesen Minderheiten gehörten auch Jüdinnen und Juden. (dpa/red)
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Erdbeben und Erdrutsche in China fordern Dutzende Tote

In China erschütterten Erdbeben der Stärke 5,7 und 5,8, vor etwa einer Stunde und lösten Erdrutsche im Kreis Xinghai in der Provinz Qinghai aus.

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Erst am letzten Wochenende hatte in der weiter nördlich gelegenen Provinz Gansu nahe der Stadt Dingxi eine plötzliche Flut in einem Feriencamp zehn Menschen das Leben gekostet. 23 weitere Menschen wurden verletzt.

Erdrutsch bei Chongqing: Opferzahl steigt auf 41

Nach dem tödlichen Erdrutsch nahe der südwestchinesischen Metropole Chongqing haben die Behörden 30 weitere Todesopfer bestätigt. Diese seien per DNA-Test identifiziert worden, teilten die Helfer im Kreis Pengshui mit. Dort hatte am 17. Juli ein Bergsturz Wohnhäuser an einer bewohnten Straße unter sich begraben.
Damit liegt die Opferzahl nun bei 41, nachdem die Behörden am vergangenen Donnerstag 11 Tote und 50 Vermisste bestätigt hatten. Wie viele Menschen noch vermisst werden, teilten die Rettungskräfte nicht mit.

Bewohner blicken auf einen Erdrutsch im Kreis Hanyuan in Sichuan. (Archivbild)

Foto: STR/AFP via Getty Images

Zuletzt waren sie auf einen verschütteten Kleinbus in den Trümmern gestoßen und hatten darin und um das Wrack herum menschliche Überreste entdeckt.
Mindestens zehn Wohnhäuser waren durch die Gerölllawine und massiven Felsbrocken verschüttet worden. Anwohner hatten am Unglückstag laut Medienberichten noch Steinschläge bemerkt, woraufhin Dutzende noch versucht hatten, sich in Sicherheit zu bringen.

Unglücke in regenreicher Saison

Rund 1.100 Menschen aus dem Gebiet waren nach dem Unglück evakuiert worden. Die meisten von ihnen kamen in Hotels unter. Zehn Menschen wurden am Tag des Bergsturzes verletzt.
Warum die Tausende Kubikmeter Erd- und Felsmassen von dem Hang abbrachen, ist bislang noch unklar. In der Gegend wie auch in anderen Teilen Chinas hatte es zuletzt stark geregnet.
In den regenreichen Sommermonaten kommt es in China immer wieder zu tödlichen Überflutungen oder Erdrutschen. (dpa/red)
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Haftbefehle gegen zwei Männer nach Hauseinsturz in Görlitz

Nach dem Hauseinsturz in Görlitz mit drei Toten ist Haftbefehl gegen zwei Männer erlassen worden. Die beiden seien dringend tatverdächtig, im Mai eine Gasexplosion in dem Haus verursacht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Görlitz mit. Bei dem Unglück kamen am 18. Mai zwei junge Frauen aus Rumänien und ein Deutsch-Bulgare ums Leben.
Nach den aktuell vorliegenden vorläufigen Sachverständigengutachten ist die Gasexplosion als Einsturzursache demnach bestätigt. Die Staatsanwaltschaft konnte daher die Haftbefehle gegen die Männer im Alter von 27 und 33 Jahren beantragen.

Gasleitungen am Haus beschädigt

Die mutmaßlichen Buntmetalldiebe stammen aus Polen und Afghanistan. Nach aktuellem Erkenntnisstand waren die beiden Tatverdächtigen am Nachmittag vor dem Einsturz im Umfeld der Gründerzeitvilla unterwegs und suchten nach „stehlenswertem Gut“.
Die Männer hatten es den Angaben zufolge unter anderem auf Fahrräder, Schrott sowie Buntmetalle abgesehen. In dem Haus, das später einstürzte, sollen sie Gasleitungen beschädigt beziehungsweise manipuliert haben.

Psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben

Die Männer befinden sich bereits in anderer Sache in Haft. Die neu erlassenen Untersuchungshaftbefehle würden laut Staatsanwaltschaft vollstreckt, sollten die Gründe für die bestehende Haft wegfallen.
Zur Frage der Schuldfähigkeit der Beschuldigten wurde ein forensisch-psychiatrisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Ausgangspunkt der Ermittlungen gegen die beiden Männer waren Hinweise der polnischen Polizei.
Die Untersuchungen zu den Ursachen der Explosion dauern unterdessen weiter an. Eine 3D-Rekonstruktion der Gasanlage befindet sich den Angaben nach in der Endbearbeitung. Bei den Materialuntersuchungen, insbesondere der Kupferrohre unterstützt das Bundeskriminalamt mit einem speziellen Mikroskop. (dpa/red)
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Dobrindt will Fußfesseln, Präventivhaft und strengeres Strafrecht für Gefährder

Nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin diskutiert die Politik, wie solcher Terror künftig zu verhindern ist. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat drei konkrete Vorschläge ins Gespräch gebracht: verstärkte Überwachung von Gefährdern, Präventivhaft und eine Verschärfung des Jugendstrafrechts. Worum geht es dabei und was würde sich verändern? Die wichtigsten Antworten:

Was ist ein Gefährder?

Das Bundeskriminalamt (BKA) definiert „Gefährder“ als Personen, von denen begründet anzunehmen ist, dass sie „politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung“ begehen werden. Derzeit stuft das BKA 410 Personen als islamistische Gefährder ein, wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ war der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul B. als Gefährder eingestuft und wurde von einem BKA-Analysetool sogar als „Hochrisikoperson“ bewertet. Dobrindt betonte in der ARD, dass der Mann auf dem Radar der Behörden war. „In Berlin wurden technische Überwachungen vorgenommen“, sagte der Bundesinnenminister. „Die haben nicht ausgereicht, um jetzt diesen Terroranschlag zu verhindern.“

Was wird nun erwogen?

Dobrindt plädiert deshalb für die stärkere Nutzung einer „Einschränkung von Bewegungsfreiheit“ mittels elektronischer Fußfesseln. Sein zweiter Punkt: „Präventivhaft für Gefährder ist etwas, was aus meiner Sicht zwingend notwendig ist.“ Man müsse dafür sorgen, das deutschlandweit umzusetzen. Ferner fordert Dobrindt: „Wir brauchen Regeln, die dafür sorgen, dass Gefährder nicht mit Jugendstrafrecht behandelt werden und schon gleich gar nicht auf Bewährung in Freiheit kommen.“ Gerade beim Thema Fußfessel scheint auch die SPD mit an Bord: „Das ist eine sinnvolle Ergänzung der Instrumentarien“, sagte deren Innenexperte Sebastian Fiedler in der ARD.

Was würde sich ändern?

Sowohl die Möglichkeit einer Überwachung von Gefährdern per Fußfessel als auch die Option einer Präventivhaft gibt es bereits. Das Gesetz über das Bundeskriminalamt erlaubt die elektronische Aufenthaltsüberwachung für einen bestimmten Zeitraum, sofern eine konkrete Straftat zu erwarten ist oder die Wahrscheinlichkeit dafür hoch. Nötig ist eine richterliche Anordnung. Diese Option im BKA-Gesetz wurde noch nie genutzt, wie ein BKA-Sprecher sagte.
Vorbeugende Überwachung per Fußfessel bei Gefährdern ist nach seinen Worten Ländersache auf Grundlage der Landespolizeigesetze. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ trugen Ende Juni bundesweit 147 Menschen eine elektronische Fußfessel. Bei 18 von ihnen war dies auf Grundlage der Polizeigesetze der Länder angeordnet. 128 waren verurteilte Straftäter, bei denen die Fußfessel einen Rückfall verhindern soll.
Die Maßnahme wird also vergleichsweise selten angewendet. Ähnlich sieht es beim vorsorglichen Gewahrsam aus. Eine längere Präventivhaft ist im BKA-Gesetz nicht vorgesehen, sondern nur sehr kurze Maßnahmen. Laut bayerischem Polizeigesetz ist hingegen auf richterliche Anordnung ein Gewahrsam von bis zu zwei Monaten möglich. Andere Länderpolizeigesetze lassen weniger Spielraum. Dobrindts Ziel ist also vor allem eine einheitlichere Handhabung. Das sagt auch SPD-Mann Fiedler: „Wir haben kein einheitliches Polizeigesetz des Bundes und der Länder. Das Projekt wäre durchaus noch mal sinnvoll, das aufzulegen, weil die Präventivhaftvoraussetzungen in den Ländern total unterschiedlich sind.“

Könnten solche Änderungen Terror verhindern?

Der Tübinger Kriminologe Jörg Kinzig warnt vor zu großen Erwartungen. Mit Blick auf eine ausgeweitete Anwendung der „elektronischen Fußfessel“ sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn eine Person wild entschlossen ist, eine Straftat zu begehen, dann muss man so ehrlich sein, die bloße Fußfessel wird ihn vermutlich nicht davon abhalten.“ Selbst wenn die Fußfessel Alarm auslöse, sei nicht sofort ein Polizeibeamter neben dem Betroffenen, um ihn zu stoppen.
Dass die Überwachungsmaßnahme bisher vergleichsweise selten angewendet wird, erklärt sich aus Kinzigs Sicht so: „Das hat damit zu tun, dass so eine Fußfessel schon ein schwerer Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Person ist.“ Richter hätten dies sehr sorgfältig zu prüfen. Und sie stünden bei der Gefahrenabwehr immer vor einem zentralen Problem: „Hat man valide Hinweise dafür, dass diese Person eine Gefährdung darstellt? Wie gefährlich ist diese Person? Wie hoch ist das Risiko? Im Nachhinein ist es immer wohlfeil zu sagen, das hätte man ja wissen müssen.“
Bei der Präventivhaft sei es ähnlich, sagt der Direktor des Instituts für Kriminologie der Uni Tübingen. „Trotz Gefahrenprognose begehen die meisten Menschen eben doch keine schweren Straftaten. Treffsicher die zu finden, die es tun werden, ist die zentrale Aufgabe oder Schwierigkeit.“
Noch skeptischer sieht Kinzig eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, so dass es auf Gefährder grundsätzlich nicht mehr angewendet werden könnte. Gerichte könnten schon heute ab 18 Jahren Erwachsenenstrafrecht anwenden, sagte Kinzig. In der Altersgruppe zwischen 18 und 20 Jahren, den sogenannten Heranwachsenden, prüfen Gerichte laut Kinzig konkret zwei Kriterien: „Ist es eine Jugendverfehlung? Oder liegt eine Reifeverzögerung vor? Dann kann es Jugendstrafrecht anwenden. Hier für eine einzelne Gruppe Veränderungen vorzunehmen, scheint mir nicht sinnvoll.“ (dpa/red)
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Vom IS-Anwerbeversuch zum Terrorverdächtigen: Das ist über Abdul B. bekannt

Die Ermittlungsbehörden sind überzeugt, dass es Abdul B. war, der am Samstagabend einen weißen Van in eine Menschenmenge auf dem Christopher Street Day (CSD) in Berlin gesteuert hat. Am Sonntagabend erschossen Polizisten den 21-Jährigen in einer Gartenkolonie in Spandau. Das ist über den mutmaßlichen Täter und den Vorfall bekannt:
Die Tat: 
  • Den Erkenntnissen zufolge fuhr B. am Samstagabend mit einem weißen Kastenwagen am Ahornsteig, einem Parkweg parallel zur Lennéstraße in der Nähe des Potsdamer Platzes, in eine Menschenmenge am Rande des CSD. Dabei erfasste er mehrere Menschen, bevor das Fahrzeug gegen einen Baum prallte.
  • Danach verließ er das Auto. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, dass der Täter anschließend mutmaßlich mit einer Machete auf Passanten losging und weitere Menschen attackierte.
  • Bei dem Angriff wurde eine Frau getötet und 29 weitere Menschen verletzt. Die lebensbedrohlich Verletzten befanden sich nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.
Persönliches Leben: 
  • Abdul B. wurde Dobrindt zufolge im Jahr 2005 in Berlin geboren und ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft dort aufgewachsen. Er war bei der Tat 21 Jahre alt.
  • B. war deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Seine Mutter wurde demnach 2002 in Deutschland eingebürgert.
  • B. hatte eine Wohnung im Berliner Stadtteil Schöneberg. Noch Anfang Juli durchsuchten Beamte diese.
  • B. soll auch Familie in Berlin gehabt haben.
  • Der Extremismus-Berater Thomas Mücke vom Violence Prevention Network (VPN) gab an, B. habe auf Sozialarbeiter „einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck“ gemacht. „Und das sind genau die Kriterien, wo wir halt merken, da kommen wir nicht wirklich an die Person heran.“
Kriminelle Vergangenheit: 
  • Abdul B. hatte sich den Erkenntnissen zufolge radikalisiert und gehörte der islamistischen Szene an.
  • 2022 wurde B. von einem Jugendschöffengericht in Berlin wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung verurteilt.
  • Im Jahr 2025 unternahm Abdul B. mehrere Versuche, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen.
  • Er versuchte erfolglos, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er dann über die Türkei in den Libanon, „um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen“, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
  • Am 24. Juli 2025 sei er im Libanon festgenommen und dort in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Militärgericht habe ihn dort „unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten“ zu drei Monaten Haft verurteilt.
  • Nach seiner Haftentlassung sei B. am 17. November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden. Es folgte eine monatelange Untersuchungshaft.
  • Am 12. Mai wurde er von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten „wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in einem Fall sowie der Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten“ verurteilt.
  • Das Gericht hob der Generalstaatsanwaltschaft zufolge einen bestehenden Haftbefehl auf, „da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt“.
  • Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Berufung eingelegt. Die Verurteilung wurde daher nicht rechtskräftig.
B.s Tod: 
  • Der Polizei zufolge konnte B. am Sonntagabend gegen 18:00 Uhr in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau ausfindig gemacht und isoliert werden.
  • Der Polizeieinsatz sollte eigentlich zu seiner Festnahme führen.
  • B. sei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, woraufhin Spezialkräfte auf ihn schossen.
  • Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr sei er noch am Einsatzort verstorben, teilte die Polizei mit.
  • Seine Leiche wurde in der Nacht nach Einsatz der Spurensicherung von der Gerichtsmedizin abtransportiert.
Was offen bleibt:
  • Die konkrete Motivlage ist nicht abschließend geklärt. Zwar deutet laut dem Innenminister alles auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Doch der genaue Zusammenhang zwischen dieser Einstufung und der Tat ist nicht geklärt.
  • Der Tatablauf im Detail ist unklar.
  • Offen ist zudem, wie oft das SEK auf den Verdächtigen schoss.
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Das ist über den Verdächtigen Abdul B. bekannt

Die Ermittlungsbehörden sind überzeugt, dass es Abdul B. war, der am Samstagabend einen weißen Van in eine Menschenmenge auf dem Christopher Street Day (CSD) in Berlin gesteuert hat. Am Sonntagabend erschossen Polizisten den 21-Jährigen in einer Gartenkolonie in Spandau. Das ist über den mutmaßlichen Täter und den Vorfall bekannt:
Die Tat: 
  • Den Erkenntnissen zufolge fuhr B. am Samstagabend mit einem weißen Kastenwagen am Ahornsteig, einem Parkweg parallel zur Lennéstraße in der Nähe des Potsdamer Platzes, in eine Menschenmenge am Rande des CSD. Dabei erfasste er mehrere Menschen, bevor das Fahrzeug gegen einen Baum prallte.
  • Danach verließ er das Auto. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, dass der Täter anschließend mutmaßlich mit einer Machete auf Passanten losging und weitere Menschen attackierte.
  • Bei dem Angriff wurde eine Frau getötet und 29 weitere Menschen verletzt. Die lebensbedrohlich Verletzten befanden sich nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.
Persönliches Leben: 
  • Abdul B. wurde Dobrindt zufolge im Jahr 2005 in Berlin geboren und ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft dort aufgewachsen. Er war bei der Tat 21 Jahre alt.
  • B. war deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Seine Mutter wurde demnach 2002 in Deutschland eingebürgert.
  • B. hatte eine Wohnung im Berliner Stadtteil Schöneberg. Noch Anfang Juli durchsuchten Beamte diese.
  • B. soll auch Familie in Berlin gehabt haben.
  • Der Extremismus-Berater Thomas Mücke vom Violence Prevention Network (VPN) gab an, B. habe auf Sozialarbeiter „einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck“ gemacht. „Und das sind genau die Kriterien, wo wir halt merken, da kommen wir nicht wirklich an die Person heran.“
Kriminelle Vergangenheit: 
  • Abdul B. hatte sich den Erkenntnissen zufolge radikalisiert und gehörte der islamistischen Szene an.
  • 2022 wurde B. von einem Jugendschöffengericht in Berlin wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung verurteilt.
  • Im Jahr 2025 unternahm Abdul B. mehrere Versuche, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen.
  • Er versuchte erfolglos, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er dann über die Türkei in den Libanon, „um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen“, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
  • Am 24. Juli 2025 sei er im Libanon festgenommen und dort in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Militärgericht habe ihn dort „unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten“ zu drei Monaten Haft verurteilt.
  • Nach seiner Haftentlassung sei B. am 17. November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden. Es folgte eine monatelange Untersuchungshaft.
  • Am 12. Mai wurde er von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten „wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in einem Fall sowie der Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten“ verurteilt.
  • Das Gericht hob der Generalstaatsanwaltschaft zufolge einen bestehenden Haftbefehl auf, „da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt“.
  • Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Berufung eingelegt. Die Verurteilung wurde daher nicht rechtskräftig.
B.s Tod: 
  • Der Polizei zufolge konnte B. am Sonntagabend gegen 18:00 Uhr in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau ausfindig gemacht und isoliert werden.
  • Der Polizeieinsatz sollte eigentlich zu seiner Festnahme führen.
  • B. sei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, woraufhin Spezialkräfte auf ihn schossen.
  • Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr sei er noch am Einsatzort verstorben, teilte die Polizei mit.
  • Seine Leiche wurde in der Nacht nach Einsatz der Spurensicherung von der Gerichtsmedizin abtransportiert.
Was offen bleibt:
  • Die konkrete Motivlage ist nicht abschließend geklärt. Zwar deutet laut dem Innenminister alles auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Doch der genaue Zusammenhang zwischen dieser Einstufung und der Tat ist nicht geklärt.
  • Der Tatablauf im Detail ist unklar.
  • Offen ist zudem, wie oft das SEK auf den Verdächtigen schoss.
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Tatverdächtiger Abdul B. tot – Warum war er auf freiem Fuß?

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin und dem Tod des Tatverdächtigen mehren sich die Forderungen nach Aufklärung und rechtlichen Konsequenzen.
Im Fokus steht dabei die Frage, weshalb der mutmaßliche Täter auf freiem Fuß war, obwohl er den Behörden bekannt und auch schon verurteilt worden war.

Innenminister prüft Aussetzung der Strafe

„Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt über den mutmaßlichen Täter in der ARD.
„Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen“, sagte der CSU-Politiker.
Dem Sender RTL sagte Dobrindt, „dass man in diesem Maße der Gefährdung, die hier auch vorlag, zu einer Bewährungsstrafe kommt, ist sicherlich nicht nachvollziehbar“.
Allein auf Deradikalisierung zu setzen, «wäre sicherlich naiv», sagt Innenminister Dobrindt.

Allein auf Deradikalisierung zu setzen, «wäre sicherlich naiv», sagt Innenminister Dobrindt.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit Abdul B. „Er wurde verurteilt (…) nach Jugendstrafrecht“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im RBB.
„Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte.“

Abdul B. wollte sich IS anschließen

Der 21-jährige Tatverdächtige war am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz getötet worden, der eigentlich zu seiner Festnahme führen sollte.
Laut Generalstaatsanwaltschaft war der Deutsche mit libanesischen Wurzeln nach vergeblichen Versuchen, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen, im November 2025 nach Verbüßen einer dreimonatigen Haftstrafe im Libanon bei seiner Rückkehr am Hauptstadtflughafen BER festgenommen worden.
Nach längerer Untersuchungshaft wurde er am 12. Mai von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt – unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.
Die Entscheidung über eine Aussetzung dieser Jugendstrafe zur Bewährung wurde demnach für die Dauer von sechs Monaten zurückgestellt.

Gericht hob Haftbefehl auf

Das Gericht hob laut Generalstaatsanwaltschaft einen bestehenden Haftbefehl gegen Abdul B. auf, „da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt“. Die Verurteilung war bis zu seinem Tod nicht rechtskräftig, weil die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte, da sie eine höhere Strafe forderte.
Noch Anfang dieses Monats gab es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Durchsuchungsmaßnahmen an seiner Adresse in Berlin-Schöneberg.
Hintergrund war demnach ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Es sei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden worden. Der „Bild“ zufolge sollte Abdul B. am heutigen Montag zu einem Deradikalisierungskurs erscheinen.
In einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau lief der Tatverdächtige laut Polizei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zu.

In einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau lief der Tatverdächtige laut Polizei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zu.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Terrorismus-Fachmann: Strafrecht zu milde

Terrorismus-Fachmann Peter Neumann vom King’s College in London forderte eine Überprüfung des Strafrechts. „Insgesamt ist unser Terrorstrafrecht zu milde“, sagte er im ZDF-„heute journal“. Die Strafen in Deutschland seien im europäischen Vergleich zu kurz.
„Und was bei uns noch dazu kommt, ist, dass wir ein Jugendstrafrecht haben, unter das fiel ja auch der mutmaßliche Attentäter.“ Das stelle den erzieherischen Gedanken voran und stelle bei der Abwägung oftmals den Schutz der Öffentlichkeit hinten an. Darüber müsse man „auch noch mal nachdenken“.
Deradikalisierungsprogramme könnten funktionieren, wenn sie richtig eingesetzt werden. „In diesem Fall war es ja so, dass das falsch eingesetzt wurde, aber sie können wirksam sein, besonders wenn Leute sich noch auf dem Weg in die Radikalisierung befinden, und deswegen darf man auch da nicht sparen“, sagte Neumann.

Junge Union fordert Verschärfung des Strafrechts

Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, forderte eine Verschärfung des Strafrechts. „Die Politik darf nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern muss den gesamten Rechtsrahmen überprüfen und aus dem Fall die Konsequenzen ziehen“, sagte der CDU-Politiker dem Magazin „Stern“. „Ein Punkt muss dabei sein, die Möglichkeit zu versagen, im Falle von Gefährdern nach Jugendstrafrecht zu verurteilen.“
Der Tatverdächtige soll am Steuer des Vans gesessen haben, der am Samstagabend am Rande des CSD in Berlin in eine Menschenmenge fuhr. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt.
Der Fahrer ging danach laut Dobrindt mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten los. Die Ermittler werten die Tat als islamistisch motivierten Terroranschlag. Die Ermittlungen übernahm die Bundesanwaltschaft als oberste Anklagebehörde in Deutschland. (dpa/red)
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Wenn Autos Waffen werden: folgenschwere Taten in Deutschland

Autos werden in Deutschland seit Jahren immer wieder als Waffe gegen unbeteiligte Menschen eingesetzt. Die Täter kennen ihre Opfer dabei in der Regel nicht. Es handelt sich nicht nur um Terroranschläge, die Motive sind sehr unterschiedlich. Mehr als 30 Menschen kamen seit 2018 vor dem aktuellen Angriff auf dem Berliner CSD dabei ums Leben. Eine Übersicht:
Berlin. Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche – 19. Dezember 2016: Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland sterben zwölf Menschen, Dutzende werden zum Teil schwer verletzt. Der tunesische Attentäter Anis Amri lenkt am Abend einen gestohlenen Lastwagen auf den gut besuchten Weihnachtsmarkt.
Den polnischen Fahrer, den 13. Toten, hatte er zuvor erschossen. Amri, 24 Jahre alt und Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), entkommt zunächst. Einige Tage später wird er auf seiner Flucht von italienischen Polizisten erschossen.
Magdeburg. Weihnachtsmarkt – 20. Dezember 2024: Taleb Al-Abdulmohsen aus Saudi-Arabien rast mit einem PS-starken Mietwagen durch eine Lücke zwischen Betonabsperrungen auf den belebten Weihnachtsmarkt. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge sterben, Hunderte Menschen werden verletzt.
Im Juni 2026 wird der 51-Jährige, der seit 2006 in Deutschland lebt und als Arzt im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter arbeitete, zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts handelte der Täter aus einem komplexen Motivbündel, zu dem unter anderem Rachefantasien gegenüber Deutschland und deutschen Behörden gehörten. Ein psychiatrischer Sachverständiger bescheinigte ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Trier. Fußgängerzone – 1. Dezember 2020: Ein 51-jähriger Deutscher fährt mit seinem Geländewagen zur Mittagszeit mit hoher Geschwindigkeit durch die belebte Fußgängerzone in der Innenstadt. Dabei steuerte er seinen Pkw in der Absicht, möglichst viele Menschen zu töten, gezielt auf verschiedene Menschen und Gruppen zu.
Sechs Menschen sterben, darunter ein neun Wochen altes Baby. Mehr als 20 Menschen werden teils schwer verletzt. Laut Gerichtsurteil litt der Mann aufgrund einer paranoiden Schizophrenie an Wahnvorstellungen. Er verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Leipzig. Zentrum – 4. Mai 2026: Ein 33-jähriger Deutscher fährt in der Leipziger Innenstadt mit einem weißen Auto in eine Menschenmenge. Zwei Menschen sterben, weitere werden verletzt. Die Ermittler gehen von einer Amokfahrt ohne politisches Motiv aus. Der Täter wird in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.
Mannheim. Rosenmontagszug – 3. März 2025: Ein 40-jähriger Deutscher aus Rheinland-Pfalz fährt in der Mannheimer Innenstadt mit seinem Auto in den Rosenmontagszug. Zwei Menschen kommen ums Leben, mehrere werden verletzt. Ein religiöser oder politischer Hintergrund wird ausgeschlossen.
München. Zentrum – 13. Februar 2025: Der 24-jährige Afghane Farhad N. steuert seinen Kleinwagen bewusst in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi mit rund 1.400 Teilnehmern. Eine Mutter und ihre zwei Jahre alte Tochter sterben, mehr als 40 weitere Menschen werden verletzt. Die Bundesanwaltschaft geht von islamistischem Terrorismus aus. Seit Januar 2026 läuft der Prozess am Oberlandesgericht München.
Berlin, Zentrum – Juni 2022: Ein 29-jähriger Deutsch-Armenier fährt am Kurfürstendamm mit dem Auto seiner älteren Schwester in eine Schülergruppe aus Bad Arolsen (Hessen). Eine Lehrerin wird dabei getötet, mehrere Menschen werden zum Teil schwer verletzt.
Für die Staatsanwaltschaft gibt es keinen Anhaltspunkt für einen terroristischen Hintergrund, sie geht von einer psychischen Erkrankung aus. Der Mann kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus.
Witzenhausen – Oktober 2021: In der nordhessischen Kleinstadt fährt ein 31-jähriger Mann vor einer Kita in eine Kindergruppe. Ein achtjähriges Mädchen stirbt im Krankenhaus. Das Gericht stellt fest, dass der Täter an einer paranoiden Schizophrenie litt und unter Verfolgungswahn stand. Er kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus.
Volkmarsen – Februar 2020: Am Rosenmontag steuert ein 29 Jahre alter Deutscher sein Auto bei einem Karnevalsumzug absichtlich in die Menge. Mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, werden teils schwer verletzt. Der Fahrer wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
Bottrop und Essen – Januar 2019: Kurz nach dem Jahreswechsel steuert ein Rechtsradikaler sein Auto an beiden Orten in Feiernde, die er für Ausländer hält. Es gibt 14 Verletzte. Der Deutsche kommt in die geschlossene Psychiatrie.
Münster, Zentrum – April 2018: Ein 48-jähriger Deutscher fährt mit seinem Campingbus in eine Gruppe von Menschen vor einer Gaststätte und erschießt sich nach der Tat. Zwei Menschen sterben, 20 werden zum Teil schwer verletzt. Laut Polizei war der Täter psychisch labil und suizidgefährdet. (dpa/red)
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Tote und Verletzte beim CSD – Was wir wissen und was nicht

Der Christopher Street Day in Berlin ist gestern gegen 22:00 Uhr abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist.
Mindestens eine Frau wurde getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt – mehrere davon lebensbedrohlich.

Was wir wissen:

  • Nach Angaben der Polizei kam es im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz zu einem größeren Polizeieinsatz.
  • Wie ein Polizeisprecher berichtete, war ein weißer Wagen dort über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und fuhr mehrere Menschen an oder um, bevor er einen Baum rammte.
  • Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Laut Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten 3 lebensbedrohlich und 8 schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.
  • Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh.
  • „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
  • In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert. Sprecher Florian Nath: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.“
  • Die Polizei sucht öffentlich mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, hieß es.
  • Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.
  • Die Polizei prüft, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gab, während der Personen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet, sagte Nath.
  • Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.

Was wir nicht wissen:

  • Der genaue Ablauf des Geschehens und die Hintergründe der Tat inklusive des Motivs waren am Morgen noch unklar.
  • Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt.
  • Ob eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei zwar geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt.
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Zwei Tote: Kleinflugzeug stürzt auf Wohnhaus im Landkreis Oldenburg

Auch die vermisste Person ist nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in ein Einfamilienhaus tot aufgefunden worden. Bei dem Unglück im niedersächsischen Landkreis Oldenburg starben insgesamt zwei Männer.
Nach Abschluss der „aufwendigen und komplexen Bergungsmaßnahmen des Flugzeugwracks“ stehe fest, dass bei dem Absturz zwei Menschen ums Leben gekommen seien, erklärte die Polizeiinspektion Delmenhorst. „Bei den Verstorbenen handelt es sich um die beiden Insassen des Leichtflugzeugs, einen 65-jährigen und einen 77-jährigen Mann.“ Beide stammten demnach aus Bremen.
Die Maschine soll kurz vor dem Absturz in Bremen gestartet sein, dann verlor sie in einer Wohnsiedlung in Ganderkesee an Höhe. Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz. Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Bremen unterstützten die Aktion.
Die Bergung des Flugzeugwracks aus dem Dach des Wohnhauses gestaltete sich nach Angaben der Polizei „aufgrund der Umstände an der Einsatzörtlichkeit im Wohngebiet äußerst aufwendig“.
Das Flugzeug konnte schließlich aber „vollständig“ aus dem Dach geborgen werden. Die evakuierten Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren, der direkt betroffene Bereich um die Unglücksstelle blieb aber gesperrt.
Polizei und Feuerwehr waren mit vielen Kräften vor Ort.

Polizei und Feuerwehr waren mit vielen Kräften vor Ort.

Foto: Jörn Hüneke/dpa

Die Bewohner waren nicht zu Hause, als das Flugzeug in das Dach ihres Hauses krachte. Weitere Verletzte gab es demnach nicht.

Zeugen werden betreut

Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Menschen in der Wohnsiedlung, die das Unglück unmittelbar miterlebt oder sich in der Nähe befunden hatten. Für Anwohner wurde eine Anlaufstelle eingerichtet.
Um den Einsatzort wurden zunächst im Radius von hundert Metern die Häuser evakuiert. Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei um eine vorsorgliche Maßnahme. Es bestehe keine Gefahr für die Allgemeinheit, hieß es.
Am Samstagvormittag war die Feuerwehr zu dem Absturz gerufen worden.

Am Samstagvormittag war die Feuerwehr zu dem Absturz gerufen worden.

Foto: Fotoreport-DB/NWM-TV/dpa

Aus Sicherheitsgründen wurde auch die Stromversorgung der Straße vorübergehend unterbrochen. Polizei und Feuerwehr sicherten auslaufende Betriebsstoffe und kümmerten sich um die aufwendige Bergung des Wracks aus dem Dach. Für die Dauer des Einsatzes wurde der Luftraum über dem Bereich gesperrt.
Die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen waren der Polizei zufolge äußerst komplex und zogen sich über mehrere Stunden hin. Die weiteren Ermittlungen sollen in Abstimmung mit der zuständigen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung geführt und in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. (dpa/afp/red)
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Kleinflugzeug stürzt in Haus: Mindestens ein Mensch tot

Beim Absturz eines Leichtflugzeugs in ein Einfamilienhaus in Niedersachsen ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. In dem Flugzeug in Ganderkesee nahe Bremen wurde ein toter Mensch gefunden, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Ob sich in dem Flugzeug noch jemand befand, war zunächst unklar. Suchmaßnahmen der Feuerwehr liefen am Mittag noch. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Die Bewohner waren nicht zu Hause, als das Flugzeug in das Dach stürzte. Zur Ursache machte die Polizei noch keine Angaben.
Um die Einsatzörtlichkeit waren im Radius von hundert Metern die Bewohner aus ihren Häusern evakuiert worden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme. Es bestehe keine Gefahr für die Allgemeinheit. Die Polizei war mit vielen Kräften vor Ort. (dpa/red)
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Messerattacke in Einkaufszentrum – Frau in Brand gesetzt

Ein 54 Jahre alter Mann hat eine Frau in einem Stuttgarter Einkaufszentrum mit einem Messer angegriffen und anschließend in Brand gesetzt. Das teilte die Polizei in Stuttgart mit. Er wurde festgenommen. Die Frau wurde schwer verletzt.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an. Der Betrieb im Einkaufszentrum, in dem der Vorfall am Vormittag passierte, sei wieder aufgenommen worden. (dpa/red)
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