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Tödlicher Unfall bei GSG 9: Polizist vertauschte Munition

Nach dem Tod eines Angehörigen von Spezialkräften der Bundespolizei bei einem Schießtraining auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein laufen Ermittlungen gegen einen Beamten wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Angehörige der GSG 9 mutmaßlich beim Laden einer für die Übung vorgesehenen Waffe Übungsmunition mit scharfer Munition vertauscht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Schuss mit scharfer Munition

Während der anschließenden mit Übungsmunition vorgesehenen Übung gab der Trainingsteilnehmer einen Schuss mit scharfer Munition ab.
Am Abend des 11. Mai wurde ein Polizist durch den Schuss auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Oldenburg in Holstein tödlich verletzt. Der Mann erlag trotz Rettungsmaßnahmen noch vor Ort seinen Verletzungen.
Erste Ermittlungserkenntnisse, die auf ein Unfallgeschehen hindeuteten, hätten sich konkretisiert, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Das Verfahren gegen den Beamten, der den Schuss abgegeben hat, sei noch nicht abgeschlossen.

Spezialeinheit gegen Terrorismus

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach dem Vorfall von einem sehr tragischen Unfall gesprochen. Die GSG 9 ist eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von Terrorismus.
Der Truppenübungsplatz Putlos der Bundeswehr unweit der Insel Fehmarn ist nach Angaben der Bundeswehr flach und nur leicht hügelig mit geringem Baumbestand.
Er umfasst zudem Strandgebiete und Steilküsten. Hier können Einsatzkräfte demnach komplexe Lagen trainieren und verschiedene Schießtrainings absolvieren. (dpa/red)
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Polizei: Schüsse auf Sylt – Mann festgenommen

Mitten in Westerland auf der Insel Sylt ist am Vormittag mit einer scharfen Waffe geschossen worden. Verletzt wurde bei dem Vorfall in einer Einkaufsstraße ersten Erkenntnissen zufolge niemand, wie ein Polizeisprecher sagte.
Ein Mann, der eine scharfe Schusswaffe bei sich trug, wurde den Angaben zufolge festgenommen. Eine weitere Person sei flüchtig.
Eine dpa-Reporterin beobachtete in der Strandstraße ein Loch in der Scheibe eines Friseursalons. Die Scheibe war gesprungen.
Der Bereich sei abgesperrt, viele Polizisten seien vor Ort, berichtete die Reporterin. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Der Einsatz läuft demnach noch. (dpa/red)
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Wal-Obduktion am Strand: Nichts für schwache Nerven

Der Strand der dänischen Insel Anholt wird am Donnerstag Schauplatz für die Obduktion des als „Timmy“ bekannten Buckelwals. Tierärzte und Wal-Experten wollen den Kadaver untersuchen und wissenschaftliche Proben entnehmen. Presse und Öffentlichkeit dürfen zusehen.
Der dänische Wal-Forscher Peter Teglgaard Madsen warnte: Das werde nichts für schwache Nerven. „Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken“, sagte er.
Ein Bergungsteam hatte den Kadaver am Wochenende aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Der Wal hatte da bereits zwei Wochen tot vor der Insel gelegen.
Mit Hilfe eines Radladers wurde Anfang der Woche der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend wurden einige Metallplatten ausgelegt und Container bereitgestellt.
Der Buckelwal soll am Donnerstag obduziert werden.

Der Buckelwal soll am Donnerstag obduziert werden.

Foto: Kai Moorschlatt/dpa

So wird die Obduktion ablaufen

Am Donnerstagnachmittag soll das Untersuchungsteam mit der Fähre auf der kleinen Urlaubsinsel ankommen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Vor allem wollen die Experten herausfinden, woran der Wal gestorben ist.
„Das Tier wird zunächst vermessen, sein Geschlecht wird bestimmt werden, und dann wird man Hautproben für einen DNA-Test entnehmen“, erklärte Wal-Experte Madsen. Das Team werden äußere Verletzungen dokumentieren und nach Anzeichen für Krankheiten und Parasiten schauen.
„Dann wird man den Kadaver mit einem langen Messer punktieren, eine Art Loch hineinschneiden“, sagte Madsen. „Das wird heftig: Man kann sich das vorstellen, als wenn man in einen Ballon sticht – da ist wirklich Druck drauf.“ Durch Fäulnisgase war der Kadaver in den vergangenen Wochen stark aufgebläht.
Anschließend werden die Organe und andere Teile des Tiers gründlich untersucht, etwa auf innere Blutungen. Wasser in der Lunge könnte ein Indiz dafür sein, dass der Wal ertrunken ist. „Weil das Tier schon so lange tot ist, könnte es aber schwierig werden, dazu etwas zu sagen.“

Überreste des Kadavers: Mit der Fähre aufs Festland

Im Darm des Buckelwals werden die Experten nach Plastik und Fischereimaterial suchen.
„Vier der sechs letzten in Dänemark gestrandeten Buckelwale hatten zuvor Kontakt zu Fischernetzen – und wir wissen sicher, dass die zu ihrem Tod beigetragen haben“, sagte Madsen, der in den letzten 25 Jahren nach eigenen Angaben bei jeder Wal-Obduktion in Dänemark dabei war.
Dass die Untersuchungen direkt am Strand von Anholt stattfinden, war eigentlich nicht so geplant. Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Das missglückte aber. Nun sollen die Überreste nach der Obduktion in eine Verwertungsanlage auf dem Festland gebracht werden. (dpa/red)
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30-Meter-Beton-Vordach auf Sylt stürzt ab

Im Zentrum von Westerland ist das Beton-Vordach eines Mehrfamilienhauses mit Geschäften auf den Bürgersteig gestürzt. Es sei niemand verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin.
Unter anderem seien Notarzt, Feuerwehr und THW im Einsatz gewesen. Das Vordach sei auf einer Länge von etwa 30 Metern abgebrochen.
Das Gebäude wird als kombinierter Komplex mit Einzelhandel im Erdgeschoss sowie Ferienwohnungen in den oberen Etagen genutzt.

Bewohner kurzzeitig evakuiert

Die Bewohner seien vorsorglich kurzzeitig evakuiert worden, konnten anschließend aber in ihre Wohnungen zurückkehren. Für Menschen, die sich dort nicht mehr sicher gefühlt hätten, seien alternative Unterkünfte bereitgestellt worden.
Ein Statiker habe unterdessen festgestellt, dass keine Gefahr für das Haus und die Bewohner bestehe. Auf dem Gehweg lagen dicke, abgebrochene Betonplatten.
Die Polizei geht derzeit von Baumängeln als Ursache für den Einsturz aus. Der Schaden wird nach ersten Schätzungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich vermutet.

Gegenüber ist das Freizeitbad

„Sylt1-TV“ berichtete, ein lauter Knall habe Anwohner in der Dr.-Nicolas-Straße in zentraler Lage aufgeschreckt. Der Vorfall geschah direkt gegenüber dem Freizeitbad „Sylter Welle“ – unweit vom Strand.
Wie der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag berichtet, verschaffte sich auch der Ordnungsamtsleiter ein Bild von der Lage. Er wohne in der Nähe. (dpa/red)
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Obduktion von Timmy: Vorbereitungen am Strand

Auf der dänischen Insel Anholt laufen die Vorbereitungen für die Untersuchung von Buckelwal Timmy. Ein Bergungsteam hatte seinen Kadaver Wochenende mit einem Stahlseil aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Mit Hilfe eines Radladers wurde nun der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend wurden einige Metallplatten ausgelegt.
Donnerstagnachmittag wollen Tierärzte und Wal-Experten den Kadaver untersuchen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Ziel ist, herauszufinden, woran das Tier gestorben ist.
Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Weil das missglückte, soll Timmy nun direkt am Strand obduziert werden. Absperrband rund um den Kadaver soll bis dahin Schaulustige fernhalten. Die Behörden hatten immer wieder vor Ansteckungsgefahr gewarnt. (dpa/red)
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Viele Tote nach Explosion von Munitionslager in Myanmar

Nach einer Explosion an einem Munitionslager gibt es im Nordosten Myanmars viele Opfer.
Nach Angaben örtlicher Medien starben bei dem Vorfall am Sonntagmittag (Ortszeit) in Namhkam in der Shan-Region mindestens 50 Menschen. Mindestens 70 weitere wurden nach den ersten Informationen von Rettungskräften verletzt.
Den lokalen Berichten zufolge wurden bei der Explosion zahlreiche Wohnhäuser in der Umgebung beschädigt. Rettungskräfte suchten weiter nach Verschütteten unter den Trümmern. Das Krankenhaus des Ortes Namhkam meldete einen akuten Mangel an Blutreserven zur Behandlung der Verletzten.
Die Rebellengruppe TNLA bestätigte, dass es sich um ein Munitionslager in ihrem Besitz handelte. Deren Angaben zufolge enthielt das betroffene Depot gewerbliche Sprengstoffe, die für den Einsatz in einem von der Gruppe betriebenen Steinbruch vorgesehen waren.
Die TNLA drückte den Opfern der Explosion ihr Mitgefühl aus und kündigte eine umfassende Untersuchung der Ursache für die Explosion an. (dpa/red)
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Drohnen-Alarm legt Münchner Flughafen für eine Stunde lahm

Am Flughafen München hat nach einer mutmaßlichen Drohnensichtung am Samstagmorgen der Flugverkehr für etwa eine Stunde stillgestanden. Starts und Landungen seien nach der verdächtigen Sichtung gegen 9.00 Uhr ausgesetzt worden, der Alarm sei aber gegen 10.05 Uhr wieder aufgehoben worden, sagte ein Flughafensprecher.

Zwei Piloten melden Drohne

Zwei Piloten hätten um 9.03 Uhr eine verdächtige Wahrnehmung gemeldet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die beiden Piloten hätten unabhängig voneinander gemeldet, eine mutmaßliche Drohne gesehen zu haben. Daraufhin sei die Lage überprüft worden. Unter anderem war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Kräfte von Bundes- und Landespolizei suchten das gesamte Areal weiträumig ab. Mehrere Medien hatten berichtet.
Nachdem nichts Verdächtiges gefunden wurde, sei die Sperrung aufgehoben worden, sagte der Flughafensprecher. Der Flugverkehr lief wieder an. Beide Start- und Landebahnen sind mittlerweile wieder freigegeben. Die „Bild“-Zeitung hatte über die Sperrung berichtet.

26 Flüge umgeleitet

Insgesamt 26 Maschinen hätten wegen der Sperrung nicht landen können und seien umgeleitet worden. Ausweichflughäfen waren laut Flughafensprecher Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Linz, Salzburg und Leipzig. Die Flugzeuge, die vorübergehend am Boden bleiben mussten, könnten nun nach und nach mit Verspätung starten.
Der Flughafen sei nicht geschlossen gewesen, betonte der Sprecher. Während der Sperrung der beiden Start- und Landebahnen konnten Passagiere weiter den Flughafen erreichen, parken, einchecken und durch die Sicherheitskontrollen. Mitten in den Pfingstferien herrscht am Flughafen reger Betrieb. „An einem Tag wie heute starten und landen zusammen insgesamt rund 900 Flüge mit insgesamt rund 120.000 Passagieren“, sagte der Sprecher.

Immer wieder Drohnenalarm

Mehrfach waren an Flughäfen zuletzt mutmaßliche Drohnen gesichtet, teils war deshalb der Flugverkehr ausgesetzt worden. Anfang Oktober waren am Münchner Flughafen gleich an zwei Abenden hintereinander mutmaßliche Drohnen gesehen worden, der Flugverkehr wurde zweimal hintereinander eingestellt. Dutzende Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen. Tausende Reisende waren betroffen. Einige mussten damals im Flughafengebäude übernachten. Auch im November gab es kurzzeitig Drohnenalarm am Münchner Airport. (dpa/red)
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Bergung von Buckelwal in Dänemark gestartet

Auf der dänischen Insel Anholt haben die Arbeiten am Kadaver des „Timmy“ genannten Buckelwals begonnen. Im Livestream des Anbieters „News5“ war am Morgen zu sehen, wie ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser etwas weiter an Land zog. Wie weit der verwesende Wal gezogen werden soll, war zunächst nicht zu erkennen.

Warnung der Behörden

Kommende Woche soll der Kadaver dann direkt am Strand untersucht werden. Die dänische Umweltbehörde rief Einheimische und Badegäste dazu auf, sich dem Wal nicht zu nähern – es besteht Ansteckungsgefahr.
Die Inselbewohner wünschen sich sehr, dass das Tier von ihrem beliebten Badestrand verschwindet. Sie befürchten unter anderem, dass der stinkende und womöglich Krankheiten übertragende Kadaver Touristen abschrecken könnte. In Dänemark sind Wal-Strandungen nicht ungewöhnlich. (dpa/red)
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Jubel in Laos: Goldsucher nach zehn Tagen aus Höhle geborgen

Riesenfreude in Laos: Der erste von fünf in einer überfluteten Höhle in Laos eingeschlossenen Goldsucher ist geborgen worden. Zuvor sei so viel Wasser aus der Höhle abgepumpt worden, dass am Nachmittag (Ortszeit) eine sichere Rettung möglich geworden sei, teilte die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People mit.
Auf einem vom US-Sender CNN verbreiteten Video war am Abend zu sehen, wie der mit Schlamm bedeckte Mann langsam und von Helfern gestützt aus dem Berg stieg. Die anderen vier Männer sollen nun nach und nach aus ihrem klaustrophobischen Gefängnis befreit werden.
Die Gruppe saß seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest, nachdem heftige Regenfälle die Goldmine der abgelegenen nördlichen Provinz Xaisomboun geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.
Obwohl die Goldsucher schon am Mittwoch lebend in einer Kammer der Höhle entdeckt worden waren, dauerte es lange, bis die eigentliche Bergung starten konnte. Die Rettungsaktion galt wegen enger Tunnel, hoher Wasserstände und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant. Gleichzeitig gibt es mittlerweile kaum noch Hoffnung, zwei weiterhin vermisste Männer lebend zu finden.

Ablauf intensiv geübt

Vor der Bergung hatten die Rettungsteams intensiv den Ablauf der Evakuierung geprobt. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurde jedes Detail durchgespielt, um sowohl die Sicherheit der Männer als auch der Taucher in den extrem engen Tunneln der Höhle zu gewährleisten. Auf veröffentlichten Fotos und Videos war ein Retter zu sehen, der während der Übung auf einer speziell entwickelten Trage befestigt war, die eigens für die extrem schmalen Passagen konstruiert wurde.
Durch ununterbrochene Pumparbeiten seien die Wasserstände zuvor deutlich gesunken, hatte die laotische Rettungsorganisation weiter mitgeteilt. Darauf hatten die Teams gehofft. Erfahrene Höhlentaucher hatten zuletzt erklärt, dass die Goldsucher kaum durch die schmalen Tunnel hätten tauchen können, weil sie keinerlei Erfahrung hätten.
Offenbar mussten sie nun aber doch zumindest zeitweise tauchen. Der malaysische Höhlentaucher Lee Kian Lie sagte der CNN, die Männer sollten jeweils das Bein eines voraus schwimmenden Tauchers festhalten, um sicher durch die überfluteten Tunnel geführt zu werden. „Es ist nicht einfach“, kommentierte ein an der Rettung beteiligter thailändischer Taucher in sozialen Netzwerken. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.
Angehörige warteten derweil vor der Höhle angespannt auf positive Nachrichten. „Ich bin so froh, dass sie gekommen sind, um uns zu helfen“, zitierte der US-Sender CNN Samorn Ian, die Ehefrau eines der Männer. Sie habe seit dem Unglück nicht mehr schlafen können. „Aber zu wissen, dass mein Mann lebt, macht mich so glücklich.“

Keine Spur der zwei Vermissten

Für zwei weitere Vermisste gibt es hingegen kaum noch Chancen. Rettungskräfte hätten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. „Wir haben nicht mehr viele Orte übrig, an denen wir suchen können“, erklärte er. Die Chancen seien „sehr gering“.
Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und unterstützt die Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der spektakulären Rettung eines Jugendfußballteams aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Auch diesmal gehörte er zu den Spezialisten an vorderster Front.
Es gebe in den bislang unzugänglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hätten überleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden Männer. Die Suche nach ihnen soll aber fortgesetzt werden.

„Wir tasten mit Armen und Beinen“

Die Rettung galt von Anfang an als hochriskant. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. „Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen“, sagte Paasi. Teilweise müssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwängen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Überflutungen oder Einstürze.
Die Einsatzkräfte hatten auch nach alternativen Zugängen und natürlichen Schächten im Berg gesucht, durch die eine Rettung möglich wäre. Jedoch offenbar erfolglos.
Derweil haben die Behörden mit schwerem Gerät eine Straße durch den Dschungel zur Höhle gebaut – denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugänglich. Damit sollte unter anderem Krankenwagen die Anfahrt erleichtert werden. Zudem entstand ein Auffangbecken für das abgepumpte Wasser.

Eingeschlossene an enge Räume gewöhnt

Die fünf Überlebenden seien körperlich und mental erstaunlich stabil, hatte Paasi schon vor der Bergung erklärt. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische Räume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst. Auch hätten sie Nahrung und Wasser dabeigehabt, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten. Jedoch sollen sie zuletzt extrem hungrig gewesen sein und betont haben, sie könnten nicht mehr lange durchhalten, wie Medien unter Berufung auf die Retter schrieben.
Auch weitere internationale Spezialisten waren zuletzt angefordert worden. Unter anderem erreichten Berichten zufolge mittlerweile der australische Tauchspezialist Josh Richards sowie weitere Experten unter anderem aus Japan und Frankreich die Unglücksstelle, um die Bergung zu unterstützen. (dpa/red)
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Dinslaken: Herzstillstand wohl Ursache für tödlichen Unfall

Die Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, hatte nach Erkenntnissen der Ermittler einen 16-sekündigen Herzstillstand.
Das hat nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war. „Bild“ hatte zuvor berichtet.
Die Frau hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden. Ein Ereignisrekorder überwacht die Herzaktivität kontinuierlich.
Zur Frage des Herzstillstands wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag keine Angaben machen.

Führerscheinbehörde: Frau durfte ohne Auflagen Auto fahren

Die 47-Jährige war am Morgen kurz vor Schulbeginn mit ihrem Auto in eine Gruppe von drei zwölfjährigen Jungen gefahren – Schüler des Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasiums, die auf Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht waren.
Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der Dritte erlitt nur leichte Verletzungen und musste nicht im Krankenhaus behandelt werden.
Gegen die Autofahrerin wird laut Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Laut der zuständigen Führerscheinstelle beim Kreis Wesel durfte die 47-Jährige trotz des ersten Unfalls Auto fahren.
„Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“, so eine Sprecherin. (dpa/red)
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Stadtbahnen stoßen zusammen ‒ Zweistellige Zahl Verletzter

Beim Zusammenstoß zweier Stadtbahnen in Hannover sind nach Angaben der Feuerwehr mehrere Menschen verletzt worden.
Es gebe eine zweistellige Zahl an Verletzten, die vom Rettungsdienst betreut würden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zum Schweregrad der Verletzungen konnte er zunächst nichts sagen.

Leitstelle löste Massenanfall von Verletzten aus

Die beiden Stadtbahnen waren den Angaben zufolge gegen Mittag am Allerweg aus zunächst ungeklärter Ursache zusammengestoßen. Die Leitstelle löste einen sogenannten Massenanfall von Verletzten aus.
Mehrere Fahrgäste wurden vom Rettungsdienst versorgt.

Mehrere Fahrgäste wurden vom Rettungsdienst versorgt.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften vor Ort, darunter auch mit einem Großraumrettungswagen. Dabei handelt es sich um einen zum Rettungswagen umfunktionierten Bus, in dem mehrere Patienten gleichzeitig versorgt werden können.
Nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen vor Ort entgleisten beide Stadtbahnen. Eine Bahn sei gegen die Haltestelle gedrückt worden, dabei seien Betonplatten hochgedrückt worden.
An einer der Stadtbahnen war demnach eine lange Schleifspur zu sehen, zudem waren Scheiben gesplittert.
Die beiden Bahnen waren kollidiert.

Die beiden Bahnen waren kollidiert.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Einige Verletzte bereits in umliegenden Krankenhäusern

Zahlreiche Rettungswagen und Notärzte waren im Einsatz. Einige Verletzte seien bereits in umliegende Krankenhäuser gebracht worden, andere würden noch vor Ort versorgt, berichtete der Fotograf.
Der Verkehrsunfalldienst der Polizei Hannover war den Angaben zufolge bereits vor Ort und begann mit den Ermittlungen zur Unfallursache. (dpa/red)
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Toter Buckelwal wird auf dänischer Urlaubsinsel obduziert

Der Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals bleibt nun doch auf der dänischen Insel Anholt und wird direkt am Strand obduziert. Dort liegt das Tier seit rund zwei Wochen im flachen Wasser.
„Der Wal wird im Laufe dieses Wochenendes an Land gezogen“, teilte Jane Hansen von der dänischen Umweltbehörde mit. Obduktion, wissenschaftliche Untersuchungen und Entsorgung des Kadavers sollen demnach Ende kommender Woche stattfinden.
Zunächst hatten die Dänen versucht, den von Fäulnisgasen aufgeblähten Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn anschließend in einen Hafen zu bringen. Der Versuch war letzte Woche jedoch gescheitert.

Neugierige sollen sich fernhalten

„Das Wetter war nicht günstig für einen Transport in den Hafen von Grenaa, und der Wal hat sich bewegt und liegt nun noch näher am Land“, so Hansen. „Gleichzeitig stört der Wal weiter sehr am Strand und muss deshalb entfernt werden.“
Anwohner und Badegäste rief die Umweltbehörde erneut auf, sich von dem Tier fernzuhalten. Der Bereich rund um den Wal werde abgesperrt. „Es ist wichtig, dass das respektiert wird, denn es besteht weiter Ansteckungsgefahr“, so die Behörde. (dpa/red)
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Höhle in Laos: Sieben Goldsucher sitzen fest

Sie suchten nach Gold – jetzt kämpfen Rettungskräfte um ihr Leben: Sieben Dorfbewohner sitzen seit Tagen in einer überfluteten Höhle im Norden von Laos fest. Spezialteams aus dem Nachbarland Thailand unterstützen inzwischen die Rettungsmission, die von Wassermassen, engen Gängen und Sauerstoffmangel herausgefordert wird.
Insgesamt waren nach Behördenangaben zehn Männer bereits am 19. Mai in eine Höhle im Bezirk Longchaeng in der Provinz Xaisomboun vorgedrungen, um dort nach Gold zu graben. Die Region ist von schroffen Bergen, steilen Tälern und dichtem Dschungel geprägt und liegt etwa 130 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Vientiane.
Während drei Arbeiter entkommen konnten, wurden sieben weitere eingeschlossen, nachdem Regenfälle die Ein- und Ausgänge der Höhle geflutet hatten, wie örtliche Medien berichteten. Teile der Höhle sollen während eines Unwetters zudem eingestürzt sein.

Hilfe aus dem Ausland

Die Regierung in Laos bat Thailand um Hilfe – auch wegen der Erfahrung thailändischer Einsatzkräfte bei der international beachteten Rettung einer Jugendfußballmannschaft aus der Tham-Luang-Höhle im Jahr 2018.
Mehrere freiwillige Rettungsteams aus Thailand seien am Wochenende am Unglücksort eingetroffen und hätten sofort mit den Arbeiten begonnen, berichtete das Portal „Thaiger“.
Auch internationale Tauchexperten unterstützen inzwischen die Mission, darunter der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der bereits an der Rettung in Tham Luang beteiligt war.
Nach Angaben der Retter gestaltet sich der Einsatz schwierig. Der Zugang zur Höhle führe durch einen nur rund 60 Zentimeter breiten Tunnel, durch den Einsatzkräfte etwa 100 Meter kriechen müssten, um den eigentlichen Schacht zu erreichen, zitierte der thailändische Sender „Channel 7“ beteiligte Einsatzkräfte. Steigende Wassermassen verhinderten bislang ein weiteres Vordringen.

Leben die Vermissten noch?

Zusätzliche Sorgen bereiten niedrige Sauerstoffwerte in der Höhle sowie anhaltender Regen, der die Lage weiter verschärft. Spezialisten pumpen seit Tagen Wasser aus der Höhle. Unklar ist, ob die Vermissten überhaupt noch am Leben sind.
Möglicherweise könnten sich die Arbeiter in eine große Kammer gerettet haben, die mehr als 100 Meter vom Eingang entfernt liegt, berichtete der Sender „Thai PBS World“. Über der Kammer befindet sich eine schachtartige Öffnung von etwa 50 Metern, die die Rettungskräfte ebenfalls als möglichen Zugangsweg untersuchen.
Die Familien der Eingeschlossenen warten unterdessen in provisorischen Lagern nahe der Höhle auf Nachrichten. Ein Ärzteteam, Krankenwagen und Rettungsfahrzeuge stehen nach Angaben der Zeitung „Vientiane Times“ rund um die Uhr vor der Höhle bereit.

Erinnerungen an die Rettungsaktion in Thailand

Die Rettungsaktion erinnert viele an die Tham-Luang-Höhle in Nordtthailand vor acht Jahren. Damals waren zwölf Jugendliche und ihr Fußballtrainer nach starken Regenfällen mehr als zwei Wochen lang in der überfluteten Höhle eingeschlossen.
Sie wurden in einer weltweit beachteten Rettungsmission von internationalen Höhlentauchern und Spezialkräften befreit. (dpa/red)
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Hängebrücke stürzt ein: Zwei Österreicher sterben auf Flores

Zwei österreichische Touristen sind auf der indonesischen Insel Flores nahe einem beliebten Wasserfall tödlich verunglückt. Die beiden Urlauber stürzten nach Behördenangaben von einer Hängebrücke, die durch den Dschungel zum Cunca-Wulang-Waterfall führt, in die Tiefe. Das Gebiet ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es liegt etwa zwei Autostunden vom bekannten Touristenort Labuan Bajo entfernt.
Die Leichen des 55-jährigen Mannes und der 57-jährigen Frau seien am Sonntag aus einem Fluss unterhalb der Brücke geborgen worden, teilte der Chef der örtlichen Such- und Rettungsbehörde, Fathur Rahman, am Morgen (Ortszeit) mit. Besucher müssen bei ihrer rund 30-minütigen Wanderung zu dem Wasserfall die etwa 50 Meter lange Hängebrücke überqueren.

Was war passiert?

Der Reiseführer des Paares sagte dem Portal „Hey Bali News“, die Brücke sei plötzlich in sich zusammengefallen. „Sie gingen nebeneinander und lächelten in die Kamera“, sagte der Guide demnach vor Reportern. „Plötzlich hörte ich ein sehr lautes Geräusch von brechendem Holz, wie von einem herabfallenden großen Ast.“
Innerhalb von Sekunden sei die Brücke eingestürzt – und die Urlauber etwa 20 Meter in die Tiefe gefallen. Woher die Opfer in Österreich genau stammen, war zunächst unklar.
Der Cunca-Wulang-Wasserfall ergießt sich in einen engen Canyon, der wie eine Miniatur-Version des Grand Canyon in den USA wirkt. Touristen können von den Felsen springen und im türkisen Wasser der Schlucht schwimmen.

Immer wieder tödliche Touristen-Unglücke

Flores gehört zu den Kleinen Sundainseln und liegt etwa 500 Kilometer östlich von Bali. Wegen ihrer Tauchreviere, Vulkanlandschaften und der Nähe zum Komodo-Nationalpark mit den seltenen Komodo-Waranen lockt die Insel Gäste aus aller Welt.
Tödliche Unglücke an abgelegenen Naturattraktionen sind in Indonesien keine Seltenheit. Schwieriges Gelände, teils veraltete Infrastruktur und lange Rettungswege erschweren Einsätze in vielen Regionen des weltgrößten Inselstaates. Erst im Dezember waren vier Mitglieder einer sechsköpfigen spanischen Familie ums Leben gekommen, als ihr Boot vor Flores kenterte. Im vergangenen Juni war eine Brasilianerin am Vulkan Rinjani auf der indonesischen Insel Lombok in den Tod gestürzt. (dpa/red)
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Mehr Kinder in Deutschland als vermisst gemeldet

In Deutschland sind mehr als 1.900 Kinder als vermisst gemeldet – etwas mehr als vor einem Jahr. Zum Stichtag 1. Mai gab das Bundeskriminalamt (BKA) die Zahl derartiger Vermisstenfälle mit bundesweit 1.933 an.
Ein Jahr zuvor seien es 1.810 offene Fälle gewesen, teilte die Ermittlungsbehörde der Deutschen Presse-Agentur zum heutigen Tag der vermissten Kinder mit. Darunter sind den Angaben zufolge aktuelle Vermisstenmeldungen, aber auch jene, die seit Jahren ungeklärt sind.

Hohe Aufklärungsquote

Die meisten Fälle können laut BKA aufgeklärt werden. Im vergangenen Jahr habe es insgesamt 19.253 Fälle vermisster Kinder gegeben – 18.509 hätten sich erledigt. Die Behörde sprach von einer Aufklärungsquote von 96,5 Prozent.
Zum Vergleich: 2018 waren demnach insgesamt 15.500 Kinder als vermisst gemeldet. „Auch wenn die Fallzahlen deutlich gestiegen sind, so bleibt die Aufklärungsquote nahezu gleichbleibend hoch“, teilte ein Sprecher mit. Gemeint sind Fälle von Mädchen und Jungen bis einschließlich 13 Jahren.

Was ist über die Hintergründe bekannt?

„Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass nach drei Monaten bereits 96 Prozent der Fälle erledigt sind“, teilte der Sprecher mit. Bei einem Großteil der vermissten Kinder handele es sich um Fälle von Kindesentziehungen, Dauerausreißern oder unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. „Auch kann Streit mit den Eltern als mögliche Ursache angeführt werden.“
Nur bei einem sehr geringen Teil müsse von einem Unglücksfall oder einer Straftat ausgegangen und befürchtet werden, „dass sich die Betroffenen in einer Situation der Hilflosigkeit befinden oder nicht mehr am Leben sind“, so der Sprecher. Der älteste ungeklärte Vermisstenfall stammt aus dem Jahr 1957.
Laut BKA gelten Minderjährige für die Polizei als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthaltsort nicht bekannt ist. (dpa/red)
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China: Mindestens 90 Tote nach Minenunglück

In der Liushengyu-Kohlemine der Tongzhou Coal Industry Group im Kreis Qinyuan in der Stadt Changzhi in der nordchinesischen Provinz Shanxi ereignete sich am Freitagabend, dem 22. Mai, eine schwere Gasexplosion. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 90 gestiegen, während die Rettungsarbeiten weiterhin andauern.
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte das Unglück am Samstag um 6 Uhr Pekinger Zeit. Dem Bericht zufolge schlug der Kohlenmonoxid-Sensor der Mine am 22. Mai um 19:29 Uhr Ortszeit Alarm, nachdem die zulässigen Grenzwerte überschritten worden waren. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich insgesamt 247 Bergleute unter Tage. Die Bergwerksleitung leitete umgehend Notfallmaßnahmen ein, organisierte die Evakuierung der Arbeiter und informierte die zuständigen Behörden.

Zahl der Todesopfer steigt weiter an

In einer offiziellen Mitteilung vom frühen Samstagmorgen hieß es zunächst, dass 201 Menschen sicher gerettet werden konnten, acht Bergleute ums Leben gekommen seien und weitere 38 Personen noch eingeschlossen seien. Die Ursache des Unglücks werde weiterhin untersucht.
Nach neuesten Angaben stieg die Zahl der Todesopfer im Laufe des Samstags kontinuierlich an: Zunächst wurden 50 Tote gemeldet, später 73 und schließlich bis 13 Uhr Pekinger Zeit (07:00 Uhr MESZ) bereits 82 Todesopfer. Der aktuelle Stand liegt inzwischen bei 90 Toten. Neun Personen gelten weiterhin als vermisst. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Opferzahl weiter steigt.
Öffentlichen Informationen zufolge handelt es sich bei der Tongzhou Coal Industry Group um ein privates Unternehmen mit Sitz im Kreis Qinyuan in der Provinz Shanxi. Das Unternehmen vereint Rohkohleabbau, Kohlewäsche, Kokserzeugung sowie die Rückgewinnung chemischer Produkte. Es wurde 1983 gegründet, verfügt über ein Gesamtvermögen von rund 950 Millionen Yuan (etwa 120 Millionen Euro) und beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter. Die jährliche Produktionskapazität beträgt rund 700.000 Tonnen Kohle.

Weiteres Bergwerksunglück in Shanxi im April fordert vier Todesopfer

Dies ist nicht das einzige Unglück dieser Art, das sich in jüngster Zeit in der Provinz ereignet hat. Wie Cable News bereits berichtete, kam es am 2. April bei der Zhongmei Guanjiaya Coal Industry Company im Kreis Xing in der Stadt Lüliang zu einem schweren Grubenunglück. Während der Abbauarbeiten brach plötzlich die darüberliegende Gesteinsschicht ein und verursachte einen Deckeneinsturz.
Vier Bergleute wurden dabei unter Tage eingeschlossen. Als Rettungskräfte die Arbeiter einige Stunden später bergen konnten, wurden bei allen vier keine Lebenszeichen mehr festgestellt.
Die Provinz Shanxi zählt zu den wichtigsten Kohlefördergebieten Chinas und ist immer wieder von schweren Bergwerksunglücken betroffen. Die Ursachen sowohl des aktuellen Gasexplosionsunglücks in der Liushengyu-Mine als auch des Einsturzes vom 2. April werden derzeit noch untersucht.
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USA: Lagertank droht zu explodieren – Zehntausende evakuiert

Die drohende Explosion eines Lagertanks mit einer brennbaren, gefährlichen Chemikalie hat in Südkalifornien zu einer großflächigen Evakuierung geführt. Rund 40.000 Anwohner im Großraum Garden Grove, südöstlich von Los Angeles, seien von dem Aufruf betroffen, berichteten US-Medien. Nach Angaben von Behörden könnte der Notfall dazu führen, dass ein Leck auftritt oder der Tank explodiert.
Die Chemikalie Methylmethacrylat sei hochgiftig und leicht entzündbar, sagte Craig Covey von der Feuerwehr im Bezirk Orange County. Der Tank mit der Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet wird, befindet sich auf dem Gelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens. Im schlimmsten Fall könnte es zu einer unkontrollierten Explosion kommen, führte Covey aus.
Der Tank wurde unterdessen von außen mit Wasser gekühlt, um ein weiteres Aufheizen zu verhindern. Ein defektes Ventil verursachte zusätzliche Probleme. (dpa/red)
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Hauseinsturz in Görlitz: Retter bergen drei Leichen aus Trümmerhaufen

Drei Tage nach dem Einsturz eines Hauses in der sächsischen Stadt Görlitz ist es traurige Gewissheit: Drei unter den Trümmern verschüttete Menschen – zwei Frauen und ein Mann – haben nicht überlebt. „Die Vermisstensuche ist jetzt beendet“, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

Drei Leichen geborgen

Zunächst bergen die Einsatzkräfte in der Nacht zu Donnerstag die Leiche einer 25 Jahre alten rumänischen Touristin. Wenige Stunden später finden sie auch eine 26-Jährige. Die Leiche wurde demnach im vorderen Teil des eingestürzten Hauses geborgen.
„Der Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden Frauen feststellen“, sagt Polizeisprecher Stefan Heiduck. Die Leichname werden für weitere Untersuchungen in die Rechtsmedizin gebracht. Ergebnisse werden erst in den kommenden Tagen erwartet.
Um die Angehörigen zu betreuen, waren Notfallseelsorger sowie ein rumänischer Pfarrer aus Dresden und ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau vor Ort. Einer der Angehörigen war ein Mann, dessen Verlobte und dessen Cousine in dem Haus waren, als es einstürzte. Die drei wollten in Görlitz Urlaub machen. Das Unglück geschah, als er beim Einkaufen war, wie er erzählte.
Seelsorger kümmern sich um die Angehörigen

Seelsorger kümmern sich um die Angehörigen

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Am frühen Abend wird dann eine dritte Leiche gefunden. Es handle sich um einen Mann – mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, sagte der Polizeisprecher. Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht.

Kameras für Hohlräume im Einsatz

Susan Schmidt vom THW hatte zuvor während der Suche berichtet: „Wir sind schon im Bereich des Kellers, haben Kameras eingesetzt, die weit in die Tiefe kommen.“ Etwa 15 Helfer seien pro Seite aktiv. Sie tragen Masken gegen den Staub und man „merkt, dass es auf die Atemwege geht.“
Am Nachmittag waren noch etwa 50 Kräfte des THW im Einsatz. Beim Bergen halfen Radlader, Bagger, Kräne und auch ein Saugbagger, der kleine Trümmerteile und Staub entfernen kann. Zudem waren Spürhunde auf dem Trümmerberg.
Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend gegen 17.30 Uhr eingestürzt. Zunächst wurden fünf Menschen vermisst. Bei zwei von ihnen war der Aufenthalt dann nach wenigen Stunden geklärt: Die beiden Feriengäste befanden sich noch auf der Anreise.
Zu Beginn des dritten Tages nach dem Einsturz hatten die Rettungskräfte noch Hoffnung, die Vermissten lebend zu finden. Im Laufe des Donnerstags aber läuft ihnen die Zeit davon. „Die sogenannte „goldene Rettungszeit“ liegt meist in den ersten 24 bis 72 Stunden – in diesem Zeitraum sind die Überlebenschancen am höchsten“, erklärte Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen, Thüringen. Die 72 Stunden waren am späten Donnerstagnachmittag abgelaufen.

Ursache weiter unklar

Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. „Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden.
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt.
Wegen der historischen, im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörten Altstadt ist die Stadt ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.
Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt. (dpa/red)
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gesellschaft

Buckelwal „Timmy“: Dänische Tourismusbranche hofft auf schnellen Abtransport des Wal-Kadavers

Die Dänen wollen den Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals vor der Urlaubsinsel Anholt in einen Hafen in Jütland zu ziehen. Der Hintergrund: Gerade liegt er an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser und könnte dort nach Einschätzung der Umweltbehörde Anwohner und Touristen stark belästigen.
Deshalb wolle man versuchen, den Wal heute in den Hafen von Grenaa auf dem Festland zu ziehen, teilte die Behörde dpa mit. Die Aktion werde wahrscheinlich den ganzen Tag dauern. Am 22. Mai könnte der Wal dann obduziert werden.

Im Hafen ist der Wal leichter zu bearbeiten

Im Hafen sei es leichter, den Kadaver zu bearbeiten: „In Grenaa werden Wissenschaftler und Tierärzte die Untersuchungen und Probe-Entnahmen durchführen, wie sie bereits bei früheren Strandungen größerer Wale vorgenommen wurden.“
Die Presse darf dort die Arbeit an dem Tier verfolgen – hinter Absperrungen, denn es kommen „Maschinen und scharfe Ausrüstung“ zum Einsatz, so die Behörde. Sollte es nicht gelingen, den Wal in den Hafen zu bewegen, wollen die Dänen ihn auf Anholt untersuchen.
Die dänische Umweltbehörde hatte bereits davor gewarnt, sich dem Tier zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehe. Außerdem könnte der Kadaver explodieren: Auf Bildern des Livestream-Anbieters „News5“ war zu sehen, dass er inzwischen extrem aufgebläht von Fäulnisgasen ist.

Einheimische wollen Walkadaver schnell loswerden

Geht es nach den Inselbewohnern, sollte der Wal lieber heute als morgen verschwinden.
„Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört“, sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für die Insel Anholt zuständig ist.
Die Saison habe gerade begonnen. „In den nächsten Wochen werden immer mehr Touristen auf die Insel kommen, die ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist.“
Für Dänemark als Land mit vielen Küsten sei es nicht ungewöhnlich, dass immer mal wieder Wale strandeten, sagte Christensen. „Und normalerweise dauert es nicht lange, bis die Behörden die Tiere entfernt haben.“
Als Tourismusorganisation könne man aber auch etwas Positives aus der Sache ziehen, sagte Pia Lange Christensen von Visit Aarhus: „Immerhin hat der Wal Anholt Aufmerksamkeit beschert.“ (dpa/red)
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ausland

Erdbeben im Supervulkan: Bewohner von Neapel flüchten auf Straße

Die süditalienische Großstadt Neapel und ihre Umgebung sind von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Kurz vor 6:00 Uhr wurden zahlreiche Bewohner durch heftige Erdstöße aus dem Schlaf gerissen.
Viele flüchteten auf die Straßen. Das Epizentrum lag in den Phlegräischen Feldern, einem sogenannten Supervulkan, der sich über den Westen der Stadt hinaus aufs Mittelmeer erstreckt. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
Nach Angaben des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie hatte das Beben um 5:51 Uhr eine Stärke von 4,4. Damit war es in der Region eines der stärksten Beben der vergangenen Jahre.
Die Phlegräischen Felder – ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität – werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie manchmal auch starken Erdbeben heimgesucht. Vor einem Jahr wurde in den Campi Flegrei – wörtlich: brennende Felder – ein Beben der Stärke 4,6 gemessen.

Vorsichtsmaßnahme Schulausfall

Das Beben hatte nach diesen Angaben sein Zentrum im Meer, in den Gewässern zwischen den Vororten Pozzuoli und Bacoli. Die Erschütterungen waren in verschiedenen Stadtteilen Neapels zu spüren.
Mehrere Schulen bleiben heute sicherheitshalber geschlossen. In der Großstadt und ihrer näheren Umgebung leben etwa drei Millionen Einwohner. Neapel liegt am Fuße des Vulkans Vesuv. (dpa/red)