Die Feuerwehr ist im Einsatz (Symbolbild). - Foto: Soeren Stache/dpa
Wegen eines Böschungsbrandes kommt es zu Einschränkungen auf der Bahnstrecke Berlin-Leipzig. In Brandenburg sei die Strecke zwischen Jüterbog und Ludwigsfelde wegen des Feuers derzeit gesperrt, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit.
Ein ICE nach Hamburg musste in Trebbin südlich von Berlin halten und nach Leipzig zurückfahren, wie eine Sprecherin sagte.
Züge im Fernverkehr werden laut Bahn umgeleitet. Es könne vereinzelt zu Zug- oder Halteausfällen kommen, teilte die Bahnsprecherin mit. Betroffen seien folgende Verbindungen im Fernverkehr:
ICE-Züge zwischen Berlin und Halle(S)/Leipzig
ICE-Sprinter zwischen Berlin und Erfurt
einzelne IC-Züge zwischen Berlin und Riesa/Dresden.
„Die Löscharbeiten sind im Gange“
Die Feuerwehr ist seit dem Nachmittag im Großeinsatz. Der Brand ist nach Angaben der Bahn auf eine heiß gelaufene Achse eines Güterzugs zurückzuführen.
„Die Löscharbeiten sind im Gange. Jedoch können wir derzeit weder den Zeitbedarf für die Löscharbeiten noch die Schäden durch Brandeinwirkung abschätzen“, teilte die Bahnsprecherin mit. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Reisenden.“
Ein Sprecher der Regionalleitstelle der Feuerwehr sagte, die Feuerwehr sei zwischen Thyrow und Trebbin mit 65 Kräften im Einsatz.
Es seien Flammen zu sehen und es qualme sehr stark. Oberste Priorität habe für die Feuerwehr, dass sich der Brand nicht in den Wald bei Trebbin ausbreite. Wo der Brand genau ausbrach, konnte die Regionalleitstelle nicht sagen. (dpa/red)
Die Deutsche Bahn hat am 1. Mai eine umfassende Sanierung der Strecke zwischen Hamburg und Hannover begonnen. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Deutsche Bahn meldet vor Pfingsten eine große Nachfrage nach Zugtickets. Die Menschen setzten „wegen der weiter schwankenden Spritpreise auf die Preis-Sicherheit, die die Bahn bietet“, erklärte ein Unternehmenssprecher in Berlin.
Viel gebucht wurden demnach neben günstigen Fernverkehrstickets mit längerem Buchungsvorlauf auch die neu angebotenen verbilligten Last-Minute-Tickets.
Von diesen Tickets seien allein am vergangenen Wochenende 77.000 verkauft worden, hieß es weiter.
Die Last-Minute-Fahrkarten werden jeweils am Samstag und Sonntag für den Zeitraum bis einschließlich des folgenden Sonntag zu Preisen ab 6,99 Euro angeboten, in diesem Fall also bis Pfingstsonntag. Da die Anzahl begrenzt ist, sind die meisten Angebote jeweils in den frühen Morgenstunden des Samstag erhältlich.
Der Bahnsprecher wies darauf hin, dass die Hauptreisetage zu Pfingsten auch in diesem Jahr der Freitag davor und der Pfingstmontag seien dürften.
Besonders viele Fahrgäste würden zwischen den großen Metropolen erwartet, beispielsweise zwischen Berlin und München, Frankfurt und München oder Hamburg und Berlin.
Die DB empfahl insbesondere Fahrgästen ohne zuggebundene Fahrkarte einen vorherigen Blick in die Auslastungsanzeige und generell eine Sitzplatzreservierung. (afp/red)
Der Bundestag will Weg für Bahn-Neubaustrecken freimachen. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Bundestag will heute den Weg für die weitere Planung von Milliardenprojekten bei der Bahn frei machen. Dabei geht es um eine Neubaustrecke von Dresden bis zur Grenze nach Tschechien, um die Neubaustrecke Augsburg-Ulm sowie den Ausbau der Strecke von Niebüll nach Westerland in Schleswig-Holstein.
Dem Beschluss sind lange Vorplanungen der Deutschen Bahn vorausgegangen. Das Bundesverkehrsministerium legte dazu Berichte an den Bundestag vor. Diese enthalten jeweils „Vorzugsvarianten“ für die Strecken. Der Verkehrsausschuss legte zu den Berichten Beschlussempfehlungen vor.
Baubeginn und Finanzierung weit in der Zukunft
Die Befassung im Bundestag ist ein wichtiger Schritt. Danach folgt für die Projekte erst noch die konkrete Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Der Baubeginn kann noch viele Jahre dauern. Außerdem muss die Finanzierung sichergestellt sein.
Das Bundesverkehrsministerium sieht für den Ausbau von Bahnstrecken in den kommenden Jahren Milliardenlücken in der Finanzplanung.
Ein Sprecher sagte, das Ministerium arbeite an einer Lösung der Finanzierungssituation. Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta sagte: „Es braucht eine große Lösung im Haushalt für echte zusätzliche Investitionen in die Verkehrswege.“
Die bisherige, etwa 85 Kilometer lange Schienenverbindung ist rund 170 Jahre alt. Sie entspricht laut Bahn-Infrastruktursparte InfraGO nicht mehr den Anforderungen einer modernen Hochgeschwindigkeitsstrecke, ein Ausbau sei nicht möglich.
Deswegen soll eine neue Strecke gebaut werden. Die Fahrtzeit der ICE zwischen Augsburg und Ulm soll sich von bislang mehr als 40 auf 26 Minuten verkürzen. Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll weitgehend parallel zur Autobahn 8 (München-Stuttgart) verlaufen.
Die Züge sollen künftig bis zu 300 km/h schnell fahren können. Dadurch sollen Anforderungen des geplanten „Deutschlandtakts“ erfüllt werden. Das Ziel: mehr Reiseverbindungen, gut abgestimmte Anschlüsse und insgesamt kürzere Reisezeiten. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei mindestens knapp 8,2 Milliarden Euro.
Dresden-Prag im Hochgeschwindigkeitskorridor
Die geplante Neubaustrecke von Dresden zur Grenze nach Tschechien sei ein zentraler Baustein des geplanten internationalen Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien, so das Bundesverkehrsministerium.
Im Kern bestehe das Projekt aus einem 30 Kilometer langen Tunnel durch das Erzgebirge. Die Reisezeit zwischen Dresden und Prag soll von 2,5 Stunden auf künftig eine Stunde verkürzt werden.
Die geplante Neubaustrecke soll den Engpass der durch das Elbtal verlaufenden Bestandsstrecke auflösen und die vom Lärm im oberen Elbtal betroffenen Anwohner entlasten. Der Güterverkehr soll auf die Neubaustrecke verlagert werden.
Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei mindestens rund 5,6 Milliarden Euro. Der Baubeginn ist laut InfraGO für den Dezember 2032 avisiert. Die Neubaustrecke soll Ende 2044 in Betrieb gehen.
Sofern der Bundestag der Fortführung des Vorhabens zustimme, kann laut Ministerium ein Staatsvertrag mit der Tschechischen Republik unterzeichnet werden – sofern die Haushaltsmittel geklärt seien.
Marschbahn: Hoch belastetes Nadelöhr
Die Strecke nach Sylt ist ein Nadelöhr und hoch belastet. Das geplante Vorhaben auf der „Marschbahn“ sieht einen zweigleisigen Streckenausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum vor.
Auf dem Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll sollen die Züge künftig statt 100 dann 140 km/h fahren können. Die Gesamtkosten werden auf mindestens rund 426 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist laut InfraGO für den Sommer 2032, die Inbetriebnahme im Herbst 2039. (dpa/red)
Die „grünen Tunnel“ Chipping Warden und Greatworth sind zwei von fünf „Cut-and-Cover“-Tunneln, die im Rahmen der ersten Phase der HS2-Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen London und den West Midlands gebaut werden (2025). - Foto: Ryan Jenkinson/Getty Images
Die geplante neue Schnellzugstrecke von London in den Norden Englands wird immer teurer. Die Kosten würden inzwischen auf 87,7 bis 102,7 Milliarden Pfund (101 bis 118 Milliarden Euro) geschätzt, sagte die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander im Unterhaus.
Ursprünglich waren nur 37,5 Milliarden Pfund (43 Milliarden Euro) eingeplant. Zudem wird sie am Ende wohl deutlich kürzer ausfallen und die Züge werden langsamer fahren.
Das HS2-Curzon-Viadukt 2 in Birmingham, auch bekannt als Bellingham Bridge, ist mit einer Höhe von ca. 40 m das höchste Viadukt auf der HS2-Strecke und prägt mittlerweile die Skyline der Stadt. Das Bauwerk überspannt eine bereits erhöhte bestehende Eisenbahnstrecke sowie den Fluss Rea, weshalb das Viadukt außergewöhnlich hoch sein muss – es entspricht in etwa einem siebenstöckigen Gebäude.
Foto: Christopher Furlong/Getty Images
Das Projekt führt zu den nördlichen Großstädten
Großbritannien verfügt bislang über eine einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke: von London zum Eurotunnel durch den Ärmelkanal. Das Projekt High Speed 2 (HS2) soll die Hauptstadt besser mit Großstädten wie Birmingham, Manchester und Leeds im Norden verbinden.
Die Fertigstellung verzögert sich jedoch seit Jahren, zugleich schießen die Kosten in die Höhe.
Ursprünglich sollte die Strecke in diesem Jahr in Betrieb genommen werden und die Züge bis zu 360 Kilometer pro Stunde fahren können.
Geplant waren ein erster Streckenteil bis Birmingham und von dort zwei weitere Teilstrecken: eine bis nach Manchester und die andere bis nach Leeds.
Das HS2-Colne-Valley-Viadukt am 25. September 2025 in Chalfont St Peter, Buckinghamshire.
Foto: Leon Neal/Getty Images
Mit 320 Stundenkilometern unterwegs
Inzwischen wird frühestens 2036 für die Fertigstellung anvisiert und die Maximalgeschwindigkeit wurde auf 320 Stundenkilometer reduziert – um weitere Kostensteigerungen zu verhindern.
Zudem wird die HS2 wohl nur bis nach Birmingham führen, ihre Gesamtlänge wäre dann weniger als halb so lang wie ursprünglich geplant. Sie gilt – pro Schienenkilometer – als eines der teuersten Bahnprojekte weltweit.
Verkehrsministerin Alexander verwies auf Verfehlungen der vorherigen konservativen Regierungen. Die bisherigen Pläne bezeichnete sie als „massiv überdimensioniertes Wahnprojekt“ für das Ego konservativer Minister.
Die Möglichkeit, das Projekt schlichtweg aufzugeben, wurde geprüft. Doch dies könnte laut Alexander „fast genauso viel kosten wie die Fertigstellung“. (afp/red)
Das BRK rückte am Sonntag zu einem Großeinsatz im Bahnhof Traunstein aus. (Symbolbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
Wegen Brandgefahr haben Rettungskräfte einen Zug im oberbayerischen Traunstein evakuiert. Der Großalarm ging laut Bayerischem Roten Kreuz um 5:11 Uhr morgens ein.
Trotz der frühen Stunde befanden sich 200 Fahrgäste in dem Zug, der von Salzburg nach München unterwegs war. Laut den Rettungskräften waren die Bremsen eines Waggons so heiß geworden, dass ein Brand befürchtet wurde.
Die Passagiere wurden in einer Turnhalle untergebracht und auch von Notärzten in Augenschein genommen. Sie sollten ihre Weiterfahrt dann im Laufe des Morgens mit anderen Zügen fortsetzen. (dpa/red)
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihr internationales Angebot in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen. - Foto: Jan Woitas/dpa
Ein einziges Ticket für Fahrten quer durch Europa: Die EU-Kommission will lange Zugreisen einfacher und damit zur Alternative zum Flugzeug machen.
Sie legte am Mittwoch einen Gesetzesvorschlag vor, der Betreiber wie die Deutsche Bahn verpflichten soll, auch Fahrkarten der Bahnunternehmen in anderen Ländern zu verkaufen. Bei verpassten Anschlüssen sollen Passagiere europaweit eine Entschädigung bekommen.
Bahnunternehmen sollen Pläne miteinander teilen
Bislang sind grenzüberschreitende Zugreisen häufig kompliziert, weil Fahrkarten von mehreren Anbietern nötig sind. Wer einen Anschluss verpasst, hat bisher schlicht Pech gehabt.
Bei mehreren Fahrkarten verschiedener Anbieter war niemand dafür zuständig, einen Folgezug oder ein Hotel für die Nacht zu organisieren oder gar eine Entschädigung zu zahlen.
Damit sich das ändert, sollen die großen Bahnunternehmen nach Vorstellung aus Brüssel ihre Fahrpläne, Verspätungen und Preise mit anderen Anbietern teilen.
Sowohl die großen Bahnbetreiber als auch unabhängige Plattformen sollen so Reisen quer durch Europa mit einer einzigen Fahrkarte anbieten können.
Die EU-Kommission hat große Unternehmen wie die Deutsche Bahn und die spanische Renfe bereits mehrfach ermahnt, ihre Daten freizugeben, um den Wettbewerb anzukurbeln. Die Bahnbetreiber sträuben sich jedoch.
„Es gibt keinen anderen Fall, in dem jemand verpflichtet wird, das Produkt der Konkurrenz zu verkaufen“, sagte der Chef des Verbands europäischer Bahnbetreiber, Albert Mazzola, der Nachrichtenagentur AFP.
Ähnlich wie innerhalb Deutschlands sollen Passagiere bei verpassten Anschlüssen den nächsten Zug nehmen oder eine Erstattung des gesamten Fahrpreisen beantragen können. Bei langen Verspätungen soll eine Entschädigung fällig werden. Die Kosten soll der Betreiber übernehmen, der die Probleme verursacht hat.
Die Vorschläge aus Brüssel gehen nun in die Verhandlungen im Europaparlament und im Rat der 27 EU-Länder. Konzerne in staatlicher Hand wie die Deutsche Bahn, die französische SNCF, Spaniens Renfe oder Trenitalia dürften Druck auf ihre Regierungen machen, die Vorschläge zumindest abzuändern. Die Beratungen dürften mehrere Monate dauern.
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihr internationales Angebot in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen. - Foto: Jan Woitas/dpa
Mit dem Zug von Berlin nach Budapest oder von Frankfurt bis nach Neapel: Lange Zugreisen können eine Alternative zum Flugzeug sein, die Organisation ist häufig aber kompliziert.
Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass Fahrgäste mit einem einzigen Ticket quer durch Europa fahren können und bei Verspätungen und Ausfällen Hilfe bekommen. Heute will sie ihre Pläne vorstellen.
Buchung in mehreren Sprachen
Wer mit dem Zug durch mehrere Länder reist, braucht häufig verschiedene Tickets und muss auf Internetseiten in verschiedene Sprachen buchen. Das macht es kompliziert, den günstigsten Preis oder die schnellste Verbindung zu finden.
Bei verpassten Anschlüssen haben Fahrgäste oft Pech gehabt: Alternative Routen oder eine Entschädigung gibt es selten.
Deutsche Bahn soll auch Tickets für andere Länder verkaufen
Die EU-Kommission will Bahnunternehmen europaweit verpflichten, auch Tickets für die Züge in anderen Ländern und von der Konkurrenz zu verkaufen.
Über die App der Deutschen Bahn sollen Verbraucher also auch Anschlusszüge in Italien oder Tschechien buchen können. Zum Teil gibt es dieses Angebot schon, es funktioniert aber längst nicht immer.
Aus Köln und Frankfurt geht beispielsweise nach Brüssel und Paris, von Berlin aus gibt es Direktverbindungen nach Kopenhagen, Prag und Budapest. Zahlreiche deutsche Städte sind an die Schweiz, Österreich und die Niederlande angebunden. Aus Frankfurt und München fahren einzelne Züge in den Norden Italiens.
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihr Angebot in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen. Sie plant eine Direktverbindung von Berlin in die norwegische Hauptstadt Oslo sowie Verstärkung auf mehreren bestehenden Strecken. Die Nachfrage steigt nach Konzernangaben stetig an.
Anschluß verpasst? Pech gehabt
Wer in Mailand einen italienischen Zug verpasst, weil der Eurocity aus Deutschland Verspätung hat, bekommt dafür keine Entschädigung.
Die Kommission will dafür sorgen, dass Fahrgäste einen klaren Ansprechpartner haben und weiterreisen können. Die Details der Vorschläge sind bislang nicht bekannt.
Brüssel will außerdem Regeln für Drittanbieter und Vergleichsportale aufstellen. Damit die Buchung überall klappt, müssen die Bahnunternehmen Daten zu ihren Zügen, Ausfällen und Verspätungen öffentlich machen oder untereinander weitergeben. Dazu hat die Kommission Anbieter wie die Deutsche Bahn und die spanische Renfe bereits ermahnt.
Die Umsetzung dauert noch
Nachdem die Kommission ihre Entwürfe vorgestellt hat, gehen sie in die Verhandlungen im Europaparlament und im Rat der 27 EU-Länder. Diese könnten auch verhindern, dass ihre nationalen Bahnunternehmen neue Vorschriften zu tragen haben, und die Vorschläge wieder verwässern.
Bahnbetreiber kritisieren die Vorschläge bereits vor Veröffentlichung. „Es gibt keinen anderen Fall, in dem jemand verpflichtet wird, das Produkt der Konkurrenz zu verkaufen“, sagt der Chef des Verbands europäischer Bahnbetreiber, Albert Mazzola.
Er moniert, dass Betreiber ihre Daten auch mit unabhängigen Plattformen teilen sollen – zum Nachteil ihrer eigenen Fahrkartenapps. (afp/red)
Die Datenauswertung zeigt regionale Unterschiede bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn. (Archivbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa
Der Zustand der Bahn-Infrastruktur in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr trotz hoher Investitionen und vieler Baustellen kaum verbessert. Der neu veröffentlichte Zustandsbericht des Bahnnetzunternehmens DB InfraGO stellt dem Gesamtnetz mit 3,0 dieselbe Note aus wie im Vorjahr. Bei den Personenbahnhöfen gab es demnach eine leichte Verbesserung von 3,03 auf 2,96.
Bahn-Chefin Evelyn Palla sieht dennoch eine positive Entwicklung: „Die Talsohle der ungebremsten Alterung“ der Infrastruktur sei erreicht, sagte sie. Die InfraGO benotet seit 2021 jährlich den Zustand von Gleisen, Bahnhöfen, Weichen und weiterer Bahninfrastruktur. In den Vorjahren hatte sich die Gesamtnote stets verschlechtert.
Palla: Neustart nun möglich
Ein „Neustart“ sei nun möglich, sagte Palla. Voraussetzung sei allerdings, dass das aktuelle Investitionsniveau festgeschrieben und über Jahre fortgeführt wird. 2025 wurden dem Bericht zufolge 19,9 Milliarden Euro „verbaut“, 2026 sind laut Palla erstmals mehr als 20 Milliarden Euro vorgesehen.
Bahnchefin Evelyn Palla: „Viele Anlagen und Bahnhöfe sind weiter in keinem guten Zustand.“ (Archivbild)
Foto: Kay Nietfeld/dpa
Im Detail seien laut InfraGO-Chef Philipp Nagl auch bereits Verbesserungen zu sehen. So sei etwa sei etwa der Anteil von Anlagen mit sehr schlechten Zustandsnoten erstmals zurückgegangen – von 16,8 auf 16,1 Prozent. Im Jahr 2026 erwartet er weitere Schritte nach vorne.
Nagl verweist unter anderem auf die sogenannten Korridorsanierungen, bei denen einzelne Strecken über Monate hinweg vollständig gesperrt und erneuert werden. Im Jahr 2024 war mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim die erste vielbefahrene Strecke auf diese Weise saniert worden.
2025 wurde die Strecke zwischen Oberhausen und Emmerich erneuert und mit der Strecke Hamburg–Berlin begonnen. In diesem Jahr sollen neben dieser Verbindung in die Hauptstadt vier weitere dieser Projekte beendet werden, wovon sich Nagl spürbare Auswirkungen auf die Durchschnittsnote des Schienennetzes verspricht.
Viele Stellwerke sind alt
Am schwerwiegendsten, auch für den Betrieb, ist laut der Bahn das hohe Alter vieler Stellwerke. Hier sei jahrzehntelang kaum investiert worden. Die Benotung des Zustands der rund 4.000 Stellwerke im deutschen Schienennetz verbesserte sich von 2024 auf 2025 um 0,1 Prozentpunkte.
Mit 4,02 ist die Note dennoch schlecht. Jedes zweite Stellwerk ist erneuerungsbedürftig. Deutlich besser sieht es dagegen bei Brücken, Tunneln und Lärmschutzbauwerken aus.
Nicht wenige Stellwerke der Bahn sind bereits 60 oder 70 Jahre alt und können nicht mehr mit neuerer Technik ausgestattet werden. Dann hilft nur der Neubau.
Foto: Stefan Puchner/dpa
Pünktlichkeit: Etwas besser
Die Deutsche Bahn hat ihre Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr im Vergleich zum Jahresanfang zwar deutlich verbessert, doch auch im April wurde mehr als jeder dritte Fernverkehrshalt zu spät erreicht. Die Pünktlichkeitsquote lag im Fernverkehr bei 64,4 Prozent, wie die Bahn auf ihrer Website mitteilte.
Der bundeseigene Konzern kämpft seit Jahren mit der Pünktlichkeit; der Start ins laufende Jahr fiel dabei besonders schlecht aus. In der Regel ist die Pünktlichkeit im Winter etwas höher, da dann weniger Menschen unterwegs sind. Im Januar lag die Quote jedoch nur bei 52,1 Prozent und im Februar bei 59,4 Prozent.
Begründet wurden die schlechten Zahlen mit der maroden Infrastruktur, den vielen Baustellen im Netz sowie dem strengen Winterwetter. Für das gesamte Jahr 2026 hält die Bahn an ihrem Ziel von mehr als 60 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr fest.
26.000 Baustellen hat die Bahn im vergangenen Jahr absolviert – und konnte so zumindest den weiteren Verfall ihrer Infrastruktur stoppen.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Auch Nahverkehr pünktlicher als zu Jahresbeginn
Als verspätet gilt ein Zug nach Definition der Bahn ab einer Verzögerung von 6 Minuten. Zugausfälle werden in der Statistik nicht berücksichtigt.
Im Nahverkehr lag die Pünktlichkeitsquote im April bei 89,1 Prozent – das ist der beste Wert im laufenden Jahr. Im Nahverkehr sind die Quoten stets deutlich höher als im Fernverkehr, unter anderem weil hier verspätete Züge aufgrund der Vielzahl an Verbindungen nicht so stark ins Gewicht fallen.
Zudem sind die zurückgelegten Wege deutlich kürzer und die Züge damit nicht so anfällig für Verspätungen wie im Fern- und auch im Güterverkehr. (afp/dpa/red)