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Dobrindt plant „Anti-Sabotage-Schutzschild“ gegen hybride Angriffe


In Kürze:

  • Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant ein „Anti-Sabotage-Schutzschild“ für die kritische Infrastruktur.
  • In neun strategisch wichtigen Städten sollen schnell verlegbare Anti-Drohnen-Einheiten stationiert werden.
  • Ein „Cyberdome“ mit einem engmaschigen Netz digitaler Sensoren soll Cyberangriffe frühzeitig erkennen und abfangen.
  • Auch Betreiber kritischer Infrastruktur sollen künftig mehr Befugnisse zur Drohnenabwehr erhalten.

 
Unter dem Eindruck jüngster hybrider Angriffe und Sabotageakte gegen die kritische Infrastruktur (KRITIS) will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ein weiteres umfassendes Sicherheitspaket vorlegen. Anlass für die Ankündigung eines „Anti-Sabotage-Schutzschildes“ ist der gescheiterte Sprengstoff-Drohnenanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle Anfang August. Die Bundesregierung macht Russland für den Angriff verantwortlich, der einem Flugzeug galt, das militärische Güter in die Ukraine transportieren soll.

Dobrindt: Verdacht des „Klimaterrorismus“ bei Umspannwerken

Dazu kommen mehrere versuchte Sabotageakte gegen Umspannwerke und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur allein in den vergangenen Tagen. So richteten sich am 2. September von Behörden als „systematisch“ eingeschätzte Sabotageversuche gegen das Umspannwerk Turnow-Preilack/Kraftwerk Jänschwalde (Brandenburg) und das Umspannwerk Bergheim (NRW).
An den darauffolgenden Tagen entdeckten Sicherheitsbehörden zur Sabotage geeignete Vorrichtungen an Umspannwerken in Dormagen und am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen (NRW). In Ostsachsen wurden zudem rund zwölf Sprengvorrichtungen sichergestellt. Ein separater Polizeieinsatz am Umspannwerk Ganderkesee bei Bremen wurde dagegen durch einen offenstehenden Schaltschrank ausgelöst – ein Zusammenhang mit den Sabotageakten ist bislang nicht bestätigt. Dort, wo aktive Sabotageversuche unternommen wurden, entstand aufgrund der Robustheit der Netze kein größerer Schaden.
Mit Blick auf diese Fälle sprach Minister Dobrindt von möglichem „Klimaextremismus“ oder „Klimaterrorismus“. Derzeit findet eine europaweite Fahndung nach einem 48-Jährigen statt. Er steht im Verdacht, Bekennerschreiben im Zusammenhang mit den Sabotageversuchen verfasst zu haben.

2026 bereits Hunderte Sabotageversuche und Drohnensichtungen

Im bisherigen Laufe des Jahres 2026 hat das Bundeskriminalamt (BKA) bereits mehr als 165 Verdachtsfälle von Sabotage gegen KRITIS-Anlagen registriert. Die Übergriffe hätten sich unter anderem gegen Stromleitungen und Bahntrassen gerichtet. Auch Cyber- und Drohnenangriffe hätten sich darunter befunden.
Darüber hinaus habe es von Januar bis Ende August 747 verdächtige Drohnensichtungen gegeben. In diesem Kontext habe man insgesamt 1.068 Drohnen über KRITIS-Anlagen, militärischen Einrichtungen und Rüstungsbetrieben registriert. Minister Dobrindt bezeichnete hybride Angriffe gegenüber „BILD am Sonntag“ als „tägliche Realität“. Er sprach davon, dass diese zunehmen würden, fügte jedoch hinzu: „Wir können uns wehren und schützen.“
Das angekündigte Maßnahmenbündel soll mehrere Komponenten umfassen. In neun strategischen Städten will der Bund schnell verlegbare Anti-Drohnen-Einheiten stationieren. Die Rede ist von Frankfurt am Main, München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Hannover und Köln. Diese Maßnahme soll einen lückenlosen Schutz des Luftraums über kritischen Drehkreuzen gewährleisten.

„Cyberdome“: Dobrindt-Ministerium setzt auf Zusammenarbeit mit Israel

Speziell im Blick habe man dabei Flughäfen, Bahnhöfe und das Berliner Regierungsviertel. Die Einheiten, die das Ministerium dazu abstellen will, sollen nicht nur in der Lage sein, Drohnen abzufangen. Sie sollen auch Drohnenbomben abfangen und Sprengsätze entschärfen.
Darüber hinaus will das Ministerium die Abwehrbefugnisse erweitern. Bisher kam nur staatlichen Stellen eine Kompetenz zu, Drohnen aktiv abzuwehren. Betreiber von KRITIS-Einrichtungen wie Wasserwerken, Stromanbietern oder Rüstungsbetrieben waren bislang nur berechtigt, sie zu melden. Künftig sollen sie auch rechtliche Befugnisse erhalten, selbst dagegen vorzugehen.
Ein weiterer Kernbereich des geplanten „Anti-Sabotage-Schutzschildes“ soll auch „Cyberdome“ sein. Dabei handelt es sich um ein engmaschiges digitales Sensornetzwerk, das Hackerangriffe frühzeitig erkennen und aktiv abfangen soll. Vorbild und enger Kooperationspartner in diesem Bereich soll Israel sein, das als Vorreiter im Bereich der Cyberabwehr gilt.

KI soll auf Bahnhöfen Waffen und „verdächtiges Verhalten“ erkennen

Israel soll dabei Erfahrung und Technologie bereitstellen. Zu dieser sollen KI-basierte Frühwarnsysteme gehören, die Angriffe erkennen können, bevor Schaden eintreten kann. Im Januar 2026 hatte es mit „Blue Horizon“ bereits eine gemeinsame Übung für den Ernstfall gegeben.
Bei „Cyberdome“ handelt es sich dem Bundesministerium des Innern (BMI) zufolge nicht um ein einzelnes technisches Produkt. Vielmehr stellt es ein Verteidigungskonzept dar, das unterschiedliche Datenquellen zusammenführt. So sammelt das System Informationen aus Netzwerken von Behörden, KRITIS-Betreibern und Sicherheitsbehörden. KI soll diese in Echtzeit analysieren, Schwachstellen, Anomalien und laufende Angriffe identifizieren und Sicherheitsverantwortliche proaktiv warnen.
Das Bundesinnenministerium plant darüber hinaus auch an sensiblen Orten wie Bahnhöfen den verstärkten Einsatz von Künstlicher-Intelligenz(KI)-gestützten Technologien, biometrischer Gesichtserkennung und Videoüberwachung. Diese sollen ebenfalls der Identifizierung potenzieller Saboteure dienen. Die KI soll dabei insbesondere in der Lage sein, Waffen oder „verdächtiges Verhalten“ frühzeitig zu erkennen.
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NATO-Drehscheibe: Die Bedeutung des Leipziger Flughafens


In Kürze:

  • Seit 2019 ist der Flughafen Leipzig/Halle die Betriebsbasis des von der NATO verwalteten SALIS-Programms.
  • Beim Frachtaufkommen liegt der Leipziger Flughafen auf Rang zwei in Deutschland.
  • Der Flughafen verfügt über schnelle Anbindungen an Autobahnen und das Schienennetz.
  • Die Bundesregierung hält sich bei Fragen zu Rüstungstransporten bedeckt.

 
Die Flughäfen in Frankfurt am Main und München sind zwar größer als der Flughafen Leipzig/Halle, doch gibt es einen entscheidenden Vorteil, warum letzterer besonders interessant für den Transport von Fracht und militärischen Gütern ist. Am Drehkreuz in Sachsen gibt es kein Nachtflugverbot. Während in der Mainmetropole zwischen 23 und 5 Uhr praktisch nichts geht und auch in München strenge Einschränkungen gelten, kann der Frachtbetrieb in Leipzig rund um die Uhr laufen.

Antonow-Transportflugzeuge können 120 Tonnen Fracht laden

Dieser Vorteil trägt dazu bei, dass der Leipziger Flughafen in der Statistik bundesweit auf Platz zwei liegt, wenn es um den Transport von Gütern geht. Dort wurden im vergangenen Jahr etwa 1,4 Millionen Tonnen umgeschlagen. Lediglich der Frankfurter Airport liegt mit knapp 2,1 Millionen Tonnen noch deutlich davor. Hingegen liegt Leipzig beim Passagieraufkommen nur auf Rang zwölf.
Eine besondere Rolle nimmt der Flughafen beim sogenannten strategischen Lufttransport von militärischem Gerät und Material ein. Von besonderer Bedeutung ist dabei das 2006 ins Leben gerufene Programm „Strategic Airlift International Solution“, kurz SALIS. Im September 2019 wurde die SALIS-Betriebsbasis in Leipzig eröffnet.
Über dieses von der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) verwaltete Programm erhalten mehrere NATO-Staaten Zugang zu schweren Transportflugzeugen des Typs Antonow An-124-100. Derzeit beteiligen sich neun NATO-Staaten an SALIS. Neben Deutschland sind dies Belgien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Norwegen, Polen, die Slowakei sowie Slowenien. Insgesamt ermöglicht SALIS den Zugang zu bis zu fünf Maschinen des ukrainischen Herstellers.
Sechs beziehungsweise neun Tage dauert es, bis zwei weitere Antonow bereitstehen können. Vorbehaltlich der Verfügbarkeit können noch einmal zwei Frachter angefordert werden, erläutert die NATO auf ihrer Internetseite. Der Ukraine-Krieg hat demzufolge auch die logistischen Voraussetzungen für SALIS erschwert. So nennt die NATO Einschränkungen bei der Wartung und der Verfügbarkeit der Flieger.

Lärmkommission zählte 2024 487 Antonow-Flüge

Laut NATO kann jede der Maschinen bis zu 120 Tonnen Fracht aufnehmen und unter anderem Hubschrauber, Panzer und Lastwagen transportieren. Die Bundeswehr nutzt den Flughafen seit Jahren für die Verlegung von militärischem Gerät. Die Fluglärmkommission hat in einem Bericht aus dem Jahr 2024 insgesamt 347 AN-124-Flüge festgehalten. Hinzu kamen 140 Flüge mit zwei weiteren Antonow-Modellen.
Dass Leipzig für solche Transporte geeignet ist, hat neben der bereits erwähnten Verfügbarkeit rund um die Uhr weitere infrastrukturelle Gründe. So verfügt der Flughafen über zwei getrennte, voneinander unabhängige Start- und Landebahnen.
Die jeweils 3,6 Kilometer langen Pisten erlauben daher einen parallelen Flugbetrieb. Dadurch kommen sich schwere Frachtmaschinen und zivile Linienflieger kaum in die Quere. Auch die Logistik des Airports bietet optimale Bedingungen. Hinzu kommt die schnelle Anbindung an die Autobahnen A9 und A14, die wichtige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen sind.
Der Flughafen verfügt zudem über einen eigenen Bahnhof und ist in das transeuropäische Schienennetz eingebunden. Für die Frachtlogistik besteht außerdem eine direkte Verbindung zum Güterverkehrszentrum Leipzig. Es ist nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt und verfügt über einen Gleisanschluss an das Schienennetz für den Güterverkehr.

Keine vollständigen Angaben mehr zu militärischen Transporten

Während einzelne militärische Transporte über den Flughafen Leipzig in früheren Jahren öffentlich dokumentiert wurden, sind konkrete Angaben seit 2023 nicht mehr vollständig nachvollziehbar. So erklärte die Bundesregierung im vergangenen Jahr auf eine Kleine Anfrage der Linken, Daten zu genehmigten Rüstungsexporten über den Flughafen lägen nicht vor oder seien nicht auswertbar.
Auch Angaben darüber, welche NATO-Staaten den Flughafen seit 2023 für den Transport von Rüstungsgütern oder Militärangehörigen nutzten, veröffentlicht die Bundesregierung nicht. Sie begründet dies mit den „schutzwürdigen Interessen von Partnernationen Deutschlands sowie deren Sicherheitsarchitektur“.
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5. August: Drohnen am Flughafen Leipzig | Kritik an Wahlkampfauftritten | Festnahmen wegen Großbrand

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Drohnen am Flughafen Leipzig

Zwei Drohnenvorfälle am Flughafen Leipzig/Halle haben die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Zunächst wurde eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs mit einem unbekannten Sprengsatz gefunden. Spezialkräfte entschärften den Fund. Zudem kollidierte ein zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug, das wegen des Polizeieinsatzes durchstarten musste. Das Flugzeug landete sicher in Hannover.

Kritik an Wahlkampfauftritten

Schauspieler Dieter Hallervorden hat bei mehreren Wahlkampfauftritten für die CDU in Sachsen-Anhalt Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius angegriffen. Dies stößt auf parteiinterne Kritik. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die derzeit regierende CDU liegt in Umfragen deutlich hinter der AfD.

Festnahmen wegen Großbrand

Seit sechs Tagen brennen westlich von Athen Wälder. Tausende Hektar Waldfäche wurden bereits zerstört. Ermittler vermuten Kabelleitungen einer Windkraftanlage als Ursache und nahmen einen Bauunternehmer sowie einen Elektroingenieur fest. Nach dem Betreiber der Windkraftanlage wird gefahndet.

Schifffahrt auf Rhein erschwert

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein verlagern viele betroffene Unternehmen der chemischen Industrie ihre Transporte auf die Schiene oder den Lkw. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat für morgen eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Dort will er mit Vertretern der betroffenen Branchen über die aktuelle Lage beraten.

SpaceX auf Billionen-Kurs

SpaceX hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar – rund 6,75 Milliarden Euro. Das Unternehmen setzt auf künstliche Intelligenz, Starlink und Starship. Bis zum Jahr 2030 erwartet Elon Musk einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar. Gleichzeitig bleiben hohe Investitionen und Börsenrisiken.