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Gold, Porzellan, Edelsteine: Neue Gewalt hinter Museumseinbrüchen in Europa


In Kürze:

  • Illegaler Kunsthandel wird von der UNESCO als drittgrößter krimineller Handel der Welt eingestuft, direkt hinter dem Drogen- und Waffenhandel.
  • Täter gehen bei Einbrüchen in Museen zunehmend aggressiver vor.
  • Ein Polizeispezialist vermutet die Auftraggeber in den chinesischen Triaden.

 
Museumsdiebstähle in ganz Europa werden zunehmend gewalttätiger – Kriminelle konzentrieren sich dabei verstärkt auf drei Arten von Beute: Edelmetalle, Edelsteine und chinesische Kulturgüter. Davor warnte Europol, die Strafverfolgungsbehörde der EU, in einem am 24. August veröffentlichten Bericht.
In dem Spotlight-Bericht „Changing Tactics, Changing Targets: The Evolving Nature of Museum Heists“ („Veränderte Taktiken, veränderte Ziele: Die sich wandelnde Natur von Museumsraubüberfällen)“ stellt Europol fest, dass Museumsdiebstahl lange Zeit als gewaltfreies Verbrechen galt, bei dem die Täter vor allem unauffälliges und heimliches Vorgehen setzten.
Jüngste Fälle zeichneten jedoch ein neues Bild: Die Täter setzen Vorschlaghämmer, Äxte, Brecheisen und sogar Sprengstoff ein, um in die Räumlichkeiten und Vitrinen einzudringen. Auch Schusswaffen kommen zum Einsatz, um Wachpersonal und Besucher einzuschüchtern.

„Kriminalität als Dienstleistung“ und die gezielte Jagd auf chinesische Kulturgüter

Die Behörde sieht Anzeichen für einen neuen Typ von Tätern, die über soziale Medien angeworben werden und ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten.
Auch die Ziele der Einbrecher ändern sich. Im Bericht heißt es: „Eine weitere Entwicklung betrifft die gezielte Beutejagd auf chinesische Kulturgüter“.
Als Beispiele für jüngste Verluste nennt Europol Porzellanteller aus dem 12. und 13. Jahrhundert, Krüge aus der Ming-Dynastie sowie emaillierte Bronzevasen aus der Ming- und Qing-Dynastie.
Solche Diebstähle zeugten von „gezielter Vorbereitung, einschließlich vorheriger Erkundung und Planung, statt wahlloser Plünderung“. Antikes chinesisches Porzellan werde „wahrscheinlich von Kunstschmugglern aus finanziellen Gründen gezielt ins Visier genommen“ und könne „wahrscheinlich leicht auf dem Kunstmarkt verkauft werden“.

Strukturiert wie organisierte Kriminalität

Illegaler Kunsthandel wird „von der UNESCO als drittgrößter krimineller Handel der Welt eingestuft, direkt hinter dem Drogen- und Waffenhandel“, erklärt der französische Journalist Luc Larriba im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Larriba ist Autor des Buches „Art Trafficking: An Investigation Inside the OCBC“. Die OCBC ist eine spezielle französische Polizeieinheit für Kriminalität im Bereich von Kulturgütern.
Die Diebstähle seien das Werk „echter organisierter Kriminalität, die in Ebenen strukturiert ist, genau wie der Drogen- oder Waffenhandel“. Larriba sagt: „Es kann ganz oben beginnen, bei einem Auftraggeber, und sich dann über verschiedene Ebenen hinweg entfalten.“

Diebstähle in Château de Fontainebleau

Auch chinesische Kunstgegenstände und Edelmetalle in Frankreich sind schon Ziel von Diebstählen geworden.
Am 1. März 2015 brachen Einbrecher in das Chinesische Museum im Château de Fontainebleau südöstlich von Paris ein. Innerhalb von sieben Minuten waren sie wieder verschwunden. Sie erbeuteten rund 15 Kunstwerke, darunter die Krone des Königs von Siam und eine Cloisonné-Chimäre aus der Qianlong-Zeit.
Die gestohlenen Stücke wurden nie wiedergefunden und die Täter konnten bis heute nicht identifiziert werden.
Ein anderer Versuch wurde im Dezember 2019 vereitelt: Fünf Spanier und ein chinesischer Staatsangehöriger wurden in der Nähe des Schlosses festgenommen und vorläufig wegen krimineller Verschwörung und organisierten Diebstahls angeklagt.

Polizeispezialist: Auftraggeber werden in den Triaden vermutet

Ein auf solche Fälle spezialisierter französischer Polizeibeamter sagte gegenüber der französischen Zeitung „Journal du Dimanche“, der Auftraggeber der Aktion könne nur einer chinesischen Triade angehören. Diese Stücke seien auf dem Kunstmarkt unverkäuflich und für China bestimmt gewesen.
Die Ermittler fanden zudem zwei Fotos auf dem Mobiltelefon des chinesischen Staatsangehörigen. Darauf waren Gegenstände zu sehen, die bei dem Raubüberfall von 2015 gestohlen worden waren.
Im September 2025 wurden drei chinesische Porzellanobjekte, die als nationale Kulturgüter eingestuft sind, aus dem Nationalmuseum Adrien Dubouché in Limoges in Zentralfrankreich gestohlen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur.
Weniger als zwei Wochen später erbeutete ein einzelner Einbrecher fast 6 Kilogramm Goldnuggets aus dem Nationalmuseum für Naturgeschichte in Paris. Ihren Wert bezifferte Staatsanwältin Laure Beccuau auf 1,5 Millionen Euro.
Am 30. September wurde in Barcelona eine 24-jährige Chinesin festgenommen. Sie soll versucht haben, fast ein Kilogramm eingeschmolzenes Gold aus dem Weg zu schaffen und sich auf die Rückkehr nach China vorzubereiten. Sie wurde wegen organisierten Diebstahls und krimineller Verschwörung angeklagt und bis zum Prozess inhaftiert.
„Die chinesische organisierte Kriminalität ist in diesem Bereich in Europa offensichtlich aktiv. Das ist ein offenes Geheimnis“, sagte Larriba. Ihre Netzwerke „sind äußerst diskret, können aber rücksichtslos sein“, fügte er hinzu.
„Die Grenzen zwischen Kunsthandel und Drogen- sowie Waffenhandel verschwimmen. Der Handel mit Kulturgütern eröffnet enorme Möglichkeiten zur Geldwäsche.“

Jenseits der Triaden

André Gattolin, ehemaliger französischer Senator und China-Spezialist, sieht hinter diesen Aktivitäten noch eine größere Macht. Die Triaden „dienen oft als bequemer Sündenbock“, sagte er der englischsprachigen Epoch Times und verwies dabei auf ihre – wie er es nannte – Unterordnung unter das chinesische Regime.
„Die Mafia ist mächtig, aber die Kommunistische Partei übt die Kontrolle über sie aus“, sagte er. „Auch wenn der Staat diese Diebstähle nicht unbedingt organisiert, ermöglicht er sie.“
„Die Mafia dient der Zentralregierung oft als Hilfstruppe, insbesondere außerhalb Chinas, und wird oft als Instrument transnationaler Unterdrückung eingesetzt.“
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Europol Warns of Violent Museum Heists as Chinese Artifacts Become Prime Targets“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Vatikan restauriert Raffaels Meisterwerk

Ein Meisterwerk der Renaissance im Vatikan wird aufwendig restauriert: Die Arbeiten an den Fresken der Raffael-Loggia im Herzen des Apostolischen Palastes sollen fünf Jahre dauern, mit moderner Laser-Technik ausgeführt werden und etwa 20 Fachleute beschäftigten, wie die Vatikanischen Museen bei der Präsentation des Vorhabens am Mittwoch, 24. Juni, mitteilten.
Damit bei der Restaurierung die Fresken und der Stuck nicht beschädigt werden, sollen sie „trocken“ gereinigt werden.
Der 65 Meter lange und vier Meter breite Säulengang befindet sich im zweiten Stock des Palastes und wurde zwischen 1517 und 1519 von dem Meistermaler Raffael für Papst Leo X. ausgestaltet.
Für das Publikum ist sie nicht zugänglich, hohe Besucher des Papstes werden hier durchgeführt. Die letzte Teilrestaurierung liegt etwa 50 Jahre zurück.

Verschmutzungen verdecken Originalfarben

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind die Fresken und der Stuck stark verschmutzt. Die Schichten aus tierischem Leim, Wachsen und Fixiermitteln, die über die Jahrhunderte aufgetragen wurden, sind vergilbt und haben Ablagerungen eingeschlossen, die zarten Pastelltöne des ursprünglicher Werkes sind überdeckt.
Laut Chef-Restaurator Paolo Violini zeigte die Untersuchung der Oberfläche, dass es notwendig sei, eine „trockene Reinigungsmethode“ anzuwenden, um die empfindlichen Original-Schichten zu erhalten, die sehr empfindlich auf chemische Vorgänge reagierten.
Deshalb sei die Laser-Technologie „die einzige Möglichkeit“, um die gewünschte Präzision bei der Reinigung zu erzielen und die Oberflächen trocken zu lassen, sagte Violini vor Journalisten.
Die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, sprach von einem „entscheidenden Moment sowohl für die Geschichte der Restaurierung als auch für die der italienischen Renaissance“.
Die im April begonnenen Arbeiten umfassen etwa 1300 Quadratmeter Fläche. Die Kosten werden in Höhe von 5,5 Millionen Dollar (rund 4,8 Millionen Euro) von internationalen Gebern der Nichtregierungsorganisation World Monuments Fund unterstützt, die sich der Erhaltung außergewöhnlicher Werke des Welterbes widmet. (afp/red)