Mit einem deutlichen Minus ist die Shoppingplattform Shein in der Finanzmetropole Hongkong an die Börse gegangen.
Kurz nach Handelsbeginn am Dienstagvormittag (Ortszeit) lag die Aktie des Modeverkäufers in den ersten Minuten zeitweise mit rund acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein der Firma kostete zwischen 44 und 45 Hongkong-Dollar (etwa 4,83 Euro bis 4,94 Euro).
Vor dem Börsendebüt war der Angebotspreis für eine Shein-Aktie auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Der Wert des Unternehmens lag damit ungefähr bei umgerechnet rund 22,4 Milliarden Euro.
Die Bewertung des Unternehmens fällt mit umgerechnet 22,6 Milliarden Euro deutlich geringer aus als bei einer Finanzierungsrunde vor vier Jahren. Zuvor waren Sheins Pläne für einen Börsengang in New York und London aufgrund behördlicher Prüfungen gescheitert.
Das Unternehmen wurde 2012 in China gegründet. Shein verkauft seine Produkte in mehr als 150 Länder. In Europa hat Shein etwa 130 Millionen Nutzer, weltweit sind es nach eigenen Angaben 273 Millionen Kunden.
Die Kritik an dem Onlinehändler ist groß. Die Vorwürfe reichen von systematischem Plagiieren über eine schlechte Umweltbilanz bis hin zu Zwangsarbeit.
Geschäft unter Druck
Die Plattform hatte einige Jahre auf ihren Börsenstart warten müssen. Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte Shein jedoch am Widerstand Pekings.
Shein will das Geld aus dem Börsengang nach eigenen Angaben unter anderem in seine technische Infrastruktur und die Stärkung der eigenen Marke investieren. Das Geschäft der Plattform wurde zuletzt etwa durch neue Zollregelungen in den wichtigen Märkten USA und Europa beeinträchtigt. (dpa/afp/red)

