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China droht Frankreich – wegen Abgaben auf Wegwerfmode

China hat Frankreich mit Gegenmaßnahmen wegen dessen Abgaben auf Billigmode gedroht. „China fordert Frankreich auf, die Umsetzung des Gesetzes gegen Ultra-Fast-Fashion unverzüglich zu stoppen“, sagte eine Sprecherin des chinesischen Handelsministerium am Donnerstag in Peking.
Bleibe Frankreich bei seinem Kurs, werde China die „notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen zu wahren“.
Frankreich werde „die volle Verantwortung für alle sich daraus ergebenden Konsequenzen tragen“, fuhr die Ministeriumssprecherin fort. Sie sprach von einer „handelsbeschränkenden Maßnahme“, die „eindeutig diskriminierend“ sei.

Frankreich gegen Billigmode

Das französische Gesetz trat am Dienstag in Kraft und zielt auf Billigmode asiatischer Online-Plattformen ab. Es sieht vor, dass auf bestimmte Wegwerf-Kleidungsstücke Abgaben anfallen, die über die Jahre ansteigen und 2030 bis zu 19,50 Euro erreichen sollen.
Die französische Regierung wirft den großen Plattformen vor, den Markt mit Wegwerfmode zu überschwemmen. Dabei unterscheidet sie zwischen Ultra-Fast-Fashion und Fast Fashion.
Mode von Ketten wie H&M und Zara gilt lediglich als Fast Fashion und ist von dem Malus nicht betroffen. „Europäische Marken haben Geschäfte, schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern“, begründete Handelsminister Serge Papin dies. (afp/red)
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Shein startet mit deutlichem Minus an Hongkonger Börse

Mit einem deutlichen Minus ist die Shoppingplattform Shein in der Finanzmetropole Hongkong an die Börse gegangen.
Kurz nach Handelsbeginn am Dienstagvormittag (Ortszeit) lag die Aktie des Modeverkäufers in den ersten Minuten zeitweise mit rund acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein der Firma kostete zwischen 44 und 45 Hongkong-Dollar (etwa 4,83 Euro bis 4,94 Euro).
Vor dem Börsendebüt war der Angebotspreis für eine Shein-Aktie auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Der Wert des Unternehmens lag damit ungefähr bei umgerechnet rund 22,4 Milliarden Euro.
Die Bewertung des Unternehmens fällt mit umgerechnet 22,6 Milliarden Euro deutlich geringer aus als bei einer Finanzierungsrunde vor vier Jahren. Zuvor waren Sheins Pläne für einen Börsengang in New York und London aufgrund behördlicher Prüfungen gescheitert.
Das Unternehmen wurde 2012 in China gegründet. Shein verkauft seine Produkte in mehr als 150 Länder. In Europa hat Shein etwa 130 Millionen Nutzer, weltweit sind es nach eigenen Angaben 273 Millionen Kunden.
Die Kritik an dem Onlinehändler ist groß. Die Vorwürfe reichen von systematischem Plagiieren über eine schlechte Umweltbilanz bis hin zu Zwangsarbeit.

Geschäft unter Druck

Die Plattform hatte einige Jahre auf ihren Börsenstart warten müssen. Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte Shein jedoch am Widerstand Pekings.
Shein will das Geld aus dem Börsengang nach eigenen Angaben unter anderem in seine technische Infrastruktur und die Stärkung der eigenen Marke investieren. Das Geschäft der Plattform wurde zuletzt etwa durch neue Zollregelungen in den wichtigen Märkten USA und Europa beeinträchtigt. (dpa/afp/red)
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Online-Modehändler Shein vor Börsengang nur mit 22,6 Milliarden Euro bewertet

Der asiatische Online-Modehändler Shein ist vor seinem für Dienstag geplanten Börsengang in Hongkong mit umgerechnet 22,6 Milliarden Euro bewertet worden. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben vom Montag mit dem Gang aufs Parkett Einnahmen in Höhe 1,5 Milliarden Euro an. Die Bewertung fällt damit deutlich niedriger aus als 2022, als Shein im Rahmen einer Finanzierungsrunde mit fast 86 Milliarden Euro bewertet worden war.
Wie aus am Montagabend eingereichten Börsenunterlagen hervorgeht, will das Unternehmen mit Sitz in Singapur 280 Millionen Aktien zum Startpreis von je 48,56 Hongkong-Dollar (5,34 Euro) ausgeben. Pläne für einen Börsengang in New York und London waren zuvor gescheitert.

Rasantes Wachstum während Corona-Pandemie

Die Plattform, die für extrem niedrige Preise und schnell gelieferte Kleidung bekannt ist, war während der Corona-Pandemie rasant gewachsen. Das Wachstum hat jedoch deutlich nachgelassen, zudem sieht sich Shein zunehmend regulatorischem Druck in Europa und den USA ausgesetzt. Die Kritik an dem Onlinehändler ist groß. Die Vorwürfe reichen von systematischem Plagiieren über eine schlechte Umweltbilanz bis hin zu Zwangsarbeit.
Im vergangenen Jahr hatte Shein einen Jahresüberschuss von 2,06 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zuletzt stand jedoch ein Quartalsverlust von 99 Millionen Dollar zu Buche, nachdem die USA die Befreiung von Einfuhrzöllen für Kleinsendungen aufgehoben hatten. In einem ähnlichen Schritt führte die EU im vergangenen Monat einen Zoll von drei Euro pro Artikel für Sendungen mit einem Wert von weniger als 150 Euro ein. (afp/red)
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Billig-Versandhändler Shein will US-Modemarke Everlane übernehmen

Diese Verbindung war bis vor kurzem kaum vorstellbar: Der in China gegründete und für seine billigen Produkte bekannte Textil-Versandhändler Shein steht kurz vor der Übernahme der für ihre verantwortungsvolle Mode anerkannten US-Marke Everlane. Dies bestätigte Everlane-Chef Alfred Chang am Freitag (Ortszeit) in einer der Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme. Shein gilt als einer der Marktführer der von vielen Everlane-Kunden abgelehnten Fast Fashion – in Deutschland als „Wegwerfmode“ bekannt.
Everlane „sieht sich in einem sich rasant wandelnden Einzelhandelssektor zunehmendem Druck ausgesetzt“, erklärte Chang. Dies habe die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärft. Die Vereinbarung mit Shein sehe vor, dass Everlane „eine unabhängige Marke bleibt und dabei seinen Werten sowie seinen Verpflichtungen in puncto Nachhaltigkeit und außergewöhnlicher Qualität treu bleibt“, betonte Chang.

Nachhaltigkeit vs. Fast Fashion

Everlane war 2010 gegründet worden und hatte sich als Marke mit starken Grundsätzen positioniert. Das in San Francisco ansässige Unternehmen setzte es sich zum Ziel, den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung seiner Kleidungsstücke zu begrenzen und möglichst dem Recycling von Materialien Vorrang zu geben. Zudem beanspruchte Everlane für sich, Produkte von überdurchschnittlicher Langlebigkeit entworfen zu haben. Dagegen gilt der Shein-Konzern, der vor allem in China produziert, allgemein als ein Paradebeispiel für extrem billige Fast Fashion.
Everlane lehnte es auf Anfrage ab, den Finanzrahmen der geplanten Transaktion offenzulegen. Die Website Puck News berichtete von einer Bewertung von 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro). (afp/red)
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Nach mysteriösem Tod von Mango-Gründer: Sohn unter Verdacht

Ein mutmaßliches Verbrechen im Umfeld der Gründerfamilie erschüttert den weltweit erfolgreichen spanischen Modekonzern Mango – und sorgt in ganz Spanien für Aufsehen.
Knapp eineinhalb Jahre nach dem Tod von Firmengründer Isak Andic wurde nun dessen Sohn als Verdächtiger festgenommen. Bisher war man von einem Unfall ausgegangen.
Jonathan Andic sei in Barcelona in Gewahrsam genommen worden, berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und weitere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Festnahme auf Anfrage.
Isak Andic war am 14. Dezember 2024 bei einem Familienausflug im Montserrat-Gebirge circa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona in den Tod gestürzt. Er war damals 71 Jahre alt. Ein Unfall hieß es seinerzeit.
Der mehrfache Milliardär sei in den Salpeterhöhlen von Collbató ausgerutscht und 150 Meter in die Tiefe gefallen.
Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurden irgendwann jedoch Zweifel laut, der Gründer-Sohn geriet in den Fokus der Ermittlungen. Laut Medien wurde auch sein Handy untersucht.

Sohn verwickelte sich in Widersprüche

Nach bisherigen Erkenntnissen der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra war Jonathan Andic die einzige Begleitperson, als der Mango-Gründer in die Tiefe stürzte.
Dem 44-Jährigen werde nun Totschlag vorgeworfen, berichtete RTVE. Die Polizei habe Widersprüche in seiner Aussage festgestellt. Die Lebenspartnerin von Isak Andic, die Profi-Golfspielerin Estefanía Knuth, habe von einem schlechten Verhältnis zwischen Vater und Sohn erzählt.
Der Verdächtige sollte noch am Dienstag, 19. Mai dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Dieser könnte Untersuchungshaft anordnen oder den Verdächtigen unter Auflagen freisetzen. Zuständig sei das Untersuchungsgericht Nr. 5 in Martorell bei Barcelona.
Familienvertreter teilten der Nachrichtenagentur Europa Press mit, Jonathan Andic habe am Dienstagvormittag bereits eine erste Aussage gemacht. Wegen der Geheimhaltung des Verfahrens könne man keine weiteren Angaben machen, hieß es weiter. Man arbeite aber eng mit den Behörden zusammen.

Sogar Spaniens Königin Letizia trägt Mango

Mit einem geschätzten Vermögen von rund 4,5 Milliarden Euro galt Andic als einer der wohlhabendsten Männer Spaniens. Er war begeisterter Bergsteiger und Wanderer.
Andic habe nicht nur die katalanische, sondern auch die globale Modebranche unauslöschlich geprägt, schrieb der katalanische Regionalpräsident Salvador Illa nach dem Tod auf der Nachrichtenplattform X.
Sogar Spaniens Königin Letizia trägt Mango. Nach der überraschenden Wende gaben weder Illa noch andere Persönlichkeiten zunächst Stellungnahmen ab.
Die Familie des 1953 in Istanbul geborenen Unternehmers war 1969 nach Spanien ausgewandert. Im Alter von 17 Jahren verkaufte er bereits Kleidung und Schuhe auf Märkten.
Anfang der 1980er Jahre eröffnete Andic in Barcelona und in Madrid mehrere Modegeschäfte unter dem Namen Isak Jeans. Vor etwas mehr als 40 Jahren benannte er diese in Mango um. Neben Jonathan hatte Andic zwei Töchter, Judith und Sarah, die ebenfalls im Unternehmen tätig sind.

Knapp 3.000 Verkaufspunkte in mehr als 120 Ländern

„Isak war ein Vorbild für uns alle“, hatte Mango-CEO Toni Ruiz in der Mitteilung kurz nach dem Tod gesagt.
„Er hat sein Leben dem Mango-Projekt gewidmet und einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen, dank seiner strategischen Vision, seiner inspirierenden Führungsqualitäten und seinem unerschütterlichen Engagement für Werte, die er selbst in unser Unternehmen eingebracht hat.“

Ein Geschäft des spanischen Modehändlers Mango in Düsseldorf. (Archivbild)

Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Mit 2.900 Verkaufspunkten in mehr als 120 Ländern und mehr als 18.000 Mitarbeitern schloss Mango das vergangene Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzrekord von mehr als 3,7 Milliarden Euro ab.
Das entsprach einem Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zu 2024. Knapp 80 Prozent des Umsatzes wird inzwischen nach Konzernangaben außerhalb Spaniens erzielt. (dpa/red)