An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.
Lagebild zu Sexualdelikten
Die Zahl der registrierten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei über 17.000 Fälle – rund 1.600 mehr als fünf Jahre zuvor. Das geht aus dem neuen Bundeslagebild des Bundeskriminalamts hervor. Das BKA weist darauf hin, dass die Statistik nur die bekannt gewordenen Fälle abbildet. Von einer erheblichen Dunkelziffer ist auszugehen.
Der Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht Änderungen bei Windenergie, Agri-PV und Biogas vor. Geplant sind unter anderem Begrenzungen bei Pachtzahlungen und Kürzungen von Förderzuschlägen. Verbände aus Land-, Forst- und Energiewirtschaft kritisieren die Pläne und fordern Nachbesserungen.
Rund drei Wochen nach der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat der in Untersuchungshaft sitzende Tatverdächtige Suizid begangen. Er wurde heute morgen im Rahmen der Vollzähligkeitskontrolle in seiner Einzelzelle in Bremervörde leblos aufgefunden. Ein Notarzt stellte den Tod durch Strangulation fest. Hinweise auf Fremdverschulden liegen derzeit nicht vor.
Auf allen Bahnhöfen Deutschlands soll ab dem 15. Oktober ein Alkoholverbot gelten. Bier, Wein, Schnaps oder anderer Alkohol dürfen dann dort nicht mehr getrunken werden. Die Bahn erhofft sich davon mehr Ordnung und Sicherheit. Die Gewerkschaft der Polizei bezweifelt, dass das Verbot konsequent umgesetzt werden kann.
Deutschland will künftig mehr Gas aus Aserbaidschan beziehen. Bundeskanzler Merz sieht das Land als interessanten Partner, wenn es darum geht, die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen. Besonders der Süden Deutschlands könne von den Lieferungen profitieren, da die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden sei oder ausgebaut werden könne.
Foto: olrat/iStock, photoschmidt/iStock, Montage Epoch Times
An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.
Digitaler Euro rückt näher
Das Europaparlament hat den Weg für den digitalen Euro freigemacht. Nun beginnen Verhandlungen mit den 27 EU-Staaten und der EU-Kommission. Die digitale Währung soll per App genutzt und Anfang 2029 eingeführt werden. Alle Geschäfte sollen dann Bargeld als auch digitale Euros akzeptieren. Kritische Stimmen mahnen, dass für Bargeldannahmen noch Hürden in die Verordnung eingebaut werden könnten.
Kanzler Friedrich Merz hat die Politik der Bundesregierung verteidigt und vor der Sommerpause eine positive Bilanz gezogen. Im Mittelpunkt stehen Renten-, Steuer-, Gesundheits- und Bürokratiereformen. AfD, Grüne und Linke kritisierten den Kurs der Regierung aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Bundespolizei hat 2025 mehr Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Orten, für die sie zuständig ist, festgestellt. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle. Verletzt wurden den Angaben zufolge 818 Polizisten – ein Anstieg um 1,7 Prozent.
In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat das EU-Parlament einer Fortsetzung der Chatkontrolle zugestimmt. Damit dürfen Tech-Konzerne wie Meta oder Google private Chats, E-Mails und Messenger-Dienste anlasslos nach Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch durchsuchen. Ende März hatte das Parlament eine Verlängerung der Ausnahmeregelung noch abgelehnt. Die Zustimmung wurde durch einen Trick erwirkt, der juristisch umstritten ist.
Die USA haben den Iran den zweiten Tag in Folge angegriffen. Washington begründet die Angriffe mit der Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Der Iran reagiert mit Angriffen auf Bahrain, Kuwait und Katar sowie Drohungen gegen weitere Verbündete der USA.
Bericht über großflächigen organisierten Kindesmissbrauch und institutionelle Versäumnisse in England
Opferzahlen und Täterdeutungen sind umstritten und nicht eindeutig belegbar.
Faktenprüfer und Hilfsorganisationen widersprechen zentralen Interpretationen
In Großbritannien sorgt derzeit ein neuer Bericht über organisierten sexuellen Kindesmissbrauch für breite politische und gesellschaftliche Diskussionen. Auslöser sind schwerwiegende Vorwürfe über das Ausmaß und die Struktur solcher Fälle sowie die Rolle staatlicher Institutionen im Umgang damit.
Laut der Untersuchung seien mindestens 250.000 überwiegend weiße Mädchen von organisierten Banden im gesamten Vereinigten Königreich sexuell ausgebeutet worden. Die Täter sollen „vorwiegend muslimische Pakistaner“ gewesen sein. Der Bericht stößt jedoch auf Kritik.
Die am 16. Juni veröffentlichte Untersuchung fordert eine nationale Initiative gegen mutmaßlich jahrzehntelange institutionelle Versäumnisse von Polizei, lokalen Behörden und mehreren Regierungen.
Der 219 Seiten lange Report wurde von der Independent Rape Gang Inquiry (Unabhängige Untersuchung zu Vergewaltigungsbanden) erstellt, einer privat finanzierten Initiative unter der Leitung des Parlamentsabgeordneten Rupert Lowe. Er führt inzwischen die Partei Restore Britain, die Nigel Farages Reform-Partei von rechts herausfordert – unter anderem mit der Forderung nach einer deutlich härteren Einwanderungs- und Integrationspolitik.
Die Untersuchung stützt sich auf Beweise von Überlebenden, Angehörigen, Whistleblowern, Experten und ehemaligen Amtsträgern.
Der Bericht stellt fest, dass organisierte sexuelle Ausbeutung von Kindern über Jahrzehnte hinweg in Städten und Gemeinden im gesamten Vereinigten Königreich stattgefunden habe und dass öffentliche Institutionen wiederholt versäumt hätten, einzugreifen.
Die Opfer seien häufig ignoriert, angezweifelt, kriminalisiert oder eher als Täter denn als schutzbedürftige Kinder behandelt worden.
Der Bericht gibt zudem an, dass die vorgelegten Beweise darauf hindeuten, dass organisierte sexuelle Ausbeutung in mindestens 149 kommunalen Bezirken stattgefunden habe.
Die Autoren argumentieren außerdem, dass die Angst vor sozialen Konsequenzen und dem Vorwurf des Rassismus dazu beigetragen habe, dass bestimmte Täter nicht überprüft und bekannte Muster aus früheren Fällen nicht öffentlich aufgearbeitet wurden.
Ein Polizeiauto in Großbritannien.
Foto: BrianAJackson/iStock
Politische Reaktionen und öffentliche Debatte
Lowe und eine Gruppe britischer Abgeordneter – darunter der ehemalige konservative Kabinettsminister Sir Gavin Williamson, der unabhängige Abgeordnete Alex Easton und der konservative Abgeordnete Sir Christopher Chope – drängen die Regierung zu einer formellen Stellungnahme.
Der Bericht hat in den sozialen Medien und in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt. Elon Musk griff das Thema auf der Plattform X auf und schrieb, dass „die Politiker, die bei den Vergewaltigungen im Vereinigten Königreich weggeschaut haben, ins Gefängnis gesteckt werden müssen“.
Für die Untersuchung wurden zudem rund 800.000 Pfund von mehr als 23.000 Spendern über Crowdfunding gesammelt.
Die Debatte findet zeitgleich mit einer eigenen Untersuchung der Regierung statt. Sie folgt auf große Skandale im Zusammenhang mit der organisierten sexuellen Ausbeutung von Kindern in Rotherham, Rochdale, Oldham und anderen Städten.
Im Juni 2025 machte der „Casey Report“ das Versagen der Institutionen deutlich, Kinder und junge Mädchen vor Vergewaltigung, Ausbeutung und schwerer Gewalt zu schützen:
„Es gibt zahlreiche Belege für die sexuelle Ausbeutung von Kindern, für Systemversagen und für notwendige Verbesserungen, um die sexuelle Ausbeutung von Kindern wirksamer zu bekämpfen.“
Die Regierung akzeptierte alle zwölf Empfehlungen der Leiterin der Überprüfung, Baroness Louise Casey. Dazu gehört auch die Einberufung einer nationalen Untersuchung zur gruppenbasierten sexuellen Ausbeutung von Kindern.
Diese wurde im April gestartet und wird von Baroness Anne Longfield, der ehemaligen Kinderbeauftragten für England, geleitet. Die Untersuchung soll Versäumnisse im Umgang mit sogenannten Grooming-Gangs in England und Wales aufdecken und dabei auch Faktoren berücksichtigen, die die Ausbeutung ermöglicht haben. Dazu zählen die ethnische Zugehörigkeit, Religion und Kultur von Tätern und Opfern.
Die Untersuchung soll bis zu drei Jahre dauern und verfügt über ein Budget von rund 65 Millionen Pfund (rund 76 Millionen Euro).
Titelbild des „Daily Mirror“ vom 27. August 2014. „Der abscheuliche sexuelle Missbrauch junger Mädchen durch asiatische Banden dauerte 16 Jahre, weil die Verantwortlichen Angst hatten, als rassistisch abgestempelt zu werden, wenn sie dagegen vorgingen …“
Foto: Bildschirmfoto/Daily Mirror
Die Herkunft der Täter
Der aktuelle Bericht von Rupert Lowe wurde von Organisationen, die sich gegen sexuelle Gewalt einsetzen, kritisiert.
Rape Crisis England & Wales begrüßte zwar die Untersuchung institutioneller Versäumnisse, stellte jedoch die Schlussfolgerung infrage, dass Einwanderung die zentrale Ursache sei. Die Organisation verwies auf fehlende belastbare Belege für eine landesweit überrepräsentierte ethnische Gruppe.
Zudem verwies die Organisation auf offizielle Auswertungen, die zu anderen Ergebnissen hinsichtlich der Tätergruppen kommen. Allerdings erwähnt der von der Regierung beauftragte Bericht von Baroness Louise Casey, dass in den drei untersuchten Polizeibezirken
„im Zusammenhang mit gruppenbezogener sexueller Ausbeutung von Kindern ein überproportionaler Anteil an Männern mit asiatischem ethnischem Hintergrund zu verzeichnen ist.“
Hinzu komme die erhebliche Anzahl von Tätern asiatischer Herkunft, die in lokalen Auswertungen und bei aufsehenerregenden Strafverfahren wegen sexueller Ausbeutung von Kindern im ganzen Land identifiziert wurden, was laut Casey eine weitere Untersuchung rechtfertigt.
In ihrer Stellungnahme wies sie zudem auf die Zurückhaltung der Behörden hin, „die ethnische Zugehörigkeit der Täter zu prüfen“, und erklärte, dies sei nicht rassistisch:
„Anstelle einer genauen Untersuchung haben wir Verschleierung erlebt. In einem Vakuum werden unvollständige und unzuverlässige Daten so verwendet, dass sie den Zielen derjenigen dienen, die sie präsentieren. Das System behauptet, es gebe ein überwältigendes Problem mit weißen Tätern, obwohl dies nicht bewiesen werden kann. Das tut niemandem einen Gefallen, am wenigsten den Angehörigen der asiatischen, pakistanischen oder muslimischen Gemeinschaften, die unnötigerweise leiden, weil Menschen mit böswilligen Absichten diese Vernebelung nutzen, um Hass zu säen und zu verbreiten.“
Full Fact, eine britische Faktenprüfungsorganisation, kommt nach unabhängigen Recherchen zu dem Ergebnis, dass es keine verlässliche nationale Gesamtzahl der Opfer von Grooming-Gangs gebe. Häufig genannte Zahlen wie „über 250.000 Opfer“ oder „bis zu einer Million Opfer“ beruhen demnach auf Extrapolationen aus einzelnen lokalen Fällen und würden nicht als belastbare statistische Schätzungen gelten.
Auch beteiligte Personen, die solche Hochrechnungen ursprünglich formuliert hatten, bezeichneten diese später selbst als unzuverlässig. Darunter zählt auch Sarah Champion, Labour-Abgeordnete für Rotherham, die eine frühe Extrapolation von bis zu 1 Million Fällen genannt hatte und diese später selbst als unzuverlässig einstufte.
Insgesamt wird in diesen Einordnungen betont, dass es zwar umfangreiche dokumentierte Fälle gibt, das tatsächliche Gesamtausmaß jedoch statistisch nicht exakt bestimmbar ist.
In diesem Getreidesilo wurde die Leiche der 11-jährigen Lyhanna aufgefunden. - Foto: Lionel BONAVENTURE / AFP via Getty Images
In Kürze:
Elfjährige Lyhanna Ende Mai in Südwestfrankreich ermordet aufgefunden
Hauptverdächtiger war bereits mehrfach wegen Sexualdelikten angezeigt worden
Justizminister Darmanin fordert Überprüfung von 70.000 Kinderschutzfällen
Landesweite Proteste mit mehr als 60.000 Teilnehmern
Nach der Ermordung der elfjährigen Schülerin Lyhanna im südwestfranzösischen Département Gers hat Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin den Staatsanwaltschaften ein Ultimatum gesetzt und mit einer Urlaubssperre gedroht. Er sprach von einem „totalen Versagen“ staatlicher Behörden. Das Verbrechen hat landesweit Empörung ausgelöst.
Die Ermittlungsbehörden sollen bis zum Nationalfeiertag am 14. Juli alle offenen Beschwerdefälle bearbeiten, die Gewalttaten oder sexuelle Belästigung von Kindern betreffen. Landesweit soll es 70.000 dieser Meldungen geben.
Verdächtiger im Fall Lyhanna mehrfach auffällig geworden
Das Kind war am 29. Mai nach Schulschluss in seinem Heimatort Fleurance verschwunden und anschließend als vermisst gemeldet worden. Eine groß angelegte Suchaktion blieb zunächst erfolglos. Erst als Anwohner eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Vögeln über einem stillgelegten Getreidesilo bemerkten, wurde dort die Leiche der elfjährigen Lyhanna entdeckt. Nun sollen die genauen Todesumstände geklärt werden. Dabei geht es auch um die Frage, ob ein Sexualdelikt vorliegt.
Als Tatverdächtiger sitzt der 41-jährige Jérôme B. in Untersuchungshaft. Er ist der Vater einer Mitschülerin des Opfers. Überwachungskameras sollen zeigen, wie Lyhanna in sein Fahrzeug stieg. Zu den Vorwürfen hat sich der Verdächtige bislang nicht geäußert. Allerdings ist er kein unbeschriebenes Blatt – und genau das wirft nun Fragen auf.
Gegen Jérôme B. lagen zum Zeitpunkt der Tat bereits mehrere Anzeigen wegen mutmaßlicher pädosexueller Übergriffe vor. Bereits im August 2025 beschuldigte ihn eine Familie, ihre Tochter mehrfach vergewaltigt zu haben. Zudem soll er ein Mädchen bei einer Pyjamaparty unsittlich berührt und mit Süßigkeiten umworben haben. An einer Schule, an der er als Hilfskraft beschäftigt war, wurde er wegen „nicht adäquaten Verhaltens“ fristlos entlassen.
Mehr als 60.000 Menschen nehmen an Protestkundgebungen teil
Medienberichten zufolge soll B. noch nicht einmal zu einer Vernehmung bezüglich der Vorwürfe geladen worden sein. Dabei habe eine Staatsanwältin schon im Februar eine Vorladung beantragt. Der Justizminister spricht von einem „totalen Versagen“ staatlicher Behörden. Bislang haben mehr als 60.000 Menschen an mehr als 200 Protestkundgebungen vor Gerichten teilgenommen.
Staatsanwälte und Richtergewerkschaften weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe der Untätigkeit zurück. Sie verweisen auf eine chronische Unterfinanzierung der Justiz, Personalmangel und eine hohe Arbeitsbelastung. Die Forderung, sämtliche noch offenen Meldungen innerhalb eines Monats zu prüfen, halten sie für nicht umsetzbar.
Unterdessen hat die Mutter eines weiteren mutmaßlichen Opfers von Jérôme B. eine Staatshaftungsklage angekündigt. Ihr Anwalt will zudem Strafanzeige gegen Verantwortliche in Politik und Justiz erstatten. Die Tochter seiner Mandantin habe detaillierte Aussagen gegen B. gemacht. Dennoch seien die Vorwürfe nach seiner Darstellung nicht konsequent verfolgt worden. Dadurch sei es versäumt worden, den Verdächtigen rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen.
Lecornu kündigt Maßnahmenpaket ein
Premierminister Sébastien Lecornu hat ein Maßnahmenpaket angekündigt, das unter anderem eine Verschärfung des Strafrechts vorsieht. Künftig sollen Ermittlungen bei Straftaten gegen Kinder innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden. Für Serienvergewaltiger soll zudem lebenslange Haft an die Stelle der bisherigen Höchststrafe von 20 Jahren treten.
Darüber hinaus plant die Regierung eine Reform der Verjährungsregeln, damit Täter auch nach längerer Zeit noch zur Verantwortung gezogen werden können. Opfer sollen zudem umfassendere Informationsrechte erhalten. Die geplanten Änderungen sollen in ein bereits vorbereitetes Kinderschutzgesetz einfließen, das im Juli im Parlament beraten werden soll.
Über die Ursachen und Konsequenzen des Falls herrscht innerhalb der Opposition jedoch keine Einigkeit. Marine Le Pen vom Rassemblement National unterstützt die angekündigten Strafverschärfungen grundsätzlich. Zugleich fordert sie jedoch eine tiefgreifende Reform des Justizsystems.
Fall Lyhanna: Zunehmende Angst vor sexueller Gewalt gegen Kinder
Mathilde Panot von La France insoumise fordert den Rücktritt von Justizminister Gérald Darmanin. Nach ihrer Auffassung tragen er und die Politik von Präsident Emmanuel Macron Mitverantwortung für die aktuelle Entwicklung. Sie wirft der Regierung vor, den Schutz von Frauen und Kindern nicht ausreichend priorisiert zu haben.
Auch die Grünen-Politikerin Marine Tondelier verlangt den Rücktritt des Ministers. Darüber hinaus fordert ihre Partei zusätzliche Mittel in Höhe von drei Milliarden Euro sowie ein umfassendes Gesetz zur Bekämpfung sexueller und sexistischer Gewalt.
Der Fall Lyhanna wird von vielen Beobachtern als Ausdruck einer wachsenden Sorge über sexuelle Gewalt gegen Kinder in Frankreich gewertet. Allein in Paris wurden nach offiziellen Angaben seit Jahresbeginn 132 Beschäftigte außerschulischer Betreuungseinrichtungen suspendiert. In 52 Fällen besteht der Verdacht auf sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt gegen Kinder.
Gegen mehrere Betreuer hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Stadt Paris reagierte darauf mit der Ankündigung eines Aktionsplans im Umfang von 20 Millionen Euro. Vorgesehen sind unter anderem verschärfte Kontrollen sowie die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission.