Die «Hondius» hat den Hafen von Granadilla verlassen. - Foto: Europa Press Canarias/EUROPA PRESS/dpa
Zunächst zeigt keiner der vier nach Deutschland gebrachten Passagiere des Hantavirus-Schiffes Symptome der Infektion – wegen der oft langen Zeitspanne zwischen Ansteckung und Erkrankung könnte das aber noch kommen.
Ein Hinweis auf eine kritische Entwicklung des Ausbruchs wäre das aber nicht, wie der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit betonte. Einzelne weitere Fälle wären bei meist etwa zwei bis vier Wochen Inkubationszeit nicht überraschend, sondern entsprächen dem erwartbaren Nachlauf.
Die vier nach Deutschland gebrachten Passagiere stammen aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Bei ihnen ließe sich auch aus negativen sogenannten PCR-Tests nicht mit absoluter Sicherheit schließen, dass sie virusfrei sind, wie Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) erklärte.
„Ein negativer PCR-Test zu einem frühen Zeitpunkt schließt eine spätere Erkrankung nicht sicher aus, wenn sich die Person noch in der Inkubationsphase befindet und das Virus im Blut noch nicht nachweisbar ist.“
Lange Quarantäne steht an
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium (BMG) dürfte vorerst häusliche Quarantäne für die vier Betroffenen anstehen. „Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht.“ Falls eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden.
Von der Weltgesundheitsorganisation wird angenommen, dass die Infektionskette auf der „Hondius“ auf ein niederländisches Ehepaar zurückgeht, das am 1. April an Bord ging.
Der Mann – mutmaßlich der Erstinfizierte des Infektionsclusters – hatte am 6. April Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Durchfall entwickelt und war am 11. April gestorben.
Im Zuge dieser Erkrankung sei es nach derzeitiger Annahme zu begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen auf dem Schiff gekommen, erklärte Schmidt-Chanasit. Da die Symptome denen verschiedener Atemwegserkrankungen ähneln, war erst verzögert auf das Hantavirus getestet worden. Erst dann kamen strengere Isolierungs- und Überwachungsmaßnahmen in Gang.
Unglücklicher Zufall
Die Verzögerung sei nicht verwunderlich – ein Andesvirus-Fall auf einem Kreuzfahrtschiff sei kein sonderlich naheliegendes Szenario, sagte Schmidt-Chanasit. Es handle sich um ein sehr ungewöhnliches Ereignis, das durch mehrere unglückliche Umstände begünstigt worden sei. Das südamerikanische Andesvirus wird wie alle Hantaviren in der Regel von Nagetieren übertragen – etwa über Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub.
Inzwischen gelte das Geschehen als gut kontrollierbar: „Die betroffenen Personen werden international nachverfolgt, Hochrisikokontakte werden beobachtet oder quarantänisiert, symptomatische Personen werden rasch getestet und isoliert, und die Krankenhäuser wissen nun, worauf sie achten müssen“, so der Virologe. „Damit hat man bisher jeden Andesvirus-Ausbruch unter Kontrolle gebracht.“
Das Andesvirus ist das einzige Hantavirus, das in seltenen Fällen bei engem, anhaltenden Kontakt auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. In den vergangenen Jahrzehnten hatte es einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika gegeben, die alle rasch wieder abebbten.
Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.
Die „Hondius“ hatte am Sonntag den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas erreicht. Mit Sonderflügen wurden Menschen vom Schiff unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat gebracht.
Am Montagabend wurde die Evakuierungsaktion abgeschlossen. Das Schiff setzte danach seine Fahrt mit einer Restmannschaft Richtung Niederlande fort. Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern.
Zur Gesamtzahl der bisherigen Nachweise gab es von der WHO am Montag zunächst keine neuen Angaben. Drei Menschen waren Stand Sonntag gestorben: das niederländische Paar und eine deutsche Passagierin.
Hantavirus-Fall nach Kreuzfahrt auf Teneriffa
Kurz nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ ist ein spanischer Passagier positiv auf das Hantavirus getestet worden. Der Passagier sei nach dem positiven Testergebnis in ein Krankenhaus eingeliefert worden, zeige jedoch bislang keine Krankheitssymptome, gab das Gesundheitsministerium in Madrid am Montagabend bekannt.
Zuvor waren alle verbliebenen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffes auf Teneriffa evakuiert worden.
Die unter niederländischer Flagge fahrende „Hondius“ machte sich unterdessen auf ihre sechstägige Heimreise. Nach Angaben des Betreibers Oceanwide Expeditions soll das Schiff voraussichtlich am Sonntagabend in Rotterdam ankommen.
Nach der Evakuierung aller Passagiere befinden sich derzeit noch 25 Besatzungsmitglieder sowie zwei medizinische Mitarbeiter an Bord des Kreuzfahrtschiffes.
In den Niederlanden mussten sich unterdessen zwölf Krankenhausmitarbeiter nach Kontakt mit einem Hantavirus-Infizierten von der „Hondius“ in eine präventive Quarantäne begeben.
Wie das Radboud-Krankenhaus mitteilte, wurden bei der Ankunft des Patienten nicht alle Vorschriften eingehalten. Das Risiko einer tatsächlichen Infektion für die Krankenhausmitarbeiter sei jedoch gering. (dpa/afp/red)
Die deutschen Passagiere wurden per Konvoi nach Frankfurt gebracht. - Foto: Christoph Reichwein/dpa
Eine nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ausgeflogene Französin ist nach Angaben der Regierung in Paris positiv auf den Erreger getestet worden. Ihr Zustand habe sich in der Nacht verschlechtert und die Tests hätten ein positives Ergebnis gezeigt, sagte die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Montag dem Radiosender France Inter.
Die erkrankte Frau war nach ihrer Ankunft in Paris gemeinsam mit vier anderen Passagieren isoliert worden. Zuvor war bereits ein US-Passagier auf dem Rückflug in die USA positiv auf das Virus getestet worden.
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Vier Passagiere nach Deutschland gebracht
Die vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind am späten Sonntagabend von Eindhoven aus nach Deutschland gebracht worden.
Am Montagmorgen sollte es weiter von Frankfurt am Main in die jeweiligen Bundesländer nach Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gehen. Die Beförderung werde von den jeweiligen Bundesländern beziehungsweise Kommunen übernommen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Morgen in Berlin mit. Sie seien alle „vollständig ohne Symptome“, hieß es.
Eine Bestätigung für die geplante Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports in der mehr als 300 Kilometer entfernten Uniklinik Frankfurt gab es bis zum frühen Morgen nicht. Dort sollen die Passagiere zunächst weiter untersucht und beobachtet und anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa, wo die „Hondius“ nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte, nach Eindhoven in den Niederlanden gebracht worden. Neben Niederländern und Deutschen befanden sich auch Belgier und Griechen an Bord des Schiffs. Alle waren ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven aus ging es für die Passagiere in einem Fahrzeugkonvoi weiter nach Frankfurt. Der Transport sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Einsatzkräften der Feuerwehren Essen und Frankfurt organisiert und begleitet werden.
Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt „aus der Region Berlin-Brandenburg“. Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.
USA: „Hondius“-Passagier positiv getestet
Ein Passagier von dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist auf dem Rückflug in die USA positiv auf das Hantavirus getestet worden. „Ein Passagier hat derzeit leichte Symptome und ein weiterer Passagier wurde im PCR-Test leicht positiv auf das Andes-Virus getestet“, teilte das US-Gesundheitsministerium am Sonntag (Ortszeit) mit Blick auf den von Mensch zu Mensch übertragbaren Virusstamm des Hantavirus mit. Beide Passagiere befanden sich den Angaben zufolge in einer Isolierstation des Flugzeugs.
Die 17 US-Passagiere, die an Bord des von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ waren und am Sonntag auf der Kanareninsel Teneriffa evakuiert wurden, werden in eine Einrichtung im US-Bundesstaat Nebraska gebracht.
Die Person mit leichten Krankheitssymptomen wird nach Angaben des Ministeriums direkt in eine andere Einrichtung verlegt. Die positiv auf das Virus getestete Person, die bisher keine Symptome hat, wird in einer Isolierstation der Uniklinik von Nebraska untergebracht, wie eine Kliniksprecherin sagte.
Alle anderen Rückkehrer werden nicht zwingend unter Quarantäne gestellt, wie der Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, Jay Bhattacharya, im Sender CNN sagte. „Wir werden sie befragen und ihr Risiko einschätzen, ob sie engen Kontakt zu jemandem hatten, der Symptome zeigte“, sagte Bhattacharya.
Abhängig von der Risikobewertung dürfen die Passagiere dann „in Nebraska bleiben, wenn sie dies wünschen, oder, falls sie nach Hause zurückkehren möchten und ihre häusliche Situation dies zulässt, sicher nach Hause fahren, ohne andere Menschen auf dem Weg dorthin zu gefährden“, sagte Bhattacharya weiter.
Evakuierung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
Auf der „Hondius“ waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord.
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden die Menschen von der im Hafen von Granadilla vor Anker liegenden „Hondius“ zunächst in kleinen Gruppen an Land gebracht und anschließend mit Bussen zum nahegelegenen Flughafen Tenerife Sur gefahren.
Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.
„Hondius“ fährt weiter nach Rotterdam
Die „Hondius“ soll nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt.
Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden erfolgen. Bis nach Rotterdam wird die „Hondius“ rund fünf Tage unterwegs sein. (dpa/afp/red)
Angehörige der Guardia Civil stehen am 9. Mai 2026 im Hafen von Granadilla auf Teneriffa, Wache am vorgesehenen Empfangsort für Passagiere der MV Hondius. - Foto: Chris McGrath/Getty Images
Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff „Hondius“ liegt derzeit im Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa. An Bord befinden sich knapp 150 Menschen.
Von Granadilla werden die Menschen zu einem nahegelegenen Flughafen gebracht und in ihre Heimatländer geflogen. Die meisten Menschen an Bord stammen aus EU-Ländern, Großbritannien und den USA. Auch mehrere Deutsche sind darunter.
Lauterbach sieht keine Gefährdung für deutsche Bevölkerung
Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht derzeit keine Gefahr einer Pandemie durch das auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochene Hantavirus.
„Die Lage ist für die deutsche Bevölkerung nicht gefährlich“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Eine Pandemie droht nicht, weil die Übertragbarkeit des Virus dafür nicht ausreicht.“
Lauterbach ergänzte, einzelne Fälle werde es immer geben. „Aber eine schnelle Verbreitung ist derzeit nicht zu befürchten.“
WHO-Chef versichert: „Kein neues Covid“
Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García, Innenminister Fernando Grande-Marlaska und der Chef der WHO waren eigens auf die Insel gekommen, um die Aktion zu überwachen.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus versicherte, dass es sich beim Hantavirus nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger handele.
In einer Botschaft direkt an die Bevölkerung von Teneriffa betonte er: „Das ist nicht ein neues Covid.“ Das Risiko für die Menschen auf der Insel sei gering – zumal auf dem Kreuzfahrtschiff kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei.
Zunächst hatte es geheißen, das Schiff werde aus Sicherheitsgründen vor dem Hafen vor Anker gehen. Die spanische Handelsmarine erteilte in der Nacht dann doch die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen.
Ausschiffung mit FFP2-Masken
Medizinisches Personal soll die Menschen an Bord zunächst auf akute Krankheitssymptome untersuchen, wie die spanischen Behörden mitteilten. Liegen keine vor, werden die Passagiere in Gruppen von maximal fünf Personen ausgeschifft. Nach Angaben Garcías müssen sie FFP2-Schutzmasken tragen und dürfen nur leichtes Handgepäck mitnehmen.
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius, auf dem im vergangenen Monat drei Passagiere an dem Hantavirus starben und acht weitere Fälle gemeldet wurden.
Foto: Chris McGrath/Getty Images
Per Bus geht es dann zum wenige Autominuten entfernten Flughafen. Dort sollen die streng abgeschotteten Menschen mit ihren jeweiligen Landsleuten ohne weitere Abfertigung sofort die für sie bereitgestellten Flugzeuge besteigen und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.
Nach Angaben der WHO sollen alle Flüge am Sonntag und Montag starten, da später eine Schlechtwetterfront aufzieht. Nach der Ankunft dürften alle Ausgeflogenen in Quarantäne müssen, da eine Entwarnung wegen der langen Inkubationszeit erst nach Wochen möglich ist.
Ein Teil der Besatzung soll an Bord bleiben und später mit dem Schiff in die Niederlande fahren.
Die WHO spricht von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei den Toten handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und die Frau aus Deutschland.
Da bei Zwischenstopps des Schiffes insgesamt mehr als 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder ausgestiegen sind, wird weltweit nach potenziellen Verdachtsfällen gesucht.
Reise begann in Argentinien
Das Schiff war am 1. April in Ushuaia in Argentinien zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord.
Seine Frau ging am 24. April mit anderen Passagieren auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus. Am 2. Mai starb auf dem Schiff eine Passagierin aus Deutschland.
Die WHO vermutet, dass sich der Niederländer mit dem Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Nach Angaben des argentinischen Gesundheitsministeriums hatte er mit seiner Frau seit Ende November Argentinien, Chile und Uruguay bereist. (dpa/afp/red)
Drei Passagiere starben nach einem Hantavirus-Ausbruch auf der Kreuzfahrt „Hondius“ von Argentinien zu den Kapverden. (Archivbild) - Foto: Arilson Almeida/AP/dpa
Die Heimreise der deutschen und der anderen europäischen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ von Teneriffa aus ist nach Angaben des spanischen Innenministers gesichert.
„Ich kann bestätigen, dass die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind“, sagte Fernando Grande-Marlaska bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Mónica García in Madrid.
Das Risiko für die Menschen auf der Kanareninsel Teneriffa sei gering – zumal auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei, schrieb der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, an die Bevölkerung von Teneriffa.
Transport der Kreuzfahrtpassagiere in versiegelten Fahrzeugen
Die Passagiere werden laut Tedros im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht, in versiegelten und eskortierten Fahrzeugen über einen vollständig abgesperrten Korridor transportiert und direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. „Sie werden keinen Kontakt zu ihnen haben – ebenso wenig wie Ihre Familien“, schrieb Tedros der Bevölkerung Teneriffas.
Im Hafen von Granadilla auf Teneriffa sollen Passagiere und ein Teil der Besatzung die «Hondius» verlassen können, um in ihre Heimatländer geflogen zu werden.
Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Der WHO-Direktor versicherte erneut, dass es sich bei dem aufgetretenen Hantavirus nicht um ein mit Corona vergleichbares Virus handelt. „Das ist nicht ein neues Covid.“
Von deutschen Behörden gab es zunächst keine genauen Angaben zur Rückführung. Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern.
Auch Deutsche an Bord des Schiffs
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums befindet sich an Bord des Schiffs eine mittlere einstellige Zahl von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Das Wohnortprinzip regelt, welches Gesundheitsamt zuständig ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in einer Handreichung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die Passagiere sollten sechs Wochen lang nach einer letzten möglichen Exposition in Quarantäne bleiben.
Eine häusliche Quarantäne sei grundsätzlich möglich, hänge jedoch von diversen Faktoren ab.
Die „Hondius“ werde am Sonntagmorgen zwischen 4:00 und 6:00 Uhr Ortszeit (5:00 und 7:00 Uhr MESZ) vor dem Hafen von Granadilla im Süden von Teneriffa erwartet, kündigte Spaniens Gesundheitsministerin García an. Die Ausschiffung der Menschen werde erst bei Tageslicht beginnen.
An Bord würden alle Passagiere auf Krankheitssymptome geprüft. Als erste würden voraussichtlich die 14 Spanier zum nahe gelegenen Flughafen Teneriffa Süd gebracht, von wo sie mit einer Militärmaschine nach Madrid geflogen werden sollen, um dort in einem Krankenhaus in Quarantäne zu gehen.
Erst wenn ein Flugzeug auf dem Flughafen startklar sei, würden jeweils Angehörige derselben Nationalität mit einem kleinen Boot von dem dann vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff an Land gebracht und mit Bussen direkt auf das Rollfeld zu ihrer Maschine gefahren, erläuterte García. Die Koffer müssten bis auf ein leichtes Handgepäck an Bord bleiben.
Das Kreuzfahrtschiff soll Sonntagmorgen Teneriffa erreichen.
Foto: -/AP/dpa
Schiff wird in den Niederlanden desinfiziert
Wenn die Ausschiffung abgeschlossen ist, solle die „Hondius“ mit einer Restbesatzung ihre Fahrt in die Niederlande fortsetzen. Der Leichnam einer an Bord während der Kreuzfahrt gestorbenen Deutschen werde nicht auf Teneriffa an Land gebracht.
Die Desinfektion des Schiffs erfolge in Absprache mit den Niederlanden dort, betonte die spanische Gesundheitsministerin.
Die Planungen für die Ankunft, inklusive Untersuchungen und Quarantäne-Prozeduren, würden von verschiedenen Organisationen verantwortet, darunter seien die WHO, die EU sowie niederländische und spanische Gesundheitsbehörden, erläuterte García. Sie bestätigte Angaben des Betreibers des Schiffs, wonach derzeit niemand auf der „Hondius“ Symptome zeige.
Sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle
Das Schiff war am Mittwochabend von Kap Verde in Richtung der Kanarischen Inseln aufgebrochen. Ursprünglich hatte die „Hondius“ ihre Reise Anfang April im Süden Argentiniens begonnen.
Die WHO sprach in einem Update am späten Freitagabend von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland.
Argentinien: Ansteckung nicht in Feuerland
Wo sich die Menschen mit dem Virus infiziert haben, ist noch immer unklar. Nach Einschätzung der örtlichen Behörden in Argentinien liegt der Ursprung des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff nicht in der argentinischen Provinz Tierra del Fuego (Feuerland).
„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ansteckung hier erfolgte, liegt praktisch bei null“, sagte der Direktor für Epidemiologie im Gesundheitsministerium der Provinz im äußersten Süden des Landes, Juan Petrina.
Das niederländische Paar, das an der Infektion starb, war nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Tierra del Fuego nach einer monatelangen Reise durch ganz Argentinien, Chile und Uruguay am 29. März in der Provinzhauptstadt Ushuaia eingetroffen und hatte sich am 1. April auf der „Hondius“ eingeschifft.
Bereits am 6. April hätten die beiden erste Symptome gezeigt, die Inkubationszeit des Hantavirus betrage allerdings mindestens zwei bis drei Wochen. „Diese Zeiten passen nicht zu einer Ansteckung in Tierra del Fuego“, sagte Petrina. (dpa/red)
Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mit dem Hantavirus-Ausbruch. (Archivbild) - Foto: Misper Apawu/AP/dpa
Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ beschäftigt weiterhin die Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde das Hantavirus inzwischen bei fünf Infizierten nachgewiesen, hinzu kommen weitere Verdachtsfälle. Bei dem Ausbruch starben bislang drei Menschen, ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland.
In der Uniklinik Düsseldorf wird derzeit eine Passagierin der „Hondius“ untersucht, die neben zwei kranken Crew-Mitgliedern ausgeflogen wurde. Nach Angaben eines Kliniksprechers gibt es keine Hinweise auf eine Infektion bei ihr, aufgrund der sehr unterschiedlichen Inkubationszeit seien jedoch zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Deshalb würden die Schutzmaßnahmen vorsorglich aufrechterhalten, so der Sprecher.
Nach Angaben des niederländischen Außenministeriums soll die 65-jährige Deutsche, die nun in der Uniklinik ist, in engem Kontakt mit der deutschen Frau gestanden haben, die an Bord gestorben war.
WHO: „Dies ist eine ernste Lage“
„Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. „Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie“, betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin, Maria van Kerkhove. Ein Vergleich mit dem Start der Corona-Pandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht.
Die „Hondius“ fährt unter niederländischer Flagge. An Bord zeigt nach Angaben der WHO niemand zurzeit Symptome einer Infektion. Das Schiff hat von den kapverdischen Inseln kommend Kurs auf Teneriffa genommen, dort sollen alle knapp 150 Menschen noch an Bord untersucht und getestet werden. Unklar ist bislang, wie danach die Heimreise organisiert wird.
29 Passagiere hatten das Kreuzfahrtschiff bereits am 24. April auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans verlassen. Das war den Angaben zufolge gut zehn Tage vor der Bestätigung des ersten Hantavirus-Falls.
Forscher in Argentinien sollen nun die Frage nach dem Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia ganz im Süden des Landes, wo die „Hondius“ am 1. April in See gestochen war, sollen Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht werden, wie die Regierung in Buenos Aires mitteilte.
Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Nach WHO-Einschätzung handelt es sich bei dem auf dem Kreuzfahrtschiff festgestellten Infektionen um den Andes-Typ der Virengruppe, bei dem auch Infektionen zwischen Menschen möglich sind. Das niederländische Paar, das die ersten Symptome zeigte und später an der Infektion starb, war laut argentinischer Regierung bereits 2025 in der Region unterwegs gewesen.(dpa/red)
Menschen gehen am 14. Januar 2023 in der Stadt Dali, im Nordwesten der chinesischen Provinz Yunnan, die Straße entlang. - Foto: Noel Celis/AFP via Getty Images
In Kürze:
Laut offiziellen Stellen sind Lungenknoten in China weitverbreitet.
Das Regime geht von häufigerenVorsorgeuntersuchungen als Erklärung aus.
Experten sehen in den Nebenwirkungen der chinesischen Corona-Impfungen eine mögliche Ursache.
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Wie das staatliche Medium „National Business Daily“ am 8. Januar berichtete, weisen in China 120 bis 150 Millionen Menschen Lungenknoten auf. Das wäre sogar mehr als die Anzahl der Diabetespatienten im Land. Besonders seit der COVID-19-Pandemie hätten die Fälle rapide zugenommen.
Das kommunistische Regime führt den Anstieg des Vorkommens dieser kleinen, runden oder ovalen Wucherung in der Lunge auf häufigere Vorsorgeuntersuchungen zurück. Chinesische Bürger und ein Experte äußern sich skeptisch gegenüber der offiziellen Darstellung. Sie vermuten weitere Gründe hinter dem hohen Vorkommen von Lungenknoten.
Vermehrte CT-Untersuchungen als Erklärung
Laut dem Bericht stünde Lungenkrebs sowohl bei der Inzidenz als auch bei der Mortalität unter den bösartigen Tumoren in China an erster Stelle. Rund 75 Prozent der Patienten würden erst diagnostiziert, wenn sich die Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Das gehe aus Daten der Internationalen Agentur für Krebsforschung, einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, hervor.
Der Bericht erwähnt jedoch nicht die mögliche Ursache für die außergewöhnlich hohe Zahl von Lungenknotenfällen.
Eine Erklärung gab der chinesische Lungenfacharzt und oberste Berater des Regimes für Infektionskrankheiten der Atemwege, Zhong Nanshan, im vergangenen Jahr gegenüber den staatlichen Medien ab. Er machte die deutliche Zunahme der Menschen, die nach der COVID-19-Pandemie CT-Untersuchungen erhalten haben, dafür verantwortlich.
Zhong sieht weitere Ursachen für Lungenknoten. „Neben COVID-19 kann auch Umweltverschmutzung zu ihrem Auftreten führen“, sagte der Arzt. Zhong appellierte an die Öffentlichkeit, nicht in Panik zu geraten. Er fügte hinzu, dass „die meisten Lungenknoten gutartig sind, aber fast 11 Prozent von ihnen bösartig sein können“.
Das vermehrte Auftreten von Lungenknoten sei kein plötzliches Phänomen, sondern das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren, sagte Xiaoxu Sean Lin. Er ist außerordentlicher Professor für biomedizinische Wissenschaften am Fei Tian College Northern Campus in New York.
Neben der langfristigen Belastung durch Umweltverschmutzung seien Long COVID – also Symptome, die länger als vier Wochen nach einer COVID-19-Infektion anhalten – und Probleme im Zusammenhang mit chinesischen COVID-19-Impfstoffen weitere Ursachen. Dies seien Themen, „die die Behörden am wenigsten gerne ansprechen“, sagte Lin gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Viele Menschen in China hätten in den vergangenen Jahren wiederholte COVID-19-Infektionen durchgemacht, so Lin. „Die Inzidenz von Long COVID sowie der Anteil dieser Patienten mit Lungenknoten sind beide sehr hoch. Viele Menschen haben möglicherweise immer noch Lungenknoten, auch wenn sie das Gefühl haben, sich von COVID-19 erholt zu haben.“
Ein minderwertiger Impfstoffherstellungsprozess würde „unweigerlich einigen Menschen Schaden zufügen, einschließlich der Entwicklung von Lungenknoten“, sagte Lin.
Das chinesische Regime hat nie öffentlich das volle Ausmaß der Nebenwirkungen und langfristigen Folgen der im Inland hergestellten COVID-19-Impfstoffe offengelegt.
„Das haben die Behörden bewusst verschwiegen“, sagte Lin. „Da die Regierung keine Untersuchungen durchführt, ist es für die Öffentlichkeit sehr schwierig, sich ein vollständiges Bild von den Folgen dieser COVID-19-Impfstoffe zu machen.“
Herr Liang ist ein Patient mit Lungenknoten aus der Provinz Hebei, der aus Sicherheitsgründen seinen vollständigen Namen nicht nennen wollte. Er teilte der Epoch Times mit, dass bei ihm nach der Verabreichung des Sinovac-COVID-19-Impfstoffs im Januar 2021 Lungenknoten aufgetaucht sind.
„Ich habe auch mehrere Autoimmunerkrankungen entwickelt, darunter schweres allergisches Asthma, chronische Entzündung der Rachenschleimhaut, Herzklappeninsuffizienz und [die Erkrankung der Schilddrüse] Hashimoto-Thyreoiditis, die alle nach der Impfung auftraten“, sagte er. „Fast alle, die ich kenne und die den Impfstoff erhalten haben, haben Lungenknoten.“
Auf einem Computerbildschirm ist am 16. Dezember 2021 ein Scanbild einer Lungenuntersuchung mit einem Lungenknoten zu sehen.
Foto: Pascal Pochard-Casabianca/AFP via Getty Images
Zwei Jahre lang hatte er vergeblich um Wiedergutmachung gekämpft. Schließlich sagte er, dass er und andere Menschen, die unter derselben Situation leiden, glauben, dass die Funktionäre des Gesundheitssystems und die Experten „unter einer Decke stecken. Es ist fast unmöglich für sie, zuzugeben, dass es sich um eine Nebenwirkung des Impfstoffs handelt.“
Qian Dalong ist Einwohner von Peking und Menschenrechtsaktivist. Nach der Impfung mit einem in China hergestellten COVID-19-Impfstoff erlitt er einen Schlaganfall. Er erklärte der Epoch Times, dass Lungenknoten „im Vergleich zu Schlaganfällen, die nach der Verabreichung chinesischer COVID-19-Impfstoffe häufiger auftreten, eine häufige und unbedeutende Erkrankung sind“.
„Diejenigen, die Entschädigung für Schäden durch COVID-19-Impfstoffe fordern, sind die Gruppe, die der stärksten Unterdrückung und Verfolgung durch das chinesische Regime ausgesetzt ist, wobei viele verhaftet werden“, sagte er. Weiter teilte er mit, dass sowohl Peking als auch die lokalen Behörden alles tun, um „sich der Entschädigungsverantwortung zu entziehen“.
Das Medium „National Business Daily“ widmete den größten Teil des Artikels der Bewerbung von Versicherungen für Lungenknoten.
Darin hieß es, dass das West China Hospital der Sichuan University in Zusammenarbeit mit Versicherungs- und Technologieunternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2025 die landesweit erste „digitale Therapie zur umfassenden Behandlung von Lungenknoten“ eingeführt habe. Sie behaupten, dass damit Hunderte Millionen Menschen mit Lungenknoten versichert werden können.
Lin wies darauf hin, dass diese Art von „Versicherung für Menschen mit Vorerkrankungen“ zwar innovativ erscheint, aber tatsächlich „in gewisser Weise die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit mit den Gesundheitsproblemen des Staates verlagert“. Zudem wandele sich dadurch „die Skepsis gegenüber den Defiziten der staatlichen Gesundheitsversorgung in eine neue Form der kommerziellen Krankenversicherung, um die finanzielle Lücke zu schließen“.