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Wie sich Privatpersonen vor Hackerangriffen schützen können


In Kürze:

  • Hackerangriffe können jeden treffen.
  • Geplünderte Konten, Identitätsdiebstahl und Betrug – viele Straftaten sind online möglich.
  • Die Polizei gibt Ratschläge, wie man Übergriffe erschweren oder verhindern kann.

 
Der bislang größte Krypto-Diebstahl weltweit, bei dem der oder die Angreifer rund 6,3 Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) erbeuteten, Angriffe auf Unternehmen und jüngst mutmaßlich auch auf die Mobiltelefone von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern: All dies ereignete sich innerhalb der vergangenen Tage. Es sind nur einige der Vorfälle, die die Website „Security Incidents“ aus aller Welt aufführt.
Doch nicht nur Unternehmen, Kliniken oder Behörden sind betroffen. Auch jeder Internetnutzer kann Opfer eines Hackerangriffs werden. Was lässt sich tun, um Datendiebstahl möglichst zu verhindern oder zumindest zu erschweren? Und an wen können sich Betroffene wenden, wenn sie Ziel einer Attacke geworden sind? Epoch Times hat im Folgenden eine Reihe von Ratschlägen und Anlaufstellen zusammengestellt.

Starkes Passwort

Um das Risiko eines Hackerangriffs zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So rät die Polizei, für jedes Konto ein eigenes, möglichst starkes Passwort zu verwenden. Wer sich die vielen unterschiedlichen Zugangsdaten nicht merken kann, dem empfiehlt die Polizei, einen Passwortmanager zu nutzen, der sichere Passwörter erstellt, speichert und verschlüsselt.
Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren trägt ebenfalls zu einem besseren Schutz bei. Dabei wird neben dem Passwort eine weitere Bestätigung verlangt, beispielsweise über eine Authentifizierungs-App. Das erschwert es Kriminellen erheblich, ein Konto zu übernehmen – selbst wenn sie das Passwort bereits kennen.
Ebenso wichtig ist es, Betriebssysteme, Apps und Programme regelmäßig zu aktualisieren, rät die Verbraucherzentrale. Sicherheitsupdates schließen häufig bekannte Schwachstellen, die Hacker gezielt ausnutzen könnten, erläutert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einer Broschüre. Die Behörde weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass versäumte Aktualisierungen zu den häufigsten Gründen für erfolgreiche Cyberattacken auf Unternehmen gehören.

Daten regelmäßig sichern

Auch das regelmäßige Sichern von Daten gehört zur digitalen Vorsorge. Geht ein Gerät verloren oder werden Dateien durch Schadsoftware verschlüsselt, lassen sie sich etwa aus einem Backup wiederherstellen.
Vorsicht ist außerdem bei E-Mails, SMS und Nachrichten in sozialen Netzwerken geboten. Nutzer sollten unbekannte Absender genau überprüfen. Dies insbesondere dann, wenn sie dazu auffordern, auf einen Link zu klicken, persönliche Daten preiszugeben oder einen Anhang zu öffnen.
Selbst Nachrichten, die scheinbar von der eigenen Bank, einem Paketdienst oder einem bekannten Unternehmen stammen, können gefälscht sein. Erscheint der Absender zweifelhaft, sollte man die Internetseite des Anbieters direkt über die bekannte Adresse aufrufen und nicht den mitgeschickten Link verwenden.
Passwörter, PINs und TANs sollten grundsätzlich nicht per E-Mail, Messenger oder Telefon weitergegeben werden. Seriöse Banken und Dienstleister verlangen vertrauliche Informationen nie auf diesem Weg.
Wer unterwegs im Internet surfen möchte, sollte ebenfalls vorsichtig sein. Öffentliche WLAN-Netzwerke in Hotels, Flughäfen oder Cafés und Restaurants sind zwar praktisch, können aber Sicherheitsrisiken bergen, betont die Polizei.

Mehr Schutz mit einem VPN

Nutzer sollten demnach möglichst auf sensible Vorgänge wie Online-Banking oder die Eingabe vertraulicher Daten verzichten und stattdessen möglichst das eigene Mobilfunknetz verwenden. Wer dennoch ein öffentliches Netzwerk nutzen muss, sollte auf eine vertrauenswürdige Verschlüsselung achten.
Dazu bietet sich etwa ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) an. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der sich eine geschützte Verbindung zum Internet herstellen lässt. WLAN und Bluetooth sollten außerdem ausgeschaltet sein, wenn sie nicht benötigt werden. Auf diese Weise lassen sich unnötige Verbindungsmöglichkeiten vermeiden.
Schließlich sollten Nutzer auch den Umgang mit persönlichen Informationen in sozialen Netzwerken überdenken. Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer oder Urlaubspläne müssen nicht für jeden öffentlich sichtbar sein, mahnt die Polizei.
Je mehr persönliche Informationen Kriminelle sammeln können, desto leichter fällt es ihnen, andere Menschen zu betrügen oder fremde Identitäten zu missbrauchen. Zurückhaltung beim Umgang mit den eigenen Daten sei deshalb ein wichtiger Aspekt, wenn es um den persönlichen Schutz im Internet geht, heißt es weiter.

Hinweise auf Hackerangriffe

Wer trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen dennoch Opfer eines Hackerangriffs wird, für den gibt es – je nach angerichtetem Schaden – verschiedene Möglichkeiten der Hilfe. Zunächst jedoch einige Hinweise, an denen man erkennt, dass eigene Konten gekapert wurden. So sollten Nutzer auf ungewöhnliche Anmeldebenachrichtigungen achten, etwa wenn ein fremdes Gerät auf ein Konto zugreift.
Auch Hinweise auf geänderte Passwörter oder hinterlegte E-Mail-Adressen sollte man ernst nehmen, rät die Verbraucherzentrale. Kann man sich plötzlich nicht mehr anmelden oder entdeckt man Änderungen etwa bei den persönlichen Angaben, besteht ebenfalls Handlungsbedarf.
Ebenfalls Anzeichen für Eindringlinge können Aktionen sein, die man selbst nicht ausgelöst hat. Dazu gehören bereits gelesene E-Mails, unbekannte Nachrichten im Postausgang oder unerklärliche Kontaktanfragen. Misstrauisch sollte man auch sein bei unerklärlichen Bestellbestätigungen sowie Mahnungen und Inkassoforderungen zu unbekannten Käufen.

Anlaufstellen für den Ernstfall

Wer Opfer von Hackerangriffen geworden ist, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten der Hilfe.
Polizei: Bei Betrug, Identitätsdiebstahl, Erpressung oder einem gehackten Konto sollten Betroffene Strafanzeige erstatten. Das ist in allen Bundesländern auch über die Onlinewachen der Polizei möglich. Diese benötigt möglichst genaue Angaben und Belege zu dem Vorfall.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Das BSI ist die zentrale staatliche Stelle für IT-Sicherheit in Deutschland. Die Behörde informiert über aktuelle Bedrohungen, gibt Sicherheitsempfehlungen und unterstützt Menschen bei der Einschätzung von Sicherheitsvorfällen. Über das Service-Center ist eine kostenlose telefonische Beratung unter 0800 274 1000 möglich. Die Leitungen sind von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 18 Uhr besetzt.
Verbraucherzentrale: Die Verbraucherzentralen bieten Informationen und Beratung zu Phishing, Online-Betrug, Identitätsdiebstahl und Problemen mit digitalen Verträgen. So beraten Mitarbeiter auch bei betrügerischen Zahlungsaufforderungen oder Problemen mit Verkaufsplattformen.
Anbieter und Banken: Bei einem gehackten Konto sollte man schnellstmöglich den jeweiligen Plattformbetreiber kontaktieren. Bei finanziellen Schäden ist die Bank der Ansprechpartner. Je schneller der Vorfall gemeldet wird, desto größer sind die Chancen, weitere Schäden zu vermeiden.
WEISSER RING: Ein Hackerangriff kann für Betroffene nicht nur finanzielle Folgen haben, sondern auch psychisch belastend sein. Opfer von Online-Erpressung, Identitätsdiebstahl oder Betrug können sich daher an die Hilfsorganisation wenden. Die bundesweite telefonische Opferhilfe ist unter der Rufnummer 116 006 erreichbar.