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Wacholder – Würze und Heilkraft aus dem Wald


In Kürze:

  • Wacholder zählte früher zu den bedeutenden Heil- und Schutzpflanzen.
  • Das immergrüne Nadelgehölz bringt blauschwarze Beeren hervor, die als Gewürz- und Heilmittel geschätzt werden.
  • Sie sind in der Küche vielseitig einsetzbar und können auch verräuchert werden.

 
Vor dem Wacholder zog man früher ebenso den Hut wie vor dem Holunder. Seit der Antike ist er als bedeutende Heil- und Würzpflanze bekannt. Man machte Räucherungen mit Wacholderzweigen, um sich vor Infektionen zu schützen und negative Energien abzuwehren.
Heute weiß man aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass verschiedene Inhaltsstoffe im Wacholder, die beim Erhitzen in die Luft gelangen, eine antimikrobielle Wirkung besitzen. Wacholder kommt überdies bei Harnwegsleiden und Verdauungsbeschwerden zum Einsatz. Wacholderbeeren sind zudem ein beliebtes Gewürz, insbesondere für Fleisch- und Wildgerichte und für Sauerkraut.

Ein feiner aber lebenswichtiger Unterschied

Aus botanischer Sicht gehört der Wacholder (Juniperus) zur Familie der Zypressengewächse, die zahlreiche Arten umfassen. Nur zwei davon sind in Mitteleuropa heimisch: der Gemeine/Echte Wacholder (Juniperus communis) und der Sadebaum (Juniperus sabina), wobei der Sadebaum – im Volksmund auch als Segenbaum bekannt – in allen Pflanzenteilen giftig ist.
Der Gemeine Wacholder gedeiht auf der gesamten Nordhalbkugel und wächst bevorzugt in trockenen Heidegebieten, lichten Wäldern und an Berghängen. Im Volksmund trägt er auch Namen wie Kranewitt oder Machangel. Das immergrüne Nadelgehölz wächst als Strauch oder Baum und hat unscheinbare Blüten, aus denen sich die bekannten Wacholderbeeren entwickeln. Sie sind anfangs grün und reifen im zweiten oder dritten Jahr dunkelblau bis schwarzblau ab. Man findet daher meist gleichzeitig grüne und reife Beeren am Wacholdergehölz. Doch eigentlich sind sie keine Beeren, sondern die weiblichen Samenzapfen des Gemeinen Wacholder.
Ein Unterscheidungsmerkmal der zwei Wacholderarten sind ihre Blätter: Die Blätter des Gemeinen Wacholder sind hart, nadelförmig, spitz und stachelig und stehen meist zu dritt in sternförmigen Quirlen. Sie besitzen an der Oberseite einen weißen Längsstreifen. Der Sadebaum trägt dagegen an älteren Trieben überwiegend kleine, eher weiche, schuppenförmig anliegende Blätter. Allerdings können junge Sadebäume auch nadelförmige Jugendblätter tragen.

Heilsame Inhaltsstoffe

Wacholderbeeren enthalten zahlreiche bioaktive Pflanzenstoffe. Zu den wichtigsten zählen ätherische Öle, die bis zu zwei Prozent ausmachen können. Sie sind für die antimikrobiellen Eigenschaften des Wacholders verantwortlich. Ihr Duft ist aromatisch bis leicht fruchtig und gilt als aufmunternd.
Weiterhin befinden sich verschiedene Polyphenole in den Beeren wie Quercetin, Flavanole wie Catechine und Procyanidine sowie Anthocyane. Diese Polyphenole werden insbesondere mit den antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Wacholders in Verbindung gebracht. Darüber hinaus enthalten Wacholderbeeren Zucker, Harze, organische Säuren und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
Das Zusammenspiel all dieser Inhaltsstoffe verleiht den Beeren harntreibende, verdauungsfördernde, leberschützende, antidiabetische und schmerzstillende Eigenschaften, die in einer wissenschaftliche Übersichtsarbeit von 2022 beschrieben werden. Diese beruhen jedoch überwiegend auf In-vitro- und Tierstudien. Ausreichende Humanstudien, die eine therapeutische Anwendung beim Menschen bestätigen, fehlen noch.

Anwendungen in der Volksmedizin

Traditionell anerkannt ist die Anwendung von Wacholderbeeren bei Harnwegsinfektionen und Blasenentzündungen, beispielsweise als Tee, um die Urinmenge zu erhöhen und die Harnwege zu spülen. Allerdings soll Wacholder bei schweren Nierenerkrankungen nicht angewendet werden.
Ebenso gebräuchlich ist die Verwendung bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Sodbrennen sowie Magen- und Darmkrämpfen. Diese Wirkung wird durch eine neue Humanstudie aus 2025 untermauert. Des Weiteren gelten Wacholderbeeren als stoffwechselanregend und kommen bei reinigenden Frühjahrskuren zum Einsatz.
In der Volksmedizin wird ätherisches Wacholderöl auch in Salben und Einreibungen verwendet. Aufgrund seiner durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkungen soll es bei Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen und Rheuma für Linderung sorgen.
Wacholderbeeren können auch verräuchert werden. Sie verbreiten einen warmen und angenehmen Waldduft, der die Lebensenergie stärken soll.

Wacholderbeeren in der Küche

Wacholderbeeren haben ein harzig-würziges, leicht bitteres Aroma mit einer dezenten süßlich bis zitrusartigen Note. Sie sind ein beliebtes Gewürz für die Zubereitung von Sauerkraut, Wildgerichten, Rind- und Sauerbraten, Rotkrautsalat sowie Suppen und Eintöpfen. Dabei harmonieren sie gut mit Lorbeerblättern und Kümmel sowie kräftigen Gewürzen wie Majoran und Thymian. Sie machen Speisen nicht nur bekömmlicher sondern tragen auch zu ihrer Haltbarkeit bei. Daher werden sie auch als klassisches Einlegegewürz geschätzt.
Da Wacholderbeeren einen intensiven Geschmack besitzen, ist es besser, sie zunächst sparsam zu verwenden und bei Bedarf nachzuwürzen. Für ein kräftiges Aroma werden die Beeren zerdrückt, beispielsweise für Wild, Marinaden oder Sauerbraten. Ganze Wacholderbeeren kommen in Schmorgerichten, Sauerkraut und Brühen zum Einsatz.
Darüber hinaus werden Wacholderbeeren zum Aromatisieren von alkoholischen Getränken verwendet, insbesondere für Gin, Bier oder Likör.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Koriander – ein antikes Gewürz bis heute beliebt


In Kürze:

  • Koriander ist weltweit in vielen Küchen beliebt.
  • Blätter und Samen schmecken sehr unterschiedlich.
  • Korianderkörner sind Teil vieler Gewürzmischungen während die Blätter ähnlich wie Petersilie verwendet werden.
  • Koriander enthält antioxidative, entzündungshemmende, antimikrobielle, schmerzstillende und krampflösende Inhaltsstoffe.

 
Koriander ist eines der ältesten und heute weltweit am häufigsten verwendeten Gewürze. Es ist vor allem aus der asiatischen und arabischen Küche bekannt. Sowohl die frischen Blätter als auch die Samen des Korianderkommen dabei in der Küche – und als Heilmittel – zum Einsatz.
Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Nahen Osten. Bereits im Alten Ägypten wurde er als Gewürz und Heilpflanze, bei rituellen Räucherungen und als Grabbeigabe verwendet. Heute wird Koriander weltweit angebaut und ist aus zahlreichen Küchen nicht mehr wegzudenken.
Die einjährige krautige Pflanze wird 30 bis 70 Zentimeter hoch und riecht nach der Ausdünstung verschiedener Wanzenarten, was ihr auch den Namen Wanzenkraut oder Wanzendill einbrachte. Der Name Koriander leitet sich von dem griechischen Wort „Koris“ ab, was Wanze bedeutet. Weiter Trivialnamen sind Arabische Petersilie oder Schwindelkraut.
Sorten, die vorwiegend Samen ausbilden, gedeihen am besten an sonnig-warmen und geschützten Standorten. Blattkoriander hingegen bevorzugt halbschattige oder schattige Plätze im Gartenbeet. Generell benötigt Koriander nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Er eignet sich zudem gut als Mischkultur mit Kohlgemüse, das sein Duft Schädlinge wie die Kohlblattlaus oder den Kohlweißling abwehrt. Auch in Töpfen auf dem Balkon gedeiht Koriander sehr gut.

Blätter und Samen mit unterschiedlichem Aroma

Blätter und Samen haben einen intensiven Geschmack, der sich allerdings stark voneinander unterscheidet. Die frischen Korianderblätter haben einen frisch-zitronigen, würzigen, leicht pfeffrigen Geschmack, der für manche Menschen aufgrund der enthaltenen Aldehyde als seifig wahrgenommen wird und Abneigung hervorruft. Die Blätter werden in vielen Küchen Asiens und Afrikas wie Petersilie verwendet.
Koriandersamen haben hingegen ein warmes, leicht süßlich bis nussiges Aroma mit einer feinen Note von Orange. Sie harmonieren besonders gut mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Fenchel, Kurkuma, Zimt, Kardamom oder Ingwer und kommen daher häufig gemeinsam in Gewürzmischungen vor. Koriandersamen sind Basis vieler Currymischungen, ein traditionelles Gewürz für Brot und Gebäck und unverzichtbar im klassischen Lebkuchengewürz.

Inhaltsstoffe und volksheilkundliche Verwendungen

Koriander enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phenolsäuren, Phytosterole und Terpene, die laut Studien das Herz-Kreislauf-System und die Blutdruckregulation positiv unterstützen können. Zudem gilt Koriander aufgrund der enthaltenen Polyphenole als wertvolles Lebensmittel gegen das metabolische Syndrom und Diabetes.
Darüber hinaus enthalten Korianderblätter viele Vitamine wie Vitamin C und Folsäure sowie Chlorophyll. Koriandersamen sind zudem reich an ätherischen Ölen, deren Hauptbestandteil Linalool ist. Außerdem enthalten sie Cineol (Eukalyptol). Wissenschaftliche Untersuchen zeigen antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende, krampflösende und beruhigende Eigenschaften der ätherischen Öle.
In der Volksmedizin kommen Koriandersamen unter anderem bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall, Appetitlosigkeit, Angststörungen, rheumatoider Arthritis sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden und bei Diabetes zum Einsatz. Ferner wird Koriander traditionell bei Nierenerkrankungen, Schlafstörungen und Übelkeit verwendet.

Koriander in der Küche

Koriandersamen können ganz oder gemahlen verwendet werden. Ein besonders intensives Aroma entsteht, wenn die ganzen Früchte vor der Verwendung ohne Fett geröstet werden. Wichtig dabei ist, die Pfanne zu schwenken, damit sie nicht anbrennen. Danach die Samen mörsern und alsbald verwenden.
Korianderkörner sind ein unverzichtbares Gewürz in indischen Linsendals, Currys, Eintöpfen und Suppen. Sie passen aber auch zu Fleisch, Fisch und Würsten und eignen sich zum Einlegen von Gemüse, da sie aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften zu einer besseren Haltbarkeit beitragen. Besonders gut harmonieren die Körner zu Blumenkohl und anderen Kraut- und Kohlgerichten sowie zu Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln. Vielen sind die Samen zudem als klassisches Brotgewürz vertraut. In süßen Speisen wird Koriander vor allem für Lebkuchen und Gewürzkuchen oder -kekse in Kombination mit Ingwer, Zimt und Kardamom verwendet.
Das Koriandergrün wird gerne in den Küchen Indiens, Chinas, Thailands und Vietnams zum Garnieren und für Salate verwendet. Oft werden Blattgrün und Samen in einem Gericht verwendet – richtig dosiert ergänzen sie sich. Überdies kommt die Korianderwurzel vor allem in der thailändischen Küche als Basis für Würz- und Currypasten zum Einsatz.
Hinweis: Wie auch bei anderen Kräutern können manche Menschen auf Koriander allergisch reagieren, sowohl auf die Blätter als auch auf die Samen. Besonders Menschen mit Allergien gegen andere Doldenblütler wie Sellerie, Beifußpollen, Petersilie oder Kümmel. Dies kommt allerdings selten vor.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Thymian: Mediterrane Würze mit Heilkraft


In Kürze:

  • Thymian wird seit Jahrhunderten als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt.
  • Das mediterrane Kraut wirkt unter anderem schleimlösend, entzündungshemmend und antibakteriell.
  • Ob bei Husten und Erkältungen, für die Verdauung oder in der Küche – Thymian ist vielseitig einsetzbar.

 
Thymian zählt neben anderen mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Oregano und Salbei zu den stärksten antimikrobiellen Heilkräutern Europas. Trotz seiner winzigen Blätter und geringen Größe zeigt Thymian große Wirkung. Er stärkt die Abwehrkräfte und ist unverzichtbar bei Erkältungen und Husten. Der kräftige, herb-süßliche Duft des Krauts wird auch in Räuchermischungen geschätzt und in reinigenden Ritualen verwendet.
In der Mythologie galt Thymian einst als Schutzpflanze vor negativen Einflüssen. Er wurde Verstorbenen ins Grab beigelegt, um einen sicheren Übergang ins Jenseits zu gewährleisten. Bei den alten Römern und Griechen war Thymian ein Symbol für Mut und Tapferkeit. Auch als Frauenpflanze fand Thymian Verwendung etwa zur Stärkung nach Geburt und Krankheit und als Schutz von jungen Mädchen.
Überdies ist der in Südeuropa heimische Thymian ein beliebtes Gewürz in der mediterranen Küche und insbesondere in der französischen Küche wie etwa der Provence. Er ist traditionell Bestandteil des Bouquet garni, einem Kräuterstrauß, der zum Aromatisieren von Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht wird.
Thymian (Thymus vulgaris) gehört mit seinen über 300 Arten zur Familie der Lippenblütler, wobei der Echte Thymian 10 bis 40 Zentimeter hoch wird. Er ist anspruchslos, gedeiht auf trockenem und durchlässigem Boden an sonnigen Standorten. Seine besondere Heilkraft steckt im blühenden Kraut und beruht vorwiegend auf den enthaltenen ätherischen Ölen, wie Thymol und Carvacrol, sowie sekundären Pflanzenstoffen.

Thymian bei Husten und Erkältungen …

Neben seiner Verwendung in der Küche wird Thymian vor allem zur Behandlung von Husten und Schnupfen verwendet. Die ätherischen Öle im Thymian helfen, festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu lösen, sodass dieser abgehustet werden kann. Gleichzeitig wirken sie krampflösend auf die Bronchien und können Reizhusten lindern.
Darüber hinaus besitzen die Inhaltsstoffe des Thymians antibakterielle, antivirale und pilzfeindliche Eigenschaften, die den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen.
In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte das ätherische Thymianöl sogar eine bedeutende Wirkung gegen antibiotikaresistente Bakterienstämme. Im Volksmund wir Thymianöl daher auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.
Die deutsche Kommission E erkennt Thymian für die Behandlung von Bronchitis, Keuchhusten und andere Infektionen der oberen Atemwege an.
Im Bedarfsfall können zwei bis drei Tassen Thymiantee über den Tag verteilt getrunken werden. Für Kinder eignet sich die Anwendung in Form von Hustensaft. Ebenso helfen Inhalationen mit Thymiantee, den Schleim in den Atemwegen zu lösen und die Nase freizubekommen.

… für die Verdauung und gegen Bakterien

Darüber hinaus wirkt Thymian lindernd bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und fördert die Verdauung von fettreichen Mahlzeiten. Wer seine Speisen mit Thymian würzt, trägt außerdem dazu bei, dass diese länger haltbar sind. Das ätherische Thymianöl hemmt nämlich das Wachstum von verschiedenen Bakterienstämmen, die unter anderem Durchfallerkrankungen auslösen können.
Thymian ist auch häufig Bestandteil von Mundwasser oder Zahnpasten. Seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wirken Bakterien im Mundraum und Zahnfleischentzündungen entgegen.
Reines ätherisches Thymianöl sollte stets mit einem Trägeröl, beispielsweise Oliven- oder Mandelöl, verdünnt werden, da es aufgrund seiner hohen Konzentration die Haut und Schleimhäute reizen kann. Es sollte nur äußerlich verwendet werden.

… bei Schmerzen und Entzündungen

Aufgrund seiner wärmenden und durchblutungsfördernden Wirkung kommt Thymian in der Volksmedizin auch bei Muskelkater, Gelenkschmerzen, Verspannungen und Rheuma zum Einsatz zum Beispiel in Form von Bädern, Einreibungen oder Umschlägen.
Die moderne Wissenschaft untermauert diese Anwendungen. Studien zeigen, das Thymol – der Hauptwirkstoff im Thymian – entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzt. Zudem wurde 2014 in einer Studie festgestellt, dass Thymian bei der Behandlung von Menstruationsschmerzen genauso wirksam war wie Ibuprofen, was die Forscher unter anderem auf die krampflösenden Eigenschaften des Thymian zurückführten.

… und in der Küche

Das warm-würzige Aroma des Thymian harmoniert mit vielen herzhaften Speisen. Er ist eine feste Zutat in mediterranen Kräutermischungen für Pizza und Pasta, passt aber auch zu den verschiedensten Fleischgerichten und macht diese bekömmlicher.
Auch in Gemüsesuppen, Kartoffel- und Pilzgerichten, Bohnen- und Linseneintöpfen bringt Thymian ein schmackhaftes Aroma. Darüber hinaus schmeckt Thymian zu Kräuterbaguettes und Focaccia und harmoniert mit Ziegenkäse oder Camembert und Wein.
Weniger bekannt ist die Verwendung von Thymian in der süßen Küche. Dort verleiht er Gebäck, Obstdesserts und Sorbets eine feine würzige Note und harmoniert besonders gut mit Honig und Zitrusfrüchten wie Zitrone und Orange.
Auch in Marmeladen, Gelees oder Chutneys bringt Thymian ein würziges Aroma und kann überdies ihre Haltbarkeit verlängern. Probieren Sie beispielsweise Himbeermarmelade mit Thymian und Rosmarin oder ein Apfel-Thymian-Gelee. Lassen Sie dafür einige Thymianzweige während des Kochens mitziehen und entfernen Sie diese vor dem Abfüllen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Warum Rosmarin so wertvoll für Gesundheit und Küche ist


In Kürze:

  • Rosmarin bringt mediterrane Aromen in die Speisen und das von herzhaft bis süß.
  • Das Küchenkraut ist seit Jahrtausenden auch als Heilkraut bekannt.
  • Rosmarin enthält ätherische Öle, Terpene, Polyphenole, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe und wirkt antibakteriell, schmerzstillend, entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Mit einigen Tipps gelingt die Kultivierung im Topf oder Garten.

 
Rosmarin ist aus unseren Küchen kaum wegzudenken. Die nadelartigen Blätter des Rosmarins schmecken würzig-herb und duften intensiv. Als Gewürz verleiht er sowohl Fleisch- als auch Gemüsegerichten sowie Eintöpfen und Soßen eine mediterrane Note. Besonders gut schmeckt Rosmarin zu Ofenkartoffeln oder -kürbis.
Rosmarin hat jedoch nicht nur als Gewürz eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden ist er auch als Heilpflanze bekannt. Die Pflanze bringt Wärme in den Körper und Sonne ins Gemüt. Sein Tee wirkt anregend und stärkend bei Erschöpfung, unterstützt die Verdauung und die Gedächtnisleistung. Ein Vollbad mit Rosmarin fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Im antiken Griechenland (rund 1000 v. Chr.) wurde Rosmarin wie Weihrauch verräuchert und galt als Symbol für Liebe und Treue.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendungen

Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist in den Mittelmeerländern beheimatet, wo er wild in Küstenregionen und oft an felsigen Hängen wächst. Er fand sich in den Klostergärten des Mittelalters und wird heute weltweit kultiviert. Der mehrjährige Halbstrauch zählt zur Familie der Lippenblütler und kann eine Höhe von bis zu 1,5 bis zwei Metern erreichen – und sehr ausladend werden.
Rosmarin ist immergrün und kann das ganze Jahr über geerntet werden. Von März bis Juni blüht Rosmarin rosa bis blass violett oder weiß und zieht viele Insekten an. Mit zunehmendem Alter verholzen seine unteren Triebe.
Rosmarinblätter enthalten rund 2 Prozent wertvolle ätherische Öle. Den Hauptanteil bilden Cineol (Eucalyptol), Camphor und Alpha-Pinene. Britische Forscher fanden in einer Studie 2012 heraus, dass das Inhalieren von Rosmarinöl mentale Klarheit und Fokussierung fördert.
Des Weiteren befinden sich Diterpene, Polyphenole, Flavonoide, Harze, Bitter- und Gerbstoffe im Rosmarin. Vor allem die Diterpene Carnosol und Carnosinsäure, die zu den am häufigsten vorkommenden sekundären Pflanzenstoffen im Rosmarin gehören, sind für die hohe antioxidative Wirkung der Pflanze verantwortlich.
Traditionell wird Rosmarin wegen seiner entzündungshemmenden, schmerzstillenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen und Migräne verwendet. Für die Anwendung einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl mit Mandelöl vermischen und die entsprechenden Bereiche einmassieren.
Wer seine Haarpracht vermehren möchte, massiert diese Ölmischung oder eine starke Teeabkochung in den Haarboden ein. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und das Haarwachstum. Gleichzeitig ergibt eine Teeabkochung ein sanft glättendes, reinigendes und antioxidatives Gesichtswasser.
Außerdem kommt die Heilpflanze in der Erfahrungsmedizin als Tee bei niedrigem Blutdruck, nervösen Herzstörungen, Appetitlosigkeit, Lebererkrankungen und gestauten Gallenwegen zum Einsatz. Zudem kann Rosmarin bei Angststörungen Linderung bringen.

Rosmarin in der Küche

In der Küche ist Rosmarin ein wahrer Alleskönner. Er passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen. So ist Rosmarin ein Klassiker zu Lamm, Fisch und Geflügel. Er passt aber genauso gut zu Wildgerichten, Rind oder Schweinebraten.
Ebenso vielfältig lässt sich das Küchenkraut in Gemüsegerichten verwenden. Neben Kartoffeln passt es zu Kürbis, Karotten, Rote Bete, Zucchini oder Tomaten ebenso wie zu Hülsenfrüchten. Egal, ob zu Ofengemüse, in geschmorten Gemüsegerichten oder in Bohneneintöpfen, Rosmarin verleiht den Gerichten eine frische, belebende Note und macht sie gleichzeitig bekömmlicher.
Eine würzige Frische bringt Rosmarin zudem zu Käse wie Ziegenkäse, Feta, Camembert oder Grillkäse. Rosmarin in Olivenöl ergibt ein aromatisches und vielseitig verwendbares Küchenöl. Besonders interessant schmeckt das mediterrane Kraut in Süßspeisen wie Pfirsichkuchen, Zitroneneis, Mürbteigkeksen oder kombiniert mit dunkler Schokolade.
Darüber hinaus eignet sich Rosmarin hervorragend zum Verfeinern von Marmelade, Kompott und Sirup. Dafür beim Einkochen einige Rosmarinzweige mitkochen und vor dem Abfüllen wieder entfernen. Besonders gut harmoniert Rosmarin zum Beispiel mit Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Pfirsich oder Birne.
Neben seinem aromatischen Wert wird Rosmarin aufgrund seiner nachgewiesenen antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften auch als natürlicher Lebensmittelkonservierer erforscht. Daher kann er dazu beitragen, die Qualität und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verbessern.

Tipps für Anbau und Pflege

Rosmarin liebt Wärme, egal ob im Topf auf der Terrasse oder im Beet. Die sonnenliebende Pflanze bevorzugt einen trockenen, durchlässigen und kalkhaltigen Boden, der leicht steinig sein darf. Für die Pflanzung im Topf vermischt man am besten Kräutererde mit reichlich Sand oder Tongranulat. Das Gießwasser sollte vom Topf gut abfließen können, denn Rosmarin verträgt keine Staunässe.
Topfpflanzen sollten zudem zwei- bis dreimal pro Jahr mit einem Kräuterdünger gedüngt werden. Ein Rückschnitt im Frühling um etwa ein Drittel fördert ein buschiges Wachstum.
Rosmarin ist nicht winterhart. Er benötigt daher sowohl im Beet als auch im Topf ausreichend Frostschutz. Im Beet den Wurzelbereich dick mit Laub bedecken und die Blätter mit Reisig so abdecken, dass noch Luft zirkulieren kann.
Bei Topfpflanzen den Topf ohne Übertopf in eine Kiste geben und gut in Stroh einpacken. Die Blätter mit Reisig abdecken. Ein sonniger, geschützter Platz an der Hauswand ist ein idealer Ort zum Überwintern. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Rosmarin im Winter nicht austrocknet. Er benötigt zwar weniger aber dennoch alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen Wasser. Zwischen den Wassergaben darf die Erde ruhig austrocknen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.