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Thymian: Mediterrane Würze mit Heilkraft


In Kürze:

  • Thymian wird seit Jahrhunderten als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt.
  • Das mediterrane Kraut wirkt unter anderem schleimlösend, entzündungshemmend und antibakteriell.
  • Ob bei Husten und Erkältungen, für die Verdauung oder in der Küche – Thymian ist vielseitig einsetzbar.

 
Thymian zählt neben anderen mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Oregano und Salbei zu den stärksten antimikrobiellen Heilkräutern Europas. Trotz seiner winzigen Blätter und geringen Größe zeigt Thymian große Wirkung. Er stärkt die Abwehrkräfte und ist unverzichtbar bei Erkältungen und Husten. Der kräftige, herb-süßliche Duft des Krauts wird auch in Räuchermischungen geschätzt und in reinigenden Ritualen verwendet.
In der Mythologie galt Thymian einst als Schutzpflanze vor negativen Einflüssen. Er wurde Verstorbenen ins Grab beigelegt, um einen sicheren Übergang ins Jenseits zu gewährleisten. Bei den alten Römern und Griechen war Thymian ein Symbol für Mut und Tapferkeit. Auch als Frauenpflanze fand Thymian Verwendung etwa zur Stärkung nach Geburt und Krankheit und als Schutz von jungen Mädchen.
Überdies ist der in Südeuropa heimische Thymian ein beliebtes Gewürz in der mediterranen Küche und insbesondere in der französischen Küche wie etwa der Provence. Er ist traditionell Bestandteil des Bouquet garni, einem Kräuterstrauß, der zum Aromatisieren von Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht wird.
Thymian (Thymus vulgaris) gehört mit seinen über 300 Arten zur Familie der Lippenblütler, wobei der Echte Thymian 10 bis 40 Zentimeter hoch wird. Er ist anspruchslos, gedeiht auf trockenem und durchlässigem Boden an sonnigen Standorten. Seine besondere Heilkraft steckt im blühenden Kraut und beruht vorwiegend auf den enthaltenen ätherischen Ölen, wie Thymol und Carvacrol, sowie sekundären Pflanzenstoffen.

Thymian bei Husten und Erkältungen …

Neben seiner Verwendung in der Küche wird Thymian vor allem zur Behandlung von Husten und Schnupfen verwendet. Die ätherischen Öle im Thymian helfen, festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu lösen, sodass dieser abgehustet werden kann. Gleichzeitig wirken sie krampflösend auf die Bronchien und können Reizhusten lindern.
Darüber hinaus besitzen die Inhaltsstoffe des Thymians antibakterielle, antivirale und pilzfeindliche Eigenschaften, die den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen.
In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte das ätherische Thymianöl sogar eine bedeutende Wirkung gegen antibiotikaresistente Bakterienstämme. Im Volksmund wir Thymianöl daher auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.
Die deutsche Kommission E erkennt Thymian für die Behandlung von Bronchitis, Keuchhusten und andere Infektionen der oberen Atemwege an.
Im Bedarfsfall können zwei bis drei Tassen Thymiantee über den Tag verteilt getrunken werden. Für Kinder eignet sich die Anwendung in Form von Hustensaft. Ebenso helfen Inhalationen mit Thymiantee, den Schleim in den Atemwegen zu lösen und die Nase freizubekommen.

… für die Verdauung und gegen Bakterien

Darüber hinaus wirkt Thymian lindernd bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und fördert die Verdauung von fettreichen Mahlzeiten. Wer seine Speisen mit Thymian würzt, trägt außerdem dazu bei, dass diese länger haltbar sind. Das ätherische Thymianöl hemmt nämlich das Wachstum von verschiedenen Bakterienstämmen, die unter anderem Durchfallerkrankungen auslösen können.
Thymian ist auch häufig Bestandteil von Mundwasser oder Zahnpasten. Seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wirken Bakterien im Mundraum und Zahnfleischentzündungen entgegen.
Reines ätherisches Thymianöl sollte stets mit einem Trägeröl, beispielsweise Oliven- oder Mandelöl, verdünnt werden, da es aufgrund seiner hohen Konzentration die Haut und Schleimhäute reizen kann. Es sollte nur äußerlich verwendet werden.

… bei Schmerzen und Entzündungen

Aufgrund seiner wärmenden und durchblutungsfördernden Wirkung kommt Thymian in der Volksmedizin auch bei Muskelkater, Gelenkschmerzen, Verspannungen und Rheuma zum Einsatz zum Beispiel in Form von Bädern, Einreibungen oder Umschlägen.
Die moderne Wissenschaft untermauert diese Anwendungen. Studien zeigen, das Thymol – der Hauptwirkstoff im Thymian – entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzt. Zudem wurde 2014 in einer Studie festgestellt, dass Thymian bei der Behandlung von Menstruationsschmerzen genauso wirksam war wie Ibuprofen, was die Forscher unter anderem auf die krampflösenden Eigenschaften des Thymian zurückführten.

… und in der Küche

Das warm-würzige Aroma des Thymian harmoniert mit vielen herzhaften Speisen. Er ist eine feste Zutat in mediterranen Kräutermischungen für Pizza und Pasta, passt aber auch zu den verschiedensten Fleischgerichten und macht diese bekömmlicher.
Auch in Gemüsesuppen, Kartoffel- und Pilzgerichten, Bohnen- und Linseneintöpfen bringt Thymian ein schmackhaftes Aroma. Darüber hinaus schmeckt Thymian zu Kräuterbaguettes und Focaccia und harmoniert mit Ziegenkäse oder Camembert und Wein.
Weniger bekannt ist die Verwendung von Thymian in der süßen Küche. Dort verleiht er Gebäck, Obstdesserts und Sorbets eine feine würzige Note und harmoniert besonders gut mit Honig und Zitrusfrüchten wie Zitrone und Orange.
Auch in Marmeladen, Gelees oder Chutneys bringt Thymian ein würziges Aroma und kann überdies ihre Haltbarkeit verlängern. Probieren Sie beispielsweise Himbeermarmelade mit Thymian und Rosmarin oder ein Apfel-Thymian-Gelee. Lassen Sie dafür einige Thymianzweige während des Kochens mitziehen und entfernen Sie diese vor dem Abfüllen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Warum Rosmarin so wertvoll für Gesundheit und Küche ist


In Kürze:

  • Rosmarin bringt mediterrane Aromen in die Speisen und das von herzhaft bis süß.
  • Das Küchenkraut ist seit Jahrtausenden auch als Heilkraut bekannt.
  • Rosmarin enthält ätherische Öle, Terpene, Polyphenole, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe und wirkt antibakteriell, schmerzstillend, entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Mit einigen Tipps gelingt die Kultivierung im Topf oder Garten.

 
Rosmarin ist aus unseren Küchen kaum wegzudenken. Die nadelartigen Blätter des Rosmarins schmecken würzig-herb und duften intensiv. Als Gewürz verleiht er sowohl Fleisch- als auch Gemüsegerichten sowie Eintöpfen und Soßen eine mediterrane Note. Besonders gut schmeckt Rosmarin zu Ofenkartoffeln oder -kürbis.
Rosmarin hat jedoch nicht nur als Gewürz eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden ist er auch als Heilpflanze bekannt. Die Pflanze bringt Wärme in den Körper und Sonne ins Gemüt. Sein Tee wirkt anregend und stärkend bei Erschöpfung, unterstützt die Verdauung und die Gedächtnisleistung. Ein Vollbad mit Rosmarin fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Im antiken Griechenland (rund 1000 v. Chr.) wurde Rosmarin wie Weihrauch verräuchert und galt als Symbol für Liebe und Treue.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendungen

Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist in den Mittelmeerländern beheimatet, wo er wild in Küstenregionen und oft an felsigen Hängen wächst. Er fand sich in den Klostergärten des Mittelalters und wird heute weltweit kultiviert. Der mehrjährige Halbstrauch zählt zur Familie der Lippenblütler und kann eine Höhe von bis zu 1,5 bis zwei Metern erreichen – und sehr ausladend werden.
Rosmarin ist immergrün und kann das ganze Jahr über geerntet werden. Von März bis Juni blüht Rosmarin rosa bis blass violett oder weiß und zieht viele Insekten an. Mit zunehmendem Alter verholzen seine unteren Triebe.
Rosmarinblätter enthalten rund 2 Prozent wertvolle ätherische Öle. Den Hauptanteil bilden Cineol (Eucalyptol), Camphor und Alpha-Pinene. Britische Forscher fanden in einer Studie 2012 heraus, dass das Inhalieren von Rosmarinöl mentale Klarheit und Fokussierung fördert.
Des Weiteren befinden sich Diterpene, Polyphenole, Flavonoide, Harze, Bitter- und Gerbstoffe im Rosmarin. Vor allem die Diterpene Carnosol und Carnosinsäure, die zu den am häufigsten vorkommenden sekundären Pflanzenstoffen im Rosmarin gehören, sind für die hohe antioxidative Wirkung der Pflanze verantwortlich.
Traditionell wird Rosmarin wegen seiner entzündungshemmenden, schmerzstillenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen und Migräne verwendet. Für die Anwendung einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl mit Mandelöl vermischen und die entsprechenden Bereiche einmassieren.
Wer seine Haarpracht vermehren möchte, massiert diese Ölmischung oder eine starke Teeabkochung in den Haarboden ein. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und das Haarwachstum. Gleichzeitig ergibt eine Teeabkochung ein sanft glättendes, reinigendes und antioxidatives Gesichtswasser.
Außerdem kommt die Heilpflanze in der Erfahrungsmedizin als Tee bei niedrigem Blutdruck, nervösen Herzstörungen, Appetitlosigkeit, Lebererkrankungen und gestauten Gallenwegen zum Einsatz. Zudem kann Rosmarin bei Angststörungen Linderung bringen.

Rosmarin in der Küche

In der Küche ist Rosmarin ein wahrer Alleskönner. Er passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen. So ist Rosmarin ein Klassiker zu Lamm, Fisch und Geflügel. Er passt aber genauso gut zu Wildgerichten, Rind oder Schweinebraten.
Ebenso vielfältig lässt sich das Küchenkraut in Gemüsegerichten verwenden. Neben Kartoffeln passt es zu Kürbis, Karotten, Rote Bete, Zucchini oder Tomaten ebenso wie zu Hülsenfrüchten. Egal, ob zu Ofengemüse, in geschmorten Gemüsegerichten oder in Bohneneintöpfen, Rosmarin verleiht den Gerichten eine frische, belebende Note und macht sie gleichzeitig bekömmlicher.
Eine würzige Frische bringt Rosmarin zudem zu Käse wie Ziegenkäse, Feta, Camembert oder Grillkäse. Rosmarin in Olivenöl ergibt ein aromatisches und vielseitig verwendbares Küchenöl. Besonders interessant schmeckt das mediterrane Kraut in Süßspeisen wie Pfirsichkuchen, Zitroneneis, Mürbteigkeksen oder kombiniert mit dunkler Schokolade.
Darüber hinaus eignet sich Rosmarin hervorragend zum Verfeinern von Marmelade, Kompott und Sirup. Dafür beim Einkochen einige Rosmarinzweige mitkochen und vor dem Abfüllen wieder entfernen. Besonders gut harmoniert Rosmarin zum Beispiel mit Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Pfirsich oder Birne.
Neben seinem aromatischen Wert wird Rosmarin aufgrund seiner nachgewiesenen antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften auch als natürlicher Lebensmittelkonservierer erforscht. Daher kann er dazu beitragen, die Qualität und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verbessern.

Tipps für Anbau und Pflege

Rosmarin liebt Wärme, egal ob im Topf auf der Terrasse oder im Beet. Die sonnenliebende Pflanze bevorzugt einen trockenen, durchlässigen und kalkhaltigen Boden, der leicht steinig sein darf. Für die Pflanzung im Topf vermischt man am besten Kräutererde mit reichlich Sand oder Tongranulat. Das Gießwasser sollte vom Topf gut abfließen können, denn Rosmarin verträgt keine Staunässe.
Topfpflanzen sollten zudem zwei- bis dreimal pro Jahr mit einem Kräuterdünger gedüngt werden. Ein Rückschnitt im Frühling um etwa ein Drittel fördert ein buschiges Wachstum.
Rosmarin ist nicht winterhart. Er benötigt daher sowohl im Beet als auch im Topf ausreichend Frostschutz. Im Beet den Wurzelbereich dick mit Laub bedecken und die Blätter mit Reisig so abdecken, dass noch Luft zirkulieren kann.
Bei Topfpflanzen den Topf ohne Übertopf in eine Kiste geben und gut in Stroh einpacken. Die Blätter mit Reisig abdecken. Ein sonniger, geschützter Platz an der Hauswand ist ein idealer Ort zum Überwintern. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Rosmarin im Winter nicht austrocknet. Er benötigt zwar weniger aber dennoch alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen Wasser. Zwischen den Wassergaben darf die Erde ruhig austrocknen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.