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Koriander – ein antikes Gewürz bis heute beliebt


In Kürze:

  • Koriander ist weltweit in vielen Küchen beliebt.
  • Blätter und Samen schmecken sehr unterschiedlich.
  • Korianderkörner sind Teil vieler Gewürzmischungen während die Blätter ähnlich wie Petersilie verwendet werden.
  • Koriander enthält antioxidative, entzündungshemmende, antimikrobielle, schmerzstillende und krampflösende Inhaltsstoffe.

 
Koriander ist eines der ältesten und heute weltweit am häufigsten verwendeten Gewürze. Es ist vor allem aus der asiatischen und arabischen Küche bekannt. Sowohl die frischen Blätter als auch die Samen des Korianderkommen dabei in der Küche – und als Heilmittel – zum Einsatz.
Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Nahen Osten. Bereits im Alten Ägypten wurde er als Gewürz und Heilpflanze, bei rituellen Räucherungen und als Grabbeigabe verwendet. Heute wird Koriander weltweit angebaut und ist aus zahlreichen Küchen nicht mehr wegzudenken.
Die einjährige krautige Pflanze wird 30 bis 70 Zentimeter hoch und riecht nach der Ausdünstung verschiedener Wanzenarten, was ihr auch den Namen Wanzenkraut oder Wanzendill einbrachte. Der Name Koriander leitet sich von dem griechischen Wort „Koris“ ab, was Wanze bedeutet. Weiter Trivialnamen sind Arabische Petersilie oder Schwindelkraut.
Sorten, die vorwiegend Samen ausbilden, gedeihen am besten an sonnig-warmen und geschützten Standorten. Blattkoriander hingegen bevorzugt halbschattige oder schattige Plätze im Gartenbeet. Generell benötigt Koriander nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Er eignet sich zudem gut als Mischkultur mit Kohlgemüse, das sein Duft Schädlinge wie die Kohlblattlaus oder den Kohlweißling abwehrt. Auch in Töpfen auf dem Balkon gedeiht Koriander sehr gut.

Blätter und Samen mit unterschiedlichem Aroma

Blätter und Samen haben einen intensiven Geschmack, der sich allerdings stark voneinander unterscheidet. Die frischen Korianderblätter haben einen frisch-zitronigen, würzigen, leicht pfeffrigen Geschmack, der für manche Menschen aufgrund der enthaltenen Aldehyde als seifig wahrgenommen wird und Abneigung hervorruft. Die Blätter werden in vielen Küchen Asiens und Afrikas wie Petersilie verwendet.
Koriandersamen haben hingegen ein warmes, leicht süßlich bis nussiges Aroma mit einer feinen Note von Orange. Sie harmonieren besonders gut mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Fenchel, Kurkuma, Zimt, Kardamom oder Ingwer und kommen daher häufig gemeinsam in Gewürzmischungen vor. Koriandersamen sind Basis vieler Currymischungen, ein traditionelles Gewürz für Brot und Gebäck und unverzichtbar im klassischen Lebkuchengewürz.

Inhaltsstoffe und volksheilkundliche Verwendungen

Koriander enthält zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phenolsäuren, Phytosterole und Terpene, die laut Studien das Herz-Kreislauf-System und die Blutdruckregulation positiv unterstützen können. Zudem gilt Koriander aufgrund der enthaltenen Polyphenole als wertvolles Lebensmittel gegen das metabolische Syndrom und Diabetes.
Darüber hinaus enthalten Korianderblätter viele Vitamine wie Vitamin C und Folsäure sowie Chlorophyll. Koriandersamen sind zudem reich an ätherischen Ölen, deren Hauptbestandteil Linalool ist. Außerdem enthalten sie Cineol (Eukalyptol). Wissenschaftliche Untersuchen zeigen antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende, krampflösende und beruhigende Eigenschaften der ätherischen Öle.
In der Volksmedizin kommen Koriandersamen unter anderem bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall, Appetitlosigkeit, Angststörungen, rheumatoider Arthritis sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden und bei Diabetes zum Einsatz. Ferner wird Koriander traditionell bei Nierenerkrankungen, Schlafstörungen und Übelkeit verwendet.

Koriander in der Küche

Koriandersamen können ganz oder gemahlen verwendet werden. Ein besonders intensives Aroma entsteht, wenn die ganzen Früchte vor der Verwendung ohne Fett geröstet werden. Wichtig dabei ist, die Pfanne zu schwenken, damit sie nicht anbrennen. Danach die Samen mörsern und alsbald verwenden.
Korianderkörner sind ein unverzichtbares Gewürz in indischen Linsendals, Currys, Eintöpfen und Suppen. Sie passen aber auch zu Fleisch, Fisch und Würsten und eignen sich zum Einlegen von Gemüse, da sie aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften zu einer besseren Haltbarkeit beitragen. Besonders gut harmonieren die Körner zu Blumenkohl und anderen Kraut- und Kohlgerichten sowie zu Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln. Vielen sind die Samen zudem als klassisches Brotgewürz vertraut. In süßen Speisen wird Koriander vor allem für Lebkuchen und Gewürzkuchen oder -kekse in Kombination mit Ingwer, Zimt und Kardamom verwendet.
Das Koriandergrün wird gerne in den Küchen Indiens, Chinas, Thailands und Vietnams zum Garnieren und für Salate verwendet. Oft werden Blattgrün und Samen in einem Gericht verwendet – richtig dosiert ergänzen sie sich. Überdies kommt die Korianderwurzel vor allem in der thailändischen Küche als Basis für Würz- und Currypasten zum Einsatz.
Hinweis: Wie auch bei anderen Kräutern können manche Menschen auf Koriander allergisch reagieren, sowohl auf die Blätter als auch auf die Samen. Besonders Menschen mit Allergien gegen andere Doldenblütler wie Sellerie, Beifußpollen, Petersilie oder Kümmel. Dies kommt allerdings selten vor.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Wie Ärztin in Handtasche – App für Brustkrebspatientinnen

„Hatten Sie Schmerzen? Waren Sie selbst für Ihre gewohnten Tätigkeiten zu müde?“ Mit Fragen zu Symptomen, Alltag und emotionaler Verfassung kann einer Studie zufolge die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen gesteigert werden. Das haben Forschende der Berliner Charité und der Deutschen Krebsgesellschaft belegt, deren Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ erschienen ist.
Kern des Projekts namens PRO B (Patient Reported Outcomes bei Brustkrebs) ist eine App mit dem Namen „ida care“. Im Rahmen des Projekts wurden Patientinnen mit Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat, in der App einmal pro Woche strukturiert bis zu 52 Fragen zu ihren Symptomen, zum Alltag und zum Gemütszustand gestellt.
Ein Algorithmus wertete die Antworten aus und meldete relevante Veränderungen umgehend an das Behandlungsteam. Dieses rief die Patientin innerhalb von 48 Stunden zurück, um zu klären, ob gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen waren.

Ständige Betreuung

Die App erlaube eine kontinuierliche Betreuung und Beurteilung der Symptome infolge der Erkrankung oder der Therapie, erklärte Studienleiterin Maria Karsten, Leitende Oberärztin am Brustzentrum der Charité. Das Betreuungsteam wurde über Symptome informiert, ohne dass die jeweilige Patientin selbst vor Ort war.
„Eine Patientin habe ihr gesagt, es sei „wie eine Ärztin in der Handtasche, die guckt, wie es mir geht“, sagte Karsten der Deutschen Presse-Agentur.
Die Abstände, zwischen denen Patientinnen während ihrer Therapie in der Klinik seien, könnten bis zu acht Wochen oder drei Monate betragen, sagte Karsten. Der medizinische Blick sei dadurch lückenhaft geworden. Diese Lücke werde durch das Konzept geschlossen.

Symptome werden eher gesehen

Durch das Monitoring würden Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Atemnot oder Schmerzen eher gesehen, möglicherweise auch von den Patientinnen ernster genommen, aber auch das Behandlungsteam sensibilisiert, sich Symptome genauer anzuschauen.
Es habe – auch durch umgestellte Therapien – eine signifikante Verbesserung der Symptome gegeben, sagte Karsten. „Es führt dazu, dass man im Alltag besser zurechtkommt.“
Insgesamt wurden 909 Patientinnen im Alter von 19 bis 81 Jahren in 52 beteiligten Brustkrebszentren über ein Jahr lang begleitet. Rund die Hälfte der Frauen sei neben der medikamentösen Tumortherapie mit dem PRO-B-Konzept betreut worden.
Diese Patientinnen berichteten demnach über signifikant weniger Fatigue, also physische, emotionale oder mentale Erschöpfungszustände, die den Alltag stark einschränken können.

App könnte Patientinnen bald zur Verfügung stehen

Studienleiterin Karsten geht davon aus, dass das Monitoring Patientinnen bald zugutekommt. „Wir planen im letzten Quartal dieses Jahres in die Versorgung zu gehen.“
Das Innovationsfonds-Projekt PRO B wurde gemeinsam mit den Krankenkassen Barmer, DAK-Gesundheit und mkk umgesetzt. Man sei mit weiteren Krankenkassen im Gespräch, sagte Karsten.
Auch der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht das App-basierte Monitoring als guten Weg, eine Verschlechterung des Allgemeinzustands schnell zu erkennen, und gleichzeitig Kosten zu sparen.
Er hat empfohlen, das Behandlungskonzept für alle gesetzlich Versicherten verfügbar zu machen, wie eine Sprecherin des G-BA bestätigte.
Nach Angaben der Charité leben rund 68.000 Frauen in Deutschland mit Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat. In diesem Stadium ist der Krebs nicht mehr heilbar. Durch moderne Therapien lässt die Erkrankung sich den Angaben zufolge aber zumindest vorübergehend kontrollieren und die Lebenserwartung um mehrere Jahre verlängern. (dpa/red)