Seit seiner Kindheit plagten den als unmusikalisch bezeichneten Komponisten gesundheitliche Probleme. Doch aufgeben war für ihn keine Option. - Foto: GeorgiosArt, stefilyn/iStock; Montage: Epoch Times
In Kürze:
Carl Maria von Weber gilt als einer der größten Opernkomponisten Deutschlands.
Seit seiner Kindheit plagten den als unmusikalisch bezeichneten Komponisten gesundheitliche Probleme.
Mit 26 Jahren erkrankte Weber zusätzlich an der damals unheilbaren Tuberkulose, was seinen Ehrgeiz und seine Kreativität nicht minderte.
Bis zu seinem Tod am 5. Juni 1826 komponierte er zwei weltberühmte Opern und revolutionierte die Klassische Musik in der deutschsprachigen Welt.
Der deutsche Komponist Carl Maria von Weber (1786–1826) gilt als Begründer der deutschen Oper während der Romantik, einer im 19. Jahrhundert vorherrschenden musikalischen Stilrichtung.
Zwar war Weber nicht der Erste, der eine Oper in dieser Sprache schrieb (Mozart war schneller), doch griff er wie kein anderer vor ihm speziell auf deutsche kulturelle Themen zurück. Obwohl er früh verstarb, hinterließ er einen unauslöschlichen Eindruck bei seinen musikalischen Kollegen, insbesondere bei Richard Wagner (1813–1883).
„Ein Musiker wirst du niemals sein“
Weber wurde 1786 in der Stadt Eutin, rund 35 Kilometer nördlich von Lübeck in Schleswig-Holstein, geboren. Sein Vater Franz Anton von Weber war ein vielreisender Musiker, sodass der junge Carl das Spielen zahlreicher Instrumente während der Reisen erlernte.
Das Geburtshaus von Carl Maria von Weber (1786–1826) in Eutin, Schleswig-Holstein.
Seinen ersten Musikunterricht erhielt er als Dreijähriger von seinem Onkel Franz Fridolin Weber, dem Schwiegervater von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791). Doch sein Onkel soll wenig begeistert gewesen sein und dem Jungen das Instrument aus den kleinen Händen gerissen haben:
„Was auch immer aus dir werden mag, ein Musiker wirst du niemals sein“, so die Worte von Franz Fridolin Weber.
Trotzdem zeigte Carl Maria von Weber schon bald sein musikalisches Genie. Er wuchs in mehreren Bereichen zu einem versierten Künstler heran und legte nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent ein großes Talent an den Tag.
Bildnis des Komponisten Carl Maria von Weber, gemalt von Caroline Bardua (1781–1864) im Jahr 1821.
Lange vor Weber schwenkten Dirigenten aufgerolltes Papier und Geigenbögen in der Luft umher oder schlugen mit Stöcken auf den Boden, um den Takt vorzugeben. Weber brach mit dieser Tradition und schwenkte einen Taktstock, den er in der Mitte hielt – und nicht wie heutige Dirigenten an dessen Ende.
Neben dem Dirigieren war er ein großer Klaviervirtuose. Ob er nun den Taktstock schwang oder die Tasten spielte, er trat mit großer Energie auf und strahlte auf der Bühne ein besonderes Charisma aus.
Er komponierte viele Werke, darunter Stücke für die Klarinette, die noch heute regelmäßig aufgeführt werden. Doch Webers einflussreichste Arbeiten betrafen die Oper. Sein heute bekanntestes Werk dieses Genres ist „Der Freischütz“, uraufgeführt im Jahr 1821.
Bei der Komposition der Oper griff Carl Maria von Weber auf den Stil deutscher Volkslieder zurück. Die Geschichte über einen Jäger, der seine Seele an den Teufel verkauft, um im Gegenzug silberne Kugeln zu erhalten, die niemals ihr Ziel verfehlten, war bei den Besuchern enorm beliebt und wurde zu einer internationalen Sensation.
Illustration von Johann Heinrich Ramberg (1763–1840) zur Oper „Der Freischütz“. Dargestellt sind Caspar und Max beim Gießen von Freikugeln, während das wilde Heer erscheint.
Weber war bereits als Kind häufig von schlechter Gesundheit geplagt. Dies spitzte sich 1812 drastisch zu, als die ersten Symptome einer Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, auftraten. Was als „Rheuma in der Brust“ begann, verschlimmerte sich allmählich.
In einer Zeit, in der die Krankheit noch nicht heilbar war und man noch nicht einmal wusste, dass sie ansteckend war, setzte Weber übermäßiges Vertrauen in die Ärzte. So wechselte er wegen der unterschiedlichen Meinungen der Mediziner oft die Behandlung.
Die Tuberkulose prägte das 19. Jahrhundert so stark, dass sie als „Krankheit der Romantik“ galt. Viele bedeutende Künstler litten an ihr, darunter die Brontë-Schwestern, Friedrich Schiller und Anton Tschechow. Aufgrund dieser Assoziation herrschte die weitverbreitete Vorstellung, dass die Krankheit die Kreativität steigere und als eine Art tödliche Muse fungiere.
Weber machte sich diese Vorstellung zu eigen, fand Gefallen daran, über seine Krankheit zu sprechen, und glaubte sogar, unter dem Einfluss eines „bösen Sterns“ zu stehen. Obwohl es auch bisher keine medizinischen Belege dafür gibt, dass Tuberkulose die kompositorischen Fähigkeiten schärft, kann der Glaube einen starken Einfluss auf die Realität haben. Da er wusste, dass seine Zeit begrenzt ist, überanstrengte sich Weber durch stundenlanges Arbeiten. Dies führte letztlich dazu, dass sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte.
Diejenigen, die Weber begegneten, waren fasziniert von seiner Kombination aus Charisma und Gebrechlichkeit. Der neunjährige Richard Wagner, der Weber in Dresden beim Dirigieren von „Der Freischütz“ beobachtete, hinterließ in seiner Biografie „Mein Leben“ folgende Beschreibung:
„Das schmale feine Gesicht mit den lebhaften und doch häufig umschleierten Augen, bannte mich in Schauern fest; sein stark hinkender Gang, den ich oft vom Fenster aus wahrnahm, wenn der Meister um die Mittagszeit aus den ermüdenden Proben seinen Heimweg an unserem Hause vorbei nahm, kennzeichnete meiner Imagination den grossen Musiker als ein ungewöhnliches, übermenschliches Wesen.“
Richard Wagner (1813–1883) war ein großer Anhänger von Carl Maria von Weber.
„Der Freischütz“ sorgte für so große Furore, dass sich die Londoner in Webers Musik verliebten. Der Theaterdirektor Charles Kemble (1775–1854) lud den Komponisten nach London ein, um eine neue Oper zu schreiben und zu inszenieren.
Als Themen bot Kemble die Wahl zwischen Faust (Goethes Figur, die ihre Seele an den Teufel verkaufte) und Oberon (dem Feenkönig, bekannt aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“). Weber entschied sich für Oberon und nahm Englischunterricht, um sich auf seine Reise nach Großbritannien vorzubereiten.
Ungewöhnlich für ihn war, dass er gegen den Rat seines Arztes handelte und den Auftrag annahm, da er dringend Geld benötigte. Er stürzte sich in die Komposition, und nach seiner Ankunft in London belasteten Proben und Vorbereitungen seine Gesundheit zusätzlich.
Weber wurde in London wie ein Star empfangen, wo er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt die Ouvertüre zu „Der Freischütz“ unter großem Beifall dirigierte. Es folgte die Uraufführung von „Oberon, oder der Schwur des Elfenkönigs“ am 12. April 1826, welche ein durchschlagender Erfolg war. Der Komponist schrieb in einem Brief an seine Frau Caroline, dass ihn die Londoner mit großer Freude empfangen hätten.
„Wie ich ins Orchester trat, erhob sich das ganze über füllte Haus und ein unglaublicher Jubel, Vivat und Hurrah rufen, Hüthe und Tücher schwenken, empfing mich, und war kaum wieder zu stillen.“
Illustration zur Oper „Oberon“, einem mythologischen Elfenkönig.
Foto: gemeinfrei
… und die letzte Oper
Der Jubel war so groß, dass die Ouvertüre wiederholt werden musste und drei Szenen der Oper als Zugaben aufgeführt wurden. Am Ende gab es einen tosenden Applaus – „eine Ehre, die in England noch nie einem Komponisten widerfahren ist“.
In den folgenden zwei Monaten dirigierte Weber mit seinem energiegeladenen Stil weiterhin die ausverkauften Aufführungen seiner Oper. Doch die Anstrengung forderte ihren Tribut und schadete seiner Gesundheit.
Am 26. Mai gab er ein Konzert mit einem neu komponierten Stück, bei dem er eine Sopranistin am Klavier begleitete. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt, bevor er am 5. Juni, einen Tag vor seiner geplanten Rückkehr nach Deutschland, der Tuberkulose erlag.
Die Haupthandlung von „Oberon“ war weniger von Shakespeare als vielmehr von Christoph Martin Wielands gleichnamigen Märchenepos aus dem Jahr 1780 inspiriert. Im Gegensatz zur Musik galt der Text der Oper (auch Libretto genannt) als weniger meisterhaft. Geschrieben war dieser von dem britischen Dramatiker James Robinson Planché (1796–1880).
In den Augen von John Warrack, einem Biografen von Carl Maria von Weber, sei der Text voller gekünstelter Dialoge, absurder Handlungsdetails und Figuren, die bloße ausgestopfte Kostüme sind.
In dieser Hinsicht ist Webers „Oberon“ mit Mozarts „Zauberflöte“ vergleichbar, deren Libretto von Emanuel Schikaneder ebenso stark kritisiert wurde. Weber erkannte Planchés Schwächen als Autor. So missfiel ihm unter anderem die Fülle an gesprochenen Szenen, ein Merkmal des englischen Genres der Semi-Oper.
Portrait von Carl Maria von Weber, gemalt von Ferdinand Schimon (1797–1852).
Obwohl Richard Wagner oft die Erfindung wiederkehrender musikalischer Motive und Themen zugeschrieben wird, war es tatsächlich Weber, der damit begann. In „Oberon“ erfüllt das Horn der Titelfigur eine verbindende, dramatische Funktion.
Die Ouvertüre beginnt damit, dass das Waldhorn ein einfaches dreitöniges „Do-Re-Mi“-Motiv in langsamem Tempo spielt. Die Streicher antworten auf diesen Ruf, und die Holzbläser setzen ein, was an ein „Feenlachen“ erinnert. Auf diese Weise wird die übernatürliche Atmosphäre für das Drama erzeugt. Im gesamten Werk erklingt Oberons Horn immer wieder, wenn die Figuren in gefährliche Situationen geraten. Die Verwendung des Leitmotivs hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf den erwachsenen Wagner, der diese Technik weiterentwickelte.
Als Weber starb, hinterließ er einen vierjährigen Sohn, Max Maria von Weber (1822–1881), der später die erste Biografie seines Vaters veröffentlichte. Max wurde Ingenieur statt Komponist, doch sein wissenschaftliches Engagement trug dazu bei, das Andenken an seinen Vater lebendig zu halten.
Webers heldenhafter Kampf gegen seine unheilbare Krankheit ist eine Inspiration für alle Künstler, die bei der Verwirklichung ihrer Kreativität auf Hindernisse stoßen. Und seine Opern sehen viele Menschen als einen Segen für die Welt der Klassischen Musik an.
Ein Banner mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut“ wehte über der Freiheitsstatue, dem Symbol des amerikanischen Geistes. - Foto: Zhu Hongda/The Epoch Times
In Zeiten anhaltender Konflikte, innerer Unausgeglichenheit und sinkender Moral erkennen immer mehr Menschen, dass der Menschheit nicht materieller Reichtum fehlt, sondern die spirituelle Kraft, in einer chaotischen Welt zur Ruhe zu kommen.
Der 13. Mai dieses Jahres markiert den 34. Jahrestag der weltweiten Verbreitung von Falun Dafa. Falun Dafa (auch Falun Gong genannt) ist eine spirituelle Praktik zur Veredelung von Körper und Geist.
Ausgehend von den grundlegenden Eigenschaften des Universums – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht – umfasst Falun Dafa auch fünf leicht zu erlernende Übungen. Mittlerweile praktizieren Millionen Menschen in über 150 Ländern weltweit Falun Dafa.
Ursprungsland China
Genau am heutigen Tag im Jahr 1992 machte Herr Li Hongzhi Falun Gong in der Stadt Changchun, Nordostchina, der Öffentlichkeit bekannt. Insgesamt veranstaltete Herr Li, der auch am 13. Mai Geburtstag hat, 56 Falun-Gong-Lernveranstaltungen in 23 Städten auf dem chinesischen Festland.
Die erstaunlichen Wirkungen von Falun Gong bei der Heilung von Krankheiten und der Reinigung des Geistes haben sofort großes Interesse unter den Teilnehmern geweckt.
Ohne Werbung und nur durch mündliche Überlieferung und persönliche Weitergabe verbreitete sich Falun Gong rasch in über 30 Provinzen, autonomen Regionen und regierungsunmittelbaren Städten Chinas sowie in Hongkong, Macau und Taiwan – ebenso in vielen Ländern und Regionen weltweit. Bis 1999, innerhalb von sieben Jahren, hatten über 100 Millionen Menschen mit der Praxis von Falun Gong begonnen.
Seit seiner öffentlichen Einführung 1992 hat Falun Dafa Millionen von Menschen geholfen, ihre körperliche Gesundheit deutlich zu verbessern und innere Ausgeglichenheit zu finden. Viele Praktizierende berichten von einem neuen, sinnvolleren Leben voller Klarheit, Reinheit, Energie und innerer Schönheit.
Welt-Falun-Dafa-Tag
Bis heute bringen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten bis in hohe Positionen, Herrn Li Hongzhi und Falun Dafa ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck.
So wird am 13. Mai weltweit jedes Jahr der Welt-Falun-Dafa-Tag gefeiert. In Berlin trafen sich bereits am 9. Mai Falun Dafa-Übende am Potsdamer Platz, um die Meditationsübungen zu zeigen.
Falun-Gong-Praktizierende zeigen die Meditationsübung am 9. Mai auf dem Potsdamer Platz in Berlin.
Foto: Epoch Times
Gleichzeitig zeigte eine traditionelle Hüfttrommelgruppe mehrere Darbietungen.
Eine traditionelle Hüfttrommelgruppe aus Falun-Dafa-Praktizierenden am 9. Mai auf dem Potsdamer Platz in Berlin.
Foto: Epoch Times
In den USA zog anlässlich des Falun Dafa-Tages ein Flugzeug ein riesiges, 24 Meter langes und 12 Meter hohes Transparent hinter sich her. Es flog von der Nähe der Freiheitsstatue nach Norden und streifte dabei den Hudson River und die Skyline von Manhattan.
Ein riesiges Banner mit der Aufschrift „FALUN DAFA IST GUT“ war prominent in der Skyline von New York City, der „Welthauptstadt“, zu sehen.
Foto: Zhu Hongda/The Epoch Times
Ein Banner mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut“ wehte über der George-Washington-Brücke.
Foto: Zhu Hongda/The Epoch Times
Seit 27 Jahren grausam verfolgt
Trotz der positiven Auswirkungen von Falun Dafa sind Praktizierende in China seit 27 Jahren systematischer Verfolgung und schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt.
Am 20. Juli 1999 mobilisierte Jiang Zemin, der ehemalige Führer der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), getrieben von starker Eifersucht auf die wachsende Popularität von Falun Dafa, den gesamten Staatsapparat, um eine Kampagne gegen Falun Gong zu starten.
Pythagoras gilt als „Vater der Mathematik“, aber auch als „Vater der Musik“. - Foto: Gemeinfrei
In Kürze:
Dass es eine Verbindung zwischenMusik und Mathematik gibt, ist heute weithin anerkannt – nicht jedoch ein Zusammenhang mit der kosmischen Ordnung.
Die Theorie einer „Musica universalis“ ist bereits 2.500 Jahre alt und wurde erstmals von großen Gelehrten wie Pythagoras aufgestellt.
Jüngste Entdeckungen der NASA scheinen diese Idee zu bestätigen, was gegen die derzeit anerkannte Theorie vom Zufall spricht.
In dem Film „Die rote Violine“ wandert ein von einem italienischen Geigenbauer gefertigtes Instrument im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Hände und gelangt schließlich während der Kulturrevolution nach China. Dort wird dieses Objekt von Schönheit und spiritueller Bedeutung beinahe wegen der dort herrschenden politischen Ideologie zerstört.
„Lasst uns die entartete westliche Kunst bekämpfen!“, sagt ein Sprecher der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im Film, woraufhin ein Musiklehrer gezwungen wird, eines seiner Instrumente auf den Scheiterhaufen zu werfen. Eine Kultur, die keine göttliche Ordnung anerkennt, hat keinen Platz für Schönheit.
Umgekehrt haben sich große Künstler stets für mehr als nur Erschaffer von Schönem gehalten. Im Falle der großen klassischen Komponisten strahlt ihr Werk ein Gefühl göttlicher Proportionen aus.
Die Unterschriften von Johann Sebastian Bach (1685–1750) trugen etwa zusätzlich Zahlen, und er nutzte mathematische Prinzipien, um in seinen Werken Symmetrie zu schaffen. Die Musik von Mozart (1756–1791) wird mit dem Goldenen Schnitt in Verbindung gebracht. Die Zahl Drei spielt in mehreren Werken von Beethoven (1770–1827), die sich mit dem Thema Schicksal befassen, eine besondere Rolle.
Stellen Sie sich einen bärtigen Mystiker vor, der immer zuerst seinen rechten Schuh anzog, vom Verzehr von Bohnen abriet und behauptete, in einem früheren Leben ein Krieger Trojas gewesen zu sein.
Diese seltsame Gestalt mit dem Namen Pythagoras von Samos (circa 570–510 v. Chr.) gründete im alten Griechenland eine Denkschule. Noch heute ist er jedem Schüler durch den Satz des Pythagoras aus der Geometrie bekannt. Seine Anhänger bezeichneten ihn als „Vater der Mathematik“, aber auch als „Vater der Musik“ und schrieben ihm grundlegende Entdeckungen in beiden Bereichen zu.
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Diese Büste aus Bronze, gefunden in Herculaneum bei Pompeji, könnte den berühmten Mathematiker Pythagoras von Samos (circa 570–510 v. Chr.) darstellen.
Leider ist keine seiner Originalschriften bis heute erhalten geblieben. Der Philosoph Porphyrios (circa 233–301/305 n. Chr.) berichtete über 800 Jahre später, dass „es Pythagoras war, der entdeckte, dass auch musikalische Intervalle zwangsläufig durch Zahlen entstehen“. Außerdem habe er erklärt, welche Faktoren für Harmonie und Disharmonie verantwortlich seien.
Der Legende nach entdeckte er diese harmonischen Verhältnisse, als er hörte, wie Hämmer auf Eisen schlugen. Der Arbeit eines Schmiedes lauschend, bemerkte Pythagoras, dass verschiedene Hämmer je nach ihrem Gewicht unterschiedliche Töne erzeugten.
Die vollkommene Zahl
Ähnlich wie Isaac Newtons Apfel verdeutlicht Pythagoras’ Schmied auf tiefere Weise, wie Inspiration funktioniert – auch wenn die Geschichte selbst vielleicht nicht wahr ist. Von der Harmonie in der Schmiede inspiriert, testete Pythagoras seine Idee mit Saiten.
Einer weiteren Erzählung zufolge schuf er Saiten in verschiedenen Längen, die proportional zu den unterschiedlichen Gewichten der Hämmer waren. Auf diese Weise angeschlagen, erzeugten die Saiten die gleichen musikalischen Intervalle: Ein Verhältnis von zwei zu eins ergab eine Oktave, ein Verhältnis von drei zu zwei eine reine Quinte und ein Verhältnis von vier zu drei eine reine Quarte.
Die Zahlen, die in diese Verhältnisse eingehen – eins, zwei, drei und vier – sind jeweils symbolisch. Für die Pythagoreer war die Eins der Punkt, die Quelle und Einheit aller Dinge. Aus der Zwei entstand die Linie und das Reich der Dualität. Die Drei löste die Dualität in Harmonie auf und bildete die Fläche. Die Vier schließlich stand für den im Raum ausgebreiteten festen Körper.
Eins plus zwei plus drei plus vier ergibt zehn, die vollkommene Zahl und den Abschluss der Zahlenreihe. Um diese Zahl herum bildeten die Pythagoreer eine dreieckige Figur, die sogenannte Tetraktys, die sie als das numerische Symbol des Universums verehrten.
Schema einer Tetraktys (griechisch für „Vierheit“).
Foto: PeterHermesFurian/iStock
Musica Universalis
Es war Pythagoras, der als Erster die „Musica universalis“ (deutsch: Sphärenmusik) konzipierte. Diese Idee besagt, dass dieselben Verhältnisse, die die Musik bestimmen, auch die Bewegung der Himmelskörper beeinflussen.
Im Gegensatz zu dem Philosophen Demokrit (460/459–370 v. Chr.), der sich den Kosmos gefüllt mit Atomen und Leere vorstellte, glaubte Pythagoras, dass die numerische Wahrheit auf eine ewige Struktur des Universums hinweise. Die Sphärenharmonie sollte fortan die westliche Musiktheorie für mehr als 2.000 Jahre prägen.
Die Vorstellung der pythagoreischen „Sphärenharmonie“ dargestellt von dem englischen Astrologen Ebenezer Sibly (1751–1799).
Im 17. Jahrhundert schrieb Johannes Kepler das Buch „Harmonices mundi“ (deutsch: „Die Harmonie der Welt“), in dem er die These aufstellte, dass die Planeten bei ihrer Bewegung um die Sonne unterschiedliche Töne von sich geben. Er stellte sich vor, dass sie ähnlich wie ein Chor funktionierten, und stellte daher ihre „Stimmen“ in Tonleitern grafisch dar.
Merkur sang demnach einen hohen Sopran und deckte mehr als eine Oktave ab. Venus und Erde waren Altstimmen, deren Tonlage sich jedoch kaum veränderte. Mars war ein Tenor, während Jupiter und Saturn den Bass sangen, wobei Saturn das tiefste Register hatte. Auch wenn uns das heute lächerlich erscheinen mag, führten Keplers Studien ihn direkt zur Entdeckung der Gesetze der Planetenbewegung.
Wie die alten Griechen betrachten wir Zahlen auch heute noch als unverzichtbar für das Verständnis des Universums. In den Augen vieler moderner Wissenschaftler gilt der Kosmos jedoch nicht mehr als unveränderlich und ewig oder als Konstrukt göttlicher Proportionen.
Heute herrscht die Theorie vom Zufall vor – quasi eine neu verpackte Version von Demokrits Ideen über Atome und Leere. Da das Universum zufällig ist, ist es frei von innerem Wert. „Das Universum ist nicht verpflichtet, für dich Sinn zu ergeben“, sagte der US-amerikanische Astrophysiker Neil deGrasse Tyson.
Aber ist das wahr? Ein Universum ohne Sinn mag zwar ein idealer Ort für Gleichungen sein, für den Menschen jedoch ein entmutigender. Ist es da verwunderlich, dass die Selbstmordraten in den vergangenen Jahrzehnten im direkten Verhältnis zum zunehmenden Glauben an den existenziellen Nihilismus gestiegen sind?
Wie sich herausstellt, hält die starre materialistische Sichtweise des Universums einer genauen Prüfung nicht stand. Viele neuere wissenschaftliche Entdeckungen scheinen auf eine spirituelle Dimension hinzudeuten.
Nehmen wir noch einmal die veraltete Vorstellung von der Sphärenmusik. Oberflächlich betrachtet scheint die Tatsache, dass der Weltraum ein Vakuum ist, dieser alten Theorie zu widersprechen.
Interessanterweise verstand Pythagoras die Sphärenmusik jedoch als unhörbar, als etwas, das in einem Bereich jenseits der menschlichen Sinne existiert. Wie Kepler schrieb, ist der Chor der Planeten „vom Verstand wahrzunehmen, nicht vom Ohr“.
Titelblatt von „Harmonices Mundi“ von Johannes Kepler.
Tatsächlich haben Instrumente an Raumfahrzeugen von Himmelskörpern ausgestrahlte Radiowellen aufgefangen. Diese wurden später in hörbare Klänge umgewandelt. Große Sterne erzeugten tiefe, niederfrequente Schwingungen (ähnlich einer Tuba), während kleine Sterne Töne mit kürzeren Wellenlängen (ähnlich einer Flöte) erzeugten. Diese Daten ähneln Keplers Planetentönen, bestehen jedoch aus Instrumenten statt Gesangsstimmen.
Im Jahr 2001 sammelte die NASA-Raumsonde „Cassini“ Radiowellen in der Nähe des Jupiters. Anstatt eines singenden Basses, wie Kepler vermutete, deuten viele Menschen den Klang als „Windspiele am Meer“.
Musik des Kosmos ist kein Zufall
In seinem Buch „Light of the Mind, Light of the World“ schreibt der Gelehrte Spencer A. Klavan: „Die von der Wissenschaft beschriebene Welt ähnelt zunehmend der Welt, die der Glaube offenbart.“
Die alten Modelle des Universums sollten „Darstellungen einer höheren und reineren Realität sein, deren Wesen nur indirekt erkannt werden konnte […] [wie] sinnliche Schimmer einer unsichtbaren Wahrheit“.
Die unsichtbare – und unhörbare – Wahrheit ist, dass die ergreifende Musik des Kosmos kein Zufall ist, sondern auf etwas Größeres hinweist. Wenn Sie einen alltäglichen und monotonen Job haben, denken Sie einfach an den bescheidenen Schmied, der einst Pythagoras inspirierte. Wenn Ihnen das einen Sinn gibt, könnte es Ihnen vielleicht das Leben retten.