Letzte Woche erfuhr ich, dass eine der Katzen oben beim Haus verletzt wurde.
Wenn man mehr als 350 Tiere betreut, lernt man schnell, dass Interventionen Grenzen haben, aber ein verletztes Tier zieht dennoch deine Aufmerksamkeit auf sich.
Jemand hatte mir ein Video geschickt. Die Katze hatte sichtbare Wunden und belastete eines ihrer Beine nicht. Etwas früher am selben Tag meinte jemand, dass wir sie vielleicht einschläfern müssten, und dieser Gedanke beschäftigte mich.
Katze und Kätzchen
Spät in dieser Nacht, nachdem ich im Restaurant Feierabend hatte, kam ich nach Hause. Die Katze kam unter einem Stück Metall hervor und rieb sich an meinem Bein. Es war dunkel, aber ich hob sie auf und brachte sie ins Haus, um sie mir genauer anzusehen. Ich wollte die Wunden reinigen und ihr gegebenenfalls etwas gegen Schmerzen sowie, falls nötig, Antibiotika geben.
In ihr lag eine Gelassenheit, die nicht zu der Schwere ihrer Verletzungen passte. Sie schnurrte, rollte sich auf den Rücken, ruhig auf eine Weise, die nicht zu dem passte, was ich erwartete. Ich dachte, dass sie vielleicht trächtig sein könnte. In diesem Fall hätte jener Vorschlag [, sie einzuschläfern,] noch weitreichendere Konsequenzen. Ich bin dagegen, trächtige Tiere einzuschläfern. Leben ist Leben, und zwar auf jeder Ebene.
Gerade hatte ich sie auf dem Sofa untergebracht, als meine Mutter anrief und ich für ein paar Minuten abgelenkt war. Dann sagte jemand im Raum, dass etwas aus ihr herauskomme. Die Katze gebar gerade. Ein winziges Kätzchen erschien, so klein, dass es wie eine Frühgeburt aussah. Ich nahm an, dass das Trauma die Wehen ausgelöst haben könnte. Der Körper priorisiert Heilung, und manchmal bedeutet das, Leben früher hervorzubringen als erwartet.
Ich handelte schnell, räumte die Nachgeburt weg und legte eine Wolldecke unter die Katze, um das Sofa zu schützen. Ich ließ sie machen, was sie tun musste. Es waren nur zwei Kätzchen, was erklärte, warum man ihr die Schwangerschaft kaum angesehen hatte.
Noch ein Kätzchen
Weniger als 24 Stunden später, an einem der geschäftigsten Tage, die wir auf der Ranch hatten, hörte ich, dass eine Katze in einem Motor eines Fahrzeugs feststeckte. Es war mitten am Tag, ich war vollgepackt mit Terminen: eine Ruhestandsfeier, ein Supper Club, Farmführungen und Gäste überall. Ich nahm an, dass sich darum gekümmert würde.
Stunden später erwähnte eine der freiwilligen Helferinnen ein Kätzchen, und ich bemerkte, dass ich keine Ahnung hatte, wovon sie sprach. Sie erklärte mir, dass ihr Ehemann hergefahren sei und sie Schreie aus dem Auto gehört habe. Als sie den Reifen entfernten, legten sie ein neugeborenes Kätzchen frei, an dem noch ein Teil der Fruchtblase und der Plazenta hing. Sie brachten es zum Haus hoch und legten es in einen Karton zu der verletzten Mutterkatze in meinem Schlafzimmer.
Als ich es in jener Nacht schließlich nach oben schaffte – erschöpft und barfuß nach einem langen Tag – sah ich es. Das Kätzchen sah genau wie die anderen beiden aus: winzig, die Augen geschlossen, nicht größer als eine Maus. Seine Beine und die Unterseite waren verbrannt, wahrscheinlich durch etwas am Motor, das sich während der Fahrt erhitzt hatte. Irgendwie hatte es die 20-minütige Fahrt in diesem Auto überlebt, schreiend, bis jemand es hörte. Und gegen alle Widerstände war es an einem Ort gelandet, an dem es eine Mutterkatze gab, die weniger als einen Tag zuvor Junge geboren hatte.
Und diese Mutter hatte es angenommen. Sie putzte es, entfernte die restliche Fruchtblase und nahm es in ihren Wurf auf, als ob es schon immer ihres gewesen wäre.
Die Präzision der Ereignisse
Wenn man die Kette der Ereignisse zurückverfolgt, wird es fast unmöglich, die Präzision darin zu ignorieren. Die Mutterkatze musste verletzt sein, andernfalls hätte ich sie nicht ins Haus gebracht.
Sie musste früh gebären, sonst hätte sie keine Milch gehabt. Das Auto musste genau am richtigen Ort ankommen, und jemand musste das Kätzchen hören, sich die Mühe machen anzuhalten, den Reifen abzumontieren und es herauszuziehen. Anstatt es dort zu lassen oder beiseite zu legen, brachten sie es genau in den Raum, in dem jene Mutterkatze mit ihren zwei Neugeborenen ruhte.
Während ich dort stand und beobachtete, wie das winzige, verbrannte Kätzchen versuchte, anzudocken, erinnerte ich mich an den Gedanken, dass es fast absurd wäre, wenn die neugeborene Katze so weit gekommen wäre, nur um dann zu sterben. Ich sagte laut, dass ich nicht glaube, dass dies der Plan für dieses Kätzchen war.
Bis zum nächsten Morgen war sein Bauch voll und es lag zusammengerollt in der Wärme seiner neuen Familie. Dieses Kätzchen hätte jene Fahrt eigentlich kaum überleben können und jene Katzenmutter wäre eigentlich nicht in jenem Raum gewesen. Und doch waren beide genau dort, wo sie sein mussten.
Wenn man sie beobachtet, fragt man sich unweigerlich, wie oft das, was sich wie Unheil anfühlt, in Wahrheit eine Art Fügung ist. Wie oft ist das, was wie Chaos aussieht, eine Ausrichtung? Wie oft werden wir, genau wie dieses Kätzchen, von etwas an einen Ort getragen, den wir niemals aus eigener Kraft hätten finden können?
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Kitten in the Engine Didn’t Survive by Accident“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)












