Aufnahme eines Gebäudes der Bancaribe-Bank, das bei einem Erdbeben in Caracas am 24. Juni 2026 eingestürzt ist. Die Beben trieben die Einwohner der Hauptstadt Caracas auf die Straße. - Foto: Juan Barreto/AFP via Getty Images
In Kürze:
Am Abend des 24. Juni kam es zu zwei verheerende Erdbeben in Venezuela, seither gab es mindestens 20 Nachbeben.
Aus einem schwer betroffenen Bundesstaat – La Guaira – gibt es noch keine Daten.
Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu 100.000 Opfern – die Zahl beruhe auf „ersten Schätzungen“, so das Österreichische Rote Kreuz.
US-Außenminister Rubio kündigt sofortige Hilfe und Rettungskräfte an, auch El Salvador, die Dominikanische Republik, Indien und China bieten Hilfe an.
Die Bundeswehr steht mit bis zu sechs Militärtransportflugzeugen vom Typ A400M bereit, um schnell Hilfe zu leisten.
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Venezuela ist innerhalb einer Minute von zwei heftigen Erdbeben erschüttert worden, die Häuser zum Einstürzen brachten und vielerorts Panik auslösten. Unter anderem wurde der internationale Flughafen von Caracas so schwer beschädigt, dass er geschlossen werden musste.
Präsidentin Delcy Rodriguez rief den Notstand aus und mobilisierte Rettungskräfte, um die betroffenen Gebiete zu unterstützen. „Zur Stunde liegen uns Meldungen über 32 Todesopfer“ und „mehr als 700 Verletzte“ vor, sagte sie in einer Fernsehansprache.
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Sie wies darauf hin, dass noch keine Daten aus dem Bundesstaat La Guaira vorliegen, der an die Hauptstadt Caracas grenzt und nach ihren Angaben am stärksten betroffen ist. Gegen 12 Uhr MEZ wurde von 164 Toten und mindestens 971 Verletzten gesprochen.
Rodríguez kündigte die Aussetzung des Schulunterrichts und nicht essenzieller Dienstleistungen an, um die Rettungsarbeiten zu erleichtern. Gas- und Stromnetze wurden abgeschaltet.
Rotes Kreuz befürchtet bis zu 100.000 Tote
Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu hunderttausend Opfern. Diese Zahl beruhe auf „ersten Schätzungen“, teilte das Österreichische Rote Kreuz am Donnerstagmorgen mit.
Aufgrund eines nationalen Feiertags befanden sich viele Menschen zum Zeitpunkt des Bebens in ihren Häusern.
Unterdessen meldeten Menschen im Land, dass offenbar eine Sperre zu Internetdiensten wie X/Twitter seit der Nacht aufgehoben sei. Es war zunächst unklar, ob die beschädigte IT-Infrastruktur der Grund dafür war, oder ob die Sperre als absichtliche Maßnahme in Folge des ausgerufenen Ausnahmezustandes abgeschaltet wurde, um die Kommunikation zu erleichtern.
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Nach den Erdbeben in Caracas am 24. Juni 2026 halten sich die Menschen weiterhin auf der Straße auf.
Foto: Federico Parra/AFP via Getty Images
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Rettungskräfte suchen nach Opfern in Caracas am 24. Juni 2026.
Foto: Manaure Quintero/AFP via Getty Images
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Ein beschädigtes Wohnhaus in Caracas am 24. Juni 2026.
Foto: Manaure Quintero/AFP via Getty Images
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Rettungskräfte sind vor Ort.
Foto: Jesus Vargas/Getty Images
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Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Die Beben trieben die Einwohner der Hauptstadt Caracas auf die Straße.
Foto: Federico Parra/AFP via Getty Images
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Am Abend des 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 dieselbe Region in Venezuela und führten laut Angaben des United States Geological Survey (USGS) und von AFP-Journalisten zum Einsturz mehrerer Gebäude.
Foto: Manaure Qunitero/AFP via Getty Images
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In Caracas.
Foto: Manaure Qunitero/AFP via Getty Images
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Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden.
Foto: Pedro Mattey/AP/dpa
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Auch die Hauptstadt Caracas wurde schwer betroffen.
Foto: Adrian Naranjo/AP/dpa
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Viele Menschen wurden verletzt, zahlreiche Todesopfer werden vermutet.
Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa
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Rettungskräfte durchsuchten nach dem Erdbeben die Trümmer.
Foto: Javier Campos/AP/dpa
Eine automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als Tausend Todesopfern nahe.
Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon. Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede – zunächst ohne nähere Angaben.
Massive Schäden
Der erste Erdstoß hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS die Stärke 7,2. Sein Epizentrum lag gut 20 Kilometer westlich der Küstenstadt Morón.
Nur 39 Sekunden später ereignete sich in rund 45 Kilometer Entfernung ein zweites Beben – dieses war sogar noch heftiger und hatte die Stärke 7,5. Anschließend wurden noch 20 Nachbeben registriert, wie Präsidentin Rodríguez in einer Fernsehansprache mitteilte.
Venezuela looks like it was BOMBED after two MASSIVE 7.1 and 7.5 magnitude earthquakes. Pray for the people, this is really bad pic.twitter.com/pIw8ywXzYe
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Die Erdstöße versetzten die Menschen im ganzen Land in Panik. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten aus der Hauptstadt Caracas von aus ihren Häusern fliehenden Bewohnern.
Es kam zu massiven Sachschäden. „Die Treppe brach weg, die ganze Wand bekam Risse. Dinge fielen von der Decke“, berichtete die 54-jährige Bankangestellte Odalis Escalona. „Es war einfach schrecklich.“
Flughafen schwer beschädigt
Im Stadtteil Altamira wurde ein 22-stöckiges Hochhaus nahezu völlig zerstört. Auf der Straße standen laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten verzweifelte Menschen, die nach Angehörigen riefen.
Helfer arbeiteten sich durch die Trümmer und suchten nach möglichen Verschütteten. Auch andernorts rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern – und harrten anschließend aus Angst vor Nachbeben auf der Straße aus.
Auch am internationalen Flughafen von Caracas im nahe der Hauptstadt gelegenen Maiquetía kam es nach Angaben von Rodríguez zu „schweren Beschädigungen der Infrastruktur“. Er musste geschlossen werden.
Unter den Trümmern werden viele Opfer befürchtet.
Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: „Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen“.
Zahlreiche Staaten bieten ihre Hilfe an
Die geschäftsführende Präsidentin sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.
US-Präsident Donald Trump bietet Hilfe an: „Die beiden schweren Erdbeben, die das großartige Volk von Venezuela gerade getroffen haben, sind von gewaltigem Ausmaß und haben eine verheerende Zahl an Todesopfern gefordert. Die USA sind bereit und in der Lage zu helfen.“ Er habe alle Behörden angewiesen, sich für einen schnellen Einsatz bereitzuhalten.
Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.
Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an.
Rubio kündigt sofortige US-Rettungskräfte an
Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez nach eigenen Angaben mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert. Er habe dabei „Solidarität und Unterstützung für das venezolanische Volk in diesen für unsere Nation schwierigen Zeiten zum Ausdruck gebracht“, erklärte Rodríguez am Donnerstag im Onlinedienst X. Venezuela sei dankbar für die Solidaritätsbekundung der USA.
Rubio hatte zuvor die sofortige Entsendung von US-Rettungskräften angekündigt. „Amerika steht in dieser schwierigen Zeit an der Seite des venezolanischen Volkes“, erklärte der US-Außenminister auf X. Auf Anweisung von Präsident Donald Trump würden unverzüglich Such- und Rettungsmannschaften, medizinische Ressourcen und humanitäre Hilfe in das südamerikanische Land gesandt.
Auch Indien und China boten ihre Hilfe an. Der indische Premierminister Narendra Modi erklärte, Indien sei bereit, „jede nur mögliche Hilfe zu leisten“. Der chinesische Außenamtssprecher Guo Jiakun sagte, China wolle „entsprechend den Bedürfnissen“ Venezuelas helfen.
Auswirkungen auch in Kolumbien
Auswirkungen des Doppel-Bebens waren auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zu spüren, die rund tausend Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt. Wegen der Erschütterungen rannten auch in Bogotá Menschen auf die Straße, Alarmsirenen heulten.
In Venezuela leben rund 80 Prozent der Menschen in erdbebenbedrohten Gebieten, starke Beben sind jedoch selten. 1997 kam es zuletzt zu einem Beben mit verheerenden Folgen, als im östlichen Bundesstaat Sucre 73 Menschen ums Leben kamen. 1976 wurden fast 300 Menschen getötet und 2.000 verletzt, als ein Beben Caracas erschütterte. (afp/dpa/red)
Rettungskräfte suchen in einem eingestürzten Gebäude in San Bernardino nach Opfern, nachdem am 24. Juni 2026 in Venezuela Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das Land und andere Regionen in der Karibik erschüttert hatte. - Foto: Jesus Vargas/Getty Images
Nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela steht die Bundeswehr nach eigenen Angaben mit bis zu sechs Militärtransportflugzeugen vom Typ A400M bereit, um schnell Hilfe zu leisten.
„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstagmorgen. Die beiden Erdbeben seien mit die schwersten des laufenden Jahres gewesen.
Die Unterstützung müsse nun lediglich noch angefordert werden. Selbstverständlich biete man diese Transportflüge auch den Partnern vor Ort an.
„Damit können wir zum Beispiel Personal und Material des Technischen Hilfswerks THW nach Venezuela bringen, aber auch Transportflüge innerhalb Venezuelas ermöglichen“, sagte Pistorius.
Das zuständige Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf war mit dem A400M bereits 2023 beim Transport von Hilfsgütern in das Erdbebengebiet der Türkei und 2024 sowie 2025 beim Abwurf von Hilfsgütern über dem Gazastreifen beteiligt.
Airbus A400M (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Flugzeuge können auch für den medizinischen Krankentransport ausgerüstet werden. „Ich danke allen Soldatinnen und Soldaten, die sich jetzt bereits auf diesen Einsatz vorbereiten“, sagte dazu Pistorius. Er betonte, auf die Bundeswehr sei in Notsituationen Verlass.
Unicef Deutschland stellt Nothilfe bereit
Unicef Deutschland kündigte zudem an, 250.000 Euro als Nothilfe für von den Erdbeben betroffene Kinder zur Verfügung zu stellen. „Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Kindern und ihren Familien“, erklärte Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider. „Sie brauchen jetzt dringend Schutz und psychosoziale Hilfe.“
Mit dem Geld sollten zunächst die wichtigsten Hilfsgüter wie Trinkwasser, Hygieneartikel und Medikamente, aber auch Angebote zur psychosozialen Hilfe finanziert werden. Internationale Unicef-Teams seien vor Ort, um Bedarfe zu erfassen.
Copernicus aktiviert
Auch die EU hat Venezuela nach den schweren Erdbeben ihre Hilfe angeboten. Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sei aktiviert worden „und wir sind bereit, unsere Unterstützung weiter zu verstärken“, erklärte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, im Onlinedienst X. Von der EU finanzierte Partner leisteten bereits vor Ort Hilfe, fügte sie hinzu.
Das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus kann bei Naturkatastrophen schnell Satellitenaufnahmen liefern und Rettungskräften so bei der Einschätzung der Lage helfen.
Venezuela war am Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb einer Minute von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Rettungskräfte suchten in den Schuttmassen nach Opfern und Überlebenden. (afp/dts/red)
Zwischen beiden Beben lagen nur 39 Sekunden. - Foto: Pedro Mattey/AP/dpa
Venezuela ist innerhalb von einer Minute von zwei heftigen Erdbeben erschüttert worden, die Häuser zum Einstürzen brachten und vielerorts Panik auslösten. Unter anderem wurde der internationale Flughafen von Caracas so schwer beschädigt, dass er geschlossen werden musste.
Präsidentin Delcy Rodriguez rief den Notstand aus und mobilisierte Rettungskräfte, um die betroffenen Gebiete zu unterstützen. Behördenangaben zufolge wurden Menschen verletzt, Informationen über mögliche Todesopfer lagen zunächst nicht vor.
Sie kündigte zudem die Aussetzung des Schulunterrichts und nicht essenzieller Dienstleistungen an, um die Rettungsarbeiten zu erleichtern. Gas- und Stromnetze wurden abgeschaltet.
Auch die Hauptstadt Caracas wurde schwer betroffen.
Foto: Adrian Naranjo/AP/dpa
Rodríguez sagte: „Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind“, darunter La Guaira. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben.
Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als Tausend Todesopfern nahe.
Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon. Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede – zunächst ohne nähere Angaben.
Massive Schäden
Der erste Erdstoß hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS die Stärke 7,2. Sein Epizentrum lag gut 20 Kilometer westlich der Küstenstadt Morón.
Nur 39 Sekunden später ereignete sich in rund 45 Kilometer Entfernung ein zweites Beben – dieses war sogar noch heftiger und hatte die Stärke 7,5. Anschließend wurden noch 20 Nachbeben registriert, wie Präsidentin Rodríguez in einer Fernsehansprache mitteilte.
Die Erdstöße versetzten die Menschen im ganzen Land in Panik. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten aus der Hauptstadt Caracas von aus ihren Häusern fliehenden Bewohnern.
Es kam zu massiven Sachschäden. „Die Treppe brach weg, die ganze Wand bekam Risse. Dinge fielen von der Decke“, berichtete die 54-jährige Bankangestellte Odalis Escalona. „Es war einfach schrecklich.“
Rettungskräfte suchen nach einem Erdbeben in Caracas in Venezuela nach Überlebenden in einem eingestürzten Gebäude.
Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa
Flughafen schwer beschädigt
Im Stadtteil Altamira wurde ein 22-stöckiges Hochhaus nahezu völlig zerstört. Auf der Straße standen laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten verzweifelte Menschen, die nach Angehörigen riefen.
Helfer arbeiteten sich durch die Trümmer und suchten nach möglichen Verschütteten. Auch andernorts rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern – und harrten anschließend aus Angst vor Nachbeben auf der Straße aus.
Auch am internationalen Flughafen von Caracas im nahe der Hauptstadt gelegenen Maiquetía kam es nach Angaben von Rodríguez zu „schweren Beschädigungen der Infrastruktur“. Er musste geschlossen werden.
Unter den Trümmern werden viele Opfer befürchtet.
Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: „Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen“.
Zahlreiche Staaten bieten ihre Hilfe an
Die geschäftsführende Präsidentin sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.
US-Präsident Donald Trump bietet Hilfe an: „Die beiden schweren Erdbeben, die das großartige Volk von Venezuela gerade getroffen haben, sind von gewaltigem Ausmaß und haben eine verheerende Zahl an Todesopfern gefordert. Die USA sind bereit und in der Lage zu helfen.“
Er habe alle Behörden angewiesen, sich für einen schnellen Einsatz bereitzuhalten. „Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein. Die ersten Berichte sind schlecht“, so Trump.
Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.
Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an.
Auswirkungen auch in Kolumbien
Auswirkungen des Doppel-Bebens waren auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zu spüren, die rund tausend Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt. Wegen der Erschütterungen rannten auch in Bogotá Menschen auf die Straße, Alarmsirenen heulten.
In Venezuela leben rund 80 Prozent der Menschen in erdbebenbedrohten Gebieten, starke Beben sind jedoch selten. 1997 kam es zuletzt zu einem Beben mit verheerenden Folgen, als im östlichen Bundesstaat Sucre 73 Menschen ums Leben kamen. 1976 wurden fast 300 Menschen getötet und 2.000 verletzt, als ein Beben Caracas erschütterte. (afp/red)
Zerstörte Häuser, Straßen und Brücken, eine steigende Zahl von Toten: Die Folgen des starken Erdbebens vor fast einer Woche sind auf der philippinischen Insel Mindanao nach wie vor dramatisch. - Foto: XinHua/dpa
Fast eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen ist die Zahl der Toten nach dem Fund weiterer Leichen auf mindestens 61 gestiegen. 40 Menschen würden vermisst und mehr als 1.400 seien verletzt worden, teilte der Nationale Katastrophenschutz am Sonntag mit.
Schäden an Straßen und Brücken hätten mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, was die Rettungsarbeiten und die Versorgung behindere, berichtete das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in Asien und im Pazifikraum (Ocha).
Rettungskräfte sind weiterhin im Einsatz.
Foto: Basilio Sepe/AP/dpa
Erdbeben hat Folgen für Hunderttausende
Das Beben der Stärke 7.8 hatte am Montag die Provinz Sarangani etwa 1.000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila erschüttert. Ocha zufolge wurden fast 64.000 Häuser sowie teils kritische Infrastruktur in Höhe von einer Billion Pesos (etwa gut 14 Millionen Euro) beschädigt oder zerstört.
Der US-Erdbebenwarte USGS zufolge war es das weltweit stärkste des Jahres. Unzählige Nachbeben folgten. Mehr als 720.000 Menschen sind den Behörden zufolge von den Folgen betroffen.
Mehr als 3.000 Gebäude sind offiziellen Angaben zufolge beschädigt oder zerstört worden.
Foto: Uncredited/AP/dpa
Behörde: Beben hob Küste teils um zwei Meter an
Unmittelbar nach dem Beben ausgegebene Tsunami-Warnungen für die Philippinen und Indonesien waren bereits am Montag wieder aufgehoben worden. In mehreren Küstengebieten wurden kleinere Flutwellen registriert. Das Beben habe die Küste an einigen Stellen der Provinzen Sarangani und Davao Occidental um etwa zwei Meter angehoben, teilte das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mit. So seien nun Korallen zu sehen, die zuvor unter Wasser gelegen hätten.
Die Philippinen liegen am Pazifischen Feuerring, eine der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Dort stoßen mehrere Erdplatten aufeinander, weshalb es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt. (dpa/red)
Das Beben der Stärke 7,8 hatte die Insel Mindanao am Montagmorgen erschüttert. - Foto: Uncredited/AP/dpa
Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen ist auf mindestens 37 gestiegen. Zudem wurden mehr als 480 Menschen verletzt, vier weitere gelten als vermisst.
Das teilte Bernardo Rafaelito Alejandro vom Zivilschutz des südostasiatischen Inselstaats am Morgen (Ortszeit) mit. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden.
Das Beben der Stärke 7,8 – laut der US-Erdbebenwarte USGS das weltweit stärkste des Jahres – hatte am frühen Montagmorgen die südliche Insel Mindanao erschüttert.
Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern, die für ihre Thunfischindustrie bekannt ist. Dort sowie in den umliegenden Provinzen stürzten Gebäude ein, Straßen und Brücken wurden beschädigt und die Stromversorgung fiel zeitweise aus.
Das Ausmaß der Schäden ist noch immer nicht ganz klar.
Foto: Uncredited/Philippine Coast Guard via AP/dpa
Schäden am Flughafen
Zu den beschädigten Einrichtungen gehört auch der internationale Flughafen von General Santos City, ein wichtiger Knotenpunkt im Süden Mindanaos. Nach Angaben von Verkehrsminister Giovanni Lopez wurden der Kontrollturm und die Terminalgebäude beschädigt, die Start- und Landebahnen blieben jedoch intakt.
Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte bisher rund 1.100 teils heftige Nachbeben, die die Rettungsarbeiten erschwerten.
Das heftigste hatte eine Stärke von 6,7. Nach Angaben des Zivilschutzes sind insgesamt rund 88.000 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen. Etwa 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Evakuierungszentren oder bei Verwandten und Freunden unter.
Zunächst ausgegebene Tsunami-Warnungen für die Philippinen und Indonesien wurden bereits am Montag wieder aufgehoben. In mehreren Küstengebieten waren kleinere Flutwellen registriert worden.
In Straßen taten sich große Risse auf.
Foto: -/XinHua/dpa
Viele stehen unter Schock
Rettungskräfte und Soldaten bemühen sich derweil weiter, abgeschnittene Ortschaften zu erreichen. Gesundheitsminister Ted Herbosa sagte dem Radiosender DZMM, beschädigte Straßen und Brücken erschwerten den Zugang. Auch stünden viele in der Region unter Schock. Betreuer seien im Einsatz, um traumatisierte Menschen zu unterstützen.
Das Erdbeben hatte sich ausgerechnet am ersten Schultag nach den Ferien ereignet. Über 6.200 öffentliche und private Schulen blieben zunächst geschlossen. Zunächst soll die Sicherheit der Gebäude überprüft werden.
Die Philippinen liegen am Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Dort stoßen mehrere Erdplatten aufeinander, weshalb es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt. (dpa/red)
Erdbeben sind in Griechenland keine Seltenheit. - Foto: Anna Ross/dpa
In Mittelgriechenland hat es zwei Erdbeben gegeben. Nach Angaben des Geodynamischen Instituts in Athen wurden zwei aufeinanderfolgende Erschütterungen in der Region der Insel Euböa (Evia) registriert, die auch in der rund 90 Kilometer südlich gelegenen Hauptstadt Athen deutlich zu spüren waren.
Das erste Beben erreichte demnach eine Stärke von 4,8 und ereignete sich am Sonntag um 12:58 Uhr (Ortszeit) im Raum der Kleinstadt Mantoudi.
Das Zentrum lag in rund fünf Kilometern Tiefe. Kurz darauf folgte in derselben Region ein zweites Beben mit einer Stärke von 5,2. Dies versetzte nach Berichten örtlicher Medien die Bevölkerung in Angst.
Erdbeben in Griechenland keine Seltenheit
Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Es habe jedoch zahlreiche kleinere Erdrutsche gegeben, hieß es. Die Behörden begannen, sich einen Überblick zu verschaffen, wie lokale Bürgermeister im Rundfunk berichteten.
Griechenland liegt in einer seismisch aktiven Zone, in der sich die afrikanische und die eurasische Platte gegeneinander verschieben.
Dadurch kommt es immer wieder zu teils spürbaren Erdbeben, auch in dicht besiedelten Gebieten wie der Region um Athen. (dpa/red)
Die Region Neapel ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Dort befindet sich ein Supervulkan, die Phlegräischen Felder. (Archivfoto) - Foto: Christoph Sator/dpa
Die süditalienische Großstadt Neapel und ihre Umgebung sind von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Kurz vor 6:00 Uhr wurden zahlreiche Bewohner durch heftige Erdstöße aus dem Schlaf gerissen.
Viele flüchteten auf die Straßen. Das Epizentrum lag in den Phlegräischen Feldern, einem sogenannten Supervulkan, der sich über den Westen der Stadt hinaus aufs Mittelmeer erstreckt. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
Nach Angaben des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie hatte das Beben um 5:51 Uhr eine Stärke von 4,4. Damit war es in der Region eines der stärksten Beben der vergangenen Jahre.
Die Phlegräischen Felder – ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität – werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie manchmal auch starken Erdbeben heimgesucht. Vor einem Jahr wurde in den Campi Flegrei – wörtlich: brennende Felder – ein Beben der Stärke 4,6 gemessen.
Vorsichtsmaßnahme Schulausfall
Das Beben hatte nach diesen Angaben sein Zentrum im Meer, in den Gewässern zwischen den Vororten Pozzuoli und Bacoli. Die Erschütterungen waren in verschiedenen Stadtteilen Neapels zu spüren.
Mehrere Schulen bleiben heute sicherheitshalber geschlossen. In der Großstadt und ihrer näheren Umgebung leben etwa drei Millionen Einwohner. Neapel liegt am Fuße des Vulkans Vesuv. (dpa/red)
Bei einem Erdbeben in Südchina sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. - Foto: Li Hanchi/XinHua/dpa
Bei einem Erdbeben der Stärke 5,2 in der südchinesischen Region Guangxi sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein zunächst vermisster 91-Jähriger sei später lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die örtlichen Behörden.
Das Beben ereignete sich demnach in der Nacht um 0.21 Uhr Ortszeit in der Stadt Liuzhou. Die Erschütterung hatte nach Angaben des chinesischen Erdbebennetzwerks eine Tiefe von acht Kilometern.
Der staatliche Sender CCTV berichtete unter Berufung auf die Katastrophenschutzleitung von Liuzhou, bis zum frühen Morgen seien 13 Häuser eingestürzt und mehr als 7.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. (dpa/red)