Nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela steht die Bundeswehr nach eigenen Angaben mit bis zu sechs Militärtransportflugzeugen vom Typ A400M bereit, um schnell Hilfe zu leisten.
„Die Nachrichten vom fürchterlichen Erdbeben in Venezuela machen tief betroffen“ und „Deutschland steht an der Seite Venezuelas und wird helfen“, schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz im Onlinedienst X. „Unsere Gedanken gelten den Opfern und jenen, die ihr Hab und Gut verloren haben.“
Bundesaußenminister Johann Wadephul sagte auf X, Deutschland stehe bereit, dem venezolanischen Volk zu helfen. Er zeigte sich zutiefst betroffen über die verheerenden Zerstörungen in dem Land.
Bundeswehr steht bereit
„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstagmorgen. Die Unterstützung müsse nun lediglich noch angefordert werden. Selbstverständlich biete man diese Transportflüge auch den Partnern vor Ort an.
„Damit können wir zum Beispiel Personal und Material des Technischen Hilfswerks THW nach Venezuela bringen, aber auch Transportflüge innerhalb Venezuelas ermöglichen“, sagte Pistorius.
Das zuständige Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf war mit dem A400M bereits 2023 beim Transport von Hilfsgütern in das Erdbebengebiet der Türkei und 2024 sowie 2025 beim Abwurf von Hilfsgütern über dem Gazastreifen beteiligt.
Die Flugzeuge können auch für den medizinischen Krankentransport ausgerüstet werden. „Ich danke allen Soldatinnen und Soldaten, die sich jetzt bereits auf diesen Einsatz vorbereiten“, sagte dazu Pistorius. Er betonte, auf die Bundeswehr sei in Notsituationen Verlass.
Unicef Deutschland stellt Nothilfe bereit
Unicef Deutschland kündigte zudem an, 250.000 Euro als Nothilfe für von den Erdbeben betroffene Kinder zur Verfügung zu stellen. „Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Kindern und ihren Familien“, erklärte Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider. „Sie brauchen jetzt dringend Schutz und psychosoziale Hilfe.“
Mit dem Geld sollten zunächst die wichtigsten Hilfsgüter wie Trinkwasser, Hygieneartikel und Medikamente, aber auch Angebote zur psychosozialen Hilfe finanziert werden. Internationale Unicef-Teams seien vor Ort, um Bedarfe zu erfassen.
Copernicus aktiviert
Auch die EU hat Venezuela nach den schweren Erdbeben ihre Hilfe angeboten. Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sei aktiviert worden „und wir sind bereit, unsere Unterstützung weiter zu verstärken“, erklärte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, im Onlinedienst X. Von der EU finanzierte Partner leisteten bereits vor Ort Hilfe, fügte sie hinzu.
Das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus kann bei Naturkatastrophen schnell Satellitenaufnahmen liefern und Rettungskräften so bei der Einschätzung der Lage helfen.
Venezuela war am Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb einer Minute von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Rettungskräfte suchten in den Schuttmassen nach Opfern und Überlebenden. (afp/dts/red)

