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Warum Rosmarin so wertvoll für Gesundheit und Küche ist


In Kürze:

  • Rosmarin bringt mediterrane Aromen in die Speisen und das von herzhaft bis süß.
  • Das Küchenkraut ist seit Jahrtausenden auch als Heilkraut bekannt.
  • Rosmarin enthält ätherische Öle, Terpene, Polyphenole, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe und wirkt antibakteriell, schmerzstillend, entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Mit einigen Tipps gelingt die Kultivierung im Topf oder Garten.

 
Rosmarin ist aus unseren Küchen kaum wegzudenken. Die nadelartigen Blätter des Rosmarins schmecken würzig-herb und duften intensiv. Als Gewürz verleiht er sowohl Fleisch- als auch Gemüsegerichten sowie Eintöpfen und Soßen eine mediterrane Note. Besonders gut schmeckt Rosmarin zu Ofenkartoffeln oder -kürbis.
Rosmarin hat jedoch nicht nur als Gewürz eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden ist er auch als Heilpflanze bekannt. Die Pflanze bringt Wärme in den Körper und Sonne ins Gemüt. Sein Tee wirkt anregend und stärkend bei Erschöpfung, unterstützt die Verdauung und die Gedächtnisleistung. Ein Vollbad mit Rosmarin fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Im antiken Griechenland (rund 1000 v. Chr.) wurde Rosmarin wie Weihrauch verräuchert und galt als Symbol für Liebe und Treue.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendungen

Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist in den Mittelmeerländern beheimatet, wo er wild in Küstenregionen und oft an felsigen Hängen wächst. Er fand sich in den Klostergärten des Mittelalters und wird heute weltweit kultiviert. Der mehrjährige Halbstrauch zählt zur Familie der Lippenblütler und kann eine Höhe von bis zu 1,5 bis zwei Metern erreichen – und sehr ausladend werden.
Rosmarin ist immergrün und kann das ganze Jahr über geerntet werden. Von März bis Juni blüht Rosmarin rosa bis blass violett oder weiß und zieht viele Insekten an. Mit zunehmendem Alter verholzen seine unteren Triebe.
Rosmarinblätter enthalten rund 2 Prozent wertvolle ätherische Öle. Den Hauptanteil bilden Cineol (Eucalyptol), Camphor und Alpha-Pinene. Britische Forscher fanden in einer Studie 2012 heraus, dass das Inhalieren von Rosmarinöl mentale Klarheit und Fokussierung fördert.
Des Weiteren befinden sich Diterpene, Polyphenole, Flavonoide, Harze, Bitter- und Gerbstoffe im Rosmarin. Vor allem die Diterpene Carnosol und Carnosinsäure, die zu den am häufigsten vorkommenden sekundären Pflanzenstoffen im Rosmarin gehören, sind für die hohe antioxidative Wirkung der Pflanze verantwortlich.
Traditionell wird Rosmarin wegen seiner entzündungshemmenden, schmerzstillenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen und Migräne verwendet. Für die Anwendung einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl mit Mandelöl vermischen und die entsprechenden Bereiche einmassieren.
Wer seine Haarpracht vermehren möchte, massiert diese Ölmischung oder eine starke Teeabkochung in den Haarboden ein. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und das Haarwachstum. Gleichzeitig ergibt eine Teeabkochung ein sanft glättendes, reinigendes und antioxidatives Gesichtswasser.
Außerdem kommt die Heilpflanze in der Erfahrungsmedizin als Tee bei niedrigem Blutdruck, nervösen Herzstörungen, Appetitlosigkeit, Lebererkrankungen und gestauten Gallenwegen zum Einsatz. Zudem kann Rosmarin bei Angststörungen Linderung bringen.

Rosmarin in der Küche

In der Küche ist Rosmarin ein wahrer Alleskönner. Er passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen. So ist Rosmarin ein Klassiker zu Lamm, Fisch und Geflügel. Er passt aber genauso gut zu Wildgerichten, Rind oder Schweinebraten.
Ebenso vielfältig lässt sich das Küchenkraut in Gemüsegerichten verwenden. Neben Kartoffeln passt es zu Kürbis, Karotten, Rote Bete, Zucchini oder Tomaten ebenso wie zu Hülsenfrüchten. Egal, ob zu Ofengemüse, in geschmorten Gemüsegerichten oder in Bohneneintöpfen, Rosmarin verleiht den Gerichten eine frische, belebende Note und macht sie gleichzeitig bekömmlicher.
Eine würzige Frische bringt Rosmarin zudem zu Käse wie Ziegenkäse, Feta, Camembert oder Grillkäse. Rosmarin in Olivenöl ergibt ein aromatisches und vielseitig verwendbares Küchenöl. Besonders interessant schmeckt das mediterrane Kraut in Süßspeisen wie Pfirsichkuchen, Zitroneneis, Mürbteigkeksen oder kombiniert mit dunkler Schokolade.
Darüber hinaus eignet sich Rosmarin hervorragend zum Verfeinern von Marmelade, Kompott und Sirup. Dafür beim Einkochen einige Rosmarinzweige mitkochen und vor dem Abfüllen wieder entfernen. Besonders gut harmoniert Rosmarin zum Beispiel mit Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Pfirsich oder Birne.
Neben seinem aromatischen Wert wird Rosmarin aufgrund seiner nachgewiesenen antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften auch als natürlicher Lebensmittelkonservierer erforscht. Daher kann er dazu beitragen, die Qualität und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verbessern.

Tipps für Anbau und Pflege

Rosmarin liebt Wärme, egal ob im Topf auf der Terrasse oder im Beet. Die sonnenliebende Pflanze bevorzugt einen trockenen, durchlässigen und kalkhaltigen Boden, der leicht steinig sein darf. Für die Pflanzung im Topf vermischt man am besten Kräutererde mit reichlich Sand oder Tongranulat. Das Gießwasser sollte vom Topf gut abfließen können, denn Rosmarin verträgt keine Staunässe.
Topfpflanzen sollten zudem zwei- bis dreimal pro Jahr mit einem Kräuterdünger gedüngt werden. Ein Rückschnitt im Frühling um etwa ein Drittel fördert ein buschiges Wachstum.
Rosmarin ist nicht winterhart. Er benötigt daher sowohl im Beet als auch im Topf ausreichend Frostschutz. Im Beet den Wurzelbereich dick mit Laub bedecken und die Blätter mit Reisig so abdecken, dass noch Luft zirkulieren kann.
Bei Topfpflanzen den Topf ohne Übertopf in eine Kiste geben und gut in Stroh einpacken. Die Blätter mit Reisig abdecken. Ein sonniger, geschützter Platz an der Hauswand ist ein idealer Ort zum Überwintern. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Rosmarin im Winter nicht austrocknet. Er benötigt zwar weniger aber dennoch alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen Wasser. Zwischen den Wassergaben darf die Erde ruhig austrocknen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.