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UEFA schießt nach Aufhebung von Sperre für US-Stürmer gegen FIFA

Nach der Entscheidung der FIFA, die Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun für das am Montag anstehende WM-Achtelfinale gegen Belgien aufzuheben, hat der europäische Fußball-Verband scharfe Kritik am Weltverband geäußert.
Die Entscheidung, die Umsetzung der automatischen Sperre für ein Spiel nach der roten Karte für eine Probezeit von einem Jahr auszusetzen, habe „eine rote Linie überschritten“, teilte die UEFA am Montag, 6. Juli, mit.
„Der Fußball stützt sich, wie jede andere Sportart auch, auf Regeln, die die Grundlage für einen fairen, ehrlichen und transparenten Wettbewerb bilden.“ Manchmal ließen Regeln Raum für Interpretationen, in diesem Fall jedoch nicht. „Eine automatische Sperre von mindestens einem Spiel nach einer roten Karte ist keine Ermessensentscheidung und erfordert keine Entscheidung einer zuständigen Instanz, um in Kraft zu treten.“
Der belgische Fußballverband hat der Entscheidung auch widersprochen. Er hatte die Entscheidung als „direkten Widerspruch“ zu den Wettbewerbsbestimmungen bezeichnet und angekündigt, „alle Optionen“ zu prüfen. „The Athletic“ zufolge soll der Verband außerdem die vollständige Begründung für die Aussetzung der Sperre angefordert haben.

FIFAs Begründung

Die FIFA hatte am Vortag angekündigt, dass die Rot-Sperre für US-Stürmer Balogun aufgehoben und „auf Bewährung“ ausgesetzt wird.
„Die Vollstreckung der Spielsperre wird auf Bewährung für ein Jahr ausgesetzt“, teilte die FIFA mit. „Sollte Folarin Balogun während der Bewährungszeit einen weiteren Verstoß ähnlicher Art und Schwere begehen, wird die Aussetzung aufgehoben und die Sanktion vollstreckt, unbeschadet etwaiger zusätzlicher Sanktionen, die für den neuen Verstoß verhängt werden.“
Die FIFA berief sich bei der Entscheidung auf Artikel 27 des Disziplinarreglements.
Darin heißt es: „Das zuständige Rechtssprechungsorgan kann beschließen, die Vollstreckung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise auszusetzen. Durch die Aussetzung der Vollstreckung der Sanktion unterwirft das Disziplinargericht die sanktionierte Person einer Bewährungszeit von einem bis vier Jahren.“
Von dieser Regelung hatte auch Portugals Superstar Cristiano Ronaldo profitiert, nachdem er im November bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland vom Platz gestellt worden war. Ronaldo wurde von der FIFA zunächst für drei Spiele gesperrt. Er verpasste aber nur das Qualifikations-Duell gegen Armenien. Die Sperre wurde danach für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.

USA gewann auch ohne Balogun mit 2:0

Balogun hatte im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina am 1. Juli wegen eines Fouls die rote Karte erhalten, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war.
Diese Entscheidung führte nicht nur zu seinem Platzverweis. Es zwang seine Mannschaft auch dazu, den Rest der Partie in Unterzahl – zehn gegen elf – zu bestreiten. Zudem schien damit automatisch eine Sperre für das nächste Spiel verbunden zu sein.
Zwar gelang den „Stars and Stripes“ auch ohne ihn ein 2:0-Sieg, doch die Fans ließen ihrem Ärger über diese Entscheidung im Internet freien Lauf.
Auch Stürmer Christian Pulisic und Cheftrainer Mauricio Pochettino kritisierten die Entscheidung in einem Interview nach dem Spiel. Es sah so aus, als müssten sie und das US-Team ihr zweites K.o.-Spiel ohne ihren besten Torschützen bestreiten.
Am Sonntag, 5. Juli, gab die FIFA jedoch bekannt, dass Balogun die Sperre für ein Spiel nicht sofort verbüßen muss. Möglicherweise muss er ein ganzes Jahr lang kein Spiel aussetzen.

Trump dankt der FIFA

Die Nachricht löste bei den Fans der US-Nationalmannschaft große Freude aus, darunter auch bei US-Präsident Donald Trump.
„Danke an die FIFA dafür, das Richtige zu tun und eine große Ungerechtigkeit rückgängig zu machen“, schrieb er auf Truth Social.
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio öffentlich eine Aufhebung der Sperre gefordert.
Mittlerweile gibt es auch die Medienberichte, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino im Vorfeld der Entscheidung einen Anruf von US-Präsident Donald Trump erhalten haben soll.
Balogun muss die Sperre von einem Spiel zwar weiterhin verbüßen, doch dies muss nicht während des Versuchs der US-Nationalmannschaft sein, erstmals den Weltmeistertitel zu gewinnen.
Ob Balogun für die USA bei dem Spiel gegen Belgien letztlich spielberechtigt ist oder nicht, entscheidet sich am Montag.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „FIFA Allows USA’s Balogun to Play Against Belgium After Delaying Red Card Ban“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Merz beim EU-Westbalkan-Gipfel: EU muss Willen zur Erweiterung zeigen

Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich beim EU-Westbalkan-Gipfel in Montenegro für eine schnellere EU-Erweiterung stark gemacht.
„Die Europäische Union muss zeigen, dass sie erweiterungsfähig und erweiterungswillig ist“, sagte Merz zum Auftakt des Treffens von 23 Staats- und Regierungschefs der EU mit sechs aus den Balkan-Staaten, die einen EU-Beitritt anstreben.
Macron betonte die Bedeutung der Region für die EU. Sie sei aus geopolitischer Sicht sehr wichtig, denn auf dem Westbalkan entscheide sich auch die Unabhängigkeit Europas, sagte er mit Blick auf Energie- und Sicherheitsfragen sowie Migrationsrouten.

Schrittweise Heranführung an die EU

Merz und Macron sind mit einem gemeinsamen Konzept nach Tivat an der Adria-Küste gereist, um die Beitrittskandidaten schneller an die EU-heranzuführen.
Die Erfüllung gewisser Aufnahmekriterien soll etwa mit einem schrittweisen Zugang zum EU-Binnenmarkt oder der Entsendung von Beobachtern in EU-Institutionen belohnt werden. So sollen Anreize für schnellere Reformen geschaffen werden.

Verhandlungsprozess soll vereinfacht werden

Außerdem soll der Verhandlungsprozess vereinfacht werden. Derzeit sind mehr als 100 Verfahrensschritte notwendig, die Öffnung jedes der mehr als 30 Beitrittskapitel muss einstimmig beschlossen werden.
Nach dem deutsch-französischen Vorschlag sollen alle relevanten Kapitel geöffnet werden, wenn die EU-Kommission den Zeitpunkt gekommen sieht.

Merz sieht Versäumnisse auf Seiten der EU

Merz verwies darauf, dass seit 13 Jahren keine neuen Mitglieder mehr in die EU aufgenommen wurden.
„Das zeigt, dass die Versäumnisse auch auf der Seite der Europäischen Union liegen. Und die wollen wir heute überwinden.“ Er hoffe, dass man beim Gipfel zu gemeinsamen Schlussfolgerungen kommen werde, die dann in Brüssel umgesetzt werden sollten.
Neben Montenegro gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Nordmazedonien und Serbien zum Westbalkan. Alle sechs bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU. Montenegro ist bei den Bemühungen um einen Beitritt am weitesten fortgeschritten. (dpa/afp/red)
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EU-Westbalkan-Gipfel in Montenegro – Merz nimmt teil

Bei einem gemeinsamen Gipfel der EU und der Westbalkanländer am Freitag, 5. Juni, in Montenegro soll über eine engere Zusammenarbeit unter anderem in der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik sowie in Migrationsfragen gesprochen werden.
Ferner soll es bei dem Treffen in der kleinen Küstenstadt Tivat um die Perspektiven der sechs Westbalkanstaaten für einen Beitritt zur Europäischen Union gehen.
An dem Gipfel wird auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnehmen. Die Bundesregierung kündigte an, der Kanzler werde sich dafür einsetzen, die Beitrittsverhandlungen mit den Westbalkanstaaten „zu beschleunigen und die Länder auf diesem Weg bereits enger in die EU einzubinden“.
Bei den sechs Westbalkanländern handelt es sich neben Montenegro um Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Nordmazedonien und Serbien. Der vorherige EU-Westbalkan-Gipfel hatte im vergangenen Dezember in Brüssel stattgefunden. (afp/red)