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Von antiken Wolkenkratzern bis jeder achte Krebs durch Infektion

Taktgeber in der Erde

Die Rotationsgeschwindigkeit der Erde ändert sich nachweislich im Laufe der Zeit geringfügig, was zu Schwankungen in der Länge des 24-Stunden-Tages führt. Bisherigen Theorien zufolge ist die Ursache dafür irgendwo zwischen Erdkern und Erdmantel zu suchen. Welche Kräfte dabei genau eine Rolle spielen, ist unklar. Ein Modell von Geophysikern um Mathieu Dumberry von der University of Alberta liefert nun eine mögliche Erklärung: Der Kern möchte sich am Mantel aufgrund der Anziehungskräfte ausrichten, doch die Schwerkraft verhindert dies. Diese Diskrepanz führte dazu, dass sich die Erde mal schneller und mal langsamer drehe. Obwohl das Modell interessante Ansätze liefert, bleiben andere Faktoren wie Strömungen in Meeren und der Luft als mögliche Einflussquellen unberücksichtigt. (ts)

Neuartige Legierung in Hiroshima entstanden

Der Atombombenabwurf auf Hiroshima im Jahr 1945 hatte verheerende und weitreichende Folgen, die sich bis heute zeigen. So entdeckte ein internationales Forscherteam um Luca Bindi von der Universität Florenz kürzlich, dass bei dem schlagartigen Verdampfen von Gebäuden, Metallen, Erde, Glas und Wasser infolge der nuklearen Explosion eine neuartige Legierung entstand. Fündig wurden die Forscher in der Sandstrandbucht von Hiroshima, wo die einzigartige Trümmerteile namens „Hiroshimaite“ als Fallout niedergingen. In einem dieser winzigen, glasartigen Kügelchen fanden sie eine Mischung aus Eisen, Chrom, Nickel, Mangan, Molybdän, Silizium und Aluminium – eine Legierung, die sich unter normalen Umständen niemals gebildet hätte und neuartige Materialien verspricht. (ts)

Bei der Explosion der Atombombe über dem japanischen Hiroshima entstand eine neuartige Legierung, wie sie unter normalen Umständen niemals gebildet hätten wäre.

Infektionen verursachen global jeden achten Krebsfall

Weltweit erkranken jedes Jahr Millionen Menschen an Krebs. Einer neuen Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung zufolge könnten 12 Prozent, also jeder achte, der Krebsfälle im Jahr 2024 durch Infektionen ausgelöst worden sein. Insgesamt brachten die Forscher um Harriet Rumgay zwölf Erreger, darunter Hepatitis B und C sowie HIV, mit Krebs in Verbindung. Die größte Krebslast verursachten das Bakterium Helicobacter pylori und das Papillomvirus (HPV) mit je rund 750.000 Fällen. Außerdem entfielen 42 Prozent der beobachteten Krebsfälle auf Ostasien sowie ein großer Teil auf Subsahara-Afrika. Nach Angabe der Forscher zeigt die Studie, dass künftige Investitionen in bewährte Präventionsmaßnahmen große Wirkung erzielen und die Zahlen der Krebserkrankungen senken könnten. (ger)

Schon gewusst?

Viele kennen ihn, ohne es zu wissen: Er kommt im Verkehrs- und Tiefbau zum Einsatz, war einst ein beliebter Bau- und Werkstein und ist eng mit dem Vulkanglas Obsidian verwandt. Die Rede ist von Rhyolith, dem Gestein des Jahres 2026. Dieses magmatische Gestein entsteht, wenn saures Magma an die Erdoberfläche aufsteigt und dort abkühlt. Findet dies extrem schnell statt, entsteht der schwarze Obsidian. Als einfaches Gestein kommt er dagegen in hellen Farben – meist grau, rot oder rosa – vom Schwarzwald bis nach Nordsachsen vor. Seit der Antike wird er für prestigeträchtige Bauvorhaben verwendet und prägt die kulturelle Landschaft Europas maßgeblich. (kms)

Das Grab von Immanuel Kant, neben dem Königsberger Dom in Kaliningrad, ist aus rotem Rhyolith gebaut.

Foto: Elena Odareeva/iStock

Bäume haben ein Körpergefühl

Französische Forscher haben herausgefunden, dass Bäume in der Lage sind, eine „schlechte Haltung“ durch einen besonderen biologischen Prozess zu korrigieren. Hierfür haben die Biologen um Félix P. Hartmann jungen, gekrümmten Bäumen die Ausrichtung nach Licht und Schwerkraft verwehrt, sodass sie sich ausschließlich auf ihre eigene Wahrnehmung verlassen mussten. Im Anschluss beobachteten die Forscher das Verhalten des Spannholzes und entdeckten, dass sich dieses wie ein Muskel verhält und die Krümmung des Stammes innerhalb weniger Wochen korrigierte. Dies veranschaulicht, dass Pflanzen unter natürlichen Bedingungen ihre Form präzise wahrnehmen und ihre Haltung anpassen können. (kms)

See unter Venedig

Die Kanäle in Venedig sind weltweit bekannt. Doch nun ist die italienische Lagunenstadt überraschend um eine Wasserressource reicher: ein „unterirdischer See“ aus Süßwasser, genauer gesagt ein Aquitard. Eine Untersuchung des Untergrunds ergab eine Fläche von 25.000 bis 30.000 Hektar, was der Gesamtfläche des Gardasees entspricht. Zudem sei das gigantische, tief liegende Vorkommen laut Ingenieur Lorenzo Frison durch dicke Lehmschichten geschützt, sodass kaum etwas von dem umliegenden Salzwasser eindringt. (ts)

Neben seinen vielen Kanälen hat Venedig nun auch nachweislich einen unterirdischen See.

Foto: adisa/iStock

Beschädigte Schriftrollen bald lesbar

Können alte, verkohlte Schriftrollen lesbar werden, ohne sie abzurollen und in schwarzen Staub zu verwandeln? Diese Frage stellte sich Douglas Seiler von der UC Berkeley und untersuchte, ob bleihaltige Tinte beim Scannen mit Röntgenstrahlen sichtbar wird, sodass ein Computer die Schrift später digital entrollen kann. Hierfür ließ er Schüler Zitate aus „Star Wars“ und der Bibel mit traditioneller Tusche aus Japan auf echte Papyrusrollen aus Ägypten schreiben, um sie anschließend im Hochofen zu verkohlen, was den Bedingungen beim Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. gleichkommt. Das Ergebnis: Bereits winzige Spuren bleihaltiger Tinte waren tatsächlich lesbar. Dies könnte die Geschichtsforschung revolutionieren, da der Inhalt vieler verbrannter antiker Schriftrollen bislang unbekannt ist. (kms)

Tapete gewinnt Strom aus Luftfeuchtigkeit

Hierzulande gibt es 5,7 Millionen Photovoltaikanlagen, die immer dann Strom liefern, wenn die Sonne scheint. Bei Wolken und Nebel funktionieren sie nicht – doch das könnte sich bald ändern. US-amerikanische Forscher haben eine Tapete mit winzigen Hygrogeneratoren entwickelt, die Strom aus Luftfeuchtigkeit in Innenräumen gewinnen. In ihrem ersten Versuch lieferte ein einzelner Generator bei 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit etwa 0,34 Volt und 2,2 Mikrowatt pro Quadratzentimeter. Diese Leistung blieb über 90 Minuten stabil. Umgerechnet könnte man damit etwa eine LED pro Quadratmeter betreiben – unmittelbar nach dem Duschen und ohne zu lüften. Die Forscher hoffen, die Technologie künftig zu verbessern und höhere Stromerträge erzielen zu können. Wann wir die Tapete im Badezimmer zum Leuchten bringen können, bleibt aber offen. (ts)

2.800 Jahre altes Hochhaus entdeckt

Turmartige Gebäude mit bis zu 20 Stockwerken in Südarabien und Ostafrika sind schon lange aus Schriftquellen und Wandmalereien bekannt. Doch war der Bau solch mehrgeschossiger Bauwerke lange vor der Erfindung von Stahl und Beton wirklich möglich? Dieser Frage gingen deutsche Forscher um Dr.-Ing. Martin Drieschner von der BTU Cottbus-Senftenberg anhand der archäologischen Fundstätte Yeha in Äthiopien nach. Dafür erstellten sie ein virtuelles 3D-Modell der nachgewiesenen Holz-Mauer-Wände und untersuchten deren Tragfähigkeit. Das Ergebnis: Die Wände des 60×60 Meter großen Palastes waren so robust, dass sie bis zu 19 Stockwerke tragen konnten. Damit hätte der Palast bereits vor 2.800 Jahren Wolkenkratzer-Dimensionen erreicht. (kms)

Modell des mehrgeschossigen Palastes von Yeha in einer Variante mit acht Stockwerken.

Foto: artefacts-berlin.de; Bauforschung: Mike Schnelle (DAI Orient-Abteilung)

Erkrankungsrisiken hängen auch von Schlafphasen ab

Schlaf ist nicht nur das, was zwischen zwei Tagen geschieht, sondern eine Phase der Regeneration. Doch auch Schlaf ist nicht gleich Schlaf, wie eine neue Analyse der Gesundheitsdaten von fast 100.000 Briten zeigt. Demnach reduziere ein längerer REM- oder Traumschlaf das Risiko für mehr als 80 Erkrankungen, einschließlich Herzinsuffizienz, Demenz und Parkinson. Längerer Tiefschlaf wiederum vermindere das Risiko für sieben Krankheiten, darunter Typ-2-Diabetes. Demgegenüber begünstigten Schlafunregelmäßigkeiten und das kurze Aufwachen unter anderem Angststörungen und das Suchtrisiko. „Die Aufrechterhaltung einer Schlafdauer von 6-8 Stunden kann das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wirksam senken“, folgern die Autoren, während weniger als 5 Stunden mit dem höchsten klinischen Risiko verbunden war. (ger)

Fische helfen beim Schiffesuchen

Meereslebewesen lockern Sedimente auf, um nach Nahrung zu suchen, sich vor Fressfeinden zu verstecken oder um selbst inkognito zu jagen. Dabei graben sie Löcher und Höhlen in den Sandboden, die für uns Menschen die Suche nach versunkenen Schiffen erleichtern können. Denn die Wracks sind oft eine Oase auf dem sonst kargen Meeresboden. Sie bieten Schutz und Lebensraum für Krebse und kleine Fische, was wiederum größere Fische anzieht – unter anderem Steinkabeljaue und Steinbarsche, die vermutlich jene Löcher zum Jagen graben. Bereits mehrfach gelang es australischen Forschern auf diese Weise, vermisste Schiffe zu entdecken. (kms)

Wracks sind oft Hotspots der Artenvielfalt, sodass die Meereslebewesen indirekt bei der Suche nach versunkenen Schiffen helfen können.

Foto: johnandersonphoto/iStock

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Kleine Bäume mit großem Charakter – wie aus einem geschenkten Bonsai ein leidenschaftliches Hobby wurde

Wenn Uwe Friedrichs an seinem Gartentisch vor seinen Bonsai sitzt, steht die Zeit oft still und der Alltag rückt in die Ferne. „Wenn ich eine halbe Stunde mit diesem Baum verbringe, kümmere ich mich nicht um Benzinpreise oder etwas anderes“, sagt er. Mit Epoch Times sprach der Leiter des Arbeitskreises „Bonsai Team 23“ aus der Nähe von Lübeck über seine Leidenschaft, kleinen Bäumen mit Potenzial zu ihrem großen Auftritt zu verhelfen.
Herr Friedrichs, wie sind Sie zu Ihrem Hobby gekommen?
Meine damalige Freundin hat mir einen Indoor-Bonsai geschenkt, einen Benjamin Ficus. Als er nach anderthalb Jahren nicht mehr so schön aussah, habe ich nach Informationen über Bonsai gesucht. Das war 1995. Da konnte man nicht so einfach ins Internet gehen. Ich schrieb damals einen Brief, um mir einen Katalog für Bonsai-Zubehör zu bestellen. Stattdessen erhielt ich jedoch eine Einladung für einen Workshop. Ich kam nicht nur mit einem Wacholder zurück, also einem Outdoor-Bonsai, sondern auch mit dem festen Wunsch, die Bonsai-Kunst zu erlernen. Bei einer lokalen Bonsaiausstellung in Lübeck habe ich dann weitere Interessierte kennengelernt. So entstand der erste Arbeitskreis.
Ihr Herz schlägt demnach für Outdoor-Bonsai?
Richtig. Wie der Name schon sagt, sind diese Bonsai das ganze Jahr über draußen. Ich finde sie viel schöner, weil die Bäume im Gegensatz zu den Indoors alle Jahreszeiten durchleben. Im Winter, der schwierigsten Jahreszeit für einen Bonsai im Innenbereich, stellt man die Outdoor Bonsai einfach in eine geschützte Ecke.
Was empfehlen Sie, wenn man mit einem Bonsai anfangen möchte?
Eine einheimische Lärche oder Hainbuche, wie sie als Heckenpflanze üblich ist – oder ein Cotoneaster aus der Familie der Mispelgewächse. Die können das ganze Jahr draußen auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten stehen.
Am Anfang muss man das Pflegen lernen, das Gestalten kommt erst später. Die Bäume werden allein groß. Wer Glück hat, hat einen Bonsai-Arbeitskreis in der Nähe oder eine Volkshochschule, die Kurse gibt. Es gibt auch gute YouTube-Kanäle, die alles Schritt für Schritt erklären. Neben viel Geduld benötigt man noch vernünftiges Schneidwerkzeug, Biegedraht und einen guten Standort für den Baum. Wenn man einen Indoor-Bonsai haben möchte, muss klar sein: Der braucht im Winter Licht, also spezielle Pflanzenleuchten. Ein Fensterplatz im November reicht für die Photosynthese nicht aus.
Aber auch, wenn ein Baum mal eingeht, darf man nicht verzweifeln. Das passiert selbst uns, den erfahrenen Bonsai-Gestaltern. Bäume sind schließlich individuelle Lebewesen – da werden nicht alle 800 Jahre alt.
Gibt es einen konkreten Moment, wann eine Pflanze zu einem Bonsai wird?
Das hängt vom Aussehen des Baumes ab. Es gibt viele kleine Bäume, die großes Potenzial haben. Der japanische Begriff Bon-Sai bedeutet wörtlich übersetzt „Baum in der Schale“. Für mich ist der Schritt von der Jungpflanze in Richtung Bonsai, wenn ich das dringende Gefühl habe, dass sie eine Schale, ein richtiges Gefäß benötigt.
Das passiert oft im Unterbewusstsein. Plötzlich merke ich dann: „Ja, das ist ein Baum!“ Das hat für mich nichts mit der Größe zu tun. Man kann auch in Pflanzen, die nicht einmal 10 Zentimeter hoch sind, Bäume erkennen.
Woran merkt man, dass eine Pflanze Potenzial zum Bonsai hat?
Ich schaue immer nach eher „schwierigen Pflanzen“, also Pflanzen, die mehr Überlegung erfordern, um zu erkennen: Wo ist der eigentliche Baum in dieser Pflanze?
Sie helfen der Pflanze also, ihre Persönlichkeit auszudrücken?
So könnte man es sagen. Es geht um die Einzigartigkeit, eine gewisse Individualität. Das kann etwas sein, das entweder im Entstehen oder schon vorhanden ist. Wenn ich eine Beschädigung am Stamm habe, dann wird sie nicht versteckt, sondern betont, weil sie ein Teil des Lebens ist. Ein kleiner Makel macht den Baum später vielleicht besonders ausdrucksstark. Über die Jahre habe ich gelernt, Bäume in der Natur anders wahrzunehmen und viel schneller zu erfassen.
Wie fühlt sich so ein Prozess an?
Manchmal fühle ich mich wie ein Vater, dessen Kind gerade hingefallen ist. Dem Kind wird dann ein Pflaster auf das Knie geklebt und dann sagt man: „So schlimm ist es nicht, bis zur Silberhochzeit ist das wieder weg“ oder: „Das ist eine Spur, die du jetzt tragen darfst. Sie gehört zu dir.“
Wir versorgen die Wunde, damit der Baum überleben kann – denn das Ziel ist, dass der Bonsai möglichst alt und am besten über Generationen weitergegeben wird.
Das klingt nach intensiver Arbeit für einen kleinen Baum. Wofür machen Sie das?
Weil ich einfach die Sinne in mir wecken will. Ja, es bedeutet Arbeit. Es ist die gleiche Verantwortung, wie ein Kind, eine Katze oder einen Hund zu betreuen. Es kann auch sehr kostenintensiv werden, wenn man viele Bäume hat und ihnen später zu ihrem Auftritt auf Ausstellungen verhilft. Da gehört dann ein Tischchen und als Beisteller eine kleine Pflanze dazu und eine saubere, aufgeräumte Schale.
Für mich hat das etwas mit Respekt zu tun. Ich möchte den Baum von seiner besten Seite präsentieren. Das ist nichts anderes als: „Wir gehen zu Oma! Zieht den feinsten Zwirn an und macht die Fingernägel sauber.“ Der Baum soll seine Geschichte erzählen – ohne Worte, einfach durch Betrachtung. Wenn ich eine halbe Stunde mit diesem Baum verbringe, kümmere ich mich nicht um Benzinpreise oder etwas anderes.
Viele Menschen verbinden mit dem Bonsai Ruhe und Meditation. Was verbinden Sie damit?
Stellen Sie sich eine 50 Zentimeter große Fichte vor. Von dem verholzten inneren Holz fange ich dann an, mit einer Pinzette die Nadeln eine nach der anderen zu entfernen, um eine saubere Struktur und eine saubere Borke zu erhalten.
Mit der Reife der Bäume verändert sich also meine Arbeit, sie wird feiner. Vor einem 60 Jahre alten Bonsai verbringt man mehr Zeit als vor einer Jungpflanze – das ist dann eine Art meditativer Betrachtungswinkel. Sie sehen die Form vom Wurzelballen, den Wurzelansatz, die Erde und die Sonne, die durch die Äste scheint. Das sind Momente, die man genießt. Das entspannt mich auch.
Wenn ich nach 20 Jahren auf die Bäume schaue und mit den Bildern am Anfang vergleiche, dann weiß ich: „Wir sind jetzt ein Stück zusammen gegangen und jetzt siehst du völlig anders aus.“ All das ist durch meine Hände entstanden, aber ich stehe nicht im Vordergrund. Für mich ist mein Bonsai wie ein Spiegel meiner eigenen Fähigkeiten und meines Wissens über Bonsai.
Was sagen Sie Menschen, die meinen, dass dem Bonsai durch das Formen und die Gestaltung Schmerzen zugefügt werden?
Wir dürfen die Pflanze nicht vermenschlichen. Vom künstlerischen Aspekt betrachtet, arbeite ich den einzigartigen Charakter des Baumes heraus. Dafür sind bestimmte Schritte notwendig. Durch unsere gewissenhafte Arbeit mit sehr scharfen Werkzeugen erleichtern wir dem Baum sogar die Arbeit, weil er abgebrochene Dinge nicht abstoßen muss. Wir helfen ihm durch Wundverschluss. Wir pflegen eine Beziehung zu unseren Bäumen. Das ist wie beim Bildhauer. Der Stein ist schon von Natur aus schön, aber erst wenn daraus eine Statue gearbeitet wurde, werden ihn alle bewundern können.
Vielen Dank für das Interview.
Einen aktuellen Überblick über europäische Bonsai-Clubs, regionale Arbeitskreise und Organisationen finden Sie auf der Website www.bonsaiempire.de.